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13.9.1906 Erstes Blatt
 
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er bic »Helden von Larissa" nicht. Und aus deren Flotte, die sich 1897 so fürchterlich blamiert hat, dürfte er vollends verzichten, um so mehr, als die bulgarischen Häfen sämtlich am Schwarzen Meere liegen und die griechischen Schiffe erst die Dardanellen passieren müßten, um Burgas rc. anzu- greifen. Nun sind aber die Dardanellen durch den bekannten Vertrag für alle Kriegssahrzeuge mit Ausnahme der türkischen gesperrt, und eS ist sehr unwahrscheinlich, daß der Sultan selbst diese Bestimmungen, die nicht zuletzt zunl Schutze des osmanischen Reiches am goldenen Horn stipuliert wurden, durchbrechen werde, nur um ein höchst überflüssiges Eingreifen der griechischen Marine zu ermöglichen.

Wahrscheinlich würde es aber der Sultan auch au5 einem anderen gewichtigen Grunde vorziehen, einen event. Waffen- gang mit Bulgarien allein auSzufechten. Griechenland hat sich nämlich nicht nur mit Bulgarien, sondern auch mit Rumänien überworfen, sodaß zwischen Butarest und Athen sogar die diplomatischen Beziehungen abgebrochen wurden. Wenn also der Sultan mit dem griechischen König ein Bündnis eingeht, so liegt die Möglichkeit einer rumänisch- bulgarischen Allianz sehr nahe, und mit der rumänischen Armee anzubinden, da§ würde sich der Sultan doch zehnmal überlegen.

In Griechenland, wo die Bevölkerung von glühendem Haß gegen die Bulgaren erfüllt ist, wäre ja augenblicklich ein Bündnis mit der Türkei gegen den gemeinsamen Feind populär, allein bei den Muselmanen würden sie herzlich wenig Gegenliebe finden, dazu sind die historischen, politischen und nationalen Gegensätze viel zu tiefgehend. Wenn einmal Fürst Bismarck den Türken als den einzigen Gentleman des Orients bezeichnet hat, so darf man den Griechen dafür den größten Spitzbuben des Orients nennen, und eS würde die Hohe Pforte in den Augen ihrer eigenen Untertanen dis- kreditieren, wenn sie eine Allianz mit Griechenland einginge. Ein türkisch-griechischeS Bündnis kann also nicht gut in Kombination gezogen werden, aber die allgemeine Kriegs­gefahr ist deshalb feine geringere, und wenn uns auch vor­aussichtlich heuer daS blutige Schauspiel eines Zusammen- pralles der Bulgaren mit den Türken in Anbetracht der vor­gerückten Jahreszeit erspart bleiben wird, so wird c3 doch der europäischen Diplomatie kaum gelingen, die gewaltige Spannung zwischen den beiden Staaten zu einem stillen Ausgleich zu bringen. Der Traum von einem großbulgarischen Kaiserreich sitzt bereits zu tief in den Herzen der Bulgaren, als daß man am grünen Tische mit papieren Traktaten diesen ihren höchsten Wunsch auS der Welt schaffen könnte.

E§ tauchen eben immer wieder Probleme auf, die jeder anderen Lösung als durch Blut und Eisen spotten, und bevor nicht Makedonien bulgarisch geworden ist oder Bulgarien von den Türken gründlich zur Ader gelassen wurde, gibt es auf dem Balkan nun einmal keine Ruhe. Selbstverständlich riskiert

Bulgarien einen hohen Einsatz, wenn es an die Waffen appellieren sollte, denn die Türkei vermag bedeutend mehr Truppen ins Feld zu stellen. Wenn diese ihre Kräfte bis anfS höchste anspannt, so kann sie 1183 144 Gewehre, 79 000 Säbel und 1626 Geschütze aufbringen, wogegen Bulgarien nur 250 000 Mann nebst 1000 Geschützen inS Treffen zu führen imstande ist; dabei besitzt die türkische Armee bis jetzt über 600 Kruppsche Cchnellfeuerkanonen, die den Creuzot- fanonen Bulgariens entschieden überlegen sind. Aber das bulgarische OfsizierkorpS ist dafür bedelitend besser geschult als das türkische, weil sich letzteres auS zu ungleichen Elementen zusammensetzt. Ferner kommt für Bulgarien noch der günstige Umstand in Betracht, daß die Türkei ihre bedeutende numerische Ueberlegenheit nicht zur Geltung bringen kann, weil sie in ihrem asiatischen Teile große Truppenmassen zurückhalten muß, und weil sie vor allem nicht über das nötige Geld verfügt, eine Million Kombattanten zu mobilisieren. Aber auch Bulgarien könnte kaum mit der Hälfte seines SollkriegSstandeS ins Feld rücken, denn auch in seinen Kassen herrscht ewiger Dalles. Immerhin läßt sich trotz der für die Pforte unbedingt gün­stigeren Chancen nicht mit Bestimmtheit voraussagen, wer Sieger bleiben dürste, da verschiedene Momente, wie die Haltung Serbiens und Montenegros mitspielen würden. Auch mit einem allgemeinen Aufflammen des Bandenkrieges in Makedonien müßten die Türken rechnen und nicht zuletzt mit den Jntriguen gewisser Großmächte. Daß unter solchen Aus­sichten die Türkei nur im äußersten Notfall zu den Waffen greift, versteht sich natürlich von selbst.

edes, auch alte Haus leicht id franko durch u.b.H., Frankfurt a. KM

Die Kriegsgefahr im Knent.

Die Situation auf dem Balkan hat sich noch immer nicht geklärt; sie bleibt nach wie vor gefahrdrohend. Ohne Unterbrechung setzt die Türkei ihre Rüstungen fort und konzentriert Truppen in den westlichen Provinzen, während Bulgarien die großen Manöver zwischen Sofia lind Philippopel zum Vorwande nimmt, seine Armee schlagfertig zu erhalten. Zu diesen bedenklichen Anzeichen ist jetzt noch der Vorschlag getreten, den der griechische Gesandte in Konstantinopel dem Sultan unterbreitete, und der nichts anderes als ein Of fensivb ündniS zwischen Griechen­land und der Pforte anstrebt zu dem Zwecke, Bulgarien gemeinsam gründlich zu verhauen. Als Belohnung für ge­leistete Dienste verlangt der König von Griechenland nur die Anerkennung der Vereinigung der Insel Kreta mit Griechen­land vom türkischen Großherrn und soll dafür der General­gouverneur von Ostrumelien in Zukunft vom Sultan ernannt werden. DaS wären die Hauptpunkte deS Allianzvertrages, dessen Verwirklichung einen äußerst geschickten Schachzug der schlauen Politiker in Athen bedeuten würde, allein c3 fragt sich doch, ob der Sultan, der auch nicht gerade aufs Hirn gefallen ist, den Griechen die Kastanien auS dem Feuer holen will. Denn mit den Bulgaren kann er, wenn sieh keine Groß­macht einmischt, recht gut allein fertig werden, dazu braucht

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(53 ist also in dem neuen Entwurf der Absatz 2 ge­ändert worden. Die Ütegicrung sagt darüber in derBe­gründung" nun, daß sich dieseanderweite Fassung empfiehlt aus praktischen Erwägungen sowie aus Zweckmäßigkeits- grünben und entspricht der dermaligen Hebung". Uns will scheinen, daß die praktischen Erwägungen" undZweck- mäßigkeitsgründe" etwas bedenklicher Natur sind. Wenn wir nicht irren, haben bei derRevision" der Berwaltungs- gesetze die Bürgermeister ihre bezüglichenWünsche" äußern können. Man wird es so auch verstehen, wie die Regier­ung zu einer derartigen Erweiterung der Machtbefugnisse der Bürgermeister kommt. Und daß cs der dermaligen Hebung entspricht, beweist auch nur, wie leicht sich Bürger-, meister mitsicheren" Majoritäten über unbequeme Be- ' frimmungen Hinwegsetzen und Ivie wenig Sinn manche Majoritäten für die Oefferitlichkeit haben. Wenn man be» benft, daß in Stadtverordnetenversammlungen oft mehr ; «Gegenstände hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, als in öffentlicher Sitzung, dann muß man zu, der An­schauung gelangen, daßdie Oefsentlichkeit" zu einer Farce geworden ist. Hub was läßt sich auf diese Weise nicht in den geheimen Teil der Sitzung verlegen! Das Publikum erfährt ja davon nichts, denn dieser Teil der Tagesordnung (den das Stadloberhaupt schon gefonbert hat) kommt ja nicht in die Presse und damit auch nicht zu seiner Kenntnis. Höchstens nach vollbrachter Tat meldet ein offiziöser Wasche zettel das Geschehnis. Gewiß gibt es Dinge, die im Inter- esse der Stadl Vertraulichkeit bedingen und damit in ge­heimer Sitzung erledigt werden sollen. Aber wer hat sich nicht schon beim Durchblick solcher Tagesordnungen gefragt, was das wohl für oberbürgermeifterlichepraktische Er­wägungen und Zweckmäßigkeitsgründe" feilt mögen, die dazu führten, die betreffenden Gegenstände hinter vcr- Ichlofsencn Türen zu verhandeln. Das Wesen der Selbstverwaltung fordert weitmüglichste Oefsentlichkeit. Darum ist die neue Fassung des Entwurfs kein Fortschritt, sondern eine Rückwärtsrevision.

In noch höherem Maße ist das zu wünschen hinsichtlich der Landgemeindeordnung. Hier sagt der neue in Artikel 116 (der sich nur redaktionell von dem Artikel 43 des dermaligen Gesetzes unterscheidet):

L Die Sitzungen deS Gemeinderats sind vorbehÄtlich der Vorichristen des Abs. 2, sowie des Artikels 179 Ws. 1 (betreffs den Rechenschaftsbericht. Der Verf.) nicht össenllich.

2. Beschließt der Gemeinderat die Abhaltung öffentlicher Sitzungen, so kann durch besonderen, innerhalb einer Sitzung zu fastenden Beschluß die Oefsentlichkeit für die Verhandlung ein­zelner Gegenirände ausgeschlossen werden.

~CL Zu stand der Nichtöffentlich kett der Gemeinderats-' schnngen tst unhaltbar, und es dürfte heute schwer fallen, noch strchhaltige Gründe für die Beibehaltung des jetzigen Zustandes zu finden. Andererseits bringt diese Nichtöffent­lich kett der Gemeinde schwere Schäden, ideeller und mo­ralischer Art. Der Gemcindewähter hat ein Recht darauf, au^ eigener Anschauung konstatieren zu lassen, wie das von ihm vergebene Mandat von dem Manne seines.Ver­trauens ausgeübt wurde. Nur tvenn er in der Lage ist fortwährend beit Gang der Gemeindeangelegenheiten an der entscheidenden Stelle zu verfolgen, wird dasjenige Inter­esse bet ihm erhalten, das sich dann als Gerne in sinn wiederspiegelt, ohne den eine gedeihliche Entwicklung einer Gemeinde nicht zu denken ist. Uno andererseits bewirkt die Oefsentlichkeit der Gemeinderatssitzungen bei den Gemeinde­räten eine Steigerung des Pflichtgefühls. Das Bewußt­sein ständiger Kontrolle seitens der Oefsentlichkeit behütet auch wirksam vor Regungen des Eigennutzes und bildet einen steten Ansporn zu steigender Opferwillig leit int Dienste der Gemeinde. Etgensinn und Mckftändigkeit der An­schauungen haben hier nicht zum wenigsten ihre Ursache in der tn geschlossener Sitzung erzeugten Atmosphäre einer Machtvollkommenheit und Selbstüberschätzung. Und zu welchen üblen Folgen im Gemeindeleben führen die mo­ralischen Schäden, welche die Nichtöffentlichkeit der Sitz­ungen des Gemeinderats erzeugt! Maulheldentum, Ver­leumdung und Vergiftung im öffentlichen Leben, das sind die Früchte eines Zuftanoes, der die gesunde Luft einer Kontrolle J)er Oeffentlichkeir entbehrt. Das Wirtshaus wird Hann die Stätte, wo von trink- uni) lungenfeften Gemeinde- Men nach der .Sitzung Bericht erstattet wird. Und wer

und Schweden.

Stockholm, 11. Sept. Bel ber (Sa la täfel, die heute Abend zu Ehren des heute hier eingetroffenen Königs Friedrich von Dänemark stattfand, hielt König Oskar folgende Rede:

Majestät! Gestalten Sie mir, r.Cuicn aufrichtigsten Dank dafür anSznfprechen, daß mein Land daZ erste ist, das Eure Majestät mit einem Besuche beehren. Ich will hierin gern einen Freundschaftsbeweis sehen, den ich in Wahrheit hoch schätze. Es ist ja nicht daS erste mal, daß (iure Majestät sich in der allen Konias- burg Schwedens befinden. Als Kronprinz haben Eure Majestät bereits in den Tagen der Jugend und später zusammen mit Eurer Majestät hoher Gemahlin, meines Bruders Karl XV. Tochter, oft­mals hier geweilt, und wir haben als treue Freunde glückliche Tage innerhalb dieser Mauern erlebt. Aber heute, da Eure Majestät sich hier als König von Dänemark befinden, fühle ich mich doppelt veranlaßt, meine brüderlichen Glückwünsche für Eure Majestät und Ihre kommende NegterungSzeit auszusprechen, ebenso wie eS meine Hoffnung ist, daß der viestährige Freundschastsbund zwischen unsere» Böltern erhalten bleiben möge. Mit diesen Worten bringe ich herzlichen Gruß und aufrichtigen Glückwunsch dar Seiner Majestät dem König Friedrich VIII.4

In seiner Antwort dankte König Friedrich für den herzlichen Empfang, der ihm bereitet worden sei, und sagte: Ich erfülle nur eine liebe Pflicht und folge nur meinem herz­lichsten, innerlichsten Drange, als ich meinen ersten ausländischen Besuch dein edlen, ritterlichen Könige von Schweden gellen ließ. Majestät 1 Es ist jetzt 81 Jahre her, daß Eure Majestät, begleitet von Ihrer Majestät der edlen Königin, bei ihrer ersten Reise nach Ihrer Thronbesteigung meine geliebten Ettern besuchten. Damals sagten Eure 'Majestät ein Wort, das ich niemals vergessen werde, und das ich beute bei diesem feierlichen Feste zu meinem eigenen machen will. Eure Majestät sagten: Als Erbe von unteren ge­liebten Eltern haben wir die Freundschaft erhalten, die die Könige des Ordens vereint; die Freundschaft will ich bewahren, als das beste, was ich erhalten habe! Aus diesem Gefühle heraus, das ich aus ganzem Herzen teile, will ich es eine meiner größten Ausgaben sein lassen, die Freundschaft, die uns vereint, zu stärken und zu bewahren. Dieses Gefühl will ich stets meinen Kindern einprägen. Indern ich noch einmal Eurer Atajestät für den herzlichen Empfang danke, flehe ich den Segen des Himmels herab auf Eure Majestäten den König und die Königin und auf daS königliche Haus, und wünsche Schweden und feinem Volke Heil, Glück und Ehre!"

das am besten kann, der ist sicher, wiedergewählt zu werden, Berichterstattung" noch weniger Anspruch auf Ob^ektivttat, ja auf Wahrheit machen kann, als mancher den irgend ein schreibgewandtes Gemeinderats- nnrgliedzu seinem Lob und Preis" geschickt in eine Zeitung lanciert hat. ES fehlt eben die Oefsentlichkeit. Auch Presse, llnb versteckte Verdächtigungen und ähnliche ^lebenswurdigtetten machen in der Gemeinde die Runde im edlen Wettlauf mit Lobesgesängen, die der also An- gesungene vielleicht in seiner Stammkneipe selbst intoniert hat. Wie leicht dadurch Gleichgiltigkeit, selbst direkte Ab- neigung gegenüber Kommunalangelegenhciten bei vielen Einwohnern hervoraerufen wird, lägt sich denken. Hnd ebenso leicht wird die Beantwortung der Frage fallen, wo unter solchen Hmständen der Forsschritt bleibt. Ein Haupt- argument, auf das sich die Gegner der Oefsentlichkeit früher stets zurückzogen, bildete der angebliche Mangel eines ge­nügend gioyen Raumes für die Sitzungen. Dieser Eimoa.id dürste l/eute nicht mehr stichhaltig fein; die Schulhäuser bieten sicher überall geeignete, grobe Räume. Darum auch für die Landgemeinoeorommg die Bestimmung vollster Oefsentlichkeit der Gemeinderatssitzungen!

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Politische Lagerschan.

Nochmals dieSchwarzseher".

DerDeutschen Tageszeitung" wird, wohl von agrari­scher Seite, als wahrscheinlich bezeichnet, daß der Kaiser mit den Schwarzsehern" die schlesischen Politiker in erster Linie im Auge gehabt habe, welche der drohenden Polengefahr verzagt gegenüberstehen. In den letzten Tagen soll diese ver­zagte Stimmung dem Kaiser mehrfach entgegengetreten sein. Wo wäre das woU gewesen? Nach allem, was über den Auf- enthall des Kaisers bekannt geworden ist, konnte der Monarch dort nichts weniger als Verzagtheit beobachten. Frohe Zuversicht durch- stromt die ganze Provinz. Es ist wohl auch anzunehmen, daß die kaiserlichen Worte, wenn sie aus die Polengefahr hätten hin­deuten sollen, viel prägnanter gewMt worden wären. Immerhin ist es bemerkenswert, baß gewisse agrarische Kreist sich getroffen suhlen. In der Erfüllung seiner nationalen Aufgabe stehl der Großgrundbesitz tatsächlich in Schlesien ebensowenig auf der Höhe, wie in Posen und Wcsrprcußen. Hoffentlich scheucht das Auf­leuchten des nationalen Gedankens anläßlich des Kaisermanövers in diesem Sinne etwaige Schwarzseherei unter dem schlesischen Landadel, damit nicht noch mehr deutscher Grundbesitz in polnische Hand übergeht.

Das Kapital auf See.

Es wird mit jedem Tage mehr offenbar, daß die KapitalS- erhöbung der beiden größten Ozeanreedereien Deutschlands eine Notwend ra leit ist. In England macht man gar kein Hehl aus der Absicht, die deutsche Handelsflagge vom Persischen Golf zu verdrängen, was an der heutigen Berliner Börse lebhaft erörtert wurde. Wenn der vorherrschende politische Einfluß Englands in Persien dadurch zum maßgeblichen ich entwickelt, daß die Regierung des Schah mit englischer Hilfe aus _ der _ finanziellen 9iot befreit wird, dann dürfte sich der deutsche Handel dort gar bald allen möglichen Erschwerungen und Chikanen ausgesetzt sehen. Billige Frachtsätze sind also .Vor­bedingung für die .^onkurrenzsähiglett der deutschen ^iMhH

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Aie heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.

Zur Reform

der Städte- und Landgemeindeorduung.

Wir haben schon konstatieren müssen, daß die Regier­ung in ihren Entwürseil der revidierten Städte- und Land­gemeindeordnung leider bei so vielen Punkten auf eine Reform verzichtet hat, hinsichtlich deren gerade Wünsche weiter Volkskreise laut geworden sind. Dazu gehören auch die Beftimrnungen über die Oeffent lich keit der Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung bezwl des Gemeind erats.

Zn dem Regierungsentwurf einer neuen Städteord­nung bestimmt der Artikel 114:

1. Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung sind vor­behältlich der Vorschrift deS Abs. 2 öffenUich.

2. Der Bürgermeister trifft. mit Feststellung der Tages- ordnung gleichzeitig Bestimmungen darüber, ob über eine An­gelegenheit in öffentlicher oder nicht öffentlicher Sitzung ver­handelt werden soll. Wird in der Stadtverordnetenversammlung gegen diese Festsetzung Widerspruch erhoben, so muß in geheimer Sitzung Beschluß darüber gefaßt werden, ob die Angelegenheit in öffentlicher oder nicht öffentlicher Sitzung zur Verhandlung kom­men soll.

Bisher lautete der bezügliche Artikel:

Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung sind öfseni- uch. Für einzelne Gegenstände kann durch besonderen Beschluß, welcher in geheimer Sitzung gefaßt wird, die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden.