Ausgabe 
12.2.1906 Erstes Blatt
 
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Landwirtschaft die Aklgemein - Wohlsahrt in einem vielhoberen Grade abhangrg rst, als von irgend einem anderen Gewerbe.

Schließlich faßt Fritsch feine Hostimng m folgende Satze zusammen: .. ,. r.

Unfee öffentliches Leben wurde von einer der widerwärtigsten Erscheinungen befreit werden von dem fanaUfchen Partel-Ge- snnf in der WalchBewcgmig mit seinen abscheulichen Auswuchsen und seiner Verfeindung ganzer klaffen und Stmide. Es wurde ferner die gehässige Parteivreffe von der Bildflache verschwinden, die heute ans der Verhetzung der Klaffen em Gewerbe macht und eine wahre Vergiftung des ganzen öffen'lichen Lebens verschuldet Es wurde wieder Friede einfeljrcn in unser unglückselig zerklustetev

So intereffant diese Erörterung ist, so akademisch ist sie auch. , *

TaS Kleinha«8.

Ganz unzweifelhaft ist das Einfamilienhaus mit Gärtchen Las Ideal jedes Wohnrmgspolitikers. Nach Lage der Wirk­lichkeit jedoch wird das schöne Ideal ein Idol oft bleiben imüssen. _

Schon heute klagen angesehene Bauveremc über ab­soluten Mangel <nt geeignetem Bauland. So berichtet der Darmstädter BauvereinDaheim", daß er seit -zwei Jahren auf der Suche nach weiterem passendem Ge­lände zu billigem Preise ist, aber nichts bekommen kann. Der Verein hat den Grundsatz, nur Einfamilienhäuser mit Gärtchen zu errichten. Er wird das unterliegt gar keinem Zweifel diesen Llrundsatz aufgeben müssen, weil er gegen­über der harten DoppeltatsackieBodennot Boden­teuer u n g" entfach ohnmächtig ist.

Nach den tatsächlichen Baurcchnungen stellt sich eine schöne Zweizimmerwohnung nebst Kirche, abgeschlossenem Korridor und Abort in den mehrstöckigen Miethäusern des Darmstädter Vereins für Arbciterwohnungcn auf nur zirka 6075 Mark, dagegen in den Einfamilienhäusern des dortigen Daheim" auf 7200 Mk. Selbstkosten. Das ist ein so ins Ge­wicht fallender Unterschied, daß er meistens allein aus­schlaggebend sein wird.

Warum plädiert der Jahresbericht der hervorragenden hessischen Landeswohnungsinspektion geradezu für das Gegenteil? Warum haben von den 366 Häusern, die am 31. Dezember 1904 durch die hessischen Bauvereine unter Aufwendung von über 4 Millionen Mark errichtet waren, nur 59 je vier und mehr, und nur 25 je drei Wohnungen? Statt das mehrstöckige Miethau? da, wo es voll berechtigt stst, prinzipiell zu bekämpfen, sollte man seine Straft auf eine gründliche Reform derMietkaserne" verwenden, wie sie von Professor Voigt-Geldner vorgezcichnet worden ist.

Deutscher Reichstag.

(4 0. Sitzung vom 10. Februar.)

Auf der Tagesordnung steht die I n t e r p e l l a t i o n S i n g e r itinb Genossen (Sog.), ob dem Reichskanzler bekannt fei, daß durch «Außerachtlassung reichsgesetzlicher Arbeiterschutz-Lestiminungen am 40. Juli 1905 schweres Unglück auf der Kohlenzeche Borussia" entstanden sei, und was der Reichskanzler zu tun gedenke, um ähnliche Vorkommnisse zu verhüten?

Staatssekretär Gras Posadowsky erklärt auf Befragen, der Reichskanzler lehne die Beantwortung der Intervellation ab, weil die bisherige Untersuchung noch nicht den geringsten Anhalt dafür gegeben habe, daß dem Unglücksfall eine Außerachtlassung reichs- igejetzlicher Bestimmungen zu Grunde liege.

Abg. Singer (Soz.) beantragt trotz der Ablehnung der Be­antwortung durch den Reichskanzler eine Besprechung der Inter- vellation. Tie Besprechung erfolgt, da sich für diesen Antrag außer den heute zahlreich anwesenden Sozialdemokraten auch alle an­wesenden Freisinnigen und eine beträchtliche Anzahl Mitglieder des Zentrums erheben.

Abg. Bömelburg (Soz.) begründet die Interpellation und .bemängelt vorweg, daß der Reichskanzler so formale Einwände erhebe, um sich der Beantwortung der Interpellation zu entziehen. Selbst wenn hier gar kein Reichsgesetz in Frage käme, sollte der Reichskanzler die Gelegenheit wahrnehmen, um Aufklärung zu geben, ja, er hätte eine Anfrage gar nicht erst abwarten sollen, beim in ganz Deutschland habe man ein Interesse an der Aufklärung dieses tragischen Ereignisses. Seit der Einleitung des Verfahrens gegen den einen Betriebsführer, der selbst nach Ansicht des Ober- bergamteS durch Verstoß gegen bergpolizeiliche Bestimmungen sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht habe,, seien jetzt wieder vier Monate verstossen, ohne daß man von dem Fortgänge des Verfahrens auch nur da- geringste erfahren habe. Redner gebt dann auf die Ursachen des Unglücksfalles ein und stellt öomchmlid) auf Grund der ihm von Bergarbeitern gemachten Mitteilungen, sowie auf Grund der Vermutungen des Handelsministers fest, daß die Petroleumlampe sich nicht an einem nichtfeuergefährlichen Standorte befunden habe, also an einem Orte, wo sie nach den bergpolizeilichen Bestimmungen überhaupt nicht aufgestellt werden durfte. Das Lampengehäuse habe Scheiben überhaupt nicht mehr besessen. Dazu kommt, daß c5 nur mit schwierigen Manipulationen gelang, die Lampe in dem Gehäuse auch nur einigermaßen fest laufzustellen. Erschwerend sei weiter, daß schon sechs Monate vor -dem 10. Juli an demselben Orte ein 9raub entstanden war und nur mit Mühe gelöscht werden konnte. Ter Füllort sei pulver- ärocken gewesen. Tie vorgesehene Berieselungs-Anlage sei seit Wochen nicht im Betriebe gehalten roorben. Tie gegenteilige Be­hauptung des Oberbergamts sei unyttreffenb, denn wäre auch nur dis in die letzten Tage hinein berieselt worden, so wäre dos Holz ^vafferhaltiq gewesen statt pulvertrocken. Weiter konstatiert Redner Pen Mangel an Rettungsapparaten, sowie eine Reihe weiterer Miß­stände, und gerade auf Zeche »Borussia" sei eine ganz niederträchtig schlechte Behandlimg der Arbeiter Gebrauch gewesen, willkürliche Festsetzung der Gedinge, sofortige Bedrohung mit Entlassung bei mangelnder Eile. Von einer Schuld der Arbeiter oder eines Ar­beiters an dem Entstehen des Brandes könne keine Rede sein.. Die ^Schuldigen seien vielmehr die Betriebsbeamten und die verant­wortlichen revidierenden Beamten. Auch dieser Fall beweise wieder die Notwendigkeit, die Arbeiter an der Betriebskontrolle teilnehmen zu lasten.

Abg. G i esb e r t§ <Z1r.) bedauert, daß kein Mitglied der Regierung anwesend sei, denn auch für die Regierung würden jeden­falls die Ausführungen des Vorredners lehrreich gewesen sein. Ter ganze Fall zeige, wie groß das Risiko der Arbeiter gerade im Bergbau sei, und hinsichtlich dieses Risikos müsse der Arbeiterschutz eine Pflicht sei. Wenn die Sache sieben Monate in Tnnkel gehüllt bleibe, so sei etwas faul im Staate Dänemark. Unerläßlich sei eine sorgfältige Durchführung der Arbeiterschiitz-Vorfchriften und zu dem Behufe auch ein Reichs-Berggesetz.

Abg. Beumer (natl.) erklärt, seine Freunde hätten am Dienstag deshalb nicht für die Besprechung der Interpellation ge­stimmt, weil . . . (Zurufe von links, namentlich vom Abg. Hoff- mann-Berlin). Redner: Herr Abg. Hoffmann, wenn ich in Ihrer Sprache reden wollte, würde ich sagen: Unterbrechen Sie mit nicht.

Abg. Hoffmann: Wenn ich so lange die Schulbank ge­drückt hatte wie Sie, wäre ich nicht halb so dumm wie Sie.

Präsident Graf Balle st rem: Sie dürfen einen Kollegen tricht dumm nennen. Ich rufe Sie zur Ordnun g.

Abg. Beumer: Seine Freunde bedauerten jedenfalls, daß nicht schon viel früher ein amtlicher Bericht über das ®ruhen- Unglück erschienen sei.

Abg. Lenzmann lfrs. Vp.) erklärt, seinen Freunden liege nichts ferner, als von diesem Unglücksfall einen agitatorischen Ge­brauch zu machen. Agitatorisch könne diese ganze Angelegenheit nur wirken infolge des unqualisizierbaren Verhaltens ewiger Re- ßicrungen. Tatsache sei doch, daß empörende Zustände aujgedeckt

worden sind. Befremdend sei auch die Erklärung des Grafen Vosadowskn, daß keine GesetzeSwidrigkkiien vorgekommen seien. Demgegenüber habe sogar Tlinifter Delbrück erklärt, die Einsicht­nahme in die Akten habe ihn überzeugt, daß das Verfahren gegen den Betriebsführer vor Gericht nicht eingestellt werden könne. Er bedauere, daß die Geschäftsordnung kein Mittel an die Hand gebe, die Sitzung aufzuheben und den Reichskanzler zn zwingen, hier zu erscheinen. Die Untersuchung des Falles sei offenbar nur deshalb so lange hingehalten worden, weil sie so viel unliebsames Material ergeben und man erst den ersten EntrüstungSschrei des Volkes ver­hallen lasten wollte. Zum Schluß erklärt Redner noch ein^Reichs-- berggesetz und vor allem die Kontrolle der Arbeiter für not­wendig.

Aba. Stu (er 811 (Pole) äußert sich im wesentlichen in dem­selben Sinne. Eine Bemerkung des Redners, daß sich die preuß. Regiermig um das Wohl und Wehe der Arbeiter nicht kümmere, wird von dem Vizepräsidenten Dr. Paasche für unzulä'sig erklärt.

Abg. Hu8 (Soz.) wendet sich gegen verschiedene An.iaben deS Abg. Beumer und erblickt in dem Umstande, daß die Regierung dieser Verhandlung nickst einmal beiwohne, ein Zeichen, mit welcher Gleichgiltigkeit die Regierung jenem schweren Unglücksfall gegen- überftchc. Das werde ein lautes Echo im Lande wecken. Charak­teristisch sei, daß, als im Jahre 1898 an derselben Stelle der Zeche Borussia eine Wetter-Erplosion erfolgt war, die Verginspektion in ihrem Iahres-Aufsichtsberichte hervorgehoben habe die Notwendig­keit, Rettungsapparate anzuschasfen. Das war 1898, und 1905 waren diese Rettungsapparare noch immer nicht beschafft.

Abg. Erzberger (Ztr.) tritt der Auffassung bei, daß das Reich in dieser Sache zuständig sei, da es sich um Arbeiterschutz­bestimmungen handle. Er bedauere deshalb das ablehnende Ver­halten der Regierung.

Tarnst schließt die Besprechung.

Montag: 3. Lesung der Novelle detr. freiwillige Gerichtsbarkeit, dann Fortsetzung der Etatsberatung.

-Heer iwtb Flotte.

Nach einer Meldung aus Tokio soll Kaiser Wilhelm dem japanischen General Nodzu den Orden Pour le m&rite verliehen haben, um ihm seine Anerkennung für die Aufnahme des Prinzen Karl Anton von Hohenzollern bei der Mandschurei-Armee auszudrücken.

Portsmouth (England), 10. Febr. In Gegenwart des Königs wurde das PanzerschiffDreadnought", das größte bisher gebaute Schlachtschiff, vom Stapel gekästen. Die englischen Marinebehörden und die Militär- attachös von Deutschland, Frankreich, Italien, Oesterreich und den Vereinigten Staaten wohnten dem Stapellauf bei.

Exch. Telegr. Comp. meldet, daß demnächst neue Verschiebungen in der englischen Mittelmeer­flotte stattsinden werden. Nachdem ein Panzerschiff zurück­gezogen wurde, werden nach den großen Mattövern weitere vier Panzerschiffe und vier gepanzerte Kreuzer 2. Klasse nach der Nordsee kommandiert. Das Geschwader der Nordsee soll von einem Vizeadmiral befehligt werden. Gerücht- iveise verlautet, daß Admiral Beresford sein Kommando niederzulegen beabsichtige. Infolge dieser Abänderung sind noch vier Panzerschiffe eines anderen Geschwaders der Nord- seeflotte zugeteilt worden.

Kirche und Schule.

Der Agitationsausschuß des thüringischen Frei­denkervereins in Erfurt leitet gegen den Volksschul- Unterhaltungsgesetzentwurf einen Massenaustritt ans der Landeskirche ein, der von sozialdemokratischen Kreisen unterstützt wird.. Der Ausruf schließt mit den Worten: Wer innerlich mit der Kirche gebrochen hat, habe auch den Mut des öffentlichen Bekenntnisse?.

Aus Sl<rdt und Land.

Gießen, 12 Februar 1906.

H Theater-Verein. Die erste der drei Vorstellungen, die der Verein nach Ablauf des Hauptabonnements noch zum Benefiz für die Theaterdirektion veranstaltet, wird am 2 0. Februar stattsinden. In ihr gastiert Fräulein (Senta Vrä vom Hamburger Thalia-Theater, die ausge­zeichnete Künstlerin, welche im letzten Winter als Orti in Graf KeyserlingsFrühlingSopfer" so gefiel, daß ihr Wiederauf­treten vielfach gewünscht wurde. Tie Verhandlmtgen mit Fraulein Brs schweben schon seit dem Herbst, aber wegen der starken Beschäftigung in ihrem Hamburger Engagement konnte erst jetzt ein Resultat erzielt werden. Die Mitglieder deS Theatervereins seien daran erinnert, daß sie die ihnen zuge­gangene Antwortkarte bis morgen Dienstag an Herrn Ehallter zurücksenden. Ein recht starkes 9(bonncnicnt auf die drei Vorstellungen wäre der beste Dank an die Direktion für die ausgezeichnete Inszenierung der sechs ersten Vorstellungen.

Eine Ausschußsitzung deS landw. Provin- zialvereins für die Provinz Oberhesten findet Donnerstag, 15. d. M., nachmittags 3 Uhr im Hotel zum Prinzen Karl in Gießen statt. TageSordmmg: Mitgliederaufnahme; Mol­kereischule in Lauterbach, hier Antrag des Finanzausschusses der zweiten Kammer auf Streichung des Staatszuschuffes; Entschädigungsansprüche des A. Schneider II in Ostheim für eine beim Pcovinzialverein versicherte Kuh, welche in Mainz ausgestellt war; Genehmigung der Rechnung der Haushaltungs­schule Lindheim für 1905; Vorlage der Vereinsrechnung 1. Teil für 1904; Entlastung des Rechners; Wahl einer Prüfungskommission; Wahl eines Mitgliedes in den Aufsichts­rat der landw. Winterschule Alsfeld; Wahl eines Mitgliedes in die Verwaltungskommission dec Jungviehweide Zell.

Der städtischen Pferdemarktkommission in Gießen ist die Erlaubnis erteilt worden, zu der Ausspielung von Pferden, Fohlen, landwirtschaftlichen Maschinen und Ge­räten usw., die in Verbindung mit dem am 11. September in Gießen stattsindenden Herbstpferdemarkt veranstaltet werden soll, auch in den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf Lose zu vertreiben.

* Frühjahrspferdemarkt. Tie Vorbereitungen für den diesjährigen, am 28. März stattsindenden Früh- jahrspferdemarl't sind im vollen Gange. In Verbindung mit dem Markt wird eine A u § st el lu n g von Wagen, Ge- s ch i r r en , S t a l l - u n d F a h r - U t e tr s i l i e n , landwirt­schaftlichen Geräten, Maschinen usw. veranstaltet iverden. Für hervorragende Leistungen bei dieser Ausstell­ung sind Ehrendiplome vorgesehen. Trotzdem der Termin für die Anmeldungen zur Ausstellung noch aussreht, sind solche bereits zahlreich eingegangen und hiesige und aus­wärtige bedeutendere Fabrikanten und Gewerbetreibende sind daran beteiligt. Auch findet wieder eine Verlosung von Wagen, Fohlen, Fcchrradcrn, Nähmaschinen und sonsti­gen praktischen Ofpgenständen statt; die Lose ä 1 Mk. sind bereits in den bekämtten Verkaufsstellen zu haben. Die große Gewinnchanee sichert den so bettebt gewordenen Pferdo

marktlosen sicher einen raschen Absatz. Die schönen Erfolge- unseres Pferdemarktes lassen andere Städte reicht ruhen, so haben die Städte Alzep, Beerfelden und Mainz neuere dings Pferdemärkte mit Prämiierung und Verlosung ein=t gerichtet. In Mainz findet der Markt auch im März zum ersienmale statt. Den Besitzern Don Reitpferden und schönen Gespannen (Wegen- und Arbeitsschläge) wird Gelegenheit geboten, ihre Tiere vorzuführen und Ehrenpreise darauf zu erwerben, worauf wir heute schon aufmerksam machen wollen.

-j- Lang-GonS, 8. Febr. Die Wander-Haus- Ha ltnngsschule deS Kreises Gießen unter Leitung der Lehrerin Mutschler befindet sich gegenwärtig hier, und ihre Tätigkeit wird hier sehr anerkannt.

s Altenstadt, 9. Februar. Vor einigen Tagen iveilte InstitniSlehrer Beyer auS Hannover hier; er beabsichtigt hier eine höhere Privatlehranstalt für Knaben zu errichten. Es sind bereits ca. 20 Kinder von hier und Umgegend an» gemeldet worden.

X Büdingen, 9. Febr. Die sich nun schon seit zwei Jahren hinziehende Platzfrage unseres SchulhauS- neubaues sollte gestern durch den Gemeinderat endlich zur Entscheidung gebracht werden. Die fünf Anhänger des Wildensteinplatzes (Minderheit) blieben jedoch der Sitzung fern und machten so die Versammlung beschlußunfähig. Die anwesenden Mitglieder beschlossen Beschwerde gegen ein derartiges Verfahren einzulcgem

Darmstadt, 9. Febr. Das hessische Landes- muscum, das nach den Plänen von Prof. Messel am Parade­platz errichtet worden ist, geht seiner Vollendung entgegen. Die innere Ausstattung ist nahezu beendet und der Umzug der Gegenstände und Sammlungen aus dem Miiseum im Residenzschloß in die neuen prächtigen Räume beinahe gänz­lich vollzogen. Die Gemäldegallerie des neuen Hauses prä- sentiett sich in stimmungsvoller Schönheit. Tie prächtig vom Tageslicht durchfluteten Säle geben einen glänzenden Rahmen für die wertvollen Sammlungen ab. Tas Kupferstichkabinett ist ebenfalls fast völlig eingerichtet. Immerhin bleibt noch manches zu ordnen, sodaß an die ursprünglich für das Früh­jahr geplante Eröffnung des Museums nicht gedacht werden kann. Alich eine Reihe bedeutender Ergänzungen ist in^ letzter Zeit für verschiedene Sammlungen erworben worden. Die Eröffnung wird Mitte September stattsinden.

Mainz, 9. Febr. Tie Gemeindevertretmig unserer Nach­bargemeinde Mombach (6600 Einwohner) hat in einer gestern abend abgehaltenen Spezialsitzung die Eingemein­dungs-Bedingungen mit Mainz festgesetzt und be­schlossen, alsbald mit Mainz dieserhalb in Unterhandlung zu treten. (Frkf. Z.)

A Mainz, 11. Februar. Samstag, 10. Februar fand unter dem Vorsitz des 2. Vizepräsidenten des Hess. Landwirt- schastsrates Oekonomierat Schiente die Schlußsitzung iämtlicher Ausschüsse der landwirtschaftlichen Lan­des- und JubiläumS-AuSstellung im Kastnohose zum Gutenberg statt. Nachdem der Vorsitzende das Nichterscheinen des 1. Präsidenten deS Hess. Landwittschaftsrates Geh. Rai Haas entschuldigt hatte, erstattete Generalsekretär Oekonomierat Dr. Müller ausführlichen Bericht, den die Vorsitzenden der AuSschüffe in einigen Punkten ergänzten. Auch das finan­zielle Ergebnis der Ausstellung ist recht günstig. Bestimmte Zahlen konnten noch nicht mitgeteilt werden, da noch manches an dem vorläufigen Ergebnis abbröckeln wird durch verspätete Rechnungsstellung 2c. Im Schlußwort dankte der Vorsitzende den Behörden und insbesondere all den Herren, die sich auf­opferungsvoll in den Dienst deS ausgezeichnet gelungenen Unternehmens gestellt hatten namens des Hess. Lan.dwittschafts- ratS und der landwirtschaftlichen Bevölkerung deS ganzen Landes in herzlichen Worten. Mit Recht hob er hervor, daß nicht daS günstige finanzielle Ergebnis in erste Linie zu stellen fei, sondern das Glück, das sonst über der ganzen Veranstal­tung gewaltet habe. Trotz de§ oft gewaltigen Menschenan- drangeS besonders bei den ununterbrochenen Hin- und Herfahrten von einem Teil der Ausstellung zum anderen über den mächtigen Rheinstrom, sei auch nicht der geringste Unfall zu beklagen gewesen, die Ausstellung habe keinen Schatten hinterlassen. Mit dem Wunsche, daß in absehbarer Zeit die kommende LandwittschastSkammer bei ihren derartigen Veranstaltungen im goldenen Mainz von gleichem Glück begünstigt sein möchte, schloß der Vorsitzende die Versaminlung.

** kleine Mitteilungen aus Hesse n und den N a ch b a r st a a t e n. Don der Posll'ehörde soll eine Motor- o-agenverbindung, und zwar die erste dieser Art in Hessen, zioischen Friedberg und Nanstadt eingerichtet werben. In Worms feierte der Ehrenbeigeordnete Georg Binder sein 25 jähriges Dienstjubiläum als solcher.

________ .........»g

gpUlplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

OPeruhanS.

Dienstag den 13. Februar*):Tristan und Isolde/ Mitt­woch den 14. Februar:Die Schützenliefel." Donnerstaa den 15. Februar:Don Inmr." Freitag den 16. Februar geschloffen. Samstag den 17. Februar:Cosi fan tutte. Sonntag den 18. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Frühlingsluft/ Abends 7 Uhr:Der Prophet." Montag den 19.Febr., abends halb 8Uhr< Mignon."

Schauspielhaus.

Dienstag den 13. Februar*):Sein Alibi." Mittwoch den 14, Februar, nachmittags halb 3 Uhr: Schüler-Vorstellung:Wil­helm Teil." ^Abends 7 Uhr:Sein Alibi." Donnerstag ben' 15. Februar, abends halb 8 Uhr:Der Heller." Freitag den 16. Febniar:Salome." Hierauf:Im bunten Rock/ Samstag b?it 17. Februar:lieber untere Kraft.". 1. Teil. Sonntag den 18. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Der alte Bürgerkavitän/ Hierauf:Der rote Schornsteulleger." Zmn Schluß:Dodgefchoffe.^ Äbends 7 Uhr:Salome." Hierauf:Die zärtlichen Verwandten. Montag den 19. Februar:Sein Alibi." Dienstag den 20. Fe­bruar : Zum ersten Male:S p ä t f r ü h l i n g" von Georg H i r f ch f e l d.

Manche Mütter glauben, ihren Säuglingen eine kräftige Nahrung zuznführeu, memt sie ihnen schon im frühen Alter unverdünnte oder nur wenig verdünnte Milch geben, ohne zu bedenken, daß dieselbe so von den Kindern nicht verbaut werden kann, allo nicht kräftigend, sondern als Ballast wirkt und dadurch den Appetit becmträchiiat. Will man die Kuhmilch kräftiger machen, io muß man ihren Nährwert erhöhen und dieses en eicht man, wenn man zn der dem Alter des Kindes entsprechend verdünnten Kuhmilch Killekes Kmdermebl hmmgiebt, das durch seinen Gehalt an Eiweiß- und Minerkl'ioffen nicht nur den Nährwert der Milch erhöht, sondern auch die Kudmckch durch Herbeiführung seiner fein* flockigen Germnung im Gingen dos Kmdes leichter verdaulich macht. hv®/M

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