-reich aus freien Stücken einige anderen Dertrags- ntächten, insbesondere Deutschland, erwünschte Zugeständnisse machen wird, die die französischen Alge- cirasvertreter zu erteilen nicht bevollmächtigt waren. Das Ministerium will durch einen Akt internationaler Höflichkeit bekunden, daß die fri ed l ich en Ver s ich erun g en des ministeriellen Programmes vollkommen ernst gemeint sind. Ueber die Natur der Zugeständnisse, noch über eine an bte Adresse Deutschlands zu richtende H ö f l i ch k e i t s- Lezeugung, welche als Nachklang der Mainzer Kundgebung Kaiser Wil hclms zu betrachten sein wird, hat sich der Parlamentarier nicht ausgesprochen. Er versicherte aber, daß diese Stimmung das Ministerium des Auswärtigen kennzeichne.
— In der Deputierten!« m m e r sagte der Kultusminister Briand: Es sei notwendig, die Kirche zu überwachen, die den Unterricht und die Macht an sich reißen wollte. Die Kirche wolle n i e m a l s g e st a t t e n, daß jedermann die Freiheit genieße, für sich aber nehme sie die privilegierte Freiheit in Anspruch. Nach dem Jahr 1907 könnten die Kirchen Lurch ein Dekret ihrem Zweck entzogen werden.
Nach den letzten Feststellungen wurden bei dem bei der Station Nogow von einer bewaffneten Bande auf einen Postzug ausgefäbrten Ueberfall 41000 Rubel Bargeld und 25000 Ru bel in Wertpapieren geraubt. Einige mit Gold gefüllte Säcke waren den Räubern entgangen. Verletzt wurden 17 Personen, getötet wurde eine Person. Kurz vor der Einfahrt des Zuges bemächtigte sich eine bewaffnete Bande von etwa 60 Mann der Station. Als der Zug hielt, wurden drei Bomben geworfen und gleichzeitig ein Gewehrfeuer auf den Wagen, in dem sich die Militärwache befand, eröffnet. Der Zug traf nachts um 2 Uhr in Warschau ein. Sämtliche Paffagiere wurden untersucht; zwei derselben wurden verhaftet.
Bei dem Bombenanschläge in Tiflis wurden auch General Sewreinow, die Generalin Korganow und der Ingenieur Artasow verwundet. Letzterer ist gestorben.
In Charkow währt seit 6 Tagen ein Hungerstreik, den mehr als hundert politische Gefangene konsequent durch» führen. Zwei von den Gefangenen, die man in der Bevölkerung als Märtyrer bezeichnet, sind schon verhungert. 7 liegen bewußtlos darnieder.
In Charkow drang eine Anzahl Studierender gewaltsam in den Prüfungssaal des technologischen Instituts, um einen boykottierten Profeffor zu verdrängen. Das Institut wurde auf unbestimmte Zeit geschloffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 10. Rov. 1906.
•* Zur Geburt des Erbgroßherzogs. Das Be- finden I. K. H. der Großherzogin und ihres Sohnes ist andauernd sehr gut. Das letzte gestern mittag 1 Uhr ans- gegebene Bulletin lautet:
Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin, sowie der Erb- großherzog befinden sich weiter wohl.
Happel. Pfannenstiel.
AuS Anlaß der Geburt des Erbgroßherzogs sind, wie die ,Dst. Zig." mitteilt, hunderte von Glückwunsch-Telegrammen beim Großherzoglichen Hof eingelaufen. Zu den ersten, die gratulierten, gehörte S. M. der DeutscheKaiser und die russischen Majestäten. Ferner liefen telegraphische Glückwünsche ein von Kaiser Franz Josef, von den Königen von England, von Dänemark, von Norwegen, von Sachsen, von Württemberg, vom Prinzregenten von Bayern, von den Großherzogen von Baden, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg und Sachsen-Weimar, von dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen, von dem Fürsten von Montenegro und noch von vielen anderen deutschen und außerdeutschen fürstlichen Herrschaften. Ebenso ist die Zahl der Glückwunschtelegramme aus dem Großherzogtum sehr groß. Behörden, Stadtverwaltungen, Vereine und Private, alle fanden sich zusammen, um dem Elternpaare ihre aufrichtigsten und freudigsten Wünsche zu Füßen zu legen. Besonders groß war die Zahl der von hessischen Schulkindern einlaufenden Glückwünsche. Ihnen gilt auch der erste Dank des Großherzogspaares:
Aus Anlast der glücklichen Geburt des Erbgroßherzogs haben zahlreiche Schüler, Schülerinnen, Schulen rind Schulklassen aus ollen Teilen des Landes Ihren Königlichen Hoheiten dem Groß- Herzog. und der Großherzogin Glückwünsche darqebracht. Ihre Königlichen Hoheiten habeir Sich über diesen Ausdruck treuer Anhänglichkeit und Ergebenheit der Heranwachsenden Irlgend des Landes aufrichtig gefreut und lassen allen für ihre treuen Wünsche herzlich danken.
Darmstadt, 8. November 1906.
Im Allerhöchsten Austrag: Römheld, Geh. Kabinettsrat.
Wie aus dem ganzen Lande sind auch aus der Stadt Gießen zahlreiche Glückwünsche nach Darmstadt abgegangen. Außer den gestern mitgeteilten seien noch nachstehende verzeichnet :
Auf die Glückwunschdepesche de? Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, die als eine der ersten nach Darmstadt geschickt rourbe, traf folgende Antwort ein:
Oberst v. Liudenau, Gießen.
Flir die guten Wünsche, die Sie und Ihr Regiment uns zum Ausdruck gebracht haben, danke ich auch im Namen der Großherzogin wärmstens. Ernst Ludwig.
Gestern abend fand im Ofsizierkasino eine Festversammlung der Vertreter der Beamtenschaft und der Garnison statt, die folgendes Glückwunschtelegramm an Se. Kgl. H. den Grnßherzoq sandte:
E. K. H. und I. K. H. der Großherzogin gestatten sich die anläßlich der Geburt des Thronfolgers im Oisizierskasino festlich versammelten Vertreter der Behörden, Universität, Stadt und Garnison in tiefster Ehrfurcht und Liebe die aufrichtigsten Glückwünsche aller- untertänigst zu Füßen zu legen.
Breidert. Bostroem. Emmelius. v. Lindenau.
Von den hiesigen Vereinen sandte ferner Glückwunschtelegramme der Gießener Lehrerverein, dem folgender Dank zuteil wurde:
Für die treuen Glückwünsche des Vereins sage ich herzlichen Dank. Ernst Lndwig.
Der Kriegerkameradschaft Gießen ging auf ihren Glückwunsch folgender Tank zu:
Besten Tank für die Glückwünsche.
Ernst Ludwig.
Die gleiche Antwort erhielt der Kriegerverein Gießen auf sein Gratulationstelegramm.
Auch die Stamm tisch gesellschaft im Löwen sprach telegraphisch herzliche Glückwünsche aus, für die ihr ein freundliches Danktelegramm zuging.
— Für das Promenaden ko nzert am Sonntag vormittags lV/2 Uhr in der Südanlage ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Ouvertüre zur Operette „Flotte Burschen" von Supps; 2. Venus-Walzer von Lincke; 3. Fantasie aus der Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner; 4. Armeemarsch Nr. 123. P.-M. d. V. G.-N.
** Aus dem Bureau des Stadttlseaters wird uns geschrieben: In der gestrigen Vorstellung des Schlafwagenkontrolleurs siel im letzten Akte durch ein Versehen des Vorhangziehers die Gardine etwas zu früh, sodaß die letzten Sätze, die die Erklärung bringen, abgeschnittcn wurden. Ein Teil des Publikums behielt deshalb nach Schluß noch Platz in Erwartung einer Fortsetzung, nahm übrigens, als das Mißverständnis klar wurde, das Intermezzo mit liebenswürdiger Heiterkeit aus. Daß ähnliches Mißgeschick übrigens nicht nur bei unfern sattsam bekannten primitiven Bühneneinrichtungen, sondern selbst an allerersten Theatern vorkommt, geht aus der Tatsache hervor, daß am Hoftheater in München im vergangenen September eine Vorstellung ganz ausfallen mußte, weil'— der eiserne Vorhang nicht in die Höhe ging.
** Der dritte öffentliche Vortrag der vom Kaufmännischen Verein und Ortsgewerbeverein sestgeleqten Reihe findet nächsten Montag in der Turnhalle nm Oswaldsaarten statt. Der Lokalwechsel war der Blumenaus- stetlung in Steins Garten wegen erforderlich. Das Programm handelt von der flüssigen 2 u f t. U. a. wird die Erzeugung flüssiger Lust vor den Augen des Publikums gezeigt. Von dem neu gefundenen Wnnderelemcnt Radium besitzt Dr. Schapire 25 Milligramm, die einen Wert von 3000 Mk. repräsentieren, und zeigt die Wirkung und die Verwendungsmöglichkeit des Elementes in der Medizin uswi
n. Ulfa, 9. Nov. Gestern wurde unser neu erbautes Pfarrhaus eingeweiht. Um 2 Uhr versammelten sich die Vorstände der Gemeinde, Kirche und Schule, die hiesigen Vereine, sowie zahlreiche Gemeindemitglieder in dem Pfarrhofe, wo die Feier durch den gemeinsamen Choral: „Lobet den Herren" eingeleitet wurde. Als Vertreter der Baubehörde übergab Kreisstraßenmeister Fink die Schlüssel dem Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten, der ihn Pfarrer Peters von hier überreichte, nachdem er in trefflichen Worten der Bedeutung der Feier gedacht. Nun hielt Dekan Münch von Schotten, der 17 Jahre lang in dem alten Pfarrhause gewohnt und als Seelsorger in unserer Gemeinde segensreich gewirkt hat, die tiefempsiindene ergreifende Weiherede, die ausklang in dem Gebete Salomos: Herr, laß deine Augen offen stehen über dies Haus Nacht und Tag! Nach dem Gesang des Liedes: „Danket dem Herrn" sagte Pfarrer Peters der Behörde, der Bauleitung, sowie allen, die bei dem Baue mitgewirkt, herzliche Dankesworte. Der Gesangverein „Germania" trug nun das Lied vor: „Laßt freudig fromme Lieder schallen", wonach man das neue Gebäude besichtigte und dann verschiedene photographische Aufnahmen zuließ. Die Nachfeier im Döll'schen Saale verlief in der anregendsten Weise; Toaste auf unseren Landesherrn, Geh. Regierungsrat Schönfeld, Dekan Münch, Geistlichen und Lehrer u. a. wechselten ab mit paffenden Liedervorträgen deS Gesangverein? und Konzertstücken der Musikkapelle — doch erreichte die Stimmung den Höhepunkt, als eben die Nachricht von der glücklichen Geburt eines Erbgroßherzogs hierher gelangte. Ein durch Geh. Regierungsrat Schönfeld auf das Großherzogliche hohe Haus ausgebrachtes Hoch fand begeisterten Wiederhall. Auf seine Anregung wurde sofort folgendes Telegramm abgesandt:
Eurer Königlichen Hobeit, Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin gestattet sich zu der glücklichen Geburt unseres Prinzen ihre alle untertänigsten Glückwünsche darzubringen die heute zur Feier der Einweihuna des neuen Pfarrhauses zu Ulfa vereinte Festversammlung. Schönfeld/Geheimer Regieruugsrat.
Heute ging hierauf vom Hofmarschallamt in Darmstadt nachstehende Antwort ein:
Geh. Regierungsrat Schönkeld, lllia. Ihre Königs, ßobeifen lasten der Festversammlnng für die freundlichen Glückwünsche bestens danken.
die Bekamüfung bc5 internationalen M ädch entzcu,ndelS, bfe mehrere Beamte nach bem Bahnbof Friedrichstraße entsandt^
Arbeiterbewegrrns» /
Essen, 9. Nov. Heute nachmittag tagte die siebener'- Kommission gemeinschaftlich mit den Dorstanbem der Ber^» arbeiterverbände. Nach dem Referat des Abg. Sach'ie und nach kurzer Debatte wurde eine Entschließung angenommen, derzufolge die Entscheidung über die weitere Lohnbewegung b?n für den 21. November einzuberusenden Revierkonserenzen allere größeren Reviere übertragen wird. Die Organisationen sollen b?ic Zahlstellen verpflichten, schleunigst eine Lohustatistik der vb'N mm- bestens vom 1. Juli 1906 bis zum 31. Dezember 1906 forcKttö verdienten Löhne aufznstellen und den Vorständen^ bis Miltte Januar vorzulegen. Wegen des ablehnenden Bescheides beJS Oberbergamtes Dortmund in der Sperrsrage und um gegen das. Ueberschichtenwesen vorgeben zu können, soll eine Eingabe an p das Reichsparlament durch 'die Vorstände beschlossen und reichsgesetzliches Eingreifen verlangt werden. Wegen der Lebensmittelverteuerung soll an ,den Reichstag und die Reichs- regiernna eine Eingabe beschlossen werden, duhmgehend, daß der Reichstag und die Reichsregierung schleunigst Mittel und Wege beschreiten, um eine Verbilligung der Lebensmittel, besonders der Fleischpreise, herbeizuführen.
Hamburg, 9. Nov. In einer heute abend abge*aftenen Versammlung der ausständigen Binnenschiffer w'., röe nach langer Debatte mit 107 gegen 9 Stimmen beschlossen, den Ausstand zu beenden und die Bedingungen der Vereinigten Clb- schissahrtsgesellschasten vorbehaltlich der Zustimmung der an den verschiedenen Elbeplatzen tagenden Versammlungen der Ausständigen anzunehmen.
Altenburg, 9. Nov. Die Werk Verwaltungen des Meuselwitzer Kohlenreviers lehnten die erneuten Forderungen der Bergarbeiter wegen der bis zum nächsten Jahre laufenden Mschlüffe ab, stellten aber für später freiwillige Lohnerhöhungen in Slussicht.
Greiz, 9. 9tob. Der Arbeitgeberverband der sächsisch-thüringischen Webereien beschlo.fi, in allen Betrieben des sächsisch-thür. Verbandes eine Lohnerhöhung von 5 Prozent eintreten zu lassen. Mait hofft bannt eine bevorstehende Lohnbewegung und einen etwaigen Aus st and verhinbertzu haben. Iw Betracht kommen 243 Betriebe mit 20 000 Arbeitern.
GerichtssaaL.
ffc.) Frankfurt a. M., 9. Nov. Wegen Vergehens gegen! das Nahrungsmittelgesetz wurde von der hiesigen Strafkammer der Mehgermeister Heinrich Strauß zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt. Er hatte bent Hackfleisch Präservefalz zugefugt, bas nach dem Gutachten bes Kreisassistenzarztes Dr. Fromm gesnnbheitsschadlich ist, weil durch bas schweselsaure Natron, bas in bem Präservesalz enthalten sei, bie Magen- unb Darmschleimhäute entzündet würben. Ein Kvn- servierungsmittel sei bas Salz keineswegs, es erzeuge nur eine rote Farbe beim Fleisch, selbst wenn cs vollstänbig verdorben sri; es sei also nur ein Täuschungsmittel.
H a m bürg, 9. Nov. In dein Prozeß der Verekuigteir Elbschifffahrtsgesellschaften gegen diejenigen Bootsleute, die kürzlich die Nachtarbeit verweigerten, um eine Versammlung zu besuchen, wegen Kontraktbruches (bie Bootsleute haben bekanntlich Gegenklagen ans Entschädigung wegen zu Unrecht erfolgter Entlassung angestrengt) sand beute vor dem Amtsgericht der Termin statt, zu dem 14 Zeugen geladen waren, durch deren Vernehmung festaestellt werden soll, ob die Beklagten in kategorischer Weise zur Arbeit ausgefordert worden sind. Auf Befragen der Vertreter beider Parteien dnrch den Amtsrichter erklärten diese, daß ein Vergleich völlig ausgeschlossen fei, da es sich für beide Parteien um eine Klarlegung prinzipieller Fragen handle.
Märkte.
Gießen, 10. Nov. Marktb eri cht. Auf heutigem Wochenmcn kte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Vw., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pkg„ Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen v. Pkd. 18-24Pfg., Linken p. Pfd.25-40Pkg., Tauben vr.Pr.0,80 —1.00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gnnfe nr. P?d. 65—70 Pfg., Ochkensteisch vr. Pkd. 82—88 Pfg., Kuh- nnd Rindfleisch vr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pkuud 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per' Psimd —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepkel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Pkd., Nüsse 100 Stück 30—40 Pfg., Birnen ver Pkd. Mk. 0.10 —0.15, ver Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 8—12 Pfg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Uhr.
M ü n ch en, 9. Nov. In sämtlichen Regierungsbezirken Bayerns ist die Schweineseuche (Schweinepest) konstatiert worden.
vermischtes.
• Die Sektion der Leiche der Fran Medizinalrat “ '
Molitor in Baden-Baden hat ergeben, daß der Schuß Zur Form und Jmbalt aller unter dicier Rubrik steheudeu Artikyl „ ov, . . re. 12t. r t c t übernimmt die Redaktw''- dem Vubl'cum gegenüber fentertet
kaum einen Meter hinter der Erschoßenen abgegeben morden Verantwortung)
ist, unterhalb de§ Schulterblattes eindrang und mitten durch Anfrage an den Bürgerverein.
da? Herz ging, dieses zerriß und an der Bauchwand wieder Findet sich der Vereinsvorstand nicht veranlaßt, zn dem kür austrat. — In Washington erregte die Kunde von dem unsere ftädischen Interessen so wichtigen Vrojeckt der Errichtung oy, < r z. \ o <-v , r- < ov, Ä s. , ,, . , einer Vrllen-Kolonie auf dem Nahrnngsberg Stellung zu
Morde be anderes Intereße und Nieniand glaiibt dort an ne$incn, ^umn( Einspruchskrist am 22. November abläust?
daS ungeheure Verbrechen des in London verhafteten Rechts- Eine sachgemäße Besprechung dieses so vielfache Harten gegen-
anwaltes Hau. Karl Hau, der Sohn eines früheren ZentrumsmitgliedeS des deutschen Reichstags, studierte seit 1900 in Washington. Er war später dort an der Universität HilfS-Professor deS römischen Rechts und erfreute sich dort allgemeiner Beliebtheit.
• Ueber ein unerhörtes Vorkommnis, daS in mancher Beziehung an Köpenick erinnert, berichten die „M. N. 91.A Ein Lazaretgehilfe beim BczirkSkomando München ließ sich schwereSchwindeleien zu Schulden kommen und befahl den Leuten, welche eine Stellimg als Kasernen-Verwalter wünschten, daß nicht nur sie, sondern auch ihre Frau und sonstige weibliche Angehörige einer genauen militär-ärztlichen Untersuchung sich unterwerfen müßten. Die Frauen mußten sich vollständig entkleiden unb würben bann einzeln in einen Unter- suchungSranm geführt, wo ihnen der mit der Uniform eines Oberstabsarztes bekleidete Lazaretgehilfe befahl, sich auf einen Divan hinzulegen und sich untersuchen zu lasten. Schließlich wurde die Sache angezeigt und der Lazaretgehilfe Schulze verhaftet. Die Vernehmung her Zeugen ist erfolgt. Die militärgerichtliche Verhandlung wird demnächst stattfinden. Es soll noch eine Reihe ähnlicher Vorfälle vorgekommen sein.
* Kleine Tageschronik. Gestern ist der Rechts- anwalt von.Harlessen in Alfeld, einer de" renommiertesten Rechtsanwälte in der Provinz Hannover, auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden wegen jahrelanger Urkundenfälschungen und Depot-Unterschlagungen von enormer H ö h e. — In Berlin wurde auf dem Bahnhof Friedrichstraße der Bordellwirt K^arl Brennicke aus Mährisch- Ostrau festgenommen, der mit zwei Mädchen, aus feiner Heimat nach Lübeck durchreisen wollte. Mitreisende entnahmen auf der Fahrt von Ostrau nach Berlin aus den Gesprächen, die Brennicke mit seinen Begleiterinnen führte, daß er diese nach Lübeck in ein Bordell bringen wolle. Se benachrichtigt«!, die Dolizsi für
über althergebrachten Grundbesitz euthaltenden Plaue?, durkle zur eingehenderen Delebruna unserer Stadtverordneten beitragen und von entscheidendem Einfluß auf ihre?lbstimmung sein.
> > ' । ।. ■ । ■ ।
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitceteilt von der Bank für Handel und Industrie G'essen.
Frnnkfnrter Börse
Reichsanleihe . . 97.80
3% do. . . 86.25 3M°/0 Konsols . ; . . 97.80 3% do 86 25 3%°/0 Hessen .... 97.00 3^°/n Oherbessen . . . —.— 4 °o Oesterr. Goldrente. . 99.30 4*/$ 6» Oesterr. Silberrente 100.10 4 Un-rar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 103.10 3°L Portmriesen Serie I . 69.05 3% Portueiesen „ III 69.40 4>50/o russ.Staatsanl. 1905 88.60 4 „japan. Staatsanleihe 92.40 1 % Conv. Türken von 1903 93.50 Türken lose .... . . 147.00 4% Griech. Monopol-Aul. 52.40 4% äussere Argentinier . 88.30 3°/„ Mexikaner . . . 67.40
4>s0/0 Chinesen .... 95.95
Aktien:
Bochum Guss 231.20 Buderus E. W . ... 123.40 Tendenz : schwach.
Berliner Börse, 10.
Canada E. B 176.40
Darmstädter Bank . . . 137.50
Deutsche Bank .... —
Dortmunder-Union C. . . 80 50
Dresdner Bank .... —.—
Tendenz: lustlos.
10. November, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 140.00 Elektriz. Schlickert . . . 124.20 Eschweiler Bergwerk . . 238 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.00 Hambnr"- Amerik. Paketf. 155.10 Harpen er Bergwerk. . . 212 30 Larrahütte 243.00 Nordd. Lloyd 125.30 Oboischles. Eisen-Industrie 124 60 Berliner Handelsees . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 137 50 Deutsche Bank . . . 237.80
Deutsch-Asiat Bank . . 168.50 Diskonto-Kormnandit. . . 181.30 Dresdner Bank . . . 154.80 Kreditaktien . . . . . 211.40 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 119.80
Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33 80 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.70 Prince-Henri-Eisenbahu . 147.50
November. Anfangskurse.
Harpen er Bergwerk. . . 211.30 Lanrahütte ... 241.00
l ombardeu E. B. ... 33.60 Nordd. Lloyd 125.19 Türkenlose ..... 146<80


