Ausgabe 
11.10.1906 Erstes Blatt
 
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den Hauptlehrcr Lukas mit einer in einem Strumpfe verborgenen Bleikugel gegen den Kopf. Der Lehrer ist gest orben.

* Kleine Tag«'sckronik In St. Johann (Saar) schenkte eine kaum 14 Jahre alte höhere Tochter einem Zwillings- vaar das Leben. Als Vater gilt ein Unterprimaner, der Sohn eines angesehenen Kaufmanns. In Neuwert (Nhcinl.) warf eine Arbeiterfrau ihre drei Kinder von neun, vier und anderthalb Jahren in einen mit Wasser und Morast ge­füllten 6"> taben und stürzte sich über sie, nm sich und die Kinder ?n ertränken. Vassanten retteten alle vier. Das neunjährige Kind, das -u unterst lag, wird wohl kaum am Leben bleiben. Vost- assistent Sickinger vorn Vostaint Altkirch (Elsaß) flüchtete nach Unterschlagung amtlicher Gelber in der Höhe von 10 000 Mk. In D ü s s e l d o r s überfuhr mit einem Automobil der Restau­rateur Honen eine Iran mit ihrem fünfjährigen Töchterchen. Die Frau war sofort tot, das Kind lebensgefährlich verlebt. In Nancy übers u h r ein vom Herzog von M o n t p e n s i e r benutztes Automobil einen Ctrasienbahnaugestellten. welcher last augenblicklich verstarb. In H i l d e s h e i ur sind nach bem G e n n s s e von gehacktem Fleisch 37 Personen er­krankt, darunter auch zivei Kinder des Schlächters, der das Fleisch lieferte. In Stuttgart hat sich der Sohn des be­kannten Malers Professors Kraken Leopold Kalckreuth, gegen­wärtig Einjähriger der Artillerie, erschossen. Man vermutet, daß ein Nervenleiden die Ursache zur Tat ist. Der in einer Berliner Z a h n k l i n i k tätige Praktikant Winckler gab auf den leitenden Arzt Dr. F i s ch l e r zwei R e v o l v e r s ch ü s s e ab, wodurch dieser schiver verletzt wurde. Der aus Warschau ftnmmenbe 24 Jahre alte Winckler rourbe verhaftet. Veraulassuitg zu bem Llufseben erregenden Attentat nab die Weigerung des Ver­letzten, dern Praktikant ein Zeugnis über dessen Tätigkeit in der Klinik auszustellen. In Bloemdal und in Oranjewond ^Holland) lunrbcn zwei Ehole ras alle sestgestellt. Die Kraiiken sind beide gestorben. Man glaubt, daß c5 sich um Cholera nostras handelt. Zu den Erkrankiliigen infolge Genusses verdorbener W u r st in dem Holländischei, Orte Vaals wird bekannt, daß insgesamt 230 Personen und zwar 130 in Vaals selbst, annähernd 100 in der Umgebung erkrankt sind. Die betroffenen befinden sich andauernd in sehr schlechter Verfassung. In der französischen Garnisonstadt Ehalon s u r Marne finb bei der Verwaltung der Militärmagazine bedeutende U n t e r s ch l e i s e entdeckt worden. Es fehlen Tiengen von Mehl und Hülsenfrüchten, bereit Verschwindei, nur durch betrügerische Manipulationen erklärt roerben kann. Es nnirbe eine Anzahl von Personeii verhaftet, darunter zwei Unler= ossiziere und mehrere Militärhandwerker. Aus Tarbes und Pau (Frankreich) wirb gemeldet, daß mehrere Erdstöße ver­spürt wurden, wodurch besonderer Schaden indes nicht ai,gerichtet wurde, doch machte sich die Bewegung in den Wohnhäusern fühlbar. Infolge Aus tretens des S a n t-I a g o - F l u s s e s in Mexiko sind v i e l c M c n s ch e n it m q e! o m m e n. 15 Männer sind in San Pedro durch Umkippen cine= Bootes ertrunkei,. Die Ueberfchivemmungei, haben an viele», Stellen großen Schaden angerichtet.

OavrdeL tstufc Verkehr», VoSksLVLL»L?chaft.

Die Zukunft der deutschen Kantschukkultur.

D'.ircki die Aufforderung der Deukichcu Kautschuk-Aktiengesell­schaft in Berlin zur Beteiligung an Zeichnungen b-e-3 auf 3 Mill. Mark festgesetzten Aktienkapitals, ist eine in den Kreisen derjenigen deutschen Industrien, welche unter den gegenwärtigen Verhält­nissen der Kautschukvrvduktion und des deutschen Kautschnkhan- dels in eilte Art von Zwangslage geraten sind, seit Jahren ven­tilierte Frage zur Höhe sachlich-ernster Diskussion erhoben worden: Obgleich Zweckmäßigkeit und praktischer Wert ebenso wie die glänzenden finanziellen Aussichten dieser deutschen Unternehm­ungen außer Zweifel gerückt sind, so erheben sich trotzdem geg­nerische Stimmen. Dieser Pessimismus zieht nicht in Betracht, daß die bon einer deutschen Gesellschaft beabsichtigte Gummi- 1-robuFtion in erster Linie der Interessensphäre des deutschen' Kautschukhandels zugute kommen wird, dessen hochwichtige In­dustriezweige, unter denen man nur die der Elektrizität, der Anto- mobil- itnb Fahrrad-Industrie, der Fabrikation chirurgischer und orthopädischer Instrumente zu nennen brmicht, genügen, um die wirtschaftliche Bedeutung her 'neuen Gesellschaft zn rechtfertigen. Erfreulich ist die Wghrnebmi'ng, daß die Bestrebungen der Deutschen Kaistschuk-Aktiengesellschart sick im Einklang befinden mit jener Tendenz aller deutschen Interessen im Kautschukhandel, sich von dem drohenden amerikanischen Kautschuktrust zu be­freien und von den Benachteiligungen dieser deutschen Interessen, welche baruiiter zu leiden haben, daß die Ausfuhr brasilianischen, Kautschuks in großen Mengen nach ?lmerika. Großbritannien und Frankreich stattfindet, während Deutschland sich mit einem Verschivindend kleinen Quantum begnügen muß. Während im Jahre 1903 (neuere Angaben noch nicht vorliegend) vom Amazo- nasgebiete nach den Vereinigten Staaten von Nordainerika 15 427 477 Kilo, nach England 11 610 223 Kilo und nach Frank­reich 1925 667 Kilo Kautschuk ausgesührt wurden, mußte Deutsch­land mit 167 533 Kilo zufrieden sein und war gezwungen, seinen Restbedarf durch Zwischenhändler in Liverpool zu beziehen. Das beständige Ahuehmcn der Produktionen gegenüber dem beständigen Anwachsen des__ Bedarfs seitens der Gummi-Industrie, bringt Deutschland, denen direkte Zufuhr an Rohmaterial die bescheidenste und das deshalb am meisten ans die hohen Preise des Zwischen- handels angewiesen ist, nicht nur in die peinlichste Abhängig­keitslage, es zwingt es auch, nur eine Steigerung ihres Ge­winnes zu Gunsten höherer .Kautschukpreise zu verzichten und dabei noch die Preise ihrer Erzeugnisse erheblich zu erhöhen. In dieser Erkenntnis haben handelspolitische Autoritäten die Anlage von Kautschukpflanzungen für die einzige Möglichkeit bingestellt. diesem. Zustande abzuhelfen, und auch die Deutsche Kautschuk-Alticngesellschaft tritt mit den aleich-m Argumenten, aber auch mit einen, arrondierten geschäftlichen Material vor das geldkrästiae Publikum.

Swansea, 10. Okt. Wie. das Rentersche Bureau meldet, sind Derhandliingen im Gange zum Verkaufe von fünf int Swanseatole beTcgmcn Kohlengruben, darunter zwei im Besitze der Poutardave (Yofficries Eompanv befindliche Gruben, an ein s r a n a ö f t sch es S v n d i k a t. Man nimmt an, daß d>e Angelegenheit in den uäch''cu Tagen endgi-ltig geregelt wird. Da? Kapital soll nominal 250 000 Pfund Sterling betragen. Man glaubt, daß es sich um ein ausgedehntes Proiekt handelt, das späte--- noch andere Unternehmen im gleichen Bezirke um­fassen wird.

Märkte.

Gießen, ll.Qkt. Marktbericht. Auf heilkiciein Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfb. 0.901.00 Mk.. Hühnereier 1 St. 89 Pfg., 2 Stck. 0000 Psg.. 65niüecier 0000 Psg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. G8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5-6 Psg., ErRen v. W 18-24Psg., Linsen v.Pfd.25-40Psg., Dauben vr.Pr.0.80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,001.60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk.. Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Md. 0000 Psg., Ocbfcnfleifch pr. Pfb. 8288 Psg.. Kuh- und Rindfleisch vr. Pfund 8082 Psg., Schweine- f(eifrf) vr. Pnmd 90100 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 8490 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 6080 Psg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,007,00 Mk.. Zwiebeln vr. Ztr. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg.. Aevlel per Zentner 15 bis 20 Mk., in Körben 00 Md., Nüste 100 Stück 30 Psg., Birnen per P'b. Mk. 0.000.00, per Ztr. 915 Mk.. Zwetichen per Ztr. 2,503.00 Mk., Weißkraut per Stück 1015 Psg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 8-2 Uhr.

(th.) Gießen. 10. Okt. Der dieswöchentliche Vietzinarkt hatte einen Auftrieb von 1000 Stück Großvieh, 150 Stück junge Tiere zur Zucht, ca. 150 Kälber und 414 Stück Schweine. Auf dem Milchviehmarlt herrschte rege Kauflust, wenn auch der Handel nicht so flott sich abwickelte wie bei dem letzten Markt. Die Preise für schwere Milchkühe hielten sich in alter Höhe, da­gegen wurden gr.te Milchkühe billiger losgeschlagen. Das Ge­schäft in Fettviel? war diesmal etwas flauer und es war deshalb, wie bei dem Frankfurter Markt, auch ein geringes Mschlagen der Preise bemerkbar, trotz des kleinen Vorrats wurde derselbe

eist gegen Schluß vollständig geräumt. Der Handel in jungen Rindern zur Zucht war nickt schlecht und machte sich zu den letzten Marktpreisen. In Kälbern war ein Preisabschlag gegen bie sehr hohen Preise der letzten Märkte bemerkbar, 'so daß unsere heimischen Metzger die Gelegenheit benutzten, ihren Be­darf zu decken. Trotz des geringen Austriebs an Schweinen war der Handel hierin tot und schleppend, es hat dies Wohl seinen Grund in den hohen Kartoffelpreisen. Die Preise für die Tiere gingen gegen den letzten Markt wieder um eine Kleinigkeit zu­rück. doch war ein wesentliches Abschlagen nicht zu erreichen, so schlecht der Markt sich bis gegen die Mitte auch anließ. Die Handelsleute verzichteten lieber auf das Geschäft, ehe sie die Tiere mit Schaden hergaben. Es wurden gehandelt das Stück Kühe, frischmelkend und tragend, 1. Qual. 475550 Mark. 2 Qual 375450 Mk 3. Qual. 280-350 Mk.; Junge Rinder zur Zucht, 57 Monate alt. 125180 Mk., 912 Monate alte Tiere, 180220 Mk. Fettvieh wurde verkauft, der Zentner Schlachtgewicht fette Rinder, 1. Qual., 7880 Mk, 2. Qual 7577 Mk. Fette Kühe. 1. Qual. 7678 Mk., 2. Qual. 7475 Mark. Kälber, 1. Qual. 7375 Mk., 2. Qual. 6570 Mk., 3- Qual. 5963 Mk. Schweine wurden gehandelt: Ferkel, 46 Wochen alt, 3445 Mk., 812 Wochen alt. 5568 Mk., Lauter, 35 Monate alt, 90120 Mark vro Paar. Einleg- schweine wurden je nach der Güte mit 7090 Mark das Stück verkauft. Die nächsten Markttage sind am 23. und 24. Oktober, am zweiten Tage außer Krämer-- auch Z w i e b e l m a r kt.

(th.) Der gestrige erste Zwiebel markt hatte einen ar rim Dcn ca-^00 Zentrier meistens Wetterauer Ware. Am Vormittag ging der Handel recht schleppend, weil es an Käufern fehlte. Bei dem schönen Wetter stellte sich aber noch Asch reichlich Kundschaft ein, so daß der kleine Vorrat felyr schnell zu guten Preisen abging. Verkauft wurden der Zentner Zwiebeln mit 44V2 Mk.. brsi kleinerer Abnahme mit 5 Mk.

Limburg <r. d. S., 10. Okt. F r u ch tm a rk t. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen (Nassauischer) 15.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 12.00 Mk., Gerste 9.50 Mk., Haier 7.40 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Sport.

Berlin, 19. Okt. Die Festlichkeiten anläßlich des 25 jährigen Bestehens des Berliner Vereins für Lnstscknffahrt begannen beute mittag bei schönem Wetter mit einer B a l l o n w e 11 f a h r t mit Automobilperfolgung. Vier Ballons stiegen ans, verfolgt von 17 Automobilen des freiwilligen Antoniobilkoros. An den Automobilfahrten beteiligen sieb als Unparteiische der Herzog Adoli Friedrich zn Mecklenburg und Prinz Ernst von Sacbsen-Altenbnrg. Das Aiitomobil des Direktors Sierke lief gegen einen Banin. Vier Insassen, darnnler der unparteiische Freiherr p. Schleinitz, wurden h e r a n s g e s ch l e ud ert. Ter Chauffeur b r a ch e i n e n O b e r- schenket; ein Mitfahrer ist mit dem Kopf gegen d e n B a u m geflogen und bat eine schwere Gehirn e r s ch ü 11 e r u n g er­litten. Das Automobil ist zertrümmert. Ter vierte der'aus­gelassenen Ballons,Lerche", rourbe von dem Automobil, das Leutnant de la Croix führte, vorschriftsmäßig eingeholt. Der Ballon laiidete nördlich von Wusterhausen bei Wittstock; in bet Nahe von Wittstock lanbeten aurf) bie übrigen Ballons. Tie Winbges l winbig- keit betrug 20 Meter in ber Sefunbc. Die Lanbung ging überall glatt von statten. Heute abenb sanb im Zoologischen Garten eine Festlickikett zur Begrüßung ber zn ben Jubiläumsseierlichkeiten bes Berliner Vereins für Luftschiffahrt eingetroffenen Gäste statt, wobei die Preise an die Sieger verteilt roitrbeu.

Arberterbewegrang.

B o ch n m, 10. Okt. Die S i e b e n e rk o m in i f s i o n wird morgen dem Bergbaulichen Verein und den einzelnen Zecheiwer- walfungen folgende Fordern i? gen überreichen: 1. Daß die Löhne aller unter und über Tag ans den zugehörigen Wochen beschäftigten Arbeiter durchschnittlich um 1 5 P r ozent erhöht werden gegenüber dem Stand ber Löhne ber letzten brei Monate und daß bie Löhne im Gebinge eine bessere Regelnng insofern er­fahren, als nach erfolgter 15 prozentiger Lohnerhöhung nicht mehr so tief unter bem Durchschnitt stehenbe Löhne vorkommen als cs bisher ber Fall war; 2. baß bie vielfach bestehende Sperre zwischen den betreffenden Wochen, bezw. Revieren aufgehoben wird und baß ben im Abban tätigen Arbeitern bie burch bie Zechenverwaltungen entzogene Freizügigkeit ivieber gänzlich hergestellt nnb garantiert wirb. Diesen Forbernnaen, bie sich init den im Saarkohlenrevier ausgestellten becken, wirb eine kurze Be- grünbung beigegeben werben.

B o ch n ni.'10. Okt. Tie Bahn m ei st er ei en des rheinisch- ivestsälischen Jndustriebezirks klagen seit Wocheii über einen empfindlichen Mangel an deutschen Arbeitern. Ganze Streckenbauten mnßteii burch AuSlänber, zumeist Italiener, aus­gesührt werden, weil deutsche Arbeiter für einen Tagelobn von 3 Mk. bis 3.40 Mk. nicht zu hoben finb. Wie verkantet, hat sieb bie Balmverwaltung jetzt entschlossen, bie Löhne ber nicht feft angestellten Bahnbebiensteten, ber Rottenai-beiter, Rottenführer, Hilssweichensteller iinb Schirriiiänner im hiesigen Bezirk allge - mein zu erhöhen, nachbein burch eine Runbfrage bei ben großindustriellen Werken festgestellt worben war, baß biese für gleichalterige Arbeiter 4 Mk. Tagelohn bnrchscbnittlich zahlen. Auf ber Zeche Franziska sinb heute lüicbcr 38 Pferbetreiber und Schlepper nicht angefahren. Sie forbern eine Lohnerliöhnng von 50 Pfg. pro Schicht.

E n s k i r ch e n, 10. Okt. Der bereits über brei Monate bnitenibe Ausstand der Textilarbeiter wurde heute nad) langen Verhanbknngen beigeleat. Bei der Schlußabstiminnna war ein großer Teil der Arbeiter für die Fortsetznng des AusstaubeS, aber die Mehrheit entschied sich für Beendigung.

. Norden, 10. Okt. In der großen Toornkaatschen 53mnnt- wein--Brennerei nnd -Brauerei legten die Arbeiter die Arbeit nieder wegen Nichtbewilligiing des Tarisobschlusses.

Brannschweig, 9. Okt. Eine hier stattgehabte pon 23 Orten beschickte Konferenz der Jutearbeiter beschloß, für ben Nennstundentag einzutreten und wöchentliche Lohn­zahlung zu forbern.

Toulouse, 10. Okt. Ausständige Backer zertrümmerten in der vergangenen Nacht die Auslaaen und Fenster pon 10 Bäckereien. Ein Meister feuerte auf bie Ausständigen zwei Flintenschüsse, ein anderer sechs R e p o l v e r f ch ü s s e ab. Verletzt winde nie­mand.

Arbeiterkämpse tn Eauada. Nach einer Meldung nu§ Ottawa saichen in Buckingbam in Ean-ida Blutige Streikunru^cn statt. Die Stellen her Streikenden wurden oon den Arbeitgebern durch andere Arbeiter besetzt. Dieses Vorgehen veranlaßte die fh-eifenben Mitglieder der Gewerkschaften, gewaltsam einzugreifen. S>e gingen mit solcher Entschwfseubrit vor. ^daß die Polizei zu den Waffen greifen mußte, nm die Ruhestörer anseinnuder zu jagen. Die Behörden requirierten Truppen, da die Lage immer bedrohlicher wird. Mehrere Per- bnen wurden getötet und verwundet.

Meteorologische Beobachtungen

der Station gZießen.

Höchste Temperatur am 9.10. Oktober -4- 17,7 0 C.

Niedrigste * . 9.10. , = + 6,60 C.

Oktober 1906

1

Barometer aui 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute. Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

10.

^15

749,3

17,7

5,9

39

S

4

Sonnenschein

10.

9M

748.8

7,5

6,7

88

ESE

2

KlarerHimmel

11.

7SS

748,5

4.2

5,6

90

N

2

Sonnenschein

umö Wissenschaft.

7" B)ic bie MünchenerAllg. Z'g." erfährt, bit das preu. B i f cg c Ku lt u s min i st e r i u rn die nötigen Schritte unter­nommen. um ben bekannten Münchener Künstler B r " n o P a u l als Leiter der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums zu gewinnen. Daß Bruno Paul seine Mitarbeiterschaft am S i m v l i z i s s i m u s in der neuen Stellung wird aufgeben müssen, versteht sich von selbst. Der Künstler steht heute inr 32. Lebensjahre.

Paris, 10. Olt. In der Internationalen T u b e r ku l o s e^ Gesellschaft hielt gestern Dr. Bernheim einen Vortrag. Gr suchte auf Grund von Erperimenten zu beweisen, daß die von Professor v. Bebring mit der von üyn? erfundenen Tulase vorgenommeucn Versuche zur Behandlung von Tuberkulosekranken wirkungslos geblieben seien. Auch an den mit Tulase geimpften Tieren Hobe er ^'inersei Wipkima ieüstetteu fönnen.

Nnivcrsrtäts-Nachrichten.

Ernannt wurde der Privatdozent für Geschichte an der Berliner Universität. Professor Dr. vhil. Elimar Klebs, zum auß>''-orl-."'kl ii-',i'n >-r 1Ttn.^rii।.'s t ni? n r [i u r g'

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag, den 12. Okobet: Heiter und trocken. Stellenweise leichte Nachtsrsste. Mäßige östliche Winde.

Landwirtschastskammerwahlen.

Im Wahlbezirk Gießen wurden bei der heute vor- mittag abgehaltenen Wahl gewählt als Kammermitglied Landwirt Wilhelin Weil in Lang-GönL, als Ausschuß- niitglieder Bürgermeister Hirz in Waßenborn und Pumpenmacher Heinrich Gilbert II. in Heuchelheim.

Wahlbezirk Vilbel. Im hiesigen Bezirk wurde Landwirt Ka lbHenn in Vilbel als Kammermitglied gewählt. Graf Oriola ist unterlegen.

Wahlbezirk Hungen. Landtagsabgeordn. Philipp Kähler als Kammermitglied gewählt.

Wahlbezirk D a r m ft a b t. Gutsbesitzer Karl Fritsch 51t Dilshofen wurde als Kammermitglied gewählt.

Berlin, 11. Okt. Der sozialdemokratische Par te i v 0 r sta n d beschloß, der Fraktion zu empfehlen, so­fort nach Zusammentritt des Reichstages eine Inter­pellation über die Lebensmittel- beziehungs- weise Fleischteuerung einzubringen.

Leipzig, 11. Okt. Gegen den Volksschullehrer Meirich, den Redakteur derLeipz. Lehrer-Ztg.^, wurde wegen eines Artikels, der an der amtlichen Tätigkeit des Schuldirektors Schäfer int Orte Gohlis Kritik übt, im Di§- ziplinarwege ein Bessern ngsver fahren eingeleitet. Es wurde ihm wegen achtungswidrigen Verhaltens und Unver­träglichkeit in dienstlicher Beziehung eine drei Jahre geltende Ermahnung erteilt. Die Redaktion der Lehrer-Zeitung muß er niederlegen.

Paris, 11. Okt. Der römische Korrespondent desEcho de Paris" dementiert die Meldung, daß der Bischof von Trier, Korum, und der Erzbischof bon Mecheln, Mercier, nn nächsten Konsistorium' den Kar d in als Hut erhalten werden.

Rom, 11. Okt. Die Polizei in Genua verhaftete gestern einen gewissen Baher, Vorstand des Verwaltungsrats mehrerer Industrie-Gesellschaften. Er wird beschuldigt, Unterschlag­ungen in Hohe von über einer Million Lire gemacht zu haben.

Palermo, 11. Okt. Zwischen E h r i st li ch-D e nro- traten und Sozialisten kam es gestern in Bianca Viltt'o zu einem heftigen Z u s a m tn c n st 0 ß. Auf beiden Seiten wurden zahlreiche Personen durch Stockhiebe, Dolch­stiche und Nebolverschüssc twrlctzt. Die Polizei schritt ein. und nahm über 200 Verhaftungen vor.

Te!ef©mscSiß E5,fjiesbe!P3chte

des Giessener Anzeigers. mit»cteilt von der Bank flir Handel

und Industrie. Giessen.

Frankfurter JRörs«. n. Oktober. 1.15 Uhr.

Peichsanleihe

. 98.10

Oberschlcs. Eisen-Indnstrie 131.75

. 125.10

36.60

Gelsenkirchen Bergwerk . 224.00

TTambure1- Amerik. Pnketf. 159.30

Elektriz. Lnlnneyer .

FJektriz. Schnckert . Eschweiler Bergwerk

142.90

128.20

243.60

Harpcner Bergwerk Lanrnhiitte . . .

Nordd. Lloyd . .

Berliner Handelsges Darmstädter Bank .

Deutsche Bank .

Dentscli-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit.

Dresdner Bank Kreditaktien . . .

Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .

Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn

3% WL

3%

3 X°'n 3y?i,

99.05

99.50

do.

Konsols . do.

Ressen . .

Oherbessen

. 172.40 . 139.75 . 239.50 . 174.00 . 183.10 . 157.70 . 212.10

102.60

69.40

70.20

86 30

92.75

86.40

98.25

86 45

97.35

4?o Oesterr. Goldrente. . 4,/5 9X Oesterr. Silberrente 4 ?o Uiurar. Goldrente . .

Italien. Bente . . . 3?o Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen JJI 4^°^ russ.StaatsanL 1905 4j<i0'n Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griecb. Itronopol-Anl.

äussere Argentinier . 3°/n Mexikaner . . . . 4y°f0 Chinesen . . . .

145.20

53.50

89.00

68.40

97.00

. 212.50

. 249.50 . 126.00

Aktien: Bochum Guss..... 243.30

Oesterr. Staatsbahn . . . 147.20

Prince-Hcnri-Eisenbahn . 145.50

Buderus E. W . . . 128.50

Tendenz : ruhig.

Berliner

Cauada E. B. . . . Dannstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Lhuon C.

Dresdner Bank . .

Tendenz: still.

Börse. 11. Oktober. Anfangskurse.

182.30

Rarpener Bergwerk Lanrahütte . . f-ombardeu E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

212.80

36"60

144.90

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