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10.11.1906 Erstes Blatt
 
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Die Neihc der in diesem

Akademischer Vortrag.

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Dadlirch erspart sich der feiten; alle Kosten für ungen trägt außerdem Verwaltung.

bürgermcisters wieder eine eigene Verwaltung erhalt. Am 27. Juni 1860 wurde der Sitz der Bürgermeisterei Atzbach nach Krofdorf verlegt und von da ab standen beide Bürger­meistereien unter der gemeinsamen Verwaltung, der erste ge­meinsame Bürgermeister hieß Colnot. ,

(!) Schotten, 9.Nov. Der Fuhrmann Jak. Konrad aus Itainrod verunglückte gestern in der Näfe deS WiesenhofcS, indem ihm eine schwere Fichte auf den Ober­körper fiel. Er blieb längere Zeit unter ihr liegen, da sein Sohn den Stamm nicht allein wegschaffen konnte. Bis Hilfe vom Wiesenhof geholt war, dauerte cS geraume Zeit, sodaß der Verunglückte unterdessen schwere Qualen auSstand. Bis jetzt läßt sich über den Unfall nicht sagen, ob er die schlinnnften Folgen hat, doch ist der Betroffene nicht trans­portfähig.

Ruppertsburg, 8. Nov. Wenn auch noch so oft vor den Zigeuner weibern gewarnt wird, es fallen doch iinmer wieder Leute herein. Vorige Woche kampierte eine Bande hier und die Weiber fochten fleißig im Dorfe herum, ßu einer älteren Witwe kam ein Zigeunerweib, die ihr Hand­werk verstand. Sie hatte bald ein Gespräch im Gange und klopfte wiederholt an die Rocktasche der Frau, wobei das Weib die Entdeckung machte, daß Geld in der Tasche war. Ein kühner Griff und glatt war daS Portemonnaie mit 70 Mk. Inhalt verschwunden, die die arme Witfrau zur Bezahlung ihrer Kuh verwenden wollte. Erst nachmittags wurde der Verlust bekannt, nachdem die Zigeuner über alle Berge waren. Ein Auffangen der Bande war nicht möglich und die arme Frau ist um ihre 70 Mk.

? Burkhards, 9. Nov. Gegen 6 Uhr brannte heute morgen die mit Heu und Frucht gefüllte Scheuer des Landwirts Ludwig Groth gänzlich nieder. Beim' Dreschen war eine brennende Laterne umgefallen und hatte den Brand entfacht. Die hiesige sowie die Wehr aus denv benachbarten KaulstoS waren rasch zur Stelle und konnten, das Feuer auf seinen Herd beschränken; vorzüglich bewährte sich beim Löschen unsere neue Quellwasserleitl^ig. In etwa einer Stunde war man Herr des Feuers, daS bei Wind leicht größere AuSdehming hätte nehmen können. Das Vieh, konnte gerettet werden. Der Abgebrannte ist nicht versichert.

V28 Uhr abds.

Gießen, den 10. November 1906.

Nov. Sicherem Vernehmen nach

Krofdorf, 8.

sollen die bisher vereinigten B ürgerm e i ft e r e i c 11 Atzba ch - Launsbach für die Folge getrennt werden, indem die Bürgermeisterei Launsbach unter Ernennung eines Ehren-

Wintersemcster stattfindenden akademischen Vorträge eröffnete gestern abend vor fast überfülltem Auditorium Professor Dr. Oncken. DaS ThemaDeutschland und Frankreich seit 18 7 1", das er sich gestellt hatte, ist immer interessant gewesen. Die Ereignisse deS vorigen Sommers ließen cs noch doppelt anziehend erscheinen, umsomehr, als der Vortrag politischer Natur mar. Der Vortragende schilderte und be­gründete zunächst die Kluft, die seit 1871 zwischen Deutsch­land und Frankreich gähnt und die unS zum Schaden, den Nachbarn im Osten, Süden und Nordwestcn aber zum Nutzen gereicht. Er verbreitete sich dann eingehend über die Gnm.d- vcrschicdenheit der Bevölkernngszunatune in beiden Staaten und beleuchtete dabei Deutschlands Vorteil. Auf der andern Seite ist Frankreich einheitlicher und, trotzdem es sehr unter den Schulden des letzten Krieges leidet, reicher als wir. Es hat sich und darin zeigt sich Tatkraft überraschend schnell erholt. Lägen Deutschland und Frankreich allein aus der Erde, so wären wir überlegen. Anders wird das Ver­hältnis durch etwaige Koalitionen. Daher war Bismarcks Politik, Frankreich zu isolieren, mit allen Mitteln, was ihm glänzend gelang. Seit 1890 ist eS ja nun umgekehrt ge­worden. Trotzdem ist kein Grund zum Schwarzsehcn vor­handen. Der große Kampf, der kommen muß, steht noch nicht vor der Tür. Es gilt, so schlvß der Redner, die kom­mende Generation darauf vorzubereiten und in nationaler Selbsterziehung unfern Völkertypus 511 stärken. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen.

** Volkstümliches Bibliothekswesen. Um einer möglichst einheitlichen Organisation unb einem Zusammen­schluß aller in der Rhein-Mamgegcnd auf diesem Gebiete vorhandenen Bestrebungen die Wege zu ebnen, beruft der Rhein-Mainische Verband für VolkSvorlesungeu und verwandte Bestrebungen eine Versammlung ein. Sie findet statt am Sonntag, 11. November, nachmittags 4 Uhr, im Restaurant Taunus", Gr. Bockenheimerstraße, zu Frankfurt a. M. Alle Bibliotheken und Lesehallen unserer Gegend werden dringend gebeten, Vertreter zu entsenden oder wenigstens der Geschäftsstelle des Verbandes (A. d. Schmidtstube 7) mitzu­teilen, ob sie ein Interesse am Zustandekommen einer Ver­einigung haben. Auch alle Privatpersonen, die für die V»r- breitlmg gediegenen Lesestoffes Jntereffe haben und in guten Bibliotheken ein Hilfsmittel zum sozialen Fortschritt sehen, sind cingeladen.

Baumfälle n. In der Zeit deS Baumfällens werden an den Straßen uud in den Ortschaften die Reichs-Tele­graphen- und Fe rnsprechleit ungen durch um­stürzende Bäume oder durch hcrabfallende Aelle häufig be­schädigt, weil die Personen, denen daS Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten dem nächsten Postamte rechtzeitig vorher Mitteilung zu machen. Es wird deshalb, da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des ReichS-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postattstalt von der bevorstehenden Bauutfällung rechtzeitig vorher zu benachrichtigen, damit die Absendung eines geeigneten Be­amten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann.

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Kolorit überaus kecken und frappierenden von M. Frey- Frank­furt (früher Karlsruhe) verdienen: hier fesselt und erfreut uns das glückliche Experimentieren mit den verschiedensten Licht- und Farbenwirkungen oder, wie in dem sechsfarbig gemaltenAbend am See", mit technischen Praktiken, dort die sichere Stufe des fertigen Künstlers, der seinen Stil gefunden hat. An nächster Stelle möchten wir C. Kr afft - Eharkottenburg, der neben einigen tüchtigen Oelbildern zwei ganz vortreffliche Lithogray7)ien (Alter Dos, Berliner Dom bei Nacht) ausstellt, und die beiden Brüder Oskar und Otto Leu 'München und Frankfurt) nennen, diesen wegen seiner stimmungsvollen Dämmerungsbilder und der kräfti­gen farbigen Federzeichnunaen. jenen wegen des kecken Temvera- bikdesSarazeneirburg". P. Muth-Worms bringt eine Reihe kleiner flottgemalter Landschaften, die als Schmuck kleiner Zimmer gut wirken mögen, W. Bülow v. Dennewitz-Tießen (am Anrmersee) experimentiert, ähnlich wie Frey, aber nicht ebenso glücklich, mit wunderbaren Farben und Stimmungen. Schlicht und klar, stellenweise mit einer gewissen Aengstlichkeit, zu der der Künstler uns durchaus keinen Grund zu haben scheint, sind die oberhessischen Landschaften von W. Barthel- Gießen aus­geführt. Landschaftsstudien von G. N u h n - Berghausen und zwei Aquarelle aus der Umgebung unserer Stadt von O. Ko w arz ik- Gießen schließen erfreulich diese stattliche Reihe tüchtiger, zu­meist auch für die Zukunft Tüchtiges versprechender Leistungen, denen sich aus dem Gebiete der Radierung noch einige sehr hübsche und feine Landschaften von G. Fritz-Lübben zur Seite stellen.

Crmen Blick in das Lebenswerk eines dahingeschiebenen Künst­lers, des Darmstädters A. Noack, gewähren zahlreiche Oel- gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, auf die an dieser Stelle schon gebührend hingewiesen wurde. Noack, der am bekanntesten wohl 'durch seinMarburger Religionsgesvräch" geworden ist. den wir Gießener auch aus dem trefflichen Bildnis Gustav Adolfs in der Stadtkirche kennen, steht auf dem Boden der Historien­malerei, die er mit Bildern religiösen und weltlichen Swsf.'s bereichert hat. Vorarbeiten zu solchen sind fast alle aus' dem Nachlaß hier vereinigten Werke, meist a'.rsgefülfrte Studien in Oel, die durchaus als selbständige Bilder, gewissermaßen als Ausschnitt aus solchen, wirken. Daneben ist aber auch die schlichte Blei­stiftskizze in schönen Beispielen vertreten. Der Freund Italiens wird gern verweilen bei den Landschaften und Volkstypen aus dem Albaner- und Sabinergeüirge, und wem die moderne Malerei mit ihrer Freude am Helten uud Farbenreichen das Vcrstäntm's für die ruhigeren Wirkungen einer gedampften Farbenskala nicht geraubt hat, der wird an den Interieurs (Benediktkapelle in Subiaco, Ehorraum in der Nonnbergkirche von Salzburg u. a.) sich von Herzen erbauen.

Zum Schluß sei noch einmal hingewiesen auf daS Epita- phium desWolfgang Rompff Senior und Tefefs in erbare Ge­richt Steinbach (f 1577) und der erbare und alten Matron Wal- burge Wolff Rompen sto) nachgelasen ehliche Haus sraw (t 1595)", ein gutes Beispiel für die biedere Handwerkskunst eines «'ober- hessischen, vielleicht Gießener?) Malers vor 300 Jahren. B. S.

Von der Kvlleltion A. Noack wurden verkauft: 1 Oelgemälde, 2 Aquarelle und 2 Zeichnungen, welche in hiesigen Privatbesitz übergehen.

Aussagen des Prälaten freudig zu und bedauere im höchsten Grade den Ton, den D. Schlosser dagegen angeschlagen. Weiter wendet sich der Redner gegen die Ausführungen des Sl)n. Dingeldey. Es handle sich darum, ob ein evang. Geistlicher in einem monarchischen Staat die Republik propagieren dürfe oder nicht, cs handle sich um eine kirchen feindliche Anschauung, gegen die der Geistliche Front machen müsse. Edler, wahrer Idealismus müsse sich mit Abscheu und Ekel abwenden von einer Partei, welche die russischen Revolutionäre ver­herrlicht, die nicht nur Mord, Brand und Raub, sondern auch die Prostitution in ihrer schlimmsten Form be­günstigen. Köhler scheine in einem Gefängnis iyit. leben, wenn er nichts von alldem wisse, in welcher Weise sich die Sozialdemokratie allenthalben gebahre.

Syn. Oberamtsrichter W ah l-Schlitz kann sich ebenfalls mit dem gesamten Verhalten Karells nicht einverstanden erklären. Er legt dies des näheren dar und empfiehlt die Annahnre der von ihm und seinen Freunden eingebrachten Resolution.

Superintendent D. Flöring bespricht nochmals kurz Korells Verhalten bei der Reichstagswahl, während

Syn. Pfarrer Loos-Groß-Umstadt betont, daß man zwischen Sozialdemokraten uud Mitläufern unterscheiden müsse. Die Seelsorge müsse sich zwar auf alle Gcmcinde- glieder gleichmäßig erstrecken, doch dürfe der Geistliche nie für den Antichristen Partei ergreifen.

Damit ist die Debatte erschöpft und die Sitzung wird geschlossen.

Nächste Sitzung: Samstag früh.

Die Ueberreichung der Glückwunschadresse an den Groß­herzog wird morgen vormittag erfolgen.

Die Synodaley Wahl-Langen und Dr. Voigt-Butz­bach haben folgende Kompromiß-Resolution vor­geschlagen:

Die Synode erklärt, daß die vom Großh. Oberkonsistorium gegen Pfarrer Kdrell getroffene disziplinarische Entscheidung vom rein rechtlichen Standpunkt aus, eine verschiedenartige Beurteilung zulaßt, spricht aber der K i r ch e n b e h ö r d e das Vertrauen aus, daß sie auf Grund gewissenhafter Be­rücksichtigung aller Umstände ihre Entscheidung getroffen fet. Die den Einzelfall Korell und dessen formale Behandlung weit­aus überragende Bedeutung erblickt sie aber in der Tatsache, daß das Großh. Oberkonsistorium in seiner Stellungnahme un­zweideutig kundgab, daß irgendwelche politiscfe Forderung oder B e g ii n ft i g u n g der heutigen Sozialdemokratie mit den Amtspflichten eines evang. Pfarrers unvereinbar ist. Diesen Standpunkt billigt die Synode ausdrücklich.

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Sprechstunden der Red.'.lf -.1 11 --1 i'l _ ' 27

ferfren Teil seiner Rede werde ihm vom Regieruugstische keinerlei Antwort gegeben locrbcit, dagegen werde er feine Ausführung bezüglich des Falles Kvrell widerlegen. Der Präsident des Ober­konsistoriums stellt dann eine Reihe von Behauptungen bezüglich deS Urteils über Korell richtig und betont ausdrücklich entgegen dem Vorwurf Kühlers, daß an dem Urteil des Oberkonsistoriums nichts geändert, sondern nur der springende Punkt klarer dar- gestellt worden sei.

Nachdem Präsident Stamm noch mitgeteilt, daß zwei. der eingebrachten Resolutionen zum Falle Kvrell wieder zurückgezogen und an deren Stelle eine längere, mehr vermittelnde Resolutton cingebracht worden sei, über welche erft morgen die Mstimmung .erfolgen solle, schließt die Sitzung.

Nachmittagssitzung.

, Bei Beginn bringt Syn. Frhr. Heyl zu Herrns­heim Klage darüber vor, daß in einigen Zeitungen Berichte über die Verhandlungen der Landcssynode zum Abdruck kommen, die nicht den Anforderungen der Objektivität ent­sprächen, indem die Reden unrichtig oder umgcstaltct wiedergcgcben würden.

Präsident D. Buchner macht bekannt, daß er sich in der Zwischenzeit mit Pfarrer Köhler-Trebur über mehrere Punkte in dessen Rede vom Vormittag ausgesprochen habe und derselbe habe eingesehen, daß er im Irrtum ge- wesen sei.

Syn. Pfarrer Din g ekd ey--Darmstadt führt aus, ihm seien viele Amtsbrüder bekannt, die gegen die^ Sozial­demokratie Stellung genommen hätten, dazu gehöre auch Korell. Das Urteil zu dem Verweis sei zu scharf abgefaßt gewesen, ein warnendes Wort des Obcrkonsrstoriums hatte genügt. Es habe in Deutschland zum erstenmal eine Kirchenbehördc in einer solchen Sache ein Urteil gefällt, und da fei die Hauptsache, daß kein Irrtum vorkäme. Wenn man vor einer Reichstags stichwähl stehe, so befinde man sich immer in der Zwangslage, nach welcher Seite man sich entscheiden solle. Man gebe dann seinen Stimmzettel natürlich nicht aus höheren Gesichtspunkten ab, sondern entscheide, auf welcher Seite das kleinere Ucbel sei. Auch in Baden und Bayern seien von Geistlichen Stimmzettel für Sozialdemokraten abgegeben worden, und wenn wirklich Korell einen Fehler gemacht hätte, so brauchte man ihn nicht juristtsch streng und kühl von oben herab zu maß­regeln. Es bestehe keine sittliche Verpflichtung, monarchisch zu denken, man könnte sonst leicht zu einer politischen Dog­matik oder Kasuistik gelangen.

Syn. Psarrer Widmann- Darmstadt kritisiert das Verhalten Korells. Derselbe habe sich allerdings seinen Wählern gegenüber UnterlassungssündLN zu schulden kom­men lassen, er hätte sich nicht hinter den Wahlausschuß seiner Partei verschanzen dürfen. Er, Redner, Mo den Wahlspruch der Sozialdemokraten sehr, er wünsche nur, daß sie auch danach handelten. Die Behandlung der Ge­nossen bei allen Anlässen sei durchaus nicht brüderlich. Gegen eine solche Partei müsse Front gemacht werden. Durch das Vorgehen unserer Kircheubehörde ist Klarheit geschaffen worden; er freue sich besonders, daß die Kirchrnbehörde anders gehandelt habe, als die Staatsbehörde und spreche ihr dafür offenen Dank aus.

Syn. Fabrikant Römhc ld-Laurahütte ist der Mei­nung, daß der Geistliche sich lediglich seiner Gemeinde und der Seelsorge widmen sollte.

Syn. Justtzrat Dr. Lucius-Mainz: Nicht der Fall Korell, sondern die Stellungnahme des Obcrkonsistoriums ugd die Furage, ob die Grundsätze desselben zu billigen seien, müsse hier den Kardinalpunkt bilden. Im Gegensatz zum Synodalen Dingeldey müsse er erklären, daß der Standpunkt Dr. Buchners vollständig richtig sei. Er halte das Urteil jedenfalls nicht für fälsch, obgleich er bezweifle, daß er es mit unterschrieben haben würde. Die Beurteilung müsse dem besten Wissen und Ge­wissen des Oberkonsistoriums überlassen bleiben. Korell sei n i ch t mit der wünscheuSwe rten Bedachtsamkeit vvrgegangen, die für ihn als Geist­licher notwendig gewescir wäre und die große Mehrheit der Synode werde jedenfalls keinen Zweifel darüber lassen, daß das Oberkonsistorium im Recht sei. Er stimme den

Vemnischtes.

D i e neuesten Eisenbahn Unfälle. Der Stations­vorsteher Hilleinonn auf dem Bahnhof Kültc-Wetierburg im Fürstentum Waldeck wurde von einem aus Warburg ein- fahrenden Personenzuge überfahren und getötet. Ain 9. d. MtZ. entgleiste der Schnellzug Nr. 71 der Strecke Görlitz-Li ssa-Ka lisch hinter dem Bahnhof Kaukcl. Zwei Personenwagen entgleisten mit den Vorderdrehgesiellen. Reisende wurden nicht verletzt. Ein Bahnangestellter erlitt eine starke Fleischwundc; zwei Beamte sind ganz leicht verletzt und konnten sich in ihre Wohnungen begeben.

Eine brave Frau. Ein frecher Raubanfall lourbc abends zwischen 6 und 7 Uhr auf die HändlerSfran Ruber von Lindenberg in der Pfalz auSgesühtt. Als die Fran um diese Zeit von Lambrecht nach Lindenberg ging; wurde sie von einer unbekannten Mannsperson gepaeft und ihr die Geldbörse zu entreißen versucht. Frau Nnber stieß den Kerl aber von sich und gab ihm ein paar schallende Ohrfeigen, das Geld aber hielt sie gut verwahrt. Als der Räuber sab, daß er an die Unrechte gefommen war und sich dann auch noch ein Bahnmart bemerkbar machte, nahm er NeißauS. Hätte man diese Frau doch im Köpcnicker Natha llse gehabt!

©in Bombengeschäft. Ein junger Dichter bittet um 2000 Mark Darlehen zu einer Studienreife nach Italien. Sichert dafür das Verlagsrecht eines Bandes lyrischer Gedichte, von namhaften Kritikern anerkannt, zu. Osfetten unterLenau". Sa lautet eine Anzeige, die in einem Berliner Wochenblatle erschienen ist. Wenn es jetzt keinen Sturm auf die Inseräten-Eppedition gibt, bann ist aller IbealiSmuS ans der Welt geschwnnben. Vielleicht übernimmt eine große Aktienbank die Gründung deL hoffnungsvollen Lyrikers?

K l e i n e T a g e s ch r 0 n i k 2llls bem G 0 r l i tz e r Z u ch t- -li ansS entflohen bvei schwere Verbrecher. Zwei wurden bereits nneber eingefanoen; der drille ist entkommen. Dieselben waren bei Nenovierunasarbeiten bescyä'tigt. In Paris stellte sich der Bahnkassierer Ramat der Staalsanwaltschaft, indem er eingeftaub, 17 5 000 Frks. verun treut zu haben. In B l i b a (Algerien) erschoß der Militärarzt Dr. Thipol die ©atun des Untcrinlcnbanten Ehibe unb schoß sich sodann eine Revoiver- fugel in den Kopf. Er soll die Tat auS Eifrrslicht begannen haben. In Akureyri (Island) wurden Erdstöße verspürt.

Ausznß ßus den ZtaiidesamjsrkgHttN der SlaM Ejknlv.

Aufgebote.

November. 3. Johann Trcnrntschlfig, Kaufmann dahier, mit Marie Brotz in Fauerbach v. b. H. 3. Ludwig Webrum, Schreiner in Leihgestern, mit Marie Leun daselbst. 6. Friedrich Weller II., Pos.bote in Wieseck, mit Anna Kieuzle dahier. 3. Nikolaus Dany, Bahnarbeiter dahier, mit Katharine Becker hierselbst. 3. Ti art in Häuser, Mctallichleifer dahier, mit Marie Karber hierselbst. 7. Wil­helm Klingelhöser, Lokomolivhei-er dahier, mit Rosine Lehr in Danbringen. 7. Georq Hartmann, Kellner dahier, mit Lina Brcido hierselbst. 7. Anton Zirbus, Former dahier, mit Katharine Walter hierselbst.

Ehefchliefrungen.

November. 8. Wilhelm Leinweber. Photograph dahier, mit Käthchen Franz Hierselbst. 3. Konrad Bien, Schneider dahier, mit Katharine Becker hierselbst.

Geborene.

Oktober. 28. Dem Tapezier Philipp Hohmann eine Tochter, Ehristing Karolina. 27. Ter Witwe Marie Lepper, geb. Wagner, ein ehelicher Sohir, Gustav Max Paul. 29. Dem Heizer Friedrich Schnvp eine Tochter. 31. Dem Elektromonteur Ludwig Techert ein Sohn, Wilhelm Johann Ludwig. 31. Dem Eisenbahnassistenten Eduard Krombach eine Tochter, Ottilie Alwine. 31. Dem Jn- slallationsineister Walter Wille ein Sohn, Paul Erich. 31. Dem Monteur Wilbelm 9tubo(! Rössing eine Töchter, Johanna Käthe. 31. Ter Witwe Marie Paul, geb. Kassel, ein ehelicher Sohn, Karl. November. 1. Tem Persichernngsbeamten Friedrich Poyuer eine Tochter. 1. Tew Reuenden Heinrich £mrhnann ein Sohn, Ernst Heinrich. 3. Tem ftau'mfinn Emil GeiSmar eine Tochter, Cäcilie. 4. Tem Kaufmann Ludwig Karl Heinrich Ieckel ein Sohn, Rudolf Werner 9lrno. 4. Dem Zementeur Albino Morello eine Tochter, Elsa Maria. 4. Dem Trerlisler Wilhelm Walther ein Sohn, Ernst Ludwig. 8. Tem Werkzeugmacher Ludwig Volz eirw Tochter, Anna Margarete Minna.

Gestorbene.

November. 2. Joses Seitz. 89 Jahre, Amtsgerichtsdiener t. P., Westanlage 17. 3. Mina Emrich, geb. Kröll, 96 Jahre, Großer Steinmeg 6. 7. Karl Wenzel II., Kausmcnul, 47 Jahre, Walltor- straße 6.