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'J^üiten waren heute IBingeiuenre allein da? e b,e Wiederherstellung 7 gestellt jein können, »• Tie Ingenieure dec ' daß die Ausstandi. a an der Einfahrt >asley Erklärungen von t waren, sich an den "der die Ingenieure die für die Kohlenförderung cn benutzten.
n Abend eine Vcrsanun« eilungen über die Lage sie den Vorschlag dec 75 Francs Tage, der nicht. Tie Anwesen, chlag anziniehmtt. mit dieser Frage zu bc- Verständigung erzielt wi>
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en, 10. April 1A rgen wurde er dem n der Nähe bei Bahnen. Der Stopf lag vom den dienen uni) der m/Mhalö des onaisschr^üe Lmburg. ied'rg. - Nach einer i^nen Mitteilung soll t= einen Selbstmord, fonberr.
Man nimmt an, bah Schnellzug, als dec Zug sihr, in der Schlaftrunken' erfahren wurde.
)eute ist die Schürfung P jj genommen worden. - nlich noch GroßtmLm
Gestern wurde DOni® lisneubau mit
Kostenaufwand von 24000 Mk. genehmigt. Tas Gebäude wird ein stattlicher massiver Bau und enthält außer dem großen Schulsaal noch eine geräumige Lehrerwohnung im ersten Stock.
— Butzbach, 9. April. Nach allem, was bis jetzt über das am 17. Juni hier geplante Oberhessische B olk§ trachte ns est in die Oeffcntlichkcit gedrungen rst, scheint daS Fest sehr schon und reichhaltig zu werden. Etz soll mehrere Abteilungen umfassen: einen Festzug mit Trachten- grupven und historischen Darstellungen, ein Festspiel und eine Ausstellung. Zur Gruppenstellung im Fcstzug haben sich cn. 15 Gemeinden gemeldet.
A Aus der Wetternu, 9. April. Dns schöne Früh- linqswetter hat c5 den Landwirten möglich gemacht, die Frühjahrsbestellung zu beginnen, und so steht man allenthalben Menschen sich regen, um Hafer, Dickwurz, Sommerweizen und Gerste zu säen. Durch das späte Eintreten der warmen Tage ist die Aussaat 2—3 Wochen verspätet. Doch verhinderte auch da? rauhe Wetter das Hervor- brechen der Baumblüten. Die Gefahr des Erfrierens der Blüten ist deshalb nicht groß und bei dem guten Fruchtansatz läßt sich wohl ein gutes Obstjahr erwarten. Allerdings haben die Vögel viele BlütenknoSpcn ausgepickt. DaS Legen her Frühkartoffeln hat bereits begonnen. Die Kartoffelpreise sind wider Erwarten niedrig geblieben, daS Malter kostet 4.50 bis 5 Mk. Der Stand der Saaten ist sehr gut.
y. Büdingen, 9. April. Heute begeht Kammersekretär Klig sein 50jähriges Dienstjubiläum als fürstlicher Beamter. Von dem Fürsten wurde ihm eine kostbare Standuhr überreicht. Der Landesherr verlieh ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des PhilippSordens.
sd. Darmstadt, 9. April. Die Ehefrau des Metzgers Schröder, die bei dem Beffunger Raubmordversuch schwer verletzt wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung, die Stiche haben sich als völlig ungefährlich erwiesen. Der Metzgergeselle Rühl, der die Tat ausführte, liegt noch vernehmungsunfähig im Krankenhause. Ob er wegen Mord- oder Totschlagsversuch unter Anklage gestellt werden wird, hängt von den Aussagen der Verletzten und deS Taters selbst ab. Bisher sind beide noch nicht vernommen worden.
fc. Mainz, 9. April. Die Milch Händler haben sich mit den Milchproduzenten geeinigt bezw. sie haben nachgegeben. Die Händler zahlen den erhöhten Preis und haben für ihre Abnehmer zugleich einen erneuten Preisaufschlag beschlossen. In Wiesbaden behelfen sich bekanntlich die Händler mit der kondensierten Schweizermilch.
Ober-Ingelheim, 7. April. In einer hiesigen Zeitung war gestern folgendes Eingesandt veröffentlicht: pDer heutige Kontrollversammlungsverlauf wäre als ein guter zu bezeichnen, wenn sich nicht die bereits bewährte Kraft unserer Polizei veranlaßt gesehen hätte, einem Manne wegen Sprechens im Gliede zu 48 Stunden Arrest zu verhelfen. Es geht doch nichts über Schneidigkeit." — Die Behörde hat nun, da sich die Gendarmerie beleidigt fühlte, den Namen deS Einsenders festgestellt. Der Mann war selbst Kontrollpflichtiger und wird nun, als unter dem Militärgesetz stehend, bestraft, da er das Eingesandt am Kontrolltage veröffentlicht hat.
Frankfurt a. M., 9. April. Prof. Dr. Petersen, eine besonders in Alpinistenkreisen bekannte Persönlichkeit, beging am Samstag seinen 7 0. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Am vormittag versammelten sich die Vorstände der Frankfurter Sektion des Älpenvereins und der Ehemischen Gesellschaft in dem Heim des Geburtstagskindes. Der Alpenverein überreichte ein Oelgemälde, eine Alpenlandschaft darstellend, und die Chemische Gesellschaft ein Porträt Bunsen?, unter dessen Leitung Petersen in Heidelberg studierte. Am Abend sand im Hörsaale des Physikalischen Vereins eine akad. Feier statt. Prof. Dr. Hartmann schilderte die Verdienste Petersens um die Wissenschaft, besonders um die Physik und Chemie. Ehrenmitglied des Vereins sei er bereits, darum habe man beschlossen, ihn nun zum ewigen Mitglied zu ernennen. Gleichzeitig haben eine Anzahl Freunde eine Stiftung ins Leben gerufen, die den Namen Petersen-Stiftung tragen soll. Prof. Freund sprach im Namen der Chemischen Gesellschaft, die ihn ebenfalls zum einzigen Ehrenmitglied ernannte. Für die Senckenbergsche Administration sprach Prof. Schmidt-Metzler, für die Senckenbergsche Natur- forschende'Gesellschaft Dr. Jassoy, für die Deutsche Cheni. Gesellschaft Prof. Le p si u? - Griesheim, für den Frankfurter Bezirkßverein deutscher Chemiker Dr. Becker, für den Technischen Verein Dr. Popp, für den Verein für Naturwiffen- schasten und Unterhaltung Prof. Richter, für den Verein für Geographie und Statistik Prof. Bleicher. Prof. Petersen dankte in beredten Worten für all die Ehrungen, die ihm zu teil geworden. Der akademischen Feier schloß sich ein Festmahl im „Frankfurter Hof" an. Auch hier wurden noch verschiedene Reden gehalten. Zuerst sprach Justizrat -tr. Haetrlin, dann Prof. Epstein, Prof. Ma urer-Darni- stadt und Rechtsanwalt Dr. Marr-Offenbach. iFr.R. N.)
VerinTschts».
* Berlin, 8. April, um u u er hör ter Roheitsakt hat fick gciier,i auf der Chaussee hinter Lichtenberg am Rieselfeld Tasdorf ereignet. In der Richtung von Frankfurt a. kam ein Automobil herangesaust, in dem stAäwer berliner .perren und eine Kellnerin befanden. An einer Wegbiegung warten die Llutomobilisten plötzlich 'das Mädchen aus dem a gen und fuhren im rasenden Tempo weiter, ohne fich um die Unglückliche zu kümmern. Die Kellnerin hat lick einen doppelten Beinbruch und schwere innere Verletzungen Sugezogen. dem Gemeindevorsteher des Ortes tourde sie nach der Heilanstalt Reu-
Rahnsdorf geschafft. _ _ _ ,. ,
* Leipzig als Stadt des 12. ^cutidjcn Turnfestes 1913. Bekanntlich wird das kommende leltte) Deuyche Turnfest int Juli 1908 in Frankfurt a. M., wo 1880 das vierte Deutsche Turnfest begangen wurde, gefeiert werden In matzgebenden Kreisen der Tcutsckrcn, und im besonderen der hingen Turnerschaft besteht die Absicht, Leipzig als Ltadt d e» 12. xcut* idwn Turnfestes für daS Jahr 1913 in Vor,chlag zu bringen. Fällt doch in dieses die Hundertjahrfeier der Leipziger plackt, jene? weltgeschichtlichen Ereignisses, desien Uriadjen unmittelbar die Gründung des deutschen Vvlkstiirnens durch Friedrich ^Ludwig Jahn veranlaßten. Dazu tritt die Funfztgiahrfeier des unvergeßlichen dritten Deutschen Turnfestes, das in den ersten Augusttagen deS Jahres 1863 in Leipzigs Mauern unter, Teilnahme aller deutschen Männer in so einzigartiger ^.eue begangen wurde. Das Völkerschlachtdenkmal wird 1 einer Vollendung entgegengegangen feilt und einen wichtigen Anziehungspunkt für das Fest bilden.
*TasStändchen. -Ein trittiger Grund für cm Ständchen ist von Mainz zu melden. In einer Wirtschaft ist frohes Treiben, Musik und Becherklang und Hochrufen. Auf der Treppe sitzt eilt kleines Mädchen. 9üif die Frage, was denn hier loS fei, sagte das Mädchen: „Ei, mei Papache is e Ständche gebracht worde". Auf die weitere Frage, ob Papcichcn wohl Geburtstag habe, sagt die Kleine: „Rein, mei Papache is heil von mei'm Mamache g e s ch i e d e w o r'n!"
* R i e s en s chi f fe. Tie beiden Cunard-Dampser Mauri- tania, und Lusitania, die mit vierzig Millionen Mark, welche die englische Regierung geliehen hat, gebaut werden, gehen ihrer Vollendung entgegen. Sie werden im Juni bezw. Juli vorn Stapel laufen. Die beiden Dampfer, die größten ^dnffe, der Welt, werden 60 Fuß läno«'r als das größte bisher gebaute Schiff fein. Die Bruttotonaae beträgt 33 200 Tonnen, die größte Breite 88 Fuß: das Schiff ist mit Turbinenmaschinen ausgerüstet, die über 80 000 Pferdekrärte entwickeln können: die Mindestgeschwindigkeit beträgt 24 Knoten in der Stunde, der vorhandene Platz reicht für 3000 Fahrgäste, und die Besatzung zählt 800 Köpfe.
* Der Prinz als Pferdeknecht. Ein Reffe des jüngst verstorbenen Ras Makonnen b°ffnde1 sich seit mehreren Jahren in Bologna bei dem Ritter Elodoveo Cayarini als — Pferdeknecht. Ali — das ist b**r Rome des jungen Abessiniers — ist von seinem Vater so grausam behandelt worden, daß er nach Europa entfloh und unter Aufgabe seines prinzlick'en Ranges eine gerade freio-'wordene Stall'n"chtsstellung annafmt. Mit seinem Onkel Makonnen stand er b:5 zuletzt in regem Briefwechsel. Der Tod des tapferen R"s hat den prinzlichm Pferdeknecht tief betrübt, und Ali hat seit dem Tage, an welchem die Todesnachricht bei ihm eintraf, noch nicht aufgehört zu weinen. In fernem Testament scheint Ras Makonnen den Reffen nicht bedacht zu hoben, woraus man ersehen kann, daß zwischen den Onkeln aus Afrika und den Onkeln aus Amerika ein grorer Unterschied besteht, ein ebenso großer Unterschied wie zwischen den Reffen aus Mrika und den Reffen aus Europa, denn Ali weint, obwohl er nichts geerbt Hot, was ein europäischer Reffe, der sich in gleicher Lage befände, wahrscheinlich nicht getan hätte.
*DreiZigarren. Im östreichischen Kriege 1866 wurden 500 gefangene östrcichische Soldaten Tt'vh der ostvreußischen Feste Bvyen bei Lötzen gebradrt. Auf dem Wege dorthin verabfolgte ein junger Ostpreuße ans dem Dorfe ein-'m östteichischen Kanonier drei Zigarren, für welche der Oesterreicher dankte; er bat zugleich um den Namen des Gebers. So sind 40 Jahre dahingegangen: aber der Oesterreicher hat diese Liebenswürdigkeit nicht vergessen. Aus Brooklyn in Nordamerika erhielt dieser Tage der Ostpreuße von jenem Beschenkten einen Bries, worin er gebeten wird, zu längerem Besuche nach Amerika zu kommen. Der Schreiber könne jene ihm in schwerer Zeit erwiesene Wohltat noch 'immer nicht vergessen, befinde sich in sehr guten Vermögensverhältnissen und wolle dem einstigen Wohltäter für eine eventuelle Reise vorher das Reisegeld schicken.
Arbeiterbewegung.
Köln, 9. April. Die Bewegung unter den Belegschaften des Saiierlandes nimmt zu. Während die Arbeiter der Schiesergruben Silbacherbrnch und Schilhorn bereits st r e i k e n , traten heute die Belegschaften der Gruben Brandholz und Winterseite in den Ausstand. Auf der Grube Magog wurde einer Anzahl von Arbeitern gekündigt, worauf die gesamte Belegschaft sich mit diesen solidarisch erklärte. Nur eine Grube, die Grube Nuttlar, bewilligte die Forderungen der Arbeiter.
Weimar, 9. Avril. Da in den Lohndifferenzen im S ch u h m a ch c r g e w e r d e keine Einigung erzielt wurde, sind sämtliche Gehilfen heute in den Streik eingetreten.
Universitäts-Nachrichten.
Darmstadt, 9. 9lpri(. Dr. Karl Förch, Privatdozent an der Technischen Hochschule, bat einen Ruf als Hilfsarbeiter an das Kaiser!. Patentamt in Berlin erhalten. (Darmst. Ztg.l
— Die von dem Ehe'redaktenr der „Darmst. Ztg." heraus- gegebene „Südwestd. Korresp." schreibt über den bekannten A n f- r u f der fünf Studenten z u m Austritt a u 5 der Kirche: „Neuerdings scheint der Studentenulk Formen cnizu- nehmen, die wirklich schon das Interesse de? Psychiaters erwecken/ Es folgen einige Säße aus dem Ausruf und dann wird geschlossen: „Wir fürchten," die Verfasser dieses stammenden Protestes werden niemals Männer werden, sondern bleiben, was sie sind, nämlich alte Weiber oder Mufensöhne, die an „dementia invenilis" leiden/
Gerichtssaal.
säDarmstadt, 9. April. Ter Musketier Karl G r c m c l s- pacher aus Basel, heimatberechtigt in Freiburg i. B. wurde im vorigen Jahre zum Regiment Nr. 116 ausgehoben. Er stellte sich aber nicht, sondern begab sich auf die Walze. In Mannheim geriet er mit einem Schlafkollegen in Streit und brachte ihm schwere Stichwunden bei. Später pumpte er in Burgfelden i. E. feine Kostgeberin an und ging ihr mit dem Mietgeld durch. In Lörrach wurde er verhaftet. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn wegen Fahnenflucht, Körperverletzung re. zu 1 o Monaten Gefängnis und Versetzung in die 2. Klaffe des Soldatenstandes.
fc. Frankfurt a. M., 9. April. (Oberkriegsgericht). Ter Unteroffizier Karl Nickel von der 7. Komp. 115. R g t s. war eines Sonntags im Dezember v. I. als Unteroffizier vom Dienst kommandiert. Mittags sagte er den Mannschaften, die mit ihm auf der Stube lagen, sie sollten sich nachmittahs drücken, es komme Besuch. Nachmittags kam er mit einem Mädchen, weil aber dieLente noch da waren, ging er noch einmal mit dem Mädchen weg, nachdem er den Gardisten noch einmal gesagt hatte, sie möchten verschwinden. Das taten sie beim auch bis auf Einen, 'er sich unter dem Bett versteckte. Dem Unteroffizier, der übrigens bestreitet, daß er mit dem Pfädchen etwas Anstößiges beabsichtigt ober getan habe, trug der Vorfall eine Anklage ein wegen Miß- braiichs der D i c n st g e w a l t zu Privatzwecken. Das Kriegsgericht der 25. Division hatte ihn freigesprochen, weil die Aufforderung nicht die Form eines Befehls gehabt habe. Das Oberkriegsgericht aber erfanntc auf 7 Sage gelind en Arrests, weil die Gardisten sagten, einem Kameraden würden sie den Gefallen nicht getan haben.
Hamburg, 9. Avril. Die Strafkammer 2 des hiesigen Landgerichts verurteilte den Redakteur der Zeitung „Ter Hafenarbeiter", Organ des Verbandes der Hafenarbeiter und der verwandten Bernfsgenossen Deutschlands, Goerlitz, zu sechs Monaten Gefängnis wegen Aufreizung verschiedener Bevölkerungsklassen gegeneinander.
L i ii b a u, 4. April. Das „Lind. Tagbl." berichtet über folgende Schösfengerichtsverhandlung: Ter Postbote Anton Keller, der im Spätjahr 1905 auf einige Wochen zur Aushilfsdienstleistung nach Nonnenhorn berufen war, klagte gegen dieGräfinWald- burg - Zeil, deren Gatte in Nonnenhorn eine Villa besitzt, wegen gröblicher Beleidigung. Wenn Keller auf seinem Bestell- gange Post für die Gräfin abzuliefern hatte, mußte er außerhalb des Gartenzaunes lange warten und wurde überdies noch von einem bösartigen Hunde der Gräfin belästigt. Statt die erbetene Abhilfe zu schaffen, beschwerle sich die Gräfin in Begleitung ihres Gemahls bei den Vorgesetzten des Postboten und brachte dabei die umuahrc Behauptung vor, der Postbote habe von ihr verlangt, sie solle ihren Hund erschießen lassen, auch habe er sich gegen sie sehr unpassend benommen. Als Keller sich bei der Gräfin zu rechtfertigen suchte, folgte sie ihm ins Tienstlokal und schrie ihn an: „Sie sind ein ganz unverschämter, arroganter Kerl! Wenn Sie nicht das Maul halten, haue ich Ihnen ein vaar herunter! Ich garantiere Ihnen, daß ich Sie von hier wegbringe, Sie sind ja nur ein Postbote!" Sämtliche Zeugen waren darin einig, daß Keller sich vollständig ruhig mit) artig benommen habe und daß die Anschuldigungen der Gräfin unwahr feien. Angesichts des erdrückenden Beweismaterials bot der Gras schließlich einen
Vergleich an, indem er namens seiner Frau den Vorfall bedauerte und die gesamten Prozeßkoslen übernahm. Das Schmerzlichste bet der Sache ist der Umstand, daß daS Oberpostamt Hein-n Keller auf die Beschwerde des Grafen hin sofort abberief und diesen hiervon „gebührend in Kenntnis setzte, mit dem Beifügen, daß seiner $c- schwerde nunmehr abgeholfen sei.
Handel unö verkehr, Volkswirtschaft.
Berlin, 9. Avril. Tie hier abgehaltene Aufsichtsratssitzung der Held b u rg -Akt.- Ges. nahm die Offerte eines unter Führung der Hildesheimer Bank stehenden Konsortiums an, welche den Erwerb von bis zu ' „ sämtlicher Kuxe der Gewerkschaft „D es- d e in o n a" bezweckt. Ebenso beschloß die Anfsichtsratssitzung, eine neue Anleihe von Mst 2'st Millionen der Gewerkschaft „Frisch Glück" nufer Garantie der Heldburg-Gesellschaft anizunehmen, welche Anleihe von der Hildesheimer Bank übernommen wird.
'Bon der Berliner Borsc. Realisationen und Mangel au Kauflust herrschten am Montag zu Beginn der Börse in Berück- fiditiaimg der nahenden 4 Börsenfeiertage. Auch die unklaren politischen Verhältuiffe in Rußland arbeit recht zu denken. Auch herrscht in betreff der russischen 9In(cihcbcmühunacn, da man weder in Amerika noch in England so redit anbeißen will, Zurückhaltung. Weiter wird von Rußland aemelbet, daß neue Baluisvemmgen int Innern des Landes zu befürchten sind. Auf dem Montanmarkt wirkte drückend die Vorsichtsmahnung, die in der Gelsenkirchener Generalversammlung ansgefvrochen wurde. Es gingen Bochumer, Deutsch-Luxemburger und Rheinische Stahlwerke zurück. Auch der Kurs der Laurahütte wich auf die angedrohten Aussperrungen im schlesischen Metallaewcrbe. Banken waren gleichfalls nadiacbcnh und für amerikanische Bahnen fanden sich keine Käufer. Oester- reichische Werte waren lebhaft gefraat und konnten steigen. Hingegen war auf allen anderen Gebieten die Haltung lustlos und blieb es bis zum Schluß. Privatdiskont wieder anziehend 35,8 Prozent.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 11. April 1906: Trübung und Regen (stellenweise Gewitterregen). Zunächst noch wärmer, besonders nachts. Teilweise windig.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Orrginal-Drahtmeldunge«.
Altenbeken, 10. April. Den deutschen Arbeitern beim Altenbekener Tunnel wurde eine Lohnerhöhung bewilligt, die Kürzung der Arbeitszeit aber abgelehnt. Damit ist der Aus- st a n d b e e n d e t.
Kiel, 10. April. Die ch i n e s i s ch e S t n d i e n k o m m i s s i o n unternahm am 9. April eine Fahrt mit Hochseetorpedobooten. Abends veranstaltete das See°Ofsizier-Korps ein ^Festessen.
Hambma, 9. April. Eine Verfammlung sämtlicher Arbei t- geber des M a l e r g e w e r b e s und Mitglieder der Malerimd Lackiererlnnungen von Hamburg-Altona, Wandsbeck, Lübeck und Bremen sprach die Ucberzeiigung au$, daß es sich bei der Ai a l e r g e h i l f e n b e w e g u n g in Berlin, Bremen und Lübeck lcbiglich um eine Machtprobe zum Zwecke der Sprengung des Bundes und des Berlin-Hamburger Meisterkartells durch die über ganz Deutschland verbündete und in Hamburg zentralisierte Gehilfenschaft handelt. Zur ltlbwehr dieser Gefahr beschloß die Versammliing: Wenn der in Berlin ausgebrochene Ausitand der Malergehilfen nicht bis spätestens am 12. April von der Streikleitung aufgehoben ist und die 2lusständigen die Arbeit wieder ausgenommen haben, so sollen am 14. April alle in den Malereibetrieben des Bundesgebietes Hamburg, Altona und Wandsbeck beschäftigten Gehilfen entlassen merben. Die Wicder- einstelliing von Entlassenen sowie die Neneinstellilng von Gehilfen überhaupt darf nicht früher als an dem Tage, an dem her Ausstand in Berlin als beendigt erklärt wird, stattfinden. Ter vom Bundesvorstand außer Kraft gesetzte Tarif soll erft mit dem Tage wieder in Kraft gesetzt werden, an dem der Verband der Malereigeschäfte in Berlin und Vororten auf Grundlage seiner letzten Angebote den neuen Tarif in Kraft setzen kann.
Jena, 10. Avril. Die Tischler sind wegen Lohnstreitig- Feiten ausständig. Ter Verband und der Gewerkverein gehen gemeinsam vor.
Braunschweig, 10. April. Der Streik im Helmstadter B r a u n k o h l e n r e v i e r wurde einstimmig abgebrochen.
Stuttgart, 10. April. Gegen den Baiiimternehmer Architekt Erasmus R ü cf a a u e r in Stuttgart ist Anklage erhoben worden. Er hatte für seinen Sohn, den Baumeister Eugen Rück- gaucr, der das Unternehmen leitete, den Bauvertrag mit dem Wirt des e i n g eft ür 31 cn Gasthofs in Nagold für 4000 Mark abgeschlossen.
Neavel, 10. April. Nach dem Ein stürz der Kaserne in Ottajano werden ein Carabinerie-Ehepaar und ein Unteroffizier vermißt.
Pilsen, 10 April. Die Aktienbrauerei st e l l t e infolge der gemachten Zugeständnisse den gesamten Betrieb ein und ei»t ließ sämtliche Arbeiter.
Odessa, 9. April. Da? Militärgericht verurteilte heute den G r e n z w e h r m a nu Jgnatiew zum Tode durch den Strang, weil er zwei Frauen und ein drei Monate altes Kind ermordete, da die Frauen ihm von ihm verlangte 25Kopeken nicht geben konnten. Jgnatiew war während der jüngsten Bauernunruheii mit der Bewachung von bedrohtem Eigentum betraut gewesen.
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Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, miteeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frnnkfurter Hörse. 10. April, 1.15 Uhr.
3K°/o Reichsanleihe • • 100.30 3% do. . . 89.90 314°/o Konsols .... 100.35 3 % do. .... 88 80 3%°/0 Hessen.....—•—
3i^°/n Oberbessen . . . —.— 4°o Gestern Goldrente. . 100.60 4*/6 °-< Gestern Sil betreute 101.30 4% Unsan Goldrente . . 98.25 4% Italien. Rente . . . —.— 3?o Portugiesen Serie I . 69.40 3% Portugiesen „ III 70.85 4}a°'o russ.Staatsanl. 190"» 91.75 4}A° „ japan. Staatsanleihe 9510
4 % Conv. Türken von 1903 93.50
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Sch ackert . . . Esehweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bersrwcrk . Hamburg1-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd . . . . . Obei«cliles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .
Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . .
14300 131.50 259.50 226 60
164 60 216.75 246.— 135 50 129.70 171.80 144.90 240 70 187.00 189.00 162.30
Turkenlose .
. 147.40 Kreditaktien.....214.10
4% Griech. Monopol-Anl. 54.50 4% äussere Argentinier . 92.10 3°/0 Mexikaner .... 68.80 4 >5% Chinesen .... 98.50
Aktien:
Bochum Guss..... 246.30
Baltimore- und Ohio-
Eisentahn . . - 113.60
Gotthard bahn.....—
Lombard Eisenbahn . . 24 40 Oesterr. Staats bahn . . . 147.20 Prince-Henri- Eisenbahn . 143.60
Buderus E. W . ... 129.50
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 10. April.
Canada E. B......172.90
Darmstädter Bank . . . 145.20 Deutsche Bank .... 240.25 Dortmunder Union C. . . 86.50 Dresdner Bank .... 162.00
Anfangskurse.
Harpener Bergwerk . . . 216.60
Laurahütte . . , . 245.50
Lombarden E. B. ... —.—
Nordd. Lloyd.....135.60
Türkenlose . ... —.—
Tendenz: ruhig.
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