allerdings wurde ihnen der Handel noch er chwert durch die hohen Einkaufspreise im Auslande, wvzu noch der bekanntlich sehr hohe Eingang6zoll kommt, b--r für Pferde seit dem 1. März d. I'. befahlt werden mich. Auf der andern Seite hat dieser hohe Zoll den. Vorteil, daß er unserer heimischen, in Oberhessen im Zunehmen begr offenen Pferdezucht zugute kommt. Wer regelmäßig der Pr imiicruitg des Pserbematerrals, das sich im Besch von Le ndwirten aus Oberhessen befindet, auf unseren Gießeüer Pferdemärkten mit Interesse und Aufmerksamkeit beiwohnt, kann nur erfreut sein, wie von Markt zu Markt das Material sich zahlreicher und edler entwickelt zeigt. Be l anders lobend und anerkennend sprachen sich gestern die $,• erren der Prä- miierungskommission über die vorgeführte n Fohlen aus, wobei einer der Preisrichter begeistert erklärte: „Wenn wir im Lande so weiter züchten, machen wir uns vom Auslande unabhängig", welche Hoffnung! allerdings Wohl frommer Wunsch bleiben wird.
Bei dem schönen Wetter fehlte es nc türlich nicht an Zuschauern, die gekommen waren, nm sich au den schönen Tieren satt zu sehen und sich am' Leben und Treiben des Marktes selbst zu lustieren. Auf einer neu errichteten Tribüne konzertierte eine stärkte Musikkapelle. In dem Restaurationszelt ging es überaus lebhaft her. Hinter dem Zelt arbeitete die Verlosungskommission und ließ sich Pferde zum Ankauf für die Verlosung vorführen.
-TaS größte Interesse erregten natürlich die Arbeiten der Prämiierungskommission, deren Mitglieder bei der Fülle des vorgeführten Vorzüglichen in vielen Fällen ihre Muhe hatten, von dem Besten das Beste zur Auszeichnung herauszufinden. Mittags gegen V2I2 Uhr staute sich die Menge um deu großen abgegrenzten Ring, in befielt Mitte das Zelt für die Mitglieder der Prämiierungskommission seinen Platz hatte. Tie Musik stimmte eine flotte Weise an und es begann die Musterung der im Privatbesitz befindlichen Tiere usw. Tie Brauerei Bichler brachte, allerdings außer Konkurrenz, einen einjährigen braunen belgischen Hengst und einen ebensolchen zweijährigen Rot- chimmel, sowie ein Paar einjährige Rappen zur Schau, amtlich in ihren Stallungen geboren. Hierauf wurden edle Tiere der Herren Bichler, Bur? und Kreuzburg in allen Gangarten vorgeritten. Ueberraschend war die Vorführung von Geschäftsfuhrwerk Elegant und chik war das Fuhrwerk des Metzgermeisters Fr. Schreiner, des Bäckermeisters Löber und des' Gemüsehändlers Joh. Hankel. Ter letztere hatte seinen Rollwagen mit Blattpflanzen, Gemüse und Obst wirkungsvoll arrangiert. Es folgten darauf in langer Reihe die Chaisen, zuerst die Einspänner, an deren Spitze Fräulein Kirch ein elegantes Gig lenkte. Mit Chaisengespannen beteiligten sich Fabrikant A. Klingspor, Hoflohnlutscher Huhu mit je einem Ein- und Zweispänner, während Weinhändler Schwan einen Fuchs im Halbverdeck vor-
Wirte gaben nach.
Bad-Nauheim, 11. Sept. Hier ist am Samstag der Dichter und Publizist Wolfgang Kirchbach gestorben. Er war in London 1857 geboren. Von seinen Arbeiten sind zu nennen: der Roman „Das Leben auf der Walze", die Nomanzyklen „Kinder des Reiches" (dieses Buch führte s. Zt. zu einer hitzigen Debatte im Reichstag), ,®ie Weltfahrer", die dramatischen Arbeiten: „Waiblinger", „Die letzten Menschen", „Eginhard und Emma", „Jung gefreit", „Wien" und seine Gedichtsammlungen „Gedichte" und „Lieder vom Zweirad". Viel beachtet wurden auch seine religions-philo- sophischen Schriften „Was lehrte Jesus?" und „Das Buch Jesu", die 1897 erschienen.
X Dortelweil, 11. Sept. Hier hat sich vor einiger Zeit ein „Verein zum Schutze der nützlichen Sing- -vägel" gebildet, dessen Bestrebungen und bisherige Tätigkeit zum Schutze der kleinen Helfer unserer Landwirte und Obstzüchter allgemeine Beachtung und Nachahmung verdiente. So hat der Verein unter Leitung des Lehrers Stock zwei Vogelherbergen an der Nidda angelegt und diese mit Hollunder, Hainbuchen, Eschen, Fichten, Erlen, Schwarzdorn, Weißdorn, Wachholder, Birken, Pappeln, Heckenrosen und Akazien bepflanzt und das Flußufer mit Weidengebüsch «ungesäumt.
[] Marburg, 11. Sept. Aus Eifersucht schoß gestern in Roßdorf bei Kirchhain ein junger Mann auf ein Mädchen, das sich in Begleitung seiner Tante befand. Während das Mädchen unverletzt blieb, wurde die Frau in die Hand getroffen. Der Täter wurde alsbald der Gendarmerie übergeben. — Aus Wehlheiden traf heiste die Nachricht ein, daß aus dem Gefängnis drei Gefangene entwichen seien.
ührte.
Tie Prämiierung hatte bas folgende Ergebnis:
Abteilung II. Wagcnschläge paarweise: S. Michel- Gießen 1. Preis, Jakob Leopold-Nidda 2. Pr., Salomon Lamm-Kirdorf 3. Pr. Abteilung III a. Schwere Arbeitschläge paarweise: S. Michel-Gießen 2. Pr. Abt. IIIb: Leichte ArbeitSfchläge paarweise: S. Michel-Gießen und Aug. Frensdorf-Gießen je 2. Pr., Ed. Kaufmanu-Nieder- Weisel und I. Leopold-Nidda je 3. Pr. Abteilung IVa. Schwere Arbeitsschläge einzeln: Aug. Frensdorf-Gießen 1. und 2. Pr. Ab teilung IV b. Leichte Arbeitsschläge einzeln: Aug. Frensdorf-Gier en 1. und 4. Pr., S. Michel- Gießen und I. Halbe.'tadt-Löhnberg je 2. Pr., Ed. Kauf- mann-N.-Weisel und M. Bing-Lich je 3. Pr. Pferde im Besitz von Landwirten, die Mitglieder des Landes-Pferdezucht- oder landw'irtsch. Vrovinziolvereins sind: Abt.Va. ArbeitSfchläge einzeln: K. Häuser XX., Nieder-Weisel, 1. Pr., K. Kraußgrill VIII., N.-Weisel, K. Volp-N.-Weisel und Joh. Aach-Nied er-Weisel je 2. Preis, Wilh. Göbel-Pohlgöns Bürgermeister Kulm-Ober-Bessingen, Jak. Klippcl-Nieder- Weisel und G. Biehl I.-N.-Weisel je 3. Pr. Abt. Vb. Arbeitsschläge paarweise: I. Faber X.-Leihgestern 1. Pr., W. Haffcr III.-N.-Deisel 2. Pr., H. Bender-L>ofgut Griedel 3. Pr. Abteilung Via. 3jährige Fohlen (Wagenschläge): K. A. Wagner-Langgöns 1. Pr., W. Faber-Kirchgöns 2. Pr., Ph. Nock-Hattenrod 3. Pr., P. Esau-Gr.-Buseck 4. Pr. Abteilung VI b. 3jährige Fohlen (Arbeitsschläge): Bürgermeister Kreuder-Vadenrod 1. Pr., I. Faber X.-Leihgestern 2. Pr. Abt. VIIa. 2jährige Fohlen (Wagenschläge): I. Gon- trum-Röthges 1. Pr., W. H. Fenchel-Griedel 2. Pr., Fr. Fenchel-Griedel 3. Pr., H. W. Straßheim-Griedel 4. Pr. Abt. VIIb. 2jährige Fohlen (Arbeitsschläge): G. W. Straßheim-Griedel 1. Pr., H. Schmidt-Münch-Leusel 2. Pr., K. G. Jung-Leihgestern 3. Pr. Ab t. VIII. Zuchtftuten mit Fohlen oder gedeckt (Wagenschlüge): G. Tietrich-Langel bei Hungen 1. Pr.', K. Volp-N.-Weisel 2. Pr., G. W. Straßhenn-Griedel 3. Pr., W. Göbel-Poh'lgöns 4. Pr.. K. Tilges-Fauerbach V. d. H. 5. Pr., F. Fenchel-Griedel 6 Pr. Abt. VIIID. Zuchtstuten mit Fohlen oder gedeckt (Arbeitsschläge): I. Klippet-N.-Weisel 1. Pr., G. Bill I., N.-Weisel 2. Pr., I. A Heinz-N.-Weisel 3. Pr., K. Kraußgrill VIII., N.-Weisel 4. Pr., G. W. Straßheim-Griedel 5. Pr., H. Schmidt-Münch-Leusel 6. Pr. Für im Vrivatbesitz vorgeführte Pferde usw. erhielten nachstehende Eigentümer Ehrenpreise: Fr. «Schreiner, Max Kreuzburg, Wilh. Löber, A. Klingspor, Joh. Hankel und Karl Huhn, sämtliche in Gießen. Aug. Schwan und Jean Kirch hatten ihre Gespanne außer Konkurrenz Vorfahren lassen.
Hrkurston des technischen Hereins.
B—r. Gießen, 12. Sept.
Der technische Verein Gießen hatte mit den benachbarten technischen Vereinen Wetzlar und Weilburg für den vergangenen Sonntag eine gemeinschaftliche Besichtigung der Kalk- und Ziegelwerke des Herrn August Gabriel fr. in Gießen verabredet.
Die auswärtigen Teilnehmer an dieser Exkursion wurden morgens von einigen Herren des Gießener Vereins am Bahnhofe empfangen und bis zum Neustädter Tor geleitet, wo sich noch weitere Mitglieder des techn. Vereins Gießen anschlossen.
Bei günstigstem Wetter zog man es vor, die Strecke bis zum Abendstern zu Fuß zurückzulegen, um die Frische des schönen Somnwrmorgens voll und ganz zu genießen Am Windhof angelangt, gruppierten sich die Teilnehmer au der Freitreppe an der Westfront zu einer photographischen Aufnahme, welche von Ingenieur Frey-Wetzlar ausgeführt wurde. Beim Eintreffen auf dem Werke wurden die Vereine von Vertretern des Herrn Gabriel begrüßt und besichtigten nun, meist in zwei getrennten Gruppen, die hochinteressante Fabrikanlage. Der Rundgang begann mit der Bepchligung der Kallöfen, der Förder- und Vorbereitungsanlagen für Kalk und Terrazzomaterial, der maschinellen Anlagen für die
Herstellung des gemahlenen Kalkes sowie der Dampfmaschinen- und Dampfkesselanlagen. Als zweiter Teil folgte sodann die Besichtigung der neuen Ziegeleianlage. Hier lüiirbc die Fabrikation der Ziegelsteine, von der Gewinnung de§ Rohmaterials bis zum fertig gebrannten Ziegel, eingehend erläutert. Allgemeines Erstaunen erregte bei den Besuchern ein mächtiger Kollergang, welcher zur Vorbereitung des Rohmaterials bient; außerdem wurde gezeigt, wie der Stein auf der Steinpresse seine Form erhält und in großen Zügen wurde erklärt, wie dem frisch geformten Stein das in ihm enthaltene Wasser in dem patentierten Trockenofen (eigene Erfindung des Herrn Gabriel) wieder entzogen wird, um ihn zum Einsetzen in den Brennofen brauchbar zu machen. Dieser Ofen — ein Ringofen von ganz bebeutenben Dimensionen — weckte denn auch das Interesse der sämtlichen Besucher. Der Gang des Fe««ers im Ofen, die Führung und WärmeauS- nutzung der abziehenden Heizgase sowie das Einsetzen und Ausfahren der Steine wurde gezeigt und eingehend erläutert. Nach Verlassen des Ofens wurden die fertiggebrannten Steine auf ihre Qualität geprüft und für ganz vorzüglich befunden. Inzwischen war auch Herr Gabriel cingetroffen und begrüßte nun die erschienenen Vereine, worauf er noch einige Proben von Versuchen zeigte, die er mit seinem Rohmaterial angestellt hatte. Schließlich wurden noch die Arbeiterwohnungen, Bade- und Aufenthaltsräume besichtigt und allgemein als muftergiltig befunden. Hierauf folgte auf dem Windhof ein gemeinschaftlicher Frühschoppen und nochmalige eingehende Besprechung der Anlage.
Ingenieur Frey-Wetzlar dankte sodann im Namen der versammelten Vereine Herrn Gabriel und empfing von Herrn Gabriel den Dank für den freundlichen Besuch. Herr Kocker- beck brachte alsdann ein Hoch auf die deutsche Technik aus, worauf die Tafelrunde nach zwei weiteren photographischen Aufnahmen aufgehoben wurde, weil die Wetzlarer Herren die Heimreise antreten mußten. Man trennte sich mit dem Versprechen baldigst wieder Gelegenheit zu nehmen, um recht oft solche interessante und lehrreiche Exkursionen gemeinschaftlich auszuführen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 11. Sept.
Sachbeschädigung.
Ter Weißbiudermeister I. K. von Bad-Nau beim hatte sich mir drei seiner Arbeiter vor dem Schöffengericht wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Er hatte die 2(rbeiler veranlaßt, die Aeste von i)cn vor seiner neuerbauten Villa stehenden Ulmen- bäumen zu entfernen, sodaß diese verunstaltet und in ihrem Wachstum gefährdet würben. Tas Schöffengericht sprach die Arbeiter frei, da sie im Auftrag des K., der ihre austauchenden Bedenken zu zerstreuen gewußt hatte, gehandelt haben. K. selbst wurde zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. Tie Staatsanwaltschaft locht das Urteil an, hielt aber nur bezüglich des K. wegen deS Strafmaßes die Berufung aufrecht. Ter Angeklagte machte geltend, daß er sich ui der Maßnahme berechtigt geglaubt habe, da der Maler den Eindruck der Fassadenverzierung durch die Aeste nicht beobachten konnte, während andererseits von der Kurdirektion darauf hm- gciniefcn wurde, welch enorme Arbeiten und Kosten erforderlich sind, bis eine Allee in dem Zustande ist, wie die an der Villa des Angeklagten vorbciführende. Das Gericht kam zur Erhöhung der Strafe auf 50 Mk.
Wege» Beleidigung eines Staatsanwalts.
Als Ende Juni vor der Strafkammer gegen den Kellner W. F. von Mainz wegen eines hier verübten Mansardendiebstahls verhandelt wurde, und der Staatsanwalt den Antrag gestellt hatte, ihn zu einer längeren Zuchthausstrafe zu verurteilen, sprang er auf und schrie, sich mit geballten Fäusten gegen den Staatsanwalt wendend, mit lauter Stimme: Schuft, Gauner und verschiedenes andere. Der Gefangenaufseher und ein zufällig als Zeuge anwesender Schutzmann faßten den sich wie rasend gebärdenden Angeklagten, um ibn vor weiteren Ausschreitungen abzuhalten. Es gelang ihnen erst nach heftiger Gegenwehr, unter Ausbietung aller Kräfte seiner Herr zu werden und ihn zu fesseln, da er um sich schlug, trat und biß, sodaß beide Beamten Verletzungen davon- trügen. Infolge Stellung Strafantrags durch die vorgesetzte Behörde des Staatsanwalts, erfolgte Anklage wegen Beleidigung und Widerstands. Da der Angeklagte angab, er könne sich nicht mehr auf den Vorfall erinnern, da er an Bewußtseinsstörungen lewe, so wurde er von einem Sachverständigen aus seinen Geisteszustand untersucht. Dieser stellte zwar fest, daß der 9(ngef(agte, der schon als Kind von seinem Vater, einem Trunkenbold, und von seiner Mutter, einer unsittlichen Person, zum Haus hinausgestotzen wurde, sodaß er bald auf die Bahn des Verbrechens geriet und jeben ittlichen Halt verlor. Er schilderte ihn als einen lahzormgen, nervösen und sittlich-moralisch minderwertigen Menschen, der aber doch für sein Verhalten verantwortlich zu machen sei. Das Gericht setzte hierfür f e ch s M 0 n a t e G e f ä n g n i s an, die e^ in mer Monate Zuchthaus umwaudelte unb mit drei Monaten m Anrechnung brachte, sodaß er unter Einbeziehung der früher erkannten Zuchthausstrafe von drei Jahren und fünf Tagen m eine ®e'omt- strafe von drei Jahren, drei Monaten und fünf Tagen Zuchthaus verurteilt wurde, welch» Strafe er sofort anerkannte. Dem beleidigten Staatsamvalt wurde die Besiigms zuerkannt, das Urteil im Gießener Anzeiger zu veröffentlichen.
Ein rabiater Schwiegersohn.
Das Schöffengericht Alsfeld haste den Fabrikarbeiter F. Sch. von Romrod wegen Beleidigung unb Bebrohung zu 7 Monaten Gefängnis unb wegen Ruhestörung zu 6 Wochen Haft veriirteist, nachbem es sestgestellt hatte, baß er seine Frail und sevie Schwiegermutter mit Umbringen bedroht hatte, so daß sie sick flüchten mußten. Ebenso hatte er zwei Rachbarssrauen mit dem Messer bedroht, so daß die eine vor Schrecken in Ohnmacht fiel unb die andere am qgmcii Körver zitterte. Das Schöffengericht war der Ansicht, baß der wegen Gewalttätigkeiten dreizehn Mal vorbestraste Angeklagte die ganze Strenge deS Gesetzes fühlen muffe, zumal er ,seiner Frau einen nicht wiederzugebenben, die Frauenehre ams tie'ste berab ui setzen geeigneten Vorwurf in verleumderischer Weise gemacht hat. Unter anderem hat er dem Arzt, der seine kranke Frau besuchen sollte, sagen Taffen, salls er ins Haus käme, würbe er ihn hmaus- werfen. Er focht das Urteil an unb behauptete, daß ferne bei tpm wohnende Schwiegermutter an allem Schuld fei; das Gericyr würbe seine Handlungsweise für, erklärlich halten, wenn es ein Leumundszeugnis bezüglich der Schwiegermiitler em holen wuroe. Das Berilfiingsgericht halte weder zu weiteren Beweiserhebungen, noch zur 9lenberung des Urteils Anlaß, weshalb das Crfenntn seine Bestätigung sand.
Ein beleidigter Bürgermeister.
Schon vor Jahresfrist hatte der Gemeinderat zu Vübingeir die Erbauung eines neuen Schulhauses beschlossen. Man tonnre aber bezüglich der Platzsrage keine Einigung erzielen und dieses zeitigte die Spaltmig des Genieinderats in zwei Parteien, was viele Unannehmlichkeiten unb heftige Diskussionen ’n_°cl .. memderatssitzungen nach sich zog. Der Gememderat W.D^^machte beni Bürgermeister St. ben Vorwurf, et haste em Gemeinberats Mitglied davon abgehalten, ben Kausakt bezüglich des Schu Platzes zii unterschreiben, womit er ihm den Vorwurf der machte. Der Bürgermeister erhob gegen D. wegen Bele digmig Privatklage, die vor bem Schöffengericht nut ^rurteilimg zii emer Geldstrafe von 20 Mk. endigte, ivelches Urteil et durch Bern ung ansoclst. Die Berufmigsverhandlung iülirle zur Aufhebung d ese Urteils unb zur Freispre ch u n g desD da er d'e Beha ptung im guten Glauben ausgestellt hatte, w.w 0. ihm au der Absich * beleidigen fehlte.
narbe-) Regiments Nr. 115 unb dem Obersten Grafen von ‘ Westarp, Kommandeur des 1. Großh. Feld-Artillerie-Regi- ; mentS Nr. 25 (Großh. Artillerie-Korps); das Ritterkreuz : 1 Klasse desselben Ordens dem Major v. Amelunxen, . Adjutanten der Großh. (25.) Division, dem Major ^rhrn. Treusch v. Buttlar-Brandenfels, Bataillonskommandeur im 1. Großh. Jnfanterie-(Leibgarde-)Negmient Nr. 115, dem Major Frey er, Bataillonskommandeur un Jnsanterie- Leib-Regiment Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, dem Major Buchholtz, Bataillonskommandeur un 5. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 168, dem Major v. Pannwitz, Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk II Darmstadt, dem Major Frhrn. v. Keyferlingk, Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Worms, dem Jntendanturrat Nordhofs, Vorstand der Intendantur der Großh. (25.) Division, den Hauptleuten Otto Wilhelmi, Balthasar und Becker, 51ompagnie- Kiefs im Jnfanterie-Leib-Regiment Großherzogin (3. Großh. Hess.ä Nr. 117, dem Rittmeister Tlndreae, Eskadronchef un 2 Großh. Dragoner-Pegiment (Leib-Dragoner-Regiment) Nr 24 dem Ober'tabs-Veterinär Reinicke und dem Oberzahlmeister Kuhn vom 1. Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr 25 (Großh. Artillerie-Korps), sowie dem Oberzahlmeister St'amm vom 1. Großh. Jnfanterie-(Leibgarde-)Neg.ment Nr 115* baS Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Oberleutnant Kolb vom 1. Großh. Jnfanterie-(Leibgarde-) Regiment 91r. 115, dem Stabsveterinär Schneider vom 2. Großh Feld-Artillerie-Negiment Nr. 61 unb dem Militär» Bauregistrator Burggraf beim Militär-Bauamt Darmstadt; das Silberne Kreitz desselben OrdeuS dem Unterzahlmeister Zulauf vom 2. Großh. Feld-Artillerie-Regunent Nr. 61, den BezirkSfeldwebeln Fortnagel vom Bezirkskommando Gießen und Oes er vom Bezirkskommando I Darmstgdt, dem Wachtmeister Günther, sowie den Vizewachtmeistern Gerste r, Schmidt unb Hensel vom 2. Großh. Dragoner-Regnnent (Leib-Dragoner-Regiment) Nr. 24.
** Aus der sozialdemokratischen Partei. An Stelle des Anfang Oktober au§ seinem Amte als hessischer Parteisekretär scheidenden Abg. Dr. David wurde Landtagsabg. Orb vom Landeskomitee der hessischen Sozialdemokratie als LandeSsekretär gewährt. — Für die neubegründete Stelle eines Parteisekretärs für den Wahlkreis Offenba ch- Dieburg wählte der Kreisvorstand Rink-Urberach. (Die „Kl. Pr." meldet ferner, daß Abg. Dr. David nach Berlin übersiedeln werde.)
* * Der Klapperstorch im Automobil. Daß der Klapperstorch in der Eisenbahn öfters Einkehr hält, ist bekannt, doch auch im Automobil hat er sich dieser Tage eingestellt und einer Insassin ein kleines Knäblein beschert. Ter Kraftwagen brachte die Mutter unb den kleinen Automobilisten nach Gießen.
• • Drachensteigen. Zurzeit vergnügen sich die Knaben auf den vom Getreide befreiten Feldern, auf den Chausseen und selbst auf den Stadtstraßen mit dem Drachen- steigenlassen. Da aber in der Stadtnähe und auf den Chausseen sich die Drachenschwänze oft in die Telegraphen- und Televhondrähte fangen und dadurch Betriebsstörungen beim Telegraphen- und Telephonamt entstehen, seien die Eltern darauf auftnerksain gemacht, daß sie für den durch ihre Sprößlmge verursachten Schaden haftbar sind. 9(uf freiem Felde können sich die Jungen unbesorgt dem Vergnügen des „Drachensteigens" hingeben.
- h Klein-Linden, 11. Sept. Das von der Dorf- jugenb alljährlich am Sedantag auf dein Schildberg ange- -ünbete S edanf euer wurde dieses Jahr verboten.
= Gambach b. Butzbach, 10. Sept. Auch hier versuchten die Wirte eine Verteuerung des Bi e rpreifes herbeizuführen, sie forderten für 0.3 Liter 10 Pfg., für 0.4 Liter 12 Pfg., während seither der Schoppen (V2 Liter) nur 12 Psg. kostete. Sämtliche Biertrinker streikten unb die
Herbstpferdernarkt in Gießen.
th. Gießen, 12. Sept.
Ter gestrige Herbstpferdemarkt kollidierte mit lern am Tage vorher abgehnltenen Frankfurter Pferdemarkt, ein Umstand, der natürlich für unfern Provinzmarkt zu Ungunsten ins Gewicht fiel. Hierzu kam, das unser Markt ausnahmsweise am Dienstag abgehulten werden mußte, weil der ältere Schwesternmarkt in Homberg a. O. schon immer auf den heutigen Tag fiel und bei Ansetzung des Gießener Marktes darauf Rücksicht genommen werden mußte. Tas auf dem Markt befindliche Pferdem'aterial, bestehend in 212 Pferden und 34 Fohlen, bestand in der Hauptsache aus schweren Arbeitsschläaen, um die sich gleich von Beginn des Marktes an ein lebhafter Handel entwickelte. Das Geschäft war für die Verkäufer leidlich zufriedenstellend,


