Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
die einen
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Ausdruck gibt, ein Mann, der auch dann aus der Menge Un herausragen würde, wenn nicht die Krone eines Weltreiches" ^ci
aus eine
Jahre getrocknetes Obst int Werte von rund 17 Mill. Mk. aus den »Staaten* nach Deutschland ausgeführt worden. Einen derart sich äußernden „idealistischen Geist" begreife wer kann! DaS internationale Einvernehmen auf eine gefimbe Grundlage zu stellen, ist er wohl kaum geeignet. Man kann deshalb den Amerikanern nur wünschen, daß recht bald ein ehrlicher »realpolitischec* Geist über sie konnnt.
Handelsvertrag mit Deutschland als erwünscht bezeichnen, z. B. die Obstexporteurc. Mit Genugtuung auf diese Bundes- genossenschaft 511 blicken, hat man indessen deutscherseits leider keinen Anlaß, denn die Ironie des Schicksals fügt es, daß gewisse Praktiken der amerikanischen Fruchtkonscrven-Jn- dnstriellcn zur öffentlichen Kenntnis gelangen, die bedenklich erinnern an die Gepflogenheiten der Chikagoer Fleischkonserocn- fabrikantcn. Es finden u. a. Chemikalien zur Auffrischung gründlich abgelagerter Ware auch in der amerikanischen Obst- konserven-Industrie auSgibig Verwendung, was für Deutsch, land nicht ohne Interesse sein kann. Ist doch im letzten
harmonisches Bild. Ais Redner gleitet Kaiser Wilhelm über die rauhe Wirtlichkeit nur zu gern hinweg, und erführt uns mit Vorliebe in historisch verklärte Zeiten, als Monarch dagegen gibt er sich bei seinen Regierungsgeschäf- ten ganz gewiß keiner Täuschung hin. So hat er erst wenige Tage, bevor er seine Philippika gegen die Schwarzseher hielt, mit der Berusurig Ternburgs an die Spitze des Kolonialamtes deutlich gezeigt, daß er genau weiß, was überall nottut, und wie wir hoffentlich einmal aus den Kolonialkalamitäten herauskommen.
Frisches Blut.
Die Diskussion auf dein ersten Delcgiertentag der national- liberalen Jugend hat wieder einmal gezeigt, wie notwendig cs für jede politische Partei ist, für 9tach wuchs aus den Reihen der Heranwachsenden Jugend zu sorgen, wenn sie nicht vorzeitig dem MarasnruS verfallen soll. Die Konservativen, das Zentrum »mb die Sozialdemokraten, sie alle haben ihren Anhang unter der Jugend, und aus diesem gehen immer wieder neue ft'reif le hervor, wenn die alten vom Schauplatze abtreten müssen; nur die liberal gesinnte Bürgerschaft hatte cs bis vor wenigen Jahren versäumt, für frisches Blnt in ihrer Partei zu sorgen. Das war ein arger Fehler, der sich nicht zuletzt durch das stetige Abflauen der liberalen Stimmen bei den NeichStagSwahlcn bitter gerächt hat. 93er* mögen doch nur jene politischen Parteien ihre Stärke und Bedeutung behaupten, die von der Begeisterung der Jugend getragen werden. Wir haben dabei natürlich nicht etwa jene junger» Leute im Auge, die sozusagen noch die Schulbank drücken, halten sogar die Agitation für gefährlich, welche z. B. die Sozialdemokratie imter den unreifen jungen Burschen treibt, aber jeder junge Mann, der das zwanzigste Lebensjahr überschritten hat, hat das Recht und die Pflicht, sich politisch zu betätigen. In diesen» Alter ist das politische Interesse gewöhnlich sehr lebhaft, und eS äußerst sich umso intensiver, als es noch an keiner Enttäuschung erlahmt ist. Diese jungen Leute sind die besten Agitatoren, die uneigennützigsten Arbeiter bei den Wahlen, und der Schwung und der Idealismus der Jugend beseelt ihre oratorische Begab»ing. Ganz richtig sagte einmal ein bekannter deutsch-nationaler Führer und Reichs- ratsabgeordneter in Oesterreich: Die Jugend bildet den besten Gradmesser für die Beliebtheit einer Partei im Volke!
Tcrq es schar-:.
Amerikanischer „Idealismus".
Es sind in letzter Zeit hervorragende Persönlichkeiten den Vereinigten Staaten vom Kaiser empfangen worden; Gemeinschaft von Deutsch-Amerikanern hat den Kaiser
Aus SiaSt wno Lano.
Gieße»», den 12. Sept.
"Militärische Auszeichnungen. ,S. K. H. der Großherzog haben rum 12. September (den» Geburtstage des, Großherzogs Ludwig IV.) verliehen: das Äomturkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen den» Obersten v. Besser, Konnnandeur des 1. Großh. Infanterie- (Leib-
in aller Fon»» z»l einem Besuch der neuen Welt eingeladen; nicht weniger als drei höhere amerikanische Offiziere nehmen als Gäste deS Kaisers am Manöver in Schlesien teil — kurz, es scheint das beste Einvernehmen zwischen beiden Ländern zu bestehen. Doch die Amerikaner legen es offenbar darauf au, den „Wahrheitsbeweis" für die Behauptung des deutschen Botschafters Frhn. Speck von Sternburg z»» erbringen, daß der amerikanische Geist idealistisch sei, der „geldrnachende Yankee" im Grunde von idealen Impulsen geleitet werde. Materielle Angelegenheiten, die allerdings gar leicht 311 Disharmonien führen, scheinen von den guten Amerikanern gänzlich bei Seite gestellt. Man hört beispielsweise nicht das Mindeste von einer Geneigtheit der offiziellen Kreise, den Handelsvertragsverhandlungcn mit Deutschland näherzuireten. Allerdings muß erwähnt werden, daß diese Zurückhaltung der Männer in Washington teilweiser Mißbilligung im Lande
Nr. 214
Erscheint tLgltch außer Sonntags.
DemGießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Kamilien» blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Untvers.-Buch-u. Steindruckerei. 9t Lange. Redaktion, Expedition und S)ruderet:
Schulstrake 7.
Redaktion 113
Verlag u.Exped.SrqALl Adresse für Deoeschen: Anzeiger (»tcßen.
Don besonderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Wenn unser Kaiser spricht, dann gibt es säst immer ein sang anhaltendes Echo in der Oeffentlichkeit! Aber nicht nur deshalb, weil die oratorischen Kundgebungen gekrönter .Häupter ohnehin mehr Beachtung finden als die Reden und Aussprüche gewöhnlicher Menschen, sondern man hat bei den Worten Wilhelms II. stets die Empfindung, daß hier eine besondere Individualität ihrer Weltanschauung
sein HaPpt schmückte. Aber trotzdem erscheint es doch verfehlt, daß die Presse sich jedesmal beeilt, an seine Reden allerlei Kommentare zu knüpfen, in denen versucht wird, den Monarchen sozusagen aus ein bestimmtes Parteipro-- grannn sestzulegen und politisches Kapital daraus zu schlagen. Wer nämlich die Regierungshandlungen des Kaisers aufmerksam verfolgt, der wird finden, daß sie meist von einein wesentlich anderen Geiste inspiriert werden als dem, der sich in seinen Enunziationen oft so leidenschaftlich mauifestrert. Zeigt doch unsere ganze innere und äußere Politik unverkennbar den Charakter eines sehr vorsichtigen Fühlens und Tastens und das heiße Bestreben, allen drohenden Konflikte»» durch Kompromisse aus dem Wege zu gehen. Der Zick-Zack-Kurs des Reichsschiffes, über den schon so viel genörgelt wurde, ist eine Folge dieser Politik,. und wenn man die letzten beiden Jahrzehnte zurückblickt, stößt man tatsächlich nur auf einen einzigen Konflikt, der mit einem offenen Bruche endete, nämlich die Entlassung des Altreichskanzlers. Alle anderer» Klippen, seien es nun Flottenvorlagcn, Zolltarif oder sonst dergleichen gewesen, wurden stets vorsichtig umschifft, ohne daß es zu einer Katastrophe kam.
Man darf eben nicht übersehen, daß Wilhelm II. wohl im Reiche des Idealen ein romantischer, im wirklichen Leben jedoch ein sehr real denkender, nüchtern abwägcnder Kopf ist. In seinen Reden weist er unablässig auf die deutschen Ideale hin, die er dein Volke nicht genug ans Herz legen kann, in Wirklichkeit aber rechnet er mit den Tatsachen und strebt nie mehr als das Erreichbare an. Dazu kommt, daß der Text seiner Rede»» nur in der. seltensten Fällen vorher ausgearbeitet wird, sondern der Kaiser spricht frei aus dem Stegreif und zeichnet sich hierzu höchstens einige Punkte und Daten auf, was man oftmals auch aus dem Ausbau der Sätze deutlich erkennen kann. Es liegt deshalb auch wirklich kein Grund vor, an ben Passus von den Schwarzsehern und dem Rechte der Lebenden gleich so tiefsinnige Betrachtungen zu knüpfen, und dem Optimismus des Herrschers dem Pessimismus der Millionen Un- zufriedener entgegenzuhalten, die sozialdemotratisch gewählt haben. Unsere Zeit mit ihrem rastlosen Arbeitsdrange hat int übrigen Wahrlich nickst viel Lust, pessimistischen Grübeleien nachzuhängen, lieber sieht sie de>» Himmel voller Baßgeigen hängen. Und mir brauchen in Deutschland auch nicht mit scheelsüchtigen Augen um uns zu blicken, denn wenn auch wirklich nicht immer altes zum Besten bestellt ist, so schaut es doch im sonstigen Europa unbestreitbar noch schlechter aus. Es gibt eben leider keine Vollkommenheit auf Erden, und wenn daher der impulsive Kaiser mal ein kräftig Wörtlein gegen die Nörgler, die Schwarzseher losgelassen hat, so gab er damit vornehmlich jener heiteren, schasfensfrohen Weltanschauung Ausdruck, die erfahrungs- genläß die Mutter alter positiven Tatkraft ist.
lebenssrischeu Eindrücke, die unser Kaiser bei seinem! begegnet. Es" gibt konuncrziette ^Interessenten, 1 61'nbE,§“Crt™ TruMmid rns ermüntot h
nanzvoden seiner letzten Reden. Daß er sich andererseits auch bet ernsteren Anlässen der schweren Verantwortlichkeit seines Herrscheramtes, und der jeweiligen Situation sehr genau bewußt ist, das Hai er wohl schon oft genug gezeigt. So sehr er z. A. in intimem Kreise am Biertische die Fröhlichkeit liebt, so ungehalten kann er darüber werden, wenn am unrechten Orte.und zu unrechter Zeit ein leichtfertiges Wort die Stinrmung stört.
Endlich klingt fast bei allen Kaiserreden ein militärischer Unterton mit, und dies erklärt so mmiche Wendung, die stem Zivkltsten nicht gefällt. Ta gibt es keine Flosl'eln und zierlichen Redewendungen, feine halben Andeutungen und Verschleierungen! Und noch rücksichtsloser wird gesprochen, wenn sich der*M'onarch dort befindet, wo er sich am wohlsten fühlt: Im Kreise seiner Offiziere. Hielt da einmal bei einer intimen Feierlichkeit ,in einer Kaserne ein hoher Offizier eine Ansprache an den Kaiser, die mit den Worten schloß: Für uns Offiziere gibt es überhaupt nur ein Gesetz: die Befehle des jeweilig regierenden Hohenzollern. Beifällig nickte Wilhelm II. und verlieh dem Sprecher eine hohe Ordensauszeichnung.
Tie Reden des Kaisers sind Impressionen, Eingebungen des Augenblickes, und sie einzeln zu prüfen, hieße eine bedeutende Individualität nicht als Ganzes, sondern als Stückwerk genießen. Wenn mack sie über als Ausfluß ein und derselben Persönlichkeit, die mir in verschiedenen Stimmungen kennen, betrachten, dann lösen sich die vermeintlichen Wioersprüche von selbst und man bekommt ein
Dannhaue r, 2. AuShorcher des „Lokalanzeigers".
Dr. Mode, 3. Wlshorcher des „Lokalanzeigers".
Ort: Die Reichshauptstadt. Quades Schlaf-Und Amtszimmer; die Zimmerstraße. Zeit: Leider das 67. Jahr des „jungen deulfchen Reiches".
1. Akt. Aufruhr beim Lokalanzeiger. Man hat erfahren," „daß noch ein anderer Oistzier des Oberkommandos erhebliche Darlehen von der Firma Tippelskirch erhalten hat." — Der 1. Aus- Horcher, noch in der Nacht zum stellvertretenden Chef des Oberkommandos. „Nur um es zu dementieren"; erfährt nichts, läßt aber den Namen des Offiziers zurück. Quade fragt deu Offizier dienstlich au; — Antwort: Er Hal mit Tippelskirch in einem Konto- torrentverkehr wie mit einer Bank gestanden.
2. Akt. Aufruhr beim Lokalanzeiger. Er will ja nur dementieren und fmy »och immer nicht. Ter 2. Aushorcher aufs Oberkommando : Wir wissen jetzt alles „positiv".' Wir werden es melden! „Wie ist eigentlich die Geschichte." Quade wird weich: Ter Offizier hat dienstlich nichts mit Tippelskirch zu tun. Es war nur Komokorreulverkchr; die Sache ist anhäugig; nennt wenigstens bei» Namen nicht; der 2. Aushorcher ab.
3. Akt. Aufruhr beim Lokalaiizeiaer. Nicht Namen nennen! Gut, ober wir halteu uns schadlos. Also: „Uns zugehende Nachrichten weisen darauf hin, daß außer Major Fischer auch noch andere Offiziere der Schichlruppe in einem engen freundschaftlichen Berhällms zu Herrn v. Tippelskirch gestanden haben, welche zu nicht wünschenswerten Kreditgewährungen führten —" Die emft- hafte Dame entrüstet: „Klatsch! Nichts als Klatsch!"
4. Akt. Ausruhr beim Lokalanzeiger. Der 3. Aushorcher des Lokalciuzetaers sctzl sich nach der unteren Zimmerstraße in Bewegung; Rendezvous in der Destille. Grausen der ernsthaften Dame. Sie gehl nach Hause und enthüllt: Es ist kein Klatsch; es sind aber nicht mehrere Offiziere; Taifache ist nur, daß ein Offizier, der dienstlich mit der Firma Tippelskirch nicht das mindeste zu tun hatte, dem Herrn v. Tippelskirch Geld schuldete. Herr Oberstleutnant Qnade aber hat die Veröffentlichung veranlaßt und ihre Fassung seslgefetzt, somit private Verhältnisse von Untergebenen preisgegeben, d.e'er dienstlich ersahren; Sensation; ein ganzes Lffizierkorps an den Pranger gestellt; fort muß er!
ö. Akt. Wonne beim Lokalanzeiger. Quade aber geht zur Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, das gewichtige späte Mädchen jagt alles; die ernsthafte Dame wird blamiert und mit Klage bebrot)!. Tie ernsthafte Dame in berechtigter Entrüstung spricht mit .Elijabekh: „Ich bin unerhört betrogen," und flüchtet in die Oeffenb lidjfeit:
Kladderadatsch! Ter Vorhang fällt einstweilen!
Vom holM KogelsSetg.
Tie Verhältnisse im Vogelsberg habtzu in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, Mid es ist vieles in dem früher jo viel geschmähten und verkannteu „Vugelsberg" besser geworden. Hierzu haben in erster Linie die n e u e n B a h n l i n i e n beige- trageu, von denen die vor fast einen» Jahr eröffnete Strecke G e d e r n ° H a r l in a >» n s h a i n - G r e b e n h a i n als die höchste hessische Bahnstrecke dem Herzen des Vogelsbergs möglichst nahe gelegt wurde. Erreicht man doch von Station Hartmannshain in einer halben Stunde bequem den Gipfel der Hercheuhaiuer Höhe und in einer halben Stunde bequem den Hoherodskopf und Tauj- stein. Ties und die eifrige Tätigkeit des Vogelsberger Höhenklubs haben dem^Vogelsberg gerade m diesem Sommer eine äußerst zahlreiche Schar von Touristen und Sommersrischleru zugesührt, >vie man sie in früheren Jahren nie kannte. Allenthalben werden fortgesetzt neue schöne Wegstrecken und idyllische Waldpartien «narkierl und den Erholung silchenden Wanderern erschlossen und fortgejetzt ist man bestrebt, auf den schönsten und höchsten Punkten des Gebirgs Aus sich t stürme zu erbauen. So wurde vor kurzem aus dem Ulrichsteiner Schloßberg ein Aussichtsturm für den nordmestlicheii Vogelsberg emgeweiht, der im Bau befindliche Hainigturm bei Laiiterbach ist schon auf einer Höhe von ca. 8 Meter gediehen, der Bismarck türm wird in Kürze begonnen und im Frühjahr soll auf der Herchenhainer Höhe der Ernst Ludwig-Turm in Angriff genommen werden.
Nebel» diesen Neuertmgeii und Verbesserungen hat aber anch der neue Luftkurort H 0 ch w a l d h a u s eil bei Ilbeshausen dei» Fremdenverkehr in größerer Zahl nach dem Vogelsberg gelenkt. Der neue Luftkurort erfreut sich fortgejetzt eines regen Zuspruchs der Wanderer »mb Sommerfrischler. Tie Zimmer des großen Hotels zum „Felseiimeer" waren den gangen Sommer über stets voll besetzt, viele Gesuche rim Ausnahnie mußten an die Einwohner de2 Corses Ilbeshausen gewieselt iverben, und auch dort haben viele Gaste Ausnahnie gefunden. Die Betvohiier de§ Torfes richten sich mehr und mehr dazil ein, den Sommerfrijchlern Quartier geben zu können; hat doch der Fremdenverkehr in der durch Natur- schonheit, herrliche Wälder und Höhen, sowie durch das anmutige Schwarzbachtal ausgezeichneten Gegend stetig zugeliommen. Die Lage an der Hauptverkehrsstraße nach dem Taussteiu und Hoherodskopf trug wesentlich dazu bei. In einein Waldwinkel am rauschenden Schwarzbach, geschützt durch bewaldete Höhen, liegt idyllisch der neue Luftkurort. Riesige Baumbestände aus der Vorzeit unjeres Volkes, impojaute Feljeupariien, eiitzückeude AuSsichts- puukte silld in uunii'telbarer Nahe. Ganz luunberbar ist die in der Umgebung herrschende Ruhe, die nur durch das schäumellde,
munter über die Felsen springende Gebirgsbächlein ivohltuend unterbrochen wird. Im Frühjahre wurde ivieder ein neues Gebäude vollendet, ebenfalls nach den Pläiieli des Baurats Hofmanii- Herboril im Vogelsberger Bauernstil. Geplant sind ferner neben weiteren Bauten die Errichtung eines E r h 0 l »l n g s h e i m s für Musiker und wahrscheinlich auch eines Genesungsheims für A e r z t e.
Ein neues großartiges Projekt ist nlmmehr ausgetaucht, es ist die Anlage eines Gebirgsfees auf einer Hochebene, eliua lö Minuten bergwärts von Hochwaldhaufen. Wenn der Wanderer von Hochivaldhaufen aus dem Laufe des Schwarzbachs nach der Höhe des Taufsteines zu folgt, fo kommt er auf ein 2 Kilometer langes, ca. 800 Meter breites Hochplateau, das aus herrlichen Waldiviejen besteht und von schönen Buchen- und Nadelwalduugen eingefaßt ist. Hier soll der Gebirgssee angelegt werden, der 1 Kilometer lang, 300 Meter breit und 8 Meter tief werden soll, also eine Wassermenge von 2 400 000 Kubikmeter fassen würde. Tie Vorarbeiten sind im Gange und die durch Geometer Rühl kürzlich vorgeuommeueu Lermessungeu haben zu einem günstigen Resultat geführt. Tas Laudfchaftsbild des Oberwaldes wurde hierdurch außerordentlich gewinnen und der Litftkurorl Hochwaldhaufen einen weiteren Anziehungspunkt erhalten. — Bemerkt sei noch, daß sich mich m dem Torfe Ilbeshausen eine Sehenswürdigkeit befindet, die gern und viel besichtigt wirb. Es ist dies die 1691 erbaute sogenannte Teufels m u hie, die überaus reich au Holifchmtzere:eu ist und unter dem Denkmatfchutze steht. Ta das Gebäude fo schon ist, f0 geht die Sage, der Erbauer Haus.Muth hülle sich dem Teufel verfchriebeu und biejer hätte ihm den prächtigen Bau aufführen helfen.
Bezugspreis, monatlich 7bPs., vierteljährlich Alt. 2.20; durch Abhole-11. Zweigstellen monatlich 65 Pf - durch diePost 9)1L2.—viertel« jährl. cnlsschl. Bestellg. rinnahme von Anzeigen für die TageSnuimne, bis vormittags 10 Uhr. Zeileupreis: lokal 12Pf, auswärts 20 Pig.
Verantwortlich für den DOiit. und allgem. Teil: P. Wlttko; sur »Stadt und Land" und „Äerichksj,aal": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Ha>i4 Beck.
Der Fall Quade
ist bereits dramatisiert ivorden. Ter „Münch. Atlg. Zlg." gebührt das Verdienst, unter dem Titel „Tas Satyrspiel" tiefen dankbaren Stoff verarbeitet zu haben, und zwar folgendermaßen:
Das Satyrspiel.
Personen des Satyrspiels:
Quade, Oberstleumam, in Stellvertretung mit der Leitung der Geschäfte des Oberkommandos der Schutziruppe betraut.
Die „Tägliche Rundschau", eine ernsthafte Dame, wohnt in der Zinimerstraße.
Ter „Lok al anzeig er", ent eiliger, aber unzuverlasiiger Herr, wohnt auch in der Zimmerstraße. .
Die „Norddeutsche Allgemeiue Zeitung , em gewichtiges, aber fpätes Nlädcheu.
v. S p a l d i n g, 1. Aushorcher des „Lokalanzeigers .
Erstes Blatt 15«.Jahrgang Mittwoch IS.September ir,06
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger **
Iie heutige Aummer umfaßt 8 Seiten. Kaiserreden.


