zuhalten. Wenn jetzt überweise Politiker auftreten und-' sagen: Mit der Verweigerung einer neuen Anleihe treiben wir Rußland nur in die Arme der Weltmächte, dann sagen wir kühl und nüchtern: „Den Teufel auch! Wenn wir um Rußlands Freundschaft nur buhlen sollen, um uitsf finanziell selbst damit zu schädigen, dann pfeifen wir auf die „Freundschaft" mit einem „Freunde", der weder jemals! unser aufrichtiger Freund gewesen ist, noch uns in seiner phänomenalen Geldklemme und mit seinen verfaulten inneren Zuständen jemals erschrecken kann, wenn er unser Freund erklärtermaßen nicht sein will. Haben wir durch die drei Milliarden, die wir ihm bisher haben zufließen lassen, seine Freundschaft noch nid-t erkaufen können, so wird es auch nichts nützen, wenn wir ihn noch weiter mit unseren Ersparnissen päppeln. Darum mögen dem geldhungrigen Zarismus die Franzosen, unsertwegen auch die Engländer, neue Milliarden an den Hals werfen. Unfern Segen haben sie." Wer aber russische Papiere hat und nicht gerade in die russischen Typen verliebt ist, der möge über kurz oder lang sehen, daß er sie in guter Manier los wird. Daß sie durch esu massenhaftes Angebot nickt einen heftigen Kurssturz herbciführen, liegt im Interesse der Inhaber dieser Papiere selbst. Aber da cs nun einmal noch bessere Papiere in Europa und besonders' in Deutschland gibt, fo. braucht sich niemand zu betrachten als untrennbar verbunden mit den Papieren, deren zukünftiger Wert ihm mindestens schleierhaft ist.
Ein Universitätslehrer der Theologie, der die Persönlichkeit Gottes leugnet.
Jena, 9. April. Wie die „Prot. Monatsh/ mitteilen, hat der hiesige Privatdozent der Theologie, Fr. Reinhard Lipsius, in seinem Puche „Kritik der theologischen Erkenntnis" den persönlichen Gott, die Vorsehung und die Unsterblichkeit der Seele geleugnet. Mehrere Mitglieder der theologischen Fakultät, voran der Dogmatiker Professor Wendt, erteilten Lipsius deshalb den Rat, zur Philosophie überzugehen; er stehe nicht mehr auf dem Boden des historischen Ehristcnlums, und io hege man schwere Bedenken gegen seine fernere Wirksamkeit im Nahmen eines Organismus, der bestimmt sei, die fünftigen Diener der christlichen Kirche auszubildcn. Privatdozent LivsiuS. der in Jena neben Professor Wendt das dogmatische Fach vertritt, ist aber nicht diesem Nate gefolgt uiid auS der theologischen Fakultät ausgeschieden. Er ist indes beurlaubt worden. Die Wiede r- a n k ü n d i g u n g von Vorlesirngen für das konimende Sommer- semester hat er sich ausdrücklich Vorbehalten. Uebrigens ist er inzwischen auch vom Dekan des abgelausenen Wiiitersemesters auigesordert worden, seine Lehrtätigkeit wieder auszunehmen, falls er der Meinung sei, in der protestantischen Theologie noch eine Aufgabe zu haben. Bitteren Tones fügt Tr. Lipsius dem hinzu: „Das bleibt freilich unzweifelhaft, daß ein Mann von meinen wissenschaftlichen Ucberzeugungen heute an keiner theologischen Fakultät des Reiches, auch an einer liberalen wie Jena nicht, irgendwelche Aussicht auf Bc - f ö r d e r u n g hat!"
ttnrverkZtäts-Ncsehriehten.
— Eine T o k t o r s a b r i k. Beim Etat der Universitäten besprach in der bayerischen Abgeordnetenkammer der Abg. Dr. Flcmisch u. a. folgende Anzeige, die von Zeit zu Zeit in der Presse erscheint: „Zur rite Erwerbung der Doktorwürde an euro- päischen Hochschulen (Dr.-jur„ rer., pol., theol., med., phil., in".) erteile ich seit 45 Jahren sachgemäße spezielle Information und Rat. Referenzen in allen Staaten nnd Ständen. Nur Brieie, keine Postkarten, unter Dr. R„ Breslau, hauptpostlagernd, Rückporto." Abg. Flemisch war in der Lage, über diese Doktorsabrik interessante Mitteilungen zu machen. Danach hatte sich der Gewährsmann des Redners an die Adresse dieser Anzeige gewendet, eine fertige Pro- motionsschrist eingeschickt und sich weiteren Aufschluß erbeten. Seine Arbeit wurde ihin indes nicht mehr zurückgestellt, ivohl aber erhielt er einen Brief iolgendeii Jn.halts: „Aus Philosophie oder Geschichte oder Systeniatik der Philosophie kann ich Ihnen diskret jederzeit fertige, gute Abhandlungen von bewährteii Fachleuten besorgen Die Arbeit ist an und für sich fix und fertig. Honorar 450 Mk. mit 200 Mk. Anzahlung bei der Bestellung. Sollten Sie also eine Arbeit bestellen, so bitte ich, unter diesen Brief „Einverstanden" und Ihre Unterschrift zu setzen, sowie 200 Mk. beizufügen. In zwei Monaten ist daS Elaborat fertig. Bei Fertigstellung ist der Rest mit 250 Mk. einzusenden." Außerdem teilte der „Direktor" mit, daß bis jetzt über 2000 Kandidaten fern Institut benützt hätten. Kultusminister v. Wehner erklärte, ihm fehle jeder Anhaltspunkt dafür, daß an einer bayerischen Hochschule eine Dissertation von einer solchen Fabrik eingereicht oder angeiiommen worden wäre; er werde aber mit der größten Strenge einschreiten, wenn ihiii ein solcher Fall bekaiint würde. Wie der „Bayer. Kurier" !hört, hat sich die Polizei bereits mit der Sache befaßt. Es handelt sich um einen gewissen Elaste in Breslau, der sich „Direktor a. D." nennen läßt, dessen „Fabrik" aber nun wohl ihrcii Betrieb wird eiiistellen müssen.
Bordeaux, 9. April. Hier wurde heute der Kongreß der Anatvrnen in Gegenwart einer großen Anzahl von französischen und ausländischen medizinischseu Gelehrten eröffnet. Von deutschen Gelehrten sind zugegen die Berliner Professoren ^a^i)v eher, Benda und v. Rardeteben-Jena.
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ftorbenen Mitgliedern Oberbürgermeister Dr. Gaßner und Geh. Kommerzienrat Stephan Karl Michel, einen tief empfundenen Nachruf. Der Voranschlag der Pro- .vinzialkasse Nheinhessen für 1906 sieht an Einnahmen und Ausgaben Mk. 471 785 vor. Bei der Feststellung des Fonds für Findelkinder nick verlassene Kinder der Provinz, der zu einem Kapitalbestand von rund Mk. 1150000 angewachsen ist, und dessen jährliche ordentliche Einnahmen aus Kapitalszinsen, sowie Feld- und Polizeistrafen etwa Mk. 80 000 betragen, dagegen die Ausgaben für Findelund verlassene Kinder jährlich nur etwa Mk. 10 000, wurde beschlossen, eine Erweiterung der Zwecksbestimmung 'deS Fonds vorzunehnten. Es empfehle sich, die Mittel zur Gründung einer neuen, den bisher unbefriedigten Bedürfnissen der unbemittelten Bevölkerung dienenden WohltätigkeitS- anstalt zu verwenden und hierbei in erster Linie an die Bekämpfung der vermöge ihrer Ausbreitung als Volkskrankheit zu betrachtenden Tuberkulose zu denken. Nachdem der Provinziallandtag bereits in seiner Sitzung vom 29. April 1899 die Errichtung einer Heilanstalt für Lungenkranke ins Auge gefaßt hat und die seither gehegte Erwartung, daß der Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen auch in der Provinz Rheinhesien eine solche Anstalt ins Leben rufen werde, in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Verwirklichung habe, beschließt der Prooinzialtag, es sollen die durch Artikel 88 Ziffer 7 der Kreis- und Provinzialordnung gebotenen gesetzgeberischen Maßnahmen beantragt werden, damit die Zweckbestimmung des rheinhessischen Fonds für Findel- tinb verlassene Kinder, unbeschadet seiner stiftungsmäßigen Aufgabe, dahin erweitert wird, daß die Einkünfte des Fonds außer für Findel- und verlassene Kinder auch für andere hilfsbedürftige Kinder, sowie zur Gründung und Unterhaltung einer Anstalt Verwendung finden können, welche die Aufnahme und Pflege Lungenkranker bezweckt. Für die Errichtung dieser Anstalt soll auch der Kapitalbestand des Fonds bis zu einer halben Million angegriffen werden können.
(Frkf. Ztq.)
Vermischter.
* Un glucks meld un gen aus Afrika und Australien. Die zur Mascarenen gruppe (Ostafrika) gehörende Insel Rodrigucz ist von einem Zyklon nnd schweren Seen heimgesucht worden. Ter Schoner „Zeta", der Proviant und Nahrungsmittel für das Gouvernement .an Bord führte, ist untergegangen. Ter Gouverneur von Mauritius entsandte Hilfsmannschaften. — In San Franzisko sind Nachrichten aus der französ. Stadt Pape et auf Tahiti (Australien) eingetroffen, nach welchen dort der Schoner „Tautura" Schiffbruch erlitt, und daß, wie man vermutet, die ganze Besä tz u n g u m g e k o m m e n ist. Dasselbe Schicksal befürchtet man bezüglich der aus 25 bis 30 Mann bestehenden Besatzung Des Petroleumschoners „Eimer". Der hier angekommene .Dainpfer „Mariposa" brachte die Ueberlebenden des engl. Schiffes „County os Roxburgh" mit, das bei der austval. Insel Fak'arava während des letzten Sturmes gescheitert ist. Hierbei sind 10 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem ist noch der Schoner „Tahitieme" verloren gegangen und dessen Kapitän ertrunken.
* Klein e Tagcschrvnik. Kem Pt en wurde der
Ehemalige Divisivnspfarrer "von Rastatt, Freiherr 'Rink von Bälden st ein verhaftet, dein einige Sittlichkeits- Delikte zur Last gelegt werden. Der Verhaftete, welcher einer chochangesehenen badischen Welsfamilie entstammt, wurde dem .Kemptener Untersuchungsgefängnis zucwführt. — In Ludwigshafen (Rhein) kam es zwischen einer Rotte Hlowdies und Schutzmann Ernhardt zu einem Streit, in dessen Verlauf der Schutzmann durch Messerstiche in Brust und Arm schwer verhetzt wurde. Ein Unbeteiligter namens Sauerhöfer und ein 10 jähriger Knabe sind durch Revolverschüsse verletzt worden. Im Ganzen wurden 7 Verwundete ins Krankenhaus gebracht. — Randolph Milburn, ein Musiklehrer aus Washington im Staate Ohio, wurde kürzlich wegen Tragens' von Frauenkleidern auf her Straße verhaftet und vor Gericht gestellt. Dieses mußte ihn aber freisprechen, weil sich ergab, daß die Gesetze von Ohio kein diesbezügliches Verbot kennen.
ArbeSLerbewegrrng.
Berlin, 9. April. Der Ausstand der M a l e r g e hil f e n, der jetzt eine. Wock>e dauert, wird wahrscheinlich vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts sein Emde finden. Beide Parteien sind dafür, die Differenz zu begleichen.
Magdeburg, 9. April. Sämtliche organisierten Maler- ge hilf en, rund 500, sind heute, da eine Tarifeinigung nicht erzielt tvurde, ausgesperrt worden.
Hamburg, 9. April. Auch bis heilte war infolge des Ausstandes her Seeleute noch- keine Stockung des Ausgangsverkehrs der Seeschiffe eingetreten. Der Schiffsverkehr in der lebten Woche zeigt keine Abweichungen von den zu normalen Zeiten. Von See kamen 184 Dampfer und 5 Segelschiffe, seewärts gingen 150 Dampfer und 19 Segelschiffe. Im Hamburger Hafen befanden sich heute mittag 162 Dampfer und 47 Segelschiffe. Außerdem lagen im Altonaer Hafen 11 und im Harburger 13 Schiffe, für die aber der Msstand der Seeleute nickt in Betracht kommt.
Bochum, 9. April. Die gestrige Kvnserenz der Vertrauensmänner der Bergarbeiter beschloß einstimmig die Ablehnung jeder derzeitigen Streikbewegung im Ruhrgebiet.
Philadelphia, 9. April. Zuverlässigen Nachrichten zufolge sollen die Anthrazitkoblenbergwerksbefitzer die 'Absicht haben, heilte den Vorschlag der Arbeiter auf schiedsgerichtliche Verhand- lungen zurückzuweisen.
Handel und Verkehr', VoZkswrrlschafL.
"Konkurse in Hess eil. lieber den Nachlaß des am 19. Januar 1906 verstorbenen Landwirts Heinri ch E n b e r § I. voll Münzen berg lourbe am 19. März nachm. 3 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Nechtsanwalt Kißner in Butzbach wurde zum Konkursverwalter ernamrt. Konkursiorderungen sind bis 10. April 1906 bei dem Amtsgericht Butzbach anzumelden. — Heber den Nachlaß der Eheleute Philipp W e i m a n n II. und Eleonora geb. Heller in Rheindürkheim wurde am 23. März vorm. 9 Uhr daS Konkursverfahren eröffnet. Notarsgehilfe Jean Nipp in Osthosen ivurbe zum Konkursverwalter ernannt. Konknrsforde- rlingen sind bis zunr 11. April 1906 bei dem Amtsgericht Osthofen anzumelden. — lieber den Nachlaß des in Alzen verlebten F r i e d r i eh O ch s, Bienenzüchter, früher in Dorndürkheim, zuletzt in & a n - K ö n g e r n h e i m wohnhaft gewesen, wurde am 23. Mär^ norm. 11V. Uhr daS Konkursverfahren eröffnet. Anwaltsgehilie Georg Di an g old in Alzey wurde zum KonklirSverwalter er- naunt. KonkurSsorderunger, sind bis zunr 11. April 1906 bei dem Amtsgericht Alzey anznmelden^— lieber daS Vermögen des Bäckermeisters Karl V a tentin Schnabel von Ne u-Psenburg wurde am 23. März nachm. 5 Uhr das Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt Tr. Katz zu Offenbach wurde zllm Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zilm 20. April 1906 bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. — lieber das Vermögen 1. des Anton Scbisfmacher, 2. des Georg Anton Schiffmacher, beide persönlich haftende Gesellschafter der Firma Anton Schiffmacher & Sohn in Mainz wurde am 23. März nachm. 5’4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Meint- zi'nger in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kon- fursforberungen sind bis zum 5. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden.
Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft. In der kürzlich stattgehabten Hauptversammlung der Gesellschaft wurde au3 Aktionärkreisen der Wunsch geäußert, daß die Verschmelzung mit den zur Gelsenkirchener Gruppe gehörigen Gesellschaften, Aachener Hütten-Aktienverein Rothe Erde und Schalter Gruben- und Hüttenverein, baldigst durchgesührt werde. Es würde dadurch allein an Steuern eine Summe, die J/2 Prozent des Aktienkapitals ausmache, erspart werden können. Die Verwaltung erwiderte hierauf, daß sie die Verschmelzung sobald als möglich durchfuhren werde. Von einem Plane der Gelsenkirchener Gruppe, sich mit der Deutsch-Luxembusgischen Bergwerks-Aktiengesellschaft oder Luise Tiefbau flu vereinigen, sei der Verwaltung nichts bekannt, lieber die allgemeine Geschäftslage und die Aussichten für das lausende Jahr teilte Generaldirektor Kirdorf mit, daß sie durchaus zufriedenstellend seien. Besonders die Kohlenbergwerke seien bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt, sodaß man Ueberschichten werde einlegen müffen, um die Nachfrage befriedigen zil können.
^usrug BUS den SjsrrSkSkmIsrrMnu der Stadt Bietzen.
Aufgebote.
Am 29. März Friedrich Groß, Lokoniotivheizer dahier, mit Maria Bott in Fulda. Am 31. März Joses Müller, Rotations-Ma- schinenmeister dahier, mit Marie Grabensee Hierselbst. Am 1. April Johannes Schwöbel, Schneider dahier, mit Berta Otterbein in WeiterShaiu. Am 2. April Georg Masmcmn, Musiker dahier, mit Sophie Seibel Hierselbst. — Karl Lotz, Gerichtsvollzieher in Ulrichstein, mit Thekla Susanne Marie Waltz geb. Hahn dahier.
Eheschließungen.
Am 31. März Earl Seibert, Reisender in Großen-Linden, mit Antonie Bräutigam dahier. — Otto Walz, Schlosser dahier, mit Ottilie Hofmann in Hungen. — Paul Ziege, Sergeanthoboist in Weingarten, mit Lina Kinkel dahier. Am 3. April Ludwig Kißner, Reisender dahier, mit Marie Plank Hierselbst. — Fritz Fresenius, Pfarrverwalter in Lauterbach, mit Julie Helene Reiber dahier. Am 5. April Otto Schmieder, Freiherrlich von Rabenauscher Oberförster in Londorf, mit Hedwig Adami dahier.
Geborene.
Am 25. März dem Lackierer August Stock eine Tochter, Marie Margargarete. Am 29. März dem Stellwerksweichensteller Konrad Hansrath eine Tochter, Anna Maria. Am 30. März dem Lokomotivheizer Adolf Jakob Krug ein Sohn, Adolf Weimer. Am 31. März dem Bäckermeister Ludwig Rühl ein Sohn, Karl Daniel. Am 3. April dem Obst- und Mineralwafferhändler Louis Frees ein Sohn. 9(m 4. April dem Großherzogl. Landrichter Dr. Julius Friedrich ein Sohn, Fritz Karl Julins. — dem Großh. Oberlehrer? Friedrich Schmoll eine Tochter, Ilse Ida Helene Lina.
Gestorbene.
Am 1. April Elisabeths Skrzek, 6 Monate alt, Tochter des Schriftsetzers Karl Skrzek dahier. Am 3. April Heinrich Hochreuther, 46 Jahre alt, Bankagent dahier. Am 4. April Johannette Schnepp geb. Opver, G5 Jahre alt, ohne Beruf dahier. — Franz Wilhelm Schmalenbach, 70 Jahre alt, Regierungssekretär i. P. dahier. Am 5. Avril Katharine Reuschling geb. Brück, 48 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Philipp Reuschling dahier.
Geburten. Herrn I. Schindel und Frau in Alsfeld ein Sohn. — Herrn Leopold Rosenthal und Frau in Wetzlar eine Tochter.
Verlobte: Frl. Gustl Blite mit Herrn Alphonse Salingrö, WormS iind Berlili. — Frl. Johanne Rastede mit Herrn Fritz Zürn, WilhelmShaven-HeppenS wid Schlitz. — Frl. Jiilie Jhlder mii Herrn Eduard Heidsieck, Lehe. — Frl. Elise Wahl mit Herrn Heinrich Ruppert, Renzendorf unb Ermenrod. — Frl. Sophie Happel mit Herrn Otto Döring, Schlitz.
G e ft o r b e » e : Frau Anna Marie Stern in Pohl-Göns. — Fran Elise Frank Wilive in Grünberg. — Herr Jakob Eißner in Orten berg. — Herr Ernst Wenzel in Alsfeld. — Herr Friedrich Ludivig Eimer in Wallenrod. — Herr Georg Broske in Schlitz. — Herr Peter Steirernagel, Herr Paul Horst, beide in Bad Nauheim. — Herr Valentin Zang in Friedberg. — Herr Erlist Neisel in Fauerbach. — Frau Katharine Bill in Nieder-Weisel. — Frau Katharine Sommerlad Witwe in Ostheim. — Herr Karl Küfer in Echzell. — Herr Gustav Weigel, Herr Pr. mcd. Friedrich Moldenhauer, Fran Ida Günther; sämtlich in Darmstadt. — Frl. Emilie Schmalz in Dillenburg. — Herr Johannes Padberg, Frau Friedr. Münch Witwe, Herr Christian Schweitzer, Herr Friedrich Schaeidt; sämtlich in Wetzlar. — Herr Philipp Götz in Wetzlar-Niedergirmes — Frau Elisabeth Hofmann in Kroidorf. — Herr Wilhelm Messer- schmidt in Ehringshausen. — Herr Bürgemieister H. Weimar in Wissenbach. — Fran fDtaria Anna Sauer Witwe, Frau Katharina Brauer, Herr Johannes Becker, Fran Elisabeth Clasani; sämtlich in Marburg.
$ieiüc M iß hin, mtin Herz iß schwer,
i tuid ich fürchte, ich werde ernstlich krank! Ter döse Katarrh >vill gar nicht weichen unb ich weiß nicht, was noch werden soll. — Ich kann dir nur raten, roa-5 mir selbst neulich . geraten wurde: Nimm Fay's ächte Sodener Mineral- ■ Pastillen! Ich bin sonst nicht dafür, jedem ein Mittelchen f anzupreisen, aber die Sodener haben mir selbst so gut getan, daß es Menscheiipflicht ist, sie weiter zu empfehlen. 23er- {slich'S. jedenfalls damit unb du wirst sehen, sie hm dir gut.
Für 85 Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen- unb Mineralwasserhanblmigen erhältlich. hv,7l*
Wie lege ich meine Ersparnisse au?
Unter den zahlreichen Fragen, durch deren Vorlegung die Leser einer Zeitung der Redaktion ihr Vertrauen bekunden, lehrt häufig die nach der besten Anlage gewisser -Summen wieder. Ter eine der Anfragenden hat im Laufe der Zeit, da sein Geschäft gut ging, ein kleines Kavital <ntr die hohe Kante gelegt. Ein anderer hat eine Erbschaft gemacht und sieht sich nun in die Notwendigkeit versetzt, über die sicherste und beste Art der Käpital- anlage nachzudenken. Ein Dritter hat in der Lotterie gewonnen und will sich vor der Bewahrheitung des'Sprichwortes sichern: „Wie gewormen, so zerronnen". Darum bittet er um einen guten Rat, wie er seinen Gewinn am zweckmäßigsten festlegt, falls er ihn nicht in das Geschäft stecken will. Oft ergeht auch die Anfrage an uns dahin, ob man ein Papier, das man besitzt, verkaufen oder behalten soll.
ES versteht sich von selbst, daß eine gewissenhafte Redaktion bei der Beanttvvrtung derartiger F-ragen Vorsickst walten läßt. In den Fällen, wo wir gefragt wurden, ob wir den Ankauf eines bestimmten Spekulationspaviers für empfehlenswert hielten, haben wir uns jedes Rats enthalten. Einen Rat aber haben wir ftet^ gern gegeben: Kauft deutsche Reicks- ober Staatspapiere! Auch gute Stadtanleihen, ebenso unsere besten .Hypothekenpfandbriefe gehören zu den Papieren, die man mit Ruhe kaufen kann. Die „ungeübten" Kapitalisten, sozusagen die 5?apitallaien, vergessen, daß, toemt sie von einer ausländischen Staatsanleihe 5 oder gar 6 Prozent Zinsen einstreichen, dann auch das Risiko um so größer ist. Genau so geben erste unb zweite Hypotheken lücniger Zinsen, als Hypotheken, die hinterher folgen. Den Letzten beißen die Hunde. Das ist aut dem Kapitalmarkt nicht anders, als auf jedem anderen Gebiete menschlichen Wettbewerbes. Die Verluste, die ein Teil deS deutschen Publikums an den ollen ehrlichen Griechen ober an den braven Portugiesen erlitten bat, werden hoffentlich ihre warnende Kraft noch nickst eingebüßt haben. Dem kleinen Sparer, der sicher gehen lvill und nicht Lust hat, sich an „exotischen" Papieren die Finger zu verbrennen, möchten wir die goldene Regel jenes soliden Rentiers empfelsten, der seine Vorsicht in finanziellen Dingen auf die einfache Formel reduzierte: „Ich kaufe kein Papier, auf dem etwas steht, was ich nickt lesen kann?" Der Mann erntete damit weniger Zinsen, aßf mancher seiner Freunde vom Stammtisch. Aber was er hatte, daS hatte er sicher, während der eine oder der andere minder vorsichtige gute Freund bei jeder Erschütterung der Börse nervös wurde.
Nun zu den Anfragen der lctzten Wochen und Tage: „Ich habe einen kleinen Posten Rufse n. Soll ich die jetzt verkaufen?" Bezeichnend ist, bap feiner mehr fragt: „Empfiehlt sich die Beteiligung an einer neuen ruh’. Anleihe?" Wir glauben, daß nachgerade auch ohne die ablehnende Haltung der deutschen Reichsregierung gegen einen neuen Rufsenpumv die deutschen Kapitalisten sich klug genug gezeigt hätten, den Russen nicht noch weiter aus ihrer chronischen 0-eldllemme berauszultelfen. Niemand borgt jemandem von neuem Geld, wenn er nicht weiß, ob das neue Darlehen nicht etwa samt dem früheren verloren geht. Mögen iüe Franzosen oder, wenn sie Lust dazu lyabeit, die Engländer, In ihren Beutel greifen, nm den russischen Staatsbankerott auf
Mark
als Oberbahnhoisvorsteher, „ Obergüteroorsteher „ Oberkassenvorsteher, „ Aahnhossvorsteher, „ Gükeroorsteher, „ Kasseuvorsteher „ DahnhchSverwalter, „ Schirrmeister,
„ Schirrmaml tMz. Sehirr- männer).
— Deutsche Amtsbezeichnungen in der Eisen- b a h n v e r w a l t t u n g. Unsere Behörden fahren durchweg in ruhiger Stetigkeit iort, der deutschen Muttersprache zu geben, was ihr gebührt. Co hat der Eisenbahmninister neuerdings verfügt, daß an die Stelle mehrerer fremden AmtStilel deutsche treten sollen,
Besonder? erfreulich ist hierbei, daß der treffliche alte deutsche „Schirnneister" wicbcr zu Ehren fommt. Die neuen Bezeichnungen sind in dein preußischeil Staatshaushalt für 1906 bereit? durch- geft'lhrt.
(Aus der Zeits christ des Allgem. Deutschen Sprachvereins.)
und zwar wird fortan bezeichnet: der Stationsvorsteher I. Klaffe Güterexpeditionsvorsteher StationSkassenrenbant Stationsvorsteher II. Klaffe Güterexvedient Stationseinnehmer Ctationsverwalter Nangiermeister Rangierer
Nucrreicht
für 2 gute T erhältlich be
blühen auf und. erhalten frische, gesunde Farben, wenn man ihnen als tägliches Morgengetränk den so nahrhaften nnd blutbildenden Pei-dly- gibt.
a 2.50 Uk. in den Apotheken.
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