Ausgabe 
10.2.1906 Zweites Blatt
 
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(Eine unendliche Sorgfalt verwendet die Sektkellerei Knpferberg, Ulainz, auf die Behandlung der Weine und ihre Verwendung für die MarkeKupferberg Gold". Darauf beruht es, daß diese Sektmarke in Qualität, Geschmack und Bekömmlichkeit so hervorragend ist und von anderen Marken nicht übertroffen wird. Lin versuch wird das jederzeit

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ß. Distrikie e bK't. Eichen

Aculscher ^anLw rlschastsrat.

IV.

S e r I i rt, 9. Febr. Nach dem! gestrigengroßen Tage" waren die heutigen Verhandlungen in der Hauptsache wieder agrarischen Spezialfragen gewidmet. Man verhandelte über den Wasser­gehalt des deutschen Getreides, über das Impfen mit Rotlaufkulturcn, womit sich in der vorigen Wackre auch daS Landesökonomiekollegium beschäftigt hatte, sowie über die Entwicklung der Dreisberichtstelle dcS Deutschen Landwirtschastsrats. ES ist das eine Organisation zur Fest­stellung und Veröffentlichung der Getrttdepreise an den wichtigsten Marktplätzen. Tie genckinschte Bewilligung einer Reichsunter- stützung für diese Stelle lehnt daS Rcichsamt des Innern bisher ab. Schließlich stand noch die Frage der Zusammenleg­ung der Arbeitcrversicherungen zur Debatte; man besck'lost aber, eine e-u"-'f^nd^e St-'ssuu^nabme zu vertagen.

Geldsumme bewilligt. Die Telephonleitung soll nach Lich führen.

-j- Ortenberg, 9. Febr. Die vor kurzem erfolgte Inbetriebnahme der neu errichteten Drahtseilbahn, aulage der hiesigen Abteilung der Ohintalbasaltwerke, G. m. b. £). zu Marburg läßt erkennen, daß die Leitung dcS Ortenberger Unternehmens boburd) ein Transportmittel geschaffen hat, welches die Ausbeutung der reichen Basalt- lager in der rationellsten Weise sichert. Man muß eS den leckenden Persönlichkeiten dieses Unternehmens laffen, daß sie es verstanden haben, die Steinetransportfrage mit vielem Geschick zu lösen. Die Anlage gewährt einen imposanten, gefälligen Anblick und ist unter Verwertung aller Erfahrungen der Neuzeit aus das Modernste ausgerüstet. Wer Gelegen­heit hatte, dem Probebetriebe beiziiwohnen und zu sehen, wie die in gefälliger Form gebauten Lustbahnwagen über­rasche, id leicht dahinfuhren und die praktischen alstomatischen Ein- und AuSrückvorrichtungen überall in Aktion traten, muß den Eindruck gewonnen haben, daß die Ohmtal-Basalt­werke, Abll. Ortenberg, in ihrem neuen Werk eine muster- giltige Anlage besitzen. Die Drahtseilbahn wurde von einer Firma auS Eaffel konstruiert und installiert.

? Haiger, 9. Febr. Ein mächtiger Felsblock, der von fachmännischer Seite auf mindestens 20 000 Kubik­meter geschätzt wird, hat sich in dem verhängnisvollen Ein­schnitt bei Würgendorf losgelöst und droht auf das Geleise zu stürzen. Schon seit vergangener Nacht wird un­unterbrochen gearbeitet, um den Fels aufzuhalten und so weit wie möglich abzutragcn. Regierungßrat von Nitgen war in der letzten Nacht an Ort und Stelle und ließ die Geleise sofort verlegen, was mit Hilfe der Streckenarbeiter der benachbarten Bahnmeistereien im Laufe des heutigen TagcS bereits geschehen ist.

Wiesbaden, 9. Febr. Der Magistrat unterbreitete heute den Stadtverordneten einen Antrag, die von Seiten der Bürgerschaft gestifteten 21 500 Mark zur Errichtung einer städtischen Säuglings milch an stakt aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares anzu- nehmen und auS Gemeindemitteln weitere 50 000 Mark zu den gleichen Zwecken zu stiften.

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Gießener Strafkammer.

)( Gießen!, 9. Fcbrucrr.

Der Fuhr'knecht PH. 91. W. aus Rhein hol terode stahl einem bei i(ynt zu N i e d e r - F lv r st a d t wohnenden Arbeiter einen Geldbetrag von GO Mark, nachdem er mit einem gekrümmten Draht Zimmer- und Schranktüre geöffnet hatte. Es wurden ihm mit Rücksicht auf die bisherige Straffosigkeit mildernde Umstände zugebilligt, doch wirkte straferschwerend, daß er einen armen Arbeiter um sein sauer verdientes Geld gebracht hat. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis, woraus 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angercchnet werden. Der HauSbursche eines Gastwirts zu Butzbach A. H. aus Friedrichsberg benutzte die Abwesenheit eines mit ihm befreun­deten Knechtes, um ihm seinen Koffer vufzubrcchen. Er fand darin ein Portemonnaie mit 130 Mark Inhalt, mit dem er schleunigst hierher fuhr. Am Bahnhof traf er mit einem ihm unbekannten Soldaten zusammen, den er einlud, mit ihm per Waaen, für den er 15 Mark bezahlte, nach verschiedenen Wirt­schaften mit Damenbcdienung zu fahren. Das Geld war in einigen Stunden in Gesellschaft lüderlicher Frauenzimmer verpraßt. Am nämlichen Abend noch erfolgte seine Festnahme durch die hiesige Polizei, wobei er sich eines falschen Namens bediente. Die Staatsanwaltschaft hielt den Angeklagten für daS ZuchtbauS reif: doch das Gericht glaubte ihn eher der menschlichen Gcsellsckwft er­halten zu können, ^vcnn es davon absieht. Eine empfindliche Strafe sollte ihn jedoch treffen, die mit 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis bemessen nntibe. Für die an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung, erfolgte das Absprechen der bürgerlichen Ehren­rechte aiff 5 Jahre. Wegen der falschen NamenSanoabe erhielt er eine Haftstrafe von 14 Tagen, die durch die erlittene Unter­suchungshaft als verbüßt zn erachten ist. Wegen Sittlichkeits- Verbrechens begangen an zwei schulpflichtigen Kindern zu Kaichen, wurde der Dienstknecht P. B. von Heegheim zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, worauf drei Wocknn der Untersuchungshaft angerechnet werden. Die Verbrechen hat er im Hause und an den Kindern eines mit ihm befreundeten Ar- beitSgenossen verübt. Strafmildernd wirkte, daß den Kindern ein moralischer Schaden nicht erwachsen ist und der Angeklagte ein ziemlich beschränkter Mensch zu sein scheint. Der Spengler K. G. wurde zu Schlitz bettelnd betroffen, waS ihm eine Haftstrafe von 6 Wochen eintrug, nach deren Verbüßung er der Landespolizeibehörde zwecks Ueberführung in das Ar­beitshaus überwiesen werden sollte, da er schon häufig wegen

5orm grgtbrne gmant Shtfn?inmfl flbrr bte rnjrfnfn Nummern, ihrr Zeit und Scrtunfl oberem- belehrend. Für »jnine Geiönqe, die in griechischer Sprache vorgciragen werden, sind deutsche Ueberselzunge» beigefügt. Wir heben heran- d>e düstern Verse bcS Euripides, deren Origmcckumfik von eigen« artiger und tiefster Wirkung ist:

Klagen tönen, Klagen um dich, unseelger Orestes.

2Iu4 deiner Mutier Blut stieg aus dir, Muttermorder, Rachegeist, Malmkiim.

glicht hat Bestand Sterblicher Gluck.

Ilmsiürzt es der Dämon,

Wie er den Lahn fivpt zerriffenen eegeR

zu 2odcsnoth in des Aceeres gierig leckende Wellen.

Die weiteren Vorträge deS GerichtS- chemikerS Dr. Popp für Gerichts- und Polizei­beo mte finden Donnerstag den 15. und Donnerstag den 22. Februar statt.

- Prof. Heck. Wie wir gestern mitteilten, hat S. K. H. der Großherzog dem Direktor des Zoolog. Gartens in Berlin, Dr. Ludwig Heck, den Charakter als Professor ver- liehen. Heck ist 1860 zu Darmstadt als Sohn des Ober- lehrerS Georg Heck geboren und studierte in Straßburg, Gießen, Berlin und Leipzig. Nach der Promotion wurde Heck, noch nicht 26 Jahre alt, Direktor deS Zoologischen Gartens in Köln a. Nh. Zwei Jahre später übernahm er bie Leitung des Berliner Zoologischen GartenS.

* Promenadekonzert findet morgen vormittag 12 Nhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Krönungsmarsch von Meyerbeer; 2. Luna-Walzcr von Lincke; 3. Fantasie auS .Mignon" von Thomas; 4. Armee- Marsch 206 von Trankler.

♦♦ Aus dem Bureau des Stadttheaters. Um weiteren Kreisen Sudermanns neues Werk .Stein unter Steinen', das jüngst im Theaterocrein einen außer- ordentlichen Erfolg hatte, zugänglich zu machen, hat die Direktion für nächsten Montag eine einmalige Auf- führung der intereffanten Novität angesetzt. Die Vor­stellung findet außer Abonnement statt, doch gelten Block- Billets und Gutscheine. Auch in Marburg hatte das Wert jüngst mit Herrn Goll als Biegler einen großen Erfolg.

** Der Maskenball be5 Fechtverba n des Gießen- La h r findet am Sonntag, 11. Februar, im Cais Leib statt. Die Ausstellung der sehr schonen und praktischen Preise und Ehrenpreise erfolgt gegenwärtig nn Schausenster deS Herrn Robert S ch i ch, Kirchenplatz v. Außerdem werden dem närrischen Publikum noch sehr große Neuheiten, Gruppen ic., u. a. eine Parterre-Akrobaten- ainb komische Jntermez^o-Vorstelhmg geboten. Ter Einlrulspreis ift billig, und btc Bestlcher können, wenn sie Glück haben, für eine Mark eine goldene Herremlhr und für 50 Pfg. eine goldene Damen- uhr gewinnen.

** Preis st eigerung der Uhren. Die Preissteiger- tmgen, die sich in den letzten Jahren auf den verschiedensten nnrt- ischastlichen Gebieten bemerkbar gemacht haben, zeigen ihre Wirk­ungen numnchr auch in der Uhrenfabrikation. Die Verteuerung der Rolnnaterialien hat die schweizerischen Fabrikanten von Taschenuhren zu Gründungen von Vereinigungen gebracht, die sich bie Ausgabe stellen, die in den letzten Jahren sehr herabgegangenen Uhrenpreiie rvieder zu heben, da sie sonst mit Verlust arbeiten mußten, Achnliche Vercinbarungen sind von den denlschcn Groß- uhren-Fabrikanten zu berichten. Auch die Preise der Uhrgläser. Uhrkapseln, Gläser und anderer Zubehörteile sind gestiegen. Diese Erscheinungen haben die deutschen Uhrmacher bereits zu entsprechen- heu Preiserhöhungen gezwwigen.

Ein Gemütsmensch. Bei der Prüfung der Fort­bildungsschule eines LandstädlchenS kam folgende heitere jEpisode vor: Der Schulinspektor stellte als schriftliche Aus­gabe daS Mederschreiben einer Annonce, welche die Empfeh­lung eines Geschäfts enthalten sollte. Jeder Schüler solle das iGeschäst berücksichtigen, in dem er tätig sei. Da meldete sich rin Schüler mit dem Bemerken, er könne die Annonce nicht aufsetzen, denn sein Geschäft könne er doch nicht enipfehlen. Gefragt, wo er beschäftigt sei, antwortete er: ,Beim Ge­richtsvollzieher.^

z. Dutenhofen, 10. Febr. Hier zeigt sich eben eine große Bautätigkeit und bald werden die freien Plätze an der Bahn neue Häuser tragen. Eine Baukommission bat bereits an dieser Stelle einen guten Anfang gemacht. Er­klärlicherweise ist im bete. Baugelände der Wert der Plätze um ein bedeutendes gestiegen. Die eingelegte Güterauslade­stelle mag der Hauptgrund hierzu fein.

A Garbenteich, 9. Febr. Wie wohl bekannt sein Dürfte, bestehen schon seit längerer Zeit in vielen Kreisen unseres Großherzogtums sog. Saminelwasenmeistereien. Im Kreise Gießen ist ebenfalls eine derartige Einrichtung geplant, wozu unser Ort in Aussicht genommen ist. Die Sache wird demnächst dem Kreistag mit einem Kosten­voranschlag von ca. 100 000 Mk. zur Genehmigung vorgelegt werden und das Projekt wird wahrscheinlich bereits in diesem Frühjahre zur Ausschreibung kommen. Auch an dem Bau «der Straße nach Lich gehen die Arbeiten rüstig weiter.

Ettingshausen, 9. Febr. Einem längst gefühlten Bedürfnis wollen die Einwohner der Orte Münster, Ober-, Nie der-Bessin gen und Ettingshausen abhelfen, die seither noch als einzige Orte der Umgegend ohne Telephon­verbindung waren. Um dies zu erreichen, haben sie sich ;an die Oberpostdirektion Darmstadt gewandt und eine größere

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Bettelns bestraft ist. Er focht das Urteil an und bat, ihn mir dem Arbeitshaus zu verschonen. Da die Voraussetzungen zur Ueberweifiing vorliegen,^ verwarf das Gericht die Berufung mit der Maßgabe, daß die Haftstrafe durch die seither erlittene Jlnter* suchungshaft als verbüßt anzusehen sei, damit seine Ueberführung in doS Arbeitshaus alsbald erfolgen kann. Der Frau des Weißbinders Ph. S. Vvn Ober-Dorfelden gingen drei Straf­befehle zu, weil sie ihre Gänse auf fremdem Eigentum weiden ließ. Sie erhob Widerspruch, da nach ihrer Angabe die Gänse dem mit ihr in Gütertrennung lebenden Mann gehören, doch soll dieser, als die Gänse gepfändet werden sollten, behauptet haben, sie gehörten seiner Frau. Ohne Rücksicht hierauf ver­warf das Feldgericht Vilbel den Einspruch, da nach dent Feldstrafgesetz nicht der Eigentümer, sondern derjenige, der daS Hüten unterläßt, strafbar ist. In diesem Fall konnte nur die Angeklagte in Frage kommen, da ihr Mann beständig auswärts arbeitet. Sie focht dieses ErkcTrntnis an und versuchte in erster Linie nachzuweisen, daß die Gänse überhaupt nichts auf fremdem Eigentum waren: in zwetter Linie sollte der früher von , ihv angegebene Grund zur Freisprechung führen. Nach umfangreicher Beweisaufnahme bestätigte die Strafkammer das F e l d - gerichts urteil mit der Maßgabe, daß, da ein.Schadcnt nicht nachgewiesen ist, von Schadensersatz abzusehen sei. Zur Bestrafung genügt aber, daß die Gänse fremdes Eigentum betreten haben, einerlei ob Schaden entstanden ist oder nickst. Der Ge­meindeschäfer H. P. von Utphe wurde von einem Pachter be­troffen, als er mit seiner Herde auf einer abgeernteten Wiese war. Es ging ihm ein Strafbefehl in Höhe von 10 Mark zu und die Gemeinde wurde für haftbar erklärt. Der Angezeigte und der Gemeindevertreter erhoben Widerspi.-uch, der von dem "'eldgericht abgewiesen wurde. Sie fochten das Urteil an und behaupteten, der Schäfer habe das Recht, die Herde über die betreffende Wiese nach der Tränke zu treiben. Die Beweisauf­nahme ergab aber, daß die Schafe nicht bloß über die Wiese getrieben worden sind, sondern daß sie tatsächlich geweidet haben, weshalb ohrre Rücksicht darauf, ob ein Recht besteht oder nicht, die Berufnna vcrwor-sen wurde.

Gerichtssncrl.

Der SimpHzissimu» vor dem Reichsgericht.

Leipzig, 8. Febr. Wegen Beleidigung des Schöffengerichts Dresden ist am 26. Juni v. I. vom Landgerichte Stuttgart der Redakteur des Simplizissimus, Linnekogel, verarrteilt wor­den. Das Schöffengericht Dresden hatte seinerzeit den russischen Fürsten Kotschubev wegen Körperveacketzung zu 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Don einer Freiheitsstrafe wurde abge­sehen, weil der Fürst durch diesck>amlosen Darstellungen deS Simplittssimus ausS äußerste erregt" Nwrden sei. Im Simpli­zissimus wurde jentd Urteil besprochen und es hieß in dem Artikel u a.:Ahnen diese Richter, daß es auch ein National­bewußtsein der Deutschen gibt? und dürsten diese Richter ein Blatt der Schamlosigkeit bezichtigen?" In der nächsten Nummer wurden unter der UeberschrittSächsische Schamlosigkeiten" einige Bilder gebracht, dazu bei einem Bilde der Tept:Wenn nut die Reimen im sächsischen Landtage Sitz unb Stimme haben, das alles kann das sächsische Schamgefühl nickst verletzen." Die Revi­sion des Angeklagten wurde lieute vom Reichsgerichte als unbe­gründet verworfen. Durch ein zweites Urteil des­selben Gerichtes von demselben Tage wurde derselbe Angeklagte wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt, während Ludwig Thoma eine Strafe von sechs Wochen Ge­fängnis erhielt. Es handelte sich in dieser Sache um das Li­zenziatengedicht Thomas, das seinerzeit nach dem 16. all­gemeinen Kvngreß der Sittlichkeitsvereine in Köln im Simplizissi­mus erschien und die Entrüstung der Anhänger der Sittlich­keilsbewegung hervorrief. Die Revision der Angeklagten bezeichnete den Strafantrag als ungiltig. Der Reichsanwalt beantragte; die Verwerfung der Revision. Das Urteil wird am 22. d. M. verlündet werden.

G l o g a u, 9. Febr. Der fitoifer Hal den Maior a. D. Zimmermann, Der wegen Unregelmäßigkeiten b e i w Kompagnieschießen zu 6Monoten Festung verurteilt worden war, begnadigt, nachdem der Offizier drei Monate in Weick'sel77ttlnde abaebüßt hatte.

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4. Woche. Born 21. bis 27. Januar 1906.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 600 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszisser: 24,06

nach Abzug von 4 Ortsfremden: 17,62%/-.

Kinder

(Summe 14 '4) 7(3) 2 5(1)

A n m.: Die tu Klammern geletzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aul von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fonunen.

Frankenhausen

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Es starben an Zusammen: Erwachsene:

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Lebensschwäche

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1. Lebens,ahr: 2

2.-15. Iah,

Diphtherie

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Tuberkulose

2

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Sephis

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frer^ehfer

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1

Schlagfluß

2

2

Krebs

2 (2)

2(2)

Zuckern,hr

1 (1)

1(1)

Gehirnentzündung

1

1

unbef. Ursache

1

1