Oberst der Gendarmerie Gribojedow auf dem Paradeplatz durch einen Revolverschuß getötet. Auf dem Platz anwesende Polizeibcamte gaben auf den Täter mehrere Schüsse ab, doch gelang es diesem zu entkommen.
t Baku, 10. Sept. Der hiesige englische Vizekonsul Ourkward wurde gestern auf der Straße angeschossen und am Arm leicht verwundet. Der Täter ist entkommen, doch sind zu seiner Auffindung und Dingfcstmachung energische Maßregeln getroffen worden.________________________
Ausland.
Kopenhagen, 10. Sept. Ter König ist heute abend nach Stockholm abgereist.
L o n d o n, 10. Sept. Nach einem Telegramm der „Tcrily Mail" aus Sim la meldet die dortige „Civil and Military Gazette", daß in Asansol in Bengalen trotz der Anwesenheit englischer Beamter eingeborene Agitatoren aus Bengalen revolutionäre Reden hielten. Sie sagten den Mohammedanern, daß ihr Zucker mit Schweineblut, den Hindus, daß ihr Zucker mit Rinderblut raffiniert werde. Tie Engländer misteten sich mit Hundefleisch, das die Hindus, die sie jetzt unterdrückten und vertrieben, geliefert hätten. Jetzt seien die Hindus an der Reihe, die Engländer zu vertreiben. Tie Japaner hätten Indien gezeigt, was die Asiaten vereint zu leisten imstande wären.
Paris, 10. Sept. Tie heutigen Abendblätter berichten aus Belfort, daß dort zwei deutsche Offiziere Namens Müller und Ingold unter dem Verdachte der Spionage von der Polizei verhaftet wurden. Sie hatten die Manöver bei Langres verfolgt und wären seit mehreren Taaen bereits von Geheimvolizisteu beobachtet worden. — Wie aus Algier gemeldet wird, ereignete sich dort während des Ansenthältes des deutschen Schulschiffes ,.Charlotte" ein höchst peinlicher Zwischenfall. Einer der deutschen Offiziere, der sich auf einem Ausfluge zu nahe an ein Fort begeben hatte, wurde der Spionage derdächtig verhaftet, aber sofort wieder freigegeben, als sich die Affäre als belanglos herausstellte. Ter deutsche Konsul in Algier wurde sofort offiziell verständigt.
— Ter „Matin" will wissen, daß im Auftrage der Jesuiten in einer AuzalL der reichsten Pfarrsprengel große Lokale gekauft oder gemietet worden seien und in Betsale um gewandelt wärden sollen. Ter Jesuiten- ioröen rechne mit den Folgen des päpstlichen Verbotes der Kultusvereinigungen und beabsichtige unter Ausschluß der Weltgeistlichen da, wo die Veranstaltung von Gottesdiensten ein sicheres Erträgnis biete, einen Privatgottesdienst zu 'organisieren. Bei dieser Gelegenheit weist der „Matin" auf die Wahl des Pater Wer uz zum Jesuitengeneral hin und sagt unter anderem, bei den französischen Katholiken, bei denen die ultramvntanc Gesinnung noch nicht die Vaterlandsliebe erstickt hat, möge die notwendige Schlußfolgerung aus der Haltung des Vatikans gezogen werden. Auch andere radikale Blätter beschäftigen sich in diesem Sinne mit der Wahl des Jesuitcngeneräls Wernz. „Petite Röpublique" erklärt, falls der religiöse Fanatismus die französischen Katholiken nicht vollständig verblendet habe, dann mußte die Wahl des Paters Wernz sie veranlassen, vor der päpstlichen Politik auf der Hut zu sein. Ter „Radical" schreibt: Vor der Wahl des Pater Wernz zum Jesuitengencral hatten wir in Rom einen deutschen Papst, jetzt haben wir deren zwei.
Rennes', 10. Sept. 800Ba hübe di en stete hielten eine Versammlung ab und erhoben Einspruch dagegen, daß sie von der Wohltat des Gesetzes betr. den wöchentlichen Ruhetag ausgeschlossen bleiben.
Valenciennes, 10. Sept. Gestern kam es zwischen Teilnehmern an einer M arien pro zession und Sozialisten, welche diese vom Präfekten verbotene Prozession verhindern wollten, zu einer argen Rauferei. Ein Priester, sowie mehrere andere Personen wurden erheblich verletzt.
Rom, 10. Sept. Ter krste Sekretär der deutschen Gesandtschaft beim Vatikan hat den neuen Jesuitengeneral Wernz im Namen des' Kaisers beglückwünscht.
Wien, 10. Sept. Ter Kaiser begibt sich morgen zu einem 10- bis 12tägigen Aufenthalt nach Ischl, um dort völlige Genesung von einer leichten Erkältung zu finden. Heute vormittag wohnte der Kaiser dem Seelenamt für die Kaiserin Elisabeth' bei.
— Gegenüber der einer kroatischen Zeitung entnommenen Meldung eines Wiener Blattes, es seien in R a g u s a infolge nationaler Streitigkeiten zwischen tschechischen und ungarischen Soldaten Ausschreitungen vorgefallen unb es habe ein ungarischer Soldat' einen an den Exzessen unbeteiligten bosnischen erschossen, wird von maßgebender militärischer Seite mitgeteflt, daß es sich um eine Rauferei handelt, die sich vor 14 Tagen im Lager von Roiiste in der Herzogowina ereignete, als die Soldaten in Mässen zur Kantine drängten. Tabei sei ein Infanterist eines' bosnisch- herzoaowinischen Regiments getötet worden. Alle bezüglich der Ursachen des Erweises gemachten Kombinationen sind unzutreffend und haltlos.
. Algier, 10. Sept. Eine Bande Marokkaner hat auf französischem 'Gebiet bei Saoura einen Ueberfall verübt. Französische Schützen sind dorthin ab gegangen, um die Bande, die 600 Mann stark ist, zu vertreiben.__________
Aus Stadt und Land.
Gießen, 11. Sept. 1906.
v ’ ** Ter Jahresbericht des Landesgewerbe- Vereins für die Zeit vom 1. Oktober 1905 bis September 1906 ist erschienen. Danach tritt der Verein am Schluß des Berichtsjahres in das 70. Jähr seines Bestehens ein. Er hat 11040 Mitglieder in 123 Ortsgewerbevereinen. Bei einer Gemeindenzahl von 993 in Hessen haben 12 Proz. davon Gewerbevereine. Die Zahl der Schüler der Gewerbeschulen beträgt rund 10 000, die Zahl der geprüften Lehrlinge betrug 1905 400. Der Landesverein gliedert sich in 13 Bezirksverbänbe, von denen sechs auf Starkenburg", vier auf Oberhessen und drei 'auf Rheinhessen fallen. — Der Uebergang von Schülern von den Gewerbeschulen an die Baugewerksschulen in Hessen beschäftigt seit Jähren die Lehrerschaft der Gewerbeschulen. In einer Sitzung des Zentralausschusses und einer Kommission der Baugewerkschullehrer wurde die Forderung dahin präzisiert, daß der erfolgreiche Besuch der unteren und mittleren Abteilung einer Gewerbeschule den Eintritt in die dritte Klasse einer Baugewerffchule ermöglichen soll. Die Aufstellung einer Bezugsquellcnliste für Lieferungen auf gewerblichem Gebiet ist von der staatlichen Baubehörde angeregt worden. Die Liste soll sich zunächst auf hessische kunstgewerbliche Leistungen und Lieferungen beziehen. Es werden daher nur hessische Firmen ausgenommen. Die Zentralstelle für die Gewerbe stellt die Liste zusammen. Der Errichtung einer staatlichen Mobiliarfeuerversicherung ist der Ausschuß wieder nähergetreten. Tie Frage der Ichüler-
haftpflichtversicherunF erfordert nb'ch weitere Beratungen. Tie Einführung der Abgangsprüfung au den Gewerbeschulen und die Anrechnung derselben bei dem theoretischen Teil der Meisterprüfung für bas Maurerhändwerk beriet der Ausschuß wiederholt. In Preußen sind die Prüflinge, welche die Abgangsprüfung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Baugewerkschule bestanden haben, von der Anfertigung der Prüfungsarbeit und der mündlichen Prüfung befreit. Tie Schüler der Baugewerkschulen in Darmstadt und Bingen genießen diese Vergünstigung in Preußen ebenfalls. Ter Ausschuß erachtet es für nötig, daß diese Vergünstigung auch von der hessischen Regierung im eigenen Lande gewährt wird, und verlangt weiter Ausdehnung der Bestimmung auf Handwerker, die eine hessische Gewerbeschule drei Semester mit Erfolg besucht und eine Abgangsprüfung bestanden haben. Der ersteren Forderung hat die Regierung bereits entsprochen und eine Prüfung des weiteren Antrags in Aussicht gestellt. Die in Aussicht genommene Verwendung des alten Schlosses in Gießen als Gewerbehalle für Oberhessen scheint endgültig gescheitert zu sein, da die Gewerbevereine, die große Opfer für die Schulen bringen, nicht in der Lage sind, Mittel für die innere Ausstattung der Halle zu beschaffen. Die H a u p t v e r s a m m l u n g des Landesgewerbevereins findet am Sonntag, 23. Sept., in Oppenheim statt.
** Eine neue Fahrpreisermäßigung für die Besucher der Nürnberger Ausstellung ist mit dem 1. September in Kraft getreten. Von diesem Termin an berechtigen alle bei einer bayerischen (d. h. bayerisch-rechtsrheinischen Staatseisenbahnstation nach Nürnberg gelösten einfachen Fahrkarten — ohne Rücksicht auf den Tag, an dein sie entnommen worden sind — zur freien N ü ckfahrt innerhalb von zehn Tagen, wenn sie in der Ausstellung abgestempelt werden. Für außerbayerische Besucher der bayerischen Landesausstellung empfiehlt es sich daher, ein Netourbillet nur bis zur ersten bayerischen Station zu nehmen und dort einen einfachen Fahrschein zu lösen. (Für Gießen, Oberhessen u. s. w. kommt als erste bayerische Station Aschaffenburg in Betracht.)
** Kurhessische Erinnerungen. Am 11. Septbr. 1866 zog das 2. kurf. Hess. Husarenregiment (jetzt Nr. 14), das am 14. Juli an dem hartnäckigen Treffen bei Aschaffenburg teilgenommen hatte, durch Kassel in seine Garnison Waldau ein. Das Regiment wurde überall stürmisch begrüßt. Es halte auf der blutigen Wahlstatt von Aschaffen- burg vier Tote gelassen. Gefreiter Kersten, der an dem Tage Ordonnanz beim Grafen Neipperg, dem Höchstkommandieren- den der Bundestruppen war, erhielt einen Schuß in den Unterleib. Heute noch, also seit 40 Jahren, trägt Kersten, der in Kassel wohnt, das feindliche Geschoß im Unterleib bei sich. Versuche, die Kugel zu entfernen, mißlangen. — Am 14. September 1866 machte die preußische Regierung, veranlaßt durch ein vom Flügeladjutanten Lollis v. Eschwege überbrachtes Schreiben des Kurfürsten an Köllig Wilhelm, nochnlals einen Versuch, den Kurfürsten zum Verzicht auf Kurheffen zu bewegen, und bot ihm die Landgrafschaft Hessen- Homburg als souveränen Besitz an. Der Kurfürst wies das Anerbieten zurück.
x. Wies eck, 11. Sept. Ein Unfall ereignete sich dieser Tage in dem Neubau des Schlilhauses. Mehrere Mädchen hatten sich in den Neubau begeben, als niemand der Handwerker anwesend war. Aus Unvorsichtigkeit siel eines der Mädchen aus beträchtlicher Höhe in den Keller und erlitt erhebliche Verletzungen am Kopse.
A Heuchelheim, 10. Sept. Am Samstag niittag um 12 Uhr ereignete sich an der Lahn ein Unglücks fall. Ein Mann von hier fuhr mit einem mit Flitter beladenen Wagen die Lahn entlang. Unterwegs wurde das Vieh (zwei Kühe) sehr unruhig, sodaß dem Mann der Zügel onf der Handseite platzte imb dadurch das Fuhrwerk sich immer mehr einer hohen, steilen Böschung, nahe der Einmündung der Klärbeckenanlage näherte. Das Gespann und der Wagen überschlugen sich öfters und fielen in die Lahn. Zum Glück blieb der Mann, mit dem Kopfe im Schlamm steckend, nahe am Ufer liegen, sodaß er von herzlieilenden Seilten, einem Altersgenossen, der auf der chemischen Fabrik daselbst beschäftigt ist, und einem Geschäftskollegen noch rechtzeitig gerettet werden konnte. Durch fortgesetztes Bewegen der Arme und Beine usw. wurde der Verunglückte wieder zum Bewußtsein zurückgerufen. Ec erlitt außer einigen kleineren Hautabschürfungen anscheinend keine Verletzungen. Dem Vieh wurde durch diesen Unglücksfall kein Schaden zugefügt.
X Wetterfeld, 10. Sept. Für den Kreis Gießen, wo in letzter Zeit eine Menge von Ortschaften die Feld- bereinigung vornehmen ließen, ist das Vorgehen der Gemeinde Wachenbuchen b. Hanau sehr zur Nachahmung zu empfehlen. In diesem Orte werden nach Beendigung der Feldbereinigung im Herbst 3 000 Aepfelbäume auf gefällige Anregung des Obstbautechnikers Wiesner aus Friedberg angepflanzt. Einheitliche Sorten für Feld- und Straßenbepflanzung werden von Herrn Wiesner bestimmt, durch Gemeinde und Privatbesitzer gemeinschaftlich bezogen. Einem in Friedberg ausgebildeten Baumwart wird die Anlage dann zur Pflege anvertraut.
X Schlitz, 10. Sept. Hier ist vor einigen Monaten auf Veranlassung des Ortsgemerbevereins und mit tatkräftiger Unterstützung des Bürgermeisters Zinßer eine gemeinnützige Baugenossenschaft gegründet worden, die sich bisher unter der Leitung des Vorsitzenden Gastwirt Hendrick; in sehr erfreulicher Weise entwickelt hat. Die Mitgliederzahl beträgt schon jetzt mehr als 70. In diesem Jahre sollen noch sechs Häuser mit kleinen Wohnungen unter Dach gebracht werden, einige davon sind bereits im Bau begriffen. Die Bauleitung liegt in den Händen des Kreisstraßenmeisters Roth. Bei Ausarbeitung der Pläne haben die in dem Wettbewerb des Zentralwohnungsvereins mit dem ersten Preise ausgezeichneten Entwürfe als Grundlage gedient und so werden die Häuser sowohl hinsichtlich der inneren Einrichtung als auch im äußeren allen Anforderungen genügen. Das Baugelände wurde in dankenswerter Weise von der Gräfl. Görtzschen Rentkammer zu einem außerordentlich billigen Preise überlassen. Die Genossenschaft wird sonach in der Lage sein, zur Hebung der Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Einwohner sehr viel beizutragen und mithin eine recht segensreiche Aufgabe erfüllen.
Darmstadt, 10. Sept. Einen entsetzlichen Ausgang nahm eine Hochzeitsfeieclichkeit, die gestern in dem
benachbarten Orte Wixhausen, Station der Linie Darn> stadt—Frankfurt, stattfand. Als die Gesellschaft abends in bester Stimmung beisammen war, explodierte plötzlich eine Petroleumlampe und das dadurch entstandene Feuer ergriff die Kleider zweier jungen Mädchen, die sogleich in hellen Flammen standen. Trotzdem die Anwesenden sofort hinzu- eilten und die Flammen schnell erstickten, hatten die beiden Unglücklichen bereits fürchterliche Brandwunden davongetragen. Sie wurden unverzüglich ins hiesige städtische Krankenhaus gebracht, woselbst das aus Wixhausen gebürtige Mädchen heute mittag bereits seinen Verletzungen erlegen ist; auch der Zustand des zweiten Mädchens, das aus Egelsbach stammt, ist nahezu hoffnungslos.
Darmstadt, 10. Sept. Der Fürst und die Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lieh reisten heute nachmittag 2 Uhr 10 Min. von Jagdschloß Wolfsgarten wieder ab.
(Darmst. Ztg.)
H. Biblis. 10. Sept. Die 17jährige Tochter des Maurermeisters Weickert aus Groß-Rohrhcim, welche gestern abend den Zug 9 Uhr 25 Min. zur Heimreise benutzen wollte, wurde beim Ueberschreiten der Geleise vom Frankfurter Zuge erfaßt, eine Strecke mitgeschleift und von den Rädern zermalmt. Die Leiche wurde erst spät nachts von Bahnbediensteten entdeckt.
H. Frankfurt a. M., 10. Sept. Heute früh gegen 5 Uhr erschoß der 57 Jahre alte Schäfer Jakob Jckler seine Frau, die noch schlafend im Bette lag, und verletzte sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe lebensgefährlich. — In sechs stark besuchten Frauen-Versammlungen wurde heute abend Stellung zum Bier-Boykott und zur Milchpreiserhöhung genommen und beschlossen, die Frauen aufzufordern, den Bier-Boykott strengstens ein« zuhalten und den Gebrauch von Milch tunlichst einzuschränken, bezw. kondensierte Milch zu benutzen.
W. Kronberg, 10. Sept. Die Kronprinzessin von Griechenland bot heute mittag mit ihren Kindern Schloß Friedcichshof verlassen und die Heimreise über München- Venedig nach Athen angetreten.
h. Kreuznach. 10. Sept. Die bekannte Zigarren- fabrik von Carl Greff brannte nachts bis auf die Umfassungsmauer ab. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer an mehreren Stellen zugleich ausbrach. Der Schaden beläuft sich auf 600 000 Mk. Ein Teil der Arbeiter, etwa 250, sind brotlos geworden.
Telefomsche BCursheeMcMe
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse 3%°/0 Reichsanleihe . . 98.90 3% do. . . 86.55 8X°/o Konsols ...» 98.85 3% do 86 70 3%°f(l Hessen 97.95 3%°/n Oberhessen . . . — 4% Oesterr. Goldrente. . 99.90 4’/b°ö Oesterr. Silberrente 100.40 4°i> Thiffar. Goldrente . . 95.10 4?£ Italien. Rente . . . 103.30 3% Portugiesen Serie T . 69.95 3% Portugiesen „ HI 70 90 4%°/n russ.Staatsanl. 1905 86.20 4j<°'n japan. Staatsanleihe 93.90 4 Cour. Türken von 1903 95 90 Türkenlose ... . . 146.00
4% Griech. Monopol-Aul. 54 90 4% äussere Argentinier . 90 30 3% Mexikaner ... 68.60 4^% Chinesen .... 97.75
Aktien:
Bochum Guss 243.80 Buderus E. W . ... 126.50
Tendenz: schwach.
11. September, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 142.00 Elektriz. Schnckert . . . 129.50 Esch weil er Bergwerk ■ . 252.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 225.10 Hamburg-Amerik. Paketf. 160 10 Harpener Bergwerk. . . 212.00 Uanrahntte 244.00 Xordd. Lloyd 128.80 Oberschles. Eisen-Industrie 130.50 Berliner Handelst . . 172.50 Darmstädter Bank . , . 140 50 Deutsche Bank . . . 238.90
Deutsch-Asiat. Bank . . 173.60 Diskonto-Kommandit. . . 183.50 Dresdner Bank . . . 158.10 Kreditaktien 210.20 Baltimore- und Ohio-
Eisent ahn . . 122.90
Gotthardbahn . . . , . —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.10 Prince-Henri-Eisenbahu . 145.50
Berliner Börse. 11.
Canada E. B. . . v t . 179.25 Darmstädter Bank . . . 140.40 Deutsche Bank .... 238.70 Dortmunder-Union C. . . 84.10 Dresdner Bank .... 158.00 Tendenz: schwach.
September. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. .
Laurahtttte ....
Lombarden E. B. .
Xordd. Lloyd i . . .
Türkenlose . ...
211.70
244.10
33.70
128.80
145.50
Äandel ititö Verkehr, Volkswirtschaft.
Hamburg-Amerikanische P a ck e t f a h r t - G e s e l l - s ch a s t. Anläßlich der erneuten Kavitalerhöhung mif 120 Mill. Mk., über welche in der Generalversammlung vom 28. d. Mts. beschlossen wird, steht auch ein Antrag mit Herabsetzung des Aufstchtsrats- Tantieinen. Diese Herabsetzung ist freiwillig vom Aussichtsrat selbst beantragt worden. Es lausen betr. der Tantieme die bisherigen Bestimmungen dahin, daß von dem nach 4°/„ erster Dividende noch vorhandene Gewinn jedes Aussichtsratsmitglied l°/0 und der Vorsitzende 2 % 5" beansvruchen bat. Da der Aufsichtrat nur au? 6 Mitgliedern besteht, hat für 1905 die Aufsichtsratstantieme den Betrag von 526 881 Mk. ausgemacht.
Kleine F i n a n z ch r o n i k. Die Stadt Wiesbaden sordert Gebote aus 6 Millionen Mark 4 °/0 Anleihe, abzugeben bis 17. ds. Mts. Ein 31/, °/0 Anleihe suchte die Stadt schon im Monat März konnte ober keine akzeptablen Offerten erhalten. — Die Deutsche Effekt e.n - n. W e ch s e l b a n k, F r a n k s u r t a. M. bat sich bei der Bankfirma Siegsried Simon in Köln mit einer Einlage von 1 Mill. Mk. beteiligt. Anfangs Oktober ds. Js. wird die Firma Richard Edel ins Leben gerufen, die sich als Spezial- geschäst mit der Pflege des Verkehrs in Kuxen und Werten ohne Börsennotiz befassen wird, und ebenfalls mit der Deutschen Wechsel- und Effektenbank kommanditiert sein wird. — Der Aufsichtsrat der Süddeutschen E i s e n b a h n g e s e l l s ch a s t in Darmstadt wird die Verteilung einer Dividende von 6 °/0 wie i. D. vorschlagen.
Märkte.
Gießen, 10. Sept. Der heutige R i n d v i e h m a rk t batte einen Auftrieb von 900 Stück Großvieh, 150 Stück jungen Rindern zur Zucht und 150 Kälbern. Ter Markt, der ausnahmsweise auf einen Montag fiel und mit dem Frankfurter Markt kollidierte, war von der Kundschaft schlecht besucht, und der Vorrat war für einen jetzigen Markt auch sehr gering, so daß die erfebienenen Käufer in allen Viehgattungei, doch einen flotten Markt bei hohen Preisen machten. Nach Mittelware war sehr starke Nachfrage, auch Zuchtrinder fanden wieder Liebhaber. Fettvieh kauften die Metzger aus der Provinz und aus ben Lahnstädten zu guten Preisen. Kälber gingen für Wiesbaden und Frankfurt fort. Der Markt war sehr früh beendet. Gehandelt wurde Mittelware 1. Qual. 450—525 Mk., 2. Qual. 375—425 Mk., 3. Qual. 280—340 Mk., junge Zuchtrinder, 5-7 Monat alt, 120-150 Mk., 9-12 Monat alt 175-225 Mk. das Stück. Die Fettviebvreise stellte sich der Zentner Schlachtgewicht: fette Rinder 1. Qual. 78—79 Mk., 2. Qual. 76—77 Mk., fette Kühe 1. Qual. 75-76 Mk., 2. Qual. 72-74 Mk., Kalber 1. Qual. 75-78 Mk., 2. Qual. 62-72 Mk., 3. Qual. 59 bis 64 Mk.
Gießen, 11. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wocheumarkte kosteten: Butter vr. Pfd. 1.20—1.30 Alk., Hühnereier 1 St. 8-9 Pfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen v.Pfund 22Pfg-, Linsen p. Pfund 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80- l,00Mk., Hühner pr.St.


