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11/09/1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 213

Zweites Blatt

Dienstag 11. September 1906

Gießener Anzeiger

Erscheint «sNtz mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger, Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

. (5necceru5^ft*.f)u<3 evKftnct.

lebei-all erhältlich. [M»/T

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Die ^Wietzener KamlllenblNter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der Ehrifilch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.

186. Jahrgang

der Bürgerschaft zu übermitteln. Nachdem der Kaiser den gereichten Pokal geleert hatte, überreichte ihln eine Schülerin einen Blumenstrauß. Der Kaiser machte hierauf eine Rund­fahrt durch die Stadt.

gez. Friedrich.

Großherzog und die

Rotationsdruck und Verlag da vrübl'sckmi UniversitätSdruckeret. R. Lange, Gtetz«,

Redaktion. Expedition «.Druckerei: Sch Er. A.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger «Vietze».

K i e 1,10. Sept. Der deutsch eIuristcntay wurde in der Aula der Universität

erfüllen bestrebt sein. In dle in jo liebreicher Weise

.Mit

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mcmcv gedacht haben.

Schloß Badenweiler, 9. Sept.

Mainau, 10. Sept. Der

in QmlitÄt, Beile and Säest ist soeben eingelreffen# 1

Sendung Bulv

KwMdwWM tetetam-Mttt*

Gelte «.bi« Pptad

£ 85 Pfennig

in Kistchen von

4, 5( 9 und 10 Pfci

Deiches Resch.

Perle berg, 10. Sept. Der Kronprinz traf gestern abend im Manvvcrgeläuoe ein und nahm auf deut Gute des Ministers d. Povbielski in Dallmin Wohnung.

Bahnhofstrasse^ UsiMpliti 12.

schenken sollte, meine von ihm aujerlegten Pflichten tren und in aller Hmgebnng auch m Zukunft jn - :!ln <v"

oollem Gefühl danke tcl) allen denen,

heute bei großer Beteiligung durch den Geh. Justizrat $cof. Oberreichsanwalt *Xx. L 1shause n in Leipzig werbe' zum

Kaisermanöver.

Die Kaisermanöver haben sich unter Kaiser Wil­helm II. zu Hebungen herausgebildet, die von Jahr zu Jahr den tatsächlichen Verhältnissen des Krieges nach Möglichkeit ähnlicher gestaltet werden. Während vor 1888 nur aus­nahmsweise mehr als ein Armeekorps den Schluß seiner Herbstübungen unter den Augen Seiner Majestät ausführen durfte, ist es seit dem Regierungsantritt Kaiser Wilhelms II. zur Regel geworden, daß sich mmdestens zwei volle Armec- torps gegenüberstehen. Wiederholt haben sich verstärkte Korps bekämpft, und seit den letzten Jahren ist dies fast stets der J-all. In den Jahren 1890 und 1893 sanden mehrere Kaiser­manöver hintereinander statt. 1890 zwischen dem 5. und 6. Armeekorps und dann beim 9. Armeekorps in Verbindung mit der Flotte und 1893 zuerst zwischen dem 6. und IG. Armeekorps und dann zwischen dem 14. und 13. (K. Württemb.) Armeekorps. Die größten von unserem jetzigen Kaiser abgehaltenen Manöver waren das des Jahres 1897, bei dem auf dec einen Seite das 8. und da§ damals noch 3 Divisionen starke 11. Armeekorps unter dem Oberkommando des General-Obersten v. Haeseler, auf der anderen Seite die gesamte bayerische Armee unter General-Oberst Leopold, Prinz von Bayern, mit dem 1. Armeekorps zu 2 und dem 2. Armeekorps zu 3 Divisionen, also ü gegen 5 Divisionen standen. Diesem zunächst an Stärke kam das Kaisermanöver 1903 zwischen dem 4. und 11. Armeekorps einerseits und dem 12. und 19., den beiden K, Sächsischen Armeekorps, anderseits. Von sämtlichen deutschen Armeekorps wird das 5. Armeekorps als erstes in diesen Tagen zum vierten male unter den Augen deL Kaisers manövrieren, das 6. KorpS zum dritten male; ebenso oft wie letzteres nahmen mit dem ganzen Korps das Gardekorps, das 4., 8. und 11. Armee­korps an Katsermanöoern teil, zweimal das 1., 2., 7., 9., 10., 12. (1. Kgl. Sächs.), 13. (Kgl. Württemb.), 14. und 17. ArineekorpS. Zum zweiten male ist jetzt auch das dritte Armeekorps int ganzen herangezogen, während Teile desselben wiederholt schon zur Verstärkung anderer Korps dienten. Erst einmal sind bisher die übrigen deutschen Armeekorps heran­gezogen worden, ausgenommen jedoch das am 1. Januar 1900 errichtete 3. K. Bayerische Armeekorps, welches bis jetzt als solches überhaupt noch nicht an einem Kaisermanöver teil- nahm. Seit 1891 werden die beiden Parteien durch Kavallerie-Divisionen meistens aus 3 Kavallerie-Brigaden mit 2 Maschinengewehr-Abteilungen, einer reitenden Ab­teilung Feldartillerie und einem Pionier-Detachement be­stehend ergänzt, die wiederholt am letzten Manövertage beim Kampf gegen einen markierten Feind zu einem Kavallerie- Korps zusammengezogeu wurden. Im diesjährigen Kaisermanöver, das sich in den Tagen vom 10. bis 13. d. M. zwischen Breslau und Liegnitz bezw. südlich dieser Linie auf historischem Boden abspielen dürfte, stehen das 3. Armeekorps (Gen. d. Inf. v. Bülow) und 5. Armeekorps (©en. d. Ins. v. Stülpnagel) unter dem Oberkommando des Generals der Infanterie v. Lindequist, General-Inspekteur der 3. Armee-Inspektion, dem verstärkten, auf 3 Divisionen gebrachten 6. Armeekorps unter seinem kommandierenden General, General der Infanterie von Woyrsch, gegenüber. Die Nordarmee wird stark sein: 50 Bataillone (davon zwei Jäger-Bat.), 50 Eskadrons, 300 Geschütze (davon 12 der reitenden Artillerie und 36 leichte Feldhaubitzen), 12 Maschinen­gewehre, 2 Pionier- und 2 Train-Bataillone usw.; das ver­stärkte 6. Armeekorps wird zählen: 37 Bataillone (einschließ­lich 1 Jäger-Bat.), 45 Eskadrons, 228 Geschütze (davon 30 der reit. Art. und 18 leichte Feldhaubitzen), 12 Maschinen­gewehre, je 1 Pionier- und Train-Bataillon usw. Auf ver­hältnismäßig engem Raum wird sonach die ansehnliche Macht von 87 Bataillonen, 95 Eskadrons, 528 Geschützen, 24 Maschinengewehren usw. usw. versammelt sein.

Liegnitz, 10. Sept. Der Kaiser flieg heute morgen bei der Bielwiese zu Pferde und begab sich in das Manöver- gelände bei Oberheidau. Nachmittags fuhr der Kaiser im Automobil über Parchwitz und Wahlstatt nach Liegnitz. Die Kavalleriedivision B (rot) war heute über Pacch- witz bis Gugelwitz vorgesandt worden, wo sie Stellung nahm. Die von Lüben heroordringende Kavalleriedivision A (blau) zwang die erstere, über die Katzbach gegen Haidau und Parchwitz zurückzugehen. Heute nachmittag nahmen beide Divisionen beobachtende Stellungen ein.

Der Kaiser traf hier um ö1 * * * 5 * */^ Uhr mit dem Prinzen Oskar und dem Gefolge in Automobilen ein. Bor dem Rat- Hause begrüßte zunächst der Regierungspräsident Freiherr Soherr-Thoß den Kaiser mit einer Ansprache, in welcher ec sagte: Niederschlesien, insbesondere die Liegnitzer, sind stolz und glücklich, daß der Kaiser diesen historischen, so viel­fach mit dem Blute der Vorfahren gedüngten Boden zum Kaisermanöoer auserkoren und daS alte, vor Hunderten von Jahren von den Vorfahren des Kaisers bewohnte Piasten- Schloß als Stätte der Ruhe und Erholung gewählt hat. Der Kaiser dankte dem Regierungspräsidenten, worauf der Bürgermeister Oertel den Kaiser int Namen der Stadt be­grüßte. Der Kaiser erwiderte, indem er zunächst auf seine am Samstag bei der Provinztafel in Breslau gcl)altenm Rede hinwies, er habe schon einmal die Freude gehabt, in den Mauern der Stadt Liegnitz zu weilen, er habe jetzt ge­funden, daß sich die Stadt vortrefflich entwickelt habe. Der Kaiser erinnerte an die umliegenden historischen Stätten, und wie eS sich seine Vorfahren haben angelegen sein lassen, Schlesiens Treue zu halten; ebenso habe auch Liegnitz treu zum Herrscherhaus^ gestanden. Bei seiner Fahrt durch die Vorstädte habe er sich außerordentlich gefreut, daß die Be­wohner die Häuser so schön geschmückt hätten. Der Kaiser eaufiraate de» r». ^kichste» Dank

Vorsitzenden genj^i. Auf seinen Vorschlag nxtrtc ein tzul- dissungstelegrvmm an Kaiser AiÄyelm unv btn Kreiser trott Oesterreich gesandt uno in einem Telegramm an trcn Groß­herzog sowie an die Großherzogin von Baben wurde des 80. Geburtstages des Gro^r^ogs und der goldenen Hoch­zeit des groHycrzogli.chen PaavsS gedacht. ES [otgtcri die Begrüßungsansprachen. Der Vorsitzende teilte m*tz daß zwei Juristen aus Japan gebeten haben, an den Verhand­lungen tei-lncl/men ^u dürfen. Nach Schluß, der VoUver- fammhing begannen die Sitzungen der 5fbteAing.cn.

Hannover, 10. Srpt. Auf den: gestern und vor­gestern abgehaltenen Vcrtre:crtag des KeichSVer­bandes der Nation äl'lib er al en Inge ndver eine wurde an deut Verhalten oer natiouQuiberaien RetchKtagS- und LandtaaSfrakkion -in den Fragen der neuen Steuer­gesetze und des preußischen V v l k S s ch u l g e s e tz e s wyr scharfe ft r i H 2 geübt. Trotz dem. bie Ao geordneten Bassermaun, Paasche, Schiffer und Haußmann die Etil- schKeßuttgen iyrer Fraktion verteidigten, luuioen Beschlüsse gefaßt, bie ein ziemlich, deutliches Mißtrauensvotum gegen Die Abgeordneten lnr Partei enthalten. In der Waylrecyts- srage einigte sich der Berrrelertag auf sorgende Resolution:

Das ReichstagsMthlrecht hat jia) bewahrt und ent­spricht dem heutigen Geiste und materiellen ftnitur- zurstande unseres BotkeS. Die natioitalttoeratcit Jugend- uereme treten daher für die unkwümgte Betbeyaltuug oeS- selben ein und fordern grunviätzlia), seine Einführung in den Einzelstaateu uno werden jeue entschiedene Wahl- rechtsoeröefjeruug, die bent Ziere oer Entführung des a llg em etnenlN gl eichen und direkten W ahl- recht naher füM begrüben.

(Stuttgart, 11 Sept. Die heutige Versammlung des Jnnungsverbanves deut, cher Bäugewerks- m eist er hat sich einstimmig jur öie Einführung des Be­fähigungsnachweises im Baugewerbe ausge­sprochen. Der von oer Regierung dem Reichstage vorgelegte Entwurf zur Sicherung oer Bausordcrungen murifc mit großer Mehrheit als wertvolles Mittel zur Beseitigung oer jetzigen Verhältnisse begrüßt. Einstimmig beschloß die Versammlung dann twch, bie AelchSrcgwrtmg zu ersuchen, die Führung oer TitelBaumeister" undBaugewerlmeister" von der Anlegung einer besonderen staatlichen Prüfung abhängig zu machen.

Dresden, 10. Sept. Eine Vertrauensmännerversamm­lung der freisinnigen .Vollspartei des Wahlkreises Döbeln-Rotzwetn stellte als freisinnigen Son­der-Kandidaten für die Reichstagsnachwahl, den Stadt­verordneten Lehrer Beck aus Dresden auf.

Breslau, 10. Sept. Die K a i j er i n fuhr heute mittag nach dem Besuch in oer St. HedwigMrche nach dem israe­litischen Krankenhause an der Hohenzollernstraße, wo sie von dem Vorstande empfangen wurde. Die Kaiserin besieh tigte unter Führung der betreffenden Chefärzte die ein­zelnen Stationen und sprach fia) lobend über oie Einr ich? tungen, namentlich über bie Oper atro ns sale ans.

Die Berechnung des FrachturLimdeusterupels. Berlin, 10. Sept.

DieMrdd. Mlg. Ztg." meldet: Bei der praktischen Handhabung des Gesetzes vom 3. Juni 1906 betreffend den Frachturkundenstempel haben mehrere Bestimmungen ver­schiedene Auslegung gefunden. Die strengere Aus­legung führt zu manchen, offenbar vom Gesetzgeber nicht gewollten Härten für den Verkehr und haue auch für die Eisenbahnen höchst unbequeme Folgen, insofern sie nur zu sehr geeignet war, die Ausnutzung der tragfäfyigeren Wagen zu erschweren. Es ist daher sreuoig zu begrüßen, daß von maßgebender Seite eine dem Sinne und Geists des Gesetzes gerecht werdende und auch wohl vom Gesetz­geber gewollte Auslegung gegeben worben ist. Die Dienststellen der Eisenbahnen sind schon mit den nötigen Weisungen versehen. Es handelt sich insbesondere um fol­gende Punkte: 1. Manche Massengüter werten nach^ kauf­

männischen Gebrauchen nach Renog<cmUften von 10, 15 usw. Tonnen gehandelt. Zu diesen Gewichren tritt noch daS Ge­wicht der Verpackung hinzu. Bei anderen (Mtern über­steigt öfter das zur Aufgabe gelangte Gewicht den 9-ormal- satz 10 oder 15 Tonnen um einige Prozent. Nach der Eisen­bahnverkehrsordnung ist daher gestattet, die Wagen über

das Ladegewicht hinaus bis zur L.ragsäyigkeitSarenze (um

5 Prozent) zu belasren. EL. war mm, in diesen .Fällen»

zweifelhaft, ob nicht nach dem Wortlaut des Gesetzes für

solche Sendungen der Ttemprlberechnung statt Ladegewichts

des Wagens der nächsthöhere Satz zu Grunde gelegt werden

mußte. Nunmehr soll für die Berechnung des Frachtur- rundenstempels £rie\e geringe Mehrbelastung ohne Etnflutz bleiben und nur das angeschriebene L adegewrcht des Wagens maßgebend sein, 2. in Nummer a Mrsatz 1 des Stempeltari^ tf! bestimmt, daß. der Steuersatz von 2Q P-fennta bei einem Frachrderrag von nicht mei-r als 25 Att. zu erheben ist, Bisher war angenommen worden, daß damit der Frachtbetrag für die aef den Frachtbrief jeweilig beförderte Ladung gemeir-.r sei. Diese Auslegung führt aber zu Härten für oen Verfrachter, benn sie belastet ihn höher, wenn Wagen von größerer Dragsähtgkett als

10 Tonnen verwendet werden, i/runmehr ist das Gesetz dahin erläutert wv»sen, daß für ;«emessung t>e5 -Stem­pels der maßgebende Frachtberrag |ia> nicht <rus die jeweilig auf den Frachtbrief oefiH'berre Xaoung, sondern aus bte Normal 1 adung von 10 Tonnen bezieht. 3, ioeiiere

Mikhspröen Mr

Aes Groß^rzogs Zank.

Karlsruhe, 10. Eept. DieKarlsr. Zig.^ veröffent­licht folgende Kundgebung:

An mein teures badisches Volk! Die zahlreicken Kund« gebungen treuer und liebreicher Wünsche, bte mir ztir Vollendung inelneS 80. LebettSjahreS zttteti geworben siltd, legen mir bte werte Verpfltchttntg au, meiner Dankbarkeit einen entsprechenden Aus­druck zu verleihen. Ich glaube diesem Bedürfnis in richtiger Weife zu enljprechett, wenn tch tm Hinblick auf die RegierungSjahre, bte mir vergönnt waren, meine Streite ben ynterefien memci^gcUcbten 2anbc5 zu widmen, ein Vorbild erwähne, baS meinem Wirten vor- schwebte. Zur Zeit, da es meinem verehrten Großvater Karl ßricbrkl) gelungen war, daS Großherzogtum Laden zu der Be­deutung zu erheben, welche cS berechtigte, einen entjprechenden Anteil an dem Wiedererstehen drS Teukfchen Reiches zu nehmen, da sprach er die unvergänglichen Worte:(Ls muß cm unumstöß- Ucher Grundsatz bei unseren späteren 9lad)tümmen bleiben, daß daS Glück be5 Regenten von der Wohlfahrt seines Landes unzer­trennlich sei." Dieser vor hundert Jahren ausgesprochenen 'Mah­nung nachzustreben, ist die denkbar schönste Ausgabe sür die Nach­folger des großen Fürsten, und es gehört die ganze geistige Kraft des Könnens und Wollens dazu, hiernach ge|egncte Grsolge zu erreichen. In meiner langjährigen Wirkjamteit sand ich immer wieder von neuem, baß bie richtige Beurteilung der Gegenwart von der -genauen Kenntnis der Vergangenheit abhängt und es daher erforderlich ist, die Regierungstätigkeit der fürstlichen Vor­gänger sehr genau ms Auge zu sasfen, um bie wahren Bedürfnisse, deren Pflege ihnen aiwertxaut ist, richtig zu erkennen. Da es mir schon frühzeitig vergönnt war, bie Pflichten bes fürstlichen Berufes leimen zu lernen und mich ber geschichtlichen Entwicklung des politischen Lebens zu widmen, Niußte ich erkennen, daß bie Er- mljrmig das entscheidende Wort ist. Von dem Bewußtsein getragen, daß die Interessen eines Landes nur durch ein Zusammenwirken aller berechtigten und verpflichteten Kräfte zum rechten Ziele geführt werben können, hohe ich aus bie Fortdauer des mir erwiesenen Vertrauens und will, so Gott mir die Gnade fernerer Wirksamkeit

wichtige Frage ist schon früher cuischicdeu, sie sei aber der Vollständigkeit hakber hier nochmals mitgetcill: Es kommt öfter fror, daß dem Verfrachter von der Eisenbahnverwal-, tung ein Wagen deS §elfr»nschten Ladegewichts nicht gestellt wird. Wird z. B. statt des anaefvcdcrten 10-Tonnenwagens ein 15-TvnnenwEn gestellt, [o werbe sich nach dem Wort­laut de? Gesetze? infolge dieses von ihm nicht verschuld beten Umstandes der Sttmpelbetrag um 50 Pro-, erhöhen, in solchen Fällen farrt) das Ladegewicht des angefor- werten, nicht aber de? gestellten Wagens der Stempel-, berechnung zu Grunde gelegt.

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-^NLMeldbüNidda.

Groß Herzogin sind von Badenweiler hier eingetroffen. Am nächsten SamStag erfolgt die Abreise nach Karlsruhe.

Dresden, 10. Sept. Der ftönig richtete an den Groß Herzog von Baden zu seinem 80. Geburtstage ein herzliches Glückwunschtelegramm.

...... -............. «! . »L.l.l ... I I ! I "R

Rußland.

EZ sicht die Veröffentlichung einer durch den Kaiser be­stätigten Verfügung bevor, die anordnet, daß Kron­ländereien, sofern sie nicht eine spezielle Bestimmung haben, nach Ablauf der Pachtverträge, und Wald, der ohne Nachteil für die örtliche Bevölkerung und für die Forstwirtschaft ent­eignet werden rann, an landbedürftige Bauern zu verkaufen sind. Der Verkauf har zu Preisen zu erfolgen, die durch die Kapitalisierung der Turchschnittseinnahmen be­stimmt werben. Für die Zahlungstermine und die Raten werden die für die Bauernbank gültigen Regeln gelten. Die Festsetzung des Verkaufspreises und die Bestimmung etwaiger Vergünstigungen wird den Kommissionen für die Landorgani­sationen übertragen. Auf eingekauftes Land übersiedelnde Bauern können für die erste Einrichtung Darlehen und aus den Kronforsten unentgeltliches Baumaterial erhalten. Die Erwerbung der erwähnten Kronländereien wird auch Personen anderer Stände gestattet, die sich in ihrer Lebensweise von den Bauern nicht unterscheiden. Die Kaufverträge sind steuer­frei. In den nächsten Tagen wird im Ministerium des Innern eine besondere Kommission, bestehend aus den höchsten Beamten des Ministeriunis unter dem Vorsitze Stolypins, zusaliMientreten zur Feststellung von Grundsätzen für die allgemeine Reform der Gouvernementsverwal. tung und Ausarbeitung eines Programmes für die weiteren Arbeiten hinsichtlich der bevorstehenden Reform der örtlichen Verwaltung. In Kronstadt ist ein neues Komplott entdeckt worden, welches von Ntatrosen organisiert war, deren Dienstzeit Ende September abläuft. Sie beabsichtigten, bie im Gefängnis von Kronstadt internierten Meuterer zu be­freien.

Warschau, 10. Sept. Nach einer Meldung auS Siedlec schoß heute vormittag um 8 Uhr das Militär dort mit Kanonen. Es sollen zwei Häuser zerstört und ins­gesamt 100 Personen getötet und 200 verwundet worden fein. Tie Zahl der Verhafteten beträgt etwa 1000. Die Stadt sei wie auSgeftorben; niemand werde eingelassen. Gegen Mittag hörte die Beschießung der Hauser auf, m denen bie Revolutionäre eingeschlossen waren. Einige Häuser der Pekna- und Alleestraße wurden mit Geschützen beschossen, die aus Bjela eingetroffen waren. Ein HauS wurde meder- gebraimt. Die Straßen sind nach wie vor von Truppen besetzt. Der Ehef der Militärbewachimg der Stadt forderte von den Repräsentamen der Juden die Auslieferung sämt­licher Bundisten, welche geschoffen haben. Es fanden massenhafte Verhaftungen statt. Ein Teil der poln. Intelligenz siedelte zeitweise m das Gefängnisgebäude über. Die Zahl der Getöteten kann vorläusig nicht festgestellt werden. Der Handel in der Stadt hat vollständig aufgehört. Heute nachmittag wurde wieberum ein Haus beschaffen.

Gr odno, 10. Sept. Heute nachmittag wurde der