'einem Stiefelknecht machen. Er war mit seinem Meister wegen Lohndifferenzen in Streitigkeiten geraten, wobei dem letzteren erhebliche Kratzwunden im Gesicht beigebracht wurden. ,<£cc Meister, hierüber aufgebracht, versetzte dem Gehilfen mit einem in der Rühe liegenden Stiefelknecht einen Schlag oiir den Kopf, sodass eine wenn auch nicht gefährliche Verletzung entstand. Die Kämpfenden liehen von weiterem ab, und der Gehilfe -verließ schimpfend und schreiend die Wohnung seines Meillers. .
[] Fron hausen, 9. Febr. In Argenstein steht cm L8i'ährigeß Mädchens namcnS Ka letsch unter dem Verdacht der Kindestötung. Die Leiche rombe im Bettstroh ver- steckt gefunden.
Darmstadt, 9. Febr. In Sachen des Hochschul- ftreites wird, wie da? hiesige .Tageblatt* erfährt, das Rektorat der Technischen Hochschule gegen die Wortführer der vorgestrigen Protestversammlung, soweit sie an der Abfassung der „mißbilligenden* Protesteingabe an den Senat mitgewirkt haben, disziplinarisch vorgehen.
Darmstadt, 9. Febr. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versainmlung widmete Ober- bürgermeister Morne weg dem verstorbenen Slaatsminister Rothe einen Nachruf, wobei er besonders auf das Verständnis hinwieS, das der Tote allzeit für die wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung der Städte im Staatswesen bekundet habe. Dabei betonte der Redner, daß Rothe seine Aufgabe nicht etwa darin erblickte, die städtische Entwicklung durch materielle Begünstigung auf Kosten der ländlichen Interessen zu fördern, daß er vielmehr bestrebt gewesen sei, die großen Hemmnisse zu beseitigen, die dem Aufblühen der Städte durch die im wesentlichen auf ländliche Verhältnisse zugeschnittene ältere Gesetzgebung im Wege standen. — Ein Eingesandt im „Darinst. T. 91113/ regt die Errichtung '.eines Denkmals für StaatSminister Rothe an.
fc. O ffenbach, 9 Febr. Die Stadtverordneten genehmigten die Aufnahme einer 9lnlei he von 2 00 0 000 Mk. Zur Errichtung eines neuen städtischen Gaswerkes.
Dieburg, 9. Febr. Heute nacht wurde hier der stellenlose Schreiber Albert Köllisch anscheinend von seinem eigenen Bruder durch einen Schuß lebensgefährlich verletzt. K., ein vielfach vorbestrafter Mensch, der auch die Trunkenboldliste zierte, hatte seinen Vater, einen angesehenen Dieburger Bürger, schon einmal mit dem Messer gestochen und dafür eine längere Freiheitsstrafe verbüßt.
Biebrich, 8. Febr. Die Militärverwaltung beabsichtigt bei Kasiel einen großen Pionier-UcbungSplatz zwischen Wiesbadener Straße und Rhein, von der Kaiserbrücke bei Amöneburg an bis zum alten Pionier-Uebungs- platz bei Kastel zu errichten. Richt einbegriffen in das in Aussicht genommene Terrain ist die Ruthossche Werft, die bestehen bleibt. Wie der „Rh. K.* hört, hat in Kastel bereits die Unterzeichnung der notariellen Akte für die Verkäufe der Grundstücke stattgefunden. Die Verkäufer sind gebunden bis Mitte Mai 1907. Das preußische KriegSministeriurn ist bei dieser Gelegenheit zu seinem Vorteil von seiner Gepflogenheit der Expropriation abgewichen. Es kamen bei dem neuen Pionierübungsplatze nicht weniger als 90 Parzellen in Frage .und fast durchgängig ist eine Verständigung erzielt worden, nur mit etwa fünf Grundbesitzern kam eine Einigung nicht zu stände.
Frankfurt a. M., 10. Febr. Wie ein Frühlingsbild mutet den Besucher deS Palmengartens jetzt die Blüten- gallerie an, die in prachtvollem Blumenschmuck prangt. Richt exotische Pflanzen erblickt man, sondern viele alte Bekannte, die im Frühjahre in den Gärten blühen. Da sind zunächst die reizenden, halbgefüllten, rosafarbenen Blütchen der Mandel- 'pflaume, Prunus tritoba, eine rechte Frühlingsfarbe, dann die rosaweißen einfachen Blüten einer Zierapfelart, Malus Schevleckeri. An anderer Stelle trifft man reizende Bäumchen 'deS Schneeballs, Viburnum Opuhis sterile, herrliche weiße Syringen und die zierliche weiße Spiraea prunifolia, deren schlanke Aeste mit Blütchen geradezu übersäet sind. Für ^Abwechselung in den Farben sorgen Prachthyazinthen mit 'ihren satten Tönen, Tulpen, Azalien, Alpenveilchen und Primeln, alle in harmonischer Abtönung zusammengestellt. Richt zu vergeflen sind die AmaryltiS mit ihren großen, glockenförmigen Blumen, die sich eben zu entfalten beginnen. >Wie in der Blütengalcrie, so findet man in den Gewächshäusern deS AnzuchtgartenS manches Schöne. Ein Besuch des Palmengartens in diesen Tagen wird dem Blumenfreunde viel Freude machen.
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Vermischtes.
* Infolge der M itzstände in der Verwaltung zu Vallendar haben nunmehr auch die Ge- ,meinderatsmitglieder der zur Landbürgermeisterei Vallendar gehörenden Gemeinden Niederwerth und Weitersburg ihre Aemter niedergelegt, weil Gemeindeschulden bestehen, für die Belege nicht vorhanden sind. Tie Eingabe betreffs Auflösung der Stadtverordnetenvertretung ist an das preutz. Staatsministerium abgesandt worden.
• Die berühmte st en Esel der Weltgeschichte, der Bileams und der Buridans. sind wieder einmal verwechselt worden. In der bayerischen Abgeordnetenkaimner verglich der bauernbündlerische 9lbg. Memmingcr bei einer sehr lebhaften Debatte um zwei Bahnprojekte die Mitglieder des Hauses der bayerischen Kammer mit „BurianS Esel"; sie stünden wie dieser zwischen zwei Heubündeln und könnten sich nicht entscheiden. Der Präsident der bayerischen Kammer, Dr. v. Orterer wahrte die Ordnung deS Hauses, rügte leise den Vergleich und bezeichnete dabei „Bnrians Esel" als einen biblischen Ausdruck. Darauf sandte ein gutgelaunter, geistlicher Herr der ,AugSb. Abendztg." folgende Zuschrift:
„Der Vor'all in der bayeriseben Kammer veranlaßt mich, Ihnen eine Heine „EselsbericlUigung" zusammen zu lassen über „Buriaus Esel" des Abg. Memmingen', den Präsident Dr. v. Orterer für ei"en biblischen Ausdruck erklärt hat. ES liegt hier offenbar eine Verwechslung des Präsidenten zwischen einem theologischen und einem vhilofovfriicben Eicl vor. Der theologische ist der biblische und beißt Bileams Etel; er trift redend ans, noch bevor das Volk Israel seinen Wohnsitz in Palästina eingenommen hat, und seine Redegabe ift ein Streitpunkt für die Theologen. Der philosovbische heißt richtig Buridans Eiel nach einem scholastischen Philosophen des 14. Jahrhundert^. Dieser Esel, der aber nu( Aristoteles znrnckgeht, verhunaert zwischen zwei gleich lockenden, duilenden venbündeln, ivcil ihm der Mangel des freien Willens die Entscheidung für das eine oder da? andere Bündel utimöglich macht. Diese beiden berühmte» Esel müssen scharf von cinanber
unterschieden werden, waS merkwürdigerweise einem so gelehrten Manne, ivie es der Oberstudienrat und ^andtagsprüsidetit Dr. v. Citercr ist, in der Hitze des Gefecht? mißlang."
Aber auch der geistliche Herr in der „AugSb. Abendztg." ist nicht ganz korrekt und bibelfest. Denn Bileam? Esel war in Wahrheit eine Eselin. Und Buridans Esel stand, unent- schloflen hungertid, zwischen Heu itnb Stroh, nicht zwischen zwei Heubündeln. D. Red. d. Gieß. Anz.).
* Kleine Tageschronik. In ihrer Wohnung imtrbe in Marklissa (Schles.) die Witwe Tischler ermordet aufgefunden. Unter dem dringenden Verdacht her Täterschaft wurde derNeffeder Ermo'd?ten. der F-'hrwcrksbesi^r Svländer, dem die Tante bisher ihre sämtlichen Ersparnisse auf sein Drängen l^rausgeaeben hatte, verhaftet. — In Leipzig wurden aus einer Privatwohnung 13 Aktien der Allccmeincn deutschen Kreditanstalt eine über 1000 Mk., 12 über 300 Mk. sowie 1000 Mk. bares Geld gestohlm. Der Dieb. Buchbinder Günther, ist flüchtig. Aus s"iner Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. — ?nr Wiederau sricht"ng des antiken Theaters in Orange soll in F-rankreich eine große Lotterie, deren Haupt- gewimi 100 0^0 i-VT. nrnn'i’"f:prt werden.
Für die notleidenden Lettischen in Rußland
gingen <erner ein:
Bei Prof Kruger: Krieaerverein 25 Mk., da? Ofsiu'erkorv? de? Regiments Kmier Wilhelm 100 Mk., Sammlung von Teilnehmern an der Kaiser-Geburtstaasfeier in L ollar -Z'abnbofl 13.50 Alk., Verbindung Adelphia 25 Mk., ?Ikade,nikch-Theologifcher Verein 10 Mk., Verbindung Hasio-Rbenania 10 Mk.
Bei dem Bankhaus Hetchelheim: Trau Mosler Wwe. 5 Mk.
Die AbschiedSvorlesnug des Pros. PcabodH.
Berlin, 9. Febr. Prof. Peabody geht in den nächsten Tagen nach Amerika zurück, um an der Havard-Universität in Cambridge seine Tätigkeit wieder auf^.mehmen. Er hielt, heute vor höhnt ffe:.inten, Professoren, Studenten und Studentinnen, Angehörigen der amerikan. und englischen Kolonie, in der Anla seine Abschiedsvorlesimg. Er sprach in deutscher Sprache über fozialethische Bestrebungen in den Vereinigten Staaten. Er pries sich glücklich, daß c5 ihm vergönnt war, an dieser deutschen Bildunasstätte, die mit den Namen Fichte und Scbseierm"cher verknüpft sei, zu lehren. Zwei Ueberzeug- ungen hätten sich ihm für die fernere Gestaltung des Prosessoren- austausches ansgedrängt. Die eine gehe dahin, daß es richtig sei. daß der Lehrer des fremden Landes an seiner .Heimatsprache festhalte. Dies Festhalten des Lehrers an seiner Sprache habe auch die Wirkung, die Stttdenten zum Lernen dieser fremden Sprache anzuspornen. Die Anfeuerung der St-''denten. der fremden Sprache Herr zn werden, würde auch dazu führen, daß die Studenten mehr als seht das fremde Land besuchten und kennen lernten. Ein Proflssorenaustausch sei nur das Ereignis eines Semesters; der wachsende Verkehr der Fugend verscki?d?u"r Länder unter einander aber gebe eine schöne Bürgschaft für alle Zukunft. Mit einem Wort Wilhelm von Polenz', das die Deutschen und Amerikaner auf ihre Gemeinschaft hinwies, schloß Professor Peabodv. — Nachdem der Beifall verh-allt war, dankte der Kultusminister Tr. Studt dem Prof. Peabodv für die erfolgreiche Arbeit, die er hier geleistet h^be. Die Initiative des Kaisers, die den deutsch-amerikanischen Professorenaustaitsch geschaffen, habe in beiden Ländern verständnisvolle Ausitahme gesunden, und Pros. Peabodys Schlußworte stellten einen bedeutungsvollen Ausgangspunkt für die Zukunft dar. Er hoffe aber, daß Prof. Peabodys Tätigkeit in Berlin auch eine Verkörperung der Dölkervereinigung zwischen Amerika und Deutschland darstelle und eine neue geistige Brücke zwischen der alten und neuen Welt bilde. — Mit einem .Hock' auf den amerikanischen Gelehrten, das der Rektor Prof. Diels ansbrachte, schloß die Vorlesung und Feier.
Marburg, 9. Febr. Der Oberarzt der chirurg. Klinik Professor Dr. Wendel hat einen R"s dirigierender Arzt der chirurgischen Abteilung an das städtische Krankenhaus in Magdeburg-Sudenburg erhalten. Professor Wendel, den man hier ungern scheiden sieht, hat die Berufung angenommen. M. Z.l
Tluirst ttnb Wissenschaft.
München, 9. Febr. Der „Bayr. stur." will wissen, der .Hofthe^terintendant Frhr. v. Spe'. del bibc dem Prinzregenten den Antrag betr. die Abfindungssumme an Hermann Bahr vorgelegt und zugleich sein Entlassungsgesuch eingereicht.
GerichLssaal.
0 Marb.urg, 9. Febr. Vor der Strafkammer hatte sich heute wegen Beleidigung des Amtsrichters Gon- n ermann in Wolsbaaen der Rechtskonsulent Kans aus Alsfeld, wohnhaft in Biedenkopf, zu verantworten. Gelegentlich eines Str-fverfabrens. welches gegen K. vor zwei Jahren schwebte, w-r in dessen Abwesenheit durch den damaligen Assessor G. in Biedenkopf eine Beschlagnahme des K'aus'schen Akten und Bücher vorgenommen worden. Seit d-efer Zeit, so beh-mptet der letztere, fehlt ihm d"s Kassabuch und nm diefles wieder zu erlangen, hat er die Eingaben an das Amtsgericht gemacht und in der letzten eine Wendung gebraucht, die ihm eine Beleidigungsklage einbrachte. Der Angeklagte bekundet, daß er auf Grund der bei der Beschlagnahme geübten Praris in dem guten Glauben gehandelt habe, sein Buch sei damals verzottelt worden; er beantrage auf Grund des § 193 (Wahrung berechtigter Interessen) seine Freisprechung. Nach langer Verhandlung erkannte das Gericht demgemäß, während der Staatsanwalt 6 Wochen Gefängnis beantragt hatte.
Leipzig, 9. Febr. Vor der 6. Stroskammer des Landgerichts bei nn heute der Prozeß gegen die L e i pz. V 0 l ks z t g. wegen Aufreizung, beganaen durch 25 Artikel des Blattes. Angeklagt ist der verantw. Redakteur Hemisch. Die Anklage aeht d'hin, daß durch diese 25 Artikel, welche die russische Revoluti'n und die sächsische Wahlreckstsbewegnng behandeln, in einer den össentticben Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klössen der Bevö'kerung zu Gewalttätigkeiten gegen einander aufgereizt seien. Heinisch erklärte, er könne nickst einseh'M, daß aus den Artikeln hervorgehen sollte, seine Partei wolle bei ihrem Wahlreckstskamvs dieselben Mittel anwenden, wie das russische Volk. Im Gegenteil, die deutsche Sozialdemokratie verschmähe prinzipiell jedes Mittel, das gegen das Ersetz verstoße und sie verschmähe jeden Gewaltakt. Der St aatSanwalt beantragte wegen öffentlicher Beleidigung der 2. Kammer, ferner wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten, welche sehr nahe an Aufforderung zum Hochverrat grenzten, den Angeklagten zu einer schweren Gefängnisstrafe zu ver- rrtei'en D^s TMHT soll Wnwfon orfnrorf’^n w-rden.
Handel und Oerkehr, L)olkswlrtsel)aft.
Deutsche R e i ch s a n l e i h e. Entgegen den Gerüchten, daß dog deutsche Reich bald mit einer neuen Reicksanleihe an den Markt kommen werde, ist die „F. Z." dahin informiert worden, daß bisher keinerlei Besprechungen, weder über den Zeitpimkt noch über den Betrag, noch über den Zinsfuß einer solchen Anleihe stattgef'.mden haben, und zwar weder in den Kreisen der Regierung noch gar in Bantkreisen. Der ganzen Frage dürfte mm wohl erst nach Grnllmngung des Etats nähartreten. Jedenfalls liegt es in der Absicht, mit einer neuen Anleihe so lange wie möglich zu warten und sie auch dann erst zu einem Zeitpunkt heraus-,u'-ringen. wo der Geldmarkt und die sonstigen allgemeinen Verhältnisse hierfür günstig dispou'ert sind und das kann unseres Erachtens noch ziemlich lange währen.
Deutsche R e i ch s b a n k. Nächste Woche wird der Zentralausschuß einVerufcn, dem der Jahresbericht vorgelegt und zn- gleich der Vorschlag betr. die Dividende unterbreitet wird. Letztere ward dann noch vom i io skanzler zu genehmigen sein. Die Generalversammlung der Aiueizseigner wird cm 5. März statt-
finben. Wie schon wiederholt mitgeteilt, w'rd der Scntr-lai-.SliIiitB sich vorerst noch nicht mit der Diskonterml^igung beschästigen, obgleich die Reichs'wnk wünscht, daß dies so bald af5 irgend mk stich angängig ist. Gold ist bisher noch nicht aus dem Ausland abceflosserr, während das Inland andauernd große Ansprüche stellt.
Märkte.
Gießen, lO.Febr. Marktbericht. Aut heistigeut Wochemuarktt feftclen: B"ller uv. Pkd. 0.95—1.05 Mk.. Hülmereier 1 St. 7 — 9 Pfg., 2 Stck. 00—00 Psg., ^önfccier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Pfg., Käse nv. ~tcf.6—8 Psi, Kasematte 2Stck. 5—6 Pkg. Erbten vr. Liter 21Pkg., Lin'en vr. Vifer 32 ll^a., Trnchenor. Paar 0,80- 1,00 Pik., Hühner pv.St. 1,00—1,00 Mk., Hähne vr. Stück 0,80—1,80 Pst., Emkcit pr. Stück 1,80—2,20 91(7., Gätlfe >'r. Pfd. 00-00 Psg., L?chfeusieisch vr. Pfd. 74—82 Pfa., Kuh- und 9iiubfleifch vr. Pfnud 70—72 Pfg., Schmeüu.- sieiieh vr. Psimd 80—86 Psg., Schiueiueflesich, ge'at^eu, vr. Psiu,d 90 Psg., Kalbsieiich pr. Psd. 70—80 Pfg., Haituuelsteifch vr. Pfund 60—76 Pfa. Wel^cke per Pfund —.— Kartoffeln vr. 100 Kg« 5,50—6,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—6,00 Mk., Plllch per Liter 20 Pfg., Aev'el rcr Psimd 18 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pia., Nüsse 100 Stück 20- 40 Pkg., Birnen vor P'd. Mk. 0.15—0.20, Weißkraut vor Stück 10—30 Pfg., ver Zeiiluer Pik. 0.00—0.00. — Pfavktzeit 8—2 Uhr.
fc. Fvaiikfurt a. M., 9. Kehr. Heu- und Stroh- markt. Mait notierte: Heu Pfk. 3.50 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.90.—0.00 Alles vor 50 Kilo. Tendenz fest.
(DricxtnabDrabhncl^itngcn»
Berlin, 10. Februar. Wegen Herausforderung ZliNi Zweikanipf mit tätlichen Waffen wurde von der Strafkammer deS Landgcr'ckstS II der Assessor W'lhelm Figge zi> drei M 0naten Festung verurteilt. Der Angesck)uld-gte, welcher von einem Militärarzt beleidigt worden ivar, hatte diesen aus Viflolen gefordert. Der Gegner FiggeS untersteht als Militärarzt dem Kriegsgericht.
London, 10. Februar. Im Frühjahr sieht eine Zn - fö mm en tun ft zwischen König Eduard und Kaiser Franz Josef in Dalmatien zu erwarten.
Rotterdam, 10. Febr. Bei einem Gewitter in der Provinz Zecland wurden 4 Menschen vorn Blitz erschlagen.
AlgeciraS, 9. Febr. Die marokkanischen Delegierten erhielten auf ihren an den Sultan gerichteten Bericht betreffend die Unterdrückung des Wasfenschuruggels heute dessen VtntiDort. Ter Sultan erteilt dem Reglenient seine Zu- siimmung mit Ausnahme des Punktes, der die Vernichtung der korrsis,zierten Kriegswaffen anbetrifft. Der Sultan verlangt, daß die konfiszierten Kritgswoffen, die sieh dazu eignen, zur Bewaffnung der Tnrppen verwendet werden; die dazu sich nicht eignen, nach dem Ausland zurückgeschickt imb dort 3um Vorteil des Schatzes des Sultans verkauft werden sollen. Tie liiarokkanischen Telegicrten werden die dlntwort des (5u(* tan§ in der morgigen Sitzung vorlegen.
Rom, 10. Febr. Leutnant Gantan0 Vinturr vom 7. Artillerieregiment in Pisa ging zu feinem Gläubiger Balesiori und verlangte Prolongierung eines Wechsels über 500 Lire. B. weigerte sich; e§ kam zu einem heftigen Wortwechsel, der damit endete, daß der Offizier den Halsabschneider nicderfchoß. Aus den Schuß eilte die Mutter B.'S herbei. Der Leutnant schoß sie durchs Herz. Er entfloh und wanderte nach Livorno, wo er verhaftet wurde. May glaubt, eS mit einem Irrsinnigen zu tun zu haben.
Petersbrirg, 9. Febr. Heute wurde gegen eine in einer Vorstadt gelegene Wirtschaft eine 93 0 m b c geworfen, wodurch das HauS zerstört, sowie 2 Personen getötet und 17 verletzt wurden. Rach der Explosion wurden mehrere Schüsse gegen das HauS abgegeben. Polizei und Truppen umstellten den Ort.
Sebastopol, 10. Febr. Der Oberbefehlshaber der S ch warzen - Meer - Flotte, Tschuknin, wurde heute in feinem Kabinett von einer unbekannten Frau durch vier Schüsse schwer verletzt. Die Täterin, b:c nach den angestelllen Ermittelungen von auswärts nefommen und in einem Hotel abgestiegen war, wurde von dem Wachtposten getötet.
Telefonische Kursberichts
des Giessener Anzeigers, miteeteilt von der Bank Hir Handel
und Industrie, Giossen.
Frnnkfnrter Börse. 10. Februar, 1.15 Uhr.
Reichsanleihe
. . 127.80
Nordd. Llovd .
Oberschles. Eisen-Industrie 130 10
3®f? Portugiesen
III
Eick tri z. Lahmerer . . . Elektriz. Schuckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bercrwerk , Hamhnrcr- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurnhfltte......
101.2
89.20
101.35
89 35
100.10
Berliner Haudcls'zes. Darmstädter Bank .
Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommaudit.
Dresdner Bank Kreditnktien . . .
Ba't.imore- und Ohio-
Eisenbahn . . .
Gotthardbahn . . . Lombard Eisenbahn
■1 % Öesterr. Goldrente. . 4‘/8 % Oesterr. Silberrente 4 °6 Un-rar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie k .
. 173.50
. . 1 4 «.80
. . 242 —
. . 183.70
. . 188.60
. . 16 .10 . . 211.20
. 143.-
. 130.- . 261.- . 227 80 '. 16 t — . 215 90 . 247.50
do. Konsols do. Hessen . Oberhessen
3%
3% W!(
100.6'>
101 50
9<:.7O 106.70
68.— 68.60 91.75 94.8'.
92.20
146 60 5360 92.70
67.35
98.20
. 114.50
. 198.25
. 24.90
4 XA °/„ rnss.Stnatsanl. 1905 W?» Japan. Staatsanleihe 1 °o Conv. Türken von 1903 Türkenlose . . . . .
4% Griech. Monopol-Aul..
äussere Argentinier .
3°ln Mexikaner . . 4}io/o Chinesen . . . .
Aktien:
Oesterr. Staatsbahn . . . 142.20
Bochum Guss . . . , Buderus E. W. . . . Tendenz: schwach.
. 246.70
. 132.—
Prince-Henri-Eisenbahn
. 131.—'
Berliner liorse. 10. Februar. Anfanjrsknrse.
Can ad a E. B......175.10
Darmstädter Bank . . . 14U.20 Deutsche Bank .... 242._
Dortmunder Union C. . . 89.70 Dresdner Bank .... 165.60 Tendenz: schwach.
Harpener Bergwerk . . . 215.— Lanrahtitte . . . , . 247.30 f ombardcu E. B. ... —
Nordd. Lloyd.....127.80
Türkenlose......146.90


