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10.2.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

General-Anzeiger

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156. Jahrgang

Heer und Flotte.

Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3 1, 1881 ou6 verschiedenen Regimentern neu ge- (eine Batterie wurde dem Hess, Feldartillerie.

Dag das im Jahre gründet wurde

dem Marineminister und dem deutschen Ckschäftsträger ausi gebrachten Trinksprüchen gekannte der Wunsch nach immey reg er er Entfaltung der schon jetzt ^ehr bedeutcndenj kommerziellen Bezieh un

uv erficht zum Ausbruch, icg aufblühenden Argentinien ini

Europa und besonders in Deutschland sympathisch gewürdigt werden.

Wien, 9. Fcbr. In dor heutigen Konferenz der Klub^ männer kündigte Ministerpräsident Frhr. v. Gautsch big Einbringung einer WahlreformVorlage für Eudtz nächster, spätestens anfangs übernächster Woche an.

Hongkong, 9. Febr. Gewisse Anzeichen sprechen da-, für, daß eine allgemeine Erhebung gegen b te Eu ropäer bevor steht. Tie englische Mission in Ehangi pu wurde von chinesischem Pöbel angegriffen. Die Kirche; sowie das Krankenhaus wurden niedergebrannt!, Tie Missionare entkamen mit knapper Not. Die Chinesen marschieren jetzt gegen Chang-Cheufu, um die dortige eng- lische Mission zu zerstören.__________________________________

Regiment Nr. 25 entnommen), feiert im Frühjahr d. I., wahrscheinlich Ende März, sein 25jähriges Bestehen. Tie damaligen Gründer, welche aus allen Gauen des Deut­schen Reiches zusammenkamen, sowie auch alle späteren Regi- nientsangchörigen werden ersucht, sich an der Feier zu be­teiligen. Anfragen sind an das Kommando nach Hagenau zu richten, wo das Regiment jetzt in Garnison liegt.

Kader auf der Marokko-Konferenz.

Algeciras, 8. Febr.

Tie Stimmung unter den Konferenzdclegierten war Lis in die letzten Tage nicht ohne Zuversicht für einen günstigen Austzang der Beratungen. Man glaubte, daß in den wichtigsten Fragen ein Einver­nehmen in dem Sinne ihrer internationalen Regelung von keiner Seite durch exklusive Ansprüche durchkreuzt werden würde. Ein Artikel Lenessans imSiöcle" wurde jedoch für die hiesigen Vertreter Frankreichs zum An­laß, ihre Taktik zu ändern. Während nämlich, einem Wunsche der französischen Teleqierten entsprechend, vor An- schneidung der Polizeifrage eine Verständigung über die neu zu errichtende marokkanische Staatsbank gesucht tvurde und in dieser Absicht Verhandlungen bereits eingeleitet waren, erhob die französische Vertretung nunmehr unerwartet das Verlangen, vor allem weiteren die Polizeifrage geregelt zu sehen. Die nächste Folge war die Unterbrechung der schon günstig laufenden Erörterungen in der Bankfrage. Tie vertrauliche Fühl­ung aber führte alsbald zur Herausbildung des Gegen­satzes, daß Deutschland an einer internatio-

en Deutschlands!

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ntf unb MöngnisgeM» bi ö bet allgemeinen Hema^- etaatbbauien vorn 17. Qanuat velerungcn öffentlich veröungey

m und Fußleisten mb ÄlasavMjse

Nr. 35

Orsid-in« außer Sormiaas.

Dem Gießener Anzeiger werden nn Wechsel nut dem hessischen Landwirt die tiiefecner Kamillen» blätter viermal in der Woede hfigelefll.

RotanonSdruct il Ver» Inq der B r ü b l'iwen Unwe.-s.'Buch'U.Slem- bruderei. R. Longe. Redaktion, Erveduw« und Tnicffm-

Scholtzrabe 7.

Redaktion 113

Verlag u.6rDeb.e=?®ol Adresse ffir Teveichen:

Anzeiger Gießen.

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malen Regelung festhält, Frankreich aber auch .außerhalb der algerischen Grenzbezirke Einrichtungen wünscht, die ihm em absolutes Uebergewicht für die Ausübung von Polizeibefugnissen in ganz Marokko auch in dem Falle sichern würden, daß es, um den Anschein <cinc§ faktischen Protektorates zu vermeiden, in einigen Be- jzirken die Wahrnehmung ähnlicher Befugnisse durch Spa­nnen dulden will. Nach der bisherigen Haltung der beut» chen Delegierten ist anzunehmen, daß sie keinem

8 o r s ch l a a z u st i m m e n werden, der die Tür zur Tun i- l'ierung der gesamten Küste Marokkos öffnet und damit idie Absichten auf Einverleibung Marokkos in Französisch-Afrika legalisiert würde, die zum lspruch Deutschlands und zur Zusammenberufung der 1'erenz Anlaß gegeben haben.

Aus Stadt und Carrd.

Gießen, den 1U. Februar 1906.

** Die Gemälde-Aus st ellung a in Brand wird! kommende Woche wieder eine Aenderung erfahren, indem eine Kollektion graphischer Arbeiten des Malers Ernst Liebers mann-München zur Ausstellung gelangen.

** Kranbau er-Quartett-Verein. Wir machen hiermit auf Wunsch darauf aufmerksam, daß bei dem Wohl- tätigkeitSkonzert am Sonntag den Mitgliedern der Gesang­vereine Sängerkarten zum Preise von Mk. 1. zu Diensten stehen.

Unsere RegimentSmusik konzertiert morgen nachmittag 4 Uhr in Steins Garten.

** Der HerrProfessor*. Ein Zauberkünstler und Hundedresieur, der sich den NamenProfessor Simonis* bei­legte, trat seit einiger Zeit in verschiedenen BariötöS im Großherzoqtum auf, wobei ihm seine junge Frau auf der Bühne assistierte, seine Vorstellungen fanden großen Beifall. Tas Ehepaar ist jetzt von der Frankfurter Kriminalpolizei in Haft genommen worden. Es hat sich nämlich herauSgestellt, daß Professor Simonis, der in Wirklichkeit S im on Glaser heißt, seine Frau vielfach als seine Tochter auSgab und si« an Männer verkuppelte. Auf eine Anzeige hin ist das saubere Ehepaar von seinem Geschick ereilt worden.

Lollar, 10. Febr. Eine unliebsame Bekanntschaft mußte gestern ein hier beschäftigter Friseurqehilfe mit

Samstag 10. Februar 1906

Vczn g-vrei-r mono t lid)76i<L, viertel* jährlich All. 2.20; durch Ab ho le- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch diePost All.2. viertel* jol)vL- ausschl. Bestellq» Annahme von Anzeige» für die Tagesmiininer bis vormittags 10 Uhr, ZeileuvretS: lokal 12'BL, auswärts 20 'Big.

Verantwortlich den doIil und allqem, Teil. P. Witt ko; für w3tabi itnb Vaub' und ZÄerichtswal*. Ernst Heß; für den An* Aetnenteil: Hans Beck.

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, em volles LoS umiassen. Üebinflunfltti nebsl y.fitWÄ

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Ausland.

Kopenhagt^n, 9. Febr. Bei der Beratung der Ge­setzentwürfe betreffend die Zivilliste des Königs unb derApanagebesKronprinzenim Folkething traten die Rebner ber Regierungspartei, der Zdatrikalen, der Mode­raten unb der Rechten für die Negierungsvorschläge ein. Ter Sozialdemokrat Klausen erklärte, die Sozial-

Februar 1906

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: 1906.

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Forts St. Jean und St. Nicolas den Hafen. Ter Riesen- verkchr auf den Straßen gibt den Pariser Boulevards nichts nach. In den kleinen Gassen liegt ein unendlicher Schmutz, aber die südliche Sonne vergoldet und verklärt auch diesen. Von Marseille geht die Reite nach Arles. Als ein Bau­werk von voUenoeter Schönheit stellt sich dem Wanderer dort das Kloster von St. Trophim dar. Hier herrscht noch der romanische Stil, doch streben schon die Keime des gotischen empor. Tie Schönheit der Arleserinnen ist weltbekannt, und ihre Tracht ist geeignet, sie in vollstem Licht zu zeigen. Sieht man diese einfach geputzten Mädchen aus dem Volk, so gewahrt man, wie wenig sich dieDamen" mit ihrer Pariser Tracht auf ihren Vorteil verstehen. Die Sehens­würdigkeiten von Arles, insbesondere die Arena werden geschildert. Der Wanderer hat das Wück, eine Arlesilchc Hochzeit mitfeiern zu dürfen, wobei er interessante volks­kundliche Studien machen konnte. Er trägt ein aus dem Provencalischcn übersetzbes, höchst originelles Hochzeits­gedicht vor. Auf Arles folgt Nimes. Tie Arena von Nimes ist eine der best erhaltenen, und man kann hier besser als in Verona die Einrichtung des anrfen Theaters studieren. In der Arena hatten 30 000 Zuschauer Platz. Gegenwärtig findet dort jedes Jahr eineSaison Tauro- machique" jiatt. Auf großen Plakaten wird ber Besuch der Stierkämpfer Foss Garcia Algabeno unb Fernando Gomez | Galtito angekünüigr. Ern Kleinod, besitzt Nimes im sogen.

Maison cv'wde", einem Rämerdempel, den uns die Alten als ein herrliches Bauwerk hinderlassen haben. Nicht tot und steinern stehen die Saulmi da, mit ihren Kannelierungeij scheinen sie nach Jahrtausenden noch zu wachsen unb sich zu bewegen, wenn die heitere Sonne ocs Sübens auf ihnen spielt. In Fortsetzung ferner Reise gelangt ber Wanberep nach Avignon. Zuerst wird bas Palais der Papste ini Augenschein genommen. Dieses ungeheure G'bäude ohn« Symmetrie unb äußerlich erkennbarem Plan, ohne Sonnen», blick, ohne einen einzigen freundlich schauenden Winkel, mit! seinen eckigen Türmen, Zinnen unb Schießscharten und Schwibbögen steht da, als wäre es von CyAopen aus einem gewaltigen Felsstück getanen. Der Eindruck, den dieser babvlonische Bau macht, ist ungeheuer, ja schreckenerregend.

stellt sich dem Wandere«

demokratie würde immer bereit fein, mit einem verfassungsmäßigen Könige für die Förder­ung desWohlesund derEhredesVaterlandes zu arbeiten; die Zivilliste und Apanage des Kron­prinzen seien zu hoch anaesetzt und die Anzahl der der königlichen Familie übergebenen Schlösser sei zu groß. Die! Gesetzentwürfe werden dem Finanzausschüsse überwiesen.

Paris, 9. Febr. In dem heutigen Ministerrat wurde auf einen Antrag des Kriegsministers vom Präsidenten Voubct ein Dekret unterzeichnet, durch welche) der Major Cuignet wegen seines Schreibens nn den Justizminister, in welchem der General Andre der Fälschung an- geklagt wird, strafweise in Nichtaktivität mit halbem Solde versetzt wird. Aus den Antrag des Mae, rineminiftcrS wurden die Chefingenieure der Marine De­ll er s und Aubosson de Eavarlay tvegen Teilnahme an den Kircheubemonstrationen in Cherbourg strafweise in den nichtaktiven Stand versetzt. Nach einer Entscheidung des! Ministers des Innern werden die von den Pariser Schwur«, gerichten verurteilten Antimilitaristen als politische Häft­linge behandelt.

Tas Versailler Zuchtpolizeigericht hat einen Offi*, zier a. D., der bei der Aufnahme des KircheninventarS dem Präfekten einen Stuhl an den Kopf geschlagen hat, zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, desgleichen einen adligen Hospitalarzt. Ein ©tnbent erhielt ein Jahr zudiktiert unb ein Vikar einen Monat Gefängnis.

Nach einer Meldung aus Buenos Aires gafi der argen:. Marineminister zu Ehren ber Anwcseni hcit bes beutschen KanonenbootesPanther^ im Roten Palais ein glänzendes Festessen. In den von!

Kleines Feuilleton.

** In ber Sektion Gießen des deutfch- v-sterreichischen Alpenveretns hielt am Don­nerstag Herr Alfred Bock seinen angekündigten Vortrag:Eine Frühlingsfahrt in die P r o v c n c e". Der Redner verglich die Provence mit einem bewältigen, herrlichen Mosaik, aus dem er im raschen Ver­lauf einer Stunde nur ein paar Steinchen zeigen könne. Tiefepaar Steinchen" genügten freilich, der zahlreichen Zuhörerschaft ein farbenschillerndes Bild provencaliscken u!:bens unb Treibens vor Augen zu führen. Der eigent­lichen Reiseschtlderung gingen einige Bemerkungen allge­meiner Natur voraus. Wer die Provence sehen und gtcnicßen will, muß unbedingt der französischen Sprache üiächtig sein. Als die besten Reisezeiten gelten der Frühling oLer der Herbst. Gefährlich wird dem Fremden oft ber cijige Mistral, der bei blaustem Himmel zu wehen be» gönnt unb Temperaturschwankungen hervorruft, die, wenn dile nötige Vorsicht außer acht gelassm wird,für Leben und Ge- jlundheit beg Reisenden bedenkliche Folgen haben klmnen. Die üi'iise in die Provence nahm in Marsaille ihren Anfang. T ie Stadt, insbesondere das Hafenviertel, nennt Redner litt wahres Babylon. Alle Sprachen und Trachten sind lji.w vertreten, der Burnus aus Afrika ist ein gewöhnlicher Mb litt Als zwei gewaltige Wächter beschirmen die beiben

Soweit die heutige offiziöse Meldung. So hatte _ Graf Schwerin-Löwitz nicht unrecht, als er vonWol­ken a m H o r i r o n t" und vons e h r e r n st e n Z e i t e n" beim Festmahl des deutschen Landwirtschaftsrates ßprach .In Paris weiß man seit einigen Tagen, daß Fürst Bülow nicht nach geben wird. Und man klammert nch seltsamerweise an die Hoffnung, Kaiser Wilhelm werde im entscheidenden Moment ein Telegramm senden, das die deutschen Delegierten zum Nachgeben zwingen soll. Ein solches Telegramm wird nicht abgehen, das ist wie uns auch Berlin heute ausdrücklich versichert wird nach Aeußerungen des Kaisers in diesen letzten Tagen Gewißheit. Wenn also ein Teelgramm Rettung bringen soll, so muß es schon aus Paris kommen.

Ist uns aber Marokko wirklich von so kolossaler Be­deutung, daß Krieg und Frieden davon abhängen könnten? Ein Jahr später wird man darüber lächeln, daß ein so ungeheures Aufgebot von diplomatischer Kunst an dieses Thema verschwendet worden ist. In Marokko sind die Sicherheitszustände sofern überhaupt von Sicherheit

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Gießen, den 9. Februar 1906.

Betr.: Die Durckführung dcS Wohnungsaufsichts- unb WohnungSfürforgegesetzes.

Das Krofihfr^oalirfic Km?amt Kicfjcn an die Großh. Dürgcrmciftcreicn der Landgemeinden des Kreises.

Unter Hinweis auf Ziffer IX oer Ihnen mit Amtsblatt vom 30. Mai 19(>4 zugegangenen Augiührunqsanweisung zu obigen Gesetzen (3. 9) beauftragen wir Sie, innerhalb einer Woche die nach den Formularen F. unb G. aufjiifteClenbcn Ueberuchten ohne Begleitbericht einzusenben.

Sollte in der Zwischenzeit ein Wohnungsinspektor in Ihrer Gemeinde ernannt worben, ober ein Wechsel in ber Person beg seitherigen Wohnungsinspcktors eingetreten fein, so wäre hierüber besonderer Bericht zu erstatten.

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Alö ein lpbvuswürd-yer Cicerone fie

Professor Lnbanbe, bcr Direktor des großartigen Musse Ealvet zur Verfügung. In einer halben Stunde von Avignow gelangt man noch Vaucluse, wo Perrarca gelebt unb gedichtet lat In Avignon lebte Laura be Noves, deren Ähönheit oen Dichter zu seinen berühmten Sonett-n begeisterte. Zum Schlüsse seiner überaus feffclnbcn Aussührungrn gab der Redner eine kurze Cbaral-teristik des provencaliichen Dich-, ters Frederi Mistral, sowie der Bestrebungen d^s Bundes oer Fsliber und erfreute die dankbaren Zuhörer durch ben;

Vortrag von Mistrals berühmten GebtchteAn die Lateiner- rasse"

zu sprechen ist so im Argen, baß kein verständiger Mensch Lust haben wird, größere Kapitalien dort in wirtschaftliche Unternehmungen hineinzustecken, wenn nicht möglichst bald für gründlichen Wandel gesorgt wird. Man sollte meinen, es wäre das Einfachste, dem Sultan die Schaffung der Polizcicrganisation zu Überlassen, ihm vor allem das nötige Geld dazu zu besorgen das bringt die internationale Finanz gern auf unb aus aller Herren Lander die besten Instrukteure heranzuziehcn, die, wiederum für Geld, zu haben sind. Wenn die Konferenz ohne Ergebnis aus- einandergeht, dann ist der Zustand breb noch viel unerträg­licher.Unb ba keiner wollte leiden, daß ber Anbere für ihn zahle, zahlte keiner von ben Beiden." Daß aber dieser etwaige tragikomische AuSgang irgendwie Frankreichs Ehre berührte, und daß die Niederlage nur mit Blut getilgt werden könnte, diese an Narrheit grenzende Ausfassung möd)tcn wir den Franzosen nid)t zutrauen.

TerTimes"-Korrespondent in Algeciras berichtet, daß tägtidi beunruhigende Meldungen aus Marokko einlaufen. Ter Maghzen scheint mack;tlos zu sein. Eine große S ch la ch t zwischen dem Ang Hera-Stamm und Raisuli stehe bevor. In Mazasna und Umgebung stehen Raub- niorbe unb anbere Gewalttätigkeiten a u f der Tagesorbnung. Ein großer Teil der marokkani­schen Küste befindet sick) im Besitz ber Briganten, bic Ü e b c n unb Eigentum unsicher machen. Es bestehe sogar die Gefahr eines Angriffes der Aufständischen und Bri­ganten auf Tanger. In diesem Falle wären alle euro­päischen Diplomaten und Einwohner aufs äußerste ge­fährdet.

Tas ist zweifellos englische Uebertreibung, aber doch auch nicht ganz außer ackit zu lassen. ________________

Dcntscbcs Nckch.

Berlin, S. Febr. Der Kaiser verlieh dem fran­zösischen Marineattachö Grafen Seigny, welcher nach vierjähriger Tätigkeit Berlin verläßt, den Roten A d l e r- orben zweiter Klasse.

Stadtoerordnetenvorsteher Dr. Lange rhanS hat heute folgendes Teleara mm anS Paris erhalten:

»Die zu Paris oerciniqten Stadtverordneten von London und Paris senden den Kollegen der drillen enro* pälschen Kulturlkadt den Ausdruck ihrer s r e u n d s ch a s'. t i ch e n Hochachtung, gez. Brousse. qez. Cornwall.*

Dr. Langerhans hat das in deutscher Sprache abgefaßte Telegramm französisch beantwortet:

Mr. Brouste, PrLüdent du Conseil de Patt?, Hotel de Ville. 3d) habe Ihre ireundschaitlichen Grüne mit großer und herzlicher Freude empfangen. Tie Stadtverordneten von Berlin werden über diese Grüße sehr erfreut sein."

In den letzten Tagen wurden au§ Berlin zahlreiche Russen anSgewiesen. ES sind fast durchweg Hand­werker und Arbeiter. Bei einem Teil der AnSgewicsenen soll vollständige Mittellosigkeit die Ursache der polizeilichen Maß­nahmen fein, bei Anderen wurden die nachgewiesenen Subsistenzmittel für ungenügend erachtet. Manche von den Ausgewiesenen waren bereits jahrelang in der Reichshaupt- stadt ansässig.

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