Ausgabe 
9.11.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 2V4

General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen

Salomon.

s

Nur ein Opfer hat die Regierungskrise gefordert Herrn von Podbielski ist das Entlassungs gesuch genehmigt worden, vermutlich beim Besuch der

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scherr Universilälsdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen«

Urnerinnen, welche Liebigshvhe stall,

vember lf. IS. begangen werde.

(gez.) Braun.

Herrn v. Lueanus. Der heutigeBerl. Lok.-Anz." meldet:

Minister v. Podbielski habe wegen seines schlechten Gesundheits­zustandes, nachdem zu bem Gichtieiden sich seit einiger Zeil noch eine schlvere Gallenfteinertrankung gesellt hat, sich veranlagt ge­sehen, sein Abschiedsgesuch zu erneuern. Er habe damit auch dem Drängen feiner Familie nachgegeben und warte

Erscheint tögllch mit Ausnahme deS Sonntags.

DieLietzener ZcnnilirnblStter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwirt erscheint monatlich einmal.

Deutsches Reich.

Berlin, 8. 9loo. Wiajor und BataillonSkommandeur i>n Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment 9ir. 1 Prinz JoaHim Sllbrecht von Preußen wurde in die Schulz- truppe für Deutsch-Südwestafrika versetzt und durfte chon nut einem der nächsten Dampfer dorthin abgehen.

Der Bun des rat hat dem Gesetzentwurf zum Schutz der- Heimarbeiter tin Tabakgewerbe seinen zu­ständigen Ausschüssen überwiesen. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, dau der Bundeörat die Vorlage bald ver­abschieden wird, sodaß sie schon in naher Zeit dem Reichs­tage zugehen kann.

Hohensalza, 8. Nov. In Kruschwitz (Dorf im Kreise Streino), versuchten polnische 'Fanatiker, den Schul­lehrer in den Goplesee zu werfen, was aber durch das Hlnzukommen eines Knegsveleranen verhindert wurde.

Straßburg i. E., 9. Nov. Gegenüber verschiedenen Angriffen der kirchlichen Presse gegen den Präsidenten Dr. Lurtiuö haben die evangel. Bereinigung und der eo angel.-Protestant. Verein, die zusammen zwei Drittel aller Geistlichen umfassen, Herrn Curtius eine Ver- trauens-Kundgebung übermittelt, in der der Stand­punkt vertreten wird, daß die Herausgabe der Hohenlohe- schen Denkwürdigkeiten mit der Amtsführung ihres Herausgebers in seiner kirchlichen Stellung nichts zu tun hat und dessen Qualifikation für seinen Posten in keiner Weise in Frage zu stellen vermag.

Frankfurt a. M., 8. 9loo. Die Deutsche Volks­partei hat Einladungen an die beiden anderen freisinnigen Gruppen einer Einigungskonferenz in Frankfurt an die Parteileitungen ergehen lassen. Es werden von jeder der drei freisinnigen Gruppen zehn Vertreter der Parteileitung, bezw. des Vorstandes nach Franlsurt delegiert.

Das

GrM. Ministerium des Innern

au sämtliche unterstellten Behörden.

Wir benachrichtigen Sie, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu genehmigen geruht haben, daß wegen des am 25. d. Mts. stattfindenden Totenfestes die Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes und zwar auch die kirchliche evangelische und katholische am SamStag, den 24. Ro-

Gietzen, den 6. November 1906.

Betr.: Die Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. .

Tie Crotzl). Kreisschulkommission,Glessen

an die Schulvorstände des Kreises.

Die nachstehend abgedruckte Ministerialversügung teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme und Bedeutung der Lehrer mit. I. V.: Tr ^ayner.

Darmstadt, den 1. November 1906.

Zu Nr.' M. d. I. 37 136.

öctr.: Wie oben.

Aus suaot Uno Luno.

Sprechstunden der Redaltion 111 Uhr Dornt.,J l-7Vr8 Uhr abds.

Gießen, den 9. November 1906.

Die Geburt des hessischen Erbgroßherzogs hak, wie aus den uns vorliegenden Berichten heroorgeht, im ganzen Lande tiefgehende und herzliche Freude hervorgerufen, die sich auf alle Klassen der Bevölkerung erstreckte. Mit freudiger Genugtuung kann festgestellt werden, daß der Jubel über das frohe Ereignis sieh vielfach aueh in den Kreisen äußerte, die sieh sonst bei patriotischen Anlässen abseits zu halten pflegen, und wir gehen wohl nicht fehl in der An­nahme, daß gerade diese Erscheinung nicht zuletzt auf die Herzen gewinnepde Persönlichkeit unseres Landessürslen und auf seine allen Volksgenossen gleichmäßig gerecht werdende Regierungswelse zurüekzuführen ist, eine Rechtfertigung feiner Politik, wie sie gerade in diesen Tagen Nicht nachdrücklich genug hervorgehoben werden kann.

In der Stadt Gießen hatten alle öffentlichen und zahl­reiche Privatgebäude Flaggenschmuck angelegt und überall wurde das frohe Ereignis mit herzlicher Freude besprochen. Außer den gestern bereits mitgeteillen Glückwünschen von hier ei noch folgender nutgeteilt:

Enr. Kömgl. Hoheit übermittelt die evangelisch-kirchliche Ver­tretung der Provinzlathauptsiadt Gießen die herzUcvslen und untcr- iäniglien Segenswünsche zur Geburt des Erbgroßherzogs. Gott egne und schütze das Großherzogtiche Haus und unser Helsenland.

Der Gesamikirchenvorstand Gießen.

I. B.: Euter. Tr. Cäsar.

Aus die Se. König!. Hoheit denr Großherzog über­sandten Glückwünsche der Provinz ialvertretung der Provinz Oberhessen erhielt der Provlnzialdirektor folgendes Telegramm:

,D a r m st a d t, den 9. Nov. Oft. Geheinterat Dr. Breidert, Gießen.

In der Großherzogin und Meinem Warnen danke Ich herzlichst für die treuen Glückwünsche des Provinziallags und des Provinzial- auSschusses der Provinz Oberhessen. E r n st L u d w i g."

Aus das Glückwunschtelegramm des Rektors der Land eSunlversität ist heule früh folgende telegraphische Antwort eingegangen:

,In der Großherzogin und Meinem Namen danke Ich herz­lichst lür Ihre treuen Glückwünsche der Landesuniversltäl."

E r n st L u d w i g.

Tas DankeStelegramm S. K. H. des Großherzogs an - die Stadt Gießen lautet:

Oberbürgermeister M e c u m, Gießen.

Für die treuen Glückwünsche der Stadt Gießen sage ich herz­lichen Tank. Ernst Ludwig.

Die Handelskammer Gießen erhielt folgendes Danktelegramm:

Kommerzienrat K o ch, Gießen.

In der Großherzogin und Meinem Namen danke Ich herzlichst für die treuen Glückwünsche der Handelskammer Gießen.

E r n ft Ludwig.

Auf ein von dem Bureaupersonal Großh. Krclsamts Gießen gestern an Seine Königliche Hoheit gerichtetes Glück­wunschtelegramm traf folgende Drahtantwort ein:

Darmstadt, 8. Nov. 06, 4.56 Uhr N. Kreisamt Gießen.......

Dem Bureaupersonal lassen Seine Königliche Hoheit für die freundlichen Glückwünsche bestens danken.

Hofmarschallamt/

Die Freiw. Gailsche Feuerwehr sandte dem Pro­tektor der hessischen Feuerwehren ebenfalls herzliche Glück­wünsche und erhielt folgende Antwort:

Besten Dank für freundliche Glückwünsche.

1 Ernst Ludwig.

Der Veteranen-Verein erhielt auf sein Glückwunsch-

Die Reiterpatrouille einer Grenzwache im Trans- a m n r g e b i e t, aus vier Soldaten und einem Stabsritt» meister bestehend, ist von einer Chunchusenbanoe beschossen lüorocn, wöbet ein Soldat verwundet wurde. Erne zur Ber- solgung der Ehnnchnjen ausgesanüre Abteilung der Grenz­wache von 123 Solonteu unter dem beseht des -r-tabsritt- mpiiipv» GnrnhL'in erreichte Die EbuncliUi'en 2b Werft iüd-

telegramm folgende Antwort:

Besten Dank für die Glückwünsche/

" Ernst Ludwig.

Auch die Gießener Rudergesellfchaft gratulierte gestern telegraphisch und erhielt ein mit der vorstehenden Antwort gleichlaiitendeS Antworttelegramm.

Auch von zahlreichen anderen Vereinen gingen telegraph. Glückwünsche nach Darmstadt ab. Von uns bekannt gewor­denen Aniworten seien nachstehend folgende mitgeteilt:

Turnverein, gegr. 1846, Gießen. Seine Königliche Sobeit lassen für die freundlichen Glückwünsche herzlich danken.

Hofmars challa m t.

Marineverein Gießen. I. I. K. K. H. H. der Groß- ßerAoa und die Groszherzogm lassen für die treuen Glückwünsche herzlich danken. R ö m h e l d, Geh. Kabmetsrat.

Ans Lich, der Heimat I. K. H. der Großherzogin, wird uns von geschätzter Seite berichtet:

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern die Nachricht von dem frohen Ereignis, daß der langersehnte hessische Thron­erbe geboren fei. Rasch bedeckten sich alle Häuser mit Fahnen­schmuck und frohe Glockentöne trugen die Nachnch.t in das -gand hinaus. Die gesamte Bevölkerung besprach mit leb­hafter Freude die Nachricht und überall konnte man Aeußer- ungen des Stolzes und der Genugtuung hören, daß es einer Licher Prinzessin vergönnt gewesen sei, den lange gehegten Wimsch des hessischen Volkes zu erfüllen. Vom fürstlichen Hanse wurden alsbald herzliche telegraphische Glückwünsche abgesandt. Von der Stadtoerwaltiing wurde folgendes Glück­wunsch-Telegramm nach Darmstadt geschickt:

Ihren Königlichen Hoheiten entbietet die Stadt Lich in be­sonders teilnehmender Freude die tieigetül)lte|ten Glückwünsche zur Ankumt des Erbprinzen. Bürgermeister D ö r m e c.

Die Antwort S. K. H. des Großherzogs lautete:

Viel herzlichen Dank auch seitens der Großherzogin für die freundlichen Glückwünsche der Stabt Lich. E r n |i Ludmi g.

Aus Darmstadt liegen noch folgende telegraphische Nachrichten vor:

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vonPodbielski und geht dann auf die Behauptung ein, Herr v. Podbielski hätte wegen der Tippelski rch- Asfäre und wegen seiner dem Reichskanzler gegenüber unhaltbaren Stellung aus dem Amt scheidetl müssen. Bei dieser Version, so fährt das Blatt fort, wurde von einem Duell zwischen Bülow, und Podbielski ge­brochen.

Wer die einschlägigen Verhältnisse genau zu beurteilen ver­mag, wußte von vornherein, daß diese Aussassmlg irrig war. Fürst Büiow hat die Enthebung des Landwirlschastsministers von einem Posten bei seinem Besuch in Wilhelmshöhe nicht vor­geschlagen, weil kein Anlaß dazu vorlag. AuS allgemeinen Gründen dürste der ReichÄauzlcr kaum Veranlassung genommen Haven, auf Herrn v. Podbielskis Verabschiedung hin zu wirken, denn er hat in dem Landwirtschaftsminister stets nur eine Stütze feiner Politik gefunden. Von einem Duell zwischen Bülow und Podbielski könne keine Rede sein, wenn auch in der Affäre Tippelskirch keine völlige U e b c r e i n ft i m m u n g be­lauben haben sollte. Mit der Person des Fürsten v. Bülow hat ein Entschluß, aus dem Amte zu scheiden, nicht das mindeste zu tun.____________ .

auf seinem Gute Tallinn seine Genesung und die formelle Er­ledigung seines Rücktrittes ob.

Ztt einem aiL)a;ciiienü inspirierten Leitartikel gibt ___________

derLok.-Anz." ein Bild von der Kranthe.itdes Herrn' meillers Kvravlew erreichte die Chunchusen 28 Werst jüd

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§ie KervreUer von Zäerliner KristNgerüchten betonen, daß der Kaiser die zwei Tage, die er ursprüng­lich der Jagd in Letzlingen widmen wollte, beim Fürsten Eulenburg in Liebenberg zubringen wird. In der Be­gleitung des Kaisers bei diesem Besuch befinden sich Graf Moltte und der Kommandierende des Gardelorps von K-essel. Den Reichskanzler soll der Kaiser seit 12 Tagen nicht mehr gesehen haben.

Es ist selbstverständlich, daß'bet der gespannten inner» Politischen Lage der Besuch des Kaisers beim Fürsten Philipp Eulenburg zu Kombinattonen anregt. DieBoss. Ztg." hebt hervor, daß sich der Gesundheitszustand des Schloß- herrn von Liebenberg, die Ursache seines Scheidens aus dem deutsc^m Botschafterpalais in Wien, neuerdings ge­bessert zu haben scheine. Also man schließt bereits daraus, daß außer dem Grafen Moltke auch Fürst Eulenburg selber, der Drahtzieher hinter den Kulissen, Aussichten auf das höchste Reichsamt habe. Wir glauben gleichwohl nicht an eine Berufung des Fürsten Eulenburg ins höchste Reichsamt, weil er mehr Hofmann als Staatsmann ist. Diplomatische Erfahrung und gewisses poetisches Talent mögen sie noch so vielseitig sein qualifizieren nicht politisch. Die rauhe Gegenwart fordert einen Mann von kraftvoller Ini­tiative und staatsmännischem Weitblick. Dar­über dürfte sich auch nicht Fürst Eulenburg, der ein guter Beobachter sein soll, einer Täuschung hingeben. Es.ist eher anzunehmen, daß der Kaiser in Liebenberg das Urteil des Schloßherrn über die derzeitige politische Situation zu hören wünscht, als die Aussassung eines Mannes, der die Entwicklung der Dinge und ihre Reflexe in der öffent­lichen Meinung von seinem stillen Landsitz aus als persön­lich Unbeteiligter beobachtet.

Für dasBerl. Tagebl." steht fest, daß in Liebenberg eine Reihe wichtiger Personalveränderungen vollzogen werden. Fürst Bülow, so schreibt dasBerl. Tgbl." in sensationellem Druck und im Stil des voll­kommen in die kaiserlichen Intentionen Eingeweihten, gehe in höchstens zwei Monaten. Voraussichtlich erfolge die Ersetzung des preußischen Kultusministers Studt durch den Minister des Innern v. Bethmann- Holl weg. Für den Reichskanzlerposten sei der General­stabschef v. Moltke der kommende Mann. Das sind aufs neue aufgewärmte alte Gerüchte, von denen wir schon längst Notiz nehmen konnten, die jetzt nicht wahrscheinlicher klingen, als vor Tagen oder Wochen.

DemB. B.-C." wurde an unterrichteter Stelle nach­drücklich erklärt, daß eine Kanzler krise nicht bestehe, daß ihre unerläßliche Voraussetzung, die Entfremdung zwischen dem Kaiser und dem Kanzler, nicht vorhanden i st.

Wenn, so fährt das Blatt fort, einige übereifrige Freunde deS Fürsten Bülow diese angebliche Krise mit der Besorgnis um den Gesundheitszustand des Kanzlers begrün­den zu dürfen glauben, so ist auch diese Voraussetzung völlig gegenstandslos. Wir können uns dabei auf eine Aeußerung des Professors Ren Vers berufen, der vor wenigen Tagen einem hochgestellten auswärtigen Diplomaten, als er sich nach dem Be­finden des Reichskanzlers bei dem Ärzte erkundigte, zuversicht­lich erklärt hat, Fürst Bülow sei in jeder Hinsicht derartig, gekräftigt, daß er jeden noch so starken Puff aus­halten könne. An amtlichen Stellen ist man überzeugt, daß mit dem Erscheinen des Reichskanzlers im Reichstag alle diese Kriscngerüchte mit einem Schlage ausl der Diskussion ver­schwinden werden.

DerBerl. Lok.-Anz.", der über die Vorgänge in Ber­liner Regierungskreisen besser unterrichtet wird, als jedes andere Blatt der Reichshauptstadt, führt die Verbreit­ung der Kanzlerkrisen gerächte besonders au englische Zeitungen zurück. Umsomehr Grund für die deutsche Presse, dieser Kampagne mit Vorsicht gegen» überzustehen. Kurz und kühl bemerkte dieNordd. Allg. Ztg." zu verschiedenen, Aussehen erregenden Enthüllungen der letzten Tage, daß an keiner maßgebenden Stelle Pläne zurEntlastung" des Fürsten Bülow gehegt werden.

UujstjlHes.

Das Justizministerium hat einen Erlaß ausgegeben, der eine besonders strenge Verurteilung der Ueberfälle anordnet. So verurteilte das Petersburger Kriegsgericht sechs Per­sonen wegen Straßenraubes und Ue verfall es zum Tode. Die gleiche Strafe wurde im Gouvernement Jekaterinoslaw gegen 15 Personen ausgesprochen, die des Straßen- und Kassenraubes angeklagt waren.

Trotzdem aber nimmt die Zahl der räuberischen Ueber­fälle keineswegs ab. AIS um halb 8 Uhr abends auf der poln. Bahnstation Rogow der Zug passierte, der Wien um 7 Uhr abends am Mittwoch verlassen hatte, wurden unter den Postwagen 3 Bomben geschleudert. Der Postwagen wurde gänzlich zerstört und auch der nächste, der Militär- behörde gehörige Wagen durch Feuer eingeäschert. Einige Postbeamte und 14 Soldaten sind getötet oder töt- lich verletzt worden. DaS Attentat war von den 9ievo- lutionären organisiert worden, die den Zug gründlich ausplünderten. Den Räubern fiel etwa eine Million in die Hände, mit der sie entkamen. Der Zug konnte nicht weiterexpediert werden.

Im Gouvernement MinSk drangen drei verkleidete Räuber in die Kirche des Dorfes Hieleoitchy. Sie er- schossenden Küster und knüpften ihn an einen Pfahl auf. Alsdann erbrachen die Banditen die Kirchen- kaffe, stahlen deren Inhalt im Werte von mehreren tausend Rubeln und bemächtigten sich außerdem der sehr kost­baren Kirchengeräte und entflohen.

In Riga fand die tragische Exekution an sieben Minderjährigen statt, darunter noch drei kleinen Knaben. Die Soldaten waren bei der Hinrichtung dermaßen ergriffen, daß erst die fünfte Salve traf. Der kommandierende Offizier erlitt einen 9iervenanfa11. Die Knaben waren standhaft. Drei erbaten vorher das Abendmahl.

In Tiflis wuroe aus dem GviouinskiKProspekt eine Bombe geworfen, durch deren Explosion ein Polizeikom- missar und zwei Schutzleute sowie eine vorübergehende Dame tödlich verletzt wurden.

In Lodz dauern Oie Parterkämpse der Arbeiter fort. Am 7. wurden durch Revolverfchüsse fünf Personen schwer verletzt, am 8. erlitten zwei Arbeiter schwere Verletzungen.

In der Nähe von Charkow brach auf den Gütern der Familie Galitzin ein Ri es en brand aus. Die Ver­luste an Vieh und Getreidevor'.äten sind enorm. Man nimmt an, daß das Feuer von den Bauern ungelegt wurde.

westlich von der Station Siachodny. In dem darauf ent» tanbenen Scharmützel wurde dn Soldat getötet, fünf Soldaten wurden verwundet, darunter zwei schwer. Von den Chunchusen, deren Bande an 2U0 Mann stark war, sind über 20 gefallen.

Zweites Blatt Jahrgang Fretiag v. Nooemver

Gießener Anzeiger

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1906 bei bem Wichen ' ju Hellen. Späteren werben.

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