Ausgabe 
9.4.1906 Zweites Blatt
 
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Häusern, deren Installation bereits fertig' hergestellt sei. Berg. Georgi bittet, so rasch als möglich die Anschlußerlaubnis zu erteilen und die Anschlüsse rasch herzustellen. Man solle dabei nicht etwa schablonenhaft verfahren, sondern das Tiefbau- amt solle tunlichst allen Wünschen der Interessenten entgegen kommen. Der Oberbürgermeister erklärt, daß in diesem Sinne verfahren würde.

Stadto. Krumm wünscht zu wissen, wie e5 mit der Krachenburg H in der Kaplansgasse stehe. Die Situation scheine gefährlich zu sein, denn das alte Haus drohe umzu- fallen. Der Vorsitzende bemerkt, daß ein Baugesuch ein­gereicht und um DispenS ersucht worden sei. Der Eigen­tümer Winn will ohne einen Hof zu lassen bauen. Die Stadtverordneten haben den Dispens befürwortet. DaS Mini­sterium scheine Schwierigkeiten machen zu wollen, denn es habe die Angelegenheit an das Kreisamt zurück gegeben, um Erhebungen über die Höhe der Nachbargebäudc vorzunehmen. Es wird dann von Stadtv. Krumm darauf hingewiesen, daß die Firma Pistor Nachfolger 22^ Jahre lang wegen einer gütlichen Regelung einer Schädigung, die ihr Haus bei den Kanalisattonsbauten erlitten hat, vorstellig geworden sei. Erst als sich die Leute an einen Rechtsanwalt gewandt hätten, sei die Sache in Fluß gekommen. Der Vorsitzende und Beig. Cur sch mann setzen auseinander, aus welchen Gründen die Angelegenheit nicht ftüher hat verglichen werden können.

In der Vermögens rechnung sind für Herstellung deS Landgraf Philipp Platzes nur 12 000 Mk. ein­gestellt. Zufolge des gestrigen Beschlusses muß der Posten auf 25 000 Mk. erhöht werden. Stadtv. Kirch bemerkt, daß er gestern bei der Beratung deS Gegenstandes nicht dazu sprechen konnte, da er sich im Moment nicht wohl gefühlt hat. Er wolle nur erklären, daß er vor wie nach gegen die Verwendung von 25 000 Mk. für einen solchen Zweck ge- gewesen sei, da die Sache zu teuer sei, und er habe auch dagegen gestimmt. Beig. Georgi bemerkt, er habe gestern, als über die Position abgestimmt wurde, nicht anwesend sein können, sonst würde er ebenfalls dagegen gesprochen haben. Er finde, daß für den Platz nur 12 000 Mk. im Voranschlag stehen und er bitte, zu sagen, wie denn der Platz jetzt her­gestellt werden solle. Der Vorsitzende erläutert eingehend das Projekt. Er bemerkt, daß der früher geplante Schmuck­platz in der Mitte fortfällt und diese Fläche mit Schlacke und Kies hergestellt werden soll.

Stv. Dr. Ebel tritt dafür ein, auf dem Platz gärt­nerischen Schmuck anzulegen. Im anderen Falle würde der Platz aussehen wie eine Steinöde. Stv. Dr. Gutfleisch hat die gleiche Ansicht. Stv. Gabriel kommt auf sein gestern erläutertes Projekt zurück. Er ist der Ansicht, daß bei der Nähe unserer herrlichen Anlagen dieser Platz ohne Grün angelegt eine angenehme Abwechslung bilden würde. Es sprechen noch dazu die Stvv. Wimm en au er, Wallen­fels, Huhn und Loder. Stv. Dr. Gutfleisch erklärt, er könne nicht begreifen, wie Stv. Gabriel sich gegen die gärt­nerische Anlage aussprechen könne, weil der Platz dadurch zu grün würde. Ihm sei e§ in der Stadt nicht grün genug, er sei für jeden Quadratmeter Grün mehr überaus dankbar. Beig. Georgi beantragt, wenn nun schon 25 000Mk. für den Platz geopfert werden, die Bedingung zu stellen, daß nun auch die anfangs vorgesehene gärtnerische Anlage hergestellt wird. Der Vorsitzende erklärt, er würde für einen solchen Beschluß sehr dankbar fein. Die Abstimmung ergibt eine große Mehrheit für den Antrag Georgi.

Ankauf von Materialien.

Für Herstellung der Hausanschlüsse wird ein Waggon Asphaltkitt gebraucht, deren Lieferung Jean Dem u. Eo. Nach­folger freihändig übertragen werden soll. Ebenso wird be­antragt, die für diese Arbeiten nötigen Werkzeuge re. von hiesigen Geschäftsleuten durch das Tiefbauamt ganz nach Be­darf beschaffen zu lassen. Zur Uebernahme von Bohlen, Brettern und sonstigem Rüstzeug sc., das der Konkursmasse Jäger und Rumpf gehört, werden 807.55 Mk. verlangt. Stv. Euler bestätigt, daß die von dem Konkursverwalter cmgesetzten Einheitspreise spottbillig sind.

Die Versammlung ist mit den Anträgen einverstanden.

Die Versammlung genehmigt eine Rechnung von 139.35 Mark Mehrkosten für Herstellung eines Anschlusses an die Kanalisation zum Zwecke der Ableitung der Viehwagen- Reinigungs-Abwässer der Eisenbahn, welche Summe von der Eisenbahn-Verwaltung zurückgezahlt wird. Die Stadt­verordneten nehmen eine Polizei-Verordnung zur Kenntnis, die das Großh. Polizeiamt erlassen hat, betr. den Eisenbahn-Verkehr des Braunsteinbergwerks.

Der noch rückständige Punkt wegen der Versteigerung einer Teilzahlung an Schmoll wird in die nichtöffentliche Sitzung verlegt.

Sängeröundestag.

(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)

I] Großen-Linden, 8. April.

Ein Wetterau-Lahngau-Sängerbund wurde heute in der hiestgen Turnhalle unter dem Vorsitze des Landtagsabg. Bürgermeister Leun gegründet. Ans allen Teilen der Wetterau, des Lahntals, des.Wiefecktals, des Hüttenbergs und aus dem west­lichen Kreise Wetzlar waren Vertreter erschienen, sodaß die Turn­halle zahlreich besetzt war. Im ganzen hatten 23 Vereine ihre Vertreter entsandt, darunter Vereine aus Gießen, Großen- Linden (2), Garbenteich, Großen-Buseck, Heuchelheim (2), Krofdorf, Lich, Lang-Göns (2), Lollar (4), Kirch-Göns, Klein-Linden, Hausen, Hörnsheim, Watzenborn und Steinberg. Namens des vorbereitenden Ausschusses eröffnete Klein- Gießen die Versammlung, er wies aus die statlliche Zahl der Erschienenen hin und sprach die Er­wartung aus, daß der in Lollar angeregte Bund heute zustande käme zum Segen des Volksliedes und des Volksqesanges. Hierauf wurde über die Satzungen in einaehender Weise referiert. Darnach ist der Zweck des Bundes die Ausbildung des Volksgesangs im allgemeinen unb des deutschen Volksliedes im besonderen. Dies soll erreicht werden durch Preisgesangseste, durch Tirigententage imd die Kontrolle des Gesangs- und Musikausschnffes. Im April jeden Jahres soll em Bundessängertag abgehalten roerben. Aus die An wage bes Vorfitzenben, Bürgermeister Leun, erflärten 14 Vereine ihren Beitritt zum Bunde, die meisten übrigen stehen dem Bund sympathisch gegenüber, wollen aber den Beschluß ihrer Vereine abwarten. Die Frage des Bnndesbeitrags wird nach längerer Debatte auf Vorschlag des Vorsitzenden bis zur nächsten Delegierten-Versammlung vertagt, da weitere Zutritte von Ver­einen aus der Wetternu und dem Kreise Gießen zu erwarten sind. Sehr ausführlich referierte alsdann Musikdirektor Wiegand Gernhardt -Gießen über die gesanglichen Aufgaben des Bundes. Es soll alljährlich ein VundeS-Sängersest und ein Wachsest ab- gehalten werden. Mil dem Bundeösest soll ein Preis-Wettsingen verbunden werden. Dabei sollen keine Geldpreise, sondern nur Diplome zur Verteilung kommen. Darauf erfolgte die Einteilung

des Bundes in vier Bezirke, 1. Großen-Buseck und Umgegend, 2. Lich und Umgegend, 3. Lollar-Krosdorf, 4. Großen-Linden und Umgegend. Die Versammlung schritt dann zur Wahl eines pro­visorisch. Bundesvorstandes; zum BundeSvorsitzenden wird unter lebhaftem Beifall Bürgermeister Leun -Großen-Linden gewählt, zum Bundeschormeister W. G e r n h a r d t - Gießen und zum Schriftführer Klein-Gießen. Velten°Lang-6)ön§ brachte ein Hoch auf den Bundesvorsitzenden aus. Dieser gab noch bekannt, daß der nächste V e r t r e t e r t a g am 29. April in Leihgestern stattfinden soll. So ist denn nun endlich der Sängerbund zustande gekommen, den man in der Gegend schon seit Jahren erstrebt.

Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereius.

(Original-Bericht desGieß. Anz.")

sd. Offenbach, 8. 'düp-rtL

Der Hessische Ob er leh>rer verein hielt am Samstag hier seine 21. Hauptversammlung ab. Am Freitag fanden interessante Besichtigungen der Schriftgießerei von Gebr. Klingspohr, verbunden mit einer dlusstellung von Druck­typen nach Originalzeichnungen der Prof. Behrens, Cissarz, Hrldebrand, Engels, Dopler, Fechner, Sattler usw., und der Metallschraubenfabrik vvn Gebr. Heyne statt, die viel an­ziehendes boten. Hieran schloß sich eine Hafenbesichtigung, sowie Besuch der Schleuse bei Oberrad, der Gerbermühle usw. Abends fand eine Begrüßung der bereits Erschienenen im Kaiser Friedrich-Hotel durch den Vorsitzenden der Orts­gruppe Offenbach Professor Hamann statt. Auch Ober­bürgermeister Brink hieß die Gäste willkommen. Im Namen dieser dankte Oberlehrer Markert aus Gießen. Es war eine von Professor Mendorf aus Offenbach redü- gierte humoristische Bierzeitung aufgelegt und es folgten abwechselnd gemeinsame Lieder und Vorträge. i?Bm Sams­tag früh wurde das Isenburger Schloß besichtigt. Irr der b-arm ab geh altenen nichtöffentlichen Sitzung, in der nur interne Fragen behandelt ivürden, fand die Wie - der Wahl des seicherigen Vorstandes statt und zum -Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Friedberg bestimmt. Kurz vor 1 Uhr begann dann die Hauptversammlung im großen Saale des Hotels Degenhardt, zu welcher auch der Präsident des Ministe!- riums des Innern, Braun, Geheimrat Dr. Eisenhuth und Geh. Oberschulrat Nodnagel von der Schulabteilung er­schienen waren. Weiter waren anwesend der Vertreter der badischen Oberlehrervereine, Prof. Kramer aus Karlsruhe, als Vertreter der württembergischen Oberlehrervereine Po- sessor Ziegler aus Stuttgart, der Vorsitzende der preußischen Delegiertenkonferenz, Prof. Lohr aus "Wiesbaden, Kreisrat v. Hombergk und andere. Direktor Block aus Wimpfen begrüßte die Anwesenden, speziell die Vertreter der Be­hörden, worauf al^ald der Präsident des Ministeriums des des Innern, Braun, in seinem und im Namen der Schulabteilung erwiderte, indem er ausführte, daß schon vor 2 Jahren der damalige Staatsminister Rothe auf der 1. Delegiertenversammlung der akad. gebild. Lehrer Deutsch­lands in Darmstadt erklärt habe: nur eine Regierung, die mit allen Berufs- und Standeskreisen in steter Fühlung lebe, könne ihre Ausgabe richtig erfassen. Diese Ausftihr- ungen habe er sich zur Richtschnur genommen, insbesondere mbezug auf das Gebiet des Schulwesens. Gerade jetzt stehe die Regierung vor einer schweren 'Aufgabe, der Prüfung der Gleichberechtigungsfrage. Sie dürfe wohl auch der sach­kundigen Beihilfe bei Erledigung dieser bedeutungsvollen Frage gewiß sein. Der heutige Vortrag in dieser Be­ziehung werde wohl auch seine eigene Sachkenntnis klären. Wenn er auch nicht über alle Wünsche der Lehrer orientiert sei, so werde er diese doch gewissenhaft und genau prüfen. Er hoffe, daß man ihm Vertrauen gegen ^Vertrauen biete, denn er habe auch andere Berufslreise zu vertreten. Er werde bei Erledigung der Frage von feiner eigenen Dank­barkeit gegen die Schule und von der Erwartung geleitet, daß die vielen persönlichen Beziehungen, die er selbst zum Lehrerstande habe, eine ersprießliche Erledigung der Frage herbeiführen. (Lebhafter Beifall.)

Hieraus erstattet Prof. Ritsert-Darmstadt den Rechenschaftsbericht, aus dem hervorzuheben ist, daß die Mitgliederzahl 675 beträgt. Ihm wird Dank und Entlasturrg zuteil. Äüs dem Bericht des Vorsitzenden ist zu ersehen, daß die Tätigkeit und Entwicklung des Vereins auch im abgelaufenen Jahr eine gedeihliche war. Ueber das Verhältnis zwischen Direktoren und Lehrerschaft sprach der Vorsitzende, Direktor Block aus Wimpfen, wobei er vor allem den seinerzeit von dem Landtagsabg. Dr. David gemachten Aeußcrungen entgegen- tritt, daß unter der Lehrerschaft große Konflikte beständen. Er hebt hervor, daß in anbetracht der täglichen Reibungs- Möglichkeiten die vorhandenen Konflikte gar nicht in Betracht kommen. Ob eine gute Dienstinstruktion in der Lage sei, diese Konflikte zu verhindern, sei fraglich, solange wir Menschen feien. Vor allem sei eine größere gegenseitige Achtung der Person nach innen und nach außen zu einer gedechllchen Zusammenarbeit notwendig. Heber griechische und römische Tracht sprach hierauf Gymnasialdirektor Dr. Hensell aus Offenbach, dabei an Hand aufgestellter Modelle sehr interessante Aufschlüsse gebend. Hieran schloß sich der Vortrag von Dr. Kalbfleisch aus Darmstadt über die Gleich, berechtigung der höheren Schulen.

Aus SsaOt uns Cuno.

Gießen, den 9. April.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Sekretär bei der Oberrechnungskammer Wilh. Schar- mann den Charakter alsRegierungsrat" erteilt, den Kanzlciinspektor bei der Hofbibliothek Franz Scholz zum Hofbibliothekregistrator, den Feldwebel Karl 'Ritter au§ Köddingen zum Hausbeschließer im Kollegiengebäude der Landesuniversität Gießen und die Lehramtsassessoren Kon­stantin Schüler zu Groß-Gerau zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau, Dr. Otto Weide zu Lauterbach zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach, Dr. Wilh. Heymann zu Groß-Gerau zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau, sämtlich mit Wirkung vom 1. April d. I. ernannt.

Justizpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben den Gerichtsassessor Dr. Theodor Metz aus Homberg zum Notar mit dem Amtssitz in Heppenheim ernannt. Er­nannt wurden der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Mainz Wilh. Jung zum Aktuariatsassistenten bei dem Amts­gericht Ober-Ingelheim, der Aktuariatsassistent bei dem Amts­gericht Mainz Phil. Hetterich zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Wörrstadt, der Registrator bei dem Land­gericht der Provinz Rheinhessen Jak. Pitzer zum Aktuariats­assistenten bei dem Amtsgericht Mainz, der Gerichtsschreiber- gehikse Dav. Schneider zu Darmstadt zum Aktuariats­assistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt I, der Gerichts­schreibergehilfe Ant. Bergt in Offenbach zum Aktuariats- asfisterrten bei dem Amtsgericht Mainz, der Gerichtsschreiber­

gehilfe Karl Rahn in Michelstadt zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Bingen, der Gerichtsschreibergehilfe Karl Roth in Ulrichstein zum Aktuariatsassistenten bei dem Amts­gericht Osthofen, der Gerichtsschreibergehilfe Christian Keller in Mainz zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Wöllstein, der Gerichtsschreibergehilfe Karl Link in Butzbach zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Nieder-Olm und der Gerichtsschreibergehilfe Gg. Bitsch in Fürth zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Pfeddersheim.

** In Audienz empfangen wurden am 7. April von S. K. H. dem Großherzog u. a. die Hochbauaufseher Ruppel und Frieß, sowie Professor Dr. Schott von Bad-Nauheim.

** Das Großh. Realgymnasium und die Oberrealschule zu Gießen waren im Schuljahr 1905/06 von 894 Schülern besucht. Davon besuchten 250 Schüler bas Realgymnasium, 487 die Oberrealschule und 157 die Vorschule. Von der Gesamtzahl stammten 590 ans Gießen, 210 aus anderen hessischen Orten, 90 aus den übrigen deutchen Staaten und 4 aus dem Ausland; 788 waren evangelisch, 44 katholisch und 62 israelitisch. Gegen daS Jahr vorher stieg der Besuch der Anstalt nm 48 Schüler.? An dem Realgymnasium betrug die Zahl der Abiturienten 13 und an der Oberrealschule 16 Schüler. Das Lehrer­kollegium zählte einschließlich des Direktors, Geh. Schulrat Dr. Rausch, 39 Mitglieder, darunter 3 Religionslehrer.

\ Vortrag. Alle Hausfrauen und Interessenten seien auf den am Dienstag nachmittag 3'/, Uhr im Thealersaale des Cafs Leib stattfindenben Vortrag über bie Dampfwäscherei im Hause aufmerksam gemacht. (Siehe Anzeigenteil.)

** Männer-Turnverein. Am Samstag abend hier der Männer - Turnverein Gießen seine Frühjahrs-Mit- glieberversammlung ab. AuS dem Jahresbericht, den der 1. Sprecher, Rechtsanwalt Kaufmann, erstattete, ging hervor, daß das Vereinsleben im Geschäftsjahre 1905/6 sowohl in -turnerischer, als auch in geselliger Beziehung sehr rege war. Die Mitgliederzahl stieg von 242 auf 267. Trotz der Mehrausgaben, die infolge der Feier des 26jährigen Bestehens nolwendig waren, konnte aus den Jahreseinnahmen noch ein Ueberschuß dein Turn­hallebauschatz überwiesen werden, so daß dieser jetzt 14 00 Mk. be­trägt. Der Vorstand, bestehend aus Rechtsanwalt Kaniinann als 1. Sprecher, Kaufmann Lang als 1. Schristwart und Druckerei­besitzer Meyer als Rechner, wurde fast einftimmig wiedergewählt. Im Turnrat, dessen Amtstätigkeit gleichfalls abgelagert war, traten verschiedene Blenderungen ein. Es wurden gewählt: C. Fix zum 1. Turnwart, A. Reinig zum Zeugwart, C. Schwarz zum 2. Sprecher, H. Endig zum 2. Schristwart, W. Weiß zum 2. Turn­wart, F. Nennstiel zum Gegenrechner, P. Margoli zum 1. und H. Kaltenbach zum 2. Beisitzer. An Sommersestlichkeiten wurden solgcnde (eftgelegt: Am 13. April Familtenausflug nach Garben­heim, am 13. Mai Zöglingswetturnen mit Familienabend, am 20. Mai Gauturnfahrt nach Frankenberg, am 24. Mai Himmeliahrts- ausflug über Mücke, Ulrichstein,Hoherodskopf und Schotten, am 17. Juni Feldbergsest und Familienausflug, aut 23.25. Juni ©auhiriüeft in Schotten, am 21. bis 23. Juli bas Kreisturnfest in Hanau a. M., am 12. August Walbfest am Lubwigsbrnnuen, im August voraus­sichtlich Dünsbergturnfest und am 19. September Familienausflug über Saasen unb Wasserwerke Qneckborn nach Grünberg. Die nähere Feststellintg, sowie bie Einlegung weiterer Turngänge bleibt dem Vorstanbc überluffen. Zu jeder Veranstaltung soll im Gießener Anzeiger besonders eingelaben werden. Die nächste Sonntags- Familienzusammenkunst findet am 29. Llpril auf der Kneipe statt. Der Jahresbericht des 1. Sprechers und l.Ttrrnwarts soll in Druck gelegt und mit einem Mitgliederocrzeichnis versehen jedem Mit- gliebe übersandt werden. Kurz nach 3 Uhr wurde die gut besuchte Versammlung geschloffen.

X Trais-Horloff, 8. April. Die schon im vorigen Jahre projektierte Straße vom Bahnhof Bellersheim aus nach der Kreisstraße BellersheimTrais-Horloff soll im Frühjahr 1907 in Angriff genommen unb fertig gestellt werden.

p. Frohnhausen, 6. April. Der über 70 Jahre alte Fritz Freischlad von hier wurde beim Ueberschreiten des Bahnkörpers in der Nähe Dillenburgs von einem in voller Fahrt befindlichen Zuge erfaßt und überfahren. Der Bedauernswerte war sofort tot. Jedenfalls hatte er das Läuten der Lokomotive nicht gehört.

() Laubach, 8. April. Zu dem Projekt der Er­bauung einer Bahn von Gießen über Steine bach nach Laubach nimmt der Gemeinderat der Stadt Laubach folgende Stellung:

In Erwägung, daß die projektterte Bahn von Gießen über Steinbach nach Laubach für die Stadt Laubach kein Interesse bat, daß jedenfalls die Kosten, die die Stadt Laubach im Falle des Zustandekommens der Bahn, auf Grund der Bestimmungen in Art. 3, 4 und 5 des Gesetzes die Nebenbahnen betreffend vom 29. Mai 1884, aufwenden mußte, in keinem Verhältnis stehen würden zu ben Vorteilen, die die Bahn der Gemeinde bezw. ein­zelnen Einwohnern Laubachs etwa verschaffen würde, daß ihre Ausbringung aber in Berücksichtigung der sehr beträchtlicyen Kvsten, die die Gemeinde in neuester Zeit für die Bahn Laubach- Mücke, den Neubau des Großh. Amtsgerichts,, die städtische Turn­halle, die Kanalisation und andere notwendige öffentliche Unter­nehmungen aufbringen mußte, sie finanziell unerträglich belasten wurde, das Projekt der Erbauung einer Bahn von Gießen über Steinbach nach Laubmd abzulehnen.

Schotten, 8. April. Der Gemeinderat beschloß in feiner letzten Sitzung, in bet Baurat Diehm von Gießen zugegen war, ein neues Gebäude für die h5Here Bürgerschule zu errichten. Das schon bestehende Schul­gebäude soll nicht, wie ursprünglich beabsichtigt war, um­gebaut werden. Die Heizung soll mit Niederdruck-Dampf oder Warmwaffer erfolgen. Die Arbeiten unb Lieferungen werben alsbalb zur Ausschreibung gelangen unb bas Ge- bäube soll noch in biesem Jahre im Rohbau fertig roerben.

sd. Darmstabt, 8. April. Die etwa 40 Jahre alte Ehefrau bes in Frankfurt beschäftigten Pflasterers Heller aus Erzhausen, bie gestern aus ihrer Heimat nach Groß- Gerau zu einer Bcerbigung gefahren war, erlitt gestern abend nm 5l/3 Uhr im hiesigen Hauptbahnhof einen-'Herzschlag. Der zufällig anwesende Reichstagsabg. Dr. Becker konnte nur ben eingetretenen Tod konstatieren. Die Frau war feit längerer Zeil herzleidend.

Homburg, 7. April. Der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise treffen, wie nun bestimmt fest­steht, am Freitag, 20. April, morgens hier zu längerem Kuraufenthalt ein.

Universitäts-Nachrichten.

Dr. A. Refftet, Professor der Pharmakologie in Berit, nahm einen Ruf an die Universität Marburg an.

Verdauungs­

störung.

etc.

Kiiidermehl

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht

an

kDarmkatarrh, Diarrhoe

Hervorragend bewährt bei .Brechdurchfall,