HcS Ministeriums des Aeußeren zur Kenntnis. Der Bericht gibt die Erklärung ob, dog diese übereinstimmenden Ausführungen ein Dementi für die Gerüchte bilden, welche in Ler letzten Zeit über die angebliche Lockerung des Dreibundes verbreitet worden sind.
Brüssel, 7. Dez. In der heutigen Kammersitzung ergriff der Sozialdemokrat van der Velde das Wort in der Kongodcbatte. Dein Könige spreche er keineswegs Intelligenz ab, seine Intelligenz ersetze das ihm fehlende ^Gefühl und das führe dazu, datz der Monarch ein Assoe iö -er Führer der amerikanischen Trusts sei. Er erkennt an, daß es absurd sei, den Kongo aufzugeben, nachdem Belgien zwanzig Jahre lang eine Kongopolttck getrieben habe, und angesichts der gebrachten Opfer und dcS vergossenen Blutes. Ferner sagte er, an dem Tage, wo dec Kongo eine belgische Kolonie würde, würden die Sozialdemokraten sich oit der Kontrolle beteiligen und eine solche sei gleichbedeutend iniit dem Schicksal der Station.
Y ues aus Rußland.
Am 7. Dezember empfing der Zar den Grafen Witte iauS Anlag feiner Rückkehr aus dem Aiislande. Gegenüber onderslautendcn Gerüchten versichert die offiziöse Tclcgr.- lAgentnr, daß Witte lediglich tucgcn seines Gesundheitszustandes erst am Freitag beim Kaiser sich melden konnte.
In die faule Getreidclieferungsaffäre an Hungernde ist lnun außer Gurkow auch der Niinlsler des lasiert. Hauses, lBaron Fredericks, verwickelt.
In Irkutsk wurde aus dem Goldschmelzlaboratorium faiit Hilfe von Minengängen ein 4 Pud 23 Pfund wiegender ^Goldklumpen im Werte von 1)0 UüO Rubel ge -
ist oh len.
Am 6. ds. MtS. wurde der deutsche Pastor Taurit in Dahlen bei Riga von vier in das Pator eingedriingenen Ztevolutionärcn, von denen einer die schivarze Maske trug, durch drei Schüsse ermordet. Die Mörder durchsuchten alle Papiere des Pastors, nahmen aber nichts weg, auch lein Geld, und verschwanden.
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Aus S.aot uuo Auno.
^Sprechstunden der — - iu,; • j7—i/28 Uhr abds.
Gießen, den 6. Dezember 3 906.
— Die beiden Ehrenpreise, die jährlich für das Teste Schießen tut Armeekorps vom Kaiser ausgesetzt werden, sind in diesem Jahre dem Feldwebel Kaufmann
von der 5. Kompagnie und dem Sergeanten Wagner von sdcr 9. Kompagnie des 116. Regiments zugefallen. Die beiden Herren, von denen der erste den 1., der ziveite den 2. Preis -errungen hat, haben soeben von Sr. Majestät dem Kaiser sg olde ne Taschenuhren erhalten.
• • D i e erste S tänd ckammer hält am 14. Dezember
leine Plenarsitzung ab, für die im Ganzen 17 Bccaiuiigs- 'gcgenstände vorliegen. In erster Reihe steht die Verkündung sdcr Allerhöchsten Botschaft vom 10. Nov. d. I., bete, die Geburt eines Prinzen und die Beratung einer 'Adresse an
S. K. H. den Grotzhcrzog. Ten letzten Bcratungsgcgenstand bildet der bekannte 'Antrag von 18 Mitgliedern bezüglich der Bestätigung des Beigeordneten Eißnert von Offen- ibach. Unter den übrigen Vorlagen befinden sich der Antrag >Dr. Schmitt und Gen., bete, die Rayonbeschrcinkungcn in Iben Gemeinden Kastel und Kostheim, der Antrag Dr. Frenay,
Tr. Schmitt und Gen. wegen Vergütung für die Verpflegung feinquartierter Truppenteile, der Antrag Erk und Gen., das 'Gesetz, die Bäche und die nicht ständig fließenden Gewässer ^betreffend, der 'Antrag Dr. Frenay, Mollyan und Gen., betr. die Einführung von Arbeltstammern und in Verbindung da- iniit der Antrag Ulrich und Gen., betr. die > berufsständische Vertretung der Lohnarbelterschaft, der Antrag Tr. Frenay und Gen., betr. die obligatorische Einführung der Krankenversicherung der Dienstboten. Dec vierte Ausschuß der ersten Kammer, der über diese Anträge, soivie über eine Anzahl Vorstellungen schriftlich Bericht erstattet hat, beantragt bei allen Punttcn den Beitritt zu den Beschlüssen der ziveiten Kanimer.
• • Die drei hiesigen Apotheken werden an den Nächsten drei Sonntagen geöffnet sein.
• • Die Anlagemusik am Sonntag mittag 12 Uhr euf der Südanlage wird folgenden Spielplan haben: 1. Ouvertüre zu .Stradella" von Flotoiv, 2. Venus auf Erden, Walzer von Lincke, 3. Finale aus „Aida" von Verdi, 4. Armeemarsch 208 von Voigt.
* * I m neuen Saalbau konzertiert morgen (Sonntag) Unsere Reglmentsmusik. Musikdirektor Krauße Hai als Gast den Violinvirtuosen Schüttler aus Frankfurt gewonnen. Schüttler, welcher die Konservatorien der Musik in Sondershau.en und Frankfurt a. Ni. besucht hat, ist noch Schüler von dem Geigerlömg Heerulann. Schüttler verfügt -über einen edlen Ton, noblen Vortrag und brillante Technik.
• * 3 ii den Kreisen der hessischen Lehrer Hat cs allgemeine Freude verursacht, daß an Großhcrzogs tGcburlslag eine Reihe von Volksschullehrern zum ersten Male mit dem Silbernen Verdienst kreuz Philipps des Großmütigen nut der Krone dekoriert wurden. Vor kaum zehn Jahren war eine derartige Ordensauszeichnung noch cme Seltenheit. Gewöhnlich erhielten die Lehrer nach 50 jähriger emwaudsfreicr Tienstzeit das ^Allgemeine Ehren- zeichcu für langjährige treue Dienste.« Später, als einige Lehrer diese Ordensauszeichnung zurückwic,en, weil sie dem Ansehen des Lehrerstandes nicht entsprach, verlieh man in späteren Fällen eine höhere Auszeichnung, nämlich das Silberne Kreuz des Verdienstordens, und zwar nicht selten auch an Lehrer mit weniger als 50 Ticnstjahren. Die in diesem Jahr ailsgezeichneten Lehrer sind abermals um einen Grad gestiegen. 'An mehreren höheren Lehranstalten erhielten Hauptlehrcr und Lehrer das Ritterkreuz zweiter Klasse. Tie seminaristisch gebildeten Krcisschulinspektoren haben auch seit voriges Jahr in größeren Zahl den Titel Schulrat erhalten.
" Der Verein städtischer Beamten zu Gießen hielt gestern abend im CafL Ebel seine II. Haupt- Versammlung ab. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. 4Üe i)Oin Vorstand ausgearbeiteten Satzungen gelangten nach nochmaliger eingehender Beratung einstimmig zur Annahme. jLcc Vorsitzende referierte hierauf eingehend darüber, in welcher Weise man bestrebt sein will, gemäß § 2
der Satzungen den Mitgliedern des Vereins durch günstigen Einkauf von Lebens- und G e n u ß m 111 c l n über bie jetzige teuere Zeit hinw egzu helfen. Aus der Mitte der Versammlung wurde hierzu ausgeführt, daß cs den Beamten bei der jetzigen allgemeinen Teuerung kaum noch möglich sei, mit ihren seit Jahren unverändert gebliebenen Gehältern auszukommeu. Es wurde angeregt, vorläufig von Warenbeziig von auswärts abzusehen, vielmehr in erster Linie an die Stadtverordneten- V e r s a m m lung mit einem Ge s u ch u m A ufbesser n n g — sei es nun in Form von Wohnnngsgeld oder Teuerungszulage — heranzutreten. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Vorstand des Vereins der Meinung geivesen sei, man solle vorläufig von einer Eingabe absehen, da anzunehmen sei, daß von der Verwaltung selbst in dieser Hinslcht in aller Kürze etwas geschehen werde. Hierüber entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Es wurde ausgeführt, daß man bereits int vorigen Jahr dieselbe 'Dieinung vertreten und gehofft habe, die Stadtvertretung würde eine Aufbesserung der Gehälter in Aussicht nehmen, daß maii aber jetzt, nachdem wieder ein Jahr verflossen, und bicie Hoffnung sich noch nicht erfüllt habe, nicht mehr länger w arten d ü rf e. Es wurde hierauf fast einstimmig beschlossen, alsbald mit einer Eingabe um Gehalts- a ufbesjerung rc. an die Stadt verordneten-Versammlung heranzutreten und der Vorstand beauftragt, die ihm geeignet erscheinenden Schritte zu unternehmen.
— Ein Pferdehändler. Gestern 2(bcnb erschien bei dem hiesigen Pferdemetzger em junger Mann und bot zwei Pferde zum Verkauf an. Ta er über die Herkunft der Pferde zweifelhafte Angaben machte, benachrichtigte der Pscrdemetzger die Polizei, die sich des Burschen zunächst au- nahm. Ec gestand denn auch cm, dag er in Braunfels bedienstet gewesen, von seinem Dienslherrn mit einer Fuhre betraut worden sei, daß cc aber dann die Pferde aus- gespannt und damit nach Gießen gegangen sei um sie zu verlaufen und sich so m Besitz von Geld zu setzen. Dec junge Vien sch entpuppte sich als Karl Leonhardt ans Hauken b. Frankfurt und wurde verhaftet. Die beiden Pferde, die einen Wert von 650 M. repräsentierten, sind dem Besitzer wieder zugestellt worden.
** Eltern-Abend tut Kn ab en hort. Von den Lehrern des städtischen Stimbenljous war am eonniug abend nach der Turnhalle der Staminabeistchule cm sehr stark besuchter Ettern- aiciib c mb er men. Einleitend trugen die Zöglinge des yoil» unter Leitung des Lehrers Kneip zivei Heine ineuev vor, die vorzüglich tlappteu, und was IKcmljeit Oes Tons und derutiche Aussprache angeht, dem Lehrer Kneip alle Ehre machen. Hauptlehrcr K u a u p gab hieraus in lungeren Aussuhrungen über den ^ivecf und die ^icle des Knabenhoris, wichiige Hinweise über Erziehung un allgemeinen und über die hauptsächlichen Ecsichtspuntie der Kmder- erziehuug in der Familie, ivouei er besonders die Berhältmsse der Ettern berüclsichtigte, bie ihre Kinder in die Vollss^.ule senden. Es sei der Schule nur möglich, Tüchtiges zu lct|icn und die Heranwachsende Jugend mit den nötigen Stennuu||cii nii das spatere Leden zu versorgen und sie sittlich zu erziehen, ivenn Eitern uni) Lehrer, wenn Schule und Haus sich gegenseitig ergänzen und in dem Erziehungswert der Kinder gegenseitig unterstützen. hierzu sei er'ordertich, daß Lehrer ruid Eltern Miieurander Fiiytung haben, sich gegeiiieuig kennen lernen und sich offen mit einander aiissprechen. Zu bieiem Ziveck sei auch der Eltern-Abend veranstaltet. Herr Knauß iorderte die Anwesenden auf, ganz ungeniert rmd offen sich auszuiprechen über das, was dem Erziehrnigsiverke ihrer Kinder nützlich jem koime.. Lie al.wejendeil Lehrer seien für jebc Anregung dankbar. Lehrer Kneip gab dann cm teilt) der -Langten des Knabenhoris. Er setzte zahlemnäßig aiise.nanver, dag man svariam wirtschaften mus>e, um nut den zur Aersügung stehenden Alittelii auszulommen. Weller benierkte er u. a., da,; auch sür jene Kinder, die im Knabenhort Auiiiahuie 'änden, eine Kontrolle der Ellern, betrcfsS des häuslichen FleigeS ihrer Kinder nonuenbig ici, denn wenn auch die Kinder nn Hort angewiesen werden, ihre Schularbeilen zu machen, so hat doch der Lehrer sür das einzelne Kmd zu wenig Zen. Lehrer Kneip uerbreuete sich bann noch eingehend über die Unfitie des Lügens bei Kurdeni, welches Laster häufig durch falsche Behandlung oder Nachsicht den Kindern anec- zogen iverde. Etiern und Lehrer müssen hiergegen gemeinsam nut aller Strenge einschrciten. Zum Schluß richtete Rektor Hahn noch einige Worte an die Eltern, woran» sich eine zwanglose Aussprache zivischeu Ellern und Lehrern über die Kmder rc. anschloß. Alan sah den Bätern und Aiültern unserer Jugend die Beiricdigrmg an, die der Eltern-Abend ihnen verschafjk hatte unb häufig horte müii den LLunjch aussprecheu, diese Berauslaltrmg möge wiederholt werden zum Segen der Schule und Schüler.
-o- L i ch, 7. Dezember.
Gestern fand im Gasthof zum Lamm eine Sitzung des Eisenbahn-Komitees der projektierten Strecke L i ch - G r u n b e r g unter dem Vorsitze des Kiieisamtmanns Dr. Merk-Gießen statt, zu welcher der Vorsitzende Äloll-Grunberg und sämtliche Mitglieder erschienen waren. Auch Bürgermeister Zimmcr-Grünverg nahm nach langer Zeit zum erstenmal wieder an der Sitzung teil. Vor Eröffnung der Sitzung gratulierte Biirgermeisier Schmidt-Quecköorn dem Kreisamtmann Dr. Alerk zu seiner Vermählung. Dieser dankte und begann dann ein Referat über die in der Bahnangelegenheit Rs setzt gelanenen Schritte. Er erklärte am Schlüsse, daß, nachdem die Firma Berg u. Co. in Berlin bezw. die Aktiengesellschaft der Butzbach-Licher Eisenbahn, die Konzessionserteilung bei der Großh. Regierung nachgesucht habe, dem Bahnbau keinerlei Hindernisse mehr im Aiege ständen, denn die Bewilligung der von dem Finanzminister Exzellenz Gnauth zngesichcrten 30 Prozent Staatszuschuß würden zweifellos von den Landständen bewilligt werden. Die Äcitteilung wurde mit Freuden von '.dien Anwe,enden begrüßt und nachdem Bürgermeister Dvrmer-Lich dem K'ceisamtmann für fein umsichtiges, tatkräftiges und, wie die Tatsachen bewiesen, erfolgreiches Vorgehen den Dank der Versammelten in schönen Worten ausgeiprochcn hatte, wurde die Sitzung geschlossen. Allgemein wird insoefondere bei den an der Strecke liegenden Gemeinden die f-lachricht von dem nach jahrelangem Harren, erfol- geliden Ausbau der Linie Lich-Grünoerz nut Freuden begrüßt werden; mancher alte Groll wird nun verschwinden und aile Freundschaiten in Stadt und Land wieder erstehen.
+ Renzendorf, 7. Dez. Ein richtiges „Schweine- glück" hatte dieser Tage ein hiesiger Schivern^händler. Erstatte auf der Strecke Gießen-Full)a Schweine verladen. Zn fernem Schrecken sah er aus der nächsten Station, daß zwei der unentbehrlichen Tierchen sehltem Scyon glaubte er sie schreckiich veruüm- melt auf dem Gleite liegen, doch fand er die Bortzenticre bei bestem Wohlsein, sie spazierten vergnülich grunzend in einer nahen Wiese umher. Die Tiere waren während der Fahrt aus dein Wagen entsprungen.
ch I l b e n n a d t, 7. Dez. Sein üOjährigesJnbilänm als Waldarbeiter feierte der Rottmeister Th. Klein 1L von stier. Aus diesem Anlaß erhielt Klein das allgemeine Ehrenzeichen „Für treue Arbeit".
--- Greifenstein, 7. Dcz. Der in letzter Nacht erfolgte Te rnperatu rstiicz hat unferin Orte, dem höchsi- nclegcncn des Kreises Wetzlar (418 Meter) den er ft en Schnee gebracht.
KG 'Mainz, 7. Dez. Bei den Erdarbcitcn zum Neubau Tietz stürzte eine 2)1 an er ein und begrub den 24 jährigen oechcirateten Arbeiter Peter Petzect aus Hechts
heim imlcc ihren Trümmern. Man schaffte ihn heraus und fuhr ihn nach Hechtsheim. Als dort die Schmcrzcn zu- nahmen, wollte man ihn wieder hierher ins Spitat bringen. Auf dem Transport hierher starb der Vccungtückle.
KC Frankfurt a. 7. Dez. Im Gewerk- s ch a f t S h a u s e wurde m vergangener Nacht eingcbcoche n. Aus dem Burcau der Bäcker wurden 800 M. gestohlen unb ans dem Burcau der Tiausportarbciicc die Tageskasse mit 90 2)L AlS der Tat verdächtig wurde bvr aibeitS- und obdachlose Transporlacbcitcr Philipp Karel verhaftet, der auf der Kegelbahn Halte nächtigen wollen, aber von einem Kellner forlgejagt wocdcn war. Ec soll noch einen Mitschuldigen Haben.
)( Hanau, 7. Dez. Die Angelegenheit der Erbauung einer elektrischen Straßenbahn ist, cr>renlick)erwc.,e so weit vorgeschritten, daß man hoffen darf, Mitte deS nächten Ja he es „cleistrisch" durch iill.ere Straßen fahren zu können. Tie Versammlungen zeitigten d^s Ergemris, datz sich die G. m. b. H. Hecker u. Eo. in Wiesbaden bereit erkürte, d.e Bahn zu bauen. D^s vclanfch.agte Baulapitai. von G03 'Jtart sott •c zur Häl,te in Obiigcttwnen und Aktien zerlegt uud^von einer Aktiengesellschaft, die aus der G. nl. b. H. Hecker u. Cd. in Wicsoadm lutd der St-dt Hanau behebt, uver.wmmen werden. Er,.rebt wird auch bic Eroauuug von Voaori..^i^n nach Groß-Auheim (Landire.s Hanau) uiü> Groß- und .St l e i n - S lein hei m (Großh. Hcsfenst
Ein Belerdiguttgsprobeß zwischen zwei Rechtsanwätten.
l^ottsctzrmg aus dem zweiten Blatt.)
Von R.-A. u i ] u? e st h^.ü) b-.-i ^■.gc.L,i.üiu> uer Unterredung mit dem Ictztgenannten Hernt und nach ihrer Dauer, erwidert Grabow, tze Heide nur iurze Zett gedauert, cs lei von Grüne- toa.d und Gettius die blebe gc.oeieu und stuoe er ge.ragt, ob DlCic Korstsbrud-r seien. Befragt, wie cr zu dieser Fr^ge komme, ob Grünewald und Geilsus Kvrpsbrüder seien, gibt Grabow zur Antwort: Des imnlkiiicia utan io ity habe lumiiuj Kvmoinations- vermögen, des gehört dazu; ich haoe es aus dem Brie,e des ycirn Breidert geichlossen.
Teo m..cht hierzu noch einige Bemerkungen.
Acchitctt Meyer-Gießen: Der junge Gecksus yr euuiuil bei mir gewe,en, um iniuj zu bitten, rch uwge Lrercn Gutmann einmal fragen, was er nun, nachdem sicy fe.n Vater als ^cyreiber dstr aiwnymen Karlen beiuick)tt h^tte, zu tun g.denke, ob er seinen Vater nunmehr vcrttagen weroe ooer oo er ntcyt O.e Sacye ruhen lassen iuoue. Geil,us cri.iu.rte nur, er komme nur in seinem eigenen und seiner Famnie Jntm:ei,e. Jcy erreichte aucr bei H^rrn Cuturann nich^.
Aus Tefcage.i d^s ^ngenagteu, ob et nicht zu Gutmann gesagt h^oe, et komme im Lttytcage eines hohen Oisizicrs: Ich yave vtClieicht aus eine Frage Gutmanns gesagt: Nehmen Sie un, icy tarne int Auftrage e.ues hohen jOfiizters, das sei jedoch iiill-t ernstlich gemeint gewejen. Zeuge statt den Trwatiauger, mit dem er früher fcyoa g^tyastlicy zu tun hatte, dec anomimen Teiinnzuttdn uxüjt |ar fähig.
R.-A. Laiid^ec.chtScat i. T- M üll cr-Gießen: R.-A. Grünewald ii«. mal per dem Zeugen gewesen unb hat iyn wegen zu ergreift...der Schr.tte um Rat 6e,ragt.
Auf Befrugcri: bc.-A. Gcmiewmd ist allerdings lebhaften Temperaments, er macht jcdocy aas fernen Sympathien und Antipathien uin Heyl, caie Gemeinheit, wie d.e tr/m unter» gefcyobeue, traue icy ihm nicht zu.
Auf die Frage d.s Trw^t.uugers, ob ihm bekannt sei, daß in eingeweitsten ^borps-, Imster- und tt.nwatttz->ücreiie.r d.e Ueberzeiigung gei-Lcr.cyt habe, dag er, Grüncivalb, bie starte geschiicoen huoe: Zu den ersten beiden der genannten Krege yaoe ich fcuie Beziehungeii und in dem dec Anwatte staoe icy auch iwch wenig Verkehr, da ich der jüng^e Anwatt bin. Ter oeuge bcmcrtt uoaj, duy er bei der Udtvrrcuung mtt dem Vriv.tt- inager biejen volttouimen unbefangen gefundeil habe.
Landgerichtsoir^iwr Praetorins von Eieren äußert sich zunächst uoer das Tlaivoycr des iiiugettagten in der Stra,- t.ammecverhuiidlung im Feorauar d. in oer er den Vorsitz ge,uhet haoe: T^r AngetiOgte bat, man möge de.ii anoiüjmen ruizeigcr nicht auaj noa; d.e Genugtuuiig gcvc.t, duß man dem antrage d^r Staatsanwaltichaft bezugl. bir Höhe oer Cllutc ncttgeve; soviel ico mid.) iioa) erinnere, sind d.e vom Angerit.gten georauchten Ausdruue und Wendungen grauer unb oej.etoigen- i>:r Axt g roßen, „d.r Anzeiger je. ein Jurist, ein Feim) der oamitie T^etz unb em Lxeg.iec des Tueu^"; |oü.ex uy wem, siel auch der Ausdruck „perfider Denunziant ck s<>euge stellt o.efe Worte später an Haiu> seiner 2iottzen dah.n fen, öaj „pei> iiber Anzeiger" gefallen sei.) Tas Ea.ize machte guitj zwei.el- io5 den iLiudruck, oatz eine bestimmte Personi^chle.t oamtt gemeint sei. Gesprächs.ceise stabe ich sptter gehört, di.-'ea Erüne- waid sei gemeint gewesen. Im übrigen scycen mir der <)weck weniger daraus hinauszugehen, au, d.T Stra^mag eiuzmv.cien, ais oem Anzeiger einen H^eo zu geoen. Gett,us iainue icy vom logcnamitcn ^agerstüocyen im ^tiet loittortä her; d.e.er schräm nur am 16. Zuli d. I. eine starte, in der er muh um erne Tespreu-ung bat _ Balo darauf rum cr auch, fing von der >^auje Gcuneivaid-Atetz au zu sprechen, sagte, cc hniuc cs iticyt mehr langer mit aniehcn, daß Hcrrii Gruitewato aus der aiw- uyinen Starte noch mehr Su-wllc.gleiten gemacht wurden und entarte dann, d-aß er die St'arte geschrieben i/rbe. Geilsus, oer mich dann noch um meinen Rut out, war sehr bertegen, es war ihm äugen,cheiuitch pemlicy und ich hatte ihm Cuiurau, baß er die Wahrheit sagte; eine Fiktion hwlt icy für aus- geichloiscll. Tag m.-A. Grunewaid die Stacie ge,chneben hauen lönute, glaube ich nicht
(üütiieljunfl am Montag.)
Ter Bcsfuuger Raubmordversuch vor dem Schwurüericht.
Ü. tt. T arui stad t, 7. Tez.
Das Schwurgericht hat fiel) heute mit jenem uechen N a u b iu o rd v e rs u ch besthäitigt, der im April o. Z. au oer Aletzgersfrau Schröder m Bcifuiigen verübt worben war. Der 26 Jahre alte Metzger Valentin Ui u st l ans Jugenheim hatte die Schwememetzgecci erlernt, unb war auf bet Lvanbeiscyast iveit ut der Wett umyergeiommeu. Ec ist schon mchnach voioesirast lieber zurückgtzkchrt war er Hausburjehe m Eoerftadt, wo cr ini) mit einem DiCiistmäbchcn uevloote, iiaajbem er zuvor eine Eivjcyall von 4U0 wik. oeijubeit haue. Dem Aiadchen |ci)mmbcuc er aber vor, cr besitze noch ÖUUU Wik., die er aber vergraben haoe. Er versuchte nun, durch Jii,eraie in den Blättern Ge.b zu erhallen, bemühte sich auu), seine yrcunbe anziiborgeu, weit ec auf die lur icuie B^r- heuatung angciauitcn wiovel tut betrage von 4U0 Wik. eine größere Anzahlung leisien sollte. Tie Hochzett war am den b. April ien- gesetzt In feiner t^orge um Oie Teichasstiug von Gelb lujcmt er nun seinen Morbplan gcapt zu Haven. Er uuu am 6. 2lurd m bie Wohnung des ihm von iricher her beircunoetcit Wictzgers Schroder unb Ira» die Frau allein an. Nachbem er sich in oer Küche kurze Zett mit ihr unterhalten, fiel er plötzlich über oie nichts ahnende Frau her und brachte ihr nut einem Dolchmchcr zivei ueie Gliche am Haße bei. a.ie 24jährige krallige Frau cntiuanö ihm daraus das Meffor und flüchtete m den Laden, doch stürzte ihr Der wiordgeselle nach und brachte ihr nut dem luicüev crgri|,cnen Die||ev nou) zivei Stiche bei. Die verletzte hat drei Wochen un KranlcnhauS ge.egcii und eine ^)ai5iüunuc lüure um Haaresorcue löillch geweseil. Ter Angettagte, der nach der Tat unolgc des Hittegestyreis der Frau stuchieie, aber von zwei beriuencii Sol- oaien emgeholl und sesigeiwrnmen wurde, verglaste sich daratu die Kehle durchziischueldcu. Er behauptet, stch der Tat uoerhaupt nicht bewußt z»i sein. ES habe t,ljn „plötzlich gcichüiteitdann ici ihlu „öämmciig" geivoröcn und er jei erst zuur Newußiieiir gekommen, als er nut einer bin.enden .^alswunde am Tobcn gelegen habe. Ans den Vorhalt, dag er doch bei |einer flucht nou) votsichiiger- >veise jemeit ^)nt mitgenommen Hai, lueiy der Angellagte nichts z»i enuiöcin. Tie Vernehmung der 34 Zeugen und der ^achver- lianöigen Tr. Lehr und Dr. Jswaio vom Vbiuppsyospital.


