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8.12.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

12100 Abonnenten

ein

als im Jahre 1891 amtlich

Eine Konferenz sämtlicher Land-

in ße-i

i der er* der

ISS. Jahrgang

allgemeine llmgesla.tnng schlechter ausfällt, vorgeschlagen wurde?

Eisenach, 8. Dez.

tragt, wobei Noeren als Zeuge vernommen werden rann.

Posen, 8. Dez. Stach einer an dieKöln. Volksztg." gerichteten Zuschrift hat der LieichstagSabg. Mo er en |eine zweistündige hiebe über die Mißstände in den Kolonien namens und imAuftragdesZentrums gehalten. Nur die Aussprache im Interesse der Togoer VerhastungS- Geschichte im Kolonialamt habe er persönlich auf Ersuchen des apostolischen Präfekten von Togo in Ltoloniatvenval*

muiiHajc yiüajnajicn uvcr ^kijicuoicn.

Die in einem Gehöfte zu Ober-Gleen (Kreis Als- selb) ausgebrochene Schweinerotlaufjeuche ist erloschen und die über dieses Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben.

Wegen Ausbruchs der Schweineseuche in einem Gehöft und wegen des Verdachts auf Schwkinefcuche in einem weiteren Gehöfte zu Vockenrod (Kreis Alsfeld) wird über beide Gehöfte die Sperre verhängt.

In der Schafherde des Landwirts Kröll von Her- gersdorf (Kicis Alsfeld), bie in der Gemarkung Hopf- .floden weidet, ist d'.e Räude auSgebrochen; über diese Herde äst d»e Sperre verhängt.

Die Welt-Agrar-Kummer.

Tie in Rom erscheinende ,9hoi|ia Verde^ bringt in ihrer neuesten Nummer die Mitteilung, dass der Slmerifancr David Lubin, auf den der Gedanke der Grüudiing eurer Welt-Agrar-Kammer ziiruckzusühren ist, demnächst nut Pro­fessor Maffea Pantaleoni dieser als Vertreter der kgl. italienischen Kommission, der die Gründungsvorbereitungen obliegen nach Wien, Berlin, Pest, Paris, Brussel und Madrid reisen wird, um von den Regierungen Materialien und Projekte betreffend Erhebung von Statistiken zu erbitten, die dann einheitlich verarbeitet, der im nächsten Jahre bevor­stehenden Generalversammlung vorgelegt werden sollen, die sich, nach Maßgabe der international angenommenen Satzungen, mit dem eigentlichen Gründungsakt zu befassen haben wird. 9)ian hofft, aus diese Welse sichere statistische Nachrichten im Interesse der Saudwirtjchaft, der Industrie und des Handels, der Produktion wie des Konsums zu erschließen. Lubin hat schon die entsprechenden Materialien aus Amerika nutgebracht und wußte aiich die maßgebenden Regieiungsilellen in Lon- don, wo er sich kürzlich längere Zeil aiishielt, für die Be- schaffiing dieser Materialien aus England zu interessieren. Pantaleoni, obwohl Italiener, hat das Gymnasium zu Pots- dam besucht imö später in der Schweiz als Universitätslehrer gewirkt, wo er in französischer Sprache las.

Nr. 28»

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Tein (Äietienei Iln^eian werden nn Weehlel mit bein hessischen kandwltt die Siebener Kamillen» blätter viermal tn der

UBortie beiqelegL RoiauoilSdrucl u. Ver­lag der Brühl 'schen lliiwers.-Bt>kb'U.Sie>iH» bmderet. 9t gange. Redatnon, ErvediNoU und iSurfrret:

Ertznlsl ratze 7.

Redakuon e-sF» 119

Verlag u.($rpcö.e^t851 Adresse lüt Teneldien: «nzetgcr Wichen.

Ausland.

Paris, 7. Dez. Die sozialistische Gruppe der Kammer empfing eine Abordnung der Organisation der russischen Sozialisten, welche es ihr als notwendig darstellte, der Auf­nahme einer neuen russischen Anleihe auf dem Pariser Markte entgegenzutreten. Die Kcmunergrnppe beschloß em- stimmig, die Regierung über diese Angelegenheit zu inter­pellieren.

Budapest, 7. Dez. Im Abgeordnetenhause erklärte heute AckerbaumlNlster Daranyi mbezug auf die in land­wirtschaftlichen Kreisen herrschende Befürchtung eines Ar- belterauSstandes während der Ernte, daß Arbeiter und Arbeitgeber gleiche Rechte genießen. Es werde jedoch nötig sein, Maßregeln gegen die systematische Agitation unter Den ßrntearbeitern zu ergreifen und wirksame Vorkehrungen zum Schutze der Arbeitswilligen zu treffen. Falls Arbeiter- vereine ihren Mitgliedern obligatorische Bedingungen für den Arbeitsvertrag vorschrieben, könnten sie aufgelöit werden. Der Minister erklärte ferner, er werde Arbeilerreserven organisieren, die im Falle eines Ausstandes zur Verfügung stehen. Es mürben dies aber weder Kulis noch andere Ausländer sein. Denjenigen Landwirten, deren Arbeiter un letzten Augenblick kontraktbrüchig würden, sollen Ernte­maschinen zu gesichert werden. Der Mimuer wies so­dann darauf hin, daß dies jedoch nur Aushilfsnuttel wären. Die Arbeitgeber möchten durch gerechtes, menschenfreundliches Vorgehen mit Unterdrückung jedes Grolles sich die Arbetts- ivilltgkeit ihrer Leute sichern.

Tie österreichische Delegation nahm heute von dem Bericht der Referenten Bacanelim über das Budget

stallen sei.

Bonn a. Rh., 7. Dez. Die Hauptversammlung Landwirtschal tskammer für die Rheinprovinz klärte heute eine Auf Hebung oder Milderung Zölle für ViehundFleiscy, ebenso die A u s h e b u n g und Milderung des vermehrten Fleisch- Grenzschutzes für undiskutabetund und vertraut, daß dieser Grenzschutz angesichts der in den Nachbarländern sich ausbreitenden Maul- und Klauenseuche streng durch- gejührt werden wird. Bezüglich der Freischversorgung un- ieier Bevölkerung könne von einem Notstände und von irgendwelchen Norstandsmaßregeln nicht die Rede sein; nur erübrige es, die Fleisch Preise, welche Luc Zeit ver> hältnismäßig hohe sind, mit den Viebpreisen in daS richtige Verhältnis zu bringen. Die Hauptversamm- tung sandte an den Staatsminister a. D. o. Popbielski folgendes Telegramm:

Die Hauptver,ammlung tann es sich nicht versagen. Eurer Exzellenz ihren herzlichen Dank zu sagen füfl das mannhafte Eintreten für die deutsche Landwirtschaft und die treuiovgenoe Förderung derselben. Die Bersamm^ lung verbindet Damit die aufrichtigen Wunsche für Eurer; Exzellenz baldige Wiederherstellung."

Mannheim, 7. Dez. In einer Vertrauensmänner« Versammlung der Sozialdemo traten betreff des frei ge­wordenen Mandats des Reichstagswahltret,es Mannheim wurde als Kandidat an Stelle des verstorbenen Drees-

Samstag 8. Dezember 1906 vezng»vre»»' monothd) <6 'ßL. o'ertel*

tagsabgeordneten al l e r th u r i n g i s ch e n St a a ten wird geplant, um gegen bie preußische (Eifenbaljn* Politik eine gemeinsame Stelluvgnahme herbeizuführen.

tung gepflogen.

Die jozialfortschrittliche Gruppe der Stadtver­ordnetenversammlung brachte einen Antrag ein, den Magistrat zu ersuchen, gemeinsam mit den Stadtverord­neten in gemischter Kommission zu beraten, w ie der Empfang fremder Staatsoberhäupter 1 einer der Würde der Stadt entsprechenden Weise zu

Bon der Eiscnbahrttarlf-Ncform.

Der ,9teid.)§anj/ schreibt:

Die vor cliva zwei Jahren von den deutschen Bundes­regierungen mit dein Siaalsl'alml'esitz cmgelcifcieu Verhandlungen fiter eine gemeinsame Reform der Personen- und Geväcklarise haben erireulicherweife in allen Punkten zu vollem E i u v e r sl ä nd n l s gllührt. Es sind nunmehr die uachslcheuden Grundzuge für die Reform beschlossen worden: Tie Fahrpreise für Persoucnzüge ('bimdesleinheussätze für em Persouenkuomcier) benagen ersier Klasse 7, zweiter 4,o, dritter 3, niedrigste (uicrie oder in Bayern und rechts dcs Rheins, und Baden drei b) 2 Pfennige. Tie R ii ck f a h r k a r t e n zu er­mäßigten Preisen lallen weg. Feste L ch nell^ugo- Zuschläge sind für 1 bis 75 Kilometer 0,5v m erster und zweiter, 0,25 in dritter, für 76 bis JöO Kilometer 1 Mark in erster und zweiter, 0,5u m dritter, über löü Kilometer 2 Atark in erster und zweiter, 1 Mark m dritter Klasse. Tie Gepäcksrach t für Sendungen im Gewicht bis 200 Kilogramm steigt iür je an- geiangcne 25 Kilometer der Rahzone 1 Ins Kilometer nm 0,20 bis 5 Mark bei euier^Eutsernung über 8uü Kilometer. Bei den' zu- sammeustcllbareu F a h r j ch e i n l) c f 1 e n des Vereinsreijeperkehrs sind die liloiiieliijchcn Emhcitsjatze 7,3 iür die erste, 4,3 für die zweite, 3,2 litt die dritte Kmsie. Tie Fahrschemheite berechtigen zur Beuiitzliug aller Züge. Allgemeine Ausuahmejätze sind ierner; ermäßigte Preise für Kinder, für Monats-, S ch ü l e r - ii n d A r b e i t e r k a r t e n; Fahrpreisvergüiistigungen hu Aiischluß an die bestehenden Verhalhiisje iür A iis11itge zu wissenich. und belehreudeu Zivcaeii, Scynvahucn, Ferienlolonien, uitlde Zwecke; ermäßigte Mindesieuiheitssatze iiir Souder- mit) Fcriciisoiiderzüge. s2l b iu e i ci) n n g e ii sind allgemein Vorbehalten für den Stadt- und Bororivcrichr und ben Loitniags- verkehr. Aufgehoben werden msbeioudeie die bayerischen, württcmbergischcn unb badischen Fahrschemheite, die luurucmb. und oldenburguchcii Landes! ar »en und die badischen Kilouicicr- heite. Es i)t darauf zu rechucu, daß die neuen Tarife am 1. Mai 1807 eingciül)U werden.

Las Beite an berReform" ist die einheitliche Gel­tung auf allen deutschen Staatseifenbahnen unb die Ein-

iäbrhd) All. 2.20, bmch Abhole- il Zweigstellen monathd) 65 Bf., durch die Bost Mk. 2. v'ertel- jährl. ausfchl. Beuellg. Annahme von Anzeige» füi die lage^iiuinmet bi- vormittags 10 Uhr. ZeilenoreiS. lokal 12Bi, auswärts ZU P'A.

Verantwortlich *0» den poht und allgem, Teil. B. Witiko »ü« ,Stadl und Üanö* un» (ktiichtsfaall Ä rnft peß. hii den 11* seiaenteil: bau« Bei

politische Lagesschan.

Zum fozkaldemoktatischru Glückwunsch au Se. K. H. den Grohherzog veiösientucht bitVorwärts' eine neue Erklärung des Abg. Dr. David, in welcher dieser wiederholt, daß cs sich lediglich um einen rein menschlichen Glückwunsch handle, der beiiuedte, dem Großhcrzog em Zeichen persönli chen Mit- empsindenS und persönlicher Achtung zu geben. Das hübe man dem Manne geben zu sollen geglaubt, ber im Falle Eißnert einer Well von Vorurteilen und ciniluß» reichem Parieiklüngel zum Trotz sich aus die Seite der Sozialdemolraten gestellt hätte. Gegen diese Er­klärung Davids halt derVonvärts" feine bisherige Stellung zu der Angclegcnl-eit natürlich mit bekannter Hartnäckigkeit au;- recht, was vorauszuschen war. Herr Dr. David foutle sich wahr­lich nicht weiter beimVonvärts" bemühen brauchen. Daß sich L>. K. H. der Großl-crzogauf die Seite der Sozialdemorrat.e gestellt" habe, daS i|t aber doch ein recht schiefer Ausdruck. La- von kann natürlich nicht im entfernteren die Rede jein. Uni er Landesherr und seine Regierung habcii vielmehr tonjcquent den R e ch l S st a n dpu n k t gewahrt, wie das einjach billig war, ohne Rucljicht auf irgend welche Parieiftellung. Dabei ui aller­dings gleichzeitig zum Ausdruck gebracht worden, daß vor dem Throne alle Parteien gleich sind, daß Landesherr und Re- giermrg in Heften wahrhaft über den Parteien nehen.

lrolentums in Lemberg unb Krakau ins Einvernehmen zu setzen, teilen die Abgg. Graf Mycielski unb von Dzicnü- bowski derNat.-Ztg." mit, baß ihre Anwesenheit in Ga­lizien mit politischen Angelegenheiten nichts zu tun gehabt (jätteJ?^ Vorwurf, welchen ein Berliner Blatt gegen ben ehemaligen Direktor ber politischen Abteilung des Aus­wärtigen Amtes, Herrn von Holstein erhoben hatte unb ber int Reichstag zur Sprache gelangte, erllärt Herr von Holstein in benV. N. R.", es sei nicht wahr, daß er irgend einen Botschafter zu beeinflussen versucht habe, unb er fügt hinzu, er habe sich in seiner Tätigte^ immer nur an bie Instruktionen deä Sreichskanzlers ge­bunden gefühlt. Von einer eiaenenpersönlichenPo- litit in ber marokkanischen Frage Könne nicht

Denesches Rcictz.

Berlin, 7. u......Keldung, baß eine

Anzahl p r e u ßi s ci) e r P o l e n s ü L) r c r in llefstern Ge­heimnis sich ui Galizien ausgeyallen hallen, um sich mit ben teitenben persönlich reuen des östeLreioziscyen

achhell der Berecksnung. Auch bah bie Rückfahrkarten mit hrer oft als lästig empfundenen Bindung an bestimmte Strecken völlig in Fortfall kommen, erscheint vielleicht manchem als eine Verbesserung. Unb wenn bie neuen Tarife bereits am 1. Mai 1907 eingeführt werben, also zur Reisezeit, so mag man auch bas als einen Vorzug betrachten. Damit ijt aber auch alles gesagt, was zum Lob der Reform gesagt werden kann. Es wirb wohl nut dieser Reform gehen wie mit ben von Miquel so sein er- baajten S teuer re sormeu in Preußen. Au diesenWundern von Klarheit, von ausgleichender Gerechtigkeit" hat nur ber Fiskus eine reine Freude; ber Steuer­zahler bemerkt nur das (Eine, baß er m e h r de n n j e z u leisten hat. Bei den Eiseubahii-Tarifresörmen läßt sich mit unfehlbarer Sicherhell Voraussagen: die Verwal­tung en werden ein sehr gures, ein glänzendes Geschäft damit machen. Ter Reisende dagegen wird große Augen machen o b ber Rechnung, bie ihm ^tzt von Staatswegen präsentiert wird. Da sino, abgesehen vom Fahrkartenstenipei, biefesten Schnellzugszuscyläge", unb da ist ber gegen alle Kritik, gegen alte Eingaben und Vorstellungen herrlich sieghaft gevuebene weitere Zuschlag in Form eines nach Zonen abge­stuften Gepäutar ifs. Es sinb, wenn jemand WO Kg. Gepäck mit sich sührt, nochmals 12 Mk. Fracht für eme nicht besonders lange Strecke zu zahlen.

Am 5. März 1691 wurden aua) im.Reichsanzeiger" Grundzuge für eine Eisenücih'.i-Tamfresorm veröffentlicht, bie der Eifenbahnmiurster Maibach slll Preußen beabsich- tigte. Aus der Sache wuroe nichts, weil bue Fllianzverwvl- tung Einspruch erhob, Mindereinnahmen befürchtend. Diese Reform sah vor pro Kuomeler Persorienzng--Fal)rgeld: in ber ersten Klasse 6 (geplant 7) P.g., in ber zweiten Klasse 4 (4,5) Psg., in der brüten Kla,,e, unter Aufhebung ber vierten Wagenklafte, gar nur 2 P,g., statt 3 Psg. naa) ber neuen Reform! Musiten soviel Jahre vergehen, bis bie der Prrsvneutcrrise erscheint und

bach ber LanütagSabg. Dr. Frank-Mannheim, ber Grün­der ber sozialdetnotratischen Jugenbvereine, aufgestellt.

München, 7. Dez. Die Prinzessin Rupprecht von Bayern, bie C-emahliu bes präsumtiven Thronfolgers, bereu illleberkunft Mille Januar zu erwarten mar, ist heute von einem toten Mädchen frühzellig entbunden worben.

bie Rebe sein. *

Assessor Brückner, der Beamte der Kolonial­abteilung, oer mit der Disziplinaruntersuchung im F-alle Wistuba betraut ist, und den ber Abg. Roer en cllS jungen grünen Assessor" bezeichnete, wirb, da j/roeren dura) die Immunität der Abgeordneten gedeckt ist, in der Form zu seinem Rechte zu kommen suchen, baß ec * ziplinarver fahren gegen sich selbst bcant bei Roeren als Zeuge vernommen werden kann.

Eichener Anzeiger

w General-Anzeiger w **

WohnungSLeldzus'chüsse für die Beamten u. Erhöhung der Lchrcrhesotduugcu.

R. B. Darmstadt, 7. Dez.

Der Gesetzentwurf über ben Wohnungsgeld- zuschuß der Staatsbeamten ist soeben dem Präsi­dium der 2. Kammer überisüfen worden. Der Entwurf stützt die beantragten Wohuungsgeldzufchüsse auf die Tat­sache, daß feü der im Jahre 1898 erfolgten Gehaltsregu- iierung eine wesentliche Verteuerung aller Lebensrnlltel unb eine beträchtliche Steigerung der Wohnungsmieten ein- getreten sei, so baß bas Diensteinkommen namentlich der auf Ermietung einer Wohnung angewiesenen Beamten nicht mehr im richtigen Verhältnis zu den erhöhten Kosten der Lebenshaltung steht. Es werde auch ein Wohnungsgelb bereits in säst al.en anderen Bundesstaaten und im Reich gewährt; &er Wohnungsgelbzufchuß in Hessen konnte mit ^iücksicht auf die Finanzlage des Landes nur in einer höhe vorgesehen weroen, bie hinter den Sätzen ber meisten anberen Bundesstaaten und auch hinter ben durchschnittlichen Mietsaufwenduugen wesentlich zuruckbleibt. Der Gesetzent­wurf bezweckt nun einen möglichsten Ausgleich iu ber seit­herigen u ngleichmäßigen Vehaiioiung ber Staatsbeamten mit unb ohne Dienstwohnung. Er bestimmt in Art. 2, baß der Wohnungsgelbzuschuß eines Beamten sich nach bem höchsten Gehaltssatz seiner Stelle zuzüglich seiner pensionS- sähigen Nebenoezüge bemessen unb betragen soll: 1. für Beamte mll bem 2imts,itz in Darmstadt, Mainz, Gieße n, Offenbach, Worms, Lingen unb Bab-Rauh eim a) Lei einem höchst erreichbaren Diensteinkommen bis 2000 Mk. einschließlich 12 Proz. bieje» Einkommens und b) bei einem Einkommen von mehr als 2000 Mk. 8 Proz. dieses Ein­kommens, mindestens aber 240 Mk., 2. für Beamte mit bem Amtssitz in ben übrigen Orten bei einem höchst erreich­baren Einkommen von 2000 Mk. einschließlich 8 Proz. unb bei über 2000 ML. Einkommen 6 Proz., minbestens aber 160 Mk. Nach Art. 3 der Vorlage erhallen Staatsbeamte, bie Weber verheiratet sind, noch verheiratet waren, nur bie hälste bie,er Sätze. Der Wohnungsgeldzuschuß ist auch nicht pensionsfähig; er wirb jebock) bei Berechnung des Sterbequartals dem Gehalt zugerechnet. Der Ge­samtbetrag bes burch dies Gesetz sich ergeoenben jährlichen Mehrauswaiibes wirb aus 708160 Mk. berechnet.

Gleichzeitig wirb ber 2. Kammer auch ein Gesetzentwur über die Ausbesserung der L e h r e r g e h a l t e vor­gelegt. Der Betrag für bie Ausbesserung der Gehalte der Volksschullehrer unb ber Vergütungen ber Schulver- waller und Schulgehilsen beläuft sich auf 232637 Mk., bie Erhöhung ber Geilte ber seminaristisch gebildeten unb ber technischen Lehrer an ben Staatsanftalten berechnet sich aus 14 050 Mk. Es wirb somü in bem schon in ben nächsten Tagen zu erwartenden Staatshaushalisetat für 190/ für Wohnungsgelbzufchusze ber Staats­beamten unv für Gehaltsaufbesserungen der Lehrer ein Gesamtbetrag von 1U04877 Mk. erforderlich werben.