Nr. 135 Zweites Blatt
156. Jahrgang
Dienstag 12. Juni 1906
Erscheint E-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „««etzrner Zamillenblötter- werden dem ,9Inxctgcr viermal wöchentlich beigelegt. Der »Helstlchs rmrdwitt- erscheint monatlich einmal.
Eichener Anzeiger
Rotationsdruck tmb Verlag der Brtlhl'sch» UnwerütätSdruckeret. 8L Lange. Etetze«.
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Del. Nr. 51. Letegr.-Adr.: Ln-eiga tiufcau
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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5. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gietzen, Alsfeld und Lauterbach.
Protokoll-Auszug.
Gießen, 6. Juni 1906.
Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Friedberger, Grünewald, Jh-ring, Nowack, Ramspeck, Rühr, Kommerzienrat Schirmer, Schmall, Wallach, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper.
1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mit
zuteilen :
Die Handelskammer hat nochmals vor der Verab
schiedung der treuen Reichssteuervorlagen bei dem Reichstag gegen die Beschlüsse der zroeiten Lesung zu den Verkehrs steuern Protest erhoben und darin ihre grundsätzlichen Bedenken und die wirtschaftlichen Nachteile einer solchen Besteuerung wiederholt dargelegt.
Von der Kgl. Eisenbahndirektion Essen war die .Handelskammer um eine Auskunft ersucht worden, ob der gepbanre Rhein Hannover-Kanal, eventuell ui Verbindung mit dem im vergangenen Jahre den Eisenlvcrken an der Sieg, Dill und Lahn für ihre Kohlenbezüge aus dem Ruhrgebiet bewilligten Ausncrhmetarif, auch auf die Produktionsund Abfatzverhältnisse des Eisenerzbergbaues und der
ung und Ueberwachung deni Kvnritee zusteht. Die Ausführung des genehmigten RepeoLoircs, die Rollenbesetzung und die Inszenierung inuß dagegen dem Intendanten völlig selbständig überlassen bleiben; hier würde jedes Drcinreden der Komileemitcstieder nur schätzen. Stabilität des Ensembles und des Repertoires ist die erste Grundbedingung eines guten Theaters.
Aufgaben des Komitees sind also: 1. Wahl der geeigneten Person zum Intendanten. 2. Mitbestimmung des Repertoires. 3. Ueberwachung des von der Stadtverwaltung genchnngten Gesamtetats des Theaters, wobei eine Nor- nrierung der einzelnen Gagen nach Mindest- und Höchstbetrag wcchl denkbar wäre.
Dies Ausführungen Dr. Hellmers gaben Veranlassung zu einem interessanren Diskurs seitens des Intendanten des Stuttgarter Hofktzeaters, Baron zu Putlitz, der seine Zustimmung zum Rcaiesyftenl aussprach und auf die in gleicher Richtung arbeitende imb auf die wirtschaftliche Sicherstellung der BühnemnttGlieder hinzrelende Tätigkeit des Deutschen Bühnenverrins verwies. Zur Annahme gelangte folgende Resolution:
„Der Delegiert en tag der Goechebünde beschließt in Uebereinstinnnung mit den allgemeinen, von seinem Referenten vorgetragenen Grundsätzen für den Uebergang der städtischen Thcacer in eigene Regie der Städte energisch einzutreten."
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Philadelphia, 11. Juni. Professor Dr. Person von der hiesiger: Universität erklärte, ein neues Mittel gegen dieRinder-Tuberkulose entdeckt zu haben. Die günstig verlaufenen Versuche lassen die Hoffnung aufkommen, daß durch Impfung mit dem neuen Mittel auch beim Menschen cm Fort sch reiten der Tuberkulose verhindert wird»
Eisenindustrie dieser biete iwn Umjluu sein tonne. Die Handelskammer hat hierzu berichtet, daß der Rhein-Hannover-Kanal für die Eisenindustrie und den Eisenerzbergbau ihres Bezirks nur dann eine größere Bedeutung gewinnen könne, wenn auch gleichzeitig die Lahn bis Gießen schiffbar gemacht würde. Solange dies aber nicht geschehen sei-, komme die neue Schisf- sahrtsstraßc nur für den Absatz eines einzigen Erzbergwerks des Kammerbezirls in Betracht.
Bei der Kgl. Eiscnbahndirektion Frankfurt a. M. hat die Handelskammer beantragt, im Winterfahrplan 1906/07 den Personenzug 79 7 Frankfurt a.M.— Marburg (Gießen ab 6.24 nachmittags) um einige Minuten später zu legen, damit er in Gießen noch den Anschluß des Zuges 533 Wetzlar—Gießen (G-icßcn an 6.2a nachmittags) aufnchmen könne.
Auf eine Ansraae des Kaiserlichen Patentcunts über die Freizeichen eigen schäft des Wortes „Doktor" für Weine fjui die Handelskammer berichtet, daß in den Kreisen hiesiger Deinhändler daS Wort Doktor in Verbindung mit Weinen nur in der Bezeichnung „Berntasteler Doktor" bekannt sei und darin ein Hinweis auf eine bestimmte Weinbergslage erblickt tverdc.
Am 19. Mai wurde die Frü yja h r s k o n fer e nz der Lehrer an den kaufmännischen Fortbildungsschulen derProvinzOberhessen abgehalten. Zur Beratung kamen die Frage der Prä- miencrteilung an den kaufmännischen Fortbildungsschulen und der Unterricht in HandclSgeographie. Außerdem sand eine Besichtigung des Volksbades statt. Es wurde anerkannt, daß neben einigen Vorteilen mit der Prämienerteilung doch auch große Nachteile verbunden sind, die schon oft Veranlassung gegeben haben, von der Prämienerteilung Abstand zu nehmen. Für den Unterricht in Handelsgeographie wurde ein gemeinsamer Lehrplan ausgestellt.
Von der Großh. Bürgermeisterei Gießen war die Handelskammer um eine Auskunft über die sog. Lehrlingszüchterei im Handelsgewerbe ersucht worden. Die Handelskammer hat hierauf erwidert, daß ihr aus dem hiesigen Bezirk keine Fälle bekannt geworden seien, in denen in kaufmännischen Geschäften ein Mißverhältnis zwischen der Zahl der Lehrlinge und dem Umfange und der Art des Betriebes oorlag. Mit Rücksicht aus die Verschiedenheit der Verhältnisse in den einzelnen Geschäftszweigen sei es nicht möglich, einheitliche Grundsätze für die Höchstzahl der Lehrlinge im Handelsgewerbe auszustellen. Sollten sich dennoch Fälle von Lehrlingszüch- tereien im Handelsgewerbe ihres Bezirks Herausstellen, so würde die Handelskammer gegen etwaige Anordnungen der unteren Verwaltungsbehörden zur Bekämpfung dieser Zustände nichts einzuwenden haben, sofern ihr vorher Gelegenheit gegeben würde, sich gutachtlich zu den betreffenden Fällen zu äußern. Nach den Bestimmungen, die im Reichsamt des Innern unter Mitwirkung von Vertretern der größeren deutschen Bundesstaaten auf Grund des neuen Viehseuchenübereinkommens mit Oesterreich-Ungarn getroffen worden sind, darf öfterre i ch is ch - un ga - rischesSchla chtviehn urins olcheSch lach t- höfe ein geführt werden, die, abgesehen von sonstigen Erfordernissen, durch Normalspur- gleise mit der Eisenbahn verbunden sind. Da der städtische Schlachthof in Gießen überhaupt keinen Eisenbahnanschluß besitzt, so kann in Zukunft österreichisch-ungarisches Schlachtvieh nicht mehr in den hiesigen Schlachthof eingeführt und hier geschlachtet werden. Die Handelskammer hatte daher an das Großh. Ministerium des Innern die Bitte gerichtet, eine dahingehende Aenderung der neuen Bestimmungen in Anregung zu brinaen, daß namentlich von dem Erfordernis eines direkten normalspurigen Eisenbahn an sch lusses Abstand genommen werden möchte. Das Grofth. Ministerium des Innern hat es jedoch abgrlchnt, eine Erleichterung der jetzigen Vorschriften zu befürworten. Die Einrichtung eines normalspurigen Gleisanschlusses würde in erster Linie
Städtische Regie oder Pachtsystem im Betriebe der Stadttheater?
Ueber diese Frage sprach auf dem Delegiertentage der deutschen Goethebünde in Stuttgart Dr. Hellmers aus Bremen. Er führte u. a. sotaendeS aus: Eine unmoralischere und gefährlichere, weil zur Gewohnheit gewordene und systematisch betriebene Verderbung und Herabminderung, wie sie unserer dramatischen Kunst durch ihre offizielle Verpachtung an Geschäftsunter n e h m e r zuteil wird, ist »mm zu denken. Wer hielte es beute noch für wünschenÄvert, daß unsere GemNdesamm- lunoen, unsere Kunstgakerien der Bewirtschaftung rein geschäftlicher Verwalter überlassen würden, die von den Prozenten der vermittelten Verkäufe leben, eine beträchtliche Miete zahlen und sich später eine Villa an einem oberbayerischen See kaufen wollen?
In den deutschen Provinzstadten ist der Betrieb meist so: die Stadt besitzt ein ryeatergebäude und der Stadtrat sucht einen Pächter, der einen sogenannten F-undus an Dekorationen, R«?msiten und Garderobe rmtbrin«t, außerdem ein Kautionskapital hinterlegt und eine mehr oder minder hohe Pacht befahlt. Es ist nun tausend gegen ems zu wetten, daß bei diesem System im glücklichen Fall em tüchtiger Geschäftsmann, aber nie das wirMche Bühnen- aenie, dar Künstler, gefunden wird. Befter schon stehen die Städte, die nicht nur ein Theatergebäude, sondern auch einen eigenen städtischen Fundus mit allem Zu- bebör haben. Das Grundübel aber, die Unteriiehmererbsünde bleibt- auch dieser Direktor will, und wer kann es ihm verdenken, möglichst große Ueberschüsse herauswirtschaften, um sein Risiko oder das seines Hintermannes und außerdem seinen Erwerbssinn zu decken. Seine praktischen Vor- schlage faßte der Redner in folgenden Thesen zusammen:
einstimmig — auf den mit dem Regierungsentwurf übereinstimmenden Beschluß des Oberhauses („Kleine" Kammer, das heißt, Verzicht auf den Ersatz der ausscheidendcn Privilegierten) nicht einzugehen, sondern auf dem früheren Beschlüsse der Abgeordnetenkammer zu beharren, wonach zu den 75 Bezirks- und Slädtevertrctern noch 17 Ersatzabgeordnete nach dem Verhältniswahlsystem durch das ganze Land gewählt werden sollen. Es ist anzunehmen, daß die erste Kammer in dieser Beziehung nachgcben wird. Erleichtert wird das durch nahmhafte Zugeständnisse, bei der Frage des Bild g et rechts, die von der Kommission beschlossen worden sind, und zwar auf Antrag der Volks- vartci, die dabei von der Erkenntnis ausging, daß ohne Nachgiebigkeit in diesem Punkte das Scheitern der Verfassungsreform „todsicher" wäre. Dieser volksparteiliche Antrag Neidet die Budgetrechtsfrage in äußerst verwickelte Formeln, auf die hier nicht näher eingegangen zu werden braucht. Es genügt, zusagen, daßdie von der ersten Kammer verlangte völlige Gleichstellung in Bezug auf die Ein- nahmevewilligung zwar im Ällgemeinen gewährt wird, aber doch immerhin mit einiger Einschränkung, ourch die in gewissen, allerdings selten praktisch werdenden Fällen der zweiten Kammer auch in dieser Hinsicht ein Vorrecht gewahrt wird. Der ersten Kammer wird aber durchaus sicherer Schutz gegen einseitige Steuerausschreibungen gewährt, und darauf kommt es ihr ja doch vor allem an. Gegen den volksparteilichen Antrag stimmten nur die Vertreter der Ritterschaft sowie des Zentrums und der Sozialdemokratie. Jenen gehen die Zugeständnisse nicht weit genug, diesen dagegen zu weit. Auch in verschiedenen anderen Punkten, die weniger entscheidend sind, hat die Kommission Entgegenkommen gezeigt. So erklärte sie sich damit einverstanden, daß die berufsständischen Mitglieder der e r st e n K a m m e r nicht gewählt, sondern vom König auf Grund von Vorschlagswahlen der Berufsorganisationen ernannt werden, und in der Wohnsitzfrage wurde ^>em Verlangen der Standesherren insofern Rechnung getragen, als anstelle des Erfordernisses eines Wohnsitzes in Württemberg, ein Wohnsitz im Deutschen Reiche genügen soll. Danach würde nur ein Standesherr ausgeschlossen bleiben: Fürst zu Windisch- grätz, der Oesterreicher. Ab gelehnt wurde von der Kommission die Ernennung neuer erblicher Mitglieder. Ferner blieb es in Bezug auf die Zusammensetzung der ersten Kammer bei dem früheren Beschlüsse.
politische Tagesschau.
Mit dem Fahrkarteustempel
hat die Reichstagsmehrheit selbst der Regierung ein höch st unerwünschtes Geschenk gemacht. Der feste Stempel war eine ziemlich einfache Sache, aber der abgestufte Stempel den die Weisheit der Steuerkompromißler erfand, macht eine Unsumme von Aenderungen und Vorbereitungen notwendig. Berliner Blätter berichten, welche „fieberhafte Tätigkeit- die preußischen Staatsbahnverwaltungen entfalten müssen, um bis zum 1. August mit dem Neudruck von Fahrkarten fertig zu werden. An den Schaltern des Bahnhofs Friedrich- straße in Berlin gebe es gegen 6000 verschiedene Sorten von Fahrkarten. In der Billett-Druckerei werde Tag und Nacht gearbeitet. Zwei Rollfuhrwerke sind beständig unterwegs usw. Hoffentlich ist dieser große Aufwand unnütz vertan, denn niemand wird im Ernst glauben, daß solche überall als lästig empfundenen, und dem Verkehr Hohn sprechenden Zuschläge auch nur über eines Jahres Dauer sich halten können. Die Negierung selbst wird mit dem Vorschläge erscheinen, diese Steuer wieder außer Kraft zu setzen, denn alle Eisenbahnverwalümgen dürften die Erfahrung machen, daß ein großer Teil des Publikums die Mehrausgabe durch Benutzung einer billigeren Wagenklasse von sich abwälzt. Ebenso unterbleibt in Zukunft zweifellos manche Reise. Beides zusammen kann einen verblüffend starken Ausfall bei den Staatseisenbahnen herbeiführen, mit der schlimmen Wirkung, daß die Schraube der direkten Staatssteuern fester angezogen werden muß. Ein offiziöses Organ, bie „Bert. Pol. Nachr.*, deutet nun an, auf welchem Wege die Beseitigung des Fahrkartenstempels möglich sein würde. Am nächsten liege der Gedanke, auf diejenigen Vorschläge der verbündeten Regierungen zurückzukommen, deren Ablehnung die Einführung des Fahrkartenstempels zur Not- wendigkeit gemacht habe, in erster Lmie also auf die Erhöhung der Brausteuersätze in der von den Regierungen vorgeschlagenen Höhe. Der Vorschlag ist nicht von der Hand zu weisen. Denn, wenn die Großbrauereien, worauf auch die ,Pol' Nachr." Hinweisen, den Bierpreis derart heranfsetzen wollen, daß damit schon die Brausteuersätze in der ursprünglichen Höhe, nach der Regierungsvorlage, reichlich ausgeglichen werden, wenn mithin das Publikum auf jeden Fall die Zechr zu zahlen hat, dann liegt kein Grund vor, eine entschiedene Brausteuererhöhung zu fürchten. Würde die Fahrkartensteuer radikal beseitigt, dann könnte man sich den Tausch schon gefallen lassem_____________________________________________
Zur württembergischen Bersassurigsrevifiorr
wird aus Stuttgart geschrieben:
Die Verfassuugskommission der Abgeordnetenkammer ist mit der Beratung der abweichenden Beschlüsse der ersten Kammer zur Verfassungsrevision fertig. Das Terrain für die große Entscheidung ist damit aufgeklärt. Im Ganzen darf man wieder mit einiger Zuverficht dem AuZgcmg entgegensehen. In * der zweiten Kammer scheint die Zweidrittelmehrheit auch diesmal gesichert zu sein, wenngleich sie an wenigen Stimmen, vielleicht sogar an dem Stichentscheid des Präsidenten hängen kann. Ob die Kammer der Standesherren sich mit den Zugeständnissen, die ihr gemacht werden, zufrieden geben wird, ist, freilich nach wie vor eine offene Frage. Diese Zugeständnisse gehen, wenn man sich die jetzt von der Verfassungskommission der Abgeordnetenkammer gefaßten Beschlüsse vor Augen hält, recht weit, so weit, daß man meinen sollte, die erste Kammer müßte sich, wenn sie wirklich den oft betonten guten Willen hat, damit zufrieden geben können. „Kompensationsobjekte" bilden, wie vornherein klar war, hauptsächlich die Zusammensetzung der zweiten Kammer und das Budgetrecht. Die Verfafsungstommission hat beschlossen — und zwar
1. Das Theater ist eine der wichtigsten Wle gestillten der Volkskullur, eine Erzieh ungs- und Bildungs - an ft alt der Nation zur persönlichen Wa hrh e i t, Freiheit und Schönheit.
2. 9tur wem: das THLcller diese Bestimmung erfüllt, ist seine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gerechtfertigt; für bloße Luxus- und Unterhattungszwecke hat die städtische Kasse keine Gelder zu bewilligen.
3. Wenn man diesen ursprünglichen Kultnrzweck des Theaters nach Möglichkeit erreichen will, muß es vor allem der geschäftsmäßigen Ausnutzung durch Privatunternehmer entzogen werden, deren erste Aufgabe es natürlich ist, Geld fru gewinnen, nicht aber Bildung und Kunstsinn zu verbreiten. Das Theater muß deshalb durch städtische Organe verwaltet werden.
4. Die städtische Verwaltung ließe sich folgendermaßen gestalten: Die 0t ab Übertretung ernennt em engeres Theaterkomitee fron nicht mehr als drei kunst- fiii nigen Personen, von denen einer ein guter Ber- waltungsmann, ein er sin erfahrener F inan Amann und auf jsden Jotl einer k r i t i s ch- l i t e r a r i s ch gebildet fein mutz. Dieses Komitee ernennt euren erfahrenen Theaterfachmann zum artistischen Leiter, Intendanten, des Theater». Das Ensemble und bav Repertoire sind die beiden großen Einwirkungssaktoren des Theaters' auf das Pu- ilikum. Die Auswahl und die Zusammenstellung des En- embles verlangt durchaus fachmännisches Urteil und Er- ahrung und muß deshalb dem Theaterfachmann, d. h. )cm Intendanten ganz zur selbständigen Erledigung überassen bleiben. Anders steht es mit der Beurteilung des Repertoires; hierfür sollte der Intendant, der mit (einen Regisseuren ein Regieroltegium zu bilden hat, einen umfassenden Plan entwerten, dessen Genehmigung, ALänder-


