Ausgabe 
11.9.1906 Erstes Blatt
 
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|tge* flögen am Vornnstag noch zwei Sonderzuge ab. Das Turnen, dessen Leitung der Gauturnwart des Gaues Hessen, Will-Gießen, in bester Weise handhabte, begann um 10 Uhr. Von den 256 angemeldeten Wetturnern traten 221 zum Wettkampf an und e§ haben fast zwei Drittel der Ver­eine des GaueS Hessen Wetturner entsandt. Geturnt wurde Weitsprung, Freihochsprung, Gewichtheben und Wettlauf über 150 Meter. Durchschnittlich wurden gute Leistungen erzielt, so daß man wohl sagen kann, daß der von der Gießener Turnerschaft beabsichtigte Zweck, eine vermehrte Pflege der volkstümlichen Hebungen zu erzielen, erreicht worden ist. Schon bald nach 5 Uhr konnte zur Preisverteilung ge­schritten werden; von den 221 Turnern erhielten 158 mit 20 und mehr Punkten (bei 40 höchsterreichbaren) Auszeichnungen. Sie bestanden nach gut turnerischer Art in Ehrenurkunden und die Erringer der 10 ersten Preise erhielten dazu noch Eichenkränze. Der Vorsitzende der Gießener Turnerschaft, 'Helm, leitete die Preisoerteilung mit einer Ansprache ein, in der er etwa ausführte:

Zum 6. Male sind wir heute auf bcm Dünsberg zum volkstümlichen Wetturnen.

Als vor 6 Jahren die Gießener ^Turnerschaft diese? Dünsbergturnen ins Leben rief, war sie durchdrungen von der Notwendigkeit, daß gerade das volkstümliche Wetturnen (Springen, Steinstoßen, Klimmen usw. immer mehr gepflegt werden müsse, um damit auch den ländlichen Vereinen mehr Gelegenheit geben zu können, ihre turnerischen Kräfte in ehr­lichem Wettkampf zu erproben und dadurch den Ansporn zu ihrer weiteren turnerischen Arbeit zu geben. Von Jahr zu Jahr ist die Zahl der Teilnehmer beim Turnen hier oben, in frischer, freier Luft, nach einem kräftigen Aufstieg ohne Spiel und Festlichkeiten gewachsen, das beste Zeichen dafür, daß die Anregung der Gießener Turnerschast als nutzbringend ungeteilt anerkannt wird. Auch der Gau-Ausschuß sympathi­siert mit dieser Turnpflege rind hat auch zum 6. Mal den 1. Gauturnwart Will zur Oberleitung des Turnbetriebs zu uns gesandt. Die Gießener Turnerschaft ist hoch erfreut über Len Erfolg ihrer Anregung zum Dünsbergturnen und hat nun allen etwaigen Sonderinteresse-Unterschiebungen vor­gebeugt, indem sie die weitere Pflege dieses Turnens dem Gau-Ausschuß übertragen hat. Dieser ist auch bereits in die Vorarbeit eingetreten, um dieses Dünsbergturnen gleich dem Feldöergturnen auszubauen.

Ist diese Arbeit beendet, so werden sämtliche Vereine 'be§ Gaues zur Beratung und zur Wahl eines Ausschusses zusammenberufen, der sich die bessere Herstellung der Turn­plätze zur Aufgabe stellen wird. Diesen Worten gaben sämt­liche Turner durch ein kräftigesGut Heil" auf die fernere turnerische Pflege des Dünsbergturnens vollen Beifall.

Gauturnwart Will verbreitete sich sodann über die er­zielten Resultate beim Turnen und verkündete im Anschluß daran die Sieger. Nach der Preisverteilung leerte sich der Berg rasch, was teilweise darin seine Ursache haben dürfte, daß der Dünsbergwirt trotz umfasiender Vorkehrungen schon vor Beginn des Festes ausverkauft hatte.

Nachstehend geben wir die Siegerliste.

1. Julius Langsdorf, Bad Nauheim, 377, Punkte, 2. Heinricb Hamel, Gieß^vTv., 37, 3. Gruft Koch, Alsfeld, 367 4. Karl Schwarz, Gießen, M.-T., 34'/., 5. Hans Krämer, Butzbach, 337., 6. Franz Riegel, Wetzlar; und Johs. Moog, Webrda, je 327., 7. Hch. Baumann, Gießen, Tv., und Hnr. Schneider, Wetzlar, 32, 8". En gelb. Bürk, Gießen, M.-Tv., Albert Bötz, Gießen, M.-T., Rich. Lauf, Mar­burg, Tv., Hch. Pfeifer, Alsfeld, und Emil Bürk, Gießen, M.-T., 317., 9. W. Schmidt, Rodheim, M.-Tv., und Aug. Loos, Gießen, Tv., 31, 10. Karl Hvroniemus, Friedberg, und Hch. Loos, Gießen, Tv., 307., Jl. Aug. Adolph, Heuchelheim, Hch. Geck, Ober-Mörlen, H. Bender, Krofdorf, und Adolf Waldschmidt, Wetzlar, 30, 12. K. Glaser, Bäd- Nauheim, Will). Brust, Mgrburg, Tg., und Karl Schneider, Lollar, 297,, 13. Ludwig Teckert, Gießen, Tv., Wilh. Weis, Gießen, M.-T., Emil Lindner, Marburg, Tv., Karl Bender, Wetzldr, Mart. Tertor, Marburg., Tg., und Wrlh. Men, Lang-Göns, 29, 14. Nik. Schneider, Ockershanfen, B. Wack, Bad-Nauheim, Hch. Scharmann, Wetzlar, Gg. Maletzsch, Lollar, Hch. Hahn, Großen-Buseck, und Friedr. Schwarz, Lollar, 28 V2, 15. Herrn. Arcnlarüis, Schotten, Gustav Schwing, Wetzlar, und Rich. Jung, Ober-Mörlen, 28, 16. Wilh. Bender, Tv. Marburg, Willy Lehr, Daubringen, Heinrich Rohr­bach, Lollar, Jakob Mignon, Wetzlar, imb Heinrich Koch, Ober- Mörlen, 277., 17. Anton Feuerstein, Ober-Mörlen, Heinr. Möller, Alsfeld, Eduard Ebeling, Alsfeld, und Wilh. Frank, Lollar, 27, 18. Willy Schneider, Grünberg, Karl Enders, T.-D. (dienen, R. Sprengel, Bad-Nauheim, K. Spamer-Schotten, Wilh. Menges, Leihgestern, Wilhelm Sckorre, Butzbach, Gustav Schmidt, M.-Tv. Gießen, Friedrich Pitz, Tv. Gießen, Ludwig Zecher, Staufenberg, und Karl Schäfer, M.-Tv. Rodheim, 2672, 19. Karl Kauß, Grün­berg, Friedrich HeinZelbecker, Tv. Marburg, Karl Becker, Tv. Mar­burg, Karl Hildesheim, Daubringen, H. Leidolf, Naunheim, Karl Luh. Tv. Gießen. Ehr. Schmidt, Tv. Gießen, rind Ludwig Hof- ntcmn, Lollar, 26, 20. Konrad Schröder, Tv. Marburg, Ludwig Haub, Nieder-Weisel, Wilhelm Arnold, Leihgestern, Johannes Keßler, Marbach, Wilhelm Henes, Bad-Rar,heinr, und Georg Sibert, Treysa, 257a, 21. W. Spanier, Schatten, Wilh. Schäfer, Leihgestern, Heinrich Schmidt, Kirchhain, Heinrich.Stadelmann, Friedberg, Karl Germer, Heuchelheim, Otto Mütter, Wetzlar, Heiir- tirf) Piannmüller, Tg. Marburg. Ewald Hahir, Lick, und Robert Ritsert, M.-Tv. Gießen, 25, 22. G. jRrtieriem, Bad-Nauheim, G. Textor, Tg. Marbrrrg. und Wilhelm Hoffmann, Gambach, 247a, 23. Karl Reinhard, Wetzlar, Louis Weller, Frankenberg, Hermann Bormann, Ockershausen, O. Röder, Alsfeld, G Klina, Wetzlar, Ludw. Deibel, Staufenberg, Herrn. Levi, Neustadt, ( .urad Grieb, Gambach, Ludw. Braun, Staufenberg, und Karl Probstel, M.-T. Gießen, 24, 24. Ernst Wagner, Krofdorf, Karl Leib, Krofdorf, Konrad Kraus- grill, Nieder-Weisel, G. Althenn, Leihgestern, I. Rühl, Ober-Mörlen. R. Gries, Bad-Nauheim, Emil Lieberum, Wetzlar. Friedr. Walter, Wetzlar, Georg Mathäus, Gambach und Hilmar Sivpach, Wetzlar, 23J/,, 25. Karl Schmidt, Friedberg, Heinrich Zörb, Großen-Linden, F. Pfeiffer, M. T. 23. Gießen. Konrad Bücking, Alsfeld, Adam Spanier, Schotten, Ludwig Eckhard, Staufenberg und Heinrich Bierau, Lollar, 23, 26. Ludwig Wittershäuser, Pt. T. 23. Rodheim, E. Coll, Frankenberg, Johannes Prediger, Kirchhain, Geörg Wisse- Mann, Lollar, Karl Loos, T. 23. Gießen, Karl Volk, Klcin-Linden und Friedrich Müller, Butzbach, 22V2, 27. Hermann Schlörb. Schotten, W. Adel, Frankenberg, Beruh. Heck, Marbach, Friedrich Möglich, Lützellinden und E. Usener, Schotten. 22, 28. Karl Müller, Grünberg, Wilh. Magnus, Großen-Linden. Karl Boller, Mufchen- heim, Jakob Steinmüller, M. T. 23. Rodheim, August Knoch, Treysa und Christoph Schäfer, Großen-Bnieck, 2172 , 29. Bruno Richter, Friedberg, Karl Bender, Kroidorf, Anton Meister, Wetzlar, Ernst Schmidt, Kroidors, G. Gabler, Jxankenberg, K. Stork, Krof­dorf, Wilhelm Müller, Großen-Buseck, Heinrich Lang, Klein-Linden, L. Adolf, Klein-Linden, Rudolf Leisler, M. T. 23. Gießen und Ludwig Dorfeld, Staufenberg, 21, 30. Heinrich Haber, Alsfeld, Jakob Frick, FkiAberg und Friedrich Geißler, Lollar, 20'/., 31 Ferdinand Kwstler, Nieder-Morlen, Heinrich Schmelz, Großen- Linden, W. Bender, T. 23. Gieße», H. Löhrmnnd, Lanasdoch KSvrad VormOacher, Wehrba, Jakob Keßler, Marbach, Gustav Seipp, Nieder-Weiseh Daniel Göckler, Wetter, Andreas Gaßmämy T. G. Marburg, Heinrich Zecher, Staufenberg, Heinrich Reuschling, Klein-Linden, Adolf Maas, Butzbach und Heinrich Wissemann Lollar, 20 Punkte.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Sept.

* * Personalien. S .K. H. der Großh-erzog haben den Assistenzarzt an der Landesirrenanstalt Heppenheim Dr. med. Adolf Lindenborn rind den Assistenzarzt an der Landesirrenanstalt Philippshospital bei Goddelau Dr. med. Friedr. Weifenbach 511 Oberärzten an der Landesirrenanstal Philippshospital bei Goddelau ernannt und den Aktuar bei dem Amtsgericht Wörrstadt Hch. Zimmermann auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.

* * O e f f e n l l i ch e . L e s e h a l l e. Im August wurden 1853 Bände ünsgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litte- rntur 1079, Zeitschriften 271, Jugendschriften 220, Versdichtungen 28, Litteraturgefchicbte 8, Länder- und Völkerkunde 42, Kultur­geschichte 17, Geschichte und Biographien 52, Kmistaeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 63, Seer- und Seewesen 9. Laus- und Landwirtschaft 6, Gcsundheitslehre 3, Religion und Philosophie 25, Ctaatswiffenschast 8, Sprachwissenschaft 6, Fremd- sprachlichcs 12 Bände. Nach auswärts kamen 56 Bände.

* * 9l r b e i t s j u b i l ä u m. Am letzten Samstag beging der Arbeiter Jacob S t e i n m ü l l e r ausKinzcnbach sein 2 5 jähriges D i e n st j u b i l ä ii m in der Cigarrenfabrik von Arnold M ü l l e r. Der Jubilar befindet sich im 71. LebenSiabrc und versieht seinen ihm anvertrauten Posten noch zur vollen Zufriedenheit seines Chefs. Möge er noch lange Jahre in der seitherigen Rüstigkeit tätig sein.

* * Vesitzwechsel. Das Anivescn der Witwe M e l ch c r, Wetzsteinaasse 10 ging für 9800 Mark in den Besitz des ffinfhuirtcS Philipp H 0 sinan n über. Es ist beabsichtigt das Anwesen zur Erweiterung der Hofmann'schen WirtschastSräume zu verwenden.

f* I n s Manöver. Mit dem gestrigen Montag haben die eigentlichen Manöver begonnen, nachdem verflossene Woche die Vorübungen, bestehend ans Brigade- und Regi- mentsexerzieren, durch Besichtigungen seitens des Korvs- kommandeurs beendet wurden. Jetzt hieß es:Es geht ins Manöver", und dieses Wort findet bei Militär und Zivil einen freudigen Anklang. Freudig packt der Soldat seinen Affen", nimmt denKuhfuß", auchKnarre" genannt, auf die Schulter, schüttelte den Kasernenstaub bezw. Baracken­staub für die schon einige Zeit in den Griesheimer Ba­racken liegenden 116er und 168er von den Füßen und marschiert, fröhliche Soldatenlieder singend, insFeld". Ter junge Krieger ist froh aus dem ewigen Einerlei des Kasernendienstes herauszuiommen in das allerdings an­strengende, aber dafür auch abwechslungsreiche Manöver­leben. Tas Manöver ist für Soldat und Offizier die Zeit der Prüfung. Tiealten Leute" erzählen den Rekruten, die sie mit Vorliebe alsHammel" bezeichnen, Schauer­geschichten von fürchterlichen Strapazen, die so ein Ma­növer mit sich bringt. Am Tage heißt es marschieren, kämpfen, Patrouille gehen. Doch auch mancher Patrouillen­gänger schleicht sich einmal aus der feindlichen Linie, um sich in einer stillen Torfschenke durch einige Schöppen zum weiteren Kampfe zu stärken. An den Ruhetagen aber und im Quartier weicht der grimme Mars dem sanfteren Eros, die jungen Krieger liebäugeln mit den Dorfschönen und vergessen darüber die Guste, Jette, Hulda usw. in der Gar­nison, wenn es auch in bent Soldatenliede heißt:Ja treu ist die Soldatenliebe". Kein Wunder, daß da in den Küchen der Garnisonstadt vor lauter Schwermut mancher Braten anBrennt, mehr Suppen versalzen und mehr Geschirr zer­brochen wird. Die rauhen Krieger dagegen legen unter fröhlichem Gesang ihre Märsche zurück und stürmen mit Hurra auf denMarkus", wie, in der Soldatensprache der markierte Feind genannt wird. Während die 21. Divi- si 0 n in Rheinhessen übt, finden die Manöver der 25. Hess. Division in Starkenburg statt. Die 49. Jnfanteriebrigade (115er, 116er und 168er) liegt heute int nördlichen Oden­wald im Kreise Dieburg in Reinheim, Kleestadt, Hering, Umstadt, Sand und Umgegeitd. die 50. Jnfanteriebrigade (117er und 118er) liegt int Kreise Erbach in Rehbach, Stein­bach, Mossau. Beerfttrth u. a. O. Der 49. Jnfanteriebrigade sind zugeteilt die 23er Dragoner, die 25er Feldartillerie, eine Kom'pagnie Pioniere aus Kastel und eine Train- abteilung, der 50. Brigade die 24er Dragoner, 61er Ar­tillerie und Abteilungen Train und Pioniere. Tiese Woche finden die Brigademanöver, nächste Woche die Tivisions- manöver statt, während das Korpsmanöver ausfällt. Die 25. Division schließt ihr Manöver am 22. Sept, durch ein Gefecht gegen einen markierten Feind im Kreise Tieburg. Tann singt der Reservist:Wer treu gedient hat seine Zeit, zwei Jahr ist keine Ewigkeit oder auch, Kleinigkeit" und Reserve hat Ruh.

** Hunde--Ausstellung am 23. ds. Mts. Kein Hundebesitzer sollte die günstige Gelegenheit versäumen, sich vom Werte seines Hundes überzeugen zu können; schon oft hat mancher Nichtsahnende auf der Ausstellung erfahren, daß er einen wertvollen Hund besitzt. Nochmals sei der irrigen, aber weit verbreiteten Ansicht gegenübergetreten, daß ein Ausstellungshund Stammbaum haben müsse, cS bedarf ledig- lich der Angabe des Namens und Besitzers des Hundes, sonst ist nichts erforderlich. Die ev. Anmeldungen Formulare dazu sind bei Herrn Wilh. Hornberger-Gießen zu beziehen müssen spätestens am 12. d. Mts., mittags 12 Uhr, eingesandt sein. Sämtliche Eisenbahndirektionen befördern die Hunde, soweit sie per Eilgut eintreffen, kostenlos zurück.

** Ein neuer Kaninchenzuchtverein soll hier ins Leben gerufen werden. Obwohl seit einigen Jahren ein der­artiger Verein am Ort besteht, dürfte es, wie man uns schreibt, nicht ganz unpraktisch erscheinen, daß sich noch ein zweiter Verein bildet, wie das ja in anderen Städten der Fall ist; denn Vereinen, die es sich zur Aufgabe machen, eine Frage von wirtschaftlicher Bedeutung lösen zu helfen, kann man nur Erfolg zu ihren Bestrebungen wünschen. Wenn diesem wichtigen Teil der Kleintierzucht immer noch so wenig Beachtung geschenkt wird, so lag dies in der falschen Be­handlung und in dem. Vorurteil gegen den Genuß des Kaninchenfleisches. In Nachbarländern ist das Kaninchenfleisch chon längst Volksnahrungsmittel im wahren Sinne des Worts; auch in Deutschland rückt man diesem Ziele näher. Mehrere Hunderte von Vereinen haben c5 sich zur Aufgabe gemacht, die Kaninchenzucht in bessere Aufnahme zu bringen, auch in unserer Umgegend sind solche Vereine erstanden, die sich unter dem Namen Mitteldeutscher Kaninchenzüchter-Verband zusammengeschlosien haben.

+ Hungen, 9. Sept. Ein schwerer Unfall er­eignete sich beim Grummetmachen. Als der Landwirt Frntig mit dem Ausladen beschäftigt war, stürzte seine Frau kopfüber vom Wagen und blieb bewußtlos liegen. Der herbeigerufene Arzt) Medizinalrat Dr. Pouge, stellte innere Perketzungen fest.- Eine Besichtigung der Pro- vinzial-Fohlenweide im Tiergarten bei Hungen findet nächsten Sonntag durch den Landespferdezuchtverein statt, an die sich eine Persammlung im Solmser Hof schließt.

§ Bermuthshain, 9. Sept. Gestern wurde bet sogen.Große Rothebachstcich" auSgefischt und ca. 28 Zentner Karpfen geerntet Sie waren viersömmerig und wurden an die Firma Höse in Wiesbaden mit 60 Mk. für den Zentner verkauft.

(.) Ilbeshausen, 9. Sept. Der hiesige Krieger­verein weihte zum Gedächtnis an dem Feldzuge 18 7 0/7 1 eine Gedenktafel ein.

sd. Darmstadt, 10. Sept. Zwei Soldaten des 16 8. Infanterie-Regiments, da? in der Umgegend von Malchen in Quartier lag, der Reservist Müller aus Hähnlein und der Reservist Haus auS Niederingelheim, be- sliehten mit einem in Eberstadt dienenden Mädchen namens Mütz die Seeheimer Nachkirchweih. Es wlirde viel getrunken und getanzt; sehließlieh gingen die beiden Soldaten nach Molchen in eine Wirtschaft. Dort gerieten sie wegen des Mädchens in Streit, das sich auch daran beteiligte und bcm Müller ein Glas Bier ins Gesicht schüttete. Dann ging Halls in Begleitung des Mädchens nach Eberstadt. Müller folgte dem Paare und geriet bald wieder mit dem Haus in Tätlichkeiten. Im Verlauf der Rauferei zog dailn Müller sein Seitengewehr und stach Haus nieder. Er lvar soforL tot. Ob Müller in Notwehr gehandelt hat, ist noch nicht festgestellt. Eine Kommission des Kriegsgerichts weilte hellte am Tatort.

Q Marburg, 10. Sept. Heute morgen 4.55 Uhr entgleiste, wie schon kürz mitgeteilt, die Vorspanil- lilaschine des Schilcllzilges 180 der Nichtling Kassel-Frankfurt zlvischen Treysa und Wiera in Km. 66,0 mit der ersten Tenderachse und die Zugmaschine mit der ersten Laufachse. Der Zug flihr hierauf noch 400 Meter weiter. Personen sind nicht verletzt, allch Maschinen und Wagen wurden nicht beschädigt, nur sind auf eine Länge von etwa 360 Meter am rechten Schienenstrange eine Anzahl Hakenschrauben beschädigt. Ein Teil der Reisenden flihr mit dein 85 Minuten verspäteten Personenzug 792, die übrigen Reisenden mit dem Schnellzug 180, der 193 Minuten Ver­spätung erhalten hatte, weiter. Das Gleis Kassel-Frankfurt war um 8 Uhr vormittags wieder fahrbar. Die Ursache ist noch nicht aufgeHärt, wahrscheinlich hat der Schnellzlig, der 14 Minuten verspätet war, die durch Langsamfahrsignale gedeckte Umbalistrccke zu schnell befahren.

R. B. Darmstadt, 9. Sept. Das Darmstädter Hof­theater hat heute abend seine üeue Spielsaison mit WebersFreischütz" eröffnet. Tie zuerst in Aus­sicht genommene Ausführung der OperEuryanthe" mußte verschoben werde;!, da mehrere der Haupt­kräfte indisponiert waren. Als neue Mitglieder traten heute Frl. Salden (Agathe) und Herr Dr a'p-ak als Kuno auf, beide mit bestem Erfolg. Lkls erste Opernovität ist für nächste Zeit Eugen d'Alberts neues WerkDie Wrcife" in Aussicht genommen, an Neueinstudierung sollenRobert und Bertram",Die lustigen Weiber von Windsor",Romeo und Julia" (als Festvorftetlung zum' Geburtstag der Groß­herzogin) VerdisTon Carlos" Usw. folgen. Jin Schauspiel kommen als Novitäten das Lustspiel von Oskar Wilde Ernst",Tas Glashaus" von Oskar Blumenthal,Das Lebensfeft" von Rößler Und MöliöresGelehrte Frauen" in der Bearbeitung' von Ludwig Fulda zur Ausführung.

Thoma-Ausstellung in Frankfurt a. M. Tie auf Ansuchen desAusschuß für Volksvorlesungen" vom Kunstverein veranstalteten Volkstage haben sich als großer Erfolg erwiesen. Am zweiten Volkstag war der Andrang zur Thoma-^AUssteltung so gewaltig, daß eine große Zahl Schaulustiger zurückgewiesen werden mußte. Mit Rücksicht hierauf hat sich der Kunstverein bereit erklärt, noch zwei weitere Volkstage (Sonntag, 16., und Sonn­tag, 23. Sept.) abzuhalten, zu denen Karten im Vorverkauf im Bureau des Ausschusses Schmidtstube 7, in der Volks­bibliothek Zeil 53, in der Freibibliothek Stoltzeftr. 16 und im Bureau des Gewerkschaftskarti'lls am Schwimmbad 810 abgegeben werden. Bei den beschränkten Räumlichkeiten des Kunstvereins kann eine unbegrenzte Zahl Eintrittskarten nicht ausgegeben werden, weshalb es sich empfiehlt, die Billets vorher zu besorgen.

Genf, 8. Sept. In der h^ute vormittag abgehaltenen Schlußsitzung des internationalen K 0 n g r e s se s für W 0 h- nnngshvgiene wurde Tresden einstimmig als Ort für den nächsten Kongreß bestim'mt. Am Nachmittag fand im Theater ein offizielles Bankett statt.

Kufstein, 8. Sept. Hier fand die Enthüllungsfeie». des Denkmals für den Nationalökonomen Friedrich List'statt. Zahlreiche Gäste, darunter bedeutende Männer der Wissenschaft, Klmst, Literatur und Industrie sind hier eingetroffen. Professor Eheberg-Erlangen hielt die Festrede und feierte List als den bedeutendsten Nationalökonomen unserer Zeit.

Christiania, 8. Sept. TaKMorgenbladet" meldet auS Tromsv: Ter DampferFrithjof" mit Wellmann an Bord kam heute vormittag hier an. Drei Männer der Expedition überwintern im ^afen von Virgo. Weltmann reist nach Paris, um1 den Ballon und den Motor zu ver­bessern. Ter Ballon ist nicht erprobt, da die Maschine 'tets versagte; auch wirkte die drahtlose Telegraphiever-- iindung mit Hammerfest nicht. Tas Ballonhaus ist 'jetzt "ertiggestellt.

Vermischtes,

* Schätze von der Armada gefunden. Bei den Nachforschungen, die in den Gewässern der Tobermery- Bai) nach bent an Bord der spanischen Galeere Admiral von Florenz am Meeresgründe ruhenden Schatz vorge­nommen werden, wurden, wie aus London berichtet wird, einige bemerkenswerte Funde gemacht. Besondere Austnerk- amkeit erregt die Auffindung eines silbernen Präsentier- ellers, der einen ziemlich erheblichen Wert darstellt. Ein ganz ähnlicher wurde schon vor einiger Zeit gesunden, und man glaubt daher, daß man jetzt der Truhe nahegekommen ist, die das Silbergerät und die ^um Altardienst nötigen Stücke enthielt. Unter den anderen Stücken, die in den etzten Wochen gefunden wurden, befinden sich ein geladener Mörser, eine gleichfalls geladene Handgranate, ein kurzes Schwert, Arquebusen und Likör- und Wasserflaschen von fantastischen Formen.

Verehrte Hausfrauen!

Ihres Lciilenschrankes lieb und wert ist, so verwenden Sie nur hocI) das garantiert unschädliche, die Wäsche schonende Dr. Thomp- söns Scisenpulver mit dem Schwan. Ueberäv zu haben.