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11.9.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

am

6.

156. Jahrgang

iin ganzen wohl 120 Personen anwesend gewesen sein.

Nachdern Kreisrat Fey mit freundlichen Worten die Er­schienenen begrüßt hatte, hielt Kreisarzt Dr. Nebel (Fried­berg) einen interessanten Vortrag überKrankenpflege, Einrichtung von Untcrrichtskursen überKranken- pflege auf dem Lande". Es waren überaus praktische, dankenswerte Hinweise, die geboten wurden. Bei ansteckenden Krankheiten muß seitens der Pfleger, der Familienangehörigen Vorsicht beobachtet und größte Reinlichkeit zum Prinzip gemacht werden, um die Krankheitskeime nicht zu übertragen. In den einzelnen Gemeinden müsse ein Sanitätsschrank mit allem Zubehör vorhanden sein, um bei Unglücksfällen Ver­bandstoffe re. zur Hand zu haben, um aber auch den, ein- raffenden Arzte die Utensilien zu bieten, die er zur erfolg­reichen Bekämpfung eines Leidens bedarf, Badewanne, Fieber­thermometer, Schnabeltassen, Irrigator:c. Ein wahrer Segen ür eine Gemeinde sei eine gute Krankenschwester, die ungeheuer viel Gutes stiften könne, falls sie geschickt nach Angaben des Arztes und mit Liebe, Hcrzensgüte ihres Amtes walte. Da aber durch die große Nachfrage nach solchen Frauen es nicht immer möglich sei, eine solche zu bekommen, so müsse man Kurse einrichten, durch welche geeignete Ortsbcwohnerinnen in der Krankenpflege ausgebildet würden. Mit aller Schärfe

Kersammlaug

der Nürgermcister des Kreises Kriedöerg.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

Bad-Nauheim, 10. Sept.

DaH 6. Drinsberg-Wetturnen

vereinigte am vorgestrigen Sonntag die Turner und Turn­freunde der näheren und ferneren Umgegend in sehr stattlicher Anzahl auf dem Beherrscher deS Lahntales. Namentlich von Gießen und Umgegend war der Besuch sehr stark und die Biebertalbahn fertigte außer den stark besetzten fahrplan-

polsttfcfye Tagesschau.

Schwarzseher dulde ich nicht."

Am meisten Aufsehen hat in der Oeffentlichkeit der Satz der BreslauerKaiserrede hervorgerufen:Schwarzseher dulde ich nicht, und wer sich zur Arbeit nicht eignet, der scheide aus, und wenn er will, suche er sich ein bessere? Land." Wen mag der Kaiser mit den Schwarzsehern gemeint haben, so fragt man. Befinden sich in der Umgebung des Kaisers verantwortliche Berater oder Militärs, an deren pessimistischer Auffassung der Herrscher Anstoß nimmt? Die Voss. Ztg." meint, der Kaiser denke an Personen, die er aus ihren Stellungen zu entfernen das Recht und die Macht habe. Es könne sich mithin nur um Männer handeln, die etwa Hofbeamte, allenfalls politische Verwaltungsbeamte oder auch Offiziere sind. Auf Richter, Bürgermeister, zahlreiche Beamte, alle unabhängigen Bürger könne das Wort nicht Anwendung finden:Schwarzseher dulde ich nicht." Die agrarischeTagesztg." vermutet, daß der Kaiser durch die Erinnerungen an das Unglücksjahr 1806 zu dem Ausspruch veranlaßt wurde.Durch unser Volk geht tatsächlich ein Hauch der Bangigkeit, daß wir ein zweites Jena erleben können. . . Auch gut nationale Kreise, denen eS an Besonnen­heit nicht mangelt, haben unsere Zeit und unsere Zukunft schwarz in schwarz oder doch grau in grau gemalt." Die Tagesztg." fährt fort, der Kaiser habe wohl keineswegs sagen wollen, daß e§ nun Pflicht des Staatsbürgers sei, alles in rosigem Glanze zu sehen und in Rosenfarben zu malen. Unsere Zeit i|t ungeheuer ernst, und über unserer Zukunft liegen schwere Schlagschatten, die jedoch anspornen

In der freundlichen, geräumigen Turnhalle fand Sept. I. I. eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Friedberg statt. Es mögen wohl 87 Vertreter der Gemeinden,

sollten zu befreiender, die Schatten scheuchender Arbeit. Tie Nationalztg." wünscht den verantwortlichen Männern, die uns die Politik des leichten Herzens beschecrt haben, eine recht kräftige Dosis gesunde Schwarzseherei. Denn nur, weil sie ihnen, selbst bei den folgenschweren Hand­lungen, so ganz und gar abzugehen scheine, habe die Schwarzseherei im Volk einen so unheimlichen Umfang erreicht. Uns scheint, daß dieNationalztg." am klarsten ausgedrückt hat, was viele gute Vaterlandssreunde seit langem empfinden: den Gegensatz zwischen der bei jeglicher Gelegen­heit vom Regierungslisch aus betonten Auffassung, daß wir es herrlich weit gebracht haben, daß unsere Einrichtungen auf der Höhe stehen, daß wir auf militärischem, wissenschaftlichem, sozialem und noch so und soviel anderen Gebieten unerreicht sind, daß das Ausland uns beneiden müsse und der viel weniger gehobenen und viel weniger festlichen Stimmung im Bürgertum, das sich manches anders und besser vorstellen kann, das durch Reisen in Berührung mit dem AuSlande kommt und dort bemerkt, wie wir keineswegs mehr so hoch eingeschätzt werden, als es vielleicht vor einem Jahrzehnt der Fall gewesen ist. Die Zahl der Schwarzseher schwoll im Laufe der Jahre mächtig an. Wirtschaftlich hat Deutschland enorme Fortschritte gemacht, politisch ist es zurückgegangen. Das gilt ebenso für die äußere wie für die innere Politik. Als Großmacht stehen wir allein, vereinsamter denn je, und die Talen der inneren Politik stimmen auch nicht zu reiner Bc- friedigung. Es ist schon richtig so: je mehr frohgemut in die Zukunft Blickende in der Negierung, nach Art des Fürsten Bülow, umsomehrSchwarzseher" in der Bevölkerung. Da ist denn in der Tat das Umgekehrte wünschenswerter.

Eine unterbliebene Kaiserreise.

Die Wiener Hofberichte geben eine leichte Unpäßlich­keit deS Kaisers Franz Josef als Grund dafür an, daß er plötzlich seine Teilnahme bei den großen See- und Landungsmanövern an der dalmatinischen Küste absagte. Nun laboriert allerdings der Monarch seit einer Woche an einem leichten Schnupfen, allein da§ hat ihn keineswegs daran ge­hindert, den Manövcrn in Schlesien von Anfang bis zu Ende beizuwohnen. Es kann also kaum sein Gesundheitszustand sein, der ihn daran hindert, sich nach Dalmatien auf die Reise zu machen. Wie erinnerlich, mar Anfänglich geplant, daß Kaiser Franz Josef in diesen Tagen zum erstenmale den Boden der okkupierten Provinzen Bosnien und Herzegowina in Trcbinje betreten sollte, aber die bloße Andeutung dieses Vorhabens allein erregte an verschiedenen Stellen allerlei Mißstimmungen und Mißdeutungen. Vor allem in Rom und Konstantinopel, wo es hieß, daß Oesterreich-Ungarn jetzt daran gehen wolle, Bosnien und die Herzegowina auch formell zu annektieren. Außerdem ärgerte man sich in Rom and) darüber, daß unter den Augen des Kaisers bei den Manöver« der Versuch gemacht werden sollte, ob es wohl einer feind­lichen Armee gelingen könnte, in Dalmatien zu landen und durch die okkupierten Provinzen in Süd-Ungarn einzufallen. Dies ist nämlich der Lieblinasptan des italienischen General­stabes für den Fall eines Krieges mit der habsburgischen Monarchie! Man will nun die empfindlichen Italiener nicht reizen und daher entschloß sich der Kaiser, den Manövern unter dem angegebenen Vorwande fernzubleiben. Wie groß die italienische Nervosität über die diesjährigen Manöver an der Adria ist, geht auch daraus hervor, daß die italienische Eskadre ihren Besuch in Marseille zur Begrüßung Fallieres im letzten Augenblicke aufgeben mußte. Rian will sie eben jeden Augenblick zur Hand haben.

Nr. £13

Erscheint tügltch außer Sonntags.

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: und Energie seien die Klirpfuschereien gn bekämpfen. Un- stimmen voll Geld würden den Anpreisern von allen mög- , liehen Heilmitteln, die in der Regel nichts als Schwindel i seien, jährlich gesandt. Für dieses unnötig ausgegebene Geld : könne man längst eine Krankenschwester anstellen und habe ' daillit etwas sehr, sehr Gutes für die Gemeinde geschaffen. i Mit lebhaftem Beifalle wurden die äußerst interessanten AuS- i führungen entgegengenommen.

In der von Kreisrat Fey eröffneten Diskussion trat man den gegebenen Ancegullgen nun näher, um sie möglichst bald in der Praxis umzusetzen. Ueberall sollen Tragbahren beschafft werden, um Verunglückte, Kranke bequem ins Spital transportieren zu fönnen. Ferner begrüßte man mit Freuden das von dem Vorsitzenden loarm empfohlene Institut der wandernden Kochschulen, Haushallungsschulen, wie nicm solche in vielen preußischen Bezirken, aber auch im Kreise Gießen hat. Eine Lehrerin hält in einem Dorfe einen zehn- bis zwölswöchigcn KlirS ab, an welchem die Mädchen Aus­bildung im Bereiten der einfachen bürgerlichen Kost, der Handarbeit und der Krankenpflege erhalten, um dann in einem anderen Dorfe einen neuen Kurs zu eröffnen. Für mäßige Abgaben erhalten die Mädchen Unterricht. Die not- wendigen Materialien werdet! dafür beschafft. Sehr warm traten für dieses Institut außer Herrn Kreisrat Fey, die Herren Graf Oriola, Kreisarzt Dr. Nebel, Dekan Wald (Ockstadt), Bürgermeister Alles (Niederflorstadt) u. a. ein. Schon in diesem Minter soll im Kreise Friedberg der Sache nähergetreten werden. Herr Kreisrat Fey wird dem Kreis- ausschusse bald die Vorarbeiten unterbreiten.

Als zweiter Punkt auf der Tagesordnung stand der Vortrag des Hauptlehrers Storch (Butzbach) über ^Heimat- und Kun st pflege auf dem Lande." Redner betonte den hohen Wert der Erhaltung der StammeSeigentümlich- keiten als Stützen der Heimat- und Vaterlandsliebe. In den großen Zentren mit den wechselvollen Bildern, dem Hasten und Sagen könne die Heimatliebe nicht ersterben, das könne nur da geschehen, wo der liebende Blick umspann, was unser Eigen sei. Aus dem Dorfe, aus der Kleinstadt müffe eine belebende Kraft zur Erhaltung deS Volkstums, der Volks­kunst ausgehen. Er führte dann in ein schmuckes Dorf, zeigte die Schönheiten des Fachgebäudes, der gediegen auS- gestatteten Wohnstube, empfahl die blumenreichen Hausgärt- chen, ferner den stilvollen Bail des SchulhauseS, kam auf die tüchtige Ausbildung der Handwerker, die schöne und zweck­entsprechende, gediegene Arbeiten liefern müßten, zu reden. Die ehrwürdige, hübsche Tracht fei, wenn hier und dort einige Reformen sich einbürgerten, die aber dem Wesentlichen keinen Abtrag tun würben, als die schönste, als die deutsche zu bezeichnen und zu erhalten. Pflegen müsse man die Volkslieder, die Dorfsagen und an geschichtliche Denkwürdig­keiten immer wieder anknüpfen. Den Obstgarten solle man mit grüner Hecke umziehen und Buschwerke pflanzen an die Raine, durch die Schluchten, um den Vögeln Nistplatz und Versteck zu spenden. Eine edle Erziehungsstätte für gesundes Volkstum bleibe dann das Dors am Bächlein, die Kleinstadt, das biedere Kleinbürger- und Bauernhauö.

Mit großem Veifalle nahmen die Anwesenden die Aus­führungen auf. KreiSrat Fey dankte dem Referenten, und aus der Versammlung heraus wurde die herzliche Bitte aus­gesprochen, der Vortrag des Hauptlehrers Storch möge ge­druckt verbreitet werden. Um nun auch hier praktische Erfolge zll erzielen, wurde das Neuanpflanzen von Gebüsch, wie es z. B. in Dortelweil geschehen fei, empfohlen und ferner die Gründung von Gartenbauvereinen in Vorschlag gebracht. Auf Anlegung des Dekans Wald erklärt man sich damit einverstanden, daß solche Bestrebungen von den bestehenden Obstbauvereinen mit übernommen werden könnten. Empfohlen wurde, mit schönen Sprüchen Wohn- und Schul­haus zu schmücken. Baurat Dr. Eser (Bad-Nauheim) verbreitete sich an der Hand prachtvoller Karten über die Quellfaftung bei Lauter und über die Gruppen- wasserVersorgung in Orten der Kreise Friedberg und Büdingen. Warm empfahl er die Anschlüsse an diese gewiß herrliche nützliche Anlage, denn gutes, gesundes, weiches Trinkwasser ist ein großer Segen für die Gemeinden. KreiS­rat Fev bat nochmals die Vertreter der Orte, welchen die Möglichkeit zum Anschlüsse geboten, die aber der Sache ab­lehnend gegenüberständen, die Gemeinderate aufzuklären, damit die Gelegenheit, gutes Wasser zu erhalten, nirgends unbenutzt bleibe. Dann schloß genannter Herr die Versamm- ung mit bestem Danke an die Referenten.

An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Mahl. Gelegentlich desselben toastete Kreisrat Fey auf den geliebten Landesherrn. Bürgermeister Kayser (Bad-Nauheim) auf Kreisamt und dcffen umsichtigen, emsigen Vorsitzenden, Graf Oriola auf die Bürgermeister des Kreises. Am Nach­mittag fand eine Besichtigung deS Inhalatoriums, der Ma- chincnzentrale, Waschanstalt, deS Sprudels und der LeitungS- stollcn, sowie deS neuen wundervollen Badehauses 8, statt.

Aie heutige Dummer umfaßt 8 Setten.

Auf dem Wege zur tzittschndullg.

Der nationaHiberale Reichstagsabgeordnete Dr. Semler aus Hamburg scheint sich aus eine führende parlamentarische Jiolle für die nächste Session vorzubereiten. Schon in den Kolonialdebatten der letzten Maitage, als die Hauptforder­ungen der Regierung Schlag für Schlag ab gelehnt wurden, versuchte er die Bewilligung wenigstens einiger Millionen für Bahnbauvorarbeiten und Fariuerentfch,ädigung er­langen. Er gab bei dieser Gelegenheit ohne weiteres zu, mit den maßgebenden Regierungskreisen vertrauliche Rück­sprache gepflogen zu haben. Man wird deshalb annehmen dürfen, daß die Reise Dr. Semlers nach SüdweftafriLa im Einverständnis mit der Regierung erfolgt, die wohl meint, für die kolonialpolitisch fo bedeutungsvolle kommende Parlamentssession der Unterstützung eines fachkundigen und redegewandten Volksvertreters zu bedürfen.

Herr Dr. Semler ist ein Freund kolonialer Politik, was ihn aber nicht hinderte, in einer der letzten Sitzmigen der Budgetkommission mit dem Zentrumssührer Grober in der Auffassung übereinzustimmen, daß es so mit den Kolo­nialausgaben nicht weitergehen könne. Dr. Semler be­zeichnete die bisherige koloniale Finanzverwaltung als ge­radezu unerhört, einen Systemwechsel hier als unabweis­bar. Durch die Berufung des Herrn Ternburg an die Spitze der Kolonialabteilung ist ein solcher Wechsel in die Wege geleitet; die Schutzgebiete sollen in Zukunft nicht-nach bureaukratischen, sondern nach wirtschaftlichen Gesichts­punkten verwaltet werden. Die Regierung muß also jetzt fürs erste darauf hinstreben, zu ihren Forderungen unter dem neuen Kolonialkurse die Zustimmung der Reichstags­mehrheit zu erlangen, damit auch in den Herrn Ternburg nahestehenden kaufmännischen Kreisen die Unternehmungs­lust geweckt wird und einbefruchtender Gold ström" die Kolonien zu wirtschaftlicher Blüte bringt.

Tas Schmerzenskind des Oberst v. Deimling und der Zentralverwaltung in Berlin ist der Eisenbahnbau von Kubub nach Keetmanshoop, dem im speziellen auch die Reise Dr. Semlers nach Südwestafrika gilt. Es handelt sich bei dem Bahnbau nicht nur um den Schienenweg, sondern um das Schicksal des ganzen Südens der Kolonie. Bereits in den letzten Sitzungen der Budgetkonunis.ion wurde die For­derung erhoben, den Süden preiszugeben. Oberst v. Deim­ling erklärte, eine Aufgabe des Südens sei gleichbedeutend mit der Aufgabe der Kolonie; die Bahn müffe gebaut werden, auch wenn nur ein paar Taufend Soldaten als Friedensbesatzung zurückblieben. Nun steht fest, daß die Regierung eine angemessene Machtentsaltung auch im Frieden etwa 67000 Mann für unbedingt erforder­lich erachtet. Die von dem Finanzpolitiker des Zentrmns, Büller-Fulda, ausgestellte Kostenrechnung dürfte also an­nähernd zutresfen, wonach noch mindestens eine halbe Milliarde aufzubringen wäre, bevor der Süden der Kolonie kulturfähig gemacht fei, denn der .Vollbetrieb der Bahn sei vor drei Jahren nicht zu erwarten und erfordere überdies ständige militirische Bewachung. Es werden jedenfalls noch sehr bedeutende Opfer für Südwestafrika vom deutschen Volk verlangt werden, andererseits ist die Regierung der An­sicht, aus der der Erbprinz Hohenlohe kein Hehl machte, bei Preisgabe des Südens der Kolonie werde "England in nicht ferner Zeit das Grenzland besetzen. Solcher Möglichkeit Vorschub zu leisten, wird sich die Regierung natürlich bis zum äußersten sträuben»

Aus dieser Sachlage läßt sich ohne weiteres entnehmen, daß die nächste Parkamentstagung die wichtigsten kolouial- politischen Entscheidungen bringen wird. Die Angelegen­heit des Reichsrolonialamts tritt einstweilen hinter prak­tischen Zwecken zurück. Herr Ternburg hat auf der politischen Buhne den Nachweis zu erbringen, daß er kraft der ihm nachgerühmten Energie und Gchchicklichkeit auch 'auf un- gewoyntem Terrain Schwierigkeiten zu überwinden vermag.

_ Dienstag 11. September 1806

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Gießener Anzeiger -«

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den polit. und allgem.

Teil: P. Witt ko: füt »Stadt und Canir und Gerichtsfaal": Ernst Heß; füt den An-