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10.3.1906 Erstes Blatt
 
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15V. Jahrgang

Erstes Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Oie Heutige Mummcr umfaßt 18 S-iten.

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Mannes in das hellste Licht stellte. Neuerdings hat Bernhard dadurch bei seiner Partei mißliebig gemacht, er m seiner Zeitschrift »PlutuS" in Uebereinstimmung

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Rouvier hatte am 7. eine lange Unterrebun'gf mit dem Fürsten Radolin über die event. Beeinflussung der Instruktion des französischen Delegierten im Zusammen­hang mit der Ministerkrise.___

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Berlin, 10. März. Der Reichs- tagsabg. Eugen Richter ist heute früh 4 Uhr 15 Min. gestorben.

Der ja längst befürchtete Tod des »großen Volks- /ri&unen', wie Richter vielfach von Anhängern der meisten bürgerlichen Parteien genannt worden ist, wird von allen Liberalen deS Reiches im höchsten Maße bedauert werden. Und nicht allein von diesen. Widmeten ihm doch selbst die hochagrarische »Dtsch. TageSztg." und das führende deutsche ZentrumSorgan, die »Köln. Volksztg/ ebenso wie die reichs­offiziöse »Rordd. Allg. 3tg.' bei seinem Scheiden auS dem preuß. Landtage (Anfang Dezember 1905) höchst ehrenvolle Worte der Anerkennung und Hochachtung.

Vier Jahrzehnte etwa stand der bisherige Führer der Freisinnigen Volkspartei inmitten der politischen Bewegung. Mehr als die Hälfte seines Lebens ist in parlamentarischen Kämpfen aufgezehrt worden, und von seiner Einreihung in die Fortschrittspartei an legte er Wert darauf, in erster Reihe zu fechten.

Eugen Richter war ein straffer Parteimann; der Ge­danke, durch Verständigung mit dem Nachbar, ja selbst mit dem Gegner Terrain zu gewinnen, lag ihm so fern, daß er um greifbaren Vorteils willen auch nicht eines Strohhalmes Breite des Programms opferte. Er hielt in seiner Aktion den Standpunkt eines Extremen fest, der nicht transigieren, sondern den vollständigen Sieg seiner Idee unter den Waffen ab­warten will. Run vertritt aber die freisinnige Volkspartei in ihren Anschauungen durchaus nicht mehr die äußerste Linke, selbst der bürgerlichen Demokratie. Sie hat nicht nur nach rechts, sondern auch nach links hin Front zu nehmen, und ein großer Teil ihres RekrutierungSbezirkeZ ist ihr durch sozialistische Werbung entzogen worden. Der Reaktion wie der Utopie gegenüber ist eine große liberale Partei er­wünscht, die dem Bürgertum den ihn zustehenden Einfluß verschaffen könnte. Diese Union ins Leben zu rufen, war Richter nicht der geeignete Mann. Er glaubte in einem kleinen festaekchloffenen Haufen die Fahne für die Zutuns; retten zu können, während andere der Meinung sind, es wäre bester, sich zusammen zu schließen, damit der Liberalis­mus wieder vorwärts kommen könne. Richters Wahlpolitik und Organisationstaktik ist nach . den erzielten Erfolgen nicht der hervorragende Teil seiner Tätigkeit gewesen. Seine enormen Kenntnisse in der Staatsverwaltung, seine ganz außerordentliche Beherrschung des Etats, seine schlagende, stets den wesentlichen Punkt treffende Beredsamkeit hat da­gegen ihm und seiner Partei den Raum und die Bedeutung zu sichern gewußt, die weit über die Zahl der Mandate hinaus dem freisinnigen Redner gebührten und mehr oder minder willig von den Gegnern auch zugestanden wurden. Wenn Eugen Richter sprach, lauschte das Haris aufmerksam, und gespannt horchte man in den Tribünen; seine Gegen- rechnüngen beunruhigten die Finanzminister und frappierten den Fachmann am Regierungstische. Sein scharfer Blick sah die Lücken und Verkleidungen von Lücken in sämtlichen Ver- waltungSzweigen, und kein General auf der Bundesrats­estrade wagte es, Eugen Richter, der niemals eine Waffe trug, als Laien hinzustellen, wenn dieser Abgeordnete über militärische Dinge, über Einrichtungen, Formationen und

. Hine einfache «-Lösung.

Nun ist man in AlgeeiraS glücklich soweit, um, durch den österreichischen Vermittelungsvorschlag, eine «Grundlage« für die Regelung der marokkanischen Polizeifrage Herstellen zu können, dieser Frage, die von der internationalen Diplomatie wie ein Problem von der »lngeheuersten Wichtigkeit behandelt worden ist, von besten Lösring ober Nichtlösung Krieg und Frieden in Europa abhängig sein sollte! In acht kurzen Bestimmungen, in wenigen Zeilen, hat Oesterreich-Ungarn der »Weisheit letzten Schluß" niedergelegt. Und all' dieser furchtbare, ofyrenbetmibenbe, die Welt aufs höchste beunruhi­gende Sarin, dies Kriegsgeschrei im Ausland, das bereits Handel und Industrie bedenklich angriff und bei noch längerer Dauer die Unternehmungslust zu zerstören drohte alles das war, im Grunde genommen, ein Lärm um nichts. Tenn die marokkanische Polizei ist ein Nichts gegenüber der Bedeutung des Weltfriedens. Konnte wirklich nicht früher diese verblüffend einfache Lösung gefunden werden? Gott bewahre uns vor einer neuen internationalen Konferenz l Ein Stelldichein für alle Gegner Deutschlands ist in AlgeeiraS geschaffen worden. Wir sind niemandem nähergen'uft sofern diest r holde Wahn bestand aber alle, die neidisch auf Deutschlands Ausstreben sind, sanden die bequemste Gelegenheit, gemein* samen Empfindungen Ausdruck zu geben und Verbindungen fester zu tniipfcn. Spanien und Frankreich, Rußland uns Frankreich, Italien und Frankreich, sogar die Bereinignm Staaten und Frankreich, ja Holland und Frankreich, mit jedem neuen Bericht aus Algeciras wurde die Freundschaft, die Intimität größer und offenkundiger. England und Frankreich brauchen sich kaum noch etwas zu gewahren. Muslergiltig erfüllte England den Part, Frankreich zu unter* stützen. Aber Deutschland? Welchen Freund hat Deutschland gewonnen beim Langen Beisammensein in Algeciras? Oder welchen Gewinn an Einfluß nehmen wir aus Algeciras mit? Die deutschen Forderungen sind durchgesetzt worden, könnte man sagen. Dasselbe werden die Franzosen von ihren Forderungen behaupten. Schließ­lich darf Oesterreich-Ungarn mit noch größerem Rechte daS Verdienst derrettenden Tat" bea-nspruchLn. Aber selbst den Sieg der deutschen Forderungen angenommen, der Er­folg in wirtschaftlicher wie in politischer Hinsicht ist kern olcher, um das Herz höher schlagen zu machen. Die Mw- rokkopolitik war glänzend bis zum Fall Delcasses. Die Konferenz ist kein Triumph des Fürsten

Pläne sein Urteil abgab.

Richter war stets eine in hohem Maße eigenartige Per­sönlichkeit im Parlament. Was menschlich mit seinem oft schroffen Auftreten versöhnte, war die zweifellose U eb er* zeugungStreue, die seine Reden durchwehte, der er auch dann nachging, wenns schwierig wurde nach rechts wie nach links. Und man tat ihm unrecht, wenn man seine Wirksamkeit als lediglich negativ bezeichnete. Seine Kritik hatte oft auch eine sehr positive Seite; und durch sie hat er namentlich im Reichstage dem deutschen Volke Dutzende von Millionen an entbehrlichen Ausgaben ge­spart und auf die Gestaltung unserer Finanzgesetze und Etats nicht selten sehr wohltätigen Einfluß ausgeübt. Seine höchste Befähigung lag auf dem Gebiete deS Finanzwesens, und wer ihn in seinem innersten Wesen begreifen wollte, mußte feine Tätigkeit in der Budgetkommission deS Reichs­tages verfolgen. Als ehrlicher Liberaler im alten politischen Sinne, war er aller Bedrückung religiöser und kirchlicher Frei­heit abhold und hat sich sehr bald zum Gegner des Kultur­kampfes der 70er und 80er Jahre durchgerimgen.

Auf der Höhe seiner politischen Laufbahn hat er ge­standen, als er mitten in seiner unerbittlichen Opposition gegen den neuen Zolltarif gleichzeitig die Bekämpfung der brutalen Obstruktion der Sozialdemokraten aufnahm, weil diese ihren Zweck verfehlte, dem parlamentarischen Prinzip widersprach und den Parlamentarismus verderben mußte. Damals hat er sich als einen wirklichen Charakter gezeigt, welcher auch durch persönliche Unbilden und Schmähungen sieh von dem als richtig erkannten Wege nicht abbringen läßt.

Seit mehreren Jahren machte dem Abg. Richter zu­nehmende Herzschwäche infolge von Arterienverkalkung das Arbeiten und das Verweilen im Reichstag immer schwerer. Vor drei Jahren schon mußte er die von ihm 1885 begründete Freisinnige Zeitung den Händen seines Fraktions­genoffen und Freundes, des Abg. Müller-Sagan, überlassen;

Samstag 10. März 1906

VczugSpretA» monalllch 75, viertel-

Siebener Anzeiger

M General-Anzeiger w

Deutsches Reich.

Berlin, 9. März. Heute begaben sich der Kaiser und die Kaiserin nach dem Mausoleum in Charlottenburg unb legten dort anläßlich bes Todestages Kaiser Wil­helms I. einen Kranz nieder.

An einem parlamentarischen Effen beim Präsidenten deS Herrenhauses nahmen der Kaiser und der Reichskanzler teil. Der Kaiser besichtigte habet baS neue Haus.

DieNordb. Allg. Zig/ schreibt: DasEcho de Paris" will in einer Mitteilung aus Budapest die von der dortigen Presse bereits zurückgewiesene Behauptung aufrecht halten, der Kaiser habe in Kopenhagen dem Erzherzoge Salvator bei et bien erklärt, er werde den Kaiser Franz Josef im Kampf gegen die Ungarn unter­stützen. Wir stellen fest, daß der Gewährsmann deSEcho de Paris'bei et bien geflunkert hat. Die Sr. Maj. zugeschriebene Aeußerung ist dreist erfunden und die Buda­pester Presse hat es mit vollem Recht abgelehnt, sich durch solche plumpen Machenschaften mystifizieren zu lassen.

Der Sozialdemokrat Georg Bernhard ist aus dem sozialdemokratischen Wahlverein des zweiten Wahlkreises ausgeschlossen worden. Wie bekannt, hat Georg Bernhard schon wiederholt durch seine Selbständigkeit das Mißfallen der Parteioberen erregt. Auf dem Dresdener Parteitage wurde ihm seine Mitarbeit an bürgerlichen Blättern Dorgerooifen, und er mußte infolgedessen diese Tätigkeit ein- stellen. Freilich rächte er sich damals hierfür durch eine arge Kompromittierung Mehrings, die die Schmock-Natur dieses

jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2. viertel- jährl. ausichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis Dormitlagd 10 Uhr. Zeilenvrels: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pig.

Verantwortlich für den oolit. und allgem. Teil: P. Will ko; für »Stadt und Land'' und «föcncbt^aal*: Ernst Heß. mr den An­zeigenteil: Öen? Beck.

Schon sein AenßereS, der massige, energische Kopf, die starke, etwas vorstehende Stirn, der kräftige Unterkiefer, die gedrungene Gestalt deuteten darauf, daß er feinen Willen durchzusetzen verstand. Allerdings hatte in den letzten Jahren, seit der Sechzigjährige, der stets als grimmer Weiberhasser galt, die Witwe seines Freundes Parisius heimführte, sich ein (eifer Schimmer der Weichheit über fern Wesen gebreitet. Er wirkte nicht durch kühne Gedankenflüge in das Land der Phantasie, sondern durch kühle, folgerichtige Rechenarbeit, er war kein graziöser Florettfechter, sondern er schwang mit 'Wucht den Mahnung. Seinem großen Gegner, dem Fürsten Bismarck war er verhaßt wegen seines Mangels an gei­stiger Grazie.

*

Maximilian Harden, der heiße Bismarckoerehrer, sagte einmal von Richter folgendes:

Erft wenn Bismarck fort ist. bitte mancher gedacht, kommt Richters große Zeit. Sie uun nicht. Viel Verdruß, Aerger im eigenen Lager kam, und die Macht schmolz allmählich boom. Langsam aber entgiftete sich nun dir alte Liebe. Zuerst, als er muh glauben konnte, der Verfehmte werde sich wieder m bie Sonne ducken, verfuhr er nicht säuberlich mit ihm. Tann merkte er den Irrtum. Dieser Junker war doch nicht so machtgrerig, wie Richter immer geglaubt oder vielleicht sich zu glauben ge­zwungen hatte. Oft und öfter, von Jahr zu Jahr, nannte Richter den ersten Kanzler nun rühmend; stellte ihnen den Epigonen als Muswr hin. Und immer freier, Heller, größer wurde bei solcher (rriräfniuitg der Ton. Tann kam die große Rede, die öerrr. v. Bötticher das Staatsfekrelariat Miete. Tas Beste, was über die offizielle Politik nachbiSmärckifcher Zeit m einem Parlament gesagt worden ist. Schneeblaß saßen die Exzellenzen; mit ängitlui) gespannter Miene. Wen würde der nächste Streich treffen? Alle Register klangen. Zorn, Hohn, Verachtung, Pathos, Humor, gellender Witz. Und wie Orgelgedröhn klang's immer wieder durch:Bismarck war aus anberent Stoff als Ihr Armieligen, deren Leben und Lebensspur ein Windhauch von oben für ewig verwischen kann. Der, Ihr wißt's, war nicht nach meinem Sinn; doch ein Mann; und Ehre, mit ihm zu fechten. Ihr und der!..., Diesen Eindruck suchte ick aiizudeuten, als Bismarck mich mit leuchtendem Blick gefragt halte:Was haben Sie zu Richter gesagt?" Er schmunzelte, schüttelte den Avpf und meinte:Ja, um Richter war's eigentlich immer schade."

Schade? Gewiß: daß er nicht dazu kam, gestaltend, ver­waltend seine Straft erproben zu löunen. Sonst aber: sein Leben war nicht arm. Der letzte starte Vertreter des Politischen Indi­vidualismus hat sich selbst auch den Luxus gestattet, seine Indi­vidualität zu schrankenloser Geltung zu bringen. Er hieb, stach vnb schoß auf jeden, der ihm nicht gefiel; auch aus die Nächsten s"nd viel zu ost leider auf Hasen, die ihm vor die Flinte kamen). Er hielt sich im Schatten und kam deshalb gar nicht erst m die Gefahr, von der Sonne sich den Mantel abschmeicheln zu lassen. Zu sehen war er kaum: nicht an Dinertafeln, noch bei der Fütterung in Ministerhäusern. Steiner von uns hat ihn ie im Zwack erblickt. Und trotz alledem (nein: und oben darum ist er populär. War's auch in den 2>gen der wildesten Strautze mit dam Recken: selbst bei dessen Getreuesten immer ein bißchen. Am meisten nach seiner Abrechnung mit der neuesten Aera.

der beschränkt wird ohne eine sonstige internationale 5ton- tiütfe ober Sicherheit der Ueberwachuny. Es wäre vvrauszusehen, daß Marokko in Abhängigkeit von diesen beiden Staaten geratest und damit für andere Länder eine unannehmbare Ungleichhest der Lage geschaffen würde. Europas Interessen nt Marokko erfordern , tärferc Garantien. Wir fordern also bei der Sck>affung, einer marokkanischen Polizei eine ausländische Mitwirk­ung, welche allen interessierten Ländern Gleichheit der wrrt-> schaftlichlLu: Behandlung und die Politik der offenen Tüv

gleichzeitig nahm diese den Titel Freie Deutsche Preffe an. Während der ganzen vorigen unb gegenwärtigen Parlaments­zeit mußte er sowohl bem Reichstag rote dem Abgeordneten­bause fernbleiben. Zum letztenmal gesprochen hat er im Ab- georbnetenhause, unb zroar in einer Sitzung fünf mal. Es ivar am 20. Juni 1904. Im Reichstag hat er zuletzt in ben Sitzungen vom 14. unb 15. Juni 1904 gerebet, als es sich um Ge- roährung eines DarlehnS an bie Kolonie Togo zum Eisen- bahnbau unb um bie Garantie bes Reiches für bie Eisen­bahn Dar cs SalamMrogoro hanbelte.

Eugen Richter hatte sich allgemeine Achtung erzwungen. Daß er, um ein bekanntes Wort zu gebrauchen, «fefte um sich baute*, bas war unter Umftänben nicht unangebracht, im Allgemeinen freilich nicht geeignet, bic Zahl seiner Freunde ins Ungemeffene zu verniehren. Es hielt für viele schwer, bei solcher Veranlagung gute Nachbarschaft mit ihm zu halten; gelang es doch Richter oft nicht, sich selbst eigensten Anhängern gegenüber zusammen zu nehmen.

Angesichts seines Hinganges aber geziemt es sich, bes mutigen, unerschrockenen, wackeren unb schneidigen Kämpen für Freibeit unb Volksrechte zu gebenden. Dem Manne Eugen Richter wäre wohl ein längeres Leben zu wünschen gewesen, unb bem beutschen Volke eine Reibe von Führern, bie für seine Wohlfahrt unb für die eigenen Ucberjcugungcn ebenso energisch unb unermüdlich eintreten, wie es Eugen Richter getan hat.

Engen Richter wurde am 30. Juli 1838 in Düsseldorf als Sohu des Generalarztes des 8. Armeekorps geboren, der sich um die Resoc.n des Militärs.-nitätswcsens verdient gemamt Hst. Er studierte von 185G bis 1859 zu Voun, Heidelberg und Berlin Rechts- und Staatswisfenschaften, wurde Rcgierungsreferendar zu Düsseldorf und 1854 Assessor. Zum Bürgermeister von Neuwied gewählt, aber von der Regierung nicht bestätigt.und gegen leinen Wunsch nach Bromo er g versetzt, roeigerte s ich Richter, dieser Ver­fügung zu folgen, verließ den Staatsdienst und widmete sich der Presse, in der er eine rege und umfangreiche Tätigkeit entfaltete. Im Jahre 1867 trat er im Wahlkreise Nord habest als liberaler Kandidat für den Reichstag auf,und wurde bciojiberv aus Empfehlung von Schultze-Telit sch, dessen genossenschaftliche Bestrebungen er sowohl als Schriftsteller wie als Volksredner lebhaft unterstützt batte, gewählt. In jenem ersten Reichstag war Eugen Rich'er Inaenfrfrbriftfüftaer, ebenso wie. Herr v. ^turnm und der wätere Minister Graf Otto zu .Stolberg-Wernigerode. Richter zählte erst wenig mehr als 28 Jahre. In diesem Reichs­tag hat er nicht gesprochen. Seine erste parlamentarische Rede hielt er im Abgevrdneteuhause, wohin ihn der K'rcis Königs­berg in der Neumark entsandt hatte, am 13. Februar 1869.

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Die in der letzten Komiteesitzrmg von dem deutschen Delegierten b. Radowitz abgegebene Erklärung über bie Polizeifrage lautet im wesentlichen folgendermaßen:

Wir stimmen den Ansichten zu, welche die Notwendigkeit bartun, in Marokko eine unter der souveränen Gewalt der schm- fischen Majestät stehende Polizei zu schassen. Wir würdigen die Gründe, welche dafür sprechen, zu einer wirksamen Beteiligung! an ihrer Organisation auf französische und s pan i 1 chü Offiziere zurückzugreifcn; aber wir können .Nicht zu-

J ' ' solche Mitarbeit auf diese beiden Län- wird ohne eine sonstige internationale Kon-

Nv. 59

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außer SormtaqS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wecbiel mit dem hessischen Landwirt bie Eichener Kamillen, blätter viermal in der

Woche beigelegt. Rolalwnsdruck il Ver­lag der Brühl'fchen Unweri.-BuchiLStem- bruderci. . R. Lange. Redaktion, Ervedttio« unb T ruderet:

schnlstrabe 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exved.e-^51 Adresse für Deoeichen:

Anzeiger Gießen.