Eingesandt
Ernst v. Dildcickruch hat Frau v. Lipperheide zur Heldin seines RomanZ „Semiramis" gemacht. Mit ihr gemeinsam begründete L. 1865 „Die Modenmelt" die unter der mit feinem Takt geführten Redaktion feiner Frau bald afic ähnlichen Unternehmungen dieser Art überflügelte und ihren Besitzer zum mehrfachen Millionär machte. Seit 1905 gab er auch ein sehr brauchbares „Sprnchwörlcrbuch", eine nach Begriffen geordnete Sammlung von über 30000 Sprüchen aller Art heraus. Eine hervorragende Stellung im Kupstlcben unserer Zeit nahm Livverhcide als Kunstliebhaber und Sammler ein. Seine berühmte, kostümwissc.lschaftliche Sammlung von 900 Ocl- und Miniaturbildcrn, 2750 Handzeichnungen, 26 000 Kupferstichen, ca. 8000 gedruckten Büchern, Handschriften nsw. schenkte er trm prcustischen Staate; sie hat in der Bibliothek des Berliner Kunstgewerbemuseums Allfstcllung gefunden. Weithin berühmt ist auch L.s Sammlung antiker Waffen, besonders antiker Helme, die eine hervorragende Sehenswürdigkeit seines mit künstlerischem Geschmack eingerichteten Hauses in der Potsdamer Straße bildet. Lipverheides erste Gattin starb 1896; nach ihrem Tode verheiratete er sich 1898 zum zweiten Male. Im Jahre 1891 hatte L. das Fideilommiß Wiegersen im Kreise Stade ge- gründet und wurde im folgenden Jahre in den erblichen preußischen Frciherrnstand erhoben; doch hinterläßt er keine Leibeserben.
— Zu Beginn der Bayreuther Festspiele richtete der Kaiser von seiner Nordlandsreise aus nachstehendes Telegramm a n F r a u W a g n e r : Zu Beginn der diesjährigen Bühneufestspiele sende Ich Ihnen Meine herzlichsten aufrichtigen Wünsche, für deren glücklichen Verlauf uud gutes Gelingen. Es sind nunmehr 30 Jahre ver- flössen, daß Mein in Gott ruhender Herr Großvater in Bayreuth weilte, nm 3enge zu sein der künstlerischen Tat, welche dort vollbracht wurde. Es erfüllt Mich mit Freude und Dankbarkeit, daß dieses erhabene Werk noch heute in unveränderter deutschen Weise forlbestcht und gepflegt wird, zum Ruhme des großen Meisters der Kunst. Wilhelm J. R.
am Fenster ihres Hauses und hörte mit Entzücken dem Singen eines blinden Straßensängers zu. Die Stimme erinnerte sie
Vermischte».
* Eine Ansichtskarte des Prinzen Heinrich. Prinz Heinrich von Preußen, der bekanntlich an der Her- komer-Konkurrenz sich beteiligt hat, hatte zuerst die Absicht, in Leoben Rast zu machen, und der Besitzer des „Grand Hotels Gärtner, hatte bereits alles für den Empfang des
Schneider, die „Volksztg." befriedige nicht die Massen. Die Meinungsfreiheit in der Mainzer Parteiversammlung werde eingeengt. Bauer will dem „parteizersetzenden Treiben" Einhalt getan wiffen. Der Weg, auf dem man das Material zu Stankereien erhalte, meinte Land- tagsabg. Adelung, sei die Denunziation. Appel ist so empört, daß er nie mehr ein Mandat annehmen will. In Kostheim wie in Bretzenheim wurde über den „tendenziös gefärbten Kreiskonferenzbericht der Volksztg." Klage geführt. Um die sozialistische vielgepriesene „Freiheit" ins rechte Licht zu sehen, stellte in Kostheim Lehn den Antrag, daß fein Genosse einer Geheimkonferenz mehr beiwohnen dürfe, ohne vorher die Parteiversammlung verständigt zu haben. Dabei heißt cs auf der anderen Seite desselben Blattes in Sperrdruck: „Die einzige aufrichtige Partei der Freiheit ist die Sozialdemokratie!"
Hanau, 31. Juli. Prinz Albert zu Schleswig- Holstein-Sonderburg-Glücksburg hat sich mit der Gräfin Ortrud zu Psenburg und Büdingen in dem benachbarten Meerholz verlobt. Prinz Albert steht'als Komman- deur an der Spitze des Garde-Kürassier-Regiments, seine Beförderung zum Oberst erfolgte im Mai dieses Jahres. Er wurde als Sohn des Herzogs Friedrich zu Schleswig-Holstein 1863 in Kiel geboren. Der Prinz ist ein jüngerer Bruder des mit einer Schwester der Kaiserin vermählten Herzogs Friedrich Ferdinand zu Sonderburg-Glücksburg. Die Brau Gräfin Ortrud entstammt der zweiten Ehe ihres im Jahre 1900 verstorbenen Vaters, des Grafen Karl, mit der Prinzessin Agnes zu Psenburg und Büdingen, sie wurde 1879 in Meerholz geboren. Ihre ältere Schwester Irmgard war mit dem im Jahre 1903 verstorbenen Fürsten zu Stolberg- Stolberg vermählt, eine andere Schwester, Gisela, ist die Gemahlin des Grafen Friedrich Wilhelm zur Lippe - B i e sterfe l d.
lLßt, 4 Ost-West-Wanderungen, 7 Rord-Süd-Wanderungen und 4 Rund-Wanderungen.
- Geruchs Übertragung. Wie man nicht allein den Schall, sondern auch den Geruch durch das Telephon übertragen kann, zeigt folgender Vorfall: In einem Geschäft in einem oberhessischen Landstädtchen steht der alte Lagcr- verwalter am Telephon, um eine Bestellung auf Waren an !ba§ Kontor weiter zu geben. Es ist gerade Frühstückszeit und so entsteht nach Beendigung des geschäftlichen Gesprächs noch folgendes Zwiegespräch: „Christian, host de dann dei Dröpche scho getrunke?" „Aoch naa, aich hu noch goar naut ■qetrunte". „Schwei still Ligner", tönt es ihm entgegen, „aich riech cs jo." ... Schluß . . . „Oach, Oach, aower so woas, doh hu aich doch nor beim Jakob e halbes geturnte". Christian ballt die Faust gegen den Apparat und knirscht zwischen den Zähnen hervor: „Wann doch deß M........
em Wasser ersöffe wär, der das Denk erfonne hott. Etzt riche sie noch off c holbe ©tonn Wegs, wann mer moo so c Tröpche getarnte hott."
” Kleinbahnidyll. Die neue „Vogelsberg- h ahn" macht nach Ober-Seemen zu bedeutende Schleifen. Ein Herr wollte kürzlich von Gedern nach Grebenhain fahren, Her Zug war aber vor dem Eintreffen des Reisenden von der Station Gedern schon abgefahren. Kurz entschloffen machte sich der Herr auf den Weg und kam noch rechtzeitig in Ober-Seemen an, um die Weiterreise mit dem „Zügle" fort» Zusehen.
? Vom oberen Vogelsberge. 31. Juli. Sehr enttäuschte Gesichter machen in diesem Jahre die Beeren- such er in unseren Wäldern. Die Blüten der Himbeersträucher hatten durch die ungünstige Witterung im Juni sehr gelitten und der Fruchtansatz blieb daher in der Entwicklung zurück. Die Ernte fällt diesmal sehr minimal aus, sodaß sich die Mühe, Beeren zu suchen, gar nicht lohnt.
R.B. Darmstadt, 31. Juli. Der Buchhändler Adalbert Pfeiffer, Prokurist der Bergsträßerschen Hofbuchhandlung, hat sich heute vormittag zwischen 11 und 12 Uhr in der Nähe von Arheilgen vor einen Eisenbahnzug geworfen und ist von der Maschine erfaßt und getötet worden. Der so jäh au§ dem Leben Geschiedene stand im Anfang der 50er Jahre; er hinterläßt seine Frau und mehrere erwachsene Kinder. Er war als ein außerordentlich fleißiger, solider und gewiffenhaster Mann bekannt und erfreute sich in allen Kreisen des besten Ansehens. Ueber die Beweggründe zu der unseligen Tat fehlt jede Aufklärung, doch wird versichert, daß sich Pfeiffer schon seit mehreren Tagen in starker Nervenüberreizung befand. Auf einem bei dem Toten vorgefundenen Zettel wird die Bitte ausgesprochen, ihn in Darmstadt beerdigen zu lasten.
Mainz, 31. Juli. Gestern mittag erfolgte vor dem .Lagerhaus der Speditionsfirma Hillebrand eine Explosion, welche glücklicherweise ohne Opfer an Menschenleben verlief. Die Firma hatte fünf gußeiserne mit Säure gefüllte Zylinder dort lagern. Wahrscheinlich durch die Sonnenwärme kam es zur Explosion und Eisenteile flogen durch die Luft, während die giftigen Dämpfe der Säure so wirkten, daß mehrere Ohnmachtsanfälle in der benachbarten Badeanstalt vorkamen. Die Badenden eilten im Badekosiüm ans Ufer. — Seit Sonntag werden zwei junge Leute vermißt, die von hier aus eine Bo otsfahrt unternahmen. Trümmer des Bootes wurden gestern abend aufgefischt. — Gestern nachmittag hat sich in der Mannschastsstube in der Alieekaserne der Musketier Knauf von der 6. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 117 mit seinem Dienstgewehr erschossen. Er war früher Offiziersbursche, wurde aber wegen Unterschlagung abgelöst und mit Festung bestraft. Vor kurzem war er wieder der Truppe zugeteilt worden, war jedoch schon nach wenigen Tagen über Zapfenstreich ausgeblieben und wurde bei dem Versuch, über die Kasernenmauer zu klettern, abgefaßt. Er erhielt dafür 14 Tage Arrest und sollte gestern nachmittag die Strafe antreten.
Mainz, 31. Juli. Scharfe Ausein andersetz- 'ungen gab es auf der letzten sozialdemokr. Kreis - ckonferenz hier, und sie werden auf den Parteiversamm" Jungen der einzelnen Orte fortgesetzt. In Mainz sagte
— In München verschied, wie wir bereits gestern kurz meldeten, Was gibts zum Nachtisch? Was Besseres "Ä“ ?pp-Xwohl als Mondamin-Flammeri als hervorragender -und erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch öt8 I it Tt h T U rf) t f Q f f kunstsinniger und kunstverständiger Sammler, namentlich auf foflüm- w u u U * ” . .
wissenschaftlichem Gebiete, und zugleich als ein Mann von ungewöhnlicher tft CT| ttlUjCttD Ittlü UCwtHtHllCö
Liberalität der Gesinnung ein dauerndes Andenken gesichert, ©eboren v- ;r tttth fnfir Aofiitth
1838 zu Berleburg in Westfalen, wandte er sich dem Buchhandel zu unb jJCtpCH XOfJClt — utlD flCfUnO.
war mehrere Jahre im Verlage des „Bazar" (Modenblatts) tätig. Dort STMtÜrtlfh tlltt WotthUtllttt tißTttiCItbßlL) lernte er seine erste Gattin, Frieda, geb. Gestefeld kennen, bu als Muster- JlUlUUlU) HUI ms '
zeichnerin von wahrhaft künstlerischer Begabung Hervorragendes leistete. 1 „Mondamin" überall zu haben in Paketen L 60, 30 ttr-Io/Vfe-
Prinzen vorbereitet. Um aber nicht bei der Durchfahrt unnütz Zeit zu verlieren, unterließ es der Prinz, in Leoben Halt zu machen. Später erfuhr der Prinz von den Vorbereitungen, die Hotelier Gärtner für seinen Empfang ge» reffen hatte, und daraufhin übersandte er Herrn Gärtner eine Ansichtskarte, die ihn als Automobilfahrer zeigt. Die Karte, die aus Kiel vom 2. v. Mts. datiert ist, trägt die Handschrift des Prinzen und hat folgenden Wortlaut:
„Bedauernd, Ihnen eine Enttäuschung bereitet zu haben, an der ich nicht Schuld. Ihnen für überaus lreundliche Absichten und Aufmerksamkeiten, die jetzt erst zu meiner Kenntnis gelangt, dankend: Heinrich Prinz von Preußen."
• Sprach un kraut. „Das Befinden der Kronprinzessin i't andauernd ein gutes", „die musikalischen Vorträge machten den Abend zu einem genußreichen", „der Empfang war ein äußerst herzlicher" ufro. Warum diese schreckliche Appositionssucht? Warum nicht kürzer, einfacherundschöner: „Das Befinden ist andauernd gut", „die Vorträge machten den Abend genußreich", „der Empfang war äußerst herzlich"? Heraus mit diesem häßlichen Reporterdeutsch aus unserer Presse!
* Ein dreifacher Mord. In Winderbourne (England) wurde der Pfarrer, seine Frau und Schwägerin mit durchschnittenen Kehlen tot in der Wohnung aufgefunden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, doch hat man bisher keinen Anhaltspunkt für die grauen»
an Bakody, und als sie nun auf den blinden Sänger sah, ben Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikels entdeckte sie zu ihrer Ueberraschung, daß es Bakody selbst übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei war. Sie hatte nie von seiner Erblindung gehört und konnte Verantwortung.)
sich nicht erklären, warum er die Bühne verlassen hatte. Siel Daß die obereBahnhofstraße fast täglich durck .gr oße, Vi r 5-, r v r c Vieh- und Schweineherden, die von der Ei enbahld
lieg den blinden Ltraßensanger zu sich rufen und erbot sich, summen, mitunter für den Fuhrwerksverkehr vollständig gesperrt;
ihn zu heiraten. Bakody sagte selbstverständlich nicht nein; ist jedenfalls nichts Angenehmes für den Anwohner,^wenn die Ehe wurde geschlossen und er befindet sich jetzt mit feiner man noch mit bedauerndem Lächeln über diese Zustände, dieStraßv
Frau auf der Hochzeitsreise nach Colorado. passierenden Fremden sieht, denen man den Ausdruck „Dorf" ober
o ' . ~ ■ <vx , -r, - . „armes Gießen vom Gesicht ablesen kann, so kommt man sich
GesundheitSmaßige N a h ru n g ist m den als Geschäftsinhaber sehr klein vor. Daß auch Unglücksfälle größeren Städten der nordamerikanischen Union nach I hierbei vorkommen können, bewies ein Fall am vergangenen den Chicagoer Enthüllungen im Mittel- und unteren Stande Mittwoch morgen, indem eine mächtige Kuh einer großen Herde recht selten. Um diesen Uebeln nach Kräften abzuhelfen, entlief, in ein offenstehendes Hostor durch die HauStüre, den Hans- J b« Aufdecker beS ,®)k«3oer Sumpfs, Upton Sinclair, Nur mar,chw^ und
der unter diesem Titel einen jetzt auch tn deutscher Ausgabe f^tte sich vielleicht in Schlaf- oder Wohnzimmer mit den nötigen vorliegenden (bei Sporholtz in Hannover erschienenen) sen- Hinterlassenschaften breit gemacht. Zwei weitere nette Bilder liefet fationcllen EnthnllungSroman geschrieben hat, in der Nähe an Di-hnwrkttaa-n die Hammstraye und ,u den Mittags,«a-n der L m Bahnhossplatz. Auf letzterem sieht der ankommende Vergnugungs-
New-Porks eine Kolonie gründen, deren Mitglieder zwar eisende, nachdem er unser neues Bahnhofsgebäude bewundert hat, in separaten Hausern leben, aber Küche, Speise- und Gesell- auf c,ne große Versammlung von Trottoirs versperrenden, mit schaftssäle, sowie auch Dienstboten gemeinsam haben würden, überlauter Stimme und in der Luft herumfuchtelnden Händen die Al§ Mitglieder sind alle Klaffen gedacht, di- van eigener ganze Stratze einnehmenden Men,chen. ....„
nf , , r < ~rr Dies alles sind Zustande, die auf die Dauer wohl unhaltbar
Arbeit leben muffen. fmb, und man hofft auf baldige Besserung.
haste Mordtat. I »»«««* verkehr, Volkswirtschaft.
* Der Check als Hochzeitsgeschenk. Vor wenigen Kleine Finanzchronik. Die russische Anleihe Tagen ,sl in London sehr aristo«- W gefeiert stt^n d» W. en er Börse^ IV. Pro, gewrchen. -
worden. ~ie Londoner Blätter berichteten aussilhrlich i*bcr I jy , deren Chef plötzlich starb, befindet sich nun in Z a hl- sie und ermangelten nicht, ihren Lesern die kostbaren Hoch- u n g s s ch w i e r i g k e i t e n. Die Passiva sollen IV2 Mill. Fr. zeitsgeschenke der Reihe nach möglichst ausführlich aufzuzählen betragen; beteiligt sind auch deutsche Banken. — Die Konserven- und zu beschreiben. Darunter >v..rd° als die Wabeeiner an,b^uhl^ m N-ust a^s °b°rd1
reichen Amerikanerin, der Mrs. Dallas Porte, der Miltter im vergangenen Jahr war auch Kranzbühler, der viel der Herzogin von Portland, verzeichnet: ein Check. Weder mit Weinhändlern in Zucker arbeitete, schwer mit hineingezogen au dem Bräutigam noch zu der Braut steht diese amerikanische worden, wozu vor kurzem neue Verluste beim Konservenversand Dam- in besonders nahem verwandtschaftlichen Verhältniffe. S^„rinen S8ctsW* b:tbe,sufu”cen' Me'teltC
Und doch hat sicherlich niemand daran Anstoß genommen, An er Berliner Börse gehen reckt unwahrscheinliche daß sie dem jungen Paare bares Geld schenkte. Im Gegen- Gerüchte um. So kamen aus Petersburg Nachrichten, die die teil, der Check wurde bei dem Festmahle, daS sieh der Trau- Bildung eines Kadettenministeriums als geglückt bezeichneten, ung anschlost, mit d-n übrigen Hochzeitsgefchenken Men sicht. NNoLn^S^^^
bar aufgebaut. Das ist em Punkt, wo mit vSU unseren Daneben vollzog sich in Canada-Wien ein größeres Geschäft, neuerdings wieder so zärtlich geliebten Vettern jenseits des da ein höheres Jahresplus der Gesellschaft gemeldet wurde. Kanals etwas lernen konnten. Und der Augenblick erscheint Pennsylvania und Baltimore-Aktien hingegen waren wieder dazu umso b-sfcr gewählt, als jaerfahrungsgemäb in Deutsch, schwächer. M°nton°m-n^tr°°-n
land die meisten Hochzeiten iin Frühjahr — und tm Herdll erholten sich weiter. Heldburg notierten etwa 100. Russen gefeiert werden und womit die Frage heS zu wählenden von 1902 gingen von 72,50 bis 72,60, Deutsche Bank notierten Hochzeitsgeschenks gerade jetzt an Manchen herantritt. Eine 236, Diskonto-Gesellschaft 182,30, Laurahütte 132,10 Gelsen-
Sitte,' dost wir b°i„> Hochzeitsgeschenk- so wenig er — f und Har-ener 1,20 Proz. b.s darauf sehen, ob die es auch verwenden können, für die es Märkte
bestimmt ist! Bei uns steht nun einmal fest, daß ein Hoch- Gt-ß-n, 31. Juli. 5>er'Auftrieb des heutigen Rind-
zettsgeschenk em Luxusgegenstand sein muß. Und wer sich, viehmarttes belief sich auf ca. 1200 Stück Großvieh und 200 ohne dem Brautpaare ganz nahe verwandt zu sein, erlauben Kälber. Der Vormartt in Milchvieh war trotz der Schwierig- wollte, ihm etwa 50 Flaschen guten Wein oder einen Bon feiten, die ihm von allen Seiten mit Recht gemacht wird, weck „ r ■ qrj„„„En,,? rin hrnr.9ThnnnPment 'N 7ir.r- dadurch die Qualität der Tiere, die auf den Markt kommen,
aus ein Warenhaus ober cm T) 3 herabgedrückt werden muß, wieder recht bedeutend. Wer auch
ehren, der wurde riskieren, als taktlos und aufdringlich a^ bcr Markt selbst zeigte für frischmelkende und tragende Kühe trotz gesehen zu werden. Der Gipfel der Ungeschicklichkeit wäre es der hohen Preise ein überaus lebhaftes Gepräge. Der Markt aber, einfach bareS Geld zu schenken. In der guten „Gesell- war von Käufern vom Rhein und V?ain stark besucht. Thüringer
Ri-viitnater als Handelsleute, die schon die letzten Markte ohne zu kaufen be- ichast könnte man sicher fern, daß e 5 sucht hatten, waren wieder gekommen und kauften einen ganzen
eine Anmaßung, em Almosen empfinden und entrüstet zurück- Transport Ware zusammen, weil sie fanden, was sie für ihre schicken würde. Und wieviel Mühe und wieviel Verdrießlich- Abnehmer in der Heimat suchten, nämlich gute hessische Land- keit ließen sich doch ersparen, wenn wir in dieser Hinsicht kühe. Infolge des guten Futterjahres war bereits bei.dem letzten etwas wentger rigoros .mb zeremon.bs däch.em Dann Mar«i^ar-e Nachfrag-
wurde es nicht mehr vorkommen, daß em junges Brautpaar damit vorgesehen und ettoa 150 Stück aus Ostpreußen, sich an seinem Polterabend, innerlich verzweifelt, für fünf Friesland und Westfalen an den Markt gebracht, die flott ge- Kaffeeservice, sechs Teekannen, siebzehn Photographierahmen kauft und gut bezahlt wurden. Man hörte am Markt, daß sich
'rc ,,, KaSamFom KÄftn irhnr hirtPr unfcte oberhessischen Landwirte nicht entschließen können, ver-
imd elf Tischlampen zu bedanken hatte Statt jeder dteser l Rindviehmästung zu treiben resp. der mangelnden Fleisch- oft sehr teueren Ueberffufffgteiten em kleiner Check m der produttion nachzuhelfen, sie halten das Heranziehen von Vieh
entsprechenden Höhe — das gäbe eine hübsche Summe, mit für die Milchproduktion für lohnender. Schlachtreife Rinder
der sich die Beschenkten dann selbst ausfiichen könnten, was und fette Mhe waren diesmal nur vereinzelt vertreten so daß
•r ' , hh8 ihn»« nnr nOpm nm nnk- sich ein eigentlicher Handel bann Nicht entwickeln konnte. Der
ihnen am besten gefiele und ihnen, vor allem, am nutz $anbet in war flott, da Franksurt, Wiesbaden und
lichsten wäre. Mainz Bedarf hatten, den sie trotz der hohen Preise decken
• Eine romantische Hochzeit fand in Washington mußten. Gehandelt wurden das Paar frischmelkende und tragende zwischen Frau Laweß, einer reichen Witwe, und Charles Kühe 1. Oual. 520—450 Mark, 2. Qual. 420—375 Mark, Bakody, einem blinden S.raßenfbnger statt. Bakody war
früher Opernsänger, sah sich aber schließlich, als er blrnd -x^ere 180—220 Mk., Kälber wurden der Zentner Schlachtgewicht wurde, gezwungen, seinen Lebensunterhalt als Straßensänger abgefetzt 1. Qual. 76—73 Mk., 2. Qual. 70—64, 3. Qual, zu erwerben. Mit der Guitarre in den Händen sang er in I 62—57 Mark. Der Markt wurde fast in allen Viehgattungen d-n Straßen WaflsingtonS und erwarb sich 1° "uSkömm- stuzoerk-ust.^^^^ Q, 3L g„,L nni, Stroh- liches Dasein. Frau Laweß war, so lange Bakody noch in markt. Man notierte: Heu Mk. 3.00 bis 3.20. Stroh Mk. 3.30 der Oper fang, eine feiner Verehrerinnen, verlor ihn aber bis Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Geschäft flott. Die^ bann ganz aus den Augen. Vor einigen Monaten saß sie I starken Zufuhren waren rasch verkauft.


