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politische Tagesschau.
Fürst Bülow
hat seinen Gegnern im Ausland schon oft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Seit seiner jähen Erkrankung hörten Pariser und auch Londoner Zeitungen nicht auf, mit unfehlbarer Sicherheit zu prophezeien, Fürst Bülow werde sich von dem „Schlaganfall" nie wieder erholen und zweifellos sein Amt nicderlegen. Bester als durch alles andere werden solche Behauptungen widerlegt durch die Tatsache, daß Fürst Bülow am politischen Leben vollen Anteil nimmt und im Dienst sich betätigt. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, empfing -er Reichskanzler am SamStag nachmittag den Staatssekretär des Auswärtigen. Herr v. Tschirschky und Bögendorff .dürfte au? Homburg v. d. H., wo er Vortrag beim Kaiser hatte, wichtige Entscheidungen mitgebracht haben, an deren Vorbereitung Fürst Bülow persönlich beteiligt ist. Wäre Fürst Bülow noch in besonderem Grade schonungsbedürftig, so würde ihm gerade die Beschäftigung mit der auswärtigen Politik, die trotz des Abschlusses der Marokkofrage noch manche Sorge birgt, von ärztlicher Seite entschieden verwehrt werden. Auch das Beileidsschreiben, das Fürst Bülow an die Witwe des preußischen VerkchrSministers v. Budde gerichtet hat, beweist die unveränderte geistige Frische des Kanzlers. So ist denn anzunehmen, daß Fürst Bülow bald wieder im Reichstag erscheinen und die Glückwünsche zu seiner Genesung entgegennebmen kann.
Mü Rücksicht auf die DeFetzungZfeier für den verdorbenen Minister 6L Dudde die Sitzung crft um 2 Uhr beginnen zu lassen. Dos Häusl fHmnrt dem zu.
Morgen: Tabaksteuer.
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Kirche itnfc Schule.
-m- Darmstadt, 29. April. Seit Jahren konnten die Abiturienten der Gymnasien und Obcrrcalschulcn direkt als Schul vermalter an der Volksschule Verwendung finden. Die Erfahrungen, welche die Schulbehörde mit diesen zu pädagogischer Wirksamkeit unvorbereiteten jungen Männern machte, gaben in diesem Jahre zur Einrichtung eines pädagogischen Kursus für Gymnasial-- und Oberrealschulabiturienten in Darmstadt Veranlassung. Auf die Meldungen der Abiturienten zum Schuldienste erhielten die Gesuchstcller eine Anfrage, ob sie gewillt seien, vor ihrer Verwendung im Schuldienst einen halbjährigen päd. Kursus in Darmstadt zu besuchen. Der Unterricht erfolgt kostenlos für die Teilnehmer. Von der Teilnahme an diesem Kurse erst wird die Verwendung im Hess. Volksschuldienstc abhängig gemacht. Zu diesem Kursus haben sich nun 20 Kandidaten aus Mainz, Offenbach, Gießen, Fulda, Worms und einer aus Passau gemeldet und bereits am Unterricht teilgenommen. Da im .Hessenlande noch Mangel an Volksschullehrern herrscht und die diesjährigen Abiturienten dec hcsi. Seminarien fast alle schon im Schuldienste verwendet sind, haben die Kandidaten nach Beendigung des päd. Kursus Aussicht, baldigst Unterkommen im Volksschuldienste zu finden.
Deutsches Reich.
Berlin, 30. April. Der Kaiser hat den Kronprinzen mit seiner Vertretung bei der morgen mittag im Konferenzsaal des Eisenbahnministeriums stattfindenden Trauerfeier für den verstorbenen Staatsminister v. Budde beauftragt.
— Die deutsche Regierung hat am 28. Juni Einladungeu zu einer Konferenz betr/die Funkentelegraphie ergehen lassen. Eingeladen sind außer den europäischen Staaten die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Egypten, Argentinien, Brasilien, Chile, Japan, China, Mexiko, Persien, Perm, Siam und Uruguay. Als deutsche Vertreter sollen an dieser Konferenz teilnehmen Staatssekretär Krätke, Unterstaatssekretär Sydow u. a.
— Tie „Börsenztg." hört zuverlässig, Generalleutnant Schubert, mit dem Verhandlungen wegen der Ueber- uahme des A r b e i t s m i n i st e r i u m s gepflogen worden seien, ersuchte unter Hinweis auf seine verschiedenartigen Aemter von seiner Person a b z u s e h e n.
Dresden, 30. April. Der König bewilligte dem Vor- isitzendcn des Staatsministeriums, Staatsminister von Metz sch, die aus Gesundheitsrücksichten erbetene Versetzung in den Ruhestand und übertrug dem Gesandten kin Berlin, Grafen H»ohenthal-Bergen, die Leitung der Ministerien des Innern und der auswärtigen Angelegenheiten, sowie dem Staatsminister Tr. Rueger den Vorsitz des gesamten Ministeriums.
Breslau, 30. Llpril. In Kandrzin fand eine Versammlung der oberschlcsischen kathol. Geistlichkeit statt, in Der die Frage berate:: wurde: Soll sich der Klerus politisch überhaupt noch betätigen oder nicht. Mit überwiegender Mehrheit erklärte sich die Versammlung für eine politische Tätigkeit, da die politischen Fragen zurzeit «culch kirchliche Interessen berühren und der Klerus selbst tin der Politik diese Fragen auch von Amtslvegen zu ver> treten hat.
Schwerin, 30. April. Die Verfassung S'f rage, soll nun endlich gelöst werden. Wie auS absolut sicherer Quelle verlautet, liegt der Entwurf für diese Verfassung im Ministerium vor.
Straßburg, 30. April. Für die Reichslande soll eine Ausgestaltung der Verfassung in Aussicht stehen. Dem Vernehmen nach soll von 1907 ab an die Stelle des kaiserlichen Rates ein Verwaltungsgerichts- h o f treten.
Aus SraSt uns £anö.
Gießen, den 1. Mai.
- Herr A. Peppler, der Leiter des Hess. landw. Wetterdienstes am landw. Institut, der sich in dieser Stellung mannigfache Verdienste und vielseitige Anerkennung in weiteren Kreisen unserer ganzen Provinz erworben hat, ist, wie uns mitgeteilt wird, zum Vorsteher der reichsamtlichcn Wetterdienststelle in Bromberg vom preuß. Landwirtschaftsministerium berufen worden. Der Dienst wird, wie wir hören, ganz in derselben Weise durch Herrn Wilhelm Peppler weitcr- geführt werden.
” ^ie Wahlen für die hessische Landwirtschaftskammer werden, wie verlautet, Mitte Juli vor- genommen werden. Es werden damit gegenüber der jetzigen bernfsständischcn Vertretung der Landwirtschaft einschneidende Veränderungen cintcetcn. Zur Landwirtschaftskammer werden die kleinsten Orte, wenn sie eine große Zahl landwirtschaft
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kicher Betriebe haben, die meisten Wahlmanner wählen, die dann auch auf die Wahl selbst einen großen Einfluß ausüben können.
*♦ Tagesordnung für d i e Sitzung der Stadt- vcrordnctcn-Vcrsammlung am 3. Mai, nachmt 4 Uhr. T. Mitteilungen. 2. Baugesuck des Jvhs. Leichtweiß für die Sonnenstraße. 3. Desgl. des G. Trinkaus für den Seltersmeg; hier: Befreiung. 4. Tesgl. des A. Helfendem für den Wicsecker- weg: hier: Befreiung. 5. Desgl. des L. Zutt für die Ludwigstraßc; liier: Befreiung. 5. Desgl. des D. Sckmckhardt für die Diczstraßc. 7. Gesuch des I. Jtttnann dahier um Erlaubnis zur Anbringung eines Firmenschildes am Hause Plockstraße 14. 8. Baugesuch des Karl Nicolaus dahier für Ecke Ntoltkestraße und Roonstraße. 9. Baugesuch des Karl Nowack für den Scltcrswcg. 10. Ausbau der Goethestraße zwischen der Stephan- und Henselftraßc: hier: Vergebung von Arbeiten. 11. Verbreiterung der K'reisstraßc nach Heuchelheim; hier: Kvftenanteil der Stadt. 12. Verlegung der Kteisstraße von Gießen nach Krofdorf; hier: Kostenanteil der Stadt. 13. Erwerb von Gelände zum Ausbau der Kreisstraße Gießcn-Wisinar. 14. Feldbereinigung rechts der Lahn; hier: Kvftenanteil der Stadt. 15. Entwässerung der Vichwagenremig- ungsanstalt; hier: Benutzung städt. Oseländes. 16. Erwerb des Grundstücks Dammstraße 26. 17. Gesuch von Georg Schwan II. Neustadt 75 um Anschluß ans Elektrizitätswerk. 18. Gesuch des Vorstandes des Gießener Lesehallenvereins um Uebcrlasiung weiterer Räume. 19. Gesuch des Vorstandes der Elistbetb-Klein- kinderschule um Otewährung einer Unterstützung. 20 Festsetzung des Schulgeldes für die Vorschule des Gymnasiums. 21. Erhöhung des' Schulgeldes an der höheren und erweiterten Mädchenschule. 22. Teilung von Klassen der höheren Mädchenschule. 23. Qucllfassung des Hubertusbrunnen. 24. Verbesserung der alten Stollenanlage bei Großen-Buseck. 25. Anlage eines Schachtes zum Wasserverteilungskasten bei der Bürgermeisterei. 26. Gesuch des Peter Kaiser dahier um Erlaubnis zum Wirtsckasts- betrieb im Hause Walltorstraße 38. 27. Desgl. des Josef Oppcrs für Wolfstraße 9. r 28. Desgl. des Karl Geffert für Kaplaneigassc 7. 29. Desgl. des Löb Grünewald für Wcstanlage 35. 30. Desgl. des Heinrich Abel für Asterweg 7. 31. Desgl. des Gustav Trinkaus für Seltersweg 50. 32. Desgl. des Christian Duill für die Grünbergerftraße 89.
** Gießener Frauenverein. Der Gießener Frauenverein hielt Samstag, 28. April, im unteren Saal der Aliceschnle feine erste ordentliche Mitgliederversammlung ab. Sie wurde durch die Vorsitzende, eröffnet, deren Bericht wir folgendes entnehmen. Im März v. Js. gründete sich in denselben Räumen der Hausfrauenverein, der es sich zur besonderen Aufgabe machte, sich der D i e n st b o t e n f r a g e zuzuwenden. Welch großen Zuspruch die am 1. April 1905 eröffnete für Dienstboten unentgeltliche Stellenvermittlung gesunden hat, beweist die Tatsache, daß im abgelaufenen Geschäftsjahr an Personal 284, an Herrschaften 544 sich gemeldet haben. Außerdem fanden 180 Laufund Putzfrauen mehr oder weniger Beschäftigung. Veranlaßt durch die zahlreichen Mängel, die sich in Gießen im Sommer am fühlbarsten machen, und daß hier, wie sonst überall, wirkliche Not an geschulten Dienstboten ist, hat der Verein den Beschluß gefaßt, hier in Gießen eine Dienstbotenschule zu errichten, wie solche in anderen Städten mit schönstem Erfolg bereits tätig sind. Die jungen Dienstmädchen sollen sich darin Kenntnisse in Hans- und Küchenarbeit, wie Waschen und Plätten erwerben, die ihnen ein gesichertes Fortkommen in ihren Stellungen, wie später eigenen Hallshaltungen gewähren, unb was besonders dazu beitragen soll — die Dienstbotenstellung wieder 311 einer geachteten zu machen. — Es ist daher sehr wünschenswert und zum Vorteil aller Haushaltungen, wenn dem Frauenverein allseitig recht reges Interesse entgegen gebracht wird unb demselben immer noch mehr Mitglieder zugeführt werden. — Dank eines vortrefflichen Vortrages der Vorsitzenden des Kaufm. Vereins, Frau Joh. Wäscher in Kassel, wurde am 24. Februar von dem Frauenverein in den Räumen des Kaufm. Vereinshauses der Kaufm. Verein für weibliche Angestellte gegründet. Dieser wird im Mai eine Handelsschule eröffnen, in der junge Mädchen gründlichste Ausbildung von bewährten Kräften in allen kaufm. Zweigen, wie Buchführung, Stenographie, Maschinenschreiben re. geboten wird. Das Haupt- thema der Versammlung bildete die Eröffnung einer unentgeltlichen Nechtsschutzstelle für mittellose Frauen und Mädchen. Schon seit letzten Herbst nehmen eine Anzahl Damen an juristischen Belehrungen teil, um sich später, mit der notigen Vorbildung ausgerüstet, in den Dienst der Rechtsschutzstelle stellen zu können. Nachdem die Vorsitzende den Jahresbericht beendet hatte, ex'griff Fräulein Mina Pfungft au§ Frankfurt a. M. das Wort, die der dortigen Rechtsschutzftelle vorsteht. Sie verstand in fesselnder Weise von ihrer Wirksamkeit zu erzählen, von dem Mißtrauen, das man der Rechtschutzstelle anfangs entgegenbrachte, und schilderte dann eingehend die Not und das Elend, das sich ihnen jetzt, da ihre Hilfeleistung außerordentlich stark in Anspruch genommen wird, überall darbietet und zeigt, wie sehr Hilfe not tut den-vielen Frauen und Mädchen, die Rechtsdingen so gänzlich unwissend gegenüber stehen unb in Ehestreitigkeiten, Alimentenklagen unb Vor- munbschaftssachen weder aus noch ein wissen. Die hiesige R e ch t s s ch n tz st e l l e soll im Oktober d. I. ihre Tätigkeit beginnen und wird sich natürlich, wie alles Neue, erst langsam ihren Weg bahnen müssen. Wir hoffen jedoch von Herzen, daß all die edlen Bestrebungen des Frauenvereins, dessen Mitglieder sich so selbstlos in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen, überall in Gießener Frauenkreisen freundliches Interesse und Entgegenkommen erwecken. Der jährliche Beitrag, einschließlich für die Rechtsschutzstelle, beträgt 5 Mk., für letztere allein 1 Mk. — Bei der Wahl des Vorstandes für die Rechtsstelle wurde einstimmig als 1. Vorsitzende Frau Schneider wiedergewählt, die seit dem Bestehen des Vereins diesem in aufopfernder Weise ihre vollste Kraft gewidmet und ihn zu großem Dank verpflichtet hat. Nachdem noch die Einnahmen unb Ausgaben des abgelaufenen Jahres verlesen waren, schloß die Versammlung um 8 llhr.
ch. Laubach, 30. April. Aus Bensheim traf heute hier die Trauernachricht ein von dem Ableben des im 46. Lebensjahre stehenden Oberlehrers Prof. Becker, der am Karfreitag ernstlich erkrankte. Prof. Becker war von 1888 bis 1904, also 16 Jahre, am hiesigen Gymnasium tätig. Ein warmes Andenken ist ihm gesichert. — In den letzten Nächten voriger Woche haben Nachtfröste großen Schaden getan. Die Temperatur sank auf —4 bis 5° C. Die Birnblüten sind meistens vernichtet.
Aus Altenstadt, 30. April. Zwei Revisionsbeamte auS Darmstadt revidieren und ordnen die Bücher des vergangene Woche verstorbenen dortigen Sparkasfenrechners. Wie gemeldet, ergaben die Ermittelungen kurz nach dem Tode de§ Rechners, daß in der Kaffe etwa 30000 Mark fehlen. Die nahen Verwandten des Verstorbenen haben sich bereit erklärt, das Manco zu decken.
a. Wallenrod, 30. April. Einem hiesigen Manne wurde von einem anderen ein Stück aus dem Ohr gebissen. Es ist dies das zweitemal, daß der Bissige einen Mitmenschen verletzt hat.
a. Landenhausen, 30. April. Eine recht rohe Tierquälerei ließen sich einige Leute aus Salzschlirf zu Schulden kommen. Sie hatten in den Gewässern nach Schlitz zu, auf hessischem Gebiete, Frösche gefangen, ihnen die Hinterbeine abgeschnitten und dann wieder ins Wasser geworfen. Die Rohlinge wurden auf frischer Tat ertappt und konnten zur Anzeige gebracht werden.
Aus dem Kreise Lauterbach, 30. April. Vom 1. Mai ab wird das Schweinefleisch einen Abschlag von zehn Pfennig erhalten. Der Ladenpreis beträgt 70 Pfg., der Einkaufspreis (Schlachtgewicht) 64—65 Pfg.
a. Lauterbach, 30. April. Dieser Tage kehrte m einem hiesigen Restaurant ein in den 30er Jahren stehender Mann ein. Der Wirt unterhielt sich einige Augenblicke mit dem Fremden und ließ dabei seinen goldenen Zwicker im Werte von 18 Mk. auf dem Tische liegen. Der saubere Gast benutzte einen günstigen Augenblick und verschwand unter Mitnahme des Zwickers.
[] Marburg, 30. April. Die Walpurgisfeier der Marburger Studenten nahm auch diesmal, trotzdem das Mailüftchen etwas kühl wehte, einen schönen Verlauf. In allen studentischen Vereinshäusern herrschte bei Musik und Gesang eine fröhliche Stimmung und nach Anbruch der Dunkelheit zeigten sich das Schloß, der Spiegelslustturm, die verschiedenen Kneipen usw. prächtig beleuchtet. An den Bergwänden bemerkte man die sich hin und her windenden Lampionzüge der Studenten. Die traditionelle Maifeier deS Corps „Nassovia" auf dem Marktplatze hatte wieder eine große Menschenmenge auf die Beine gebracht. Das fröhliche Treiben dauerte bis in die Morgenstunden.
* Kleine Mitteilungen n u 5 Hessen und den Nachbarstaaten. In S ch 0 tt e n starb im Alter von 77 Jahren der reichste Mann der Stabt, Rentner P rösch er, ber einer alteingesessenen Familie entstammte. — Bei Bingen würbe in einem Weinberg die scheußlich zugerichtete Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden.
* Kleine Tages cbronik In dem Schlosse des Grafen P ü ck l e r auf Kleiu-Tschirne (Schlesien) entstand ein größeres Feuer, welches den Dachstuhl unb bas Gesindehaus einäscherte. Verbrannt sind unter anderem verschiedene Ausrüstungsgegenstände zu den Reiterfesten des Grafen und einige von den Uniformftücfen. — In München erstach der Agent Hüttinger seine frühere Geliebte, die Näherin Seywald, unb erhängte sich dann. — Auf dem Bahnhofe D 0 r st s e l d (Wests.) ist ein G ü t e r z u g mit einem beladenen Bauznge zusammen g e st 0 ß e n. Sänüliche mit Kiee beladene Wagen des letzteren Zuges wurden zertrümmert. Die Geleise von und nach Dortmund waren während 5 Stunden gesperrt. Der Materialschaden ist bedeutend. Personen wurden nicht verletzt. — In Rheydt hat sich der 75 Jahre alte Rentier Göters erschossen. Er litt seil längerer Zeit an einem Augenübel. — In Antwerpen ereignete sich an Bord bes Dampfers Sardinia ein schwerer Unfall. Drei Mann verloren das Gleichgewicht unb stürzten m den Laderaum. Zwei waren sofort tot, ber dritte ist schwer verletzt. — In Lyon stieß ein Straßenbahnwagen mit einem Lastwagen zusammen. Der Straßenbahnwagen wurde vollständig zertümmert unb ber Führer getötet, 12 Personen wurden leicht verletzt. — In Magdeburg ist der Berliner Rennfahrer Frendenberg, ber beim Rennen stürzte, seinen Verletzungen bereits erlegen. Er kollidierte beim Eröffnungsrennen mit einem zu früh auf die Bahn gelassenen Schrittmacher-Molor. Die Lenkstange beö Motors bohrte sich in den Oberschenkel ein unb zerriß ihm bie Schlagader. Obgleich Freudenberg sofort ins Krankenhaus eingeliefert wurde, konnte ihm doch feine Hilfe mehr gebracht werden.
Arbeiterbewegung.
(h.) Offenbach, 28. April. In Sacken ber Ausstands- beweg ung her Former, von bereu Ausgang ber Verband ber Metallindustriellen die Aussperrung von etwa 16 000 Arbeitern abhängig macht, werden heute voraussichtlich die Verhandlungen fortgesetzt. Dieselben haben, wie von feiten der Arbeitgeber mitgeteilt wird, insofern zu einer Verständigung geführt, als die Arbeiter die Positionen 1 und 3, Minimallohn und Arbeitszeit, unter Vorbehalt der Zustimmung ber einzu- berusenden Versammlung der streikenden Former, zurückgezogen haben. Ueber die übrigen Punkte des Tarifes hat man sich bereits verständigt. Die von den Arbeitgebern angedvohte Kündigung erfolgt trotzdem und wird solange aufrecht erhalten, bis volle Einigung erzielt wird.
Auszug aus der „Berliner klinischen Wochenschrift“
(mit eine ber ersten mebizinischen Zeitungen Deutsch'» lanbs); diese schreibt in ihrer No. 22 1904 in einem Aufsatz von vr. Max Heim: „Kurz zusammengefaft, können wir auf Grund unserer Beobachtungen über das Bioson folgendes sagen: 1. Das Bioso 1 verbindet mit einer guten ernährenden Wirkung die blutbildende des Eisens und die neruenftärfenbe bes Lezithins. 2. Es ist ein durchaus reizloses, gutes Eiweißpräparat, welches auch burch längere Zeit genommen, keinerlei Verdauungsstörungen nach sich zieht. 3. Es wird auch in akuten fieberhaften Krankheiten gut vertragen. 4. Es besitzt appetitanregende Wirkung. 5. Es ruft eine Vermehrung des Körpergewichts hervor, zuweilen in auffälliger Weise. 6. Es vermehrt den Hämoglobingehalt des Blutes bei Chlorotischen und v2ln mischen unb die Anzahl der roten Blutkörperchen. 7. Es wirkt günstig bei der Behandlung von Erschöpfung, nervösen und neurasthenischen Zuständen. 8. Es ist das billigste im Vergleich zu allen anbcreit Präparaten, bie ähnlichen. Zwecken bienen". Bioson ist in Apotheken und Drogerien da? halbe Kilo-Paket zu drei Mark erhältlich. Wer sich noch über den Wert und die Wirkung dieses zur Zett besten, billigsten und zuträglichsten blutbilbeitden Nähr- und Kräftigungsmittel belehren will, lasse sich vom Bioson- werk Bensheint kostenlos die Broschüre von I)r. Nob. Schultze mit den Berichten der Professoren, Kliniken, Krankenhäusern usw. schicken.
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/ Komm lieber Mai und mache tbie Bäume micber grün, damit der gefährliche Nachwinter endlich ein Ende nimmt. Alle Welt ist erkältet und weint man nicht Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen hätte, bann müßt' ick wahrhaftig nicht, ivas man aniangen sollte. Die Sobener sind eben doch eine rechte Wohltat, bie man gar nicht warnt genug empfehlen kann. Wer sie nicht A kennt, ber ist es seiner Gesunbheit schulbig, einen Versuch damit zu machen. Die Schachtel kostet 85 Pfg. Zu haben 1F in allen Apotheken, Drogen, unb Mineralwasserhanblungen. dontxrts mit Firma billigst vrüdl'iÄe UniveriitätL-vruckerei. Sietzen.
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