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12.1.1906 Erstes Blatt
 
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legelri-Bcsitzer, -LG r 1906 Felbbrandsiem- lafien wollen, können

-auensvoll an Ziegel- Martin Zilch, «ouö- ' vebra wenden, l,in

Jt m der Doppelte« haltvvg gejucht.

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L FE. Jahrgang

Erstes Blatt

Seneral-Anzeiger

Die heutige Mimmer umsüßt 12 Seiten.

iu Brand geraten.

f ü r Staatsprüfungen.

oberungSpläne des K a i f e rs, die sich ohne weiteres als Erfindungen bezeichnen lassen. Wie sich aus den Akren er­gibt und auch sonst in maßgebendster Werse bezeugt ist, bestand gerade in der Behandlung der chinesischen Frage zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Hohenlohe rückhaltlose Einmütigkeit. Ebensowenig Glaubwürdigkeit darf der Tirnes-Korrefpondent für die Bemerkungen beanspruchen, die er dem Fürsten Hohenlohe über seinen Nachfolger in den Mund legt.

Stettin, 11. Jan. In der heutigen Stadtverord­netensitzung wurden 65 OOO Mark als einmalige Teuc- rungsbeihilfe fürdieBeamten und sonstigen im Dienste der Stadt stehenden Personen mit nicht mehr als 2000 Mk. bewilligt.

Dres den, 11. Jan. Der frühere Staatsminister Dr. v. No st iz-Wallwitz ist heute im Alter von 80 Jahren gestorben.

Posen, 11. Jan. Die Stadwerordneten lehnten den freisinnigen Antrag ab um Gewährung von 1000 Mk. :ur Unterstützung der Juden Rußlands, weil für eine deutsche Stadt keine Veranlassung b erliege, russische Juden zu unterstützen. Auch wurde ein konservativer Antrag ab­gelehnt, 3 0 0 0 Mark zur U n t c r st ü tz u n g der Reichs- deutschen in Rußland zu bewilligen.

jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- it. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko; für Stadt und £anb" und Genchrssaal": Ernst Heß; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

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trfdetnt tS-N§ außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Aiehener Familien, blätter viermal in der

Woche beigetegt Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schon Univers.-Buch-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion, thwedckio« und Druckerei:

Sck ul st raße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exped.^^51 Adresie für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Berliner SLraßcnkuridgebrrngerr.

Die ,Tägl. Rundschau' weiß über die am 21. d. M. stattfindenden sozialdemokratischen Versammlungen aus an­geblich zuverlässiger Quelle zu berichten:

80 Versammlungen finden gleichzeitig um 12 Uhr statt. Es wird dafür gesorgt werden, daß sie nicht allzu stürmisch verlaufen, um nicht vor der Zeit aufgelöst zu werden. Zu einer genau ver­abredeten Stunde werden sämtliche Versammlungen geschloßen und die Straßen-Kundgebungen begonnen. Die Parole hecht: nach dem Schloß. Soziatdemokr. Ordner mit Armbinden fotten mr 'Ruhe und Ordnung sorgen, soweit dies dann noch möglich ist. Tie Regierung hat dagegen folgende Maßregeln.getroffen: Der S ch l o ß p l a tz und die Zugänge werden, da im ©cbloß das Ordensfest gefeiert wird, in der üblichen Weise abgesperrt. Selbstverständlich ist die ganze Volizei aufgeboten ^iese wird genau den gesetzlichen Bestimmunaen entsprechend Iriedlich einherziehende Gruppen unbehelligt lassen, dagegen ;ede Storung der Ordnung, sowie jeden Besuch, einen , öffentlichen Umzug zu veranstalten, der bekanntlich einer vorherigen polizei­lichen Genehmigung bedarf, durch sofortiges Eingreifen verhmdern. Für den Fall, daß der Polizei Widerstand entgegengesetzt werden sollte und ihre eigene Kraft nicht ausreicht, werden s ä in 111 ch e Berliner Truppen einschließlich der Kavallerie und Artillerie in ihren Kasernen versamnielt und zum u n ° verzü glich en Aus marsch bereit gehalten. Der Er­fahrung entsprechend, daß f l a ch e Hiebe und Schüsse über die Köpfe hinweg nur die Wut der Menge reizen, ohne sic einzuschüchtern und somit nur größere Ausschreitungen und größeres Blutvergießen Hervorrufen, ist diesmal von dem Ministerpräsidenten ausdrücklich ungeordnet worden, dag l'olizei und Truppen, falls sie zum Gebrauch der Wa'ffen gezwungen werden sollten, diese sosort regelrecht mijiiroenben.

Es ist zweckmäßig, daß bereits fetzt auf die gefährlichen Möglichkeiten aufmerksam gemacht wird, denen sich die Teil­nehmer an den Umzügen aussetzcn. Da in Berlin wie -kaum in einer anderen Stadt die Neigung des Publikums groß ist, dabei zu sein, wo etwas vor sich geht, so werden wohl die Hauptstraßen an dem Sonntag Mittag von einer kolossalen Menschenmenge überflutet sein. Die Spitze der Parole ist unverkennbar. Hier wird nach russischem Muster gearbeitet, und es laßt sich begreifen, das zumal in einer Stadt wie Berlin, die an »Gesindel schlimmster Art keinen Mangel hat, die einen starken Zuwachs durch' russische Revolutionäre, denen der Boden zu heiß geworden, bekommen hat, alles geschehen muß, um der Ent­wicklung russischer Zustände vorzubeugen. Daß Polizei und Truppen unverzüglich die volle Schärfe der Waffen gegen offene Auflehnung gebrauchen sollen,- kann unter diesen Um­ständen nicht als Härte aufgefaßt werden. Wer den Radau mitmacht, muß sich eben sagen, daß er seine Haut dabei zu Markt trägt. Es ist lächerlich, daßOrdner", für Aufrecht­erhaltung der Ruhe sorgen sollen. Smd die Massen erlt in Bewegung, dann pfeifen sie auf die Ordner. Einige Garantie für Vermeidung von Zusammenstößen läge allenfalls darin, roenn sämtliche sozialdemokratische Abgeordnete, Bebel und Singer an der Spitze, die Straßenumzüge die von der Polizei nicht geduldet werden sollen begleiten würden. Wir bezweifeln bis auf weiteres, daß dies geschieht. Die Führer werden sich mit Reden gegen das preußische Wahl­recht in Den Versammlungen begnügen. Erreicht wird durch die Demonstration nichts. Oder nur das eine Unerwünschte, daß die Regierung den Scharfmachern in die Arme getrieben wird, die feit langem ein neues Sozialistengesetz fordern. Der 21. Januar kann für die preuß. Sozialdemokratie ver­hängnisvoll werden.

In Dresden sollen die für den 21. Januar geplanten 3)1 affenVersammlungen verboten werden.

Aus Stadt rrnS Land.

Gießen, den 12. Januar.

** Personali - u 2. K. H. der Großherzog haben dem Großh. Gerichtsaffessor Dr. Wehner aus Gießen für die Tauer seiner Verwendung bei Großh. Kabinettsdirektion den Charakter als Kabinettssekretär erteilt. S. K. H. der Großherzog haben den Kreisamtmann bei bem Krcisamt Lauterbach, Regicrungsrat Friedr. v. Bechtolb zum Kreis­rat bes Kreises Lauterbach, ben Polizeikommissär bei

Krertag. Jammr 190(5

VezugSvreiS: monatlich 75 Pf., mertel-

Auf Gründ Allerhöchster Ermächtigung S. St'. H. des GroßherzogS sind der Vorsitzende der seilh. Prüfungskommission für das Finanz- und technische Fach: Großh. Ministerialrat i. P. Geheunerat Dr. Schäffer und die fBlitglicber biefer Kommiiston Ministerialrat Geheunerat Wilbranb, Geh. Schulrat Münch, Geh. Baurat Prof. Berndt, Geh. Oberbaurat Poseincr; Geh. Oberbergrat Braun, Geh. Cberbmirat Jmrolh, Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann, Großh. Geh. Oberfinanzrat Bornfchener, Gehsimerat Pros. Dr. Rittler, Oberrechnungskamwer-Präsident Ewald, Geh. Oberrechnungsrat Dr. Franck, Geh. Oberfinanzrat Dornseiff, Ministerialrat Lreih. von Biegeleben, Geh. Oberforstrat Tbaler, Kreisrat Freth.- Schenck zu Schweinsberg in Alzey, Geh. Oberbaurat Coulmaim, Mmisterml- rnt Dr. Becker, Oberfinanzrat Glässing, Geh. Oberforstrat Dr. Walther, Geh. Oberfinanzrat Dr. Fuchs, Oberbaurat Schmick, von ihren Funktionen enthoben worden. Auf Grund der Bestimmungen der Verordunng vom 2. Dezember 1905, die Prüfungskommission für bas Finanz- und technische Fach be­treffend, find nut Wirkung vom 1. Januar 1906 ernannt worden: I. Ministerialrat Geheimcrat Wilbrand zum Vorsitzenden, Geh. Oberf orstrat Thaler zum stellv. Vorsitzenden, Geh. Oberforslral Dr. Wallber sowie Geh. Oberfinanzrat Dr. FuchS zu Mitgliedern der P r ü i u u g s k o m Mission für das Forstsach in Darm­stadt; II. Ministerialrat i. P. ©ebeimerat Dr. Schäffer zum Vorsitzenden, Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben nun stellv. Vor- sitzenden, Geh. Baurat Prof. Berndt, Geh. Oberbaurat Poseiner, Geh. Cbcrbcrgrat Braun, Geh. Cbcrbmirat Jmrolh, Geh. Ober-- baurat Prost Hofmann, Geheimcrat Prof. Dr. Rittler, Geb. Ober­bau rat Eoulwann, Oberbaurat Schmick, Baurat Knapp und Kreis-- amtmann Dr. Rranzbühler zu 2)litglicbcrn des Technischem

heinzerling, gestorben ist. Der im 82. Lebensjahr ver­storbene Gelehrte ist ein Sohn Hessens, und wirkte längere Zeit auch an unserer Landesuniversität, an der er seinerzeit: auch einen Teil seines Studiums absolviert hatte.

Geboren am 15. Dezember 1824 in unserem Nachbarort Großcn-Bufeck, besuchte Hcinzerlmg das Gymnasium zu Darmstadt und die höhere Gewerbeschule und studierte von 1846 an der Universität und Akademie der Künste in Berlin. Von 1847 setzta er seine Studien an der Universität Gießen fort und bestand int Herbst 1848 die Fakultätsprüfung für das Baufach, welche zur Führung des Doktortitels berechtigt. 1848 fänb er Verwendung bet der Großh. Direktion der Alain-Neckarbahn zu Darmstadt untev Eckhardt bei Herausgabe desAllas über die Konstruktion der Bauwerke der Main-Neckar-Eilenbahn auf Großh. Hessischem Ge­biet". 18481849 und 18491850 absolvierte er einen Kursus bet. den Sekretariaten der Großh. Direktion der Main-Wefer-Bahn unb- ber Großh. Ober-Baubirekuon in Darmstabt. 18501856 arbeitete er auf bem Bureau bes Sektionsingenieurs Eickemeyer. Gleich­zeitig erteilte er vier Jahre ben Zeichenunterricht am Gymnasium zu Gießen. Ostern 1860 übernahm er die Stelle als Lehrer be§ Bauingenieurfachs an ber höheren Gewerbeschule zu Darmstabt. Im Herbst 1564 roitrbe er zum Außerordcntlicheu unb 1868 zum orbentlichen Professor ber Bau- und Jngenieurwißenschaften an ber Gießener Universität ernannt. Um Unterlagen für die statischen Berechnungen von Hoch- und Drückenbauten zii schaffen, verfaßte er hier:Grund,rüge der konstruktiven Anordnung unb statischen Berechnung ber Brücken- unb Hochbau-Konstruktion, ein Beitrag zur allgemeinen Theorie unb Systemkunbe der Bau-Konstruktionen' (1870) joroieDie angreifenbcn und widerstehenden Kräfte dep Brücken- und Hochbau-Ronstruklionen" (2. Aufl. 1876). 1870 folgte er einem Ruf als Professor des Brückenbaues und ber höheren, Baukonstruklion an bie neugegründete technische Hochschule in. Llachen. Unter seinen praktischen Arbeiten ist die Anlage einer Wasserleitung vom Schiffen berg nach dem Forstgarten, der Umbau, der Schwanenapothcke in Wetzlar und der Neubau von Post- gebäude und Stallung in Wetter bei Marburg zu erwähnen.

* Eine Sitzu ng des Provin zial-A usschusse§ der Provinz Oberhessen sindct am Mittwoch, 17. d. M., vormittags 9. Uhr mit folgender Tagesordnung^ statt: 1. Enteignung für das Hauptsiel und die Kläranlagen der Stadt Gießen; hier die Entschädig­ung. 2. Enteignung von Gelände zur Erweiterung dev Haltestelle Ehringshausen, Kreis Alsfeld.

** Saatzuchtkurs in Gießen. Zur Förderung der Saatgutzucht und um den Landwirten Gelegenheit zu geben, ihre Kenntnisse in der Sortenkunde und anderen Saalguijragen zu erweitern, veranstaltet der Hessische Land­wirtschaftsrat in der Zelt vom 22. bis 25. Januar 1906 unter Leitung des Herrn Professor Dr. Gisevius-Gießens, einen Saat?,uchtkurs für praktische Landwirte. Ter Kursus findet in Gießen statt. Vormittags werden; zwei Stunden Vorträge überSortenkenntnis",Kreuzung; und andere Zuchtmethoden in ihrer praktischen Ausführ­ung", Hilfsmittel bei der Saatzucht" undSamenprus-.- ung" und nachmittags praktische Demonstrationen abge-, halten. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt und die Teil- nehmerliste wird nach Anmeldung einer bestimmten An- zcchl Teilnehmer, spätestens aber am 15. Januar, geschloffen. Tie Teilnehmergebühr Beträgt für Inhaber von Saatbau- stellen und für die Beamten der landwirtschaftlichen Kör­perschaften und Schulen 3 Mk., für andere Teilnehmer 15 Mark. Anmeldungen sind schriftlich bis spätestens' 15. Januar an den Hessischen Landwirtschaftsrat-Darm­stadt, Bismarckstraße 78 zu richten.

** I n der Gesellschaft für Erd- und Völker» künde, in der gestern Abend Hofrat E. von Hesse-Wartegg aus Luzern über die Eulwicklung de§ nordamerikanischen. Westens einen Lichtbildecvortrag halten sollte, gab es eine kleine Ueberraschung. Der Vürlragende war nicht erschienen und hatte auch nichts von sich hören lassen. Damit die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste sich nicht vergeb­lich bemüht hatten, sprach der Vorsitzende der Gesellschaft,. Prof. Dr. Sievers unter großem Beifall gewissermaßen quS> bem Stegreife über die Entdeckungsgeschichte Südamerikas.

*> Brand. In einem Hause der Sandgasse ent­stand heute Morgen ein Zimmerbrand, wobei ein Bell und sonstiges Hausgeräthe verbrannte. Die Frau hatte, um den Kaffee warm zu halten, um bie heiße Kanne ein Tuch geschlungen und so die Kanne auf den Tisch gestellt. Während sie nun das Haus verlassen hatte, war das Tuch

dem Polizeiamt Darmstadt, Polizeiamtmaun Hch. Gebhardt zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Lauterbach und den Regierungsasiessor Paul Emmerling zum Polizci- kommissär bei dem Polizeiamt Darmstadt mit dem Titel Polizeiamtmaun und dem laufenden Rang eines Kreisamt- manns ernannt. Ernannt wurde die Lehrerin an ber höy. Mäbchenschule zu Stargarb Julie Laffert zur Lehrerin an ber höheren unb erweiterten Mädchenschule zu Gießen, unter Belassnng in der Kategorie der Volksschullehrerinnen, mit Wirkung vom 1. Januar 1906. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Richard Schäfer aus Wallernhausen, im Kreise Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langenhain, im Kreise Friedberg. S. K. H. der Groß­herzog haben dem Stationsvorsteher 2. Klasse Friedr. Will). Wöhrn zu Guntersblum die unkündbare Anstellung ver­liehen.

** ProfessorHeinzerling Auch Aachen kommt die Trauer-Nachricht, daß der Professor für Brückenbau und höhere Bankonstrnklion, Geh. Regierungsrat Dr. Friedrich

Arrsrand.

London, 11. Jan. Die englischen Zeitungen werden morgen zwei Briefe veröffentlichen, welche die englisch­deutsche Annäherung fördern sollen. Ter erste trägt die Unterschriften von 41 her l^rvorragendsten deutschen Vertreter der Wissenschaft, Kunst, Litera­tur und Gelehr te nwelt und wendet sich an das Verantwortlichkeitsgefühl der englischen Presse. In dem Briefe wird erklärt, daß in Deutschland jetzt keine Verstimmung gegen England existiere. Tie Unter­zeichneten glauben, daß bte Vollständigkeit europ. Kultur in Zukunft zum großen Teil von den Beziehungen zwischen England und Deutschland abbängen wird. Der zweite Brief, von 41 maßgebenden Vertretern ber englischen Gesell­schaftsklassen unterzeichnet, ist an alle gerichtet, welche ohne Vorbehalt und mit herzlicher Freude alle Versicher­ungen der deutschen Kollegen aufnehmen. Ter Brief schließt, ein englisch-deutscher Krieg würde ein Unglück für bie Welt sein.

-Ter Oliver ^ertr^r-*-.? ..Standard" m"ld?t seinem Blatte: Ich bin an maßgebender Stelle ermächtigt wvrden, alle ieue Meldungen über Mobilisations-Befehle ein die im Auslande lebenden Deutschen, tvelche in den letzten Tagen verbreitet wurden, für unwahr zu er­klären. Falls die Militärpflichtigen Deutschen im Auslande in letzter Zeit irgendwelche dienstlichen Mitteilungen er­halten haben, so stehen diese nur in Zusammenhang mit der permanenten Kontrolle, welche die deutsche Militär­behörde in allen Teilen der Welt, ausübt. Au fi e r o r d e n t- liche Kriegsvorbereitnnaen sind nicht getroffen worden und es wird an maßgebender Stelle hin zu gefügt, daß nicht der geringste Grund dazu vorliegt.

Paris, 11. Jan. Die Regierung hat heute unter die Mitglieder der Kammer daö Gelb buch über die mace- donische Frage verteilen lassen. Es enthält auf 220 Seiten 179 Dokumente, welche den Zeitraum vom 26. März 1903 bis 23 .September 190-5 umfassen.

Ter Madrider Korrespondent desJournal" hatte eine Unterredung mit dem deutschen Botschafter Fürsten Nadolin. Dieser erklärte, er sehe mit großer Ruhe dem Zusammentritt der Marokkotonfereuz entgegen. Es sei ungeheuerlich, zu bel)aupten, daß der Friede Euro­pas durch etwaige Beschlüsse der Konferenz gefährdet werden könnte. Man werbe sich aus ber Konferenz nicht um Einzelheiten streiten, da man sich im Prrnzig einig sei. Marokko, so erklärte der Botschafter, sei groß genug, um für alle Platz zu haben unb jedem zu gestatten, feinen Geschäften nachzugehen. r t .

Visconti Vcnosta empfing heute^ abend ben Besuch Rouviers unb später ben Fürsten Rabolin, mit bem er eine längere Unterrebung hatte.

KolitLsche Tagersichau.

Uebertreibungen.

Man schreibt uns heute aus Berlin ganz in unserem Sinne:

Das fortgesetzte Drängen der Weltpolitikssreunde, der Reichstag solle den Nähmen der F l o t t e n v o r l a g e erweitern, hat nicht die m i n d e st e A u s f i ch t aus Erfolg und ist um so bedenklicher, als man sich nicht scheut, deutsche Rrieqs- schiffe, die erst wenige Jahre zu Wasser liegen, als durchaus mmber- jeertig, ja, alsschminuneude Särge" zu kennzeichnen. Durch solche Hciabsetzung eines Teiles der deuischen Seewehr wird mit ber Kriegsgefahr gesp ielt, denn das 41 u s l a n d kann nicht umhin,, auf die angebliche Schwäche der deutschen Landesverteidigung aufmerksam zu werden. In Wirklichkeit hat Teukschland vergleichsweise nicht mehr veraltetes Dlaterial bei feinem Schiffsbesiand, als andere Alarinen auch. O b faber dasOffizier-undManufchaftsperfonalauderer Flotten dem deutschen gewachsen ist an see° man n i f ch er D u r ch b i l d u n g und soldatischem ® etft, das ist doch eine Frage von wesentlichem Belang, an der Die Um zufriedenen nicht vorübergeben folltei,._________

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Jan. Zur gestrigen Abendtafel beim Kaiserpaar war Prof. Schiermann geladen. Heute hörte Ler Kaiser die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Alrmee und des Militärkabinetts.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:

Ter Pariser Korrespondent derTimes" imtcrnahm den Ver­buch, das angebliche Zeugnis cmes Verstorbenen gegen den Kaiser und ben 91 eichskanzler auSzuspieleu; er will namücb Rcnnb r,is von Aeußeiungeu bes einstigen Reichskanzlers durften zu Hohenlohe haben, nach denen ein Gegeniatz zwischen dem Ra if er und seinem damaligen ersten Berater bei der Be­setzung von R i a u t s ch a u bestanden Haie. Die ,,-runcs unter- jchleben dabei dem oerftorbeneu Fürsten eme Mitteilung über E x»

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