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09/02/1906 Erstes Blatt
 
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Lektion erteilen zu muffen ge< ommen habe. Er irrt sich aber batte früher nie bei stnitiativ, iürit Bismarck verfolgte den dann bei Initiativanträgen das Interesse der Regierung liege, hm, fo lag das gegenüber bet Mnfienbcn ^ntereflc der Re« bnitf zu bringen. XWigrn/ itiaiibcmttäaen Wrier« ibetnmcr ^uüenNM. seW, wenn sie das Dert tt« keinem Abgeordneten Vorschch iebr schwer ver-kändlich): . Wahlrechts in Preußen sei me Gerechtigkeit i!t aber das aatsbmger muß die Gelegenheit [einer politischen Ue&etW? ,f denn die MaA der . man die Arbeiter |M w» X SotialvoUtik bat die rwartct batte. M mm dtt dann muß man dafür jorg ss'ä-s

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Erstes Blatt

156. Jahrgang

FreitagFebruar 1906

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen

Die lieiriiqe Nummer umfaßt 10 Seiten,

sei ohne seine Einwilligung und ohne seine Vertrage aufgedruckt morden. Der Kaiser be­er ein Gefangener in seinem eigenen Japanische Truppen überwachten ihn aufs

trotzdem seine Kampagne gegen verschiedene

Integrität Marokkos, und

Da die Aufrechterhaltung der die Souveränität des Sultans und

i't ohlen und Kenntnis dem klagt sich, daß P a l a ft sei. strengste.

Marokko.

Im Auftrage des englischen Bevollmächtigten Nikolson wurde in der Kvnfercnzsitzung am 7. d. M. der die Herabsetzung des Ausfuhrzolles bestimmende Artikel angenommen. Die Konferenz nahm von den marokka­nischen Wünschen nach Einführung eines Tabakmono­pols Notiz. Tie Delegierten berichteten darüber an ihre Negierungen, behalten sich jedoch Entschädigungsansprüch-e für die bestehenden Privattabakfabriken, worunter namentlich deutsche sind, vor.

Sehr bemerkenswert ist die gestrige französische Kammersitzung. Sozialistische Deputierte verlangten von der Regierung darüber Auskunft, ob sie für die in der Angelegenheit der Konferenz von Algeciras und der Ma­rokkofrage eröffnete Preßkampagne die Verantwortung über­nehme. Ministerpräsident Rouvier erwiderte, daß die französische Presse eine unbeschränkte Frei­heit genieße und daß die Regierung die Preßkampagne weder gebilligt, noch inspiriert, noch einer Zensur unter­worfen habe. Der Ministerpräsident fügte hinzu, daß es nicht angebracht sein wurde, eine neue Erörterung über die äußere Politik in dem Augenblick ins Auge zu fassen, wo die Verhandlungen in Algeciras anbauerten. Jaurös er-

Nr. 34

erld)tltti tSglich miher SonniaaS.

Dem Gießener Anzeiger im Wechte! mit t h hessischen Landwirt Oie Lietzener Familien- blätter viermal in der Woche betqelegL

Rolanonsdruct u. Ver­lag der Bru b l 'schen 1lnwers.-Buch-n.Slein- binderet. R. Lange. Redatuon, Erveduwu und Tmcferet:

Schal sl raste 7.

Redalnon e^ä» 113

Verlag n.Exped.e-^51 Adresse für Tenet dien:

Anzeiger Wietzen.

Führung alldeutscher Abgeordneter beschimpften die Slooenen beim AuSsteigen auS dem Wagen, hielten die Pferde auf und bewarfen die Slovenen mit Schnee. 22 all­deutsche Demonstranten wurden verhaftet. Der All­deutsche Malik schrie: Wien müsse gegen sloo. Feste demon- flncren.

Konstantinopel, 8. Febr. In Betreff deS 63jahr« Thronfolgers Reschad Effendi, der einen Schlag­anfall erlitten haben soll, ist mit Sicherheit nur zu er­fahren, daß ec schiver erkrankt ist. Alles, wag über ein Attentat auf Reschad erzählt wird, beruht auf Kombi­nation. Unkontrollierbar verlautet heute bereits, Reschad sei geüorben.

Ausland.

London, 8. Febr. DieTribüne* veröffentlicht eine Mitteilung, angeblich aus Tschifu, aber offenbar aus euro­päischer diplomatischer Quelle geschöpft. Rach dieser Mit­teilung soll der Kaiser von Korea sich an die europäischen Mächte sowie an die vereinigten Staaten von Amerika mit der Bitte gewandt haben, die gemeinsame Kontrolle über koreanische Angelegenheiten zu übernehmen. Der Kaiser erklärt, daß die Japaner seine Minister ge 5 m n n g e n hätten, den Vertrag zu unterzeichnen, welcher Japan die Kontrolle der koreanischen auswär! gen Beziehungen einräiimt. Dieser Vertrag erhielt niemals seine, des Kaisers Unterschrift Der Vertrag sei zwar mit feinem kaiserlichen siegel versehen, aber das Siegel wurde von japa­nischen Geheimagenten ar>s seinem Palais ge-

Bezn gSvretAr monal!ich75Pf., viertel­jährlich DIL 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen ntoimilich 65 Pf., durch die Post All. 2.viertel- jöbrL ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tageöiuiunuer bis vormittags 10 Uhr. ZeitenprelS: lokal I2Pf* ausiväns 20 Pkq.

93 e r a n i ui o r 111 di <üt den Dohu und allgent, Teil: P. Di tlko: «fit Stadt und Vanb' und .Werichlsfaat'. Ernst peß. für den An­zeigenteil: Hans Beck.

WieDaily Telegraph" auS Tokio meldet, soll in Verbindung mit der Bewegung für Frauenstimmrecht ein Gesetzentwurf eingebracht werden, nach dem eS Frauen gestattet wird, Mitglieder politischer Parteien zu fein.

Paris, 8. Febr. In Versailles wurde der In­ventaraufnahme in der St. Symphorion-Kirche er­bitterter Widerstand entgegengesetzt. Als der Präfekt und der Finanzbeamte die Kirche betraten, wurden sie von Manifestanten mit Stühlen und Steinen b o nt b a r d i e rt. Ter Präfekt wurde erheblich am Kopfe verletzt. Gendarmerie und Truppen drangen in die Kirche ein und verhafteten eine Anzahl junger Leute, darunter einen Herrn de Vezin, der den Präfekten verwundet hatte. Weitere Ruhe­störungen werben gemeldet aus Amelie les Bains, Annonay, Grenoble u. a. C.

9-1 oin, 8. Febr. Das neue Kabinett hat sich ge­bildet und folgendermaßen zusammengesetzt: Sonnino Vorsitz und Inneres, Guicciardini Auswärtiges, Sacchi (radikal) Justiz, Luzzatti Schatz, Salandra Finanzen, General Mainoni d'Ji'tignano Krieg, Admiral Mirabello Marine, Bofelli Unterricht, Carmine Oeffentliche 9(rbeiten, Pantano (Republikaner!) Landwirtschaft, Baccelli Post und Telegraphen.

Wien, 8. Febr. Zu Ehren des slovenischen Dichters Rtritar veranstalteten die slovenischen Studenten eine Festversammlung tm Kursalon. 200 Alldeutsche unter

sehnlichst erwartete Ausführung der Hausanschlüsse, die am 15. d. M. beginnen sollte, abermals um einige Zeit ver­zögert wird, meö.)

* Vortrag für Gerichts- und Polizeibeamte« In der großen ?(ula der Landesuniversität wurde Donnerstag nachmittag von Gerichtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt a. M. ein Vortrag über die Spuren bei Verbrechen gehalten. Zu demselben waren erschienen die Gerichtsbeamten von hier und aus der Provinz, Gendarmerie-Stationsführer der Pro­vinz und die Beamten und dienstfreie Mannschaft der Schutz- mannschaft der Stadt Gießen. In interessanter Weise zeigte der Vortragende, wie weit die Wiffenschaft bei Aufklärung und Verfolgung von Verbrechen vorgeschritten ist; auch wurden ^ichbilder vom Fall Lichtenstein und Thöbes gezeigt. Für die Zuhörer war dec Vortrag äußerst lehrreich. Weiters Vorträge finden am 16. und 24. d. Miß. statt.

* Tr. Wallaus Wahl. Wie uns aus Lauterbach von geschätzter Seite geschrieben wird, hat nach einem Briefe Dr. Wallaus die Wah l prüfun gS - Kom missi on die früheren Beschlüsse aufrecht erhalten. Rach An­nahme derselben durch das Plenum gehen die Akten durch den Reichskanzler an die hessische Regierung.

Eine Beleidigungsklage steht dem Führer der hessischen Sozialdciuokraten bevor. Landtagsabg. H o rn hat den Laudtagsabg. U l rich verklagt, weil derselbe ihm in einer Wahlversammlung eine Ehrenkränkung zugefüat habe.

* Dr. Max Rau ther, der ziveite Assistent bei Prof. Spengel am zoologischen Institut der Universität, hat sich, wie wir mitteilten, in der philosophischen Fakultät als Privat- do;ent niedergelassen. Rauther ist 1879 zu Königsberg i. Pr. geboren. Er war in Jena Schüler von Ernst Haeckel und promovierte 1902 mit einer Dissertationlieber den Genital­apparat einiger Rager und Insektivoren, insbesondere der akzefforischen Geschlechtsdrüsen derselben*. Er war 1904

_ . die Handelsfreiheit verbürgt

sind, sind die allgemeinen Interessen der Mächte unzweifelhaft geschützt. ES verbleiben also die besonderen Interessen Fwank- reichs, und, um diese von Deutschland am 10. Juli 1905 an­erkannten Interessen zu verteidigen, lehnen wir mit der äußersten Entschiedenheit die internationale Kombination ab, die man uns aufnötigen möchte. Es gibt einen Punkt, über den hinaus Zugeständnisse unmöglich sind. Wir sind jetzt an diesem Punkte angelangt.

Und nicht allein in der franz. Presse, sondern auch in der I taliens findet man immer noch Ausfälle gegen Deutschland. DerPopolo Romano" läßt sich aber aus Berlin melden,.daß die italienischen Berichte aus Algeciras in Berlin einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht hätten. Diese Berichterstattung sei ge­eignet, in der öffentlichen Meinung Italiens eine feind­selige Strömung gegen die berechtigten Forderungen Deutschlands hervorzurufen. Also dieses Blatt lenkt jetzt ein, und die römischeVita" veröffentlicht sogar eine Unter­redung mit dem in Rom ein getroffenen Engländer Sir Thomas Barkley, der von dem ausgezeichneten Eindruck berichtete, den er in Deutschland erhielt- Volk, Presse und Regierung seien einmütig für die Ver­ständigung mit Frankreich und England und da in Frank­reich genau dieselben Gefühle herrschen, dürfe man wegen Algeciras beruhigt fein. Trotzdem lauten die Telegramme der italienischen Korrespondenten in Algeciras nach wie vor wenig rosig. Der Korrespondent desGiornale d'Jtalia" schreibt, der Pessimismus sei durch die Haltung der deutschen Delegierten gerechtfertigt, welche offenbar das Vertrauen in eine befriedigende Lösung ver­loren haben. Dagegen legten die Franzosen großen Opti­mismus an den Tag. All es h än g e j e tz t vo n D e u t s ch- land ab. .Der Korrespondent derTribuna" depeschiert, das deutsch-französische Einvernehmen mache feine Fortschritte, sondern eher Rückschritte.

Spione haben indes Briefe des marokk. Thronwerbers ermittelt, worin dieser die Bevölkerung des Nordens und Westens auffordert, sich unter der Führung Muley Mohameds zu sammeln und seine baldige Ankunft in Fez ankündigt. Es wird in diesen Briefen eine Teilung Marokkos in eine nördliche Hälfte mit Fez als Hauptstadt unter dem Prätendenten und in eine südliche Hälfte mit Marrakesch als Sitz der Regierung unter dem Bruder des Sultans vorgeschlagen.

Aus £>;aM UttS Land.

Gießen, 9. Februar 1906.

** Landes-Universität. S. Kgl. Hob. der Groß­herzog haben am 7. Februar d. Js. den außerordentlichen Profeffor bei der medizinischen Fakultät der Landes-Unioer- lität Dr. med. Ernst Leutert in Gießen zum ordentl. Pro­feffor in dieser Fakultät ernannt.

Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Direktor des zoologischen Gartens zu Berlin Dr. Ludw. Heck den Charakter al5 Profeffor verliehen. (Profeffor Heck ist ein geborener Hesse, ein Sohn des verstorbenen Miitel-i 'chullehreiS Hr^ck in Darmstadt.) Uebertragen wurden dem Schulamtsaspiranten Heinrich Karl Bechtolsheim er auS Wonsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bischofs­heim; dem Schulamtsaspiranten Leop. Hainz aus Dietesheim eine Lehrersteüe an der Gemeindeschule zu Hainstadt, Krei- Offenbach.

** S o viel Schnee gib t5 ja garnicht! mag mancher heute früh au5gcrufcn haben, als er ans Fenster rat, die verschlafenen Augen rieb und rieb und doch die iveiße Decke nicht herauSreiben konnte, die da draußen auf der Straße; den Baumen, den Dächern rc. liegt. »Schlitten­bahn, ivirktiche Schlittenbahn!" So schnell war Günther noch nie aus dem süßen Btorgentramn, der bekanntlich der schönste; ist, auf und in die Kleider gefahren, und der Schulweg, dec sonst meist ein Armensündergang für ihn ist, den er klopfenden Herzens mit der ungelösten Geometrieaufgabe und dem halb- rertigen lateinischen Spezimen in der Mappe dahinschleicht, ivar heute ein Vergnügen um der Schneedecke willen. Was galt ihm die Aussicht auf eine schlechte Zensur gegenüber der Auslicht auf Schneeballen, Schlittenfahren und Cchneemänne''- bauen. Als er aber unterwegs fernen Freund, den langen Oskar traf, da rief der ihm schon von weitem zu: »Hast Du schon mal einen Schlitten gesehen?^ Freilich, das war eine Beleidigung, denn so klein ist doch der Günther nicht mehr, daß er noch nie einen Schlitten gesehen haben wllle. Aberlang, lang iftS her, das ist richtig; er war wohl damals noch so klein, daß er »Oskar* noch garnicht richtig aussprechen konnte und immer »OchSkar* sagte. Wie lange aber dauerts, und der ganze schone Schnee ist wieder fort, und der alte Schmutz in allen Straßen macht sich wieder breit!

** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde beschlos­en, die F-rage, ob die Ha us a n sch l ü sse der Kan a I i- ation in Sckbstregie ausgesührt oder an einen Untern nehmer vergeben werden sollen, in der nächsten Sitzung zu entscheid..!. (So sehr die durch diese Entscheidung ans^ gebrühte Rüetsich »mhme auf die hiesigen leistungsfähigen PrivarunUrnchmer zu begrüßen ist, so beoauerlrch ist es auf der anderen Seite, daß damit die von Df^n Seiten

Deutsches Nerch.

B e r l i n, 8. Febr. Gegenüber dem Dementi derNordd. Mlg. Ztg." betr. die Beil c i d s d e p e s ch e des deutschen Kaisers an die Königin von Hannover wird der ^Linzer Tagespost aus Welfenkreiscn in owtnnden mit- bcteilt, daß dieses Telegramm ebenso Tatsache sei, wie lenes vor zwei Jahren, als Kaiser Wilhelm anläßlich des Todes der Prinzessin Mary von Hannover ein Beileids­telegramm an die Königin schickke. Auch damals demen- tterte dieNordd. Allg. Ztg." die Nachricht.

Sprott au, 8. Febr. Landrat v. Klitzing richtete an die Lreisbcvölkerung einen Erlav der die Gewissen gegenüber Der jetzt, auch in Niederschlesien immer mehr wachsenden P ole nge fahr schärft. Wer seinen Besitz an Polen iveräußere, übe schnöden Verrat an Kaiser und Reich. Der Landrat fordert sämtliche Gemeindevorsteher enuf, ihm schleunigst mitzuteilen, wenn in die Ortschaften 8>es Kreises polnische Kaufagenten kommen.

K^^^r.uhe, 8. Febr. Wie der sozialdemokratische Dvg. Geck in der zweiten Kammer mitteilte, habe die Großherzogin von Baden vor nicht langer Zeit die Frau Geck zu sich bitten lassen, um sie persönlich Lnnen zu lernen._______

Heer und Flotte.

Die a n g e b l ich e B e s ch t a g u a h m e des Schulschif­fesGroßherzogin Elisabeth" in Gnlveslcm wegen Schmuggels, die nach Meldungen derNewyork-Times", dsrrFranks. Ztg." und desBeA. Lokalanz." erfolgt sein sollte.

kannte an, daß der Standpunkt der Regierung richtig sei,' stellte aber fest, daß die Machenschaften, die ihn zur Inter­pellation veranlaßt hätten, eine Gefahr darstcllten, und zog hierauf die Interpellation zurück.

Ter PariserTemps" setzt fort. Er wendet sich abermals deutsche Blätter und sagt:

hat sich als ein f a l s ch e s E e r Ü ch t erwiesen. Von der Bremer Eesclwstsstelle des Deutschen SchulschisfvereinS wmmt folgende authentische Auskunft:

Nach Mittestung des kaiserlich deutschen KvnsulS in Galveston beruht die ernähnte Angelegenheit auf einem Miß­verständnis eines übereifrigen Beamten. Eine Schmuggelei lag nicht vor, eine Beschlagnahme hat nicht stattgefunden. Das Schulschiff ist am Freitag fahrplanmäßig ohne Anstand ab­gesegelt."

. Damit erledigen sich alle weiteren Mitteilungen. Nebrigens befinden sich an Bord derGroßl-erzogin Elisabeth", wie uns von einem Leser unser.s BlattcS mitgeteilt wird, auch ein Herr Kinkel aus Gießen als Lffizier und ein Herr Fritz aus ® r ü n b r r n . S^lw da« hnrfmcn Ar^es Dr svr.

Tas Unglück auf Zeche Borusfia vor dem preußischen Adgeordnetenhause.

Berlin, 8. Febniar.

DaS MgeordnetenhauS genehmigte heute zunächst den Lottericvertrag zwilchen Preußen und Oldenburg. Hierauf folgt die Interpellation Brust und Genoffen über das Un­glück auf der Zeche Borussia. Diinister Delbrück erklärte, daß von Seiten der Behörde alles geschehen sei, um die et­waigen Schuldigen zu eimittcln. Gegen den verantwortlichen Bctriebsbeamtcn sei Slnflage wegen fahrlässiger Tötung er­hoben worden, doch sei die Voruntersuchung noch nicht ab­geschloffen. Wenn sich etwa ihm unterstellte Beamte als schuldig erweisen sollten, so werde er nicht zögern, gegen diese oorzugehen. Der Diinister gab alsdann eine amtliche Dar­stellung des UuglückSfaU.S, wobei er hervorhob, daß die Zeche Borussia zu den alteren Zechen gehöre, deren Ein» nchtungen weniger zweckmäßig feien, als die der neueren. 9!ach der Rede des Rtmisters wurde in die Besprechung bei Interpellation eingetreten, die nichts Bemerkenswertes zu Tage förderte.

Tcutschsüdwcstasrika.

Gouverneur v. Lindequ-st meldet: Isaak Witboi, der älteste Sohn und Nachfolger Hendrik Wilbois, bat sich am 3. Februar mit 21 Männern in« Nunub, 16 Kilometer nördlich von Stamstrietfontcin, gestellt und 13 Gewehre abgcliefcrt. Dies ift anscheinend (!) der Rest der diesseits der Grenze befindlichen Witbois. Aus den Zeitungen ersah ich, daß Isaak Wilboi vielfach mit dem Nnlerkapitän Sa.nuel' Isaak, der sich zuerst ergab, verwechselt wurde.

Oberleutnant R ichard Schröder, geboren zu Glogau, früher im 8. westpreußischen Inf.-Regt. Nr. 175. am 16. Januar beim Sturm auf die Höhlen Ngutcs durch Schuß ins Auge gefallen, Am 1. Februar im Ge­fecht bei Autas leicht verwundet: Hauptmann Feo­dor v. Bosse, geb. in .Hannover, früher 1. Scebataillon, Streifschuß in den rechten Unterarm; Unteroffizier Otto Röder. F-erner Gefreiter Marlin Kröber schwer verwundet. Reiter Franz D^llrnann an Nierenentzündung gestorben.