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für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet
u.beseitigtDiarrhoe, BrechdurcliFaH, Darmkatarrh. |
Königliche Hoheit die Großherzogin leben hoch!
Begeistert wurde in oas Hoch eingestimmt. Kreisrat Fey bat sodann den Fürsten, die Ausstellung zu eröffnen, und dieser entsprach der Bitte mit Worten des Dankes für die Uebertragnng des Ehrenvorsitzes an ihn luib für die Mitarbeiter an dem Fest, sowie mit dem Wunsche, daß der Erfolg des Festes der aufaewendeten Arbeit entsprechen Möge. Nachdem noch Hauptt-chrer Storch dem Fürst---:-
Vermischtes.
' Kiel, 9. Juni. Bei einer Säbelmensnr ohne Binden und Bandagen zwischen zwei Studierenden der hiesigen Universität wurde der eine Gegner so schwer verletzt, daß er hoffnungslos in den akademischen Heil- anstalten darniederliegt. Der Hieb ging zwischen den Nippen hindurch in die Lunge.
Apolitische Lagesscharr.
Der „handwerksmäßige Redakteur".
Jüngst tagte in Braunschweig der fünfte Deutsche Redakteurtag. Die Versammlung, auf der etwa 1400 Stimmen vertreten waren, nahm unter anderem auch folgende Resolution an:
Der fünfte Deutsche Redakteurtag bedauert, daß der Oberstaatsanwalt Tr. Böhme in Leipzig (in dem bekannten Prozeß gegen den Redakteur Kressin von der „Leipz. Volkszig.") sem Plaidoycr dazu benutzt hat, das verantwortungsreiche Amt eines Redakteurs herabzusetzen, indem er von einer bloß handwerksmäßigen Tätigkeit des Angeklagten gesprochen hat. Dagegen halt der Redakteurtag die Abwehr des Redakteurs Kressm, daß er seine angebliche handwerksmäßige Tätigkeit zum mindesten so hoch em» schätze wie die handwerksmäßige Tätigkeit des Herrn Oberstaatsanwalts, für durchaus angebracht und spricht ihn: für die im Jnteresie der StandeSehre gebotene Erwiderung seine Anerkennung aus.
Wir mästen hierzu bemerken, daß diese 1400 Redakteur- Stimmen auch „handwerksgemäß" verfahren haben. Denn dem Ober-Staatsanwalt Böhme ist es ganz gewiß nicht eingefallen, dem Redakteurstand an sich handwerksmäßige Tätigkeit vorzuwerfen. Sondern er hat nur gesagt, er fasse die Tätigkeit des Redakteurs Kressin an der „Leipz. Volksztg." als handwerksmäßig auf, weil Kressin nicht das Blatt leitet oder selber Artikel verfaßt, sondern nur als Verantwortlicher zeichnet und sonst handwerksmäßig ein wenig redaktionell arbeitet. Die Staatsanwaltschaft wußte, daß Kressin nur preß- gesetzlich der Sündenbock ist, daß der wirklich Schuldige ein anderer ist. In der Animosität darüber, daß der Schuldige unerreichbar ist, drückte der öffentliche Ankläger das Wesen des Sitzredakteurs durch den Vergleich mit dem Handwerk aus. Den ganzen Redakteurberuf hat er zweifellos nicht damit treffen wollen. Der Redakteurlag hat also einen Kampf gegen Windmühl enstügel geführt.
Die wirklich Beleidigten sind in diesem Falle die Handwerker. Der Oberstaatsanwalt hat zwischen Betätigung einer gewissen Intelligenz und handwerksmäßiger Tätigkeit einen Gegensatz konstruiert; er hat sich beleidigt und schwer gekränkt gefühlt, als auch seine Tätigkeit als handwerksmäßig eingeschätzt wurde; er hat ferner den Handwerksberuf völlig verkannt und trägt durch eine solche Aeußerung zu der „Handwerksflucht" bei, die eine sehr bedauerliche Erscheinung ist. Wer es weiß, welcher Grad von Intelligenz dazu gehört, heutzutage selbständiger Handwerksmeister sein und bleiben zu wollen, der wird die handwerksmäßige Tätigkeit auch gebührend einzuschätzen wissen. Je schwieriger die Lage ist, um so großer muß der Eifer, um so höher muß die Intelligenz sein, ihrer Herr zu werden. Daran scheint der Oberstaatsanwalt nicht gedacht zu haben; er hat nicht daran gedacht, daß das Handwerk sich mehr und mehr zum Unternehmertum entwickelt; daß der heutige wahre Handwerksmeister nicht mechanisch arbeitet, sondern selbständiger Schöpfer und Hervorbringer neuer Werte ist und sein muß.
Universitäts-Nachrichten.
— Der ordentliche Professor an der Universität zu Bern, Dr. Arthur He ff ter, ist zum ordentlichen Prosesior in der mebt-i zwischen Fakultät der Universität zu M a r b u r g, der Ingenieur! Paul Langer, in Milwaukee, und der Abteilungsoorsteher am Chemischen Institut der Universität in Marburg, Privardozent^ Dr. Rudolf Schenk zu etatmäßigen Profefforen an der Technischen Hochschule zu Aachen, der Sekundärarzt der chirrrgischen Klinik und Poliklinik Privatdozent Dr. Rudolf Klapp zu Bonn ist zum außerordentlichen Honorarprofessor in der medizinischen Fakultät daselbst, ernannt worden. 1
• 90 000 Mark Honorar. Professor von Bergmann, der, wie bekannt, zur Behandlung der Prinzessin Nesieh Sultana, der dritten Tochter des Sultans Abdul Hamid, nach Konstantinopel berufen worden war, ist, wie von dort berichtet wird, vom Sultan mit Zeichen seiner An- erkennnng und Dankbarkeit förmlich überhäuft worden. Profestor von Bergmann erhielt das Großkrcuz des Osmanieh- Ordens mit dem Stern in Brillanten, ein Honorar von runb, 90 000 Mark und wurde außerdem zum ersten Honorarprofessor der kaiserlichen ärztlichen Akademie und des Hamidieh- Krankenhauses in Konstantinopel ernannt.
* ©in empören des Bild oberschlesischer Kindererziehung bot sich den Fahrgästen, die unlängst an der Haltestelle Maly in Schwientochlowitz den nächsten Straßenbahnzug erwarteten. Ein etwa Zjähriger Knabe hielt eine Zigarre im Munde und qualmte stark drauf los. Spucken tat er dabei wie ein großer. Die Mutter stand dabei und lächelte glücklich über ihr „talentvolles" Kind. Der Onkel, dem die Zigarre gehörte, freute sich auch sehr und als er die entrüsteten Mienen der Zuschauer bemerkte, reichte er, um noch extra etwas zu tun, dem Kleinen die Schn apsf las che, der denn auch einen recht kräftigen § Schluck daraus nahm.
"Erdbeben. In Süditalien wurden am 10. Juni vornehmlich in Pizzo, Tropea, Messina und Reggio (Calabria) Erdstöße wahrgenommen. Am 8. Juni wurden in Bellemonte (Frankreich) mehrere heftige Erdstöße verspürte Auch aus Andalusien kommen Meldungen über Erdstöße, die in mehreren Ortschaften wahrgenommen wurden. In Manila auf den Philippinen hat ein starkes Erdbeben stattgefunden.
* Kleine Tageschronik. AusVerseh en ermordet, wurde ein Knecht, der zum Besuch in Gatersleben (Prov. Sachsen) weilte, und sich auf dem Heimweg von einem Konzerte befand. Dep Ueberfall galt einem Begleiter, der aber unterwegs in feiner Trunken-i beit liegen geblieben mar. — In den Niederen Tauern in der Nahe von Gastein sind vier T o u r i st e n verunglückt, vom denen einer tot und die drei andern noch nicht aufqefunden sind. — Auf den AugsburgerNachtzug wurde ans dem von München cntgegeufommenbeii Zuge geschossen. Oberlehrer Schubert du§; Augsburg entging mit knapper Not der dicht neben ihm einschlagenden, Kugel. Eine Untersuchung ist eingeleitet. — In Lünebach in der Eifel wurde ein Invalide auf offener Straße ermordet und seiner eben erhobenen 11 Mark betragenden Pension beraubt. Der Haupttäter ist verhaftet. — In Cherbourg (Frankreich) wurde, bei Artillerie-Schießversuchen ein Leutnant tätlich verletzt. — Aus Detroit (Michigan) wird gemeldet, daß die Städte Martin und Mon t a it h durch einen Cy klon zerstört wurden. — Beim Einsturz eines Hauses in Pittsburg wurden 15 Mädchen und 1 Mann verschüttet. Ein gleichzeitig ausgebrochenes Eener machte jede Rettung der Verunglückten unmöglich. — Die r t s ch a f t D e ck i l l in Alabama (Nordamerika), welche über tausend Einwohner zählt, ist durch Feuer beinahe v o l l st ä n d i g zerstört worden. 800 Personen sind obdachlos. — Ein gewisser Ilmuki, der vor zwei Jahren in B e r n einen Revolverschuß auf den russischen Gesandten Jadomsky abfeuerte, ist aus der Irrenanstalt Mmsingen bei Bern entwichen. — Am 9. Juni ereignete sich in der Dynamitfabrik Pequee (Pennsylvanien) eine Expl o s i o n, durch welche die Fabrik zerstört wurde. Elf Personen wurden getötet und fünf schwer verwundet.
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Kleidung zu modern und künsllerhäft, und der Wirtiw von Pohlgöns sieht man ber Mer jugendlichen Erschein^ ung nicht an, daß sie mit Mem Eheherrn bereits 30 Jahrs im Kriegszustand lebt. Den Höhepunkt des Stückes bildete unstreitig der Monolog Dortchens im letzten Teil, irrie sie« vor der Kirche, in der ihre glücklichere Freundin deNI Bund fürs Leben schließt, ihrem Schmerz um den ver^ lorenen Geliebten Ausdruck gibt. Die verständnisvoll ge=* sprochenen Verse im Verein mit den Klängen der Kirchen-- orgel rissen viele der Hörerinnen buchstäblich zu Dränens hin, und der bunte Glanz des sich anschließenden Hochzeits-i zuges verlor dadurch etwas an seiner Wirkung. Der bestei patriotische Gefühle auslösende Schluß des Stückes ent-* fesselte einen nicht endenwollenden Beifallssturm, der sich, erst legte, als der Autor auf der Bühne erschien und aus der Hand des Festvorsitzenden einen schönes Lorbeerkranz empfing. Auch Direktor Steingötter tiont; Gießener Stadttheater wurde stürmisch verlangt und erhielt! mit Recht eine Blumenspende, denn ihm allein ist die wirk-' ungvolle Gestaltung des Schauspiels, insbesondere, der packend-realistischen Volksszenen zu verdanken. Den stimmungsvollen Prolog sprach der in hessische Heroldskleidungj geneidete Herr Loos, im Stücke selbst wirkten als Träger der Hauptrollen mit die Damen Schuld (latente), Maris Vogt (Dortchen), Schweitzer (Lieschen), Weber (Trinchen)/ Leyerzapf (Marie), Küchel (Frl. Wießler), sowie die Herren: Koobs (Weidig), Weigel (Wirt Andreas), Kett (Polizeidiener), Stern (Kunz), L. Heydt (Müller), Krämer (Lips), Pfaff (Hinrich), Reinig (Klaus), Wendel (Rumpf), Marguth-Bad-i Nauheitn (Freund Rumpfs), Weber (Unteroffizier Frey)> Hennig (Husar Friß), Schneider (Fürst Blücher), See (Rotin- ger), Schmidt (Süßwein), Matern (Leber), Hasselbach (Sommer), Heil (Kantor Hardeck), und Wernigk (Schützenmeister Graf). Allgemeine Freude und Bewunderung erregten die sehr ähnlichen und sauber gemalten Dekorationen, die deut Atelier des Dekorationsmalers Hasselbach entstammen/
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So hat denn der erste Tag des Wetterauer Hcimat- pftege- und Volkstrachtenfestes einen schönen und für den weiteren Verlauf "des Festes vielversprechenden Verlauf genommen. Dem ganzen Fest aber möge ein gleicher guter Verlauf beschieden fein, damit es dazu beitrage, den Sinn! für heimische Art und Sitte in aller Herzen aufzufrischen und jeder Besucher der Butzbacher Festtage möge heimkehren mit dem Vorsatz, für seinen Teil zur Erfüllung! des Dichterwortes beiträgen zu wollen: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"^
geschmackvoll gebundenes Exemplar des Festspiels überreicht hatte, begann ein Rundgang durch die Ausstellung, die ein reiches Bild ländlicher Kunstpflege usw. bietet. Durch ein echtes Hüttenberger Hoftor, das von Freunden des hessischen Volkslebens für die Veranstaltung erworben wurde, betritt man den Weiten Turnhallesaal, an dessen Längsseiten Zimmer eingebaut sind, die mit altem Hausrat, Trachtengruppen, alten Leinenmustern usw. eingerichtet sind. Küchen und Bauernstuben, SchlaMmmer, Webftube usw. wechseln in bunter Reihe ab, auch die Möbel, des Zimmers, in dem Fürst Blücher 1813 zu Butzbach wohüte, sind ausgestellt. In den Nebenräumen befindet sich eine reiche Sammlung von Plänen und Photographien hessischer ländlicher Baukunst, zu der namentlich Professor Walde seine zahlreichen Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat, Literatur, Bilder usw. Wir werden die Ausstemmg, die von Medizinalrat Dr. Vogt, Lehrer Weide, Kreisbauinspektor Gombel-Friedberg u. a. eingerichtet wurde, später in einem besonderen Artikel würdigen. Sie war den ganzen Nachmittag gut besucht und fand allseitige freuoige Bewunderung.
Einflüssen der Zeit entgegenzuwirken und unseren Bauernstand, mit dem die Stadt Butzbach von altersher aufs innigste verbunden gewesen sei, eine Stütze zu sein in seinem Bestreben, nach der Vater Art und Sitte weiter zu leben. Mit der Erhaltung des Bauernsinnes, mit der Unterstützung der ländlichen Heimat- und Kunstpflege dem deutschen Vaterlande zu dienen, sei der innige Wunsch alter, die zum Gelingen des Festes beigetüagen hätten, und es sei zu hoffen, daß das Fest zu seinem Teil hierzu beitragen werde.
Kreisrat Fey hielt sodann folgende Ansprache:
Gestatten Sie mir, daß ich als Vorsitzender des Komitees für das Heimatpflege- und Volktstrachtenfest zunächst einer Pflicht genüge, der angenehmsten Pflicht des Dankes. Tank S. D. dem Fürsten Solms-Hohenjolms-Lich für Uebemahme des Ehrenvorsitzes in unserem Unternehmen und für die treue und ersprießliche Förderung desselben. Tank allen denen, die bis jetzt zum Gelingen mitgeholfen f)aben : Ter Stadt Butzbach, den Ausstellern, barunter den historischen Vereinen zu Alsfeld, Gießen und Marburg, sowie der Presse. Dank dem Ausstellungsausschusse unb besonders auch den Butzbacher Damen, bic mit großem Verstänbnis unb Geschmack bei Einrichtung ber Ausstellung mitgeholfen haben. Die Eröffnung ber Ausstellung für ländliche Kunstbestrebungen bilbet ben Beginn einer Reihe von Veranstaltungen, ihr wird sich heute noch die erstmalige Aufführung des Festspiels anschließen, das am 13. l. Mts. wiederholt wird. Nicht vergessen darf ich daher Worte des Dankes für den Herrn Verfasser, dem ich zu seinem wohlgelungenen Werke herzlich Glück wünsche. Möge er sein schönes Talent auch weiter m ben Dienst unserer Sache stellen. Im Laufe ber Woche werben bie Vorbereitungen für bie Festtage am 17. unb 18. Juni getroffen werben. Alle btefe Veranstaltungen sollen einer ibealen Bestrebung bienen: ber Heimat- unb Kunstpflege auf bem Lande. Sie sollen aber nur ber Anfang, nickt bas Enbe biefer Bestrebung sein unb sie werben es, was an uns liegt, nicht sein. Wir können heute mitfeiern ben Geburtstag bes Vereins für länbliche Heimat-, Wohlfahrt- unb Kunstpflege, ber im Anschluß an ben beutschen Verein im Großherzogtum Hessen tätig sein. Möge bie heute hier entsprungene Quelle ein starker Strom werben. Dazu bebürfen wir ber Unterstützung einsichtiger Beoölkerungskreise in Stabt unb Lanb. Wir aber finb alle erfüllt von bem Gebauten, baß wir baburrf) unserem engeren unb weiteren Vaterlanbe nützen, wir finb erfüllt von bem Gebauten, baß wir bamit bie Bestrebungen unseres feinsinnigen Großherzogspaares an unserem Teile förbern helfen. Unter ber Parole: Heimat unb Vaterlaub übergeben wir unsere Bestrebungen bem Schutze unseres Herrscherpaares, inbem wir rufen: Seine Königliche Hoheit ber Großherzog Ernst Lubwig unb Ihre
gtenmg aber ist trotz ber scheinbaren Einigkeit gegen Ungarn keinesfalls so stark wie die ungarische.
Das englische Parlament begann gleichfalls ferne Beratungen wieder. Auch die Aufsehen erregenden Zustände bei der Zubereitung des a m e r i k a n i s ch e n K o n s e r v e n- sleisch es wurden zur Sprache gebracht. Die Verpflegung der englischen Truppen mit amerikanischem Büchsenflersch ist vollständig eingestellt worden. Auch die englischen Lieferanten wurden itntei schärfste Kontrolle gestellt, da auch ihre Methode nicht einwandfrei sein soll. (Der amerikanische Verlust während der letzten 10 -Tage wird auf 80 Millionen geschätzt.) Am 9. Juni begannen die großen englischen Flotten man übe r. Es beteiligen sich daran nicht weniger als 325 Kriegsschiffe aller Gattungen, also fast die ganze englische Kriegsmarine. Die Mannschaft der Kriegsschiffe zählt insgesamt mehr als 25 000. Die Kosten der Manöver werden auf 26 MiH. Mk. veranschlagt. Der Besuch eines englischen Geschwaders in Kronstadt wird wahrscheinlich sofort nach Beendigung der Flottenmanöver stattfinden. Franzos. Schiffe werden an dieser Flottenzusammenkunft nicht teilnehmen.
Heer rind Flotte.
Wien, 9. Juni. Der den Delegationen unterbreitete gemeinsame Voranschlag weist ein gesamtes Neto- erfordernis von 346 720 362 Kronen auf, das ist plus 4651471 Kronen gegenüber der Bewilligung von 1905. Hiervon entfallen auf das Heer 299 049261 Kronen (4- 2149 866 Kr.), wovon für außerordentliches Erfordernis 13 265 261 Kr. (— 1374 991 Kr.) entfallen; auf die Kriegsmarine 30897 410 Kr. (— 1950000 Kr.), wovon für außerordentliches Erfordernis 1 298 790 Kr. entfallen. Für das Heer beansprucht das Kriegsministerium einen Teilbetrag von 49 Millionen Kronen als außerordentliches Erfordernis zur Beschaffung neuen Feldartilleriematerials, sowie zu der Beschaffung neuer Ausrüstungsaegenstände. Für die Marine beansprucht das Kriegsministerium einen Teilbetrag von 26 300 000 Kronen als außerordentliches Erfordernis zu der von Manineersordernissen. Hiervon entfallen im ordentlchen Erfordernis für bewilligte Schiffsbauten 6970000 Kr., für die Erneuerung der Tor- pedoflotille 8820000 K., für Unterseeboote samt Stationen 1 Million Kronen; im außerordentlichen Erfordernis für Geschütze und Munition 7 510000 Kr., für Hafenbauten in Pola 2 Millionen Kronen.
4- Die offiziöse „Berl. Korresp." bemerkt zu dem im neuesten Reichsanz. veröffentlichten Offizierspen- sionsgesetze, daß mit der Umrechnung der Pension der von dem Gesetze betroffenen, vor dem Inkrafttreten desselben ausgeschiedenen Offiziere in der Pensionsabteilung des Kriegsmmisteriums bereits begonnen worden ist und daß es eines Antrages der betreffenden Offiziere nicht bedarf. Die „Berl. 5korresp/ veröffentlicht ferner die vom Kriegsministerium für die Durchführung des neuen Mannschaftsversorgungsgesetzes erlassenen vorläufigen Bestimmungen, sowie eine Bekanntmachung über die Versorgung von Personen der Unterklassen des Reichsheeres, der Marine und der Schutztruppen nach dem Gesetz vom 31. Mai 1906.
„Die Hiitienberger."
Die Erstaufführung des Volksschauspiels „Der Hütteu- berger" von August Storch im -großen Saal des hessischen Hofes lockte am Llbend ein sehr zahlreiches Publikum dahin, das dem Stück mit jubelnder Bege!isterrrng lauschte. Und es war nicht nur Butzbacher Lokalpatriotismus, das diesen Beifall hervorries, sondern ehrlich verdiente Anerkennung, in die sich Verfasser und Mitwirkende teilen können. Von dem Stück selbst ist im Gieß. Anz. bereits ausführlich die Rede gewesen, sodaß wir uns mit der Besprechung der Aufführung genügen lassen können. Man soll im allgemeinen an derartige Vorstellungen keinen kritischen Maßstab legen, und wenn es im nachstehenden dennoch teilweise geschieht, so soll damit der Erfolg der Spieler nicht herabgesetzt werden, sondern es mögen kleine Fingerzeige für die späteren Aufführungen sein, Wo etwa noch gebessert werden könnte. Die Redeweise sämtlicher Darsteller ließ im allgemeinen wenig zu ivünschen übrig, nur sollten namentlich die Landleule darstellenden Mitwirkenden den ständigen Wechsel zwischen Hochdeutsch und Dialekt vermeiden, entweder ganz Dialekt, was das natürliche wäre, oder ganz hochdeutsch. Die Zahlreichen Volksszenen waren dank der geschickten Regie int allgemeinen gut gelungen und bildeten wohl die wirkungsvollsten Teile der Aufführung, doch dürsten für die Spinnstubenszene die jungen Damen bei einem alten Mütterchen in die Lehre gehen und bei ihr lernen, wie man so ein Spinnrad eigentlich hand- habt. Weidig, dessen Erscheinen auf der Bühne mehrmals iten ein leinen spontanen Beifallssturm, hervorrief, gibt sich in dev
In einem Aufruf der „Dtsch. TageSztg.^ wird übrigens die Ansicht vertreten, daß bie von Oberstaatsanwalt Böhme ausgesprochene Zubilligmig mildernber Umstänbe, der bas Gericht innerlich beigepflichtet zu haben scheint, ber geradezu frivolen Verhöhnung bes Rechtscmpfinbens wiberspreche, die in ber Einrichtung bes „Sitzreb akteurs" liegt; vom Standpunkte der auf Ehre und Verantwortlichkeit haltenden Presse aus müsse ihr widersprochen werden. Ein Mann, der mit voller Erkenntnis der Tragweite der von ihm leichtfertigerweise „verantworteten" Handlungen eine, milde gesprochen, wenig gewissenhafte Tätigkeit ausübt, verdiene keine mildere Beurteilung als der wirkliche Urheber einer Beleidigung. Im Gegenteil: ihm sei gerade aus diesem Grunde die volle Strenge des Gesetzes recht und billig.
Deutsch-Afrikanisches.
Daressalam, 9. Juni. Rach Meldung der Militärstation Mahenge haben sich der Sultan Kingame aus Kiberge und der Iumbe Schindano von Ruipa, beides Rebellcnführer, ber Station freiwillig gefteUt. Die noch fehlenden Jumben aus der Ulangaebene sollen sich gleichfalls auf dem Wege nach Mahenge befinden, um ihre Unterwerfung anzuzeigen. Das Bezirksamt Lindi meldet, daß Wangoni- Rebellen unter Masese in der Nähe von Nudjenda im por- tugiesischen Gebiet sitzen sollen.


