Ausgabe 
11.1.1906 Erstes Blatt
 
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R. 13. Darmsta dt, 10. Jan. Der Finanzausschuß

ger zu

len feststelltc und

vorzunehmen, was aber der Ehemann unter Hinweis auf das Zeugnis des Herrn Dr. Machenhauer verweigerte. Es erfolgte hierauf die Vorladung der Frau Heltzel vor den Staatsanwalt zu Darmstadt, wo ihr bedeutet wurde, das; sie sich einer nochmaligen Untersuchung zu u nterziehen habe. Auf die anfängliche Weiger ung unter Berufung auf die stattgefundene Untersuchung des Herrn Dr. Mackienhancr wurde ihr vom Vertreter der Staats- anmaltschaft Herrn Assessor Dr. Würth gesagt:Ick kann Sie zwangen, daß Sie sich-Untersnchen lassen." Frau Heltzel mußte mm zu dem ihr vom Staatsann-altschift bezeichneten Gcrichtscrrzt gehen, der wieder ibre vollständige Unschuld konstatierte.

Nach diesem Tatbestand darf sich die Großh. Regierung nicht

wundern, wenn das Dertran en zu den Anordnungen der Behörden bei der ländlichen Bevölkerung mehr und .mehr schwindet.

Die Negierung wird ja, wie im Falle Köhl-w, die rechte Antwort nicht schuldig bleiben. Es tut eine gründliche Auf­klärung und Belehrung weiterer schlecht beratener Volkskreise dringend not.

Eine Vorstellung Großh. StaaSbeamten geht dahin, dafür eintreten zu wollen, daß hinsichtlich der Be­irechnung der Vordienstzeit das Gesetz von, 9. Juni 1898 im Sinne der Begründung und der abgegebenen Er­klärungen durchaesührt wird, insbesondere, daß die Anrech­nung von Besoldungsvordicnstzeit unabhängig von dem Lebensalter des Einzelnen erfolgt, und zwar unter Wahrung des Dienstalters, wie dies bereits bezüglich der außerhalb des Staatsdienstes verbrachten Beschäftigungszcit vorge­schrieben ist.

Der Verein mittlerer Justiz beamten in Hessen petitioniert um Gewährung von Wohnungsgeldzu- schuss en und vorlälifige Bewilligung einer Teuerungs­zulage, etwa in Höhe von 121/3% der Höchstgehalte sämt­licher Staatsbeamten. Abg. Haas (natlib.) beantragt die Wiedereinstellunq der diesmal im Voranschlag nicht ent­haltenen 500 Mk. die seither zur Förderung des Molkerei­wesens verwendet wurden und ebenso 9tbg. Breim er (natl.) die Bewilligung von 50000 M. Beiträge für Wasserleit­ungen und wasserwirtschaftliche Meliorationen für bedürftige Gemeinden.

- Neue Titel. Die staatlich angestellten Assistenten am Landesmuseum führen lt. ministerieller Bekanntmachung m Zukunft den Titel Kustos am Großh. Landcs- m u s e u m.

Stadtverordn. Rentner Jugha°rdt von Gießen.°J

** Erl edigte Lehrerstel len. Ausgeschrieben werden eme mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an Gemeindeschule zu Pfungstadt, und eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Herrnsheim, Kreis WormS.

ridjitct^cr Seite wird zudem erklärt, eS handle sich nicht um die - _ u , v

Schaffung von neuen Schuldtitres, sondern um die B e g ebun g der zweiten Kammer ist gestern zur Vorberatung des » Ä Ä 3U,fammc^,cc,en 7b wird

das russische Finanzministerium ermächtigt wurde; ein Teil dieser lU,c9 di-, zur Elledrgung demselben seine Sitzungen forfictzen. Schatzscheine sei bereits in Berlin plaziert worden. Diel Da der neue Etat fast gar keine Abweichungen wesentlicher Verhandlungen sind noch nichts vollständig beendet. Art gegen früher aufweist, schreitet die Beratung schnell vor-

-- ,. . wärts. Heute nachmittag ist bereits die erste Besprechung

«ie^r^eVr" n'n im Ausschuß erledigt worden, mit Ans-

stein der sog. Präsident derRepublik Esthland", ^hine des Kap. 38, Gymnasien, Realgymnasien, Oberreat- Schneidermeister Schulz, ergriffen und sofort er- schulen re. Die Beratung über dieses Kapitel dürfte die ganze ~ . morgige Sitzung ausfüllen, da von einer Anzahl Abgeord-

.?rUn 7 "7" «"» dw im G.nt »orgcnommcnc Neuregelung de-

Recke gehörige Schl Neuburg, und ferner des' dem Grafen Kostenbetrags der Städte 9llzey, Alsfeld, Bingen, Butzbach, Medem gehörige Gut Lautk, obwohl eine größere Anzahl Friedberg, Gernsheim, Groß-Umstadt, Heppenheim, Michcl- ni^d^/eb?-nn?^^ °Uf ÖÜtent befanben' vollständig stabt, Oppenheim und Wimpfen für ihre Realschulen Wider-

'2» Moskau^rde an 18 Revolutionären das To- !?'"$ ^hoben und die Einstellung bedeutend geringerer desurt^eil vollstreckt, worunter ein deutscher Möbelfabrikant Summen beantragt worden ist. In der nächsten Woche namens Schmidt. Ferner nnrrden der Direktor und Ür.terdircktor wird auch die Regierung an den Beratungen teilnehmen.

.»«haftet. In einer beute nbenb stnttgehnbten Versammlung

^rtiCVu76eÄ »Äta'SrUÄ ster D°rm s.-i d. e r W a h , m an n er zweck. Verständigung zahlreichen flüchtenden Arnreniern eingetroffen. Ihren Erzähl- er die Wahl erneS Landtagsabgeordneten an W nach zogen Mitte Dezember 10000 bewaffnete Tartaren aus Stelle des Landgerichtsrats Dr. Buff wurde nach längerer Ibatte der cnflinrnnge Beschluß gefaßt, Bürgermeister auszurauben. Die Tataren wurden von den Arnreniern 12r*n'vahlen. Der früher leyon fuu diesen durw Barrikaden am Fluß erfolgreich aufgehalten, nur 3000 Volten m Aussicht genommene Rechtsanwalt Dr. Osann II. Reitern gelang es, die Stellmrg zu umgehen und nach Tiffis zu hatte im Hinblick auf seine anstrengende Berufstätigkeit eine m den engen Straßen an 1000 Reiter g e fa llen Wahl abgelehnt, ebenso der frühere ReichStagskandidat,

'Der Kvnstantinopes'e?Komes^nd^t bTimes" meldet, daßron(t ^r. Stein. Mit der Wahl Glässings findet auch erneuerte heftige Straßenkümpfc in Tiflis stattgc- die Stadtverwaltung Darmstadt wieder eine ^Zertretung in luvben haben. Viele Kosaken wurden durch Bomben der zweiten Kammer, in dec sie früher durch den Bei- 8^ssen' - der.Revolutnmä« wiwdeu v^ Artillerie geordneten Köhler (jetzt Oberbürgermeister von Worms) und

Einwohner der Stadt massakrieren 1 ' 11 ° Oberbürgermeister Morneweg vertreten war. Die Wahl

Daily Telegraph" meldet aus Nagasaki, daß schlimme Nach- ®r- GlässingS ist zweifellos.

rcchten aus .Sibirien eingetroffen sind. Ein allgemeiner u IP °.n v in Sibirien schien vor kurzer Zeit unvermeidlich.

r^n r E u t s k fand eine blutige Schlacht zwischen Kvsakcn und meuternden Truppen statt. Biele hundert Soldaten wurden getötet. Die Leichen wurden in den Baikalsee gc- roorjen.

' heute nacht um 1 Uhr Verwalter Liese nach Hause kam (er ' wohnt unmittelbar bei der Gasfabrik), bemerkte er, daß viel Gas ausströmte. Er begab sich deshalb in das Innere dey Fabrik, wo er die beiden Ardeiter Dauth und Weitzel, welche Nachtdienst hatten, schon infolge des starken Gasgeruches auf

1 das Ausströmen des Gases aufmerksam geworden waren, ^rwaltev Liese erkannte sofort die Gefahr, die einem großen Teil dec Stadt drohte, und begab sich mit den beiden Ar­beitern in den vorderen hinter dem Maschinenhaus gelegenen

1 Raum, um den Haupthahn, welcher die Reservoirs von den : Hciznngsstellen trennt, abzustellen. Hierbei fand er nebst dem Arbeiter Weitzel seinen Tod. Vorher gab er Dauth den Auftrag, seiner Frau mitzuteilen, wie die Sache stände^ Dieser Auftrag scheint nicht mehr bei voller Besinnung geJ geben worden zu sein. Denn man ist im Zweifel, ob e8 eine Warnung an seine Frau fein sollte oder ein Auftrag^ die Reservoirs zu öffnen, damit das Außengas auSströmen! konnte, um dadurch den Druck zu vermindern. Dauth er­reichte den Hof, wo er besinnungslos niederfiel, und eS dauerte eine wertvolle halbe Stunde, bis er Alarm schlagen konnte. Hierauf wurde er wieder besinnungslos, doch fami er alsbald unter ärztlicher Behandlung wieder zu sich. Liese! ist 34 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder, der! Arbeiter hinterläßt eine Frau nebst 8 Kindern und steht int 48. Jahre. Die beiden Verunglückten erfreuten sich allge-i meiner Beliebtheit. Heute nacht ist die Stadt ohne Licht.I 9115 gestern abend der Schutzmann Frank von hier einen! Fremden wegen Diebstahls und Bettelns in Haft bringen wollte, riß dieser dem Schutzmann aus, Frank verfolgte ben Ausreißer, fiel aber so unglücklich, daß er den Arm brach. Der Ausreißer wurde später wieder dingfest gemacht.

sd. D a r m st a d t. Der Darmstädter Gastwirten verein blatte aus heute eine zahlreich besuchte Versa mm- lung einoerusen, die zu der neuer Brau steuer Stell ngj nahm. Tie Versammlung nahm eine Resolution an, die gegen die Erhöhung der Mersteuer entschieden Protest erhebt. Tie Brauereien würden versuchen, die Steuer auß die Gastwirte abzuwälzen, die aber schon stark genug be­lastet seien. Deshalb würden die Wirte eventuell gezwungen feien, die Vierpreise zu erhöhen. Tie Resolution wird bertf Reichstag übersandt.

3t. s3. Darmstadt, 10. Jan. Gegen den Inhaber deZ logen. Internationalen Korrespondenz-Bu­reaus Weckler ist von der Staatsanwaltschaft cinqe« schritten worden. Weckler, ein völlig mittelloser ftühereü^ schreib er, Zigarrenhändler usw., hatte seit längerer Zeit m auswärtigen Blättern Anzeigen erlassen, in welchen ev für sein Bnrcau in allen Teilen Deutschlands Vertreten oder Mitarbeiter suchte. Ging daraus ein Bewerbungs-, !?)rewen em, so wurde dem Betreffenden eine Mitteilung, übersandt, daß er eine Anstellung als Mitarbeiter erhalten, solle. Es werde ihm sosorr eine Legitimationskarte als Vertreter des Bureaus übersandt werden, die ihn zunt freien Eintritt in alle Kvnzerte, Theater, J-estlichkerten usw. berechtigte, wenn er bereit sei, sür ein demnächst zu errich­tendes großes Geschäftshaus der Firma einen Anteil--, schein von 50 Mark zu beziehen. Tie Staa-sanwalt-, mast halte zwar schon tätigere Zeit Kenntnis von benti ur.tauberen Treiben des Weckler, konnte aber mangels pofi-.' tiver Unterlagen nicht strafrechtlich gegen ihn eit'schreiten. Jetzt smd der Staatsanwallichast aber mehrere Fälle von Betrugsversuchen unterbreitet worden, woraus sofort eine Haussuchung und Beschlagnahme der Bücher usw. eriolgte, auch die Verhaftung Wecklers angeordnet wurde, ^.asIntern. K-orr.-Bureau- sandte früher eine z^rlang hettographlerte Lokalnotizen ar. die Blätll r. sonst aber bar man von der Existenz desselben in Journalisten kreisen nie etwas gespürt.

Worms, 10. Jan. lieber die elektrische Straßen­bahn teilte Oberbürgermeister Köhler mit, die Verhandlungen wegen der Konzession mit dem Ministerium der Finanzen 'eien so weit gefördert, daß bis Schliiß dieses Vlonats end- giltige Auftragserteiliing zum Bau der Bahn ergehen könne. In der verflossenen Nacht erschoß sich auf' der ©men- bergt trage die in bet Mariinsgasse wohnende ehemalige Schauspielerin Hartmann. Bei der Leiche wurde außer dem Rovolocr noch cm neues R'asiermesser, das mit frischem ^ befleckt war, uorgefiinben, lieber bic Beweggründe ist nichts bekannt. (F. Z.) 1

Vorarbeiten für die Verbesserung der Lahnschiff- fahrtsstraße mmmcbr soweit f0rtgcführt und er­gänzt ivcrden sollen, daß sie eine hinreichende sichere Grunb- lage für bic 23curtci(uug ber Bauwürbigkeit bicscs Unter­nehmens bieten.

** Ein Akt ber Rohheit ivurbc am Dienstag nach- mittag von einem Trunkenbold verübt. Im evangelischen Schivcsternhaus gab er sich als Geselle einc-5 hiesigen Ge- schästes aus, tun von einer Schwester Bezahlung zu verlangen. Da dieselbe jedoch bic betrügerischen Absichten bes Spitz­buben diirchschaiite, ging sic nicht auf sein 9lnsiichen ein. Infolgedessen trat ihr der rohe Patron bcrmaf>en vor den Unterleib, baß fie latitaufschrciend mehrere Treppensti,fen lünaufstog. Rlehrerc vorübergehende Personen machten sich sogleich an die Verfolgung des Spitzbuben und außerdem informierte man bic Polizei.

[] Annerod, 10. Jan. Für den Bau unserer Wasserleitung sind von hiefigen und auswärtigen Firmen im ganzen 10 Offerten cingeganaen, die zwischen 29000 und 40000 Mk. schwanken. Die Vergebung der Slrbciten durch den Gemcinderat erfolgt in ben nächsten Tagen unb man gibt sich ber Hoffnung hin, daß bic unter ber Oberleitung bes Ingenieurs Schiffmann in Gießen zu errichtenbe Leitung baldigst in Angriff genommen wirb.

() Leihgestern, 10. Jan. Am 2. Weihnachtsseier- tagc stürzte der Kanonier S a rn m e s im Hose einer Gast­wirtschaft über ein leeres Bierfaß und verletzte sich so schwer, daß der Heilgehilfe Heußer ihm einen Verband anlegen, mußte. Infolgedefsen mußte der Kanonier bei seinem! früheren Meister, Schlossermeifter Karl Ort, während feines ganzen, sieben Tage dauernden Urlaubs das Bett hüten.

)( L a u b a ch, 10. Jan. Ter 18jährige Sohn des Land­wirts Iohs. Schombert war gestern beim Holzfällen im Stadtwald beschäftigt, 'uuf dem schlüpfrigen Boden glitt er aus und fiel dabei in btc tu seiner Hand befindliche, scharf gesckliffene Axt. Tiefe durchdrang dabei fast die ganze Hano. Tem Verletzten wurde im Johann Friedrich- Stift vorn Arzt die Hand zusammengenäht. Ter junge Manw ist auf längere Zeit arbeitsunfähig.

d. Friedberg, 10. Jan. Zum Unglücksfall am städtischen Gaswerk wirb uns noch geschrieben: Als

. ** Vortrag über Ma rokto. Au dieser Stelle sei wiederholt oarauf aufmerl.om gemacht, daß der Vortrag des Kaufm 'nmschen Vereins und Ortsgewerbevercins üb"r Maroikv nicht l):utc abend, sondern morgen, Freitag im Saalbau ftattfinbet.

** Ter Gießener Ausschuß für Wolksvor- lesun gen begannt seine Tr't gkeit am Montag, 15 Januar, mit einer Vortragsreihe überDer alte © t 0 a t im 18. J ahrhun oer t" von Oberlehrer Tr. U. Klein ^ie Vorträge finden in der Turnhalle des Nealgymnaslums und der Oberrealschule statt.

Tas Fest der silbernen Hochzeit begebt morgen der frühere Schutzmann und jetzi-ge Ratsdien-''- ^ol-annes Ott er dein ,-nd Frau, Anna, geb. Seiberti . ;-'u5 cnc er Lahnkan alisa tion fei mitge-

tciO, lob der preußische Minister der öffeutlicheu Arbeiten o.iq.uÜL'ncI ,!'Cl-,,bc,ni. 9(n!r°9e des Lahnkanal-Vereins zu

Gießen, den 11. Januar 1906.

** Ordensverleihung. Der bei den aus Anlaß ___ der Darmstädter Gartenbau-Ausstellung erfaßten Ordens- AsrlamevIsrischkS aus L-effen. jauszcichnung übertzangerle Bürgermeister Dr?'Glässing

, . . e . t hat heute, tote uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird

^oöenVolksmanncs und Abg. ^nachträglich das Ritterkreuz 1. Masse des Philipvs-

Köhler hat ben Abg. Bahr nicht schlafen lasten. Er hat lorbens erhalten.

soeben folgenbe Anfrage befreffenbba§ Vorgehen ber OrbenSverleihung en. S. K. H. der Groß- Staatsbehörden bei Untersuchung des Kindes- Herzog haben dem Oberleutnant unb Adjutanten ber m°rb§ in Hergershausen bet Babenhausen", an die 25. Infanterie-Brigade von Hagen, seither int 1. Großh. Regierung gerichtet: Infanterie- (Lcibgarbe-) Regiment Nr. 115, bas Ritterkreuz

UA bei der Untersuchung 2. Klasse bes Verbicnstorbens Philipps bes Großmütigen

- c. Kindesnwrd m Hergershaiyen dre S t a a ts a n w- a l t - verliehen p J

rigorosere Uebergriffe erlaubte, i ar <

m Ebcrstadt vor gekommenen Fall? 2ttlöicno empfangen würbe am gestrigen

-- Was geoenkt die Regierunq zu tmi, um diese U e b e r g r i f f e ^'"'voch u. a. von S. K. H. dem Großh erzog der Staatsanwaltschaft auf die Ehre unbeschol-'^''^-------' - ' ' - J 0 B

rener Frauen und Mädchen in Zukunft zu verhindern?

.X Wie gedenkt die Regierung bre Ehr- der vom Kreisgerichtsarzt Mebiznrolrat ^r. Xionneubergcr m Dieburg alsKindesmörderin" bezeichnete Ehefrau des Mullers EhriAan Heltzel in Hergershausen wieder Herzuvellen, nachdem sich ihre vollständige Unschuld bei Stoei toeiteren Untersuchungen durch Spezi al är^te herausgestellt

Tatbestand.^

Anfangs N-weinber v. Js. wurde in der Wehrbach bei Her- Äergaujen die Lcncye eme neugeborenen Kindes gefiinden. Die Ivfort ^machrichtigte Staatsanwaltschaft ordnete an, daß die in Dergershauten wohnenden Fnauen unb Mädchen durch die daselbst wohnende Hebamme sich einer Untersuchung unterziehen mußten Jne auch bet dem weitaus grSßten Teil der weiblichen Einwolmer vollzogen wurde, mbem die Hebmnme von Haus zu Haus aina begleitet von der Gendarmerie, die sich jeweils vor dos betrcficnde Haus postierte. Auch bei der Eheftan des Müllers Heltzel fand ^I-,^?tbrsrlc^ung statt. Am andern Tag erschien bei der eben .br^vwten Ehefrau wieder unter Gendarmeriebegleitung ber Kreis- erät M^öwalrat Dr. Dannenberger aus Dieburg. Nachdem er vor der 3xüMe erneu Tvpp^lpoften ausgestellt hatte, eröffnete K er |tt tm Auftrag des Staatsan.waltsvertreters

chusie. Noch beendigter Untersuchung cr- Närte der Kreisarzt der sckMr über 20 Jahre verheirateten Frau, day sie das Kind geboren habe. Im ganzen Orte und in der d-nteren Umgebung wurde die Fron infolge dessen als dieKin­dermörderin bezeichnet. Am andern Tag begab sich die F-rou Heltzel m Begleitung ihres Mannes nach Darmstadt zu in ob

Machenhauer, der nach eingehender Untersuchung bic voll- ständige Haltlosigkeit der vom Kreisarzt Medi'inalrat Tr bannen-

b.rr.tfl6eiM nicht -nr-» Gerichtlich- w..-rs-ch«-- «il|

T??s den, 10. Jan. Die Gesedgedu n g S d e pu t a - tivn der zweiten Kommer beschloß geg<m.die tz5wsdemokr L en p». VolkSztg. wegen Beleidigung des Landtages bte An-

^dausung des Müllers Limburg entsprechend die bisher ^gefertigten allgemeinen

flafle zu' erbeben. _ EM

N«sland.

London, 10. Jan. König Eduard wird in der zweiten Aprilwache eine Reise noch Lissabon undEad 1 xi'Mtemehmen. Er wird eine Kreuzfahrt an Bord ferner Jacht durch das Mittel­meer machen und König AlfonS einen Besu ch abstatten. Die Rückkehr nach England erfolgt über Fran krciäx

Der neue liberale Minifterplliiidcnt, Sir Campbell Bannerman und sein Kabinett haben eine Bla mage erlebt, indem sie ihren eigenen Erlaß gegen die E1 n f uhr chinesischer Kni l i s i n S ü d a f r i k a aufgehoben fxwen. Der Erlaß der Regierung war an und für sich geset-widrig. Es blieb dem Kabinett nichts anderes übrig, als den Erlaßzuruc. zu-iieheu. Die konservative Dresse jubelt über diesen Mißerfolg während die liberalen Zeitungen die Niedergeschlagenheit der! ganzen liberalen Partei widerspiegeln. Man fiirchtct,, daß bic Blamage nicht ohne Einfluß auf die Wahlen bleiben ward.

Während einer Rede, welche Campbell Banner- m a n gestern in Liverpool hielt, wurde er fortwährend von Anhängerinnen des Dahlreck'-ts für F ra n c n unterbrochen und beschimpft. Das Auftreten ixr,^-raiwnrechtlerinnen ver ursachte große Unordnung und stürmische Szenen. Schließlich wurden 8 Frauen gewaltsam aus dem Saale entfernt, woraus der Ministerpräsident seine Rede beenden konnte.

Paris, 10. Jan. Wahrend die Anhänger des republikani­schen Blocks unverhohlene F-rende über die gestrigen Kammerwahlen äußern und die Wahl Fallieres zum Präsidenten der Republik für gesichert halten, schließen die konservativen Blätter aus dem <LtimmenverhälMis van gestern, daß wederDoumer noch! Falli eres int ersten Wahlgange siegen werden und daß! man sich sodann auf eine W i e de rwa h l Loubets einigen werde. Donmcrs F-reunde versickerten, dieser werde jetzt ans seine Kandidatur vernichten.

Mußland in Mölen.

DiePet. Tel.-Ag." ist zu folgender Erllärnng ermächtigt: Die Meldung einiger ftanz. Blätter, daß man über eine russ. I Anlcihe verhiindcle, für welche die Erträgnisse einer russischen Bahn als Bürgschaft dienen sollen, und daß die Banken eine Kommission von 2 Prozent erhalten sollen, ist vollkommen grundlos. Von Bürgschaften war niemals die Rede.

Ans Paris kommt ein ähnliches Dementi. Von unter-1