Ausgabe 
11.1.1906 Erstes Blatt
 
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156» Jahrgang

Erstes Blatt

Pie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

An, Iaouar: ;SN»

Die Erhöhung der Brausteuer bekämpfte als letzter Redner des Tages Abg. Dr. Südekum, unter Hinweis auf die Wirkung der Steuerstaffelung in Württemberg.

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Erscheint tLgttch

außer SonnragL. dem Gießener Anzeiger oerden im Wechsel mit «em hesfischen Landwirt üe Siebener Familien, ilätler viermal in der

Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver- kig der Brü hl'schen stnivers.-Buch-u.Stein- -ruckerei. R. Lange. Redaktion, Erveditto«

und Druckerei:

Echulstratze 7.

Redaktion 113

Verlag u.Exped. ^-^51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Eisenbahngemcinschaft. Am 1. Januar 1900 wurde ihm der erbliche Adel verliehen und am 29. Juni 1902 erhielt er seinen Abschied.

Englisch u. Latein, li. Anlagen uni 0168 an j^ner Anzeiger erdeten.

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Aus dem Reichstag.

L Berl tn, 10. Jan.

Die Stimmung in Italien

wird immer mehr unfreundlich gegen Deutschland. Ein Blatt nach dem anderen beschäftigt sich mit der Frage,

antworten.

Gleichviel ob die Anschauung begründet ist, oder nicht, sehr bemerkenswert bleibt auf jeden Fall, daß die französische Sozialdemokratie Stellung zu nehmen beginnt, und zwar eine ausgesprochen klare Stellung gegen den Feind. Insofern ist allerdings die französische Sozialdemokratie der deutschen Sozialdemokratie, oder richtiger vielleicht dem Abgeordneten Bebel, an Vaterlands treue außerordentlich überlegen. Bebel wollte bekanntlich, nach seinen Reden im Reichstag, ein Urteil darüber sich vor-, behalten, ob der zu führende Krieg zu billigen sei. Sonst würden sich die Masten nicht wie die Heerden in8 Gefecht treiben lasten. Anders Jaurös. Er stellt sich berettS jetzt auf

jährlich Mk. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige^ für die Tagesnummm bis vormittags 10 LU^ Zeilenpreis: lokal 12 Pf*.

auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Land" und _Gerichts»aal": Ernst petz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

ViSconti-Venosta. Bevor Visconti-Venosta nach Alge­ciras reist, wird er, nach einer Pariser Privatdepesche, mit dem Ministerpräsidenten Rouvier und dem englischen Botschafter verhandeln. Wenn sich dabei Italien nur nicht in neue Verpflichtungen zum Nutzen Frank- re i ch s einläßt l Die vertraulichen Abmachungen zwischen Italien und Frankreich sind bisher nur zum Vor» teil des letzteren gewesen. Nun, man wird ja sehen, welche Haltung Italien auf der Konferenz von Algeciras ein- nimmt. Sonderbar ist aber, daß Visconti-Venosta ebenso­sehr in Paris wie in Berlin als Freund willkommen geheißen wird. Es erklärt die Pariser Sympathien, daß sich Visconti- Venosta um die italienisch-sranzös. Annäherung, unter dem berzlichen Beifall Englands, bemüht hat. Aber in Berlin? Hier könnte die Begrüßung des Marokko-Delegierten darauf zurückzuführen sein, daß Visconti-Venosta den Ruf eines Friedensfreundes und eines besonnenen Mannes hat. Nur wird man nicht so weit gehen dürfen, ihn eine Stütze des Dreibunds zu nennen. Soviel ist doch klar: der auf Iso­lierung Deutschlands gerichteten Politik Frankreichs und Englands ist die unentschiedene Haltung Italiens wesentlich zu statten gekommen. In allen Erörte­rungen der Dreibundsgegner seit Jahren hat immer der Plan eine Rolle gespielt, Italien vom Dreibund abzusprengen, oder e3 mindestens zu einem unsicheren Verbündeten zu machen. Die italien. Zeitungsstimmen, die ein Abrücken von Deutschland empfehlen, werden in Paris mit großer Genug­tuung vernommen. Es scheint erreicht, was mau wollte, und cs ist keine allzugroße Beruhigung für uns, daß, von den italienischen Staatsmännern, speziell von dem Minister des Auswärtigen und dem Ministerpräsidenten, versichert wird, sie billigten die erwähnten Aeußerungen italienischer Zeitungen nicht. Kürzlich meldete die .Post", Fürst Bülow beab- sichtige zu Ostern, wie schon wiederholt, einen kurzen Er­holungsurlaub in Italien zuzubringen. Flugs kam es aus Rom zurück: die italienische Regierung habe ersucht, den .angekündigten Besuch" bis nach der Marokkokonferenz zu vertagen. DieNationalztg." stellt mit bemerklicher Kühle fest, daß Fürst Bülow gar keinen Besuch hat ankündigen lasten. Demgemäß konnte die italienische Negierung auch nicht die Vertagung wünschen.

Französische und deutsche Sozialdemokratie.

DieNordd. Allg. Ztg." kommt auf den Vorfall zu sprechen, daß der französische Sozialistenführer Jaurös in einer Versammlung ablchnte, einen militärfeindlichen Anschlag­zettel zu unterzeichnen. DieNordd. Allg. Ztg." erblickt darin einen Beweis für die Richtigkeit der Auffassung, daß die französische Sozialdemokratie patriotisch ge­sinnt sei. In Frankreich wird diese Eigenschaft der Sozial­demokratie bestritten. Jaurös und seine Anhänger haben schon oft Tadel über sich ergehen lasten müssen, daß sie nicht das Verständnis hätten für die verletzten Empfindungen Frankreichs. Es scheint uns noch mehr für die ernste Auf­fassung der Lage in Frankreich, als für den Patriotismus von Jaurös ein Anzeichen, daß Jaurös bei seiner Weige­rung, zu unterzeichnen, die Armee für unumgänglich notwendig erklärte, um die von außen kommenden An­griffe zurückzuwcisen. Jaurös ist wiederholt über die Stim­mungen und Absichten in den leitenden Kreisen der Republik sehr gut unterrichtet gewesen. Zum Beispiel hatte, er früher als mancher andere Kenntnis von den tollen Plänen Del- castös, das damals militärisch höchst unvorbereitete Frankreich vor einen Krieg zu stellen, dadurch, daß der Marokkokonslilt

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Mittwoch

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geflissentlich auf die Spitze getrieben wurde. Wenn Jaurös mit einem mal auf den Schutz durch das Heer sich verlaßt, während bisher bekanntlich seine Politik dahin ging, durch Verständigung der Völker, insbesondere der Proletarier, einen Krieg zu vermeiden, dann ist anzunehmen, daß Jauröv diese entschiedene Schwenkung vollzogen hat, weil er nich t_mehr an den Erfolg der internationalen sozialistischen Einmischung glaubt.

Jaurös vermutetvon außen kommende An­griffe". Damit kann nur auf Deutschland hingezielt fein, und cs scheint, daß dies die Ausfastung maßgebender Personen in der französischen Regierung ist. In Frankreich sagt man sich: Scheitert die Konferenz von Algeciras, so bedeutet das den Krieg. Deutschland wird über Frankreichs Marokko-Ansprüche zur Tagesordnung übergehen und den Protest mit der Kriegserklärung und dem sofortigen Beginn der Feindseligkeiten be-

UMische Tagesschau.

Staatsminister v. Thielen -fr.

Der frühere preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten, Staatsminister v. Thielen, ist Mittwoch mittag gegen 1 Uhr in Berlin verstorben. .

Der Verstorbene hat in seiner mehr als elyahrigen Tätigkeit als Minister Preußen große Dienste geleistet. In seine Zeit fielen die Verhandlungen und der Abschluß der preuß.- Hess. Eisenbahngemeinschaft sowie die Kämpfe um den Kanal. Sein Wort: Gebaut wird er doch! ist ein geflügeltes geworden. Freilich hat sich seine Prophe- zeiuna nur in sehr bescheidenem Maße bisher ersüttt.

Der Verstorbene, der unmittelbar vor der Pollendung seines 73. Lebensjahres stand, war der Sohn des evang. Feldprobstes der Armee Thielen. Er war am 13. ^anuai 1832 zu Wesel geboren. 1882 wurde er Präsident der Eisenbahndirektion Blberfclb, 1887 Präsident bet Stotion Hannover und 1891 als Nachwlger n. Maybachs Minister der öffentlichen Arbeiten. 1896 vollzog er die pceuß.-heff.

Siebener Ainelge'

General-Anzeiger ~

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietz«

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2. Hypothek gesucht. , jilliche Wnqebote um. "IsS Gießener Andere, beten. irr, 263ai)nltin)Qn9f1^' RA mit einem anMrigcn n mit ttmoS Shanty bal- verheiraten, iftL Weitungen unter ui.» fflufenct Anzeiger erbeten^.

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VerUiches NeLötz. >

Berlin, 10. Jan. Der Kaiser emvfiirg heute ben Sanbt rat v Etzdorfs und hörte den Vortrag des' Chefs des ZwmatnnettA Wirkt, ßieheim. Rats Dr. von Lucanus, (dem Wria^ns. nn neum preuß. Etat ein? GehaltZerhvhmig von 100M Mk. rn Aussicht, steht). Zur Frühstückstafel war Gräfin Schnwa^ff geladen.

Der 5^a iser hat für die neue evangelische Kirche in Metz zwei künstlerisch ausgeführte Terrakotten aus der Fabrik ut Ka-;

des erkrankten Staatssekretärs Freiherr^ v. R i cht b o f en ist keine Änderung erngetreten. Eine ®e* nefung scheint so gut wie ausgeschlossen. Im Auftrage des Kaisers erschien Generalarzt Dr. Sckiennug ani Krouieulager. Tie drei Söhne deS Erkrankten sowie denen Bruder smd heutt ^ig^rrenfubrikant Willi. Osterwald in Egea in Wests stiftete 1OOOO Mk. als Unterstützungsfonds für dm Arbeiter seiner Fabriken bei außergewöhnlichen Not- und SttantV heitMllen^ x B." ist die Meldung desEcho

de Daris", nach welcher zwilchen der Firma Krupp-Essen und der Firma Schneider- Crensot Verhandlimgen stattsinden, betpl ein Einvernehmen über die für Marokko auszufitbrenden Auf­träge und die Wafsenliesernngcn an den Sultan, un­zutreffend. .

Tie Nachrichteii über größere Veruntreuungen von Massen und Munition der Heeresverwaltung sind, tote offiziöse W. T. B. versichert, übertrieben. Auch Landest

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. u.rmaiin Se n* ön i2 3«w,,at ilag, &cU i'A^stllüllg

die Seite deS französischen Heeres.

DieNorbd. Allg. Ztg." läßt ihrerseits durchblicken, daß man mit einem Angriff des Gegners zu rechnen habe, der sich zu einem Angriff auf Deutschland stark genug fühle. Nun bleibt abzmvarten, ob die Sozialdemokratie in Deutschland der ernsten Situation Rechnung trägt, oder ob sie es darauf ankommen lassen will, daß, wie die »Nord­deutsche Allg. Ztg." betont, der Versuch einer Bundes-, genossenschast mit dem Feinde »mit rücksichtsloser Ge­walt niedergeschlagen mürbe*.

Paris, 10. Jan. Der allgemeine Bund der fran^ zossischen ArbcitSbörsen erläßt einen Aufruf, worin dagegen protestiert wird, daß die Regierenden in Frank­reich und Deutschland unter dem Schlagwort der nationalen Ehre bereit seien, einen Krieg wegen Marokko zu provozieren. Die wirkliche Ursache eines solchen Krieges wäre nur in dem Streben nach kapitalistischer Ausbeutung Marokkos zu suchen, während die deutschen und fran^ zösischen Arbeiter den Frieden zu erhalten ent^ schlossen seien. Alle Arbeitsbörsen werden eingeladen, sich dem Protest anzuschließen und an der Vorbereitung einer demnächstigen internationalen Kundgebung mitzu* arbeiten. *

Das Wahlrecht im Reiche und in Preußen.

Gegenüber sehr bestimmten Erklärungen in, derN. A. Z.^ schreibt die freisimiige ,.Lib. Korr.",, materiell iei angeblich auch die Regierung in Preußen jetzt zu Konzessiv nert in der Wahlrechtsfrage bereit Man erzähle sich ch gewöhnlich gut unterrichteten Apolitischen Greifen einer großen Sansastadt, daß an den maßgebenden Stellen letzt die Absi^ bestehe, einer Reform des preußischen Wahlrecht» zuzustrmmen, allerdings gegen noch nicht näher bezeichm:te Kompen^ sationen hinsichtlich einer Abänderung be^ Reichstagswahlrechts. . Q

ES haben also onenbar (!)". mernt dieL. E. dazu die seit Jahren unausgesetzt wirkenden Bestrebungen, das ReiMtags'wahlrecht zu verschlechtern, an den cutschechenden Stellen ein offenes Ohr gesunden, und man versucht seyr diese Aktion mit geringfügigen Konzessionen auf dem Gebiet? be§ preußischen Wahlrechts zu ve^oppeln."

Die Gerüchte treten doch formell löte mhalllrch jn unb^ stimmt auf, um daran große Folgerungen knüpfen zu könnens Trotzdem ist Wachsamkeit gegen Ueberrchchungen auf dieses Gebiete selbstverständlich gehote-.u __J

GS könnte auffallen, daß, von den Vertretern des Schatzamts abgesehen, nur der Chef der preußischen Finanzverwaltung, Frhr v. :^ctn,6.abe"' Dock sür^dieIob eine Beistand8verpflichtung für Italien vorliege, debatte über die Steuergesetze belohnt. Doch die einem deutsch-französischen Konflikt

anderen ein zel staatlich en $inö " komme. Soeben wird aus Rom von einem Artikel der an-

die KommssionSberatung der gegebene Moment, sich> an e Turiner .Gazetta del Popolo' berichtet, der die Ver-

Verhandlungen zu beteillgen, na^bc^ c; u^^i^^tung o c r n e i n t. Mit der folgenden feinen Begründung:

daß die Steuerreform m der von der Regierung vorgejchlagen n I einmal Italien sich mit Frankreich über Marokko ver-

Faffung keine Aussicht Hat, Gesetz _au werden. ständigt habe, sei es klar, daß diese Verpflichtungen trotz des

Selbst bie KonservativenDreibundes eingegangen werden konnten, und daß für diese Rettich erklären, daß sie vorbehallen^aus dem Oc also kein Bündnisfall vorliege. Das sind natürlich Ver­bände des Finanzreformentwurss ^^.^ou^zuuehmen und ^^^itsausreden, bloße Kniffe,' um sich um eine etwaige durch andere zu erf^cn. Wäre eS Ä l " Hilfeleistung d-rumzudrücken. Das »Giornale d'Jtalia' hat

s ch a s t s st - u e r abgesehen, dann mürben ^Konservative . mit Offenherzigkeit auSgeplaudcrt, wie unangenehm wohl zugänglicher s-.n So aber sind sie^^mnkt d°rub°r 6für Italien sei: entweder der Ver-

daß .wieder einmal- dw , La ndw irisch ast zu.den I . , durch di- sranzäsischc und englische ReichSlasten beitragen soll. Als Abgeordneter Realen- 3 wenn Italien mit Frankreich gehe, einem

burgS war Rettich besonders b-mfen, "grarische ' S ' UcbcrfQll Oesterreichs ausgesetzt. Allerdings, da be- lieb wieder anzustcmmen. Er wies u. A. auf den toy n zwischen Scylla und Charybdis. Doch für

als ein noch immer gee.gn-t-S B-steuerungSobsekt hm. N-r N» - bm ccIeud)tcten Staats-

der Resorni der Branntweinst-u-r, die ein 9Umänncrn bedanken, die abwechselnd mit Paris und Berlin finanziellen Schwiercgkelt aus der Welt ' f ' Freundlichkeiten austauschten. Die italienische Politik hat sich

lich auch die L.-b-Sg°be-, sagte zwischen zwei Stühle zu setzen verstanden In

Der Redner bet Freis. Volksparte,, Dr. W e m er, rßm ^rief derVoss. 3tg/ wird auf Auslaffungen hatte aber Recht, wenn er meinte, es empfehle sich, erst eine 9ßQfriQ* hingewiesen, bie in engsten Beziehungen zum

Umgestaltung der bestehenden Steuern vorzunehmen, ehe mail^»^ DiePatria" erwartet die Rettung neue Steuern einsuhre. Doch die Branntwemsteuergesetzgebung Friedens in Algeciras von dem italien. Delegierten

jft für die Regierung um der unentwegt notleidenden v .. »

Landwirtschaft willen ein »Rühr mich nicht an". Wiener schilderte in anschaulicher Weise, wie wenig der Grundsatz ,Schonung der schwächeren Schultern" m der Steuervorlage zur Geltung komme. Sogar der Kautabak, dieses©enufcmitteP der ärmsten Volksschichten, werde un- 2-erhältnismäßig verteuert.

Der alte Herr v. Kardotsf (Rp.) ist von alle dem so wenig überzeugt, daß er sogar noch weitere Steirern für notroenbig unb erträglich hält im Interesse des Aus­baues der Kriegsflotte und der Einrichtung von Kolomal- bahnen. Langes Reden im Plenum erachtet Herr v. Kardorff -für überflüssig, denn die Sache werde in der Kommission schon gemacht werden. Er faßte sich also kurz und brachte so un­wesentliche Einwendungen gegen die S^uersorderungen vor, | daß des Schatzsekretärs nmbüfterte Stirn sich aufzuhellen be­gann. Sollte Herr v. Kardorff den Ehrgeiz haben, nochmals ein Kompromiß der bürgerlichen Parteien zustande zu bringen, wie seinerzeit beim Zolltarif auf der Grundlage seines bekannten Antrages? Damals und bei der Verab­schiedung der Handelsverträge ist den betroffenen Erwerbs­kreisen kaum Zeit gelaßen worden, ihren Protest im Par-§ lament zur Geltung zu bringen. Anscheinend' wünscht Herr^ v. Kardorff bei der Steuervorlage eine Wiederholung des! Verfahrens, in der Kommission eine Vereinbarung zu treffen und sie im Plenum ohne lange Rede zum Beschluß zu er­heben. Nun, über die Entwickelung der Kommissions-Ver­handlungen wird die Oeffentlichkeit durch die Presse prompt in Kenntnis gesetzt werden, besonders hinsichtlich der Erhöhung der Verbrauchsabgaben. Denn die neuen Stempelsteuern können schon jetzt als abgelehnt gelten, weil die National- liberalen hier ein vorbehaitloses Nein gesprochen haben.

Zwei politische Gegner, die Abgg. Dr. Pachnicke (fr. Ver.) unb Raab (wirtschaft!. Ver.), glauben nicht, daß aus der so wenig sozialen Geist atmenden Steueroorlage etwas Brauchbares gewonnen werden wird. Der letztere sieht bereits einBegräbnis erster Klasse* in der Kommission voraus, wogegen er nichts einzuwenden hätte. Pachnicke möchte es auf eine Auflösung des Reichs tages an­kommen lassen. Da dürfte die Regierung anderer Mein-

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durch daö rvcmgelGe LchweslernhauS.

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den Gieß, Anz, ech.

§ in der Doppelte» Ihaltuug gesucht.

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