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9.8.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

L SC. Jahrgang

Donnerstag 9. August 1906

Berlin, 8. Aug. Nach einem Telegramm des Gou­vernements aus Dar-es-Salaam von heute traf Major Johannes am 25. Juli mit Hauptmann v. Kleist zusammen. Er hält die Lage in Upangwe für noch nicht geklärt. Im Bezirke von Ssongeg schritten die Unterwerfungen fort; letztens unterwarfen sich die drei ältesten Söhne von Schabruma. Auch aus Jraku werden Unterwerfungen ge­meldet, jedoch wurden die Führer noch nicht ausgeliefert. Die 15. Kompagnie ist von Kilossa nach Usslimbura ab» marschiert.

Die Kakuog in Rußland.

Die Kabinetts-Rekonstruktion ist nunmehr per­fekt. Es treten neu ein: Filossovow und Wassiitschikow. Zum Oberprokurator des heiligen Synod wurde der Vtze- minister Iswolsky für Volksaustlärung ernannt.

Bezug-pret-r monatlich75Pf.,vlertel- iäbrlich Mk. 3.20; durch Avhole- u. Ziveigslellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 9)112. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesuummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf, auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den polst, und allgem, Teil: P. Witiko- für Stadt und Land^ und ,Gerichtsfaal': Ernst Heß; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Are heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. "Zur^öar-erischeu Spielerajfäre.

S.u.H. München, 8. Lug.

Die Angelegenheit des bayerischen Ehevauxleger-Leut- nants Karl Mühe in Tieuze in Lothringen, in welche neben zahlreichen hohen bayerischen Adeligen auch der erft 18jährige Sohn des Herzogs Karl Theodor von Bayern, Herzog Franz Josef, hineingezogen wurde und die dann durch den Selb stmorversuch des Grafen M. v. Prey sing in Morenz zu eingehender Erörterung in der Presse gelangte, sollte nach einigen Blättermeldungen bereits Ende dieser Woche vor dem Kriegsgericht- in Landau (Pfalz) zur ge­richtlichen Erörterung gelangen. Es handelt sich bei dieser aufsehenerregenden Affäre um Spielvorgänae, die lebhaft an den verflossenen Klub der Harmlosen in Berlin erinnern. Es soll in Dieuze, einer kleinen Garntsonstadt an der französischen Grenze, eine regelrechte Spielhölle bestanden Haden, in der sich eine große Anzahl dort in Garnison stehenderKavaliere" des Hochadels nicht nur Bayerns, sondern auch Oesterreichs, Preußens und ferner reiche bürgerliche Kauf- und Sportsleute zusammengefunden haben sollen. Es wird auch behauptet, daß sich die Herren nicht nur an den Spielen, sondern auch an interessanten Bällen in dekolletierten Kostümen beteiligten und dabei von Wucherern und Kiinstlerinnen gerupft wurden. Es kommen dafür Offiziere,^bekannte und bisher unbekannte Wucherer in München, Metz, Straßburg, Würzburg usw in Betracht, und die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß Mühe und Konsorten mit derBank" auch auf Reisen gingen, um in vornehmen Hotels spiellnstige Kavaliere um sich zu scharen. Es galten Einsätze in bar und Wechsel. Zweimal wurden zwei Künstlerinnen, welche die Geliebten von zwei Kavalieren waren, ausgespielt. Sie gingen damals mit Aufzahlung in andere Hände über. Leutnant Mühe bezahlte die Gunst einer Künstlerin mit einem Wechsel und schlug gleich die Zinsen zu der Schuld. Die eine Diva war zuerst die Geliebte eines Konsuls in München. Der Konsul trat sie an einem Abend, nachdem Graf Preysing an ihr Gefallen fand, nach, großen Verlusten an den Grafen ab. Graf Preysing zahlte der Dame, nachdem er ihrer müde geworden, eine Abfindungssumme. Interessant war, daß an dem Spiel, wo Leutnant Mühe Bankhalter war, sowohl der Konsul und Graf Preysing sowie eine Anzahl Offiziere und Kavaliere teilnahmen.

In der Folge wurde Grar Preysing von Mühe ver­anlaßt, sich an einem toskanischen Quecksilberbergwerk zu beteiligen, und das Fehlschlagen der darauf gesetzten Hoff­nungen soll Graf Preysing zu dem bekannten Selbstmord­versuch getrieben haben. Bor kurzem wurde nun auf An­trag des Kommandeurs des 3. Chevauxlegers-Regiment in Tieuze Leutnant Mühtz in der Münchener KuranstaltNeu­wittelsbach" verhaftet; er war nach München gekommen, um sich einer Operation zu unterziehen. Tie ,Veranlassung zu der Verhaftung sollten betrügerische Handlungen Mühes ge­geben haben, namentlich Wechselfälschungen, wobei auch der Name des in gleichem Regimente stehenden Herzogs Franz Josef eine Rolle spielen sollte.

Wie jedoch dieDeutsche Journalposi" dazu erfährt, ist die Untersuchung gegen Mühe insoweit niedergeschlagen worden, als nicht mehr Fälschungen von Unterschriften auf Wechseln oder des Textes von Wechselurtünden, sondern nur die angeblich vertragswidrige Erhöhung von Wechselsummen bei in blanko akzeptierten Wechseln, also sogen. Blankett-- mißbrauch angenommen wird.

Unrichtig ist es ferner, daß Hierwegen Ende dieser Woche gegen ihn in Landau verhandelt wird. Vielmehr ist das ganze Strafverfahren nach München übergeleitet worden, wo sich die hauptsächlichsten Transaktionen in der Affäre abgespielt haben und wo nun auch die gerichtliche Verhandlung der ganzen Sache erfolgen toreb. Von einem Verhandlungstermin kann aber schon um deswillen vorläufig gar keine Rede sein, weil zunächst der über das Vermögen des Leutnants verhängte Konkurs zu Ende gebracht sein muß. Und hierbei kommt wieder in Betracht, daß neben zahlreichen Wucherern usw., von denen die Konkursverwal­tung etwas zu fordern hat, auch die bisherige Diva des Münchener Ueberbrettls Mary Jrber als Geliebte des Leutnants Mühe in Frage kommt, die aber inzwischen München verlassen hat. Es dürfte also noch viel Wasser die Isar herabfließen, ehe man von der ganzen Affäre wieder etwas hören wird.

Anstand.

London, 8. Aug. Premierminister Campbell-Ban­ne r m a n ist heute nach Märienbad abgereist.

Paris, 8. Aug. Zur Stunde sind nach Versicherungen mehrerer Blätter sämtliche fran»ösischenBi schüfe im Besitz der gleichlautenden, aber an jeden Kirchenfürsten besonders ge­richteten päpstlichen Belehrungen, die folgende wesent­liche Bestimmungen enthalten: Nur die bischöflich kontrollierten kanonischen Kultgenossenschaften werden anerkannt, alle an­deren katholischen Verbindungen sind schismatisch. Die Orts­pfarrer haften für die Zuverlässigkeit und den Gehorsam aller Mitglieder, können daher auch katholischen Ortsbewohnern, denen sie mißtrauen, die Aufnahme verweigern. Kardinal Richard erhielt eine allgemeine Ansprache des Papstes gege.i die Verletzung des Konkordats durch den Staat. Außerdem gab er den stanzösischen Kardinalen geheim zu haltende Ratschläge für den Fall einer Verschärfung des Konfliktes.

Toulon, 8. Aug. Das Nordgeschwader, welches an den großen Manövern nicht teilgenommen hat, verläßt morgen Toulon und begibt sich nach Tanger.

M a d r i d , 8. Aug. Die Behörden von P a n t e l u n a wurden informiert, daß ein berüchtigter Anarchist in Arbeiterkleidung unterwegs nach San Sebastian sei.

Konstantinopel, 8. Aug. Die Blättermeldung, daß die dreiprozentige Zoll er Höhung am 14. September in Kraft treten soll, ist U n r i ch t i g. Nachdem die letzte Botschasts- konferenz infolge der englischen Nachforderungen resultatlos ver­laufen ist, läßt sich der Zeitpunkt der Zollerhöhung noch nicht bestimmen. Einstweilen schweben darüber Verhandlungen zwischen England und den Kabinetten in Wien und Petersburg. Ebenso unrichtig ist die Meldung von einer Besetzung neuer persischer Gebietsteile durch türkische Truppen.

Es verlautet, daß auf dem türkischen Transportschiff ,Taif", da? von Trapezunt mit Rekruten nach Yemen gehen sollte, eine Meuterei ausgebrochen ist und daß das Schiff dadurch gezwungen wurde, nach Trapezunt zurückzukehrcn.

N e w Y o r k, 8. Aug. DieTribüne" meldet aus W a s y i n g - ton, daß dort ein amtlicher Bericht eingelaufen sei, welcher besagt, daß fünf Japaner bei den Ale Uten, wo sie an­scheinend widerrechtlich gefischt hätten, von Amerikanern erschlagen worden seien. Spater traf der amerikanische Zoll- kutter Mac Culloch" ein und nahm 12 oder mehr Japaner wegen widerrechtlicher Fischerei fest. Das Staatsdepartement wird dem japanischen Botschafter von diefem Bericht Kennwis geben und sein Bedauern über die summarische Behandlung der Uebertreter aussprechen. _ -

Rio de Janeiro, 8. Aug. Der Kongreß sprach sich dafür aus, daß die panamerikanischen Delegierten im Haag be­auftragt werden, jedes betteffend ein internationales Schieds­gericht im Haag beantragte Ueberemkommen zu unterstützen. Staatssekretär Root hielt vor sAner Abreise eine Rede, worin er hervorhob, daß in der nächsten Zukunft Brasilien und die Vereinigten Staaten die einzige ewige Garantie für die Integrität Amerikas bieten werden.

«ietzener Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr.185

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Deutsches Reich.

Köln, 8. Aug. Kurz nach 10 Uhr traf her Kaiser in Urbach ein, bon wo aus er alsbald mit Gefolge sich -um Schießplatz Wahn begab. Auch mehrere auslän­dische Offiziere wohnten den Schießübungen der beiden Fuß- artillerieregimenter Generalfeldzeugmeister (Brandenburg. Nr. 3 aus Mainz und niedersächsisches Fußartillerieregr- ment Nr. 10) bei. Ter Aufenthalt des Kaisers ist nur durch rein militärische Hebungen bedingt, sodaß der Monarch die von mehreren Seiten an ihn ergangenen Einladungen zum Besuche einzelner rheinischer Städte ausschlug. Bei der Durchfahrt in Köln-Deutz begrüßten die vor Anker liegen­den Schiffe den Kaiser, der, am offenen Fenster stehend, bei der langsainen Durchfahrt das herrliche Kölner Rhein­panorama betrachtete, durch Böllerschüsse. Um 2 Uhr er­folgte die Abreise nach Essen.

Essen (Ruhr), 8. Aug. Der Kaiser ist um 3 Uyv 45 Min. auf BahnhofHügel eingetroffen. Am Einmrng der Villa Hügel Ivurde der Kaiser von den Mitgliedern der Familie Krupp empfangen. Der Kaiser ließ durch den Flügeladjutanten Oberstleutnant v. Ehelius am Grabe Friedrich Alfred Krupps einen Kranz niederlegen.

Berlin, 8. Aug. Ter Kaiser hat die. Tapfe pe£

jüngsten Prinzen durch Oberhofprediger Dr. Drtz- ander endgültig auf den 2 9. August festgesetzt.

Cronberg, 8. Aug. Die Kronprinzessin von Griechenland ist mit vier Kindern heute abend kurz vor 7 Uhr zu vierwöchentlichem Aufenthalt hier eingetroffen. Der Kronprinz fuhr von Frankfurt nach Homburg weiter. Der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen sind heute früh im Automobil auf Schloß Friedrichshof angekommen.

Döbeln, 8. Aug. Im Reichstagswahlkreise Döbeln-Roßwein ist es zu einem Zusammenschluß des gesamten Bürgertums gekommen. Wie dieNat-Ztg." erfährt, haben die Vertreter der konservativen, freisinnigen, nationalliberalen, deutschsozialen Reformpartei, sowie der Bund der Landwirte einstimmig den Beschluß gefaßt, den früheren nationalliberalen Abg. in Leipzig-Stadt Prof. Tr. Hasse als gemeinsamen Kandidaten für die bevorstehende Reichstagswahl aufzustellen. Hasse hat die Kandidatur an­genommen___________________________________

Rachbarn in Ostafrika.

Der Aufstand in Ostafrika kann im Vergleich mit dem südwestafrikanischen als ziemlich harmlos bezeichnet werden, hauptsächlich wohl wegen der schlechten Bewaffnung der Eingeborenen. Aendert sich hierin etwas, dann wird es mit der Harmlosigkeit sein Ende haben. Es kann sich aber ändern, wenn Engländer und Portugiesen nicht mehr mit den Detltschen zusammenhalten, sondern den Eingeborenen Hinter­lader liefern. Nun sind allerdings diese Neger im Waffen­gebrauch nicht entfernt in dem Maße geschult, wie Herero und Hottentotten, aber sie würden doch wegen ihrer gewal­tigen Ueberzahl und der ungeheuren Ausdehnung des Gebiets in die Lage kommen, den Deutschen einen kostspieligen und verlustreichen zweiten Kolonialfeldzug auf den Hals zu laden. Ueber diese Tatsache können auch die zuversichtlichen Schilder­ungen nicht hinwegtäuschen, die von den parlamentarischen Ostafrikafahrern entworfen werden dürften.

Das Programm des Ministers Stolypin, soweit es sich auf die Agrarfrage bezieht, deckt sich mit wenigen Ab­weichungen mit dem Projekt Goremykins, welches die Zwangs­enteignung ablehnt. Im übrigen will Stolypin alle Gesetze wieder abschaffen, welche seit der Regierung Alexander II. in Kraft getreten sind.

Die Petersburger Telegraphenagentur ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die von der »Nowoje Wremja" verbreiteten Gerüchte über die unmittelbar bevorstehende Einsetzung eines Generalissimus für die Garde und die gesamte übrige Armee und die Uebertragung dieser Stellung an den Groß­fürsten Nikolai Nikolajewitsch jeder Begründung entbehren.

Petersburg, 8. Aug. Bei der Festnahme mehrerer Anarchisten und Revolutionäre wurden Bomben, mit starkwirkenden Sprengstoffen angefüllt, ge­funden. Der in Kronstadt verhaftete frühere Deputierte der Reichsduma, Onipko, und zwei Sozialrevolutionärre werden dem Kriegsgericht übergeben werden.

Riga, 7. Aug. Auf einem hier liegenden Schul­schiffe wurden 6 6 Mann v erbaftet. Die Zeitungs­nachricht, daß hier ein Arbeitsoeputiertenrat orga­nisiert sei, um die Leitung der Ausstände zu übernehmen, wird amtlich nicht bestätigt.

Sosnowiee,8. August. In den dicht gefüllten Warte­raum des Bahnhofes wurde eine Bombe geworfen. Viele Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Ter Kaufmann Goldblum wurde getötet. Es entstand eine furcht­bare Panik, Wobei viele Personen verletzt wurden. Zahlreiche Frauen sielen in Ohnmacht. Der Täter ist unbekannt.

Sewastopol, 8. Aug. Infolge des Diebstahls der Untersuchungsakten wird der Prozeß, gegen die zweite Gruppe der wegen der Militärrevolte im vergangenen Herbst Angeklagten eine Verzögerung von sechs Monaten erleiden.

Ein fast friedliches Idyll nach all den vielen Meldungen über Bombengreuel, Attentate usw schildert em Telegramm aus

Kiew, 7. Aug. Im Dorfe Granowa prügelten die Bauern den früheren Duma-Abgeordneten Stephaniuk, weil ihnen dieser keine genügende Er­klärung für die Auflösung der Reichsduma zu geben ver­mochte.

Aus SraSt uno tiatto,

Gießen, den 9. August.

* Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben dem Bürgermeister Gg. Konrad zu Osthofen die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Dekan des Dekanats Gau-Bickelheim, Pfarrer Adam Weber in Gabsheim, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Das Ehrenzeichen für Mit­glieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Ent­schließung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Bieber: Mart. Ritzel und Pet. Kunz.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Bezirkskassier der Bezirkskasse Altenstadt Gust. Krüger, zurzeit in Darmstadt, in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkskaffe Oppenheim versetzt; den Finanzaspiranten Anton Kopp aus Reinheim mit Wirkung vom Tage seines Dienst­antritts an zum Assistenten der Bezirkskasse Mainz I; den Finanzaspiranten Christian Kottler aus Darmstadt zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen; den Finanzaspiranten Ernst Wilh. NebHuth aus Osthofen zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Worms; den Gefangenaufseher an dem Gefängnis in Mainz Heinrich Wendel zum Gefangenaufseher an dem Landeszuchthaus Marienschloß ernannt. In den Ruhestand wurde versetzt die Gefangenaufseherin am Provinzialarresthaus Gießen Pauline Garnier auf Nachsuchen unter Anerkennung ihrer treuen Dienste.

"Zu dem Gesetzentwurf über die Reform der Landgemeindeordnung hat der Hess. Landesverband der Bürgermeister eine Eingabe an die 2. Kammer ge­richtet, in der ersucht wird, daß nach Annahme des Gesetzes die derzeitige Amtszeit der Bürgermeister weiterläuft und nicht sofort Neuwahlen stattfinden.

X Hungen, 8. Aug. Der größte Teil des in der Kasse der GewerkschaftFriedrich" gestohlenen Bar­geldes ist wiedergefunden worden. Am Montag um 6 Uhr morgens sollte die elektrische Pumpe, die 3 Minuten vom Werk gelegen ist und Wasser aus dem Bache pumpt, nach längerer Reparaturarbeit wieder in Betrieb gesetzt werden. Da sie nicht anzog, wurde der Deckel eines kleinen Wasser­schachtes abgedeckt und siehe da, den freudig erschreckten Augen der vier Arbeiter zeigte sich der gänzlich unversehrte Postbeutel, der vor den Augen des schnell herbeigerufenen Kriminalkommiffars geöffnet 7000 Mk. als Inhalt ergab. Somit ist es als erwiesen anzusehen, daß nur eine mit den Verhältnissen sehr gut vertraute Persönlichkeit als Täter in Betracht kommen kann, die auf den Inhalt des Beutels nicht neugierig war, da sie ihn kannte. ES wird vermutet, daß daS Geld erst einen oder zwei Tage später an diesen Ort gebracht worden ist; der Täter mag doch Angst bekommen haben, als er die fieberhafte Tätigkeit sah, mit der die Nachforschungen betrieben wurden. Vor allem scheinen die Privatdetektivs, die der Direktor der Gewerkschaft auf die