Nr. 211
Erscheint «zNch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe»
«** ilt am^o. gefugt*
Rußland.
Petersburg, 7. Sept. Die Gesundheit der Kinder Stolypins ist so ivcit hcrgestcllt, daß ihre Ueberführung in das Winterpalais möglich i|t. — Nach Meldungen aus Warschau ist unter den Festungstruppen der Festungen Modl in, Dumblin und Zegrze Meuterei ausgebrochen. In den letzten Lagen haben zlvischeu meuternden Artilleristen und treu gebliebenen Infanteristen blutige Zusammenstöße stattgefunden. Es besteht der Verdacht, daß em Leit der
450 TonS hat, lief heute mittag um 12 Uhr auf der Germaniawerft vom Stapel. Es erhält ein bedeutend größeres Deplazement und wird mit Turbinen ausgerüstet werden.
Kronberg i. T., 7. Sept. Die Kronprinzessin von Griechenland ist heute abend um 6 Uhr aus Potsdam wieder hier eingetroffen.
Konstanz, 7. Sept. Der Großherzog und die Großherzogin, umgeben von der Prinzessin Wilhelm und den Hofstaaten, empfingen heute nachmittag die amerikanische Jubiläums -Deputation in Schloß Mainau. Der erste Präsident, Hönninger, hielt eine Ansprache, in der er sagte, er sei beauftragt, die Huldigung und die Glückwünsche sämtlicher landsmännischer Vereine zum Jubiläum darzubringen. Sodann wurde eine kostbare Kassette mit dec Adresse überreicht. Der Groß Herzog dankte tief gerührt für die liebevolle Aufmerksamkeit und die zmn Ausdruck gebrachte Vaterlandsliebe. Eine Dame aus der Deputation überreichte der Großherzogin ein Nosenbukett. Das Großherzogspaar drückte jedem der Teilnehmer die Hand und verweilte längere Zeit tn regster Unterhaltung mit denselben.
München, 7. Sept. Die Kronprinzessin traf heute Nachmittag von Tegernsee hier ein und ivucde am Bahnhof von dem preußischen Geschäftsträger, Frhrn. v. Werthern, empfangen. Die Kronprinzessin wohnt der „Tannhäuser"- Aufführung im Prinzregersten-Theater bei und wird heute abend nach Tegernsee ziirückkehren.
Deutsches Reich.
Berlin, 8. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die „Freisinnige Zeitung" teilt in einem auch von dem „Berliner Tageblatt" übernommenen Artikel mit, daß ein Beamter des Auswärtigen Amtes, der sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht hatte und verhaftet worden sei, jetzt auf Veranlassung feiner vorgesetzten Behörde auf seinen Geisteszustand untersucht werde, obwohl an einen JrrsinnSfall gar nicht 311 denken sei. Wir stellen fest, daß beide Angaben falfch sind. Von dem Augenblicke an,' wo sich die Staatsamvaltschaft mit der Angelegenheit befaßt, hat sich das Auswärtige Amt jeder Einmischung in das bei den zuständigen Gerichtsbehörden schwebende Verfahren enthalten. Tatsächlich ist der Beamte niemals verhaftet gewesen, und er befindet sich jetzt auf freiem Fuße. Was die Beobachtung des Geisteszustandes betrifft, so hat auf einen Antrag, den der Untersuchungsrichter, durch ärztliche Mitteilungen veranlaßt, gestellt hat, die zuständige Strafkammer einen Beschluß gefaßt, nach welchem der Beamte sechs Wochen in einer geschlossenen Anstalt auf seinen Geisteszustand beobachtet werden soll. Hiermit entfallen alle Unterstellungen, die von der „Freisinnigen Zeitung" bei der Mitteilung der falschen Angaben versucht worden sind.
Schwerin, 8. Sept. Die Großh. Staatsregierung verbot die Abhaltung des sozialistischen Parteitages für beide Mecklenburg im großherzöglichen Staatsgebiet.
Kiel, 7. Sept. Das Torpedoboot „G 136', das letzte Torpedoboot der Serie 132—137, das eine Größe von
JAwaren- und yqL gejucht. Gefl,selbsiL, —ten ii. o383 an Miefe, ll*e mehrere tüchtige Mädchm hier und außerhalb. (06$ dtou Herr, Sonnenslrafee L « MWch Äp stunden vormuiags gesch Lndwigstra^.
Offiziere die revolutionäre Bewegung unterstützt. Die Soldateska wird durch das revolutionäre Blatt „Soldatkraja Dolja aufgehetzt. Die Lage ist bedrohlich. Viele Offiziersfamilien verlassen bereits ihre bisherigen Wohnungen in den Festungs-RayonS.
Warschau, 7. Sept. Der militärische Generalgouoer- neur von Warschau v. Becker tritt vom Amte zurück; an seiner Stelle wurde zum Generalgouverneur General Olchowsky ernannt.
— In dem^Jnv al i den stift Kalwarya bei Warschau wurden sieben Insassen des Stifts von einem tobsüchtigen Mann namens Tabaezyk mit einer Axt getötet.
Sewastopol, 7. Sept. In der letzten Nacht wurde ein Gendarmerie Offizier in einem Wagen der Straßenbahn ermordet; zwei wie Arbeiter gekleideten Männern, die der Tat verdächtig sind, gelang es zu entfliehen.
Astrachan, 7. Sept. In der Ortschaft Nikolskaja im Kreise Garew versuchte ein Volkshaufe den verhafteten Gemeindcältesten zu befreien, nahm den Landeshauptmann fest und demolierte die Wohnung des Landkommissars, der sich versteckte. Außerdem plünderte die Menge einen Waffenladen. Die Ortschaft ist vorläufig ganz schutzlos, da die aus Astrachan entsandten Kosaken erst am Sonntag eintreffen fönncii.
Kostroma, 7. Sept. Im hiesigen Gouvernement macht sich eine starke Agitation der linken Parteien bemerkbar. Es finden zahlreiche Meetings statt.
$6tS »ei*
WM»
0 ^en Lohn per101
Larchmdche»«
fu4] 9* !iolon'^.^ilial>^
jfeh«
‘^hierin gesucht.
969en mona». SBe^ütuna
Wt. 9 ^9
Golöschiaidt
Men. । ‘ggBBSnTTiL
Mtinedj,
-Ms
ingeresÄM » [leinen bürgerlichen /
nieten tzesnchi. Drnchslr.8,1. । Msärbeüerinüen^ owie Lehrmädche« r foiort gesucht. I06577 amentonsetlion Lma Bmnger, VahnhM.66 (Cck Ammdj. von klein, ffomiile
MDllößll gesucht, __Sicbiflllw*’1
■>gyj Jemand Mi
' w.
Staat und Kirche in Frankreich.
Paris, 7. Sept. Der „Temps" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Unterrichts Minister Briand über die Bischofsversammlung und die Frage der K u l t u s v e r e i n i g u n g e n. Briand erklärte, er wäre sehr erftaunt, wenn die Bischöfe irreparable Lösungen angenommen haben sollten. Wie mit dem Himmel sei auch mit dem Papst ein Ausgleich möglich. Kein Gesetzestext verpflichte die Priester, den Kullusvereinigungen als Mitglieder anzugehören. Falls die Bischöfe und die Priester ein Mittel suchen sollten, sich dem Gesetz anzupassen, ohne persönlich und direkt in Widersprua) zu i>en päpstlichen Weisungen zu geraten, könnte der Ausweg gefunden werden, daß die Mitglieder enter Kirchenfabrik untereinander und mit einigen Gläubigen, aber ohne Pfarrer, eine Bereinigung bilden zum Zwecke der Ausübung des römisch^katho- lischeit Gottesdienstes. Diese .Vereinigung wäre gesetzlich. Sie würde sich an einen Pfarrer wenden und ihm erklären, daß sie ihm alle materiellen Mittel zur Ausübung des Gottesdienstes biete. Könnte der Bischof den Pfarrer tadeln, wenn er dieses Anerbieten annähme, tmd welchen Einwand könnte der Papst erheben. Ter Minister schloß mit der Erklärung, daß er die Bischöfe, die mit ihm eine Unterredung wünschen sollten, gewiß empfangen werde. — Der „Temps" bemerkt hierzu: Minister Briand will den öffentlichen Frieden und die Gewissensfreiheit wahren. Er ist für eine Verständigung unö er treibt den Wunsch nach Verständigung soweit, daß er der Geistlichkeit die Mittel nahe legt, den Geist der Enzyklika und die Forderungen des Gesetzes miteinander zu versöhnen, aber er erinnert gleichzeitig mit Entschiedenheit daran, daß er seiner Aufgabe, die Durchführung des Gesetzes zu sichern, nachkommen werde.
Ueber die gestrigen Verhandlungen der Versammlung der Bischöfe verlautet, daß dieselbe sich auch mit der Frage der Kirchen gebäude beschäftigte. Der Versammlung wurde das Gutachten eines katholischen Juristen vorgelegt, nach welchem alle Kirchen Frankreichs Eigentum der Gemeinden sind. Es sei zu hoffen, daß die meisten Gemeindevertretungen und zwar selbst die republikanischen und die radikalen, um jeden Konflikt mit der katholischen Bevölkerung zu vermeiden, an dem gegenwärtigen Stande nichts ändern und auch nach dem 12. Dezember die Kirchen den Katholiken zur Verfügung stellen werden. Aus die Bischöfe habe dieses Gutachten einen großen Eindruck gemacht. Es heißt, daß die Idee, die weitere Gestaltung der Sjinge ruhig abzuwarten, infolge dieses Gutachtens zahlreiche Anhänger gesunden habe, doch neigt die Mehrheit noch immer dem Vorschläge zu, einen modus vivendi zu finden und Verhandlungen mit_ber Regierung anzu- knüpsen, um eine Vermehrurrg und Stärkung der im Gesetz enthaltenen Bürgschaften zu erlangen. — Tie letzte Sitzung der Bischöfe fand heute vormittag statt. Es wird bestätigt, daß die Bischöfe ke i u e b ü n d i g e n B e s ch lü s se gefaßt haben und sich darauf beschränkten, mit Beziehung auf das Inkrafttreten des Trennungsgesetzes mehrere eine Rechtsverwahrung enthaltende Maßregeln zu ergreifen.
In Bestätigung früherer Meldungen wird mehrfach übereinstimmend gemeldet, die Bischossversammlung habe bechslossen, daß die Kirche Frankreichs nichts anderes zu tun habe, als in ihren Stellungen zu verbleiben, und daß demzufolge auch nach dem 11. Dez. der Gottesdienst in dem gegenwärtig dem Klerus zur Ver- ügung stehenden Gebäuden ausgeübt werden solle. Jeder Bischof werde diesen Wider st and gegen das Gesetz in der ihm gut scheinenden Weise organisieren, insbesondere werde dafür Sorge getragen werden, daß in den Kassen der Kirchenfabriken sich am 11. Dezember nur ganz minimale Beträge befinden. Die Bischöfe haben auch Die Frage geprüft, in welcher Weise die Mittel zum Ankauf der Kirchen beschafft werden könnten, sobald der Staat sie den Gemeinden überlassen hätte.
lucht Frau E.Groh, Kir^sr, 13, LchriiUchaü r Weißwaren-, Mich» und chattuiigsgeschäst Euch«.
5c!b[lgejd)riebcne Werten u. K bei, tue Expedition öS. Bl. Tüd)tige Sertäufcrin lux iiiiatlur- unb Weißwaren« iaft für bald gefugt, friftL Reibung, unt 06576 Gießener Anzeiger erbeten.
Aer Kaiser in Areslau.
Breslau, 7. Sept. Ter Kaiser nahm gestern abend die Meldung des Gesandten Frhm. v. Jenisch als Vertreter des Auswärtigen Amtes für die Manövertage entgegen.
Auf dem Gandauer Exerzierplätze sand heute vormittag von 8V2 Uhr ab die große Parade des manövermäßig verstärkten 6. Armeekorps unter dem kommandierenden General, General der Infanterie v. Woyrsch statt. Ter Kaiser, dem die neuen Feldzeichen folgten, ritt zunächst mit den anwesenden Prinzen--2ohueii vor die Mitte der Front des Korps und übergab die Feldzeichen mit Ansprachen an die entsprechenden Regimentskommandeure. Sodann ritt der Kaiser die Fronten der Abordnungen der Kriegervereine, darauf die Front der Truppen ab, gefolgt von der Kaiserin, die in der Uniform ihres Kürassier- regiments zu Pferde saß, und von sämtlichen hier weilenden deutschen und fremden Fürstlichkeiten und den fremden Offizieren. Nach den Vorbeimärschen der Truppen und der Kritik erfolgte um 11% Uhr die blückkehr in die Stadt. Die Kaiserin kehrte unt 11 Uhr 45 Min. nach dem kgl. Schlosse zurück, der Kaiser an der Spitze der Standarten- schwadron unb der Fahnenkompagnie des Füsilierregimentes Generalfeldmarschall Graf v. Moltke (Schles. Nr. 38). Auf dem Rückwege von der Parade hatten die Hhulen, die Kriegervereine, die Innungen und andere Vereine Spalier gebildet. Vor dem Kaiser ritten der Kronprinz, sowie die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar.
Heute abend fand in den Räumen des Zwinger beim Kaiserpaar Paradetafel statt, an der u. a. teilnahmen der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, die Erbprin- zessin von Sachsen-Meiningen, Erzherzog Friedrich von Oesterreich, Earl of Lonsdale, der König von Sachsen, der Herzog von Connaught, der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, der kommandierende General von Woyrsch, Generalfeldmarschall v. Hahnke, Kriegsminister v. Einem, Generalleutttant v. Goßler, Generalfeldmarschall Graf v. Höseler, Generalleutnant v. Moltke und Generalleutnant v. Treskow. Der Kaiser brachte .im Verlaus der Tafel folgenden Trinkspruch aus:
»Ich kann meiner Zufriedenheit, der ich heute schon nach der Parade Ausdruck verliehen habe, nichts Neues hinzusügcn und kann nur nochmals meine Freude aussprechen, daß das 6. Korps unter Ihnen, mein lieber Woyrsch, am heutigen Tage sich glänzend vor mir bewährt Hot. Wer heute die seit 36 Jahren zum erstenmal auf Kriegszustand gebrachten Bataillone im ehernen Tritt ihren sturmgepeitschten neuen Fahnen folgen sah, der konnte ermessen, daß jedenfalls die letzten zehn Jahre Friedensarbeit nicht umsonst gearbeitet worden ist, und daß, soweit aus der Parade auf Ausbildung und Haltung der Regimenter zu schließen ist, das Korps in vorzüglicher Verfassung sich befindet. In ihm stehen Regimenter mit hohen und herrlichen Namen, Chiffren ihres Königs tragend, vor allem das älteste Qiegiment der Armee, mein Leib-Kürassier-Regiment. Sie dienen in Garnisonen auf historisch geweihtem Boden! So mögen denn die Regimenter des Korps im Manöver zeigen, was sie auf der Parade versprochen haben. Mir aber ist cs eine besondere Freude, gerade in diesem Jahre einen Beweis dafür zu besitzen, daß in meiner Armee frisch und flott gearbeitet wird. Hundert Jahre sind es her, seit unter den furchtbaren Prüfungen, die der Himmel un§ auferlcgte, das Vaterland zusammenbrach, und die alte fridericianifche Armee zn Grunde ging. Der heutige Tag hat gezeigt, daß wir nicht vergessen haben, daß wir arbeiten müssen, und daß wir, wenn wir Gelegenheit haben, das halten werden, was lvir in drei Feldzügen versprochen haben. So erhebe ich mein Glas auf das Wohl dieses Armeekorps, auf das Wohl seiner Regimenter und begreife in diese ein, die königlich sächsischen Regimenter, die Seine Majestät der König die Gnade gehabt hat, zum Korps zu kommandieren, vor allem mein neues Manen-Regiment. Die Regimenter fofien leben! Hurra! Hurra! Hurra 1"
Ter kommandierende General v. Woyrsch dankte dem Kaiser für die anerkennenden Worte und schloß mit der Versicherung, daß das 6. Armeekorps jederzeit und allerorts bereit sei, zu sterben mit dem Rufe: Seine Majestät der Kaiser und König, unser aklergnädigster Kriegsherr, Hurra! Hurra! Hurra!
Nach dem Tiner hielt das Kaiserpaar Cercle ab und begab sich dann nach dem Schloß, wo es mit den fürstlichen Gästen von der Rampe des Schlosses aus dem großen Zapfenstreich sämtlicher Musikkapellen des 6. Korps unter Leitung des Prof. Roßberg beiwohnte. Die Stadt war glänzend illuminiert.'
Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 8. September 1866
/fTT A A A A/K A M AA A A A Ak. A AA Rotationsdruck und Verlag der vrühl'sch«
Die „•leftener ZamlUenblStter- werben dem OO G?Eg | S !T UnlDcrr,t5t5brude^_^8ott«e'
.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MFJ H | K OsOLmLl Redaktion. Expedition «.Druckerei: SchMr^
^esstschß Landwirt" erfcheint monatlich einmal. 0 Tel. Nr. 6L Zelegtv-ttbt.:
Die Eruteausfichten in Rußland sind vielfach ungünstig, ein Umstand, der sich bei ben ständigen Unruhen vielfach unangenehm bemerkbar machen wird, denn hungrige Menschen neigen im allgemeinen leichter zu Krawallen als satte.
Die .Handels- und Industrie-Zeitungs bringt folgende Erntefchätzung: Winterweizen allgemein gutmittel; gut in den Ostseeprovinzen, in Polen und im südöstlichen Gebiet; schlecht bezw. unbefriedigend im Wolgagebiet, im Osten und Zentrum des Ackerbaugebiets. Winterroggen allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan, Jaroslaw und Kostroma; unbefriedigend in Orenburg, Ufa, Wjarka, Wologda, Twer, Pskow, Moskau, SmolenSk, Kaluga, Rjasan, Tula, Tscherni- gow, im Dongebiet, Astrachan, Krim und im NordkaukasuS; gut in den drei südöstlichen und zehn polnischen Gouvernements, in Poltawa, Cherson und Kursk. Sommerweizen allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan, Ufa, Tambow, Rjasan und Poltawa; unbefriedigend in Orenburg, Wjatka, Nishnij-Now- gorod, Wladimir, Moskau, Orel, Tula, Kaluga, Woronesch, Cherson, Saurien, im Dongebiet und im Nordkaukasus. Gute» Stand wurde nicht angetroffen. Hafer allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan und Nishnij-Nowgorod; unbefriedigend in Orenburg, Wjatka, Kostroma, Wladimir, Tambow, Tula, Kaluga, Poltawa, Woronesch und im Dongebiet; gut in neun polnischen Gouvernements. Gerste allgemein kaum befriedigend; schlecht bezw. unbefriedigend in den Gebieten, worin Hafer solchen Stand aufweist, und außerdem schlecht in Poltawa, gut in drei südöstlichen und zehn poln. Gouvernements, sowie in den Ostseeprooinzen, ferner in Kowno, Witebsk und Twer. In den nicht aufgeführten Bezirken stand die Ernte befriedigend.
AusLand.
Paris, 6. Sept. Der „Petit Marseillais" hatte gemeldet, der Minister des Innern hätte in Berlin Schritte getan ober tun lassen, um gelegentlich seiner Reise in Deutschland mit offiziellen Persönlichkeiten ziisammcn- zutrcffen. In einem Telegramm an den „Petit Marseillais" erklärt der Minister des Innern, er sei als einfacher Privat- inann gereift und habe derartige Schritte weder unternommen, noch unternehmen lassen. Er habe sich gegenüber den französischen und ausländischen Journalisten jeder Aeußerung über die französische oder die deutsche Politik enthalten.
— Nach einer Meldung eines englischen Blattes sollte der Minister Clemencean an Campbell-Bannerman zu dessen 70. Geburtstage ein Glückwunsch-Telegramm gerichtet haben, in dem er u. a. auch die AbrüstungSfrage berührt hätte. Demgegenüber erklärt die „Agence Havas", daß Minister Clemenceali an den englischen Premierminister kein Telegramm gesandt habe.
— Vor den Fenstern der Villa des Großfürsten Paul von Rußland in St. Cloud wurde gestern eine Bombe gefunden. Diese wurde unter den üblichen Sicher- heltsmaßregeln ins Laboratorium gebracht, woselbst sich herausstellte, daß die Bombe ungefährlich iuar, da sie keinerlei Explosivstoffe enthielt. Es liegt jedenfalls ein Racheakt der Diener vor, die vom Großfürsten gemaßregelt worden waren.
Rom, 7. Sept. Wie der „Tribima" aus Forli gemeldet wird, ist die Prinzessin Friederike Wilhelmine von Hohenzollern, die Witwe des Marchese Popoli, geworben.
Gradisca, 7. Sept. Der ehemalige Landeschef von Bosnien und Herzegowina, General der Kavallerie Baron Appel, ist heute früh gestorben.
Marienbad, 7. Sept. Der König von England ist nach beendeter Kur über Eger und Vlissingen nach England abgereift.
Konstantinopel, 6. Sept. Es wird geplant, daß Frankreich vor der Hand zu Einübungszwecken Maschinengewehre für Lebelpatronen, und zwar 35 für den drittes Korpsbereich (Saloniki) und 35 für den zweiten Korpsbereick (Adrlanopet) samt der Exerziermunition der Pforte liefert


