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dem Fon Worth in Texas i in Südtexas berichtet, e obdachlos. Der Schaden 00 Dollar geschäht. Die itimmungsort zu eneichen. ndungen sind gestört, mehreren Tagen wird eine sie ohne Führer eine Be> . Die angestellten Nach- ?. — Der Seidenfabrikan! ' einer Bergtour in 6er > erlitt Bein« unb Hon*
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ßimmerarrefl verurteilt und ihrer Oberinwürde entkleidet. Diese Strafe hat sie vor einigen Tagen abgebüßt, unmittelbar darauf ver. schwand sie aus dem Kloster. Nun hat die ehemalige Oberin ihren Maurergchilsen geheiratet, der nach wie vor seinem Erwerbe nachgeht, Während seine Fran durch Klavicrlektionen zum Haushalte beiträgt.
♦ Die Trunksucht unter den englischen Frauen. Die auf. fällige Zunahme von Ehescheidungen in allen Schichten des englischen DolkcS beschäftigt augenblicklich eine Reihe von hervorragenden Männern der Wissenschaft, und eine Reihe von ihnen bat sich dahin ausgesprochen, daß diese Zunahme größtenteils auf daS Konto deS Alkoholismus zu setzen sei. Sehr bemerkenswert sind einige Aeußerungen, die ein bekanntes Mitglied einer kirchlichen Temperenzgesellschaft jetzt in einem Londoner Blatte getan bat. Dieser Philanthrop, der als eine Autorität auf seinem Gebiete gelten darf, erklärte unter anderem folgendes: Wir haben vier Trinkerheilstälten für Frauen — und nur eine einzige für Männer. Unv die ersten sind stets bis auf den letzten Platz besetzt. Der Alkohol übt unstreitbar auf den moralischen Sinn der Frau eine viel schädlichere Wirkung aus als auf den deS 2Ranr~ trägt viel Schuld an der Häufigkeit der Ehescheidungen. Die weiblichen Nerven sind viel empfind, licher organisiert als die männlichen, und wir haben oft die Erfahrung gemacht, daß die Folgen deS Trinken« bei der Fran sich zuerst darin äußern, daß sie aufbört, wahrhaftig zu bleiben. Ist sie aber erst lügen- hast geworden, so hat sic damit in vielen Fällen den ersten Schritt getan zum gänzlichen moralischen Derkommm.
“Eine ergötzliche Erklärung finden wir in der „Leipz. Volksztg.Einige Waschweiber in Männerkleidern haben das Gerücht verbreitet, ich hätte den Antrag im Stötteritzer Gastwirtsverein gestellt, den Bierpreis auf 15 Pfg. zu erhöhen. Da das Gegenteil der Fall ist und ich den Vorschlag gemacht habe, erst noch andere Mittel und Wege ausfindig zu machen, so erkläre ich diejenigen als erbärmliche Verleumder, womit nur beabsichtigt ist, meine erbärmliche Existenz noch mehr in Frage zu stellen, was sie auch ausgesprochen haben. Stötteritz, 27. Juli 1906. Robert Wölfel.
" Zuviel gesagt. „Jetzt antworten Sie/ sagt der Vorsitzende des Gerichts, „ja oder nein! Das Gericht will nicht wissen, was Sie glauben. Ich glaube heute morgen z. B., daß ich meine Uhr in die Tasche gesteckt habe; in Wirklichkeit habe ich sie auf meinem Waschtisch liegen gelassen. Das Gericht will Tatsachen, keine Vermutungen." Nach dieser praktischen Belehrung des Zeugen nahm der Prozeß ohne Storung seinen Fortgang. Als der Richter nach Hause kam, fragte ihn seine Frau: „Du warst wohl sehr ängstlich wegen deiner Uhr, daß du vier Boten nach ihr geschickt hast — vier Stück, einer nach dem andern?"' „Was!" — rief der Richter, dem eine Vermutung aufstieg — hast du sie jemand gegeben?" — „Natürlich," sagte sie, „ich gab sie dem ersten; er wußte genau, wo du sie hattest liegen lassen."
• „Kann ick em hollen?" Ter jetzt längst zu seinen Vätern versammelte Bürgermeister N. in Rostock war weithin berufen wegen seines ungeheuren Phlegmas. Als einst in einer Novembernacht ein gewaltiger Sturm in den Straßen der Stadt vielfaches Unheil angerichtet batte, kam am anderen Morgen der Ratsdiener Grotelüschen mit der Miene des Entsetzens in die Stube gestürzt, wo der Bürgermeister gerade behaglich mit langer Pfeife beim Morgenkaffee saß. „Wat is da denn nu all wedder los, min leewe Grotelüschen?" redete der Bürgermeister den Eintretenden an. „Herr Borgemeester, Herr Borgemeester!" rief Grotelüschen, und die Augen traten ihm vor Angst aus den Höhlen, „de Nikolaiturm iS düffe Nacht heel scheef weiht un kann jeden Ogen- blick dalfallen!" Der Bürgermnister sah ihn groß an und entgegnete gelassen, ohne sich vom Fleck zu rühren: „Ja, kann ick em Hollen (halten?)! —
* Kleine Tageschronik. Ein Zusammenstoß zweier Güterzüqe erfolgte um Mitternacht bei Blankenburg auf der Strecke B e r l i n - S 1 e t t i n. Es wurde sofort ein Hilfszug abgesandt. Einzelheiten fehlen noch. — In Salisbury (Nord- Carolina) wurden sechs Neger gelyncht. — Bei der Hebung eines im Lause der Novembernnrnhen im Jahre 1905 bei Sebastopol gesunkenen Transportschiffes kamen zwei Taucher um. — In M a I ft et 11 a. d. Saar kam es gelegentlich einer polizeilichen Revision zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen S ch u ß l e u t e n und einer hundertköpsigen Menge. Die Schutzleute ntußten vor der Uebermacht weichen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 7. August.
Wegen eines an einem 4 jährigen Mädchen zu Mbach begangenen Sittlichkeitsverbrechens erhielt der 18 jährige Schneidergeselle I. G. von Burkhardsfelden 10 Monate Gefängnis.
Auf Grund seines Geständnisses, wurde der Taglöhner H. D. von Mittelgründau wegen Blutschande begangen an seiner 9 jährigen Tochter zu 3 Jahr e n u n d 1 M o n a 1 Z u Ä Haus, sowie 10 jährigen Ehrverlust verurteilt. Bei seiner Verhaftung hat er sich in r oher Weise widersetzt, was ihm wegen Widerstands 1 Monat Gefängnis eintrug.
Der Steuerbote G. W. II. von Homberg war wegen Hausfriedensbruchs durch das Schöffengericht zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er ist in den drei ersten Monaten d. I. fortgesetzt nachts in die Wohnung des Metzgermeisters Sch. eingedrunqen, als dieser verreist war und hat sich dort zu Bett gelegt. Sch. gab sich eines Abends den Anschein, als verreise er wieder; er kam jedoch alsbald wieder zurück und fand W. in seinem Bett liegend vor, dem er eine derbe Tracht Prügel verabfolgte, so daß dieser ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Ter Anqellagte erhob Berufung und bestritt, sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht zu haben, da er mit Genehmigung der Frau Sch. sich in das Haus begeben hat. Die Strafkammer bestätigte das Urteil, indem sie hervor- hob, daß der Angeklagte das Bewußtsein gehabt haben muß, daß er widerrechtlich eindringe, die Berechtigung der Frau sei beschränkt durch den Willen des Mannes: auch das Strafmaß war nicht zu beanstanden, weshalb die Berufung erfolglos bleiben mußte.
Ein außergewöhnlich schlauer und raffinierter Dieb und Hochstapler wurde in der Person des Herrschaftsdieners S. B. aus Malsch (Baden' zu 10 Jahren Zuchthaus, Ehrverlust auf gleiche Tauer und Polizeiaufsicht verurteilt. Der 29 jährige Angeklagte verstand es auf Grund geschickt gefälschter Papiere, als Diener in vornehme Häuser zu kommen, von wo aus er gewöhnlich bald wieder unter Mitnahme von wertvollen Schmuck- gegenständen verschwand. So hat er bei dem Geheimen Kommerzienrat Buderus zu Hirzenhain Pretiosen im Werte von etwa, 20 000 Mark gestohlen, auf gleiche Weise eignete er sich zu Berlin und Köln Gegenstände in demselben Wert an. Er fand größtenteils im Ausland Absatz für die gestohlenen Gegenstände und begab sich dann wieder hierher, wo er flott lebte. Er hat längere Zeit zu Frankfurt a. M. ohne polizeilich angemeldet zu sein unter falschem Namen gewohnt. Seinem Hauswirt gab er an, er besuche die Zeichenakademie, er habe in Cronbcrg einen reichen Onkel, der ihn finanziell unterstütze. Um dieses glaubhaft zu machen, schickte er auch eines Tages von dort aus 200 Mark an seine eigene Adresse nach Frankfurt. Seine falschen Papiere schwindelte er anderen ab und stahl solche wo er konnte; auch war er geschickt genug, um solche anzufertigen. Fortwährend stand er in Verhandlung mit Herrschaften, denen er sich als Diener anbot; es gelang ihm auch Briefe, durch die man sich nach ihnt erkundigen wollte, in seine Hände zu bekommen, die er dann selbst beantwortete. Die Auskünfte fielen so günstig aus, daß einige der verlesenen Briefe Heiterkeit erregten. Bei seiner Verhaftung in Schwerte gab er der Polizei einen falschen Namen an, was ihm einen Monat Haft eintrug, der durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird.
Der Bahnhossausie^r A. zu R o d h e i m v. d. H. hat einen Tisch aus dem Warlesaal beim Schlachten eines Schweines
benutzt, wobei dieser eine Beschädigung erlitt. Er fertigte eine Quittung über die Reparaturkosten aus und unterschrieb sie mit dem Namen des Schreiners, um so einen Beleg zu erbringen, daß er die Kosten aus der Stationskasse entnehmen konnte. Auf erfolgte Anzeige wurde er wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu 4 Wochen und 3 Tagen Gefängnis verurteilt.
Wegen Diebstahls im Rückfall wurde der Taglöhner H. F. von Harbach zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Er hat zu Bindsachsen einem Landwirt ein Paar Schuhe entwendet.
Gerichtssaal.
— Rehbocke sind in manchen Jagdrevieren heiß begehrte Artikel. Ist erst ein solch seltenes Tier ausfindig gemacht, so kennt der Jagdeiler keine Grenzen, und manchmal geht ein Jäger sogar weiter, als es das Gesetz erlaubt. Bei Griesheim hatten zwei Jagdgesellschaften, die gleichzeitig draußen roaren, an der Stelle, wo ihre Reviere aneinandergrenzen, an einem Mittag einen feisten Dock aufgefpürt. Es wurde von beiden Seiten geschossen und der Bock verschwand schließlich in eine sumpfige Gegend, wohin ihm die Jäger nicht folgen wollten. In der Nacht ging der Jagdhüter Peter Knatz von Griesheim hinaus urib holte den Bock, der aber im fremden Revier lag. Deshalb verurteilte ihn hellte die Strafkammer zu zwei Wochen Gefängnis.
Sport.
Frankfurt, 7. Ang. Ter deulsche Ruder-Verband hat beschlossen, die nächste deutsche M e i st e r s ch a f t s - R e g a 11 a im August 1 907 in Frankfurt a. M. abzuhalten.
Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Die Messe in Nischni-Nowqorod. Die Messe ist wie astjährlich am 28. Juli eröffnet worden, verlies aber bis jetzt bei sehr stillem Geschäft in außerordentlich gedrückter Stimmung. Die Preise sind ziemlich fest, werden aber die Fabrikanten und Verkäufer nicht mit erhöhten Preisen handeln, so wird es ihnen möglich fein, dasjenige große Manko auszugleichen, das bei der geringen Menge der am Platze vorhandenen Ware unausbleiblich ist. Die allgemeine Zllrückhajtlmg kommt auch von dem Niederbrennen der Stadt Sysrana, den ungemein dreisten und erfolgreichen Ueberfällen auf Eisenbahnzüge, Banken, Geschäftshäuser und einzelne Personenzüge usw. Die russische Verwaltung gibt sich aste Mühe, die allgemein gedrückte Stimmung zu heben und hat, sobald die vorn Ministerpräsidenten Stolypin abgegebene Versicherung bekannt wurde, daß der nach der Anflösuilg der Reichsdlnna befürchtete Generalstreik nicht zustande kommen kann, unter Hinzuziehung zahlreicher Kriminalbeamten und eines starken Militäraufgebots umfangreiche Maßnahmen getroffen, damit die diesjährige Nischni- Nowgoroder Messe einen ruhigen Verlauf nimmt.
Reichsbank. Am 1. Oktober wird in Ovladen eine von der Reichsbankstelle in Remscheid abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
Märkte.
ke. F r a n k f u r t a. M., 8. Aug. lOrig.-Telegr. de? „Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber. 00 Schafe und Hämmel, 1057 Schweine; 1. Qual. 76—77 Pfg. Lebendgewicht 59.50—60.00 Pf.) 2. Qual. 75—00 Pf., Lebendgewicht 58.50-00 Pfg„ 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00— 00 Psg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, lleberstand unbedeutend.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
August 1906
^Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
7.
2"
749,9
19,4
10,3
61
NNW
2
Sonnenschein
7.
9”
749,5
15,0
10,9
86
ENE
2
Klarer Himmel
8.
7”
750,1
12,4
10,0
94
W
2
Nebel
Höchste Temperatur am 7. August — 4- 20,1 0 C.
Niedrigste „ „ 7. August = + 8,2 ° C.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 9. August 1906: Zeitweise heiter, trocken, nachts etwas wärmer. Schwache veränderliche Winde.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
LasnMeti-Nachrrehten.
G e st o r b e » e. Herr Christian Thielmann, Dillenburg. — Fräulein Katharine Mohr, Braunfels. — Iran Regina Waldeck, geb. Ramspeck, Alsfeld. — Herr Forstinspektor Dr. Rudolf Prätorius, Langen.
Schiffsnachrichten.
Red Star Linie.
Ter Postdampfer „Finland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. August wohlbehalten in New-Pork angekommen.
Eingesandt»
(Für Form und Inhalt atb-r unter dicscr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Saubringen. Die Arbeiten am Schulhaus-Neubau werden nun emsig betrieben, im übrigen ist die Bautätigkeit wegen des Fehlens neu projektierter Straßen gelähmt. Diesem Uebelftande soll nun, wie bestimmt verlautet, durch einen vom Ortsvorstande gefaßten Beschluß mit einem Schlage ab» geholfen worden sein, indem die Feststellung einer neuen Straße für den Weg längs der Lumda am Brunnen, mit Verlängerung durch den neuen Weg (die HcügärteM mit Einmündung in die Hauptstraße bei der K. Vogelscheu Hofreite, vorgesehen ist. Für diesen so wichtigen in der Bevölkerung günstig aufgenommenen Entschluß mag folgendes bestimmend gewesen sein. Die sogenannte Großgasse ist sehr eng und steil und die einzige Fahrverbindung über die Lumdabrücke nach der Kreisstraße Lollar-Staufenberg und dem nordwestlich belegeneu Gemarkungsteil. Sie ist für ihre Zwecke sehr ungeeignet. Das nicht kleine Gemeindegrundstück am Brunnen wird durch die neue Straße verwertet werden können und die sogenannten Hofgärten werden ein sehr günstiges Bau- terrain abgeben, da das abgetriebene Gemeinde-Waldgrundstück für Straßenanlage sehr steil ist und von Schulhausbauten sowie andern öffentlichen Anlagen ziemlich verbraucht wird: der nordöstliche noch nicht abgetriebene Walddsttrikt, in dem sich der noch jetzt in Benutzung befindliche Tierkadaverplah befindet, dürfte zur Errichtung menschlicher Wohnungen mcht so bald zu haben fein.
*
Bad-Salzhaujen. Am letzten Juli wurden die Stallungen A die zu den kleinen staatlichen Dienstwohnungen gehören, auf Abbruch versteigert, um den Bauplatz zum neuen B a d e- haus freizulegen Es wird westlich an das Kurhaus und östlich an die Oekonomiegebäude des Geh. Baurats Roth angreu^n. Den meisten Hotels und Pensionshäusern wird das neue Bade- haus weiter entrückt und damit Schaden zugefügt. Mau hat in Bad-Nauheim erst kürzlich loftipiehge Badehäuser autzer Betrieb gesetzt und neue dicht an den Quellen errichtet Hier wird das Gegenteil ausgeführt und das neue Badehaus circa 300 Meter von der Soolguelle errichtet. Es sollen Petitwnen
an das Großh Ministerium und die Landstände gegen den Bauplatz des Badehauses usw. eingereicht werden.
UöchrnMe ükdkrßlht der sslidesfätle in der Stadt Hießen
28. Woche. Vom 15. bis 21. Juli 1906.
Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Cterblichkeitsziffer: 17,62
nach Abzug von 7 Ortsfremden: 5,22 °/oo.
A n Ni.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nad) Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen:
Tuberkulose 2 (1)
Herzfehler 1 (1)
Schlagfluß 2 (2)
Gehirnentzündung 2 (1)
Darmkatarrh 1
Blinddarmentzündung 1 (1)
im Wochenbett 1 (1)
Erwachsene
1.
2(1)
1 (1)
2 (2)
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Kinder
: im vom
Lebensjahr: 2.—15. Jahr
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Sumina: 10 (7)
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1
1
Ortgrnal-Drahtmel-ungen.
sä. Darmstadt, 8. Aug. Der Kroßherzog wird heute nachmittag im Automobil auf zwei Tage nach Jagdschloß Romrod fahren. — Staatsminister Ewald ist gestern abend aus seinem Urlaub zurückgekehrt und hat die Leitung der Geschäfte wieder übernommen.
Dortmund, 8. Aug. In Sassendorf bei Dortmund brachte ein Bahnarbeiter seinem Vater im Streite einen tötlichen Messerstich in den Rücken bei. Der Mörder wurde verhaftet.
Hannover, 8. Aug. In der Leinenweberei von Eroine ist ein verheerendes Großfeuer ausgebrochen, das fast sämtliche Gebäude einäscherte. Der Schaden beträgt über 300 000 Mk. Sämtliche Arbeiter sind brotlos.
Wiebelskirchen, 7. Aug. Vor der Koksaulage auf der Grube Dechen ereignete sich heute ein Unfall. Tret Arbeiter des Stummsten Werkes waren mit Reparaturen am sogenannten Griestrichter vor der Koksanlcrge beschäftigt, als plötzlich fünf Wagen von einem rangierenden Zuge abgestoßen wurden und über das Geleise kamen, auf welchem die drei Arbeiter einen schweren Hebel liegen hatten. Der 26jährige Johann Sutter aus Neunkirchen wollte noch schnell den Hebel von dem Geleis räumen, als ihn auch schon der Wagen erfaßte, ihn niederstieß, infolgedessen die fünf Wagen über seinen Körper gingen. Der Unglückliche starb nach kurzer Zeit. Sutter war erst int Herbst vom Militär losgekommen und hatte sich kürzlich verq heiratet.
Mailand, 8. August. Gestern sanden zahlreiche Ver- sammlungen der Karabinerie statt, in denen über die Forderungen der Mannschaften beraten wurde. Die Forderungen betreffen nicht nur den Sold sondern auch den Dienst. Die Negierung erklärt in einem Kommunique, daß die Unzufriedenheit der Karabinerie unberechtigt sei, trotzdeur habe sie aber Maßnahmen getroffen, um allen Forderungen entgegen zu kommen.
Wien, 8. Aug. Bei Ternitz (Rieder-Oesterreich) stürzten zwei unbekannte Touristen ab. Eine sofort ausgerüstete Expedition fand den einen tot, den andern mit schweren Verletzungen bewußtlos auf.
Wien, 8. Aug. 80 Krummauer Teilnehmer passierten auf der Rückfahrt von dem Böhmerwald-Bundestage das czechische Dorf Subschitz. Hier lauerten ihnen die czechi- schen Teilnehmer an einem czechischen Feste auf und bewarfen die durchfahrenden Deutschen mit Steinen. Diese sprangen ab. Es entstand eine große Prügelei, die mit der Flucht der Czechen endete.
Moskau, 7. Aug. (Petersburger Telegr.-Agent.) Der Aus stand muß dank der vom Stadthauptmann getroffenen Maßnahmen und der Polizeiaufsicht ckls vvll- kommen mißlungen bezeichnet werden. Alle Versuche der Agitatoren, die Arbeiter von der Arbeit abzuhalten^ wurden vollkommen vereitelt. Die Agitatoren wurden verhaftet und ihre Versuche. Demonstrationen, Meetings und Prozessionen zu orgarrisieren, sofort unmöglich gemacht, indem Gendarrnen die Volksmengen auseinandertrieben. Heute ist die Zahl der Ausständigen merklich geringer. Von der im ganzen 200000 Mann zählenden Arbeiterschaft von Moskau feiern nur 20177, darunter 10 000 Buchdrucker.
Für die gesamte Redaktion verantwortlich in Vertr. Ernst H e ß.^
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers« mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, fliessen.
Frankfurter Börse. 8. August, 1.15 Uhr.
3 M°/o Reichsanleihe . . 99.20 Elektriz. Lahmeyer . . . 143.00
35K do. . . 87.25 Elektriz. Schachert . . . 127.50
3%°/o Konsols .... 99.35 3% do. .... 87 25 3^°/_ Hessen.....98.15
3Oberhessen . . . —.—
4 % Oesterr. Goldrente. . 100.45 41/5$i( Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 103.50 3% Portugiesen Serie I . 69.80 3% Portugiesen „ III 70.60 4~%°ln russ.Staatsanl. 1905 86.00 4X°'n japan. Staatsanleihe 94.90 4% Conv.Türken von 1903 96.10 Tärkenlose......145.40
4% Griech. Monopol-Anl. 54.30 4% äussere Argentinier . 90.20 3°/. Mexikaner .... 68.30 4^% Chinesen .... 98 30
Aktien:
Bochum Guss..... 243.20
Buderus E. W ... 125.70
Tendenz : fest.
Berliner Börse, 8
Canada E. B......166.90
Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... —.—
Tendenz: fest.
Eschweiler Bergwerk ■ . 254.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 227.25 Hamburg - Amerik. Paket!. 159.10 Harpener Bergwerk. . . 212.00 Laurahütte......231.00
Nordd. Lloyd ..... 128.60 Oberschles. Eisen-Industrie 126.35 Berliner Handelseres . . 168.50 Darmstädter Bank . . . 138.70 Deutsche Bank . . 287.50 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.70 Diskonto-Kommandit. . . 183.10 Dresdner Bank . . . 157.30 Kreditaktien.....210.70
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . 117.75
Gotthardbahn.....—.—
Lombard. Eisenbahn . . 33.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 144.50
. August. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 212.00 Laurahütte ..... 231.00 Lombarden E. B. ... 33.90 Nordd. Lloyd.....128.50
Türkenlose . .... 144.40
Drucksachen aller Art
liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die
Brühl’sche Universitäts • Druckerei, Schulstr« 7


