DVi
630 000,—
81 487,50 20 000,— 30 C00,— 15 411,70
Zuweisung zur Unterstützungs-Rücklage Belohnungen an Beamte und für gemeinützige Zwecke Vortrag auf neue Rechnung .......
-Parlamentarisches.
Berlin, 7. März. Die Budgetkommiffion des Reichstages nahm heute gegen die Stimmen der Sozialdemo- rraten die verhängte Vermehrung der Torpedoboote an und bewilligte ebenso unverändert die neu geforderten Unterseeboote. Eine Reihe von Kupiteln des Marine-Etats wurde gleichfalls bewilligt. Rur beim Kapitel über die Stellenvernrehrung der Offiziere wurden Zwei neu geforderte A d m i r al st c llen abge- lehn 1.
— Dem 5- er r en Hause ist ein Gesetzentwurf betr. Festsetzung einer Bersch uldungs grenze für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke zugegangen
ch. Gießest, 8. März.
Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den im Alter? von 11 Jahren wegen Diebstahls mit einem Verweis vorbestraften 18 Jahren allen Tienstkuecht Karl K ra a n ß k o p f, gebürtig von Sie ü c n , Zuletzt in Queckbornbedieustet, wegen Brandstiftung. Tie Anklage vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzet die Verteidigung fuhrt Rechtsanwalt Kaufmann. Der Angeklagte, der den Eindruck eines körperlich zurückgebliebönen Menschen machtz erklärte, sein Vater sei im Sabre 1900 gestorben, die Mutter müsse wohl auch gestorben sein, wann und wo wisse er rndjt, er sei als lljähriger Bub nach Münster durch den Für- sorgeverein 'zu Pflegeeltern gekommen und dort konfirmiert worden, dann habe er als Knecht gedient. So sei er im vergangenen Jahre zu <der3berget nach Queckborn gekommen, wo es ihm gut gefallen habe. Eines Morgens im Januar sei sein Dienstherr nach Grünberg gefahren, er sei allein auf dem Hof beschäftigt gewesen, und zwar habe er den Winkel zwischen den Scheuern seines Arbeitgebers und dessen Nachbar Langohr gereinigt. Plötz- sich habe er den Gedanken gefaßt, letztere Scheuer in Brand zu letzen. Der Angeklagte schildert, wie er in seine Tasche gegriffen, ut der sich zufällig vom Abend vorher noch Schwefelhölzer be- fanden. Durch die Luftlöckier der Scheuer habe er Stroh gesteckt und dieses an.gesteckt. Als die Flämmchen emporzüngelien, habe er Reue emvsunöen, sich aber aus dem Winkel fortbegeben und in. seines Tienstherrn Scheuer Rüben geschnitzelt. Ms der Feuer- larm ertönte, ist der Angeklagte auf die Brandstelle geeilt, um lo,chen zu helfen. Der Vorsitzende, Geh. Justizrat Schäfer, wagt den Angeklagten, ob er mit Langohr jemals Streit gehabt, oder ob dieser ihm jemals zu nahe getreten wäre Krauskopf verneint dies. Auf weiteres Befragen gibt der Angeklagte an, er habe einmal ordentlich brennen sehen wollen. Der Vorsitzende fragte dann, ob er gar nicht daran gedacht habe, daß durch seine Lat leicht die ganze Hosraite hätte abbrennen können, ja daß bet per Sage der Gebäude in Queckborn leicht ein noch größeres Unglück hätte herbeigeführt werden können. Kleinlaut bemerkte Krau stopf, darüber habe er im Augenblick nicht nachgedacht. >)n per Beweisaufnahme wird festgestellt, daß der Vater des Angeklagten ein notorischer Trinker gewesen ist, daß sich die Eltern um dessen Erziehung wenig oder gar nicU gekümmert haben und feine Mutter im Irrenhaus an Gehirnerweichung gestorben ist, aber deren Geisteskrankheit nach der Art ihrer Entstehung als vererbungsfähig nicht anzusehen sei. Mit dem 11. Jahre ist der 'Angeklagte vollkommen verwahrlost und iittlich heruntergekommen nach Münster gegeben worden. Seme Pflegeeltern gaben sich redlich Mühe, den Buben zu einem ordentlichen Menschen zu erziehen. Drei Lehrer, sowie seine ehemaligen Dienstherren Ijabeu nie daS geringste gemerkt, was auf Geistes- nantbeit hätte schließen lassen. Kraußkopf war zwar kein Muster- lchüler, aber er kam im Lernen mit. Der Pfarrer, der ihn konsumiert hat. bekundete, in dem Angeklagten hätten als Kind chon gewisse Mächte gewohnt, die es nicht hätten zugelassen, daß er gewisse sittliche Begriffe in sich hätte aufnehmen Binnen. Die medizinischen Sachverständigen, Medizinalrat Dr. Haberkom und der Oberarzt der Hosheimer Anstalt, erklärten, daß der Angeklagte nicht geisteskrank sei und für seine Tat nach dem Gesetz verantivortlich gemacht werden müsse. Allerdings sei zu berücksichtigen, daß Kraußkopf geistig und körperlich nicht so entwickelt )ei, wie ein Mensch von 18—19 Jahren dies in der Regel ist. Er gleiche eher einem 16jährigen Buben. Dieser Umstand könne bei der Strafzumessung zu gunften des Angeklagten berücksichtigt werden. Gorichts.ffseffor Dr. Hetzel plädierte dahin, daß hiev nach dem eigenen Zugeständnis deS Angeklagten Brandstiftung an eurem Gebäude, in dem lanbwirtschastliche Vorräte auchewahrt worden seien, vorliege. Er tritt aber auch dafür ein, daß dem Angeklagten mildernde Umstände nicht versagt Wecken können. Der Verteidiger hebt alle Momente hervor, welche es wa^fchem- lich machen, daß Jfrer Angeklagte, als er die Tat beging, sich in einem Zustand befand, der seine freie Willensbestimmung aus schloß. Wäre dem so, so müsse der Angeklagte freigefprochen werden. Nach kurzer Beratung verkündete Professor Fr 0 m m e - Gießen als Obmann ben Spruch der Geschworenen, welcher auf schuldig der Brandstiftung lautete und die Frage nach mildernden Umitänben bejahte.
einzelnen Gemeinden vesondeve Vortelle gewähren. 'Del Der '5Tb- hrssung des Quellwassers müßten natürlich in_ erster Linie die speziellen Verhältnisse von Bad-Nauheim Berücksichtigung finden; er sähe den Verhandlurigen darüber unter den Gemeinden mit Ruhe entgegen.
Abg. Ulrich stimmt den Ausführungen des Finanzministers im allgemeinen zu. Es sei nicht angängig, einzelnen Gemeinden aus der Wasserleitung besondere Vorteile zu gewähren. Die Leistungen der Musikkavelle hätten wirklich nicht den Erwartungen entsprochen, dagegen hätten manche der Herren eine große Selbst-- Überhebung zur Schau getragen. Für Bad-Nauheim sei eine gute Kurkapelle eine Notwendigkeit, und beshalb freue er sich über das jetzt getroffene Abkommen; auch darüber, daß der Unternehmer den Musikern bessere Löhne zahlen werde.
Abg. N 0 a ck intervelliert bezüglich der Vergebung der Installationsarbeiten in Bad - Nauheim und wünscht weiter- gehende Be r ü ck s i ch t i g u n g der heimischen Gewerbetreibenden dabei.
Die Abgg. Joutz und Breidenbach bringen verschiedene Einzelwünsche vor. Letzterer wünscht bei der Vergebung der Bauarbeiten eine größere Berücksichtigung der Nauheimer Handwerker und Verlängerung der Kürsais 0 n.
Abg. D a m nt verlangt dasselbe Recht auch für die Friedberger Handwerker.
Finanzminister Dr. G n a u t h gibt nähere Auskunft über die Bestimmungen für die Vergebung der Arbeiten.
Das Haus g e n e h m i g t daraus die Positionen für Bad-Nauheim, ebenso für die Eisfabrik Bad-Nauheim, Einnahme 14000 Mk., Ausgabe 10 510 Mk.
Beim Kapitel
StaatScisenbahncn
Einnahme 14 000 000 Mk., Ausgabe 300 000 Mi. bringt
Abg. Raab (Soz.) Beschwerden über die ungenügende Besoldung der Eisenbahnarbeiter und kleineren B^e a m t^e n vor, und klagt über ungünstige Bahnverbindung mit
Ädg. Dr. Schmitt erhebt Klage darüber, daß die Schnellzuge zwischen Holland und der Schweiz jetzt zumeist nicht mehr über Bingen, Mainz, Worms, sondern durch die Pfalz geleitet würden. Auch lasse die Verbindung Mainz—Frankfurt, Mainz— Darmstadt—Heidelberg, Mainz—Worms 20. viel zu wünschen übrig, und die direkten Wagen würden immer mehr beschränkt.
_Abg. Seelinger führt Beschwerde über die Eisenbahnzustande in Lampertheim.
Abg. Korell bringt mehrere Beschwerden und Wünsche über die 0 b e r h e s s i s ch e n Eisenbahnen an. 11. a. fragt der Redner, wie sich die Regierung zu dem Projekt der Eisenbahn- fübrung von Groß-Felda n a ch der Wasserscheide stelle; der Anschluß würde von der Linie Gießen—Alsfeld aus zu erfolgen haben.
Abg. D a m m bringt ebenfalls lokale Eisenbahnwünsche vor.
Abg. Berthold, der über mangelnde Zugverbindung Frankfurt—Goddelau und Mainz—Darmstadt klagt und die Errichtung einer Haltestelle Schönauer Hof zwischen Nauheim und Bischofsheim wünscht.
beveü, die Internsten btt?bei bell'vorliegenden AntrLgen rn BeVcht kommenden Angestellten zu förbern, soweit dadurch nicht die Irrteressen der Unternehmer geschädigt werden. Der Gesetzentwurf betreffend den § 63 des Handelsgesetzbuches und der anderen betreffenden §§ 133 u. ff. der Gewerbeordnung billigten seine freunde. Gegen die Resolution dagegen hätten sie einzelne Bedenken, so besonders gegen die Unterstellung der Techniker unter die Gewerbe- resp. Kvusmannsgerichte.
Träge r (frs. Vp.) sprickst seine Zustimmung zu den vtt,chicdcncn Anträgen aus und schlägt Ucberweisung an die schon vorgesehene Gewerbevrbnungskommiffion vor. Aus der Aus- leguug bes. § 63 sei den Richtern kein Vorwurf zu machen
Abg. Schack (wirtsch. Vg? bemängelt die gegenwärtige fach- luristische Auslegung des § 63.
Nach einer kurzen Entgegnung deS Staatssekretärs legt
, T 0 w e (frs. Vg.l dar, daß Ucbercinfiimmung darüber bc}tcbc, den § 63 Abs. 1 obligatorisch zu machen. Wenn aber 0aneben nach dem Antrag Bassermann auch die Nichtabzugsfähigkeit von Krankengelb obligatorisch bleiben soll, so sei doch zu bedenken, datz in dem Krankengeld bis zu einem gewissen Grade Ersatz für Gehalt liege.
Damit schließt die Debatte und die beiden beantragten Gejetzenllvürfe mitsamt der Resolution werden einer besonderen Kvmmission überwiesen.
Morgen Weiterberatuug des Pvstetats.
ernannt.
" Postpersonalien. Es haben bestanden: die Postsekretärprüfung Ober-Poslassistent Nau in Gießen; die Postassistentenprüfung Postgehilfc Stumpf in Friedberg. Angenom men sind: als Postgchilfc Gpinnasiast Kesse l in Gießen; als Telegraphengehilsin Luise Schaaf in Gießen. Gestorben ijt Ober-Postsekrctüc Schallas in Gießen.
** Aus d e m Bureau des Stadtt Heaters. Einer Anregung von maßgebender Seite folgend ist für nächsten Samstag, den 10. März, eine Schülervorstcllung von °Der Prinz von Homburg- angesetzt worden. Die Aufführung findet in derselben Besetzung und Ausstattung wie bei der Festvorstcllung statt. Der Anfang ist nachmittags 3 Uhr. Die Billets zu ermäßigtem Preise sind von heute ab im Vorverkauf (Ernst Challiers Musikalienhandlung) erhältlich.
"* Vom hessischen Landtag. Folgenden eingehenden und sachlichen Bericht über die beiden Sitzungen der hessischen 2. Kammer am Dienstag leistet sich die täglich erscheinende „Butzbacher Zeitung":
Hessischer Landtag.
(Zweite Kammer der Stände.)
Darmstadt, 6. März.
Tie zweite Kammer beschästigie sich in ihrer heutigen Sitzung fast ausschließlich mit politischen Fragen.
= Biltzba ch, 7. März. Bei Abbruch des alten Elektrizitätswerkes stürzte gestern abend der etwa 15 Meter hohe eiserne Schornstein auf die belebte Straße, zum Gluck ohne jemanden zu treffen. Die von den Zimmerleuten verwendeten Leitern und Balken brachen unter der Wucht des Falles in Stücke.
O) Rockenberg, 7. März. Unsere cvang. Gemeinde ist so groß geworden, daß die Errichtung einer evang. Kirche in sicherer Aussicht steht. Ein Platz östlich der Strafanstalt ist als Bauplatz bereits erworben.
] Büdingen, 7. März. Bei der heute unter dem Vorsitz des Ministerialrats Dr. Eisenhuth am Gymnasium abgehaltenen Maturitätsprüfung bestanden sämtliche 15 Abiturienten. Sieben waren von der mündlichen Prüfung befreit. — Die SchulhauSplatzfrage wird nächsten Samstag den Kreisausschuß in einer öffentlichen Sitzung beschäftigen. Bekanntlich weigert sich der Bürgermeister, die Platzfrage nochmals auf die Tagesordnung zu setzen, da seinerzeit : endgültig über sie abgestimmt und der Platz am Wildenstein 1
Abg. Orb erhebt Klage wegen Wagenüberfüllung der Züge Nach Offenbach und die Bahusperre dort.
Abg. Reinhart dankt für die Verbeffcruug der Zugverbiuduug Worms—Darmstadt—Frankfurt und Worms—Mainz. Ten Beschwerden des Abg. Dr. Schmitt könne er nur bewstichteu. Durch die Umleitung der Schnellzüge von Holland nach Basel habe auch Worms tatsächlich eine Schädigung erfahren. Die Verbindung von Rheinheffen mit Baden und der Pfalz lassen noch viel zu bessern r VrRk Auch sei dringend zu wünschen, daß die Erwartungen der Lokomotivführer und der Wagemneister bezüglich ihrer Gleichstellung mit den übrigen Kollegen in der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft erfüllt werden.
Nachdem noch die Abgeordneten Dr. Heidenreich, Erk, Pennrich und Korell lokale Eifenbahnwünsche zum Vortrag gebrodü, wird die Weitcrberaluug oiif morgen vertagt.
Nächste Sitzuiig Donnerstag.
,, „£ . m . zus. Mk. 1380 000
verbleibt em NeingewrnnvonMk. 804720,74, zu welchem der Vortrag aus dem Vorjahre mit Mk. 12 414,50 tritt. Es wurde beschlossen, der am 10. April in Wetzlar stattsindenden Hauptversammlung folgende G e w i n ii v e r t e i l u n g vorzuschlagen: Zuweisung zur gesetzlichen Rücklage Mk. 40 236,04 6% Dividende auf Mk. 10 500 000 Aktien-Kapital ------
Vertragliche und satzungsmäßige Vergütung an Auf- ichtsrat, Vorstand und Beamte ......
Limburg a. d. 2., 7. März. Frucht markt. Durch- schnittsprerse vro Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.40, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.25 Mk.. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
MkchlZehe Nachrichteir.
Israelitische ReligionSgesellschast.
Äottesdienkl.
Sabbathfeier am 10. März 1906: tvrcitdg abend 5.50 Uhr.
SamStag vormittag 8.30 Uhr.
Predigt.
Nachmittags: 3.30 Uhr.
Sabbathausgang 7.10 Uhr.
Sonntag ben 11. März 1906: m Purim.
Morgens 6.30, abends 6.00.
WochengotleSdienst: uiorgeiis 7.00, abends 6.00 Uhr.
zum Bauplatz bestimmt worden sei. Die Mehrheit des Gemeinderats ist jedoch jetzt für einen Platz im Zentrum der Stadt und verlangt nochmalige Llbstimmung. Für heute abend ist eine Bnrgerversammlung cinbentfen.
Wetzlar, 6. März. Der gestrige Nczitations- abend der Leseoereinigung war recht gut besucht. Herr Josef Wenz aus Gießen trug kleinere und größere Dichtungen moderner Autoren vor. Drei Melodramen wurden in recht geschickter Weise von Fräulein Minna Körner- Gießcn auf dem Klavier begleitet. Der Vortrag des Herrn Wenz paßte sich Verständnis- und stimmungsvoll dem Inhalt der Dichtungen an, daß er damit die wirksamsten Eindrücke erzielte. ES kam dies bei dem „Heideknaben" von Fr. Hebbel, im „Klagenden Lied" von M. Greif, in E. v. Schönaich- Karolaths „Sulamith" und namentlich bei E. v. Wlldcn- bruchs „Hexenlied" in besonders nachhaltiger Weise zum Ausdruck. Beiden, dem Rezitator luic der Pianistin, wurde reicher Beifall gezollt. (Wetzl. Anz.)
p. Ehringshausen (Dill), 7. März. Im Kreise Wetzlar bestehen nur drei freiwillige Feuerwehren. Zu diesen zählt auch unsere über 40 Mann starke Wehr. Am 17. Juni d. I. feiert sie das 25 jährige Stiftungsfest.
L angen h ai n - Ziegen berg, 6. Mär,;. Der Passavant'schc Forstvcrioalter Sommeclad erlegte gestern Montag abend die erste Schnepfe.
Deutscher Aerchstag.
59. Sitzung vom 7. März.
Aus der Tagesordnung stehen drei Anträge Basser- mann betreffend die Derhaltuisse der gewerblichen An- e stellten, fotoie brr Handlungsgehilfen. Ter erste Antrags bezweckt eine Reihe von Zusätzen bezw. Abänderung in Derr Bestimmungen der Gewerbeordnung § 133 a ff. Diese handeln vvn den Betnebsbeamteu, Werkmeistern und Technikern. Der -Uverte Antrag (Resolution Bassermann- ist auch von Zentrums^ intb. frciiinuigcn Abgeordneten unterzeichnet. Der dritte Antrag Bapermann, wiederum ein Gesetzentwurf, will die bisher rur OiSpositive Vorschrift des § 63 des Handelsgesetzbuchs obligatorisch machen.
tp Bassermann (natl.) befürwortet zunächst seinen, die -oerhaltuipe der Velriebsbclrmten, Werkmeister und Techniker be- ttefseicken ersten Gesetzentwurs. Die in seiner Resolution aus^ gtinudten Wunsche zu gunsten der Techniker überlasse er seinem Mrtanftagikeller Potthost und bemerke dazu einstweilen, daß er bie Ausdelmung der Vorschriften über die Handlungsgehitsen uub ine ^echmker namentlich auch für richtig halte nut Bezug auf jbie Bestimmungen über die Konkurrenzklausel. Rcbner geht bann ^her ent auf bte Geschichte des § 63 bes .Handelsgesetzbuchs nnb^nuf Erforderms, diesen bisher bisposiliven Para- graphen ooligatonich zu machen. Bei ber Beratung bes' Haubels- Lefetzbuchs fei st'inttzeit lebiglich ber zweite Msatz bieses Para- «raphen |ur obligatorisch erklärt wocken, ber dem Prinzipal nicht gestattet, Bezüge aus Unfall- unb Kpankenverficherung von bem äu ben erkrantten Gehilfen zu zahlenben Gehalt abzuzieheu. Dies ME nun bm sonberbaren Sachverhalt geschaffen, baß zwar die Abzug^Lhigkelt vvn Kranken- unb Unfallgelb ausgeschlossen sei, baß aber der Prinzchal auf bem Wege des Engagementsvertrags Die Zahlung des Gehaltes überhaupt ausschließen könne Gerade gn die,em wichtigen Punkte sei also bem Prinzipal freie Hand
^em abzuhelfen bezwecke sei Antrag. Tie Wohltat Des s b.5 muffe ben Hanblungsgehilfcu unbedingt obligatorisch Mgute kommen.
Abg. Potthvff '(frs. Vg.), als Mitaittraqsteller bie Reso- Ä c^^^bnb, legt bar, wie bringend eS sei, den technischen 6.esich^rte rechtliche Grundlage für ihr Beruss- ,Tnbcm man sie den Handlungsgehilfen ^chtllch gleichitelle, emmal mbezug auf daS Kündigungsver- a-r llnb 6anz vornelMlich inbejug auf die ^taatsierretär Nieberding erklärt namens ber Verbünbeten Regierungen könne er eine Erklärung nickst abgeben, S,yef btc ^nbeläl. unb gewerblichen Fragen, die heute hier Clt?' hEen, bte Regierungen bereits beschäftigt. Tie w1Gesichtspunkte lourben von ben Regierungen
Vn_^u3e behalten werben. Nach ber Ent-
8Ä^Ü^eichlchte deS § 63 sei gar kein Zweifel darüber, baß § 63 m -SÄi 1 nm bt^pontiv nicht als Zwangsvorschrift von "bem
^Ewesen fei Wenn man hier im Hanbelsgefetz- Weg ba: SiwngStondmft kfdmitm wolle, so sei b-ch sich auyemer fv einseitigen Regelung auf diesem etnprt Gebiete Unzuträglrchkerten ergeben müssen, die vielleicht Zustande fonne11 bic Unzutväglichkeften aus bem bestehenben
?bg. N a ck e n (Ztr.) begrüß ben Antrag Bassermann betr. fXX b^de^anbels^set-buch^ mit Freuden unb befürwortet die Resolution Bassermann betr.
• -1!°^ ber Techniker mit ben HaudlunaSgelülftn
1 mCn ^orichiebentlichcn Teilen. Auch er nimmt babei nament- 1 Itd} Bezug nur bte Kvnkmrenzklausel in demselben Sinne nüe der Abg. Pott hoff.
. _ dGg. Singer lSoz.) spricht ebenfalls feine Sympathie mit , oem Antrag Bassermann aus und verbreitet sich namentlich über bie gegenhxirtige Rechtlosigspit ber technischen Angestellten, deren i aerabezu jämmerlich seien. Der Staatssekretär ;
Jvurbe jicl} cm Verbienit erwerben, wenn er ganz allgemein aut" rme weitere Einschränkung bes Könkurrenzklauselweseiis im , Hartbelsgewerbe hinwirke.
Abg. v. Mal kewitz (lonf.) erklärt, auch seine Freunbe feien i
Märkte
? Gedern, 6.März. Der heutige Schweinemarkt war nur wenig befahren. Die Preise waren dementsprechend sebr hoch, ferkel kosteten je nach Qualität 60—90 Mk. das Paar uni Einleger 100—150 Akk. Fette Schweine waren nicht auf- getrieben.
Aus StaDt uuo EuuH.
Gießen, den 8. März.
"Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Beigeordneten Gg. Binder zu WormS das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.
** Personalien. S K. H. ber Großlwrzog haben den Ministcrialkanzlisten beim Staatsministerium, August Winkler, zum Miuistcrial-Kanzlei-Jnspektor beim Staatsministerium, den Steuerkontrollcur, Regicrungsassessor Dr. Phil. Jost zu Friedberg, zum Stcucrkommiffariatsassistenten bei dem Steuerkommissariat Friedberg und den Negierungsassessor Wilh. Geis aus Stammheim zum Steuerkontrollcur
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Dem in Klein-Lin den wohnhaften Werkmeister Wilh. Reuschling wurde anläßlich seiner silbernen Hochzeit von seinem Arbeitgeber Fabrikant Klingfpor in Gießen ein namhaftes Geschenk übermittelt. — In Heidelbach starb int Alter von 80 Jahren der Kriegsveterau Joh. Wagner 2., der den badischen Feldzug 1848—1849 mitmachte.________________
Ein junger Brandstifter vor den Geschworenen.
Der Gerichtshof verurteilte ben Angeklagten nach Antrag bes Staatsanwalts zu 8 Monaten Gefänanis, bon denen 7 Wochen alS burch bie Unterfuchungshast für verbüßt: erachtet wucken. Strafmilbenib fiel ins Gewicht, baß ber verursachte Schaben nicht groß War, ferner bie Jugcnb bes Angeklagten, hoffen schlechte Erziehung unb bessen mangelhafte geistige unb körperliche Entwicklung.
Handel uttö Verkehr, Volkswirtschaft.
Bubern 3 ' sche Eisenwerke, Wetzlar. In der Auf- sichlsratSsitzung wurde der Rechnungsabschluß für bas Jahr 1905 vorgelegt. Der Roh gewinn stellt sich auf Mk. 2 1 84 720,74 (int Vorjahre Mk. 1 911 943,08 ohne Berücksichtigung ber Einnahme auS dem Verkauf beS Zementkontingeuts ber Abteilung Lollar) —. Nach Abschreibungen in £>öbe von 'Mk. 980 000 Zuweisung zur Eriieuerungs.Rücklage in Höhe von . . „ 350 000 Zuweisung zur Rücklage für Älußenstänbe in Höhe von 50 000
Bpanf-Seide ?. >?s
—- Zollfrei! — Master an Jedermann! —
Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich


