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Erstes Blatt
156. Jahrgang
Donnerstag 8. Februar 13)0(5
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General-Anzeiger "
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sießen
5>le öeuiiqe Nummer umfalrt 10 Kelten.
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das allgemeine Wahlrecht sagte der Kabinettschef, er könne, machen, werde aber für Teil-' immer eintreten.
Nach einer Meldung des «Daily
heute bei Herrn v. Gautsch für die Frauen forderte, diesbezüglich keine Zusage begünüigungen der Frauen London, 7. Febr.
werden, womit lediglich dem Artikel 58 der Reichsoerfassung Rechnung getragen würde.
Dresden, 7. Febr. Minister v. Metzsch erklärte heute in der Zweiten Kammer, er werde jeder Verschleppung der Wahlrechtsanderung entgeaentreten.
Prozent des Anschaffungspreises 6 Prozent;
4. von dem Teile des Wertzuwachses über 80
Nr. 83
tr|»etei tägNch außer Somuaus.
tem Gießener Anzeiger werden im Werbiel mit dem befischen Landwirt die «eße»« Kamillen- blätter viermal in der Woche beige legt.
RotaNonSdruck il Ver- log der Brü b l'lchen Unwers.-Buch-u. Stein- bruderet. 91 Lange. Redaktion, Erveduum und Druckerei:
«chulftraße 7.
Redaktion e=«ä> 112
Verlag u.Cxved. e=^äl Adretie für Deoelchen:
«uzeigcr Gießen.
j?arlamentcrrlscl)es.
Berlin, 7. Febr. Die BudgetkomMission des A b geo rd n eten h.a u se S beriet den Etat des Finanzministeriums. Eine längere Schatte knüpfte sich an die Einrichtung 'von Kanalbaudirektionen. Für die Ausführung des Kanals Rhein—Hannover soll je eine Kanalbaudirektion in Essen und Hannover, sowie-für den Bau des SchiffahrtSweges Berlin—Stettin ein Hauptbauamt in Potsdam gebildet werden. Ferner wird zur Mitwirkung bei der Durchführung der im Wasserftrahengesetz vom 1. April 1905 beschlossenen Arbeiten ein Wasserstrafienbaurat gebildet werden. Die Titel wurden bewilligt. Ferner wurden die Ostmarken- zulagen gegen die Stimmen beS Zentrums angenommen.
Berlin, 7. Febr. Nachdem der Netchskanzler die Beantwortung der Interpellation wegen des Grubenunglücks auf der Zeche ,93 oruffia' im Reichstage abgelehnt hat, ist vom Abg. Brust mit Unterstützung der ZentrumSpartei im Abgeordnetenhause eine entsprechende Anfrage eingebracht worden.
Ausland.
Paris, 7. Febr. Der Appellhof für das Zuchtpolizei-1 gericht bestätigte die von dem Zuchtpolizeigericht gegen den Grafen von Rochefoucauld wegen der Vorgänge in der Klothildcn-Kirche verhängte Strafe von drei Monaten Gefängnis, billigte ihm jedoch Strafe aufschub zu.
Wien, 7. Febr. Zu einer Frauendeputation, die
Heer und Flotte.
•* Zur Hundertjahrfeier des Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 2 3. Die Geschichte deS Regiments reicht weiter zurück, als bis zu dem als StiftungStag gefeierten 18. August 1806, denn bereits am 4. April 1790 wurde der Stamm zu einem Regiment CheveauxlegerS errichtet und am 26. Februar 1791 dann als Regiment zu 3 Schwadronen aufgestellt. Am 14. Mai 1793 kam noch eine 4. Schwadron hinzu, die jedoch am 1. Juni 1803 schon wieder zurückgezogen wurde. Die verbliebenen drei Schwadronen bildeten am 18. August 1806 das Garde-CheveauxlegerS-Regiment. Seine jetzige Benennung erhielt das Regiment am 1. Januar 1872. Es nahm an einer großen Zu hl von Schlachten und Gefechten ruhmvollen Anteil. So kämpfte c5 bei Aspern und Wagram gegen Oesterreich; am 27. November 1812 wurde e3 bei Studienka a. d. Berezina fast aufgerieben; 1813 kämpfte eS gegen die Verbündeten unter anderem bei Groß- beeren, Dennewitz und Leipzig. Aus dem Kriege 1870/71 bilden die Schlachten von Vionville, Mars la Tour, Gravelotte, St. Privat, Noisteville, Beaune la Rolande und Orleans Ruhmesblätter in der Geschichte deS Regiments.
1OO Prozent des Anschaffungspreises 8 Prozent;
5. von dem Teile des Wertzuwachses über 1OO Prozent
BezugSprelSr monatlich 75 HL, mene(^ jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 PL; durch» die Post Mk. 2— viertel* jährl. ausschl. Bestell^ Annahme von Anzeige« für die TageSnummer, bis vormittags 10 UtjtJ Zeilenvreis: lokal 12Ps^ auswärts 20 Big.
Perantwort 11 ch <Qe) den voliL und öligem. Teil: P. Witt ko: füt „Stadl und Land' und ,®end)t§faal*; Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
dieser Steuer zu entrichten:
1. von dem Teile deS Wertzuwachses über 20 Prozent Prozent des Anschaffungspreises 2 Prozent;
2. von dem Teile des Wertzuwachses über 40 Prozent CO Prozent des Anschaffungspreises 4 Prozent;
3. von dem Teile des Wertzuwachses über GO Prozent
Anschaffungspreises 10 Prozent.
Für Bauunternehmer sind Erleichterungen vorgesehen die ein treten, wenn sie einen größeren, örtlich zusammenhängenden grundsteuerpflichtigen Grundbesitz in einzelne Bauplätze zerlegen. Aus die Grundflächen in dem von Preußen neu erworbenen Gelände in Bremerhaven sindet das Gesetz leine Anwendung.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Febr. Der Kaiser wird zu der Anfang März stattfindenden Rekruten-Vereidigung in Wilhelmshaven erwartet.
— Eine neue Auszeichnung hat die Kaiserin in Gestalt einer an der Uhrkette zu tragenden Chiffre- medaille für solche Personen gestiftet, die sich in der freiwilligen Krankenpflege im südwestafrikanischen Feldzuge hervorragend bewährt haben. Die Medaille ist bereits an 81 Personen verliehen worden. Dieselbe Medaille mit anderer Aufschrift wurde von der Kaiserin auch 13 Mitgliedern der Expeditionen vom Roten Kreuz nach Chardin und Tokio verliehen.
— Die Nachricht über eine angeblich bevorstehende Berufung des Oberpräsidenten von Hannover, Dr. Wentzel, auf den Posten des LandwlrtschaftsministerS wird von wobl unterrichteter Seite als müßige Kombination bezeichnet.
— Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Volks- zählung vom 1. Dezember 1905 beträgt die Bevölkern ngszahl Preußens 37273762 Köpfe.
— Auf Veranlassung deS Reichskanzlers sind jetzt vom Landwirtschaftsministerium den Regierungspräsidenten Erläuterungen übersandt worden, nm verschiedene heroorgetretene Mängel und Zweifel über die Handhabung der Vorschriften in den Zusammenstellungen Über die Ergebniffe der Schlachtvieh- und Fleischbeschau zu beseitigen.
— Der Deutsche Privat-Beamten-Verein hat sich in einer Eingabe an den Reichstag für die Einführung einer Wehrsteuer ausgesprochen. Die Eingabe führt an, daß gerade im Privatbeamtenstande die Frage, ob jemand militärpflichtig ist oder nicht, von einschneidender Bedeutung für das wirtschaftliche Fortkommen ist. Während sonst die Staatslasten allgemein getragen würden, bestände für die Ableistung der Militärpflicht in persona em ausgleichendes wirtschaftliches Acquivalent für die Dienstuntauglichen nicht, obwohl höchstens 16 pCt. aller Freigekommenen durch wirklich erhebliche Fehler in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen be- hiudert seien. Diese mußten von der Wehrsteuer ausgenommen, für alle übrigen Milüärsreien eine solche aber eingesührl
polififctye Tagesschau.
Wertzuwachssteuer.
Die Bremer Bürgerschaft bat im vorigen Jah»re eine Kommission eingesetzt, die einen Gesetzentwurf über Einführung der Wertzuwachs^euer ou8trrbciten sollte. Die Kommission hat ihre Arbeit beendet und einen stksetzentw'urs vorgelegt, der u. a. folgende Bestimmungen enthält:
AlS Wertzuwachs steuer soll derjenige Betrag angesehen werden. um rvelcnen der erzielte Verkaufserlös oder der Wert einer sonstigen Gegenleistung den AnschaffungsM7''s übersteigt. Dem Anschaffungspreise sind 3 Prozent seines Betrages als Ersatz für die verauslagten Anschasfungskosten sowie die seit der Anschaffung zur Derbefferung des Grundstückes nachweislich gemachten Verwendungen binzuzurechnen, soweit sie eine zur Zeit der Veräußerung noch fvrtbestehende Werterhöhung deS Grundstücks zur Folge haben und nicht aus Entschädigungen auf Grund Von Versicherungsverträgen gedeckt worden sind. Zinsen des Anschaffungspreises dürfen diesem selbst dann nickt hinzugerecknet werden, wenn Grundstück seit der Anschaffung keinen Nutzen gewährt hat. Als Steuer werden 5 Prozent des Wertzuwachses erhoben. Ueberffetgt der Wertzuwachs 20 Prozent des Anschaffungspreises, so sind als Zuschläge
Deutsche Eisenbahngemeinschaft?
Wie verlautet srnb seit Montag in Berlin Minister Württembergs. Bayerns und Badens mit dem preußischen Eisenbahnminister von Budde zu einer Kon ferm; Zusammengetreten, um neuerdings wieder über einen Anschluß der genannten Staaten an die vreuß. - hessische Eisenbahn-Gemeinschaft zu konferieren. In erster Linie dürste die Tarif-Gemeinschaft besprochen worden sein und zunächst hat ja sie allein Aussicht auf Verwirklichung.
Bezeichnend ist aber, das; namentlich in Württemberg dringender als je der Wunsch laut wird, ohne Rücksicht auf das, was Boyern zu tun beabsichtigt, einen engeren Anschluß und mindestens die immer wieder angeregte und bisher immer wieder beiseite gelegte Betriebsmittel-Gemeinschaft anzu- flrebcn.
Nickt ohne Grund wird in einem? angesehenen württembergi- schen Blatte darauf hingewiesen, daß Württemberg als letzter von allen Bundesstaaten einst den Anschluß an das Reich gesucht b?.t und es sollte nicht Überhört werden die Mahnung, die es daran knüpft, daß Württemberg nicht zu lange warten soll, die Gelegenheit zur Herstellung einer Eisenbahngemeinschast mit Preußen so , rasch als möglich zu ergreifen, damit es nicht wieder in die Lage komme, als letztes absckließen zu müssen, und ev. unter Bedingungen, die nicht so günstig sein können, als die, unter denen eine Gemeinschaft im Augenblick zustande kommen könnte. Bei der Energie, ivelche die wurttembergischen Regierungsvertreter auszeichnet und bei der festen Ueberzeugung, die der Leiter des württembergischen Staatsbahnwesens, Staatsrat von Balz, von der Notwendigkeit und Nützlichkeit eines möglichst engen Anschlusses der wurttembergischen Staatsbahn an die preuß.- hessische Eisenbahngemeinschast hat, darf man überzeugt sein, daß «es schon in nächster Zeit zwischen den beteiligten Staaten zu einer Verständigung kommen durfte, und daß, wenn nickt gleich- geitig, so doch in Mrze, auch Bagern, um der Vorteile eines Großbetriebes nicht verlustig zu gehen, ebenfalls zum Anschluß ®n die Gemeinschaft sieh entschließen wird. Schon vor längerer Zeit ist von den Fachleuten erkannt und als selbstverständlich be- geidinet worden, daß jede Vereinbarung, möge sie nun auf dem Gebiete des Tarifwesens oder der Betriebsmittel-Gemeinschaft zuerst erfolgen, einen Schritt bedeutet zu der ganz sicher kommenden und namentlich für die süddeutschen Staaten mit Rücksicht aus ihren ganzen Ettt nützlichen — ja vielleicht bald notwendrgen deutschen Eisenbahn-Gemeinschaft.
Expreße au9 Konstantinopel erlitt die türkische Armee, welche gegen die Aufständischen in fernen operierte, eine schwere Niederlage. Mehrere türkische Regimentes wurden von den Aufständischen umzingelt. Die Türken flüchteten narb) einem heftigen Kampf in Unordnung, von beit Aufständischen verfolgt. Der kommandierende OeneraE der türkischen Armee, Feizi Pascha, erlitt geführt icho Wunden. Die Lage der türkischen 9(rmee ist verzweifelt.
Deutscher rtschastsrttt-
(Ausführlicherer Bericht.) (Unberechtigter Nachdruck verboten.)
S.u.Ht Berkin, 6. Febr.
Im Landeshause des Provinz iallandtages der Provinz Brandenburg trat heute der Deutsche Landwirtschaftsrcch zu seiner 34. Plenarversammlung zusammen. Unter den! Erschienenen bemerkt man Frhrn. v. Wangenheim, Majors v. Endell-Posen, Domänenrat Rettich-Rostock, den Kammer- Herrn v. Oldenburg-Januschau, Kammerpräsidenten Haas^ Tarnrftaht, Graf Orinta, Landtagsabg. Frhrn. v. (Srffa., Ter Vorsitzende Graf Schwerin-Löwitz eröffnete die Sitzung mit einem Hoch auf die deutschen Fürsten und die freien Städte. Eine große Anzahl von RegierungSvertretern istf anwesend. Nach Erledigung geschäftlicher Ängelegrnheitens erstattet der Generalsekretär Prof. Dr. Da de den Geschäfts^ bericht. Ihm ist zu entnehmen, daß die Tätigkeit des Land^ Wirtschaftsrates durch die Uebernahme der Preisberichtstelles von den preuß. LandWirtschaftskammern große Ausdehnung erfahren hat. Don Interesse ist ferner der 1905 gegründete Ausschuß für Handelsgebräuche. Derselbe beruht auf einem Uebereiukommen zwischen dm größten landwirtschaftlichen; Körperschaften. Der Ausschuß hat den Zweck, gemeinschaftliche Lieferungsbedingungen für Handelsdünger, Futteri mittel und Saaten festzustellen. Femer sei erwähnt, daß dasj Reichsamt des Innern dem Landwirtschaftsrat 10 000 Mk.;
Oember nachts wurde er in Swakopmund von einem Polizisten überrascht, wie er mit zwei Helfershelfern eine gestohlene Kiste Bier nach der engt Grenze schaffen wollte. Aus den mehrsachen Anruf deS Polizisten stehen zu bleiben, griffen Donaldsou und Genossen den Polizisten an, Donaldson als vorderster mit gezücktem Talchmesser. Der Polizist feuerte in der Notwehr zwei Schüsse auf Donaldson ab, die diesen sofort töteten Auch die Meldung aus Kapstadt, nach welcher in Swakopmund ein Engländer namens HastingS seit vielen Monaten gefangen gehalten werde, ohne daß Anklage gegen ihn erhoben werde, kann auf.Nichtigkeit keinen Anspruch machen. Nach einem amtlickxm Berichte ist ein Engländer nameuS Hastinas den Swakopmunder Behörden unbekannt. Sofern eine Verweck'Äung mit dem Engländer John Hasten Vorliegt, so handelt es sich bei diesem um einen Mann, der wegen schweren Tiebstah'.S von dem G'richte in Swakovmund zu einem Fahre Zucktst"'s verurteilt wurde.
zur Durchführung von Fi'tterungsversuchen mit Schweinen! bctoilligt hat. lieber „gesetzliche Maßnahmen geae Grundstückswucher" referierte Frhr. v. C< Reichertshausen. Er legte der Versammlung an.ßer einerj Resolution mehrere Leitsätze vor, daß der G-rundstückswuche«
Deuischsüdwestafrika.
Berlin, 7. Febr. lAmtlich.) Mvrenga und Johannes Christian saßen nach Aussage aus dem öottentottenlager ent- Ebener Kaffem noch am 29. Januar bei Hartebeestmund. Am 21. Januar raubte eine ans den kleinen Kvrasbergen gekommene Ävttentottenbande fön’ etwa 30 bis 40 Gewehren westlich von Kvet- manshoop Vieh. Hauptmann Salzer, Generalstabsoffizier beim Hauptquartier, nahm sofort mit 15 Gewehren die Bersolaung auf, ' nd erreichte den Feind bei GobaS. Nach einem kurzen Gefecht, lei welchem diesseits ein Reiter und ein eingeborener Soldat verendet wurden, entflohen die Hottentotten md) dem Löwenflusse, uinem Nebenfluß d7s FischflusstS letwa 35 Kilometer südlich von ?! eetmonshoopl; von hier auS setzte jedoch §)auptmann Wobring, Kener^lstabSoffizier der Südetappe, mit 70 Gewehren die Verfolgung fort und holte den Feind am 1. Februar abends in den deinen Karasbergen ein. Nach einftünbigrm Kampfe floh der W-egner unter Verlust von fünf Toten und unter Zurücklassung der größeren £>älfte deS geraubten Viehs; diesseits wurde ein Offizier und ein Unteroffizier verwundet. Wilhelm Maharero, ein Sohn des Großhererokapitäns Samuel Maharero, ist, wie jetzt bekannt wird, am 25. November 1905 gestorben.
Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Nach enter Meldung aus Kapstadt sollte in Swakopmund ein Soldat einen kanadischen Arzt namens Donaldson ohne Veranlassung nieder- «e schoss en haben, worauf andere deutsche Soldaten Donald- swns Leichnam mit Kugeln durchlöchert hätten. Diese Nachricht iift unzutreffend. Nach einer telegravhiscken Meldung des Gouverneurs handelt es sich um folgenden Vorfall: Ein in Schottland gebürtiger Arbeiter Donaldson war aus dem Gefängnis in Windhuk entwichen, wo er wegen Urkundenfälsch- Mgen imb Betrügereien in Untersuchungshaft saß. Am 23. Nco-1
im Hinblick auf die durch ihn etitstrhende Schädigung des Vermögens der landwirtschaftlichen Bevölkerung, sowie auf die häufig vorkommende gemeinschädliche Mobilisierung unbi Zerstückelung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes miti allen möglichen Maßnahmen der Gesetzgebung und Ver^ waltung zu bekämst fett sei. Tie im B. G.-B., im R.-Str.-G.-Aj und in der R.-Gew.-Ordn. enthaltenen Vorschriften zurj Bekämpfung des wucherischen Güterhandels seien bei richtiger Anwendung ausreichend. Der Landesgesetzgebung müsse überlassen bleiben, die in der Reichsgesetzgcbung ent-, haltenen Vorschriften zu ergänzen. Dabei sollet: nach dem Referenten in Betracht kommen die Einführung einer all> gemeinen behördlichen Genehmigung für Gutszertrümmerungen, Einrichtungen behufs einer Planmäßigen Schülp entlastung und Schulderleichterung des ländlichen Gründe bcsitzes und die Errichtung öffentlicher Behörden bchufS, Regelung des Güterhandels. — In der Diskussion wandte! sich Frhr. v. E r f f a - Wernburg gegen den Referenten. Es sei ja zuzugeben, daß in den letzten 12 Jahren die Gütern schlächterei etwaZ abgenommen habe. Tas liege baranJ we l unter der Aera der Eaprivischen HatrdelSverträge dasj Ge chäft für die Güterschlächter nicht glänzend war. Derj Re chskanzler habe vor einem Jabr die Durchführung dev Entschuldung des ländlichen GrimobesitzeS als seine nächste; Aufgabe bezeichnet. Wie steht damit die Erbschaftssteuev-! Vorlage im Einklang? — Graf v. Brühl-Sigmaringeni werft auf die Schwierigkeiten hin, die den Behörden dadurch bereitet werden, daß ihnen die Regelung des Güter- Handels übertragen werden soll. Lftt die Spitze des zur; Besprechung stehenden Themas mnß der Satz gestellt werden, daß die Landwirtschaft vor plötzlichen Schwanktmgen bewahrt werden muß, und daß ein Richterstand kommen möge, der von der Landwirtschaft etwas versteht. Freilich, ipenn die jungen Leute bei Brentano in die Schule gehen, dann ift' es um die landwirtschaftliche Ausbildung unseres Richter-, standes schlecht bestellt. (Heiterkeit und Zustimmung.) —. Hofbesitzer Engelbrecht- Oben deich: Es ist recht bedauer-i lich, daß die St<rtistik andauernd eine Abnahme der triebe unter 1 Hektar und eine Zunahme der Betriebe über 100 Hekt. zeigt. Darin zeigt sich die Abnahme der Bevölkerung auf dem Platten Lande. Eine höchst bedauerliche Erscheinung ist weiter die Anlage städtischen Großkapitals in ländlichem Grundbesitz. Wenn das so weiter geht, wird cs zu einer, AufsauLuuL des bäuerlichen


