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Erstes Blatt
Mittwoch 8. August 11)06
Gietzener Anzeiger
** General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Ire heutige Yurnmer umfaßt 10 Seiten.
56t Jahrgang
Nr. 184
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem bessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck il Verlag der B rü hl'scheu Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei:
Schul st raße 7.
Redaktion 112
Verlag u.Exped.^^51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Bezugspreis» monatlich7bPs., viertel- iäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen rnonatlich 6r> Ps.; durch die Post Alk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnunnner bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Ps^ auswärts 20 Psg.
Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Lmid^ und .Gerichtssaal": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS SBecL
Sozialdemokratie und Staatsöetneöe.
In der bayerischen Ständekammer ist Abg. v. Bokl- strar mit dem VerkehrLminister aneinandergeraten. Herr v. Frauendorfer hatte nämlich inbezug auf die ihn interessierenden Betriebe in der Kammer ungefähr geäußert: „Wer streikt, der fliegt!", und darüber hat man sich natürlich soMldemHkraLischerseits nicht gefreut. Man spricht von einer Beschneidung des Koalitionsrechtes in den Staatsbetrieben, von einer Aufhetzung des Ministers durch die Führer der christlichen Arbeiterverbände gegen die Sozialdemokraten, und hat Herrn v. Frauendorfer den harten Kampf bis aufs Messer an gedroht. „Wir wollen einmal sehen, wer fliegt!", sagte Herr v. Boklmar dem Minister.
Daß den staatlichen Arbeitern ihr Koalitionsrecht unter allen Umständen gewahrt bleiben muß, das versteht sich solange von selbst, als nicht ein wichtigeres Moment, ein Interesse de > ganzen Volkes und unserer Gesellschaftsordnung durch die Aufrechterhaltung des Koalitionsrechtes beeinträchtigt wird. Niemand wird beispielsweise den Ar- beitern in den Eisenbahnwerkstätten verbieten können, sich zu organisieren — sie sind sa zum größten Teil auch organisiert. Anders aber steht es in Betrieben, wo es sich um die Sicherheit der Verkehrseinrichtungen handelt, bei der Post und bei der Bahn. Hier ist die Organisation ein zweischneidiges Schwert, das man am besten nicht aus der Hand gibt, denn hier steht zu wichtiges auf dem Spiel. Niemand kann den Arbeitern der P-ost und der Bahn, niemand kann den niederen Beamten eine politische Gesinnung vorschreiben, und welche Wahlzettel die Leute abgebcn, muß dem Staat und dem Reich völlig gleichgiltig sein. Aber das Zusammenschließen zu einer Organisation, die eventuell durch einen allgemeinen Ausstand eine Pression auf den Arbeitgeber Staat ausüben soll, ist ein Ding, das im Volksinteresse nicht gestattet werden kann, so bedauerlich es ist, daß die Koalitionsfreiheit in dieser Richtung durchlöchert werden muß. *
Wir haben wiederholt in Italien und in lehter Zeit in Oesterreich gesehen, wie sich ein Eis enb ahn er streik auswachsen kann. Die italienischen Streiks, die passive Resistenz in Oesterreich haben den beiden Ländern einen ganz bedeutenden Schaden gebracht; Millionen an Nattonailver- mögen sind verloren gegangen, weil eben die Regierung nicht vorsichtig genug war, und die Stteiklnöglichkeit von Anfang an unterband, indem sie den Zusammenschluß zu Stteikzwecken unmöglich machte. Das ist aber nicht das Gefährlichste. Wohl ist eine Einbuße am Nationalvermögen in Verbindung mit der Verkehrsstörung, unter der ungezählte Millionen schwer zu leiden haben,bedanerlich und kann sich zur Katastrophe auswachsen. Was aber muß erst geschehen, wenn im Kriegsfälle die Eisenbahner plötzlich streiken würden? Man wird uns entgegenhallen: das gibt es nicht, ein deutscher Eisenbahner w ird das nie tun! Gut, wenn dem so ist, und wenn das nationale Empfinden in unseren Eisenbahnern allgemein so hoch steht. Aber die Möglichkell...!
Man hat es ja gehört, dem selbstbewußten englischen Sozialisten Bernhard Shgw ist die deutsche Soziüldemo- kratte viel zu spießbürgerlich-reaktionär. Aber die Gefahr für den Staat liegt in diesem Fall nicht in der mehr oder weniger revolutionären Tendenz der sozialdemokratischen Partei, als vielmehr um die Abgabe der Gewalt an eine mächtige Körperschaft, die dem Staat über den Kopf wachsen kann. Das Machtgefühl ist schon oft die Triebfeder zu Handlungen gewesen, die man für unmöglich gehalten hätte, und wenn wir heute eine sozialdemokratisch organisierte Eisenbahnerschaft traben, ist die Gefahr eben leider nicht ausgeschlossen, daß die Macht, die in dieser Organisation liegt, eines schönen Tages erprobt wird.
Der frühere Minister Budde hat sehr wohl gewußt, warum er mit aller Energie gegen die sozialdelnokratischen Eisenbahnerverbände vorging. Es handelt sich hier nicht um die Bekämpfung einer politischen Pattei, sondern um die Macht, die man nicht aus der Hand geben will, weil sie zum Schaden der bestehenden Staatseinrichtungen und des deutschen Volkes mißbraucht werden könnte. Hier steht das allgemeine Interesse höher, als das Koalitionsrecht der Arbeiter, und darnach muß gehandelt werden. Der bayerische Verkehrsminister hat sich etwas drastisch ausgedrückt, aber vom Standpunkt der Regierung aus, hat er vollständig recht — er darf gar nicht anders handeln, wenn wir nicht eines schönen Tages mit österreichischen Zustanden zu rechnen haben wollen.
Daß dem Staate aus der Verweigerung des Koalitionsrechtes auch Pflichten erwachsen gegen seine Unterbeamten auf Post und Bahn, versteht sich von selbst. Denn, wenn diesen Unterbeamten, das eine große Mittel zur Erzwingung angemessener Gehälter und menschenwürdiger Löhne genommen wird, so muß man den Beamten und Arbeitern diese menschenwürdigen Gehälter und Löhne eben aus eigenem Antrieb zahlen, und hierin hat noch manches zu geschehen. Es ist ein außerordentlicher verantwortungsvoller Dienst, den z. B. die Eisenbahner haben, und der Staat verlangt viel. Man zahle die Leute aus diesem Grunde, wie es sich gehört, und wie das ein Privater auch tun müßte, und sie werden das Re-cht des Zusammenschlusses zum Kampfe gar nicht vermissen 1
Die Anarchisten in Rheinland-Westfalen.
Das Berliner Anarchistenblatt beschäftigt sich in einem langen Artikel mit der anarchistischen „Seiuegung" in Rheinland und Westfalen. Es find aus Berlin eine Anzahl Agitatoren
dorthin entsandt worden und sie scheinen in ihren Berichten von großen Erfolgen erzählt zu haben.
Die Nichtbeteiligten werden dieser Darstellung wohl etwas skeptisch gegenüber stehen. Rheinland und Westfalen waren noch nie ein Feld für den Anarchismus, nicht einmal in dem beschränkten Sinne, wie man dies von Berlin oder Magdeburg sagen kann. Als Hasselmann, damals Redakteur in Elberfeld, das sozialdemokratische Banner mit dem anarchistischen vertauschte, da war es mit seiner Herrlichkeit vorbei; er ging dann nach Amerika und sing eine Bierwirtschaft untersten Ranges an. Vor einem Dutzend Jahren war eine Handvoll Anarchisten im Ruhrgebiet bekannt. Es waren Leute, denen die Sozialdemokraten nicht kräftig genug auf die Pfaffen schimpften, und sie gehörten bezeichnenderweise nicht der Ich arbeitenden Klasse an. Sie sind jetzt teils gestorben, teils räsonieren sie weiter. Die moderne Freizügigkeit hat bann wohl noch vorübergehend den einen oder anderen Anarchisten ins Jndustrierevier gebracht; wir nennen nur den einstigen Berliner Stadtverordneten Hein- dorff; sie sind wieder verschwunden, ohne Spuren ihrer „Wirksamkeit" zu hinterlaffen. Wenn jetzt eine „Schar" von Berliner anarchistischen Agitatoren nach Rheinland-Westfalen losgelassen worden ist, so bedeutet das an sich nicht viel und braucht niemanden gruselig zu machen. Diese Agitatoren (eigentlich müßte das Wort auch in Anführungsstrichen stehen) flattern hierhin und dorthin; so suchte der Schriftsetzer, spätere Redakteur Albert Weidner schon im vorigen Jahre den Ober- und Mittelrhein ab und berichtete darüber in dem Blatt „Der freie Arbeiter" mit so überschwänglichen, ruhmredigen Phrasen, als ob die halbe Einwohnerschaft von Mannheim, Frankfurt usw. den Versammlungen zugeströmt wäre und sich zum anarchistischen Evangelium bekannt hätte. Und doch hat sich in den Städten am Mittelrhein seitdem nichts geändert. Diesmal hatte man besondere Hoffnungen auf den Verbreitungsbezirk des Dortmunder sozialdemokratischen Blattes gesetzt, weil dieses noch unlängst geschrieben hatte: im Ruhrbezirk sei für revisionistische Leisetreter kein Feld; denn hier sei die Arbeiterbewegung radikal, ja, stehe im Ruf des halben Anarchismus. Herr Lange und Genoffen witterten einen fetten Braten und eilten hin. In Dortmund wurde eine Versammlung abgchalten und es kam zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen Anarchisten und lokalen sozialdemokratischen Führern. Beide Teile behaupten, „gesiegt" zu haben. Das Anarchistenblatt schimpft aber jetzt auf das Dortmunder Sozialistenorgan, weil seine Leute den {einigen entgegengetreten sind und weil es obendrein die Aufnahme der Versammlungsannoncen verweigert hat. Das ist alles.
Aus Stu-t und Lund.
Gießen, den 8. Aug. 1906.
** Auszeichnung. Die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten hat ein Ehrendiplom erhalten für ihre Beteiligung an der Ausstellung der deutschen medizinischen Universitätsanstalten auf der Weltausstellung in St. Louis.
•* Für Markensammler. Außer Kurs gesetzte Postwertzeichen (wütttembergische) werden von den wütttemberg. Postanstallen auf Verlangen an das Publikum zum Nennwerte abgegeben. Matten im Werte von 2 bis 20 Psg. werden vor der Aushändigung von den Postanstalten mit dem Tagesstempel entwertet, während die Freimarken der höheren Wette auch unentwertet abgegeben werden. Vorrätig sind sämtliche Gattungen der am 1. April 1902 außer Kurs gesetzten Wertzeichen und von den vor dem 1. April 1902 außer Kurs gesetzten Postkatten und Postanweisungskarten. Weiter kommen Wertzeichen für den amtlichen Verkehr der Staatsbehörden und für den amtlichen Bezirksoerkehr zu 2, 3, 5, 10, 20, 25, 30, 40, 50, 100 Psg. in Betracht, sowie Postkarten zu 2 und 5 Pfg., Postanweisungsumschläge zu 20 Pfg. und Briefumschläge zu 5 Pfg.
** Waisengelder. Im Jahre 1905/06 sind aus 70 Gemeinden des Kreises Gießen an Waisenbüchsengeldern 440.50 Mk. gesammelt worden, davon entfallen auf die Stadt Gießen 119,20 Mk., auf Lich 23 Mk., Klein- Linden 22.20 Mk., Ober-Hörgern 20.30 Mk., Grünberg 20 Mk., Steinheim 16.70 Mk. und Annerod 14.40 Mk.
*• Ohne Schulbildung war von den 3876 hessischen Staatsangehörigen, die im Ersatzjahr 1905 bei der hessischen Division eingestellt wurden, nur ein Mann. In den letzten 20 Jahren waren im ganzen 24 Eingestellte ohne Schulbildung. Eingestellt wurden im vergangenen Jahr in Starkenburg 1683, Oberhessen 1186 und Rheinhessen 1007 Leute. Von den als Einjährig-Freiwilligen bei hessischen Regimentern dienenden 235 hessischen Staatsangehörigen stammten 99 aus Starkenburg, 78 aus Oberhessen und 58 aus Rheinhessen.
— Für Radfahrer. In Wetzlar wurde das eine Zeit lang versuchsweise aufgehobene Radfahrverbot wieder emgeführt. Ausgenommen von diesem Verbote ist die Hauser- gcrsse von dem Friedelschen Hause an, die Langgaffe von dem Jllian'schen Hause und die Neustadt von dem G. F. Münch- ,chen Hause. Ebenso wird das Radfahren gestattet auf der Goethe-, Promenaden-, Frankfurter-, Brühlsbacher-, Mühlgraben-, Nauborner- und Silhösertorstraße, sowie auf dec Bahnhof-, Sophien-, Schleusen- und Haarbachstraße. Zu
widerhandlungen unterliegen einer Geldstrafe bis zu 9 Mark oder einer verhältnismäßigen Haft.
4- Steinbach, 7. Aug. Für manches Haus unserer Gemeinde ist ein vor demselben gepflanzter Weinstock eine schöne Zierde und ein angenehmer Schutz gegen die jetzige Hitze. Die Stöcke weisen jedes Jahr einen ziemlich guten Ertrag auf. Dieses Jahr ist jedoch leider die von dem Pilze „Oidium Tuckeri“ verursachte Traubenkrankheit aus- gebrochen, welche, wenn nicht sofort die Behandlung mit Schwefelblüte begonnen wird, beträchtlichen Schaden, zumal an den feinen, wlderstandsunfähigen Sotten — anrichten kann.
sm. Mücke, 7. Aug. DaZ Eingesandt „Mücke" im „Gieß. Anz." vom 2. d. M. hat bereits erfreuliche Resultate erzielt. Von feiten der zuständigen Inspektion sind Anordnungen bei der Bauleitung getroffen, den bestehenden Mißständen bezüglich der Zugangsstraße auf der Vogelsberger Seite des Mücker Bahnhofs abzuhelfen.
Burkhardsfelden, 5. Aug. Heute wurde hier ein Mission sf est gefeiert, das bei günstigem Wetter einen schönen Verlauf nahm. Der Festplatz unter den vier großen Linden mitten im Orte war von der Gemeinde und von auswärtigen Missionsfreunden dicht besetzt. Festprediger war Pfarrer Gußmann aus Kirchberg, welcher über Eo.Joh. 4, 35, 36 redete. Aus der Mission in Indien erzählte Missionar Vogt, der in diesem Sommer in Marburg studierte und im Spätherbst wieder nach Indien zurückkehren wird. Die in Anbetracht der Größe der Gemeinde sehr ansehnliche Kollekte betrug 130 Mark. Außerdem wurden für über 10 Mark Missionsschriften verkauft.
△ Ettingshausen, 7. Aug. Beim Getreidemähen mit der Mähmaschine verunglückte der Landwirt PH. Keil dadurch, daß ihn die Zinken der Maschine am Bein faßten und ihm dasselbe schwer verletzten.
l. Bad-Nauheim, 7. Aug. Eine Ausstellung der Volkskunst findet gegenwättig hier statt im Sinne der Heimatspflege- und Volksbildungsbestrebungen. Die Ausstellung ist im Saalburg-Restaurant untergebracht. Neben modernen und klassischen Bildern sind solche aus dem Verlag Teubner und Voigtländer ausgestellt, darunter viele, die Land und Leute in ihren Beschäftigungen und Sitten darstellen.
§ Aus der Wetterau, 7. Aug. Schießübungen mit scharfer Munition begannen gestern in dem Gelände nördlich von Vilbel bei Dortelweil und Maffenheim. Es dauert bis zum 27. August. Beteiligt sind die Regimenter 80 (Homburg), 81 (Frankfurt) und 168 (Offenbach).
h. Frankfurt a. M., 7. Aug. Zum Bierkrieg ist zu melden: Morgen früh (Mittwoch) soll den Wirten ein Zirkular vorgelegt werden, auf dem sie sich durch Unterschttft verpflichten, den erhöhten Bierpreis zu zahlen. Wer das Zirkular nicht unterschreibt, erhält fein Bier mehr. Da die Witte bereits am letzten Mittwoch einstimmig beschloffen haben, keinen erhöhten Bierpreis zu zahlen, so werden die Brauereien morgen früh ihr Bier größtenteils wieder mit nach Hause nehmen muffen.
fc Frankfurt a. M., 7. August. In der Nähe von Bürgel in Rumpenheirner Gemarkung wurden heute morgen die Leichen des 32jährigen Herrschaftsdieners Albert Kugler unb des 23jährigen Dienstmädchens Ftteda Kautzmann, die beide hier in Stellung waren, aus dem Main gelandet. Sie hielten sich fest umschlungen. Einen Grund zur Tat geben sie in einem hinterlassenen Briefe nicht an. Sie bestimmen darin, daß beider Vermögen auf ihr imehelicheS Kind übergehen solle, das in Bockenheim in Pflege sei. Kugler stammte aus dem Wütttembergischen, die Kautzmann aus Sindolsheim in Baden. Wie man hott, hätten der Eingehung der Ehe keine Hindernisse im Wege gestanden.
ic Aus dem Taunus, 7. August. In Niederlibbach ereignete sich am Sonntag em schwerer Unglucks- sall. Der Witt Zehner fuhr den Pfarrer nebst Frau nach Heringen zum Gustav Adolf-Fest. Auf der Straße von Limbach nach Hühnerkirche kam plötzlich im schnellsten Tempo ein Automobil um die Ecke und rannte gegen den Wagen des Witts. Der Pfarrer erlitt bei dem Zusammenstoß einen Beinbruch, feine Frau einen Armbruch und andere Verletzungen.
-s- Krofdorf, 6. Aug. Mit Genehmigung des Regierungspräsidenten zu Koblenz soll für die Otte der Bürgermeisterei Launsbach eine Gemeindekrankenkaffe gegründet werden. Zur weiteren Beratung ist auf Donnerstag, den 19. August, nachmittags 4 x/2 Uhr, in dem Moosschen Saale hierselbst eine öffentliche Versammlung anberaumt worden.
— Biedenkopf, 6. Aug. Der Verein Nassauischer Land- und Forstwirte hält am 3. und 4. September dieses Jahres hier feine Generalversammlung, verbunden mit Preisvetteilung, ab. Bei letzterer werden besonders landwirt- schastliche Dienstboten für langjährige treue Dienste bedacht und sind dafür nachstehende Preise vorgesehen: 1. Vier Preise aus dem Luisenslist zu je 45 Mk., 2. vier Preise aus der Blumbergschen Stiftung zu 45, 25, und zwei mal 10 Mark, 3. aus der Vereinskaffe kommen gleichfalls sieben Preise im Betrage von 10 bis 20 Mk. zur Verteilung. Sodann findet Dienstag, den 4. September, die ZeNtralvieh- schau, verbunden mit Preisverteilung für besonders verdienstlich-landwirtschaftliche Leistungen statt.


