Ausgabe 
8.5.1906 Erstes Blatt
 
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»nbgtftig b<c Erlaubnis zur Erbauung einer Gas- ;entralc an hiesigem Platze erteilt worden. Die Fabrik kommt oberhalb des Lokomotivschupppens links von dem Feldweg nach Röthges zu. zu stehen. Die Kosten der Gc- ländeerwerbnng und der Errichtung belaufen sich auf nahe 600 000 Mk. Soll sich das Unternehmen einigermaßen ren­tieren, so ist der Anschluß von Nachbargemeinden erforderlich. Mit Beginn des Winters gedenkt man schon mit der Abgabe von Gas beginnen zu können. DaS neue Amtsgericht sowie die neu zu errichtende Turnhalle werden schon mit Gas­rohren versehen. In der Nahe der Gasfabrik scheint sich ein industrielles Stadt viertel entwickeln zu wollen. So beabsichtigt ein hiesiger Geschäftsmann die Erbauung einer Tuchfabrik. Der Gasfabrik benachbart ist ein industrielles Unternehmen geplant, das die Herstellung von Eiweiß be­zweckt; hierzu- sollen täglich 3000 Liter Magermilch ver­wandt werden.

b Butzbach, 7. Mai. Metzgermeister Bernh. Winter verkaufte heute sein in der Griedlerstraße gelegenes Geschäfts­haus an den Metzger Louis Euler jr. von Gießen zum Preise von 20 000 Mark. Die am 1. März 1904 hier eröffnete Filiale des an verschiedenen größeren Plätzen ver­tretenen K au fh a ir s cs Schleimer wird mit dem I.Juli d. I. wieder eingehen, nachdem das van ihm gemietete Geschäfts­haus seinen Besitzer gewechselt hat. Das gegen 6 Uhr heute abend hier niedergegangene Gew rite r verursachte durch wiederholtes Einschlagen in die elektrische Lichtleitung geringe Störungen. Am Bahnhof ist anscheinend heute mittag ein etwa l^jähriger Knabe in guter Klei- dlmg seinen mit dem Zuge abreisenden Angehörigen ent­laufen, denn weinend irrte der Kleine hin und her, Vater und Mutter suchend. Eine Witwe aus der Langgasse nahm sich später seiner an.

Lauterba ch, 6. Mai. Am Samstag fand im GasthausZum Anker" hier die Generalversammlung des Kriegervereins statt. Der 1. Vorsitzende Rendant Frieß eröffnete um 9r/4 Uhr die Versammlung mit einem Hoch auf S. M. den Kaiser und S. K. H. den Großherzog und gab seinem Bedauern Ausdruck, daß die Versammlung wieder nicht besonders zahlreich besucht war von 360 Mit­gliedern waren nur 60 erschienen. Nachdem das Protokoll der letzten Generalversammlung verlesen war, erstattete Rechts­anwalt Scheer ein Referat über den Jahresbericht der Hassia vom Geschäftsjahr 1905. Der Vorsitzende dankte dem Refe­renten und es wurde alsdann die Rechnung vom Geschäfts­jahr 1905 vorgetragen. Hiernach hat sich das Vereins­vermögen, trotzdem ein sehr ansehnlicher Betrag für Untcr- stützllngen ausgegeben wurde und auch das BezirkSkriegerfcst im vorigen Sommer einen Zuschuß von ca. 150 Mk. er­forderte, um 161 Mk. vermehrt, sodaß das Vermögen 3461 Mk. betrug. Danach wurde noch über die Frage der Beschaffung von Gewehren für den Verein verhandelt und mit großer Mehrheit die Anschaffung von Gewehren Modell 71 beschlossen, sodaß für die Zukunft den Mitgliedern Gelegenheit ge­boten ist, sich von Zeit zu Zeit wieder einmal in dem Gebrauch der Waffe zu üben. Der 1. Vorsitzende wies auf die Wohl­fahrtseinrichtungen der Hassia hin und schloß um 11*/, Uhr die Versammlung mit einem Hoch auf den Verein.

l. Rudingshain, 6. Mai. Die von dem Bezirks- Lehrerverein Schotten angeregte Feier des 25jährigen D i e n st j u b i l ü u m s seines langjährigen Obmanns, des Lehrers Karl Lin ck von hier, gestaltete sich zu einem schönen Festtage. Vertreter der Lehrerschaft, der Gemeinde, des' Kirchen- und Schulvorstandes, sowie die Mitglieder des Krieger- und Gesangvereins geleiteten den Jubilar im Zuge von seiner Wohnung nach dem Tambmannschen Saale. Hier hatte sich bereits eine zahlreiche Festversammlung cht» gefunden. Lehrer Dern - Ulfa gedachte der Verdienste Liucks, die er sich um das Gedeihen des Bezirkslehrervereins Schotten sowohl, als auch der (^esamtintcressen der Hess. Lehrer erworben habe, und überreichte eine Büste mit Ständer als Geschenk der Kollegen. Pfarrer Bühler- Schotten nndmete ber treuen Arbeit des Jubilars fiir Ge­meinde, Schule und Kirche Worte warmer Anerkennung, Lehrer Ludwig-Burkhards überreichte Glückwünsche von dem Bezirksvereine Gedern und widmete den beiden Schwestern Lincks sein Hoch. - Abends brachten Gesang- und Kriegerverein einen F a ck e l z u g. Nach dem Vortrag zweier Lieder feierte der hiesige Bürgermeister Lehrer Linck als eifrigen Förderer des bäuerlichen Genossenscliaftswesens und überreichte ihm, dem Dirigenten des Gesangvereins, einen Taktstock, während der Kriegervereiu eine Gedenk- tasel darbrachte. Für alle Ehrungen dankte der Jubilar tief ergriffen. Linck hat 22 Jahre hier als Lehrer gewirkt.

x Frankcnb a ch, 6. Mai. Unsere Schule reicht seit Jahren mcht mehr aus, um 100 und mehr Schülern Platz zu bieten. Man beabsichtigte daher, einen zweiten Lehrer anzustcllen und dessen Klaffe einstweilen auf dem Rathanse unterzubringen. 'Allein die Behörde hat diesem Plane die Genehmigung versagt, obgleich die neuen Subsellicn beschafft waren, und so müssen sich ferner Lehrer und Schüler in den bisherigen Räumen behelfen. Da auch die Lehrerwohnung infolge des angrenzenden Brandwcihers ungesund ist, so hat die Gemeindebehörde beschlossen, eine ncueSchule zu bauen. Sie kommt außerhalb des Dorfes an die Straße nach Fellingshausen zu stehen.

[] Marburg, 7. Mai. Zwecks Besichtigung der lan d- wirtfchaftlichen Versuchsstation, die eine Er­weiterung erfahren soll, traf heute Regierungspräsident Graf v. Bernstorfs hier ein. Das vor einiger Zeit ge­gründete Marburger Straßenreinigungsinsti- tut ist wieder eingegangen, da es sich bei der gedehnten Lage der Stadt nicht rentiert. Jetzt kehrt wieder jeder Vor seiner eigenen Tür.

Generalversammlung des Odcnwaldklubs.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

R. B Heppenheim, 6. Mai.

In unserer, im herrlichsten Früblingskleid und Blütcnsckirnuck lprangeuden Kreisstadt, die überaus reichen Fahnenschmuck angelegt und Ehrenpforten errichtet hatte, sand beute die General­versammlung des Oden waldklubs statt. Gestern uach- jmittag war der Z e n t r a l a u s s ch u s; zur Beratung zusammen, der sich am Abend Festkommers' mit Konzert unb_ theatralischen Aufführungen anschloß. Heut früh wurde zuerst ein kleiner Ausslug durch die herrlichen Waldungen unternommen, und aus der Starkenburg Station gemacht, woselbst bei "Konzert Früh­schoppen stattwud. Von dort bewegte sich der Zug der etwa 400 K'lubgenosscn unter Vvrantritt der Musik nach Heppenheim fcutütf, woselbst in Wurths Garten um 121/2 Uhr die ordentliche

Hauptversammlung begann. Der 2. Vorsitze,rde, Bürgermeister Dr. Gl äs sing-Darmstadt begrüßte den trotz emes starken Unwohlseins erschienenen Präsidenten, Ministerialpräsident Braun, die Vertreter der Behörden und die Sektionsvertreter. Kieisamtmanu v. Hahn- Heppenheim hieß die Anwesenden na­mens der Staatsbehörde willkommen, ebenso sprachen Bürgermeister H ö h n - Heppenli-cirn und Herr Pros. Horn als Sektions-Vor­stand ihre Freude über den Besuch aus. Dann wurde in die Tagesordnung einqctrctcn und zunächst mitgeteilt, daß mit dem Bau des Kaiserturms auf der Neunkirchener Höhe begonnen worden sei und die Grundsteinlegung in acht Tagen erfolgen werde. Mit dem Jahresbericht des Zentralausschusses für 1905/6 und der vorgelegten Rechnung für 1905/6 erklärte sich die Ver­sammlung einverstanden. In dem Voranschlag sür 1906/7 ist die Einnahme auf 12 500 Mark festgesetzt. Bei den Ausgaben sind u. a. an Zuwendungen zu verzeichnen für .Heppenheim zur Erbauung eines Aussichtsturmes auf dem Lindenstein 900 ^Mk., für Heidelberg zum Anssichtsturm auf dem weißen Stein 1006 Mk., für 'Weinheim zwecks Erhöhung des Tnrmes aus dem Hirschkops 400 Mk.. fiir Lindenfels ass weiterer Beitrag für die Bismarckwarte 300 Mk., für Neckarsteinach, Reparatur des Großherzog Friedrich-Turmes aus dem Schadeck 400 Mk. Unter den bewilligten Neuaiüorderungen befindet sich als Beitrag für Darmstadt als Zuschuß zu den Küsten des steinernen Turmes aus der Neunkirchener Höhe 2000 Mr., sür Reichelsheim zur Herstellung eines Weges vvn Reichels­heim nach-Ruine Rodenstein 150 Mk., für Ulfen tot zur Ver­besserung des Siegsriedbruunens 50 Mk Nach Genehmigung des Voranschlags wird als Ort der nächstjährigen Jubiläumsver sammlung Darmstadt bestimmt. Ministerialpräsident Braun fonitte bei seiner jetzigen verantwortungsvollen Stellung mit ihrer großen Arbeitslast das Amt eines Vorsitzenden leider nicht wieder annehmen. Angesichts seiner, hohen Verdienste hatte der Zentralausschnß beschlossen, ihn zum Ehrenpräsidenten zu er­nennen und die Versammlung aab mit stürmischen Beifallsäußer- ungen ihre Zustimmung. Ministerialpräsident Braun versprach in einer herzlichen Ansprache, das neue Amt nicht nur als eine Ehre, sondern auch als eine Pslickt betrachten zu wollen. Zum 1. Vorsitzenden wurde daraus Börger meister Dr. Glässiug- Darmstadt, zuin 2. Vorsitzenden Oberbürgermeister K öhlcr - Wvrms, zum Schriftführer Stadt', eckmer Tanb-Darmstadt, als Ersatzmann für Herrn Braun im Gesamtvorstand Ministerialrat Dr. Ü sin g e r und für Professor Lorenzen-Heidelberg Prof. Grü­be r - Heidelberg gewählt. Die übrigen Mitglieder wurden wieder- gewählt. Nach kurzen Referaten über die Einrichtung von Schüler- und Studentcnhcrbergen und die Veran­staltung von Schüler reis en teilte der Vorsitzende mit, daß die Herausgabe eines neuen großen Plakates sür den Odenwald in Vorbereitung fei._ Von dem Fürsten Gustav zu Er­bach-Schönberg war ein Begrüßungstelegramm eingegangen, das dankend erwidert wurde. Nachdem noch Dr. Cremer-Eberstadt zur Jubelfeier deS Klubs eine allgemeine Beleuchtung der Odenwald­höhen angeregt hatte, schloß die Beratung. Bei dem darauf folgenden Festessen brachte Ministerialpräsident Braun ein Hoch auf die drei Fürsten des Odenwaldgebietes, Prinzregent Luitpold, Großherzog Friedrich und Großherzog Emst Ludwig aus. Post­direktor W ie g a n d - .Heppenheim ries dem Odenwaldklub und seinem eifrigen Zentra lausschuü ein herzlichesFrisch auf" zu. Im Laufe der Tafel ging vom Großherzog aus Mehlem folgendes Telegramm ein:

Ihnen und den versammelten Mitgliedern sür Ihren freundlichen Gruß besten Dank. E r n st Lud w i g."

Nach dem Essen war in dem Garten des Hotels zum Halben Mond" noch Militärkonzert und später' Illumination sowie Tanz. Es waren im Ganzen 40 Sektionen durch 596 Mit- glieder vertreten.

Vermischter.

* Neue Ersen bahn Unfälle. Auf der Strecke B i c l e f e 1 d - .H a m c l u bei Helpup erfolgte ein Z u s a m - in e n st v st des Zuges, in dem der von München heim- kehrende Fürst Levpo>d faß,, mit einem Lastfuhrwerk. Letzteres wurde zertrümmert, der Kutscher blieb unverletzt. Ein großes Eisenbahnunglück ereignete sich gestern in P e n n s p lv a n i e n. Bei einem Zusammenstoß, von z w e i Z ü g e u auf der nach dem Städtchen P e t e r s a- burg führenden Linie wurden 14 Personen getötet und 5 0 verletzt. Drei Stunden vorher wurden auf der Hauplliuie der Peunsptvaniabahn 27 Waggons zertrümmert. Mißverstandene Instruktionen sind die Ursache bei beiden Unfällen.

* Kongreß des Bundes d ent sch er Verkehrs- Vereine im Harz. In der Pfingstwoche, 5. bis 9. Juni sindet die Hauptversammlung des Bundes in B a d H a r z b u r g statt. Reichstagsabg. Dr. Pott hoff spricht über die neuen Verkehrssteucrn, der Syndikus der Braunschweiger.Handelskammer Regierungsrat Dr. Stcgemann überNational-wirtschaftliche Ge­sichtspunkte sür die Ausgestaltung unseres Pei-sonenverkehrs", ein Darmstädter Herr behandelt das ThemaKunst und Verkehr". Die FragePlakataushang aus den Balm bösen" soll eingehend erörtert werden usw. usw. Neben ernster Arbeit sollen sich aber auch die Mitglieder der Verkehrsvereine durch gesellschaftliche Ver­anstaltungen näher treten. In den Orten, wo Verkehrs-Vereine existieren, die dem Bunde angcschlofsen sind, nehmen die be­treffenden Vorstände Anmeldimgen zur Teilnahme entgegen, in Harzburg gibt der 1. Schriftführer des Harzer Verkehrs-Ver­bandes, Herr Hofbuehhändler Rud. Stolle, bereivvilligst Auskunft.

* Kleine Tageschrouik. Bei Stadtlengs­feld (bei Eisenach' öffneten unbekannte Täter ein Fast .M'a rb o lin e um und ließen den Inhalt in die Fulda fließen. Die Folge war ein großes F ifchsterb e m 70 000 Stück Forelleubrut sind vernichtet. Im ganzen Oberland herrscht Besorgnis, weil man befürchtet, daß bereits viele der vergifteten Fische verknust sein könnten. In Berlin tarn im Hause Prinzeustraße 65 unmittelbar vor dein Haus­tor am Eingang zu einem Nachtlokal eine hiugeworfeue mit Explosivstoff gefüllte Flasche zur Ex pl o s i o n. Der Eingang zu dem Lokal ist stark beschädigt. Personen sind nicht verletzt. Von dem Attentäter hat man keine Spur. Die 65jährige Priv-atiere Hegner, welche zu ihrem Sohne nach Gvaz reisen wollte, wurde in der Nähe der Station Szeged (Ungarn) im Eisenbahnwagen 2. Klasse von einem Banditen überfallen, mit einem eisernen Hammer schwer verletzt und beraubt. Der Räuber entkam. Ju der Gegend der Amur-Mündung ist der deutsche DampferStier ab § l; a" i om Eisu nrs chlosse n auf- gefundeu worden . Die gesamte Mannschaft ist an Bord er­froren. Der Stadtrat von Nord hausen verbot als erste deutsche Stadtbehörde jedes Schleppent ragen innerhalb des Stadtgebietes. - Der bei der gestrigen Dnua- mitexplofion in Zappendorf (nicht.Pfaffendorf) schlver- berlebte Bergrat Deicke aus Halle ist gestern abend ge­storben, sodaß die Zahl der Getöteten nunmehr fünf beträgt. Außerdem wurdeu noch sechs Personen verletzt. Die Explosion ist infolge Unvorsichtigkeit beim Zuloten eurer Dpnamitvattone entstanden.

ICuiifi nnd WHicitjcfoafL

Laus a inte, G. Mai. Der Professor der Univcrsilät Dr. Eugene Renovier ist infolge eines Sturzes aus dem Fahrstuhl ge - st o r b e n. Er war Präsident der schweizerischen geologischen Ge­sellschaft und Mitglied der Siniplon-Kommifsion.

Guftav Mahlers neueste sechste Sv m pho n ie. Der Wiener Hofosierndireklor Gustav Mahler bat seine neueste Schöpfung, seine sechste Symphonie, nnnmehr vollendet, nnd in wenigen Wochen bereits wird aus dem Musikseft in Essen das Werk zum ersten Male ertönen, unter persönlicher Leitung des Komponisten. Bevor MalKr icdoch ft ine Werke in Druck gibt,

veranstaltet er jedesmal eine Kvrrekturprobe. Für die zu seiner neuesten Symphonie stellten sich wieder die Wiener Philharmoniker unentgeltlich zur Verfügung, und aus ihren Kreisen gelangen nun­mehr die ersten Nachrichten über das Werk in die Oeffentlichkeit. Was man da hört, läßt vermuten, das; Mahler hier in dieser Spmphonie von einer kompositorischen Kühnheit war, die noch alles überbietet, was er je in dieser Beziehung sich geleistet. Ein Programm gab Gustav Mahler diesmal seiner Svmphonie nicht, nicht einmal eine Andeutung über den Inhalt des Werkes ist vorhanden. Um so deutlicher spricht die Besetzung, wie sie au«5 der bereits erschienenen kleinen Studienpartitur ersichtlich ist. Besonders die Schlagwerke! Etwas ähnliches hat man noch nicht gesehen. Es sind da zu zählen: fünf Panken, eine große Trommel, eine kleine Tronrmel, Tschinellen, Tamburin, Küh-- glvcken, Glockenstränge, Glockenspiel, Triangel, Xylophon, Celeste und die überhaupt noch nicht verwandte viereckige Riesentrommel, die er dazu nicht mit einem Klöppel, sondern mit einem schweren Holzhammer schlagen läßt. Auch der großen Trommel hat Mahler eine Neuheit zugedacht. Auch hier vermeidet er den Klöppel und setzt Ruten an seine Stelle, mit den bald heftiger, bald leiser über die Trommel gestrichen wird. Mit den größten Erwartungen sielst man der llranssührnng am 26. Mai in Essen entgegen.

Universität- Nachrichten.

Dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität zu Halle-Wittenberg Dr. Hermann Grenacheo ist der Charakter als Geheimer Regierungsrat verlieben worden. Der ordentliche Professor Dr. Paul W c n d l a n d zu Kiel ist in gleicher Eigenschait in die philosophische Fakultät der Universität zu Breslau versetzt worden.

Breslau, 6. Mai. In der Aula der Leopoldina, der hungert Universität, fand heute vormittag'^eine Feier statt zur Er- inncrung au die vor 400 Jahren erfolgte Gründung der U n t v e r s i l ä t in Frankfurt a. d. O-, an der außer den Professoren und Dozenten der frühere Kurator, Fürst von Hatzfeld!: und Herzog zu Trachcnberg, Vertreter hiesiger Behörden nnd eine Anzahl von Gästen tcilnahmen. Der Rektor der Universität, Pro- scsior Dr. Kaufmann, hielt einen Vortrag über die Geschichte der Universität, Prof. Dr. Arnold svrach über die Entwicklung der theologischen, Pros. Dr. Brie über die Entwicklutig der jnristischen Fakultät. Anläßlich des Jubiläums hat die evangelisch-theologische Fakultät den geheimen Justizrat Prof. Dr. Brie und den Pastor Lic. Ebcrlein in Groß-Strelih zu Doktoren honoris causa ernannt. Fürst Hatzfeld hat für das hiesige Studentenheim 3000 All, gestiftet.

Sport.

O Am Sonntag spielte die 2. Maunfchait des Gießener Fußballklub von 1900 gegen die 1. Mannschaft des Frted- berger Fußballklubs m Friedberg. Obgleich Gießen tm gcmzsn Spiel druckt, muß es doch Friedberg mit 4:3 Goals den Sieg überlassen. Ihre Erfolge errang Friedberg durch einige schnelle Durchbrüche. __

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Essen, 5. llüai. Der Vorsitzende des Walzdralstverbaiidcs schlug derRheiri.-Wests. Ztg." zufolge d,e Erhöhung der Halbzeugpreife und die Erhöhung der Preise sur Walz- draht um 5,50 Mark vor.

Märkte.

Gießen, 8. Mai. Marktbericht. 9lni heutigem Wockenmarkte kosteten: '-Butter pr. Pfd. Lid1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6-7 Big , 2 Ctck. 0000 Psg., Gauseeier 0000 Psg., Enteneier 7 Pfg., Ka,e pr. Stck. 68 Pf.,^ Käsematte 2 Stck. 56 Psg. Erbsen p.Pfund 22Pfg., Linsen v. Pfund 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80- l,00Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stuck 1,802,20 Mk., Gänfe vr. Pfd. 00-00 Psa., Ochsenflersch pr. Pfd. 7684 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schmemr- fleisch pr. Psuiid 86-90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., .Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pnmk 6080 Psg. Welsche per PfundKartoffeln pr. 100 Kg. 6,00-0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00-8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfcl per Pfund 35 bis 50 Pfg., in Körben 00 Pfg-, Nüsse 100 Stück 50-00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.000.00, Weißkraut per- Stück 2030 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 71 Uhr.

(I.) Ulfa, 7. Mai. Aus dem heute hier abgehaltenen Schweinemarkt wurden für 68 Wochen alte FerkÄ, 50 bis 55 Mark das Paar bezahlt, wälzend ein Vierteljahr alte Tiere 8088 Mark kosteten. Besonders von letzteren war eine grot;e 3aM ausgetrieben, und es. sand namentlich Hannoveraner Jung­vieh starken Wsatz. Bis 10 Ulyr war der Msarkt ber geringem Ueberstand gänzlich geräumt, und die Kauflust wäre sicherlich noch größer gewesen, wenn der Preis für die fetten ^rfmx-tne tn letzter Zeit nicht so bedeutend zurückgegangen; fiir die;e werden jetzt nur noch 4850 Pimnig pro Pfund Lebendgewicht geboten.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 7. Mai 1906. ___

Höchste Schlachwiehpreise in Frankfurt a. M.

Fleischpreife in Gießen

Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht 7476 Mk.

Kälber '/, Kg. Schlachtgem. 9095 Pf.

Schweine^ '/,,7071

Getreidepreise in Mannhei m

Weizen 100 Kq. 19.50-00.00 Aik.

Roggen 100 Kg. 18.25-00.00 Mk.

'/, Kg. 72-80 Pfg.

V, , 7080 , '/, 76-86 , ,

Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 54 Pfg.^ Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg.

Gerschts?a<rl.

(sc.l Frankfurt g. M., 7. Mgi. / O b e r k r i e g s g e r i ch t.l Der Glgser 5)einrich Müller in Offenbach war vom Kriegs­gericht wegen Falmenflucht und Unterschlagung eines Regern schirms zu sieben Monaten und 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er ist mit einer früheren Prostituierten verheiratet, und als er im verflossenen Herbst beim 168. Regiment in Butzbach eingestellt wurde, brannte er kurz danach durch. In Ossenbach nghm nmn ihn jedoch fest, als er im Begriffe war, ms Luxemburgische zureisen". Bei seiner Berufiing machte der Verteidiger geltend, daß Müller geistesgestört sei, unb dieser wurde deshalb vom Oberkriegsgericht der I r r e n a n st a l t Go d- betau zur Beobachtung überwiesen. Dort erklärte man ibn jedoch für z u re chn nngsfähig unb daher wurde das erste Urteil vom Oberkriegsgericht bestätigt. Nur rechnete ihm das Gericht drei Monate auf die Untersuelmngshast au.

Detmold, 5. Mai. In einem Strafverfahren gegen Redakteur N e u m a n u von derLaudeszeilung" wegen angeblich sälfchlicher Veleidigimg der Postbeamten in Sachen der St c f it I 6 Devefche an den Vizepräsidente>i Hoffmauu beantragte der Staatsamvalt vier Wochen Geiängnis, der 61erichtshoi erkannte auf Freisprechung. In gleichzeitiger Schluswerhandlung des Diesseits-Prozesses blieb das Urteil auf 300 Mark bestehen.

IWie ssll man Kranke, Schwache und Blutarme ernähren? Indem mau ihnen als Zufatz zur täglichen Nahrung Biosou gibt. Es führt dem Blut die wichtigsteu Ernährungsbestandteile Eiweiß Eisen Lecithin (Phosphor) ui geeignetster und denkbar bester u. billigster I Foriu zu. Durch seine beipährtcu von den Aerzten er­probten blutbildenden und ernährenden Eigenschaften übertrifft es wie allgemein bekannt, Eisen- und Kraf- tigilngsmittel und ist in den s?lpothckcii und Drogenhand- liingen zu drei Mark daS halbe Kilo-Paket erhältlich.