Donnerstag 8. März 1906
156. Jahrgang
Erstes Blatt
GiehenerAnjei zei
Seneral-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gehen
Aje ljeutige Hlummer umfaßt 8 Seiten«
Gl glanzt, : c n vf - <
man von seinem Buch bisher kein Aufhebens machte. Dieser Vor- gang zeigt die Spannung zwischen Frankreich und Deutschland.
Die Republik wünscht stark genug zu werden, um ohne Hilfe von englischer Seite mit Deutschland die Klinge kreuzen zu könne,'.. Jeden deutschen Kriegsschiffsneubau will England mit drei, Frankreich mit zwei Neubauten beantworten. England kann sein Programm durchführen, FranKcich nicht. Insofern nicht, als es ihm unmöglich sein wird, bei gleichzeitiger Verstärkung des Herrcs die erforderliche kriegstüchtige Bemannung für eine so große Zahl von Kriegsschiffen aufzubringen. ^chon jetzt wird die Schlagfertigkeit derfranzö fischen M a r i n e von sachkundigen Franzosen a n g c z w e i f c l t, wohl auch von Lockroy, sonst würde er nicht anraten, den Wertuntm'chied ztvischcn französischer und deutscher Marine auf ersterer Seite auszugleichen: durch größere Schiffszahl.
lieber Marokko wird cS am Ende nicht zum Kriege kommen. In dieser Beziehung wirkt die Flottenrede Lockroys beruhigend, denn er fraget Frankreich gegenwärtig und fürs nächste nicht als hinreichend kriegstüchtig, zur See wemgltens. Das Lockroyschc Flotten Programm liehe sich auch erst in Jahren durchführen. Aber die inneren Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland werden durch den Marokko konflikt eher noch verschärft, auch wenn Algeciras einen äußeren Abschluß bringt. Frankreich wird dafür sorgen, daß c3 an ander- weiten Differenzen mit Deutschland nicht fehlt, wobei ihm Englands wohlwollendes Interesse erhalten bleiben bürste. Deutschland kann der Zukunst mit Ruhe entgegensehen. Die Vortrcfstichkeit seiner Marine ist durch Lockron indirekt bestätigt worden, und es bleibt nur übrig, was der Abg. Dr. Spahn (Ztr.) dieser Tage in der Budgetkommission des Reichstags als erstrebenswert bezeichnete: die deutsche Kriegsflotte so anszubauen, das; jeder fremde eta-at es fick zu überlegen habe, ob und wo er uns angreifen solle. Auck Deutschland darf Lockroy dankbar sein, daß er kein Blatt vor den Mund genommen hat. Man weiß jetzt auf beiden Seiten,, woran man ist. ,
sämtlichen Ministern den Saal, um die Demission des Kabinetts nach dem Elysve zu bringen.
Präsident Falliöres hat die Demission des Mini- steriums Rouvier angenommen und die Minister gebeten, die Geschäfte bis zur Beendigung der Krisis weiterzuführen.
Vor der Ueberreichung der Demission hielt Rouvier einen Kabinettsrat ab, dem sämtliche Minister beiwohnten. Dieser beschloß, während der Krisis nichts an der politischen Direktive zu ändern. Infolgedessen erhält der französische Vertreterin Algeciras die Anweisung, daß die ihm gegebenen Instruktionen s o rt b este h e n. Ferner beschloß der KabincttSrat, die Präfekten anzuweisen, daß die Inventar-Ausnahmen in den Kirchen fortgesetzt werden sollen mit möglichster Schonung des Publikums wie der Beamten und Truppen.
Die Ursache des Sturzes Rouvier erklärt sich nur schwer auS der Kammerdebatte, denn die Regierung verhielt sich in der Frage der Ausführung des ScparationSgesetzcs korrekt. Man sieht vielmehr den Sturz als die Folge des endlichen Ausbruchs der Unzufriedenheit der ganzen Linken mit der schwankenden Haltung der Regierung an. Ist das richtig, so muß eine radikale Regierung folgen. Jedenfalls wird die Neubildung des Kabinetts schwierig und langwierig sein.
Man ist aber auch einig in der Versicherung, daß die Ursache des Sturzes nur in der inneren Politik zu suchen ist, und daß die Rücksicht auf die auswärtige Lage keinerlei Einfluß übte. .
Man spricht von'M i l l e r a n d als eventuellem Ministcr - präsi) euren. Derselbe würde Roll vier ersuchen, das Portefeuille des Aeußeren zu behalten, der bekanntlich bisher für den Frieden cingctreten ist und als Leiter der : auswärtigen Politik selbstverständlich dieselbe Politik fortsetzen würde. Millerand ity bekanntlich Sozialdemokrat und rin Anhänger der Friedensidee.
Die meisten Parteien hatten sich übrigens bei der Ab- stimmung gespalten.
Aus Murinekreisen wird uns (wohl allzu
Marokko.
Einer unserer Berliner Mitarbeiter ist in der Lage, folgende Informationen wicderzugeben, die einer gut- unterrich'teten Quelle entstammen:
„Tie Polizeifrage war nach der allgemeinen politisckten Lage nicht in dem Sinne der deutschen Forderungen zn lösen, und deswegen wird Deutschland gegen entsprechende Konzessionen in der Banksrage von seinem ursprünglichen Standpunkt einer internet. Regelung der Polizewrgamsation zurückgehen, und einem Vermittlungsvorschlag zustimmen dahingehend, daß Italien als dritte Macht neben Frankreich und Spanien die Organe der Pol^.ewerwaltung stellen wird. Wenn behauptet wird, die Vermittlerrolle hätten Oesterreich und Rußland übernommen, so trifft das keineswegs zu. Rußlands Abhängigkeit vom sransösijchen Geldmarkt kommt auf der
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A Wariuertat vor der sranMschen Kammer.
Sturz des Kabirrets Rouvier.
Paris', 7. März.
In Beantwortung der Anfragen mehrerer Redner er- klte der Marin eMinister bei der Beratung des Ma- ribudaets: Was besonders in der Marine fehle, das sei diStetigkeit des Vorgehens. Es sei indessen ein Irrtum, zuigen, daß die Regierung lein Programm habe; ein solches exiere wohl; der gestrige Redner (Lockroy) sei etwas zu pemistisch gewesen. Der Minister erkenne an, daß die Zrmmensetzung der Geschwader zu wünschen übrig lasse, ab in der Armierung sei Frankreich der deut- s ckn F l o t t e ü b e r l e g c n. Tie Ueberlegenheit betrage ist schwere, 296 mittlere und 780 kleinere Gichütze. Von den im Bau befindlichen Panzerschiffen wücn zwei Ende 1906 dienstbereit sein, vier im ^ahro 19( Eine bestimmte Anzahl von Kreuzern, -rwrpedo- bom, Torpedojägern sowie Unterseebooten würden zu ver- schienen Zeitpunkteii bis 1909 zur Verwendung bereit seit und so werde das Programm von 1900 zur Aus- fühnq kommen. Ter Oberkriegsrat habe ein neues Bap'rogramm ausgestellt; der Budgetkommisswn gehe es cht weit genug, aber es sei ein Programm, in dem nudas Mindest notwendige gefordert werde. Racem das Programm vvrgelegt war, sei die wichtige Tatche cingctreten, daß England zum Bau mehrerer Panrschiffe, Torpedobootsjäger und Unterseeboote, und Dcuhland zum Bau größerer Panzerschiffe nut werter- tragder Artillerie sich entschlossen hätten, -stas sei die Laaeder man sich heute gegenüber befinde, aer oberste Krieccat habe also vorgeschlagcn, starke Panzer- fchic und gevanzerte Kreuzer zu bauen. Sämche großen Rationen bauten Panzerkreuzer. Deutschland olle deren 20 haben, Frankreich besitze gegen» wärtiP anzerkrcuzer,dieihmdreUeber leg en- heit ber die anderen Nationen gäbe ist -ter M in ist erkennt wie der oberste Kriegsrat atu daß die An- strengig jetzt darauf gerichtet fein müsse, Kreuzer zu baueuheshalb gehe sein Antrag dahin, sechs zu bauen. Tie Batung könne sich nur auf den Typ erstrecken, den man apenden solle. Ter Vorschlag gehe dcihm, .Kreuzer von 1?00 Tonnen Gehalt und mit der Gesckpmndrgl^t von ISnotcn die Stunde zu bauen. Turbinen sollen nicht zur Auen düng kommen, weil die Versuche damit noch nicht aieschlossen seien. Man habe gesagt, micrun sei minderwertiger als die letzten von n nn gebaute Panzer; das sei ein Irrtum. ' r Geschtz e hätten eine größere Lade g esch wmd kg reit w das in der Minute verfeuere s ch o ß gwi ch t werde d e m d e s e n g l t, chen Shr.'I e
ü b c r l f e n sein. t r grr..
In r Nachmittagssitzung interpellierten mW geordne: über Vorgänge bei der Inß‘CIt JBrn.V ri ahm eder Kirchen in der Umgegend »°n wobei c Manifestant getötet und der ---uerb-mnte schwer v-rundet tourbc. Pllchon ich'ebt al i-chuw auf die SBcljocn und nennt das Trennungsgese »>' r o, gefch. irianb statt bann eine längere «»enbe Acje welche diRechte durch t o b e n d e n L a r m ! unwrbrechen versucht, ährend die Linke jeden S-tz m,t r a u sen de m B L i f a t ibegleitet. Tie Klerikalen brin"' Dem ftomen Landvolk den Glauben bei^ui d?e Kon- guter touzziert werden sollen und
siskation er Bauerngüter folgen '«rk driMd charax. terisiert i schärfsten -Ausdrücken d.ese «k° - «ung für derenFolgen bic. Führer der kst^en n
schließlich er »»' Leer LtlÄung beantragt den öffentlichen ÄNfcyio । Bri-nds, Ns -mg-nommen werd ber
Tann greift der Abbe xemtr .<L , T r ■ tritt, das 'ort Tic BevölkerungEZ-Et habe m Der apardo', lediglich ein daß Ue In-
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Sestrrgen Vcgange. Arstlichen, der in der Kirche
U"b ich nur durch Blut ge- flcVrcblgtJja , daß F ran^ / werde da, wo der "ttet werrn könne. die Inventuren vertagen. Widerstand rsastrltch erst ' soM der Beoölkerung Zeit Ri bot icmt, die R«J ' - . 3 ,
lassen, den M des e.atum«g^d-> 5" oe I.ehen denn . cy K er -ri kennen, baß em Eesetz, das die Frechelt'der l^che sicheund dem.Paost das Recht gebe, die Bischöfe >?menn^m Berfolgnngsgesetz fest (Särm rL s- -- Die Kammer beschltetzt auch für die 9?cbm «cniric6 fRibo'nb ®"bic’3 bcn öffentlichen Anschlag.
^mni cheß Debatte. Zehn Tagesordnungen sind o:„is^N^kv.t Rouvier erklärt, die Regie- cinQC f Separation mit Mäßigung durch-
'ung scr .^^erjebe SageSorbnung ablehnen, 8ufj^vcn'J , n f i o n der Inventur aufnahmen roef^c cmesv jerung nehme bic Tagesordnung Peret verlange ~’l)ie Erklärungen der Regierung billigt unb Vertrauensfrage. Tie von der Negie- slelle daru ei,. Tagesordnung wirb mit 267 gegen 234 rung angenof^^ Rouvier verläßt sofort mit Stimmen a > p
pessimistisch) geschrieben:
Zn bem Gtückwinffch, bcn ber Präscdcrir her 'französischen D/Pltiertenkarnmer Toumer bem Abg. Lockroy nach feiner g/rfl-en Flottenrebe obftattete, lag der Dank F-rankreichS für bis ztrumir-unbenc Feststellung, daü bie französische K r i eg s - fiotte doppelt s o ft art f e in m ü ff e iu i e b i cj) c u t f ch e, um in einem Kriege mit Deutschland den S-cg an bie Trikolore zu heften. Man kann es verstehen, daß gerade^Lockroy diese Auszeichnung zutell wurde, denn es ist wohl kein Franzose über den inneren Wert der deutschen Kriegs- marine f o unterrichtet, als eben er. Er hat die deutsche Seewehr zum Gegenstand bejonbeten Ttubiums gemacht unb vor einigen Jahren mit Erlaubnis ber i utschen Marinebehörden die Werft- und Arfenalanlagen in Kiel besichtigt. .Tas Ergebnis dieser Reise ist in einem umfangreich n Buch niedergelegt, aber es erscheint in höchstem Grade bemerkenswert, daß Lockron mit einem Mal wie ein Retter des Vaterlandes geehrt wird, während
Konferenz in eklatanter Weise zum Ausdruck. Oesterreichs« Vermittlung tourbc dagegen angenommen, unb fie wird allerdings zu einer V e r sta n d i g un g in ber angedeuteten Weise führen. Dieses Nach geben Dcutfchlanbs als Schwache seiner Politik aufzufaffen, wäre sahch, felbst toemt man bem Umstande, baß Italien als Dreibundmacht an der Polizeiorganifation teilnimmt, nur einen platonischen ^3crt bei* mißt. Ein Durchsetzen brr beutfchen Forderungen tu der Polizei- frage war eben unmöglich, und darum mußte man sich nrit bei Kompensation in bet Bankfrage begnügen."
Sollte sich diese Information bastätigen, so hatte drei' deutsche Diplomatie also doch in zwölfter Stunde zum ^Rück-- zuge geblasen. Ob mau zu diesem Zweck aber wrrklrchl nach Algeciras gehen mußte? ,, ,
Tic französische Diplomatie weiß jedenfalls noch nichts, davon. Wenigstens meldet die französ.-'offiziöse „eigenes Havas" heute aus Algeciras:
Von vielen wird angenommen, die Sitzung am heutigen Donnerstag werde einen cnbgiltigcn Charakter haben, ohne indessen die letzte zu fein. Man nimmt allgemein an, wenn eine Verständigung als unmöglich^ erkannt rc'crbcn sollte, würde es genügen, am Samstag eine Sitzung zur Annahme des Vertagungsprotokolles abzuhalten. Die Bemühungen zur derbet» fühiung einer Einigung werden noch fortdauern,obgleich die deutschen Vertreter keine Absicht fitnbgaben, den französischen 0 nie reffen bie geringste Kv nzefsion zu machen. Man spricht von einem vermi11elnden Vorschläge, der von Oesterreich eingebracht werben würde. W ist nötig, diese Gerüchte mit Vorbehalt aufzunehmen, nicht weil sie unwahrscheinlich sind, sonbern weil bic Umstande alles ändern können, unb weil nicmanb, nicht einmal einer von den Delegierten mein, was irr der heutigen Sitzung eingebracht werden wird. Man must sich begnügen, bie Lage in fofgenber Wege zusammciizufasseil: Wir find der Entschc idung nahe. Vielfach hofft mau, daß sie gut fein wird, man kann sogar sagen, daß die Hofsnui^g auf eine glückliche Lösung auf? verschiedenen Seiten wieder erwacht.
Recht interessant ist unseres Berliner GewälfrsmanneA, Andeutung, daß Rußland die Konferenz zu benutzen trachte^ um für seine eigenen Zwecke Kapital zu schlagen, und zwack Kapital in des Wortes wirklicher Bedeutung. Man hofft: wohl an der Newa, auf dem Wege über Algeciras die- Geneigtheit Frankreichs zu erlangen zum Abschluß der ersehnten Milliardcn-Aiileihe mit Rußland. Das also wäre der Dank für Deutschlands ausdauernde Treue in Zeiten!, der Not. In der Tat: die Marokko-Satire braucht nicht erst geschrieben zu werden. Sie schreibt sich selber.
Die Wahlresorm in Oesterreich.
Wien, 7. März.
Im Abgeordnetenhaufe begann heute die erste Lesung de- Mahlreform. Der Minister des Innern Graf Bylandp leitet die Debatte ein und erklärt: Vor allem wolle bic Regierung bic Fixierung des nationalen Besitzstandes durch-- führen. Die Negierung habe sich besonders in den gemischd- sprachigen Ländern nur von den Grundsätzen der Gerechtig-- feit und Billigkeit leiten lassen. (Stürmische wiederholte Unterbrechung bei den Deutschen.) Der Minister glmrbt^ nicht, daß die Verschlechtcrnng des numerischen Verhältnisses, der deutschen zu den slawischen Parteien politische Bedeute ung besitze. (Lärm bei den Deutschen.) Um eine vollständige Zusammenstellung der Wählerlisten zu ermög-< lichen, fei eine einjährige Seßhaftigkeit notwendig ge-< wesen. (Großer Lärm bei den Tschechisch-Radikalen. Fresb ruft: „Zur Mobilisierung braucht man 24 Stunden, mit* Zusammenstellung der Wählerlisten aber ein Jahr! Schändet! Schmach!") Ter Minister sagt schließlich, die jetzige Wahl-«! ordnung entspreche nicht mehr der Gerechtigkeit. Er appel-i liert an die modernen Elemente, die Vorlage anzunehmen./ (Beifall und Händeklatschen. Lärm bei den Tschechisch--Radi- kalen.)
Nach dem Grafen Bylandt spricht der verfassungstreues Großgrundbesitzer
Tr. v. Grabmayr, der die Notwendigkeit des alpt gemeinen, direkten und geheimen Wahlrechts anerkennt, dio Gleichheit jedoch verwirft, weil das gleiche Wahb- rccht wohl ein Postulat der Demokratie, nicht aber der, Freiheit sei. Es lege die Macht in die Hände der Ungci bildeten und Nichtsbesitzenden. Er sei aber ein sreihechq licher, nicht ein demokr. Mann.
Abg. Dr. Sch l a e g c l (Zentr.) verweist auf den Stand-, punkt seiner Partei, welche tvohl für Vas allgemeine, aber nicht für das gleiche Wahlrecht sei, und tritt für das Plural-Votum sowie für die allgemeine Wahlpflicht ein. Schließlich bringt er einen Antrag, auf eine radikale Aenderung der bestehenden GcschäftA- vrdnung ein.
Abg. R o b i c (Slaw. Verband) crllärt, seine Partei sep für die Wahlreform. Das Wahlrecht müsse für alle Völker gleich sein und es dürften keine neue Privilegien ge#* schaffen werden.
Die Erbschaftssteuer.
Berlin, 7. März. Tie Steuerkominission des Reichstags setzte die Beratung der Erbschaftssteuer fort und nahm den § 50 nach dem Antrag Am Zehnhoff au, wonach die Steuer, falls ihre sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für die Steuerpflichtigen verbunden wäre, gestundet, oder die Entrichtung in Teilbeträgen gestattet iverden muß, wenu der Nachlaß in Grundvermögen besteht, der Verpflichtete solches beantragt und ausreichende Sicherheit leistet. Staatssekretär Frhr. v. Stengel führte- aus, der Beschluß werde iu zweiter Lesung nicht aufrechte erhalten werden können. Auf eine Anregung des Finanzministers Frhr. v. Rheinbaben beantragte Am Zehnhoff, daß über die Frage, ob Stundung geschehen solle, die Steuerbehörde cndgiltig zu entscheiden habe. Ter Antrag wurde genehmigt. Die folgenden Paragraphen, betr. Rechtsweg, Strafen, Gebühren, Verjährung, werden mit unerheblichen Aendernngen nach der Regierungsvorlage an* genommen. Zu § 61 wurde auf Antrag Am Zehnhoff be-,


