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7.2.1906 Zweites Blatt
 
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Verkehrsbedürfnis poriicge.

MünzgesetzeS in dem Sinne der Erhöhung der Kopf­quote von 1 6 auf 20 Mark zu verquicken. Wegen der Aenderunq des NeichskasienscheinqcsetzeS solle unmittelbar nach der Verabschiedung der Banknovelle eine gesonderte Gesetzes­vorlage eingebracht werden. Für eine etwaige künftige Steigerung der Silberpragungen könne nur das tatsächliche DerkehrSbedürfni? maßgebend sein; ein solches lasse sich heute, wo noch nicht einmal die letzte Münznovelle vom 1. Juni 1900 vollständig ausgeführt sei, noch in keiner Weise übersehen. Auf eine Anfrage erklärte der Schatz­sekretär weiter, nach seiner persönlichen Auffassung könne cs für die Stellungnahme zu den Wünschen nach einem Drei- mark st ü ck auch nur entscheidend sein, ob ein dringendes

angelegte Sammlung ergab 307.90 Mt., welcher Betrag an den Zentralvorstand nach Wiesbaden obgeiandt wurde.

Leihgestern, 6. Febr. Der hiesige Krieg er - oerein beging am verflossenen Samstag in dem festlich dekorierten Saale des Gastwirts Tern die Geburtstags- eier S. TL des Kaisers. Nach Begrüßung der Kame­raden durch den Vorsitzenden gedachte dieser in warmen Worten des Allerhöchsten Kriegsherrn und schloß mit einem ?och auf diesen seine Rede, worauf die Nationalhymne ge­sungen wurde. Dann folgte ein mit großem Beifall auf. genommener Vortrag deS Lehrers Kretzmüller aus Ran­stadt über .Schleswig-Holsteins die darüber ge­führten Kriege und seine schließliche Einverleibung in das Deutsche Reich bezw. Preußen. Erst zur späten Stunde trennten sich die Versammelten in echt kameradschaftlicher Stimmung.

Vermischtes.

' Berlin, 6. Febr. Ter M ö r d e r deS Kellners Giernoth, I her Lederarbeiter Rudolf Hennig, wurde heute von zwei Kriminalbeamten aus einem anderen Anlaß verhaftet. Als die Kriminalbeamten merkten, wen sie gefangen hatten, be­gaben sie sich mit dem Arrestanten in das in der Wörther- 'traße gelegene Polizeibureau. Dort riß sich Hennig von den Beamten los und legte seinen Novoler auf einen der Beamten an, der aber versagte. Hierauf schlug er mit dem Kolben auf die Schutzleute ein und verwundete einen schwer. Es gelang Hennig, aus dem Polizei-Bureau zu ent­kommen und die Straße zu erreichen, nachdem er noch einen Schuß hinter sich abgefeuert hatte. Er floh in ein Haus, das sofort von einem großen Polizeiaufgebot bewacht wurde. Währenddessen begab sich Hennig zu einem im Hause wohnenden Schuhmacher, den er bat, ihm seine Schuhe zu besohlen, er wolle solange warten. Indessen entlieh er sich von dem Schuhmacher ein paar Pantoffeln. Da er befürchtete, m der Wohnung des Schuhmachers verhaftet zu werden, be­gab er sich in den Pantoffeln auf die Straße, an den Schutz, (eilten vorbei, die ihn nicht erkannten, in ein Nachbarhaus. Aus diesem stürmte er aber sofort wieder heraus und lief um die Ecke in das Haus Wörtherstraße 41, an den am E.ngange postierten Schutzleuten vorbei. Wahrend der Ver- folgnng hatte sich eine große Menschenmenge in den um­liegenden Straßen angesammelt. Tie Polizei besetzte das ganze Häuseroiertel und machte sich in allen Häusern auf die Suche "ach dem Mörder. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, be£ Verbrechers habhaft zu werden.

I ~ * Mary Hamilton, die reichste Erbtochter Schottlands, hat sich mit Marquis of Graham, dem ältesten Sohne des Herzogs of Montrose, verlobt. Tie Braut steht im 22. Lebensjahre und ist die Tochter be3 1895 gestorbenen Herzogs von Hamilton. Marquis of Graham ist 27 Jahre alt.

Der Weinheimer Bezirksarzt Dr. Thamen wird sich wegen Herausf orber u ng zum Zweikampf zu verantworten haben. Er hatte nicht nur seinen Gegner tn einem Beleidigungsprozeß, den Prioatkläger Dr. Mittel- straß in Weinheim, sondern auch dessen Rechtsbeistand, Rechts- anwalt Dr. Frantz in Mannheim, gefordert. Beide lehnten die Herausforderung ab.

Ein Geistlicher und vier Studenten er *

Deutscher Reichstag.

(3 6. Sitzung vom 6. Februar.)

Da§ Haus ist wieder sehr schwach besetzt. Aus der Tages­ordnung steht zunächst die I n t e r v e l l a t i o n Albrecht und Genossen, betreffend die am 10. Juli 1905 auf der Kohlenzeche Borussia bei Dortmund stattgebabten U n g l ü ck S f a l l e. Aus Befragen seilen? des Präsidenten erflärt

Staatssekretär Graf Posadowsky, der Reichskanzler lehne die Beaniwortung der Jmerpellation ab, weil die Angelegenheil sich auf das preußische Bergrecht beziehe und außerhalb der Koin- pctenz des Reichstages liege.

Abg. Singer (Soz.) beantragt gleichwohl Besprechung der Interpellation.

Präsident Graf Dakleftrem stellt die UnterstützungSsrage und erklärt den Antrag für nicht genügend unterstützt, da von den sich für den Antrag erhebenden Parteien, Zentrum, Freisinnige und Sozialdemokraten, nur etwa einige 30 Mitglieder an­wesend sind.

itrunken. Studenten des St. Beda Collegs waren auf dem ! Jllinoisflusse Schlittschuh gelaufen und bildeten nachher eine Gruppe, um sich photographieren zu lassen. Das Eis brach, und zwanzig Studenten stürzten ins Wasser. Einern Pater, namens Simon, gelang es, mit Hülfe eines Studenten alle mS Wasser Gestürzten zu retten, mit Ausnahme von drei I Studenten, die sich noch an den Eisschollen angcflammert gelten. Als die tapferen Retter auch diese drei Leute zu retten versuchten, wurden sie von der Kälte deS Wasser-

I übermannt und ertranken mit den jungen Leuten.

Giftmischer in. In Bordeaux ist die Frau eines reichen Kaufmanns unter der Anklage des versuchten Gift­mordes verhaftet worden. Schon seit drei Vierteljahren stand die Tarne, die einer bet reichsten und angesehendsten Fa­milien in Bordeaux angehört, in dem Verdachte, ihren Gatten vergiftet zu haben. Dieser kam zwar mit dem Leben davon, ist aber seit jener Zeit schwer leidend. Dn Untersuchungsrichter hatte ursprünglich nur festgestellt, daß die Dame fidj_ mit einem gefälschten Rezept das Gift verschafft habe und sie nur wegen dieser Fälschung in Anllagezustand versetzt, weil der Gatte nichts Ungünstiges über seine Frau aussagte. Eine höhere Behörde hat nunmehr eine neue Untersuchung angeordnet, die schließlich zur Verhaftung bet Dame führte.

* Kleine TagcSchronik. Am 5 d. M. ereignete sich rin qranen- & J^morb Niedcroderwih bei Zittau. Der 5515hrige Hausbesitzer Wagner, der seit längerer Zeit schwermütig war, schnitt sich aus offener Strafe mit einem Rasiermesser die Kehle durch. Als er sich verfolgt sah, sprang er blutübersirömt in den Bach. Als Leiche wurde sJ?CraiA-e3°flen dluS Sp anien lauf.-n Meldungen von großen Lchn erstürm en em. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Pro- vinzen sind unterbrochen. Es herrscht nngewobnliche'te

W Bad-Nauherm, 6. Febr. In der heutigen Stadtverordnetensitzung ist die Satzung für Ab­gabe elektrischen Stromes aus dem elektrischen Leitungs- netz der Stadt Vad-ÜLauhcim nach den Satzungen vvn Mainz und Worms aufgestellt und angenommen worden. Da unsere Stadt ein eigenes Elektrizitätswerk nicht besitzt, son- dern nur die vom Staate bezogene Kraft weiter abgibt, wird die Verwaltung für das Lichtnetz mit dem Gaswerk verschmolzen, und zwar werden die beiden Verwaltungen fortan die BezeichnungLichtwerk" fuhren. Die Festsetzung des Preises für Stromabgabe ist auf Grund eingehender Erwägungen vorgenommen worden. Es wird ein Preis von 60 Pfg. für die Kilowattstunde Lichtstrom im Sommer (1. April bis 1. Oktober) und 50 Pfg. im Winter festgesetzt., Für Strom zu Kraftanlagen werden 30 Pfg. für das ganze Fohr berechnet; Personenaufzüge und Ventilatoren fallen unter die Preisberecynung für Lichtkraft, also 60 Pfg. für nn Sommer. Hinsichtlich des billigen Preises wird eine Rabattbegünstigung nicht gewahrt. Um eine Parallele des Lichtpreises mit dem anderer Städte zu ziehen, teilte der Vorsitzende mit, daß Butzbach 40, Gießen 50, Mainz 60, Worms 60 Pfg. pro Kilowattstunde berechnen. Die Zähler­miete für den Strommesser beläuft sich monatlich anf I Mk. die Größe der Messer kommt hierbei nicht in Betracht' ebenso wird dem Stromabnehmer nicht das Verlangen ge­stellt, em gewisses Minimum zu verbrauchen.

H Ulfa, 6. Febr. In dem Döllschen Saale fand gestern abend em Familienabend de§ Zweigvercins vom eoang. Bunde statt. Der Vorsitzende, Pfarrer Peters, wies auf die Bedeutung dieser Abende hin. Pfarrer Bo- litsch von Kirtorf, Oberhessen, hielt über ,ben Toleranz- ontrag des Zentrums*, einen Vortrag. Die Versammlung schloß sich im Anschluß daran einstimmig der von dem Haupt-1 vereine vorgeschlagenen Resolution gegen den Toleranzantrag an. Verschiedene begeistert aufgenommene Toaste auf Kaiser und Vaterland sowie auf den Großherzog würzten den Abend, und der Gesangverein ,Germania* trug durch den Vortrag von Volksliedern wesentlich zur Unterhaltung bei. Dem Zweigverein gehören jetzt über 60 Familien an.

Clus Stabt ttnfc Land.

Gießen, den 7. Februar 1906.

- Die Schweinepreise steigen, wie uns aus dem Vogelsberg geschrieben wird, dort ganz rapid. Metzger aus der Fuldaer Gegend boten 60 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht; fette Schweine und solche von einem Zentner an wurden aufgekauft. In vielen Dörfern sind gar keine mehr zu haben.

** Kronbaue rfchcr Quartett-Verein. Wie in den vorangegangenen Jahren wird auch in diesem dem Wohl­tat r g ke i t S-K'o n z c r t am Sonntag das größte Interesse cntgegengebracht und cs ist ganz sicher, daß nach der materiellen Leite em voller Erfolg eintreten wird. Dos Quartett ist aber auch bemüht im idealen Sinne sein Bestes zu ln'<ten und strebt dieses durch ernste Vorarbeiten an. Gleichzeitig ist c5i oitraj dre angenehmen Beziehungen ?n musikalischen Kreisen ge-! limgen, zwei hervorragende Gesangskräfte zu gewinnen, die sich dem schönen Zweck bereitwilligst zur Verfügung stellten, ^te Opernsängerin Fräulein Steyer, die am Stadttheater zu Drrcr als Elsa in Lohengrin und als Santuzza in Cavalleria mit groß irrigstem Erfolge auslrat, mit ihr Herr Lev v. Herget, cm lugendlicher Bariton ans Prog, der Stadt der schonen Stim­men. Mit diesen beiden Künftleru vereint wird des Quartett! iiMer Leitung unseres Univ.-Musikdirektors Trautmann, auch tn Musikalischer Beziehung, sicher znm Erfolge schreiten.

Tas 28. mittelrheinische Kre is t u rn fe ft. In Danau zeigt sich bei der gesamten Bevölkerung lebhaftes Inter-!

5 in diesem Jahr dort abzuhaltende K'reistnrnfcft. AM 31. Januar fand eine zahlreich besuchte Versammlung unter I dem Vorsitz des Oberbsirgermeifters Gebeschus ftatt, in der nach . eingehenden Ausführungen deS 1. Sprechers der Turn- gemeinde und 2. Kreisvertreters O. Schatt der 15. Juli als Haiiptfefttag in Aussicht genommen wurde. Die Frftcrdnung v^rd sich in den HauptZÜgen den der seitherigen Kreiskfefte an-! teilen. Insbesondere ist wieder ein Turnen der älteren Turner des Kreises ins Auge gefaßt, das sich vvn M zu Fest einer größeren Beliebtheit und zahlreicheren Beteiligung erfreut, ein Beweis, tote das Turnen im Gegensatz zu anderen gymnastischen Uebungen auch auf die alteren Mitglieder noch seine Anziehungs­kraft ausübt. In den Ehrenausschuß traten die Spitzen der Mili­tär- und Zivilbehörden.

1. Hattenrod, 5. Febr. Heute fand die erste Holz­oersteigerung ftatt Bauholz wurde auf dem Sub- missionsmege vergeben. Das Holz war etwas teurer als im vorigen Jahre.

§ Burkhards, 6. Febr. Hier wurde eine Orts­gruppe des .Deutschen Flottenvereins* gegründet.

X Nidda, 6. Febr. Nachdem für die Truppen in Deutsch-Südwestafrika 4 Kisten mit WeihnachtSgaben seiner­zeit abgesandt wurden, hat die Sammlung für die be­drängten Deutschen in Rußland nahezu 200 Mk. eingebracht.

t Unter-Schmitten, 6. Febr. Da der KreiS- ausschuß die letzte Bürgermeisterwahl beanstandet- hat, weil die auf den Gewählten lautenden Stimmzettel von j o durchsichtigem Papier waren, daß man durchlesen konnte, liegt die Sache nunmehr dem Provinzialausschuß vor.

X. Büdingen, 6. Febr. In der Gastwirtschaft und Metzgerei von Böttger wurde verflossene Nacht eingebrochen. Die Diebe erbeuteten außer Frisch- und Wurstwaren, Zigarren re. aiich 500 Mk., die der Gastwirt in seinem Eisschrank aufbewahrt hatte. Einer der Einbrecher wurde heute in Frankfurt verhaftet; seinem Komplizen, einem gewissen Becker, der vor Wochen einige Zeit HauSduriche bet öliger war, ist man auf der Spur.

? Vom oberen Vogelsberge, 6. Febr. Die letzten Lage brachten~un§ eine annehmbare Schneedecke, so daß dem roc'rben ^^^^enfahren und Skilaufen) eifrig gehuldigt m r Herborn, 8. ^cbr. Die vom Gewerbeoercin aus Anlaß der silbernen Hochzeit unseres Kaiserpaares

Sodann wird die Beratung deS Etats des ReichSamts beS Innern, Titel Staatssekretär, fortgesetzt.

Abg. Graf Kanitz (kom? betont, wie der weitere AuSbau der fvzialpolitisck-cn Gesetzgebung große Mittel erfordere und da man gerade jetzt vor ber Einführung neuer Steuern stehe, so so müsse man fick doppelt überlegen, ob in der Sozialpolitik fortzufahren fei. Namentlich die Landwirtschaft müsse für diesen Broecf sckwn jetzt sehr grosse Opfer bringen. Für die Landwirt­schaft betragen die Kvsten der Arbeiterschutzgesetzgebung bereits die Halste des Reinertr'gcS. Dem Grafen Posadowsky sei dahcr auch in dem nicht beizustimmen, was er über den Materialismus und die mangelhafte Opserwilligkcit der besitzenden Klassen ge­sagt habe. Durch die sozialpolitische Gesetzgebung seien die Lr^ialdemokraten mir noch anspruchsvoller geworden. Statt daß man die Sozialpolitik verbillige und vereinfache, beschäftige man sich im Reichsamt des Innern mit immer neuen Vers ich er- rmgSproiekten, so jetzt mit der Lex Trirnborn der Relikten-Ver- slcherung. reibe man die Belastung der stärkeren Schultern so wett, daß sie zusammenbrechen, dann seien auch die schwachen Schultern verloren. Nicht wahr sei, daß unsere sozialpolitische Gesetzgebung bahnbrechend sei und einen Siegeslauf durch die Welt nehme. Gegen das Heimarbeiter-Elend nütze die Kranken­versicherung dieser Arbeiter auch nicht viel. Man solle lieber dafür sorgen, daß die Abwanderung von dem Lande nach den Städten durch unsere wirtschaftliche Gesetzgebung eingeschränkt werde. Unsere sozialpolitische Gesetzgebung müsse von den ihr «Mhaftendeii Schaden befreit werden.

Abg. Voch nicke (fr. Vg.) bedauert, daß der Gesetzentwurf wegen der Berufsvereme fo lange auf sich warten lasse und wendet sich dann namentlich gegen die Ausführungen des Abg.

»räudig zu begrüßen sei eine Aeußerung der bay- rychon StaatSreglerung, in welcher die hohe Bedeutung der Tariwortrage anerkannt werde. Auf jeden Fall aber müssen die Berulsvereine ihre Bcwegungsfahigkeit erhalten. Was die Ar- bnterrimment anlange, so werde es vor allem darauf ankommen, EU. V-x ^gesetzt seien. Soziale Unterstellen seien er» forderlich. Die Frage des Maximalarbcitstages für Frauen sei spruchreif, , zu einem allgemeinen Marimal-Ärbeitstage dagegen fti die Zeit iwch nicht gekommen. Zunächst seien on Reformen vor allem ttdhg: die Krankenversicherung für Heimarbeiter, l^rner rhre Ausdehnung auf ländliche Arbeiter und auf das Gesinde. Das Interesse rm Lande für Sozialpolitik habe aller» blngs abgenvmmen. Die Schuld daran trage zum großen Teil die Sozialdemokratie. Machen Sie vom Bundcsratstisch eine andere, bessere Politik und wir werden auch andere Parteien haben. Vielleicht i|t die Sozialpolitik die Stelle, von der aus endlich einmal zu gesunden Verhältnissen kommen. (Beifall.) Bruhns (Antis.) verlangt eine kräftigere Mittel- ftandsvolitik und polennsiert geaen die Sozialdemoftatie Staatssekretär Graf Posadowsky antwortet auf Der» fdnebene gestern und heute an ihn gerichtete Fragen. Ein all- gemeincs Verbot der Bleivcrwenbung im Gewcrbebetrieb' sei un- eine Vermehrung d-r G'werbe-Jrnspck or?n f.i bringenb erwünscht, aber gegenüber den ausgeschriebenen Vakanzen sei die Nachrrage gering. Die Nollvendigkeit einer Erhöhung der Jnvalidenversicherungsbeiträge sei hinfällig geworden infolge der wirksamen Revision des Reichsvcrsickierungsgesetzes. Die Bcrein- ^ttlichung der Versicherungsgesetzgebung sei nicht auf die lange Bank gcfchooen. Er hoffe den betreffenden Entwi'ri dem Reichs- tagc bis Ende 1907 vorsegen zu können. Die Frage, welcher Weg bezüglich der Arbeilerkammern einzuschlagen sei, sei noch eme offene. Seinen wirtschattlichen Auffchwung verdanke Deutsch­land seinem intelligenten Arbeiter-Personal und auf diese hohe Bildung unseres Arbeiter-Personals habe unzweifelhaft unsere

Schabt. Eine Enmiete über kauf- ^^^^baltn-.sie sei bei der Ausführlichkeit, die bei einer unpäßlich trär^. unmöglich. Die Drbeiterbeweg- berechtigt teils unberechtigt. Die Sozialdemo- Forderungen, die weder ein ZukunftS- noch irgend ein vermag. (Widerspruch links.) drei Millionen Fortschritte machen wolle beJ. ^wlbemofratic, dann habe man den christliche Arbeiterbewegung zu unter» draldemvkratie anbercrsetts spiele mit ber Revo- «r 9enug, anzucrkennen, was der

Staat für die Arbeiter tut. Der L-taatIsekretär schließt, zu den Ä »r°nn°n nicht an, wL bn ©taat tut. Sie verstimmen die Regierung, verbittern die Dar- tnat ,mid <Äe tauschen Ihre Arbeiter. (Lebhafter Beifall und Wideripruch bet den Sozialdemokraten) w 11 n uno 5)aMcm bricht über die Derhält.iisse der Binnen»

Un8versitäts-^7aehvichtetr.

^br Universität Jena. Im Juli Ers^hr^ feiert bekamitlub die Universität Gießen ihren 300 Geburtstag, und nn August 1908 wird die Universität xzena ihren 3c>0. Geburtstag begehen. Gleichzeitig soll dort Seim emgewetbt werden, das die Erhalterftaatcn füx ihre Hochschule errichten laßen. Uns ist nun aus Jena einAuf- Staut ftudiert haben", zugegangen, dem wir : Auf Anregung eines alten treuen Je- sWaterkant hat sich eine Anzahl von Männern, ^kudenten gewesen sind, geeinigt zu dem Beschluß, sorgen, das bet der Jubelfeier rrt&eten ^tubtercuben Jenas der Universität dar- gebracht werden solU Gedacht kft diese Gabe als ein Schmuck eXe- Man will, womöglich von bewährter .Geisterhand, einige Bilder eftva vier schassen lassen, bte, ihrem Gegenstände nach, an für Jenas Hochschule im Lauf besonders bedeutsam gewordene Ereignisse und alle, die in Jena studiettt habens ffpiienr 8U , bc_ ^vftcn dieses Ehrengeschenkes beizu-

toirh litt?0 fn ?V!C-rrDä1,r0eT bic Deteiligung sich geftaltew

Dcnkmnl ffii tolrb b!.e Eabe zugleich zu einem würdigen!

SSL werden, die die alten Kvm-

-£ent bcrühtMen Muster von Fritz Reuters ,wllem bMOren Beiträge oder Zeichnungen n 55b^0N an die Adresse:UniversitätsamtS- b5r!n n n^nerg<ksse 9". Dem Geschäftsausschuß ge- hpimtuänJik a5 ^vwersitatsamtmann Justizrat Bufleb, Unu hSNeuenhahn, Bürgermeister Dr. Wagner;

Q-<?.-G.-Präsibent Dr. Blomever, O.-L- Ir nn01 ^°Tc5crr Dr. Grober, Rechtanwalt

Lr. Narniening, Rechtsailwalt Dr. Jacobs, Geh 5wfrat Professor Dr. Ltebmaim Medizinalrat Professor Dr Riedel Ä h MM- S-id-l. Dr SieR,

^Gtoy,^ Geh. Justizrat Professor Dr. Thon,

, , ?bZ- ?^.<Soz.) widerspricht den Vorwücken des Staats­sekretärs, dan die Sozialdemokraten nichts, was seitens der Re- gierang geschehe, anerkennten. Von den Gewerkschaften sei ba? was an bem Versicherungswesen und an der Gewerbeaussicht aut sei, durchaus anerkannt worden. Was die Regieruna ! S! D-Fch-runa und nn Arbeiterichui, geleistet b°be g-nAg- n!°L1ch auch den Gewerkichastlern nicht. Redner eremplisiziert hierbei m * ben^a? °U ^r^rube Borussia, auf die unerträglichen Arb?i § Verhältnisse tn Eisen- und Stahlhütten, wo fast uiibeschränk»- Arbeitszeit bestehe. Redner berichtet von Fallen von! ftunbiger ununterbrochener Arbeit. Zumeist fehle es an Einriß ungen für Körperpflege. Schärfere Gewerbe-Inspektion unter Mu. Wirkung von Arbeitern liege nicht nur im Interesse der Arbeitet- sondern auch der Unternehmer. Redner schließt mit dem Ersuchen an die Regierung um eine umfassende Enquete über die Verhüt, n'sse m der Seiden-Jndustrie unter Anhörung ber Arbeuer-Oraan I sationen. ®u,u

Hieraus eriolgt Vertagung.

Der Präsident schlägt vor für morgen 1 Uhr: Zweite Beratuna beS Toleranzgesetzes, dre Beratung des s o z i a l i st t s ch e n Wahl- rechtsantrages. J1

Slbg. Gras H o m pesch (Ztr.) erklärt, daß seine Partei für morgen auf die Beratung des Taleranzantrages per- § i ch t e. Dieser Gegenstand scheidet somit aus der morgigen Taaes. orbnung aus. ° H