General-Anzeiger, Amts- und Anzeigrblatt flr den Kreis Gießen
Streiks unö Aussperrungen im Jayre 1905. kuf Verkürzung der Arbeitszeit, die 51 Mal voll, 289 Mall Doktortitels bei Im Jahre 1905 fanden im Deutschen Reiche 2448 teilweise, 142 Mal überhaupt nicht bewilligt wurde. Von die je 8 Gram
Preisausschreiben für die deutsche Arbeiterschaft
50 Mark Geldpreise, am 20. Dezember 1998 auszahlbar!
Die Aufgabe ist folgende
Die Geldpreise sind:
der Höchstziffer der insgesamt auf einmal streikenden Arbeiter, 408145, waren 261698 = 64.1 Pcoz. kontraktbrüchig. Die Arbeiter im Bergbau, Hütten- und Salinenwesen und in Torfgruben waren nahezu sämtlich, 99.9 Proz., kontrakt- brüchig, in der Textilindustrie waren 35.6 Proz. kontraktbrüchig.
i einem Apotheker telegraphisch 2 Groß Pillen»' die je 8 Grannn Morphiumhydrochlorid enthielten. Diese Dosis nahm er int Laufe von 24 Stunden zu sich, und noch zwei Stunden vor seinem Tode schluckte er 100 dieser Pillen auf einmal. Nach Ablauf eines kurzen Erregungszustandes^ trat eine Lähmung der Atmungszentren ein, die den Too
zur Folge hatte. Daß der Mann nach der Aufnahme cinetf so ungeheuren Menge Morphium noch diese Spanne Zeit leben tonnte, muß wunderbar erscheinen und ist offenbar deny Umstand zuzuschreiben, daß er durch dauernden Gebrauch dieses Medikaments gegen die Wirkungen desselben ab-t* gestumpft war.
• Wahres Geschicht chen. In der ersten Klaffe dev höheren Töchterschule ivird die Geschichte Heinrichs I., dess Städtegründers, durchgcnommen. Als eine eben nicht sehr begabte Schülerin gefragt wird, von wem der König die neu} gegründeten Städte gegen ihre zahlreichen Feinde bewachen! ließ, antwortet sie zunächst mit Stillschweigen. Da flüstert; ihr eine Mitschülerin etwas zu. Plötzlich antwortet die Ge-j fragte strahlend: Bon der Wach- und Schließgesell-i schäft!
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.';
Sei. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
In den erledigten Streitfälle!/, war das Gewerbegericht als Einigungsamt 96 Mal tätig. Der nachweisbare Verlust an Arbeitslohn aus Anlaß des Streiks im Jahre 1905 ist auf 29 800000 Mk. geschätzt worden. Gegenüber dent Jahre 1904 hatten im Jahre 1905 von allen beendeten Streiks 22 (24) vollen, 40.4 (36.8) teilweisen und 37.6 (39.2) Proz. überhaupt keinen Erfolg.
Aussperrungen kamen 263 Mal vor. Ausgesperrt wurden 118665 Arbeiter (darunter 12 475 jugendl.). Von den AuSgespercten waren 116 428 (98,1 Proz. aller Ausgesperrten) ohne und 2237 mit Verletzung der Kündigungsfrist von der Weiterarbeit atrsgeschlossen worden. 3739 Arbeiter wurden hierbei zum Feiern gezwungen. In 65 Fällen hatten die Arbeitgeber vollen, in 147 teilweisen, in 42 Fällen überhaupt keinen Erfolg. In 193 Fällen verfolgte die Aussperrung den Zweck, anderen Unternehmern int Streik zu Hstfe zu kommen. Bei 188 Aussperrungen hatten Becufs- vereinigungen interveniert, 13 Mal war das Gewerbegericht als Einigungsamt tätig.
Ausstände statt, von denen 42 vor dem 1. Januar 1905 begonnen hatten. 2403 Ausstände wurden beendet. Unter diesen waren 42, deren Anfang in das Jahr 1904 hinein ragt. Am Schlüsse des Jahres 1905 waren von den in feinem Verlaufe ausgebrochenen 2406 Ausständen 45 noch nicht erledigt. Hohenzollern, Waldeck und Lippe hatten feinen Ausstand. Von den Streiks begannen 39.7 Proz. int Frühling, 26.5 Proz. im Sommer, 21.8 Proz. im Herbst und 12 Proz. im Winter.
Mehr als ein Drittel « sämtlicher Ausstände kamen im Baugewerbe zum Ausbruch und zwar waren beteiligt die Maurer mit 26.4, die Zimmerer mit 14, die Steinsetzer mit 5.3, die Stubenmaler nut 5.1 Proz., dann folgten die Stukkateure, Dachdecker und Glaser. Bei den 2406 beendeten Streiks wurden 14481 Betriebe betroffen, in denen bei AuS- ibruch des Streiks 776 984 Arbeiter, darunter 121382 im Sliter von 21 Jahren, beschäftigt waren. 3665, über ein Viertel der Betriebe, wurden durch die Bewegung zum Stillstand gebracht. In 12 820 Betrieben (88.5 Proz.) mit 556 737 Arbeitern (91 815 jugendliche) hatte sich die Streikbewegung auf den ganzen Betrieb erstreckt, während in 1661 Betrieben (11.5 Proz.) mit insgesamt 220 247 Arbeitern (29 537 jugendl.) der Ausstand nur einzelne Beschäftigungsarten ergriffen hatte. Die Höchstzahl der gleichzeitig Streikenden betrug 408145 (darunter 57 820 jugendliche). 399 242 Streikende (66 663 jugendl.) entfielen auf die 2212 Angriffsstreiks, die gegen 14133 Betriebe mit 741821 beschäftigten Arbeitern (117 797 jugendl.) gerichtet waren und die den Stillstand von 3571 Betrieben zur Folge hatten. 3903 Arbeiter (1107 jugendl.) waren an 191 Abwehrstreiks beteiligt. 12 005 Arbeiter mußten infolge der Streiks unfreiwillig feiern, und zwar 10 850 bei Angriffs-, 1157 bei Abwehrstreiks.
Streiks mit Intervention von Berufsoereinigungen wurden 1806 gezahlt, und zwar 1581 Angriffs-und 125 Abwehrstreiks. Die übrigen 597 Streiks wurden ohne Intervention von anderer Selle begonnen und durchgeführt, es waren 531 Angriffs- und '66 Abwehrstreiks. Von den Streiks mit Intervention von BerufSoereinigungen hatten 34.7 Proz. [feinen, 47.1 Proz. teilweisen Erfolg, während von den Aus- iständen ohne Jnleroention 48.8 Proz. von feinem, 24.7 Proz. Aur von teilweisem Erfolg begleitet waren. Vollen Erfolg chatten 26.5 Proz. ohne, 18.2 Pcoz. mit Intervention. Von ben vollständigen Streiks, die sich auf den ganzen Betrieb ausdehnten, endeten für die Streikenden 34.7 Proz. mit vollem Erfolg, 38.5 Proz. mit teilweisem, 26.8 Prozent ohne Erfolg. Von den unvollständigen Streiks, die sich nur gegen einen Teil eures Betriebes richteten, wiesen 19,5 Proz. vollen, 40,8 teilweisen, 39.7 keinen Erfolg auf.
Lohnerhöhungen wurden 1558 Mal gefordert, 291 Mal wurden sie völlig, 784 Mal teilweise, 473 Mal überhaupt nicht gewährt. In 482 Fällen richtete sich die Bewegung
Vermischtes.
• Ein Mithridates des Morphiums. Vor kurzem i|t ein Mann gestorben, der sich rühmen durfte, größere Mengen von Morphium vertragen zu haben, als man je für möglich gehalten hätte. Durch einen Betrug wußte er sie stch zu verschaffen. Er bestellte sich unter Beilegung des
Kirche und Schule.
In der Universität zu Berlin begannen Vorlesungen des von dem Zentralausschuß für die Innere Mission der deutschen evang. Kirche für die Tage vom 2—12. d. M. veranstalteten apologetischen Jnstruktionskursus. Der Kursus, für den Prof. D. Seeberg-Berlin, Prof. D. Crelli-Basel, Prof. Dr. Schiemann-Berlin, Hoftwediger a. D. D. Stöcker, Prof. Dr. Wurster-Friedberg, Pfarrer Dr. v. Rohden-Düsseldorf, Pfarrer Mahling-Frankfurt a. M. u. a. gewonnen worden sind, hat den Zweck, durch feine Vorlesungen den Beweis zu führen, daß das Christentum mit den Ergebnissen der modernen Wissenschaft durchaus vereinbar ift. Wie sehr solche Aufklärungsarbeit das Interesse weitester Kreise hervorruft, zeigte der starke Andrang von Besuchern des Kursus; wurden doch 500 Teilnehmer, darunter 50 Damen, gezählt, die aus allen Teilen Deutschlands zum Kursus geeilt waren — Gemeindegeistliche und Geistliche der Inneren Mission, Oberlehrer, Beamte, Lehrerinnen u. a. Fast sämlliche Kirchenregierungen Deutschlands haben ihre Zustimmung zu diesem Unternehmen gegeben und teilweise offiziell Teilnehmer zum Kursus abgeordnet. Den Kursus eröffnete der Vizepräsident des Zentralausschusses für Innere Mission Wirkt. Oberkonsiswrialrat Prof. I). Weiß- Berlin.
„Es sollen die Vorzüge des Kathreiners Malzkaffee, speziell dessen Wert „und Bedeutung als tägliches Getränk für die arbeitenden Kreise ge- „schildcrt und gekennzeichnet werden. Diese Darstellung muß geeignet „sein, durch ihre Veröffentlichung treue Freunde und Anhänger für „Kathreiners Malzkaffee in den Arbeiterkreisen zu werben."
Jeder deutsche Arbeiter und jede deutsche Arbellerin kann sich an dem Preisausschreiben beteiligen.
Wer sich um einen der Geldpreise bewerben will, muß bis zum 15. November 1906 einen Brief an Kathreiner's Malzkaffee-Fabriken in München 486 mit der Aufschrift .Preisausschreiben" senden, in dem er die Vorzüge von Kathreiners Malzkaffee in feiner Weise schildert. Die treffendsten Steuerungen werden mit den angeführten Geldpreisen bedacht.
Die Preisarbeiten müssen leserlich und deutlich geschrieben fein und die volle Adresse und den Beruf des Einsenders angeben.
Das Preisrichterkollegillm setzt sich zusammen ans: zwei Slrbeitem, einem Arzte, einem Lehrer und einem Mitglied unserer Firma.
Diejenigen, ivelche die ausgezeichneten Eigenschaften des zuträglichen „Kathreiner" mit dem würzigen, kaffeeähnlichen Wohlgeschmack noch nicht kennen, seien auf das praktische 10 Pfg.-Paket hingewiesen, das man in den Kolonialwarengeschäften erhält und das sich vorzüglich zu einem billigen lohnenden Versuche eignet. Von großer Wichtigkeit für den Wohlgeschmack des Getränkes ist die genaue Befolgung der Koch- Vorschrift, die sich auf jedem Pakete befindet!
Das Adressen-Verzeichnis der Preisträger wird vom 20. Dezember ab auf Verlangen an jedermann unentgeltlich und portofrei abgegeben.
München, 20. September 1906- Kathreiners Malzkaffee-FabrZken Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Nr. 335 Drittes Blatt 156. Jahrgang Samstag 6. Oktober 1906
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. ▲ Q
Die „Siebener Zamllienblätter" werden dem ■ | iH Wö
^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MM g BSw, ÄM VA. . S BK 3 «fCJo! H W S ItÄ S
„hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. ▼ N Ds ■ V H v' m A d"
Literarisches.
— Di e reichsgesetzliche Arb e it erver si cherun < (Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung; von Ernst Funke unb Walter Hering, Kaiserlichen Expedierenden Sekretären im Reichsversicherungsamte. Die dritte verbesserte und vermehrte Auflage dieses Buches ist im Verlage von Franz Vahleu in Berlin W. 8, Mohrenstraße 13-14 erschienen. Das jetzt 256 Seiten oktav umfassende Buch, welches zum Preise von 1,40 Mark bezogen werden kann, enthält eine für den praktischen Gebrauch bestimmte übersichtliche und gemeinverständliche Darstellung des gesamten Arbeiterversicherungsrechts. Es behandelt das Krankenversicherungsgesetz, die Unfallversicherungsgesetze, das Jnvalidenversicherungsgefctz, das Unfallfürsorgegesetz für Beamte, und für Personen des Soldatenstands, das Gesetz, betreffend dis Unfallfürsorge für Gefangene, sowie die bis in die neueste Zeit, ergangenen einschlägigen Ausführungsbestimmungen, Verordnungen und Entscheidungen. Die Anordnung des Stoffes ist für alle Zweige der Arbeiter Versicherung einl-eitlich durchgeführt. Nach der wiederholten Durcharbeitung, Verbesserung und Vermehrung seines Inhalts kann das Buch, dessen frühere Auslagen einen ungewöhnlich schnellen Wsatz gefunden haben, nunmehr wohl als eins der zuverlässigsten, besten und preiswertesten Aus- kunfts-, Hilfs- und Lehrmittel bezeickMet werden, die auf diesem! Gebiete erschienen sind. Seine Anschaffung wird amtlich uiÄ von hervorragenden Fachmännern den Versicherten und Airbeit- gebern, den Arbeitervertretern, Arbeitervereinen, Volksbureaus.' den Organen der Arbeiterversicherung, den Beamten, Geistlichen, Lehrern und Studenten warm empfohlen.
in der Entwicklung oder beim Lernen
-UP*zurückbleibende Kinder, sowie blutarme, sich matlfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigung^ mittel nut großem Erfolg Dr. Hommel's Haematogen.
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Man verlange jedoch lUlsdrücklich das echte „Dr. Hommel'ö^ Hacmatogcn und lasse sich keine der vielen Nachahmungen auf-j reden.
Erster Preis:
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Zweiter Preis:
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Dritter Preis:
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803 Preise
Mk. 5000.-


