Ausgabe 
7.5.1906 Zweites Blatt
 
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nachmittags wurde mittels Extrazugs ein Ausflug Auerbach unternommen.

W. Darmstadt, 6. Mai. Der Großherzog die Groß Herzogin sind heute abend 7 Uhr 50 mittels Extra zu ges von Köln hierher zurückgekehrt.

fc. Griesheim, 6. Mai. Der 24 Jahre alte

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siudententums ein und bezeichnete als Vorbild aller Korps­studenten unseren Kaiser und den Altreichskanzler Bismarck. Er schloß mit einem vivat äoreat crescat auf das Korps- studentcntum. Rechtsanwalt Selk aus Frankfurt sprach auf die aktiven Korps. Sodann fand ein gemeinschaftliches Essen tatt, wonach der gemütliche Teil des Abends seinen Anfang nahm. Schulrat Do sch aus Darmstadt dirigierte die von ihm komponierte Fcstouverture, die Musik stellte die Kapelle des 25. Feldartillerie-Regiments. Erst in den Morgenstunden des heutigen Tages erreichte das Fest sein Ende. Heute vormittag fand im Saalbau ein Frühschoppen statt und

tieftet ichwe

Langefahren.

Swinemünde, 5. Mai.

Ans Stadt uns Land.

Gießen, den 6. Mai.

Des Kaisers Dank. Se. Majestät der Kaiser hat den Gemeinden unseres Kreises Klein-Linden, Großen» Linden und Lang-Göns, durch die er auf seiner Fahrt

fahrplanes, nachstehenden Plan auszuschneiden und an bete. Stelle einzukleben. Gummierte Deckblätter sind auch der Geschäftsstelle des Anzeigers zu haben.

Fulda-Giessen.

ICunft rrnd Wissenschaft.

B erlin, 6. Mai. Das Rudo lf Virchow-Denkmal soll nach dem preisgekrönten K l i m s ch ' s ch e n Entwurf a u s - g e f ü h r t werden, trat; der Stimmen, die sich dagegen erhoben haben. ___. _____________________________

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von Homburg nach Gießen fuhr, durch Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert seinen Dank für die Aus- chmückung der Straßen, sowie für die Aufstellung der Vereine und Schulklassen aussprechen lassen.

Gießener Taschenfahrplan. In der auf Seite 21 des Gießener Taschensahrplans aufgeführten Strecke Fulda Gießen konnte eine Aenderung nicht mehr be­rücksichtigt werden. Wir bitten die Besitzer des Taschen-

Arbeiterbewegung.

lh.) Offenbach, 5. Mai. Hier ist der S t r c i k der Me­tallarbeiter (Former) b c i g c I e g t._ Die Arbeit wird am Montag wieder ausgenommen werden. Es ist dadurch die Aus­sperrung der Metallarbeiter für Frankfurt und Umgebung hin­fällig.

Allein-Rösseln (Lothringens, 5. Mai. Der Streik auf der Grube Klein-Ros sein ist definitiv beendet. Tie 350 streikenden Arbeiter haben sich mit der am 1. Wai erfolgten. Lohnerhöhung zufrieden erklärt und sind heute sämtlich wieder

* Nar Werktags.

Ferner ist zu berichtigen, daß der auf Seite 27 (Laasphe- Marburg) mit einem bezeichnete Zug (Laasphe ab 6.29 abends) täglich verkehrt.

Hessisch - Thüringische Staatslotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 50 000 Mk. auf Nr. 86429 (nach Altenburg), ein Ge­winn von 20 000 Mk. auf Nr. 10190 (nach Mainz), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 51710 (nach Mainz), Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 37366 38556 42695 68004 69550 84939, Gewinne von je 2000 Mk. auf

Arbeiter in der Katharinengasse Schlafstelle genommen. Heute morgen fand ihn sein Logisgeber auf einem Stuhl vor seinem Bett sitzend mit dem Gesicht auf der Decke liegend tot vor. Die Polizei stellte in dem Verlebten den Arbeiter Ludwig Büttner von Reinhardshain fest. B. war stark dem Trunk ergeben und war gestern abend stark betrunken nach Haus gekommen. Er war jedenfalls nicht mehr im Stande, sich ins Bett zu begeben, hatte so das Gesicht auf die Decke gelegt und ist aller Wahrscheinlichkeit nach erstickt. Spuren eines gewaltsamen Todes zeigten sich nicht.

'"Streit. In der Lich erst raße gerieten gestern abend einige Arbeiter in Streit. Einer derselben zog das Mesier und stach damit um sich, ohne aber seinen Gegnern ernstere Verletzungen beizubringen. Auch auf dem Festplatz im Walde entstand nach Schluß der Maifeier cm Streit zwischen zwei Händlern, wobei auch eine Frau mit einer Latte verhauen wurde. Anzeige wurde in beiden Fällen erstattet.

r. Londorf, 6. Mai. Daß den Eltern die Mahnung, kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt auf der Straße herum­laufen zu lasten, nicht oft genug wiederholt werden kann, zeigt wieder folgender Fall. Das vierjährige Söhnchen eines hiesigen Einwohners hängte sich heute mittag hinten an einen im Schrit fahrenden Federwagen. Dabei kam das Kind in die Speichen des Rades und wurde, nachdem das Rad einmal umgegangen, zwischen Rad und Federn eingeklemmt. Der Fuhrmann, den keine Schuld trifft, hielt auf das jämmerliche Schreien des Kindes sofort an, und erst nachdem man das Rad hcrausgenommen hatte, konnte das Kind aus seiner schrecklichen Lage befreit werden. Der Kopf war mit Blut bedeckt und über den Augen war eine große Wunde, die der Arzt vernähte. Glücklicherweise scheint das Kind sonst keine erheblichen Verletzungen erlitten zu haben.

Friedberg, 5. Mai. In der gestrigen Sitzung der Han d el skamm er richtet diese an die Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. das Ersuchen, für den Anschluß an den v-Zug, der jetzt 12.40 Uhr in Frankfurt abfährt, in Friedberg um 1.14 Uhr eintrifft, wahrend an letzterer Station um 1.16 Uhr der Personenzug nach Hungen Mücke ab- gelasten wird, Sorge zu tragen. Da die Differenz nur vier Minuten beträgt, kann auf Genehmigung des Gesuchs ge­rechnet werden, die hoffentlich noch nachträglich für den Sommerfahrplan wirksam wird. Ferner wurde Anregung für einen besseren Anschluß in Mücke in der Richtung Fried­bergMückeAlsfeld gegeben; in Mücke hat man meistens 2 bis 3 Stunden Aufenthalt. Vor allem sollen bei dem Früh­zug, der jetzt über Hungen in Mücke um 6.58 Uhr eintrifft, während der erste Zug von Mücke schon 6.38 Uhr, also 20 Minuten früher, in der Richtung nach Alsfeld abgeht, Aenderungen getroffen werden. Die Kreuzung der Züge, die jetzt in Burggemünden geschieht, müßte dann in Mücke er­folgen. Bei einer kleinen Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf der Strecke HungenMücke und einer geringen Aenderung dieser auf der Hauptstrecke GießenFulda lassen sich diese 20 Minuten Zeitdifferenz gewiß auSmerzen, um dem großen Uebelstande in Mücke von 6.58 bis 9 Uhr auf den Anschluß nach AlsfeldFulda warten zu müssen, abzuhelfen.

sd. Darmstadt, 6. Mai. Gestern und heute hielten in Darmstadt die alten Herren des Kösener 8. 0. einen Kommers und andere Festlichkeiten ab. Im städti­schen Saalbau vereinigten sich gestern abend etwa 400 Herren zu einem feuchtfröhlichen Kommers. U. a. waren 5 Korps aus Heidelberg und 3 aus Gießen, im Ganzen etwa 110 Herren, erschienen. DaS Präsidium hatte Landgerichts­präsident Herzberger nn§ Darmstadt. Er hieß in einer schwungvollen Ansprache die Erschienenen willkommen und brachte ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. An beide Fürsten wurden Huldigungstelegramme abgcsandt. Die Fest­rede hielt Justizrat Hall wachs aus Darmstadt. Er wies darauf hin, daß vor 30 Jahren zum erstenmale ein solcher großer Kommers des Kösener 8. C. in Darmstadt statt­gefunden habe, dem damals die Prinzen Ludwig und Wilhelm beiwohnten. Redner ging weiter auf das Wesen des Korps­

dauernde A u s st a n d der mganifierten, dem Hafenarbeiter» Verbände angehörigen Arbeiter von Swinemünde wurde gestern durch Vermittelung de^ Kvnsuls Kunstmann bc ig elcgt Die Arbeiter haben noch gestern mit der Entlöschung desl der Reederei Kunstmann gehörigen DampfersSilesia", welcher ton Rvrdafrika gestern in Swinemünde eingetrofsen war, begonnen.

Serajewo, 5. Mai. Zwischen der R e g ie r u n g und dem! Arbeiteransschusie der streikenden Tabakarbeiter sind V c r I) a n b r u n g e it int Gauge, die morgen eine Entscheidung bringen dürften. Es besteht die Hoffnung auf eine befriedigende Lösung der Angelegenheit.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 7. Mai. (Telegr. Orig.'Bericht des Gieß. Auz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 505 Ochsen, 102 aus Oest­reich, 60 Bullen, 0 anS Dänemark, 881 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 387 Kälber, 1235 Schafe und Hammel, 310 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOPsundSchlachtgewicht: Lchscnl. Dualität 7476 Mk., 2. Qual 6567 Mk., 3. Qual. 5763Mk.; Bullen l.Qual. 66 bis

mgriffen, schlug aber den Feind, der 66 Tote batte, und nm dessen Leuten viele im Luwagu ertranken, zurück. Hassel statte nur geringe Verluste. Die Operationen wurden durch ^ockmmsser' und Rabruug sm angel erschwert. Die Abteilung Sehboltstvrff straf, von Kilwa kommend, am 11. April in Mähenge ein. Die Kompagnie Schönberg operierte mit Er- f"0[q in der Umgegend von B'eub a t u. Im Norden deS Son gea-B e zir kes hatte die .Kompagnie Kleist mehrere siegreiche Gefechte, wobei der Gegner 150 Tote hatte, 110 Gefangene, sowie 650 Stück Vieh- verlor. Auf feiten der Kompagnie Kleist wurden 3 Askaris ver­wundet, einige Hilfsstrieger fielen. Major Johannes begann eine konzentrische Operation gegen U p a n g w a und Ukinga. Der Sultan von Merere stellte zahlreiche HilfSkrieger.

Brüssel, 6. Mai. Der hiesigeNational" publiziert nach angeblich offiziellen Quellen die Re form vor-. 1 d) 1 ä g e der vom Könige ernannten .Kongoreformkom­mission, wonach der K o n g o st a a t innerhalb dreier Jahre seinen gesamten Aktienbesitz verkaufen muß und die Kon-- zessionsgesellschaften den weitaus größten Teil ihres Land- besitzes herausgeben müßten.

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Unwetter in Rheinhessen.

Mainz, 5. Mai.

Genau 30 Jahre sind es her, daß über der Gegend bei Mainz ein Gewittersturm hauste, der unbeschreiblichen Schaden anrichtete und, wie nach manchem aus jener Zeit erinnerlich sein wird, den Nachbarort Heidesheim fast vollständig verwüstete. Das s ch r e ck- liche Wetter, da§ sich gestern entlud, erinnert stark an diese Katastrophe, wahrend diesmal Heidesheim und seine nähere Um­gegend ganz verschont blieben und nur in den Abendstunden einen leichten Regen halten. War auch das Gewitter in seiner ganzen Furchtbarkeit in Mainz selbst weniger fühlbar, obivohl auch hier ein stundenlanger, wolkenbruchartiger Regen bei ununterbrochenem Blitz und Donner niederging, so hat es unffo schrecklicher in der Nachbarschaft gewütet und riesigen Schaden angerichtet.

So schreibt man demMainz. Tagebl." aus Kastel, daß dort das Gewitter von starkem Hagel begleitet war, der die Blüten der Obstbäume abschlug und die jungen Triebe auf den Feldern ver­nichtete. Ter Blitz schlug mit einem kalten Schlage in ein Garten­haus an der Kastel-Kostheimer Gemarkungsgrenze und spaltete einen aus den Festungswerken stehenden Baum bis zur Erde in mehrere Stücke.

9lu5 Bretzenheim berichtet man, daß rtitd) in der dortigen Gemarkung das Unwetter kolossalen Schaden angerichtet hat und o schrecklich wütete, das; die Leute ihre nt Mainz arbeitenden An gehörigen heimriesen. Die ganzen Felder waren überschwemmt, imd das ausgeweichte Erdreich hatte das Geleise der Außenbahn derart angefüllt, daß ein Zug nicht weiter konnte und die Passa­giere aussteigen mußten. Tie Unterführung am Bahnhof^nach der Mombacher Straße war derart überschwemmt, daß kein Fuhrwerk hindurch konnte. Außerdem schlug der Blitz in die Schützenhallc an der Gonsenheimer Chaussee, ohne jedoch zu zünden.

Bei Marienborn verursachten die wühlenden Wasser einen Dammrutsch, so daß die Bahn zeitweilig ihren Betrieb unter­brechen mußte.

Besonders stark scheiilt das Umvetter in Gonsenheim ge­wütet zu haben. Man schreibt von dort: Das lange andauernde Gewitter, das sich gestern nachmittag unter sehr heftigen Explosionen hier entlud, war von einem Wolkenbruch begleitet, der in den 'Feldern große Verwüstungen angerichtet hat. Weite Flachen Landes wurden von den Wassermassen überschwemmt und die Früchte langer fleißiger Arbeit zum Teil vollständig zerstört. Tabei ging auch noch ein starker Hagelschlag nieder, der die Saaten und die noch in der Blüte stehenden Bäume beträchtlich schädigte. Von der Finther Höhe stürzten solche gewaltige Wasserfluten in die Finther- und Budenheimerstraße herab, daß in einem Hanse der Budenheimerstraße der Parterrestock geräumt werden mußte. Die Feuerwehr, die sehr energisch eingriff, stand an manchen Stellen bis an die Knie im Wasser. Die untere Schulstraße wurde von den Wasiern derart zerrissen, daß heute noch eine breite, tiefe Kluft das Befahren der Straße unmöglich macht. In der Mombacher Straße traf der Blitz ein Haus, dessen Dach sichtbare Spuren seiner zerstörenden Gewalt aufweist. Weiteres Unheil hat der Blitzschlag jedoch nicht angerichtet.

Infolge eines bei Drais, niedergegangenen Wolkenbruches entstand vor der Gemarkungsgrenze von Zahlbach-Bretzenheim eine Ucberschweininung, wodurch die Zahlbacher und Bretzenheimer Gärtner und Landwirte erheblichen Schaden erlitten.

Ein schweres Unwetter mit wolkenbruchartigem Regen ging emd) über M o mbach nieder. Der Blitz richtete vielfach Beschädi­gungen an, zertrümmerte auf der Waggoiüabrik eine Fahnenstange und fuhr in eine elektrische Stromleitung, wodurch ein Motor außer Betrieb gesetzt wurde.

Von Gundersheim wird gemeldet: Die Bahnstrecke steht unter Wasser. Zwei Personen wurden von: Blitz erschlagen. Tie Teuerwehr wurde alarmiert. Ter um halb 7 Uhr hier abgehende Zug stand bis gu den Trittbrettern im Wasser.

Eröffnung der rheinischen Kunstausstellung tn Köln.

Köln a. Rh., 5. Mat. Heute vormittag traf der Gr - T>er zog und die G roß Herzogin von Hessen auf dem RheindampferKaiserin Friedrich" zur Eröffnung der unter seinem Protektorat stehenden, dem Verband der Kunst­freunde in den Ländern am Rhein im Garten- etablissement der Flora veranstalteten deutschen Kunst­aubst e Nun g an der Landungsstelle bei der Trankgasse ein, wo zur Begrüßung der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Becker, der Regierungspräsident Dr. Steinmeister, Poli­zeipräsident Weegmann und andere Amtspersonen erschienen waren. Nach kurzer Begrüßung fuhr das Großherzogspaar durch die flaggengeschmückte Uferstraße zur Flora. Hier wurde eS von deut Vorstand der Kunstfreunde und dem Direktorium der Ausstellung empfangen. Der Präsident des Komitees der Kunstfreunde, Regiertt'ngsrat a. D. zur Nedder, begrüßte dasGroßherzogspaar,das dann iit dasAusstellungs- gebäude geleitet wurde. Dort leitete das durch das gesamte städtische. Orchester vorgetragene Vorspiel auS denMeister­singern" die Feier ein. Hierauf richtete der Vorsitzende des Vereins der Kunstfreunde eine Begrüßungsansprache an den Großherzog und die Erschienenen, in welcher er dem Groß­herzog seinen Dank für die Annahme des Protektorats über die Ausstellung aussprach. Sodann hielt 'Professor Hans Thoma. aus Karlsruhe die Festrede. Der Bei­geordnete Laue, der zugleich Vorsitzender des Direktoriums der Ausstellung ist, begrüßte den Großherzog namens der Stadt Köln und bat ihn, die Ausstellung für eröffnet zu erklären. Der Großherzog erklärte die Ausstellung für eröffnet. Die Ausstellung, die in drei Abteilungen er­richtet ist, enthält bedeutende Schöpfungen deutschier Mater und Bildhauer.

Bei dem Festmahl, das im Anschluß an die Eröffnung der Kunstausstellung in dem herrlich^ geschmückten Festsaal der Flora stattfand, brachte der Groß Herzog ton Hessen das Hoch auf den Kaiser aus. Regierungspräsident a. D. zur Nedden toastete darauf auf den Groß Herzog.

Der Grotzherzog und die Großherzogin kehrten abends 7 Uhr 20 Min. vom Westbahnhof nach Mehlem zurück.

heiratete Lehrer Becker in Crumstadt wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Schulmädchen, verhaftet und in das hiesige Haftlokal eingeliefert. Hier machte Becker feinem Leben durch Erhängen ein Ende.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Frankfurt a. M. wurde der 48jähr. Hausierer Wilhelm Schäfer von einem Motorrad überfahren und cfjroer verletzt. Der 18jährige Arbeiter Paul Müller in Haßloch wurde beim Auflegen eines Transmissionsriemens von diesem er- saßt und getötet.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 5. Mai.

Im verflossenen Monat wurde der Zigarrenmacher H. R. aus Naugard bettelnd hier betroffen. Die Nachforschungen ergaben, daß - er bereits 27 Bettelstrasen hat und schon eine Reihe ton Jahren in Arbeitshäusern interniert war. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Landstreicherei zu 4 Wochen Haft, nach deren Verbüßung er abermals in das Arbeitshaus sollte. Wie fast alle Landstreicher, so wollte auch er die Haftstrase gerne auf sich nehmen, doch die Ueberweisung in das Arbeitshaus bc- hagte ihm nicht, weshalb er Berufung erhob. Da alle Vor­aussetzungen zur Ueberweisung Vorlagen, wurde seine Berufung verworfen, die Haftstrafc für verbüßt erklärt und der Angellagte der VerwaltungÄehörde übergeben.

Weiter wurde gegen den Schreiner K. F. ton Nidda, unter Aufbietung einer großen Anzahl Zeugen und eines Sachver laubigen verhandelt. Tie Anklage legte ihm neun Sittlich- kc i t§ve r d re ch e n, die er im Laufe der letzten sechs Jahre an schulpflichtigen Mädchen verübt haben soll, zur Last. Während der Zeugenvernehmung wurde die Oeffentlichkeit bis zur Urteils­verkündung ausgeschlossen. Tas Urteil lautete auf schuldig in 5 und nicht schuldig in 4 Fällen. Für den ersten wurden 9 Monate und für die weiteren 4 Fälle je 6 Monate Gefängnis in Ansatz gebracht und die 33 Monate auf eine Gesamtstrafe von 2 Jahren reduziert, worauf l Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wird. Aus der Urteilsbegründung ging servor, daß der Angellagte auf seinen Geisteszustand unter- ücht wvrdcu ist. Nach dem Gutachten ist er weder jetzt, noch ist er- zur Zeit der Begehung der Taten in einem Zustande gewesen, der seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen habe. Er ist zwar ein Hehr erregbarer Mensch, der seinen Neigungen nicht so leicht Widerstand entgegensetzen kann, was das Gericht bei der Aburteilung berücksichtigte, indem es ihm mildernde Umstand«' im weitesten Maße zubilligte. Andererseits mußte doch straf­erschwerend die Gemeingefährlichkeit seines Treibens und der erhebliche moralische Schaden, der seinen Opfern zugefügt worden ist, berücksichtigt werden. Bezüglich des ersten und schwersten ihm »ur Last gelegten Verbrechens, trat trotz des hohen Ver­dachts Freisprechung etzi, weil das ihn belastende Kind nicht einwandsfrei erschien, während cs in den drei übrigen Fällen, die sehr weit zurückliegen, zweifelhaft erschien, vH der Tatbestand des angelegenen Paragraphen gegeben ist. Da der Angeklagte in allen Punkten leugnete, und die Beschuldigungen auf Rachsucht zurückzuführen versuchte, sah sich das Gericht zu der Bemerkung veranlaßt, daß gegen die Glaubwürdigkeit der übrigen .Müder nichts einzuwenden sei. Wegen der an den Tag gefegten ehrlosen Gesinnung erfolgte das Msprechen der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre.

gprdploK bet «reinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 8. Mai *):Die Stumme von Portici'" Mitt­woch den 9. Mai:Don Juan." Donnerstag den 10. Mai: Maurer und Schlosser/ Hierauf:Tie schöne Gärtnerin." (Ballet- Divertissement.) Freitag ben 11. Mai:Tristan und Isolde/ Samstag den 12. Mai:Ter Bettelstudent/ Sonntag den 13. Mai: Aida." Montag den 14. Mai:Cosi fan tutte.

Schauspielhaus.

Dienstag den 8. Mai:Der Schlachtenlenker/ Hierauf: Liebelei." Mittwoch den 9. Mai: Schiller-Zyklus. 1. Abend. Ntaria Stuart." Donnerstag den 10. Mai, abends halb 8 Uhr: Schiller-Zyklus. 2. Abend.Wilhelm Teil." Freitag den 11. Mai: Schiller-Zyklus. 3. Abend. Vortrags-Abend. Gedichte von Fried­rich Schüler aus drei Epochen. SamStag den 12. Mai:Der Ver­schwender." Sonntag den 13. Mai nachmittags halb 4 'Uhr: Telephon-Geheimnisse." Abends 7 Uhr: Schiller-Zyklus. 4. Abende Die Jungfrau von Orleans." Montag den 14. Mai:Der Ver­schwender."

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