Rußland.
In einem neuen Manifestdcs Zaren wird zunächst mit- gctcilt, daß die angeküirdiqten gesetzgeberischen Arbeiten betreffend die Reorganisation des Reichsrals und betreffend die Abänderung des R c i ch s d u m a g e s c tz e s zum Wschluß gekommen sind. Danach werden die Duma und der Reichs^rat, der zukünftig zu gleichen Teilen aus vom Kaiser ernannten und aus gewählten Mitgliedern gebildet wird, alljährlich durch kaiserlichen Ilkas zu ibren Tagungen cinberufeu und ebenso durch kaiserlicher: Ukas vertagt. Die Duma und der Reichsrat haben gleiche gesetzgeberische Befugnisse. Sie haben in gleicher Weise das Recht der Initiative bezüglich der Einbringung von Gesetzes- Vorlagen. "nd ebenso das Recht, Fragen an di" Minister zu richten. D Duma und der Reichsrat haben das Recht, di?,Wahl ibter Mitglieder' für ungiltig zu erklären. Alle drei Jahre finden für ein Drittel der Mitglieder Erneuerungswahleu statt. Jede Semstwovcrsammlung eines jeden Gouvernements wählt ein Mitglied. Secks Mitglieder werden von den orthodoren Synoden gewählt, sechs von den Vertretern der Madcmie der Wissenschaften und der Universitäten, zwölf Von Vertretern der .Handelsbörsen und der Industrie, achtzehn Von Vertretern des Adels und sechs von den als Kongreß in Warschau zusammentretenden Vertretern der, Grorgrundbesilzer Polens. Die Kongresse der Vertreter der Wissenschaft, des Adels, des Handels und der Industrie treten zur Wahl ihrer Mitglieder' im Reichsrate in Petersburg zusammen. Die Mitgi-eder deS Reichsrats müssen 40 Jahre alt, und im Besitze des Abiturierrtenzeugnisses sein, der Präsident und der Vizepräsiden! des Reichsrats worden vom Kaiser ernannt. Die Mitglieder des Reichsrats erhalten während der Tagung eine Entschädigung von 25 iltubel vro Tag. Die Sitzungen sind öffentlich. Weder der Reicksral itodi die Duma haben das Recht, Deputationen zu empfangen oder Bittschriften eutgcgenzunehmen. Nur von beiden gesetzgebenden .Körperschaften angenommene Gesetze werden der Sanktionierung des Kaisers unterbreitet. Die Mitglieder beider Körperschaften geniesten wälwend der Tagung persönliche I m in unität und dürfen ohne vorherige Zustimmung des Reichsrats bczw. der Duma nicht verhaftet werden, ausgenommen wenn sie aus frischer Tat ertaVvt werden, oder wegen in Ausübung ihres. Amtes begangener Vergehen.
Der Vielgenannte Erpovc Georg G a. p a n befindet sich wieder in Petersburg. Ohne von der Polizei belästigt zu werden, präsidierte er eurer A r b c i t e. r V e rs a m m l u n g , in der es sehr lebhaft zuging, als das Thema von den angeblich durch ihn verschwundenen 30000 Rubel behandelt wurde. Genosse Tscheremuchin, auf dem der Verdacht ruht, daß er 5000 Rubel erhalten hat, zog ulöblich einer: Revolver und erschoß sich.
In Petersburg werden Hunderte von streikenden Arbeite r n und meuternden Soldaten jede Woche ohne weiteres! erschossen Fast alle fortschrittlichen Zeitungen sind untcr!- drückt und dererr Dcrausgebcr hinter Schloß rind Riegel. In Fransbaikrl herrscht eine .Hungersnot. Die Sterblichkeits- ziifer unter dm Truppen sowie unter der Bevölkerung ist außerordentlich hoeb.
Infolge mhlreichm Dtrciks in Polen klagt man dort über großen R o t st ■*. u h. In ''ar'mau ünb 200 000 Arbeiter brotlos.
In W a r s ch a u wurde der S ch u l i n s p e k t o r v. Orlow durch Revolverschüssc schwer verwundet. Der Täter wurde sestgenouuueu.
In Lodz wurde der Polizeikouunissar Bachman m:d ein Tberichutzmann erschossen. Die Täter sind entkommen.
In Radomsk, G.mvenwment Warschau, wurde der aus Guescn stammende O b e r f ö r st c r W o j e i ? ch o wski von Räubern a u s g e pl ü n d e r t und erschossen.
Bei B ebn en in Kurland verfolgten Dragoner eine Rebellenband-? Die Spuren führten zu einem Bauernhof. Als ein Dragoner d"s H-.us betrat, wurde er durch einen Fiin^nschuß getötet. Die übrioen Dragoner eröffneten darauf ein Gewehr- feuer, töteten alle Revolutionäre und brannten den Bauernhof nieder.
Ein Eiieubahnwächter wurde nachts in der Nähe des Bahn- Hols zu Tillis getötet. Die Räuber eutstoben unter Mitnahme der Waffen des Ermordeten. Vier bewaffnete Uebeltäter plünderten ein Restaurant, während andere durch Flintenschüsse eine nächtliche Panik hcrvorrielen.
Sta-t Mtiö Larrd.
Gießen, den 7. März 1906.
'"Babnprojekt Gieße n—S teinba ch—L aubach. Äm letzten Samstag fand hier eine größere Versammlung von Interessenten aus den von diesem neuerdings wieder in Anregung gebrachten Eisenbahnprojekt berührten Orten statt. Anwesend waren u. a. Stadtverordneter Kirch als Vertreter der Stadt Gießen, die Bürgermeister der beteiligten Landgemeinden, die Landtagsabgeordneten Hirsches, Köhler und Leun und Handelskammerpräsident Kommerzienrat Koch. Den Vorsitz führte auf Vorschlag des Bürgermeisters Krämer von Steinbach, der die einleitenden Schritte getan hatte, Kreisamtmann Dr. Merck. Es wurde beschlossen, mit allen Kräften für das Zustandekommen des einstimmig als äußerst vorteilhaft und nötig bezeichneten Vahnbaues zu wirken, und zu diesem Zweck eine Kommission von 24 Mitgliedern zu bilden, die die zunächst erforderlichen Schritte einleiten soll. In diese Kommission wurden u. a. die Kreisamtmänner Dr. Mcrck-Gießen und Haberkorn-Schotten, sämtliche Bürgermeister der in Frage kommenden Gemeinden und mehrere Stadtverordnete von Gießen, Rcichstagsabgeordneter Heyligen- >staedt usw. gewählt. Als Vorsitzende wurden Bürgermeister Krämer von Steinbach und Stadtverordneter Kirch und ols Schriftführer Handelskammersyndikus Dr. Knipper bestimmt.
B a d - R a u h e i m, 7. März. Ein Ku r g a st beabsichtigte kürzlich in den großen Teich zu springen. Von hinzukommenden Leuten wurde sein Vorhaben vereitelt. — Montag Nacht war ein hiesiger Dachdecker über die Dächer in das Kersting'sche Haus eingedrungen. Er war durch ein Dachfenster eingesticgen und versuchte die Tür einer Mansarde zu erbrechen. Sein Vorhaben konnte rechtzeitig verhindert werden. Wie sich herausstellte, war der Mann vom Verfolgungswahn befallen; er wurde in die Psychiatrische Klinik in Gießen verbracht. (B. N. Ztg.)
Groß-Umstadt, 7. März. Peinliches Aufsehen erregt die Entdeckung bedeutender Unregelmäßigkeiten im Geschäftsbetrieb der Groß-Umstädter Genossenschafts-Molkerei. Wie sich jetzt herausstellt, wurden in der Molkerei seit geraumer Zeit große Mengen geringwertiger Holsteiner Butter und selbst Margarine verarbeitet und dieses Produkt, nachdem es mit dem Stempel der Genossenschaft versehen war, als „Feinste Molkerei-Süßrahm-Tafelbutter" verkauft. Dieses zweifelhafte Fabrikat soll nur an die Kunden am Platz abgegeben worden sein. Auch andere Unregelmäßigkeiten werden befürchtet. Die am Mittwoch abgehaltene Generalversammlung der Genossenschaftler beschäftigte sich laut „St. Prov.-Ztg." mit den Zuständen und beschloß nach erregter Debatte mit 87 gegen 42 Stimmen, daß der Molkereirechner Georg Ohl VII seine Stelle niederzulegcn habe. Die Geschäftsbücher wurden versiegelt. Eine genaue Untersuchung soll ergeben, wer die Unregelmäßigkeiten zu verantworten bat. Jedenfalls wird die Geschichte das Ansehen der Genossenschaft und ihrer Erzeugnisse schwer schädigen, was im Interesse der an dem Unternehmen beteiligten Landwirte 'sehr zu bedauern ist.
Ein Verbrechen im Amt vor dem Schwurgericht,
th. Gießen, 7. März.
In der gestrigen Verhandlung vor den Geschworenen stand der an: 1. April 1875 zu Storndorf geborene Stationsassistent Otto Schneider, zuletzt in Rieder-Wöllstadt wohnhaft, wegen Verbrechens in: Amt. und zwar fn 4 Fällen, uin r Anklage. Die AnNage vertrat S^atsanwalt Re "st. Als Ve: ? ;gcr fungierte " 'chtsanwalt G rünewald. ^er Angcklcw! war geständig im Jahre 19' ' einen Betrag von 1.60 Mk "rächt vereinnahmt imb als st imahme nicht ne?chucht zu f en, ferner 77,50 Mk. für 2 Sch! r- und 1 Be> tt'enzeitkartc i terschlagen und auch einen Eintrag in das En chrnebuch unterlassen zu haben. Die dritte Unredlichkeit besteht darin, daß Schneider von den verkauften Fahrkarten 50 verkauft batte, den Erlös dafür in Höhe von 160 Mk. für sich behielt und, am den Fehlbetrag zu verdecken, die Einnahmebuchung unterlassen hat. Der vierte Fall ist eine Unterschlagung. Schn, hatte von dem Fahrkarten- vorrat sich 100 Stück angeeignet und davon einzelne nach und nach veräußert. Der Angeklagte erklärt, daß er mit den später veruntreuten Beträgen die früher?:: Unterschlagungen gedeckt l>at, er habe aber die Sache schließlich nicht mehr übersehen können. Veranlassung, sich an fremdem Gelde zu vergreifen, sei der Umstand gewesen, daß er aus früherer Zeit noch Verpflichtt'.ngen gehabt und auch größere Ausgaben für Kleider, die er angeschafft gehabt, nicht mehr habe decke:: können. — Staatsanwalt Reuß tritt entgegen dem Eröffnungsbeschluß dafür ein, daß die vier bem, Angeklagten zur Last fallenden Straftaten einem einheitlichen Entschluß entspringen und als eine fortgesetzte Straftat anzusehen wären. Er tritt auch dafür ein,.daß dem Angeksagten mildernde Umstände zu bewilligen seien. Der Verteidiger verweist noch darauf, daß das Gehalt des Angeklagten auf einer Station wie Rieder-Wöllstadt, wo die Lebensrnittel infolge der Räbe von Frankfurt und Bad-Ravheim teurer seien als an diesen Plätzen selbst, gerade kein Hobes Eiickommen bedeute. Rach kurzer De- rattinq verkündet der Obmann Professor F r o m m e - Gießen den Wahrspruch auf schuldig des Verbrechens im Amte unter Bejahung der Frage nach mildernden Umständen. Ter Gerichtshof erkannte auf 8 Monate Ge fängnis, 14 Tage der erlittenen Untersuchuugsb"st kommen in Abrechnung. Der Verhandlung wobnten zahlreiche ^is.mb"lnbeamte als Zuhörer bei.
Universitäts-Nachrrchten.
— Geh. MedizinalratProf. Dr. med. Friedrich M osler in Greifswald vollendet am 8. März das 75. Lebensjahr. Der langjährige Leiter der medizinischen Klinik der pommerschen Hochschule stammt aus Ortenberg in O b e r h e s s e n. Im Herbst 1857 erhielt er die venia legendi in Gießen, 1862 eine a. o. Professur. 1864 wurde er zum ordentlichen Professor und Direktor der medizinischen Klinik in Greifswald berufen. Rach 35 ja finger klinischer Tätigkeit trat er 1899 in den Ruhestand. 1876 77 bekleidete er das Rektorat der (Greifswalder .Hochschule.
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HcrirHel und Verkehr, Volkswirtschaft.
— Tie Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf zahlt 6 Prozent Tividende.
Märkte.
fc. Frankfurt g. M., 7. März. (Orig.-Telögr. des .,Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verlause standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 1191 Schweine: 1. Qual. 79—80 Pfg. Lebendgewicht 61.50—62.50 Pf., 2. Qual. 78—00 Pst, Lebendgewicht 61.00—00 Psg., 3. Qual. 71—73 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pst, Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg., Schlachtgewicht 00— 00 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft: gedrückt, Ueberstand unbedeutend.
Gerichtssaal.
R. B. Darmstadt, 6. März. Die Dieburger Tvt- schlagsaffäre fand heute vor dem hiesigen Schwurgericht ibren Abschluß. Angeklagt war der 36jährige Gastwirt Jean K'öllisch ai'.s Dieburg, der anfangs Februar beim Skatspiel mit seinem Bruder Albert K'. in Streit geriet und dabei mit einem Stuhl auf ihn losscl'lug. aber von dem dritten Mann beim Skat von 1 öfteren Tätlichkeiten abgehalten wurde. Später soll sein Bruder mit einem Messer bewaffnet auf ihn losge- gaugen sein. Da hat er zum Revolver gegriffen und zivei Schüsse abgefeuert, die den Tod zur Folge batten. Der Getötete hatte noch in einem lichten Augenblicke sich selbst als den schuldigen Teil bekamst. Ter Angeklagte ist gut beleumundet, er war früher 12 Jahre in einer Brauerei tätig, bis ibn sein Vater nach Hause rief, die Gastwirtschaft zu übernehmen, da die alten Leute ihres Lebens nicht sicher wwen bei den: jähzornigen, dem Tmuk ergebenen Sohn. Die Geschworenen nahmen an, daß Köllisch in Notwehr gehandelt habe, und sprachen den Angeklagten frei.
Offenbach, 6. Mäiz. Vor dem hiesigen Schöffengericht stand geiler: der verantwortlich Redakteur des sozialdemokratischen „Offen b. Ab end bl.", Bernhard Schild b a ch, wegen schwerer Beleidigung des Pächters des landgräfl. Hofgutes in Rümpen heim, Viehmann. In einem Artikel „Ein Bild vom Lande", der in: „Abendblatt" vom 20. Oktober 1905 enthalten War, wurde:: Herrn Viehmann die schlimmsten Vorwürfe gemacht, so z. B. schlechte Behandlung i>pr Arbeiter, die nicht genug zu essen erhielten, und Mangel an Reinlichkeit: mich wurde angeführt, daß Küechte, die ihre Kaution zurückgefordert hätten, Prügel bekommen hätten: die so Bedachten hätten öfters die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen müssen, um mit heiler Haut davonzukommen und Geld und S-achen nicht im Stich zu lassen usw. 9(tle diese Angabe:: erwiesen sich als völlig unwahr. Das Urteil gegen Schildbach lautete auf 500 Mark Geldstrafe.
Dresden, 6. März. Das Kriegsgericht verurteilte den Gerichtsassessor Leutnant d. R. Karl Heerklotz wegen Zwei- k a in y : ;ii drü Monaten Festuna. i■■ ■ ■■■ i , — —-2,^ ■ »"»» -■ v wt*»— » j kim—mwmb
MrchlZehe Nachrichten.
Cvauttelische Gemeinde.
In der JohauneSktrche.
Mittwoch, den 7. März, abends (i Uhr: 2. Passions- a n d a ch t. Psarrassiktent Knot t.
Briefkasten Ser -ctedaktion.
(Anouyine Anfragen bleiben nuberückuchtigt).
S. in Liebloö. Fragen Sie brieflich beim Zioilkabinett nach den Gründen der Ablehnung.
Griginal-Drahtrnel-ungen.
Berlin, 7. März. In einem hiesigen Hotel vergiftete sich ein Liebespaar, das als der 21jährige Kaufmann Willi Necke und die 19jährige Putzmacherin Gertrud Sachom festgestellt wurde. Die beiden beabsichtigten miteinander die Ehe einzugehen, was aber die Angehörigen des jungen Mannes nicht zugeben wollten. — Der Musiklehrer Vorpahl wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt.
Schrimm (Posens, 7. März. In das Sehtafzimnwr der Grundbesitzer Haffa'schen Eheleute in Kawcze wurde ein mit Steinen und Pulver gefüllte und mit einer Zündschnur versehene Bombe geworfen. Frau Haffa ist schwer verletzt. Das Schlafzimmer ist demoliert. Als der Tat verdächtig wurde ein Arbeiter verhaftet. Man vermutet einen Racheakt.
Leipzig, 7. März. Professor Nikisch tritt am 1. April aus Gesundheitsrücksichten von der Leitung der Oper des I StadttheaterZ zurück, die er ein Jahr lang inne hatte.
Haag, 7. März. Die Zeitung „Goond-Posf meTbet^ Man beabsichtige, die 2. Friedenskonferenz schon in! diesem Sommer einzuberufen. Die Zahl der Delegiertem samt den Sekretären werde auf 150 geschätzt. Die Regierung' stelle den sog. Gräflichen Saal im Bienenhose der Konferenz, zur Verfügung.
Rom, 7. Vst. . Tie „Tr mn" erhielt aus Monaco die Nachricht, der Fürst von 1 na co werde nach Paris gehen, um seine Dienste zur rmittelung zwischen Deutschland und Frank re .1 anzilbieteu.
Wien, 7. März. Wie verlautet, wird Kö n i g Edua rd vom 3. bis 5. Ap 1' in Abazzia weilen und dort den Besuch Kaiser Franz Josefs empfangen.
Petersbu:?, 7. März. Infolge einer anonymen Anzeige wurde bei einem hiesigen Apotheker eine Haussuchung vorgenoinmen, bei der 12 0 Bomben vorgefunden wurden. Der Apotheker gestand, Mitglied einer weit verzweigten Verschwörerbande zu sein. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgeiiommen.
Petersburg, 7. März. Neben den: Duma-
Manifest soll vertraulich ein Senatsbefebl ergangen sein, nach dem von allen künftigen 9lbgeordneten vor Zulassung zur Duma obligatorisch der Treueid dem Kaiser und der Autokratie gefordert werde. Jede anti- monarchische Haltung der Dumamitglieder ziehe Verfolgung wegen Meineides nach sich. — An der Börse wurde der Rücktritt Wittes als vollendete Tatsache besprochen.
Freude ™ Kinderstube B
bei: nut der an Feinheit Mvrrhnl inQAlf A und Milde unerreichten 11 MUllUSeiie. b«/t
TeFefmsEsefo© Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Rank für Handel und Industrie. Giessen.
Firngikfnrter Börse. 7. März, 1.15 Uhr.
3%°/o Pieichsauleihe . . 100.70 3% do. . . 88.70 3^°/o Konsols .... 100.65 3% do.....88 60
3j^°/0 Hessen.....99.65
3 % °/n Oberhessen . . . — .— 4 ’o Oesterr. Goldrente. . 100.70 4l/6 9n Oesterr. Silberrentc 101.20 4 “6 Ungar. Goldrente . . 95.40 4 % Italien. Rente . . . —.— 3®o Portugiesen Serie I . 68.35 3% Portugiesen „ III 69.70 russ.Staatsanl. 1905 91.85
4%° n japan. Staatsanleihe 93.80 4no Conv. Türken von 1903 00.00 Türkenlose......144.60
4% Grieeh. Monopol-Aul. 53.60 äussere Argentinier . 91.75 3°/n Mexikaner .... 67.90 4 °/0 Chinesen .... 96.60
Aktien:
Bochum Guss..... 234.50
Buderus E. W . ... 00.00 Tendenz: fest.
Berliner Börse,
Canada E. B......173.80
Darmstädter Bank . . . 145.70 Deutsche Bank .... 241.60 Dortmunder Union C. . . 80.50 Dresdner Bank .... 162.00 Tendenz: fest.
Elektriz. Lahmeyer . . 139.00
Elektriz. Schuckert . . . 126.50 Eschweiler Ber.rvverk . 250.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 220.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 164 60 Harpener Bergwerk . . . 210 00 Laurahütte...... 236.50
Nordd. Lloyd ..... 126.00 Oberschlcs. Ei'sen-I:;dustrie 122.40 Berliner Handelsges . 171.70
Darmstädter Bank . . . 145.70 Deutsche Bank . . 241.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 181.00 Diskonto-Komuiandit. . . 188.50 Dresdner Bank . . . 161.80 Kreditaktien ... 211.10 Baltimore- nnd Oluo-
Eisentahn . . . 110.50
Gotthardbahn.....196.—
Lombard Eisenbahn . . 24.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.70 Prince-IIenri-Eisenbahn . 133.00
7. März. Anfangskurse.
Harpener Berg^verk . . . 209.25 Laurahütte . . . , . 236.20! r.ombarden E. B. ... 24.00 Nordd. Lloyd.....125.40
Türkenlosc ..... 144.40
BerßehWg non Bllnnrbeiten.
Nachstehende Arbeiten des inneren Ausbaues bei Erbauung eines Zelieuftügels bei dem Laudeszuchthaus Marieufchloß sollen unter Hinweis auf den Rtinisterial« erlaß vom 16. Juni 1893 im öffentlichen Wettbewerb Der# geben werden.
C. I. Asphaltarbeit.
420 qm Asphaltbelag; 2160 qm Buchenriemenböden in Asphalt.
K. Glaserarbeit.
Los I. 135 Stück äußere und innere Kellerfcnster einschl, Verglasung.
„ II. 204 Stück Zcllenfenster.
„ III. 55 Stück Bureau- usw. Fenster; 130 qm Verglasung eiserner Fenster und Gangabschlüsse.
1L. Weißbinderarbeit.
Los I. 2650 qm äußerer Wandputz; 13 Türen, 94 Keller- fcnster, 352 Fenstergitter, 550 lfdm. Holzgesim- usw. zu streichen.
„ II. 5930 qm innerer Wandputz einschl. Oelfarben. anstrich; 143 Türen, 47 Kellerfenster, 260 lfdm. Brüstungsgeländer mit Oclfarbe zu streichen; 1070 qnj Buchenriemenböden zu ölen.
„ III. 6270 qm innerer Wandputz einschl. Oelfarbenan- strich; 155 Türen, 340 lfd. m Brüstungsgeländer mit Oelfarbe zu streichen; 1090 Buchenriemen, böden zu ölen.
M. Schreiuerarbeit.
Los I. 221 Stück Zellen- usw. Türen
„ II. 75 Stück Keller-, Bureau- usw. Türen: 2663 lfdm, Fußsockel; 247 Treppentritte aus Holz.
N. Schlofferarbeit.
Los I. 221 Stück Zellen- usw. Türen zu beschlagen;
„ II. 75 Stück Keller-, Bureau usw. Türen zu beschlagen; 8 Abschlußgitter; 384 FrischluftzuführuugS^ gitter.
„ III. 16 200 k? Brüstungsgeländer, 6000 kg schmiedeiserne Treppen und Geländer.
Arbeitsbeschreibungen, Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht auf. Die Angebotsunterlageu (Arbeitsbeschreibungen) werden, so lange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben.
Ein Versand der Zeichnungen und Bedingungen findet nicht statt.
Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis
Mittwoch, den 28. März 1906, vormittags lO^ Nhr, bei uns einzureichen, an welchem Termin sie in Gegenwart etwa erschienener Anbieter geöffnet werden.
Zuschlagsfrist: 4 Wochen. hv.%
Friedberg, den 3. März 1906.
Großh. Hochbauamt.
Haag.


