Ausgabe 
9.1.1906 Erstes Blatt
 
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g ierun g die Absicht zuschreibe,

der Marokkopolitik

Es kann keinem

Marine-Station an der Küste von Marokko zu erwerben. Falls die deutsche Regierung glaube, diesen Plan durch die Zustimmung der Konferenz zu verwirklichen, so sei die? eine eitle Hoffnung. En gland werde mit aller Ent­schiedenheit gegen ein derartiges Projekt vorgeben. Jeder Versuch, diese Frage zu erörtern könnte nur zu Streitigkeiten und Reibereien führen.

geht nun so tagaustagein und ich weiß nicht, wie ich die Mädels zur Versetzung reif machen soll. Wenn die Leute sich doch bloß einprägen wollten, das; Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen die besten Freunde eines Haushaltes nut' Kindern sind! Bei mir gehn sie nicht aus und meine Jungens habe noch keine Stunden versäumt. Und dabei

wie die beiden SalinaS gehört auch Jos6

,Ca* "enden Spanier. Sem

Mcister der Farbe. Europäische Kunst der Gegenwart. Heft 912. Verlag von E. A. Seemann in Leidig. Jährlich 12 Hefte mit literarischer Beilage. Abonne>- mentspreis des Heftes 2 Mk. Es gibt eine Malerei, bei der eine Reproduktion ohne Farben ein Nonsens bedeutet. Die Künst der ersten Primitiven, vornehmlich aber Freskenkunst ist einer farblosen Wiedergabe gegenüber besser gestimmt als die farbigen Symphonien Tizians, die mächtigen Akkorde eines Rubens oder yar die Richtung unter den Modernen, deren Farbe überhaupt m gewissem Sinne gleichbedeutend mit Künst ist, den Impressio­nisten. Angesichts von Heft 9 der vorliegenden Zeitschrift liehe sich der Vergleich einmal praktisch durchführen. Hier treten die französischen Impressionisten auf, Renoir, Boudin, Monet, Sisley, Pissarro und Cezanne, deren Werke nur in der vollendet diirchgeführten farbigen Wiedergabe ihre eigentliche Sprache finden, weil gerade in diesen Bildern alles auf den farbigen Wert gestimmt ist. Daraufhin betrachte man Renoirs heitere Studie des Pariser Boulevards, wo sich das Sonnenlicht mit blauen und grünen Tönen zu s..;......

xxut oder man besehe MonetsKirche von Vernon",

Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

__am 8. Januar 1906.

p-erichlsiaal.

Das Zuchtpolizeigcricbt zu Brügge (Belgien) ct> lcdigte die seit mehreren Jahren vor belgischen und französischen Gerichten anhängige Skandalaffäre Fleury. Der Abg. Ravarin hatte gegen seine Gattin und den Sportsman Fleury die Ehe­bruchs klage eingereicht. Frau Ravarin erhielt vier Monate Gefängnis, ihr Mitschüldiger wurde freigesprochen.

zeichnung desstürmischen Charakters" Belcaff^s ein überzeugendes Material bei.

Märkte.

Gießen, 9. Jan. Marktbericht. Auf heutigen: Wochenmarkt osteten: Butter pr. Pfd. 0.800.90 Mk., Hühnereier 1 St. 810 Big. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 00 Psg Käse vr. Stck. 68 Pf., Käsemattc 2Stck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,80 l.OOMk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Pid« 6075 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 7482 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Cchweine- fleisch pr. Pfund 8086 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6076 Pfg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,500,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfund 18 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pfg. Nüsse 100 Stück 30-40 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.150.20, Weißkraut per Stück 1030 Pfg., per ZenMer Mk. 0.000.00. Marktzeil 82 Uhr.

Zweifel unterliegen, daß es das Ziel der französischen Politik war, in Marokko so viel Einfluß in der Verwaltung 311 ge­winnen, um stufenweise das Protektorat zu erlangen. Graf Taktenbach hat sich über diese Ansichten ausgezeichnet unterrichtet und sein Bericht ist klar und präzis. Besonders bemerkenswert sind auch die französ. Bestrebungen zur Gründung einer marokkanischen Staatsbank. .einer sollte ein Warrantspeicherunternehmen dem französischen Handel, und nur diesem, jeden möglichen Vorteil zuwenden.

Daß sich Deutschland die Beiseiteschiebung seiner wirt­schaftlichen Jnteresien nicht gefallen lasten konnte, versteht sich von selbst. Alle die Gegenzüge, die von unserer Diplomatie nach dieser Richtung hin getan wurden, haben auf Zu­stimmung Anspruch. Nur erfährt man au§ dem Marokko- Weißbuch nicht, wie weit sich Deutschland politisch für den Sultanengagiert41 hat. Nach wie vor ist man hier auf die Mitteilungen deS französischen Marokko- Gelbbuches angewiesen, das die politische Parteinahme Deutsch­lands für den Sultan von Marokko sehr in den Vordergrund rückt. Es ist ja ganz erfreulich, aus dem Weißbuch zu ent­nehmen, über welchen Einfluß die deutschen Vertreter beim Sultan verfügen. Aber wenn Deutschland irgendwelche Ver­pflichtung eingegangen sein sollte für die Beschirmung der Unantastbarkeit der Herrscherrechte des Sultans und seines Landes, so würde das weit über den Nahmen des gestellten Programms hinausgehen: wirtschaftliche Jnteresien in Marokko zu wahren. Und man kann einstweilen des Sieges nicht recht froh werden, daß die deutsche Diplomatie die Einberufung der Marokko-Konferenz, den schon im April vorigen Jahres ge­machten Vorschlag, durchzusetzen verstanden hat. Die Kon­ferenz solldas gegebene Mittel sein zur friedlichen Lösung des jetzigen Jnteresienkonfliktes." An anderer Stelle werden von der Konferenz dauernde Vorteile erwartet, welche das Zustandekommen des Reformwerkes für Marokko wie für die Ruhe der Welt mit sich brachte. Die Aussichten für diese dauernden Vorteile sind aber gering. Wir ftetjen auf der Konferenz allein, wir haben nicht einmal mit der tatkräftigen Unterstützung des verbündeten Italien zu rechnen. Heute, im Gegensatz zu gestern, wird aus Paris

Aus Stadt uud Land.

Gießen, den 9. Januar 1906.

** Personalien. S. K. H. ber Großherzog haben dein HauSwärter Friedr. Haun das Dienstehrenzeichen für 25 Hofdienstjahre zum 1. Januar 1906 verliehen. Der Oberlehrer an der Pfeifferschen Lehr- und Erziehungsanstalt zu Jena Dr. Friedr. Lehnert in Jena wurde zum Ober­lehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnen­seminar zu Mainz mit Wirkung vom 1. April ernannt. Der Salzsteueramtsrendant Karl Bauer zu Wimpfen wurde zum Niederlageverwalter bei dem Hauptsteueramt Mainz er­nannt. In den Ruhestand versetzt wurde der Nachtwächter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Paul Stegmeyer zu Bingen.

** Paketbestellung an Sonntagen. Vom Februar 19 0 6 a b wird bei sämtlichen Postanstalten abgesehen vom WeihnachtS-, Oster- und Pfingstverkehr und von den durch Eilboten zu bestellenden Paketen an den Sonn­tagen und an den Feiertagen, an welchen der Schalterdienst beschränkt ist, eine Paketbestellung nicht mehr statt- s in den. Den Paketempfängern, die ihre Pakete regelmäßig abholen, ist die Abholung an den Sonntagen usw. während der Schalterdienststunden unbenommen. Auch solchen Em­pfängern, die sich die Pakete an den Werktagen bestellen lassen, wird, ohne daß Abholungs-Erklärungen bei den Postanstalten niederzulegen sind die Abholung an den Sonntagen usw. gestattet, vorbehaltlich des Widerrufs für den Fall, daß aus zu umfangreicher Abholung wesentliche Unzuträglichkeiten entstehen sollten.

* Sozialdemokratische Gemeinderatspraxis.

Wir lesen imOffenb. Abendbl." folgenden, offenbar aus ber, Feder einesGenossen" stammenden Bericht über eine Ge­meinderatssitzung in Urberach:

Die Gehaltserhöhung des Forstwart Michael Schwarzkops von 624 Mk. auf 748 Mk. führte zu einer lebhaften Debatte. Die Vertreter der Zeickrumspartei stimmten diesem Anträge ohne Vor­behalt zu. Rink bemängelte big Begründung de? Antragstellers, baß er sich angeblich bei seinem Dienstantritt über die Gehalts- ausbesserunq getäuscht (?) habe. Schwab rückte den Jasagern energisch zu Leibe, und srug an, ob sie es verantworten können, jetzt schon einer Gehaltserhöhung zuzustimmen, die er nach den Anstellungsbedingungen erst nach 9 Jahren zu beanspruchen habe/

einen Hafen oder eine

Es sei sonderbar, daß gewisse Kreise der hieügcn Einwohner ein so großes Entgegenkommen finden. Die Abstimmung ergab die dlnnahme der Gehaltserhöhung mit 7 gegen 4 Stimmen, (Auf Antrag von Deller, Braun, Cclnvab und Rink wurde zu der oben- erwähnten Gehaltserhöhung zu Protokoll erklärt, daß die Genannten a:ich mt5 dem Grunde nicht der Erhöhung zustimmen foimten, da erwiesenermaßen M. Schwarzkopf and) außerdienstliche Arbeit verrichte.)

Die Gemeinberüte, die dein Förster die Erhöhung seines kärglichen Gehaltes von 624 auf 748 Mk. (auf den Tag berechnet von 1,71 Mk. auf 2,05 Mk.) nicht zukommen lassen wollten, sind Sozialdemokraten, Rink ist sogar einer der führenden Genossen im Reichslagswahlkreis Offenbach- Dieburg. Angesichts dieses Beweises von ber Fürsorge für kleine Beamte können die nicbercn Staatsbeamten wirklich froh sein, daß das heiße Bemühen ber Genossen, Rink bei ben letzten Wahlen in den Landtag zu bekommen, ver­geblich gewesen ist. Und die vier sozialistischen Gemeinde­räte scheinen selbst cmpfimbcn zu haben, daß diese Praxis mit ihrem Parteiprogramm und den Reden überHungerlöhne" in einem sonderbaren Gegensatz steht, wie aus der dem Protokoll beigefügten Erklärung bervorgeht, wonach die Ab­lehnung der Erhöhung auch (also nicht etwa ausschließlich) deshalb erfolgt sei, weil der Förster auch außerdienstliche Arbeit verrichte, was übrigens bei 1,71 Mk. Tageseinkommen nicht 31t verwundern ist.

/\ Gr 0 ß en - B us e ck, 7. Jan. Der Gesangverein Sängerkranz begeht am 8. und 9. Juli d. I. fern fünf­jähriges S tiftungsfest mit Weihe einer neuen Fahne.

-s- Queckborn, 8. Jan. In der Hofraite be5 I SchnnedemeisterS Langohr brach am Sam-Stag nachmittag Feuer aus. Da man es bald bemerkte und rasch die Feuer- ivehr alarmieren konnte, so wurde da§ Feuer auf seinen Herd beschränkt und bald gelöscht. Ein Glück war e§, daß eS nicht nachts zum Ausbruch kam. In den angrenzenden ge­füllten Scheuern hätte es reiche Nahrung gefunden. Wie das Feuer entstand, ist unaufgeklärt.

Eins-drei-sieben-Entschuldigungen- und achtzehn Kinder hab ich nut in der Klasse! Und das

foürbe es vielmehr der Sachlage entsprechen daßbie JWJ* Reformen in den einzelnen £ntriftcnJ^.nPcfte zugeteilt würden. Tie nach dem ftmnzvsischen Reformpro,e Lu arünbenbe Marokkanische Staatsbank mutzte Nich? lediglich von einer franMschen Bonkgruppc. sondern

m am beTfdiiebcncr yJt a et) t c in»

lieben gerufen werden. Sabci würden die leitenden Stellen, ,fotoie ?>as einzuschießende Kapital möglichst gleich zu ver- :teileW1oigt das aus dem französischenGelbbuche^bekannte Expose Rouviers vom 21. Ium, m welchem dre endgUrige (Zustimmung noch nicht abgelehnt wird, xic deutsche Ant- Itoortnote vom 24. Juni geht ansführlrch mtf den ^hal jdieses Erposäs ein. Tre ebenfalls auv dem französischen Gelbbuch bekannte Note legt bar, die Durchführung von Reformen in Marokko setze die Zustimmung der übrigen Mächte voraus. Eine solche Zustimmung dürfe am leichtesten auf einer Konferenz zu erzielen fein. Tie Konferenz wurde überdies dem Sultan, dessen Zustimmung die erste Voraus­setzung für die Reformen bildet, das Eingehen auf die Vor­schläge wesentlich erleichtern, da das Reformwerk alSbann Die Sanktion aller beteiligten Mächte erhalten wurde Tie Mote bringt die Hoffnung zum Ausdruck, daß die französische Regierung" ihre gegenwärtigen Bedenken gegen die Kon­ferenz den dauernden Vorteilen unterordnen wird, welche das Zustandekommen des Reformtverkes für Marokko, wie für die Ruhe der Welt mit sich brächte. Es folgen darauf die französische Zustimmung zu der Konferenz vom 8. Juli und weiterhin die Vereinbarung vom 28. September über das Konferenzprogramm. Schließlich teilt das Weißbuch die Aktenstücke über die Frage des Molenbaues in Tanger mit, die das Verfahren der deutschen Regierung klarstellen.

Tas deutsche Weißbuch über Marokko wäre besser un- aefähr zur gleichen Zeit wie das französische Gelbbuch er­schienen, oder doch möglichst rasch nach der Veröffentlichung des letzteren. Ein £eft diplomatischer Menauszüge im Umfang von 42 Seiten konnte wohl in wenigen Tagen zu­sammen gestellt und gedruckt werden. Nun beginnt die Ties- Tuffion von vom, kurz vor der Konferenz,, die alle Mein­ungsverschiedenheiten zum Ausgleich bringen soll. .

Aus dem deutschen Marokko-Weißbuch erfährt man Alles in Allem nicht viel Neues. Interessant ist ber Nachweis, baß sich ber Vertreter Frankreichs tatsächlich auf ein europäisches Mandat bei den französischen Reformvorschlägen berufen hat. Delcassä wirb burch bas Weißbuch an mehreren Stellen ber Unwahrheit überführt. Das Weißbuch bringt zur Kenn-

nich-t verzichten, macht jedoch für den Fall der Lösung seines Vertrages einen erheblich höheren Entschädigungsbctrag geltend, als der ftipulierte Gehalt (zweijähriger Kontrakt, jährlich 18 000 Mark Gehalt) ausMachen würde. Er verlangt nicht nur den Gehalt für zwei Jahre, sondern auch Entschädigung für den ihm erwachsenen darüber hinausgehenden Schaden.

Wien, 6. Jan. Bon wohlinformierter Seite wird mitgeteilt, daß man sich im Unterrichtsministerium mit dem höchst inter­essanten Pläne trägt, ein Ministerium der schönen Künste nach französischem Muster zu schaffen. Dem neu zu bildenden Ministerium sollen die Hostheater, Hof-Museen, Künst- akademie und Hofbibliothek unterstellt werden. Für die Leitung dieses Ressorts, das den parlamentarischen Zwischenfällen möglichst entrückt werden soll, ist der frühere Unterrichtsminister Professor ,Dr. v. H a r t e l in Aussicht genommen.

Der berühmte Wiener Hofburg-Schauspieler Bernhard Baumeister ist schwer erkrankt. Der Künstler steht im 78. Lebensjahr und gehört seit 54 Jahren dem Burgtheatcr an.

bas man in seiner Betonung des farbigen Lichtes ein Gedicht auf dasselbe neunen möchte. Auch bei den übrigen Blättern dieser köstlichen Sammlung wird man das Wesentliche der farbigen Wledergabe oft mehr oder weniger empfindew Lunois' prächtig gesehener Stierkampf, Rüdisühlis wie wesenloser Traum anmuten­des, farbensattes BildHain des Friedens",Der Atelierbesuch" des in Rom lebenden Spaniers Pablo Salinas, in dessen Künst das Erbe des früh verstorbenen Fortuny fortlebt und dessen Bruder Agostin, mit einem wundervollen Bilde aus der Um­gebung Rom, die alle in Heft 10 vertreten sind, wären ohne diese mustergiltige Reproduktion in der Eigenart ihrer Künst gar nicht zu verstehen. Auch Princts leidenschaftliches BildKüeutzer- sonatc", mit dem das 12. Heft beginnt, hat seine besten Quali­täten weniger im dargestellten Sujet, als in der wunderbaren Art einer Beleuchtung, in der Nembrandt'sche Gedanken wieder- umgen. Aehnlich wie die beiden SalinaS gehört auch Josö Gallegos zu dem Kreise der in Rom schaffenden Spanier. Sein stark impressionistisch empfundenes Bild, das Teppichstopferinnen bet der Arbeit zeigt, wäre farblos reproduziert wie der Schatten eines Gegenstandes, was man ebenso von Walter Scholtz', des Dresdner Malers,Träumerei" sagen kann, die vollkommen auf das luministische Element gestimmt ist. Aus dem letzten Hefte dte,es prächtigen Jahrganges werden Michael Munkacsys sehr charakteristisches BildDie Erzählung' aus dem Besitze des Buda­pester Museums, ferner das wundervolle Stück des Russin Kvrowin Lampions", bei bem die Farben zu dem Rot der Bluse einer ningen Frau mit einem staunenswerten Feingefühl für ihre zar- testen Reize abgestimmt sind, und Ettore Titos venezianisches Seeslück dm Betrachter am meisten fesseln, während des Wiener Meistes Fröschls Bildnis seiner liebreizeiideu Tochter dem Ge­schmack des allgemeinen Publikums sehr entgegenkommt. Diese bter Hefte, die int Einzelnen noch manches Lob rechtfertigen, vor allem verdienen auch die literarischen Beiträge einen be- sonderen Hinweis beschließen den zweiten Jahrgang dieses eigenartigen Unternehmens, das wiederum ein Stück echt fünfte terpcher Kultur in weite Kreise von Europa hinausgetragcn.

und Petersburg gemeldet, daß Rußland mit Spanien und England die französ. Ansprüche auf ber Marokko-Konferenz unterstützen werde. Was aber soll eine Konferenz unS nützen, auf ber wir unterliegen?

Die ,Nordd. Allg. Ztg.^ schreibt:

Der Vorwärts" schreibt: Ausländische 3eitungcn batten von einer' in intimstem StTcifc gehaltenen Neujahrsrcde des Kaisers berichtet, aus welcher, bezugnehmend auf die Marokkokonfcrenz, ein deutliches b e l g e r a s s e l hervor- gcklunacm sei. Auch bei diese?, Meldungen handelt cs sich nm d r e i st e U n w a h r h e i t e n. Eine Neniahrsrede des angegebenen Anhalts ist selbstin intimftem Steife" nicht gehalten worden. Die Ansprache an d i e k 0 m m a n d i e r e n d c n G e n c r a l e war rein dienstlicher Natur; diePolitik n n d auswärtige F r a g e n w u r d e n d a r i n nidjit berührt.

DieKöln. Zig." meldet, daß von ber Absicht, weil anbere Mächte angeblrch K r i eg ssch i ffe in die Nähe von Lllgeciras entl'enbcn wollten, auch Deutschland beabsichtige ein Kreuzer- geschwader dorthin zu senden, in maßgebenden Kreisen nicht das Geringste bekannt ist. ES ist auch schwer ersicht­lich, welchen Grund Deutschland haben könnte, bei A lgeciras oder in dessen Umgebung seine Flagge zu. zeigen.

AuS Paris wird demselben Blatt gemeldet: Es ist un­richtig, daß französische Kriegsschiffe in die Ge­wässer von Algeciras geschickt werden sollen. In keiner Weise ist von einer 91 rt Kundgebung durch Kriegsschiffe die Rede, wovon einige Blätter wissen wollen.

Gegenüber der Meldung eines Berliner Blattes, das Weißbuch sei der französischen Regierung vor der Veröffent- lichnng mitgeteilt worden, wird in Paris halbamtlich erklärt, eine derartige Mitteilung sei nicht erfolgt.

Der hetzerische Pariser Korrespondent der Times telegraphirt höchst überflüssiger- ober vielmehr höchst bös­willigerweise seinem Blatte, daß man der deutschen Re -

AEEngS- hat, da es iugttid> kimUerisch« Schönheit und di- Belamitschast »roben Werken aus dem Gebiete -nt-rnati-nal-n frunfb. ' ®tlb, schaffens zu verbreiten bemüht gewesen ist. Schon unter diesem

sind die Sodener doch so vielfach erprobt, baß schließlich wirklich jeher wissen könnte, wie wertvoll für bie Erhaltung der Geslindheit sie sind. Der Preis ist 85 Pfg. p. Schachtel; >n allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhanblungen WP' zu haben. hv28/,»

-------nrUMIl !! I II IM III um 111 | .............. HJLLUHJ_______________ 2

Gesichtspunkte möchten wir dem prächtigen Unternehmen für den brüten Jahrgang viele neue Freunde und zum Nutzen einer asthetnchen5§rziehung weiter Küeise eine möglichst große Verbreitung wünschen.

. »75 Ja hre 23clgischer Ku nft" ist der erste Aussatz

des Januarheftes ber bekannten Münchener KünstzeitschriftDie Verlag Bruckmann vierteljährlich 6 Mk.) überschrieben. W. Gensel lost m dieser Arbeit eine dankenswerte Aufgabe, ver­dient doch diese bei uns iwch so wenig bekannte belgische Künst, wenn sw gleich Temc so überragenden Geister wie Courbet oder Corot, Feuerbach oder Böcklin aufzuweisen hat, durch die Art, Nne sie die von der ftanzösischen Künst empfangenen Lehren' den eigenen Anlagen gemäß aus'gebaut hat, sowie durch gesunden Geichmack und große Solidität des Handwerks besondere Beacht- Braekeleer einer der allerbesten Jnterieurmalev des 19. Jahrhunderts, Alfred Stevens, der vollendete Schilderer einer u^rfeinerten Gesellschaft, die Porträtisten Navez und ^gneesiens, smd tue hervorragendsten Vertreter der alten Schule. Mit dem den neueren Künstlern gewidmeten zweiten Teile kommen wir m bekannteres Gebiet: Heymans, Frö- terxc, Bamtson Laermans, Khnopff, Claus sind zum Teil ia auch ut Deutschland schon weiteren Küeisen bekannt Ucber das aktuelle ThemaDas Recht (Urheberrecht) am eigenen Bild...plaudert Eduard Eckert in so anregender Weise, daß der an und für sich etwas spröde Stoff auch teen nicht speziell Inter­essierten anziehen wird. Ludwig Hvhlwein tritt dann mit einer größeren Slüzahl ferner architektonischen und kunstgewerblichen Arbeiten an die Oesientlichkeit. tzluch die eigenartige Villa die N"c??r^enanüte, belgische Symbolist Fernand Khnopff in Brussel bauen ließ, rmbet hier erste Würdigung. Eine Studie

Keramik zeugt von der glänzenden Entwicklung dieses Produktionszweiges ui den Vereinigten Staaten, und eine farbig gedruckte Beilage bringt geschmackvoNe Satzbeispiele von ^vnls neuer Kürsiv-Schrift Trianon. - Das ötft emjalt weniger a!3 118 SWildungen Dan au3n«eic6neter LS »Wateten Kunst.

Höchste Schlack)tviehyreise in F r a n k i u r t a. M.

Fleischpreise in Gießen;

Ochsen

Kälber

Schiveine

50 Kg. Schlachtgewicht 7880 Mk.

'/, Kg. Schlachtgew. 8690 Pf.

/? * 7800

7« Kg. 72-80 Pfg.

V, , 7080 , V. 76 86

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 18.70 Mk.

Roggen 100 Kg. 17.35-00.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 54 Ptg.

Schwarzbrot 2 Kg. 50Psg.