/0g?arbeiten eigentlich fast gar nicht in Anspruch genommen l>abe, d-enn er habe trotz seiner ausgedehnten sonstigen Tätigkeit mindestens zwei Drittel der Rerchstagssttzungen besucht, und wenn außer ihm nur noch em kleiner -teil der Abgeordneten seine Pflichten in gleicher Weise erfüllt patte, wäre eine Bcschlußimfahigkeit wohl kaum eingctreten. Daß er so oft den Neichstagsverhandlungen habe beiwohnen können, danke er Vor allem der eifrigen Tätigkeit seiner Beamten, die ihm dadurch seine öftere Abwesenheit von der Fabrik ermöglicht hätten. Von der Teilnahme an den Kominissionsarbeiten, für die übrigens seine Fraktion immer eine ausreicl>ende Besetziing lmbe, habe er sich vvn vornherein mit Rücksicht auf seine umfangreiche sonsttge öffentliche Tättgkcit entbinden lassen, dagegen habe er- eifrig an den Fraktionssitzungen teilgenommen und dort an der Vorbereitung der Gesetzentwürfe auf Grund seiner .^nnt- nisse und Ersahrilngeri eifrig mitgearbeitct. Die anfängliche Meinung, daß man als Abgeordneter auch alle Reden in den Sitzungen anzuhörcn habe, verliere sich bald, wenn mau erst einmal merke, daß die meisten Reden nur für die Stenographen und zum Fenster hinaus gehalten wurden. Der wichtigste Gegenstand der Beratung des jetzigen Reichstags sei unstreitig die Reichs fin au zrc form gewesen, und schon früher sei in dieser Richtung durch die teilweise Aufhebung der sog. ler Frankenstein in dieser Rick- ctwas geschehen, aber das hätte bei weitem nicht genügt. Auch die nachherige Maßnahme, zur Deckung der Reichs- bedürfnisse zum System der sog. ungedeckten Mattikular- beittäge zu greifen, sei sehr bedenklich. So könne es nicht Wunder nehmen, daß die Regierung eine Vorlage auf eine umfassende ilteform der Reichsfinanzen eingebracht habe, beider habe sie dies so spät getan, daß an eine rechtzeitige Fertigstellung der Vorlage und damit des Etats nicht gedacht werden könnte, sodaß ein Etatsnotqcsetz fiir zwei Monate geschaffen werden mußte. Es habe fraglich sein können, ob man mit dem Einbringen der Finanzreformvvr- lage nicht so lange hätte warten sollen, bis man die Wirkung der neuen Zollgesetzgebung auf die Reichsfinanzen zahlengemäß erkannt hätte. ?lber es sei zu beachten, daß jetzt schon 40 Millionen aus den Zollerträgen mehr in den Etat eingesetzt worden wären. Auch über die Frage: direkte oder indirekte Steuern, könne man im Zweifel fein, aber die Regierungen und die Mehrheit des Reichstags hätten sich für indirekte Steuern entschieden. Es waren also zur Deckung der benötigten 250 Millionen vorgeschlagen worden Tabaks Zigaretten-, Biersteuer, Frachturttindenstempel, Fahrkartensteucr, Automobil-, QnittUngs-, Erbschaftssteuer. Da hierunter keine bewegliche Steuer gewesen sei, habe man die Mattikularbeiträge beibehalteu, aber sie auf den Höchst- hetrag von 40 Pfg. auf den Dopt der Bevölkermcg festgesetzt, beider sei es nicht dazu gekommen, die Mattikularbeiträge auf der Grundlage der Leistungsfähigkeit anstatt nach der Bevölkerungszahl zu bemessen. Da seinerzeit bei der Beratung des Flottengesetzes eine Besttmmung angenommen worden sei, das; die Deckungsmittel nicht die Konsumenten ttagcn sollten, und ein Teil der geforderten 250 Millionen für die Flottenvermehrung bestimmt war, schied von vornherein ein Teil der Steuervorschläge der Regierung aus, und die Steuerkommissron hatte die undankbare Aufgabe, für die dadurch entstehenden Ausfälle neue Steuervorschläge zu machen. Der Redner besprach dann die einzelnen Beschlüsse der Kommission, wie sie in der 2. Lesung festgelegt wurden. (Wir verweisen bezüglich der Einzelheiten der Beschlüsse auf die ausführlichen Mrtteilüngen in Rr. 83 des Gieß .Anz. Red.'i Die von der Regierung beantragte sehr bedeutende Erhöhung der Biersteuer wurde in der vorgeschlagenen Höhe und Form nicht angenommen, dagegen eine Staffelung von 4—10 Mk. pro Doppelzentner Malzverbrauch beschlossen. Hiermit haben sich die kleinen Brauer einverstanden erklärt und es ist nicht zu befürchten, daß die Erhöhung auf das Publikum abgewälzt lvird. Rach dem Vorschlag der Regierung hätte die Erhöhung der Braufteuer 78 Mill, cingebracht, nach den Kommissions- voi-schlägen, die inzwischen auch vom Plenum in zweiter Lesung angenommen worden sind, wird ihr Erttag 29 Mill, jein. Die T a b a kst e u e r e r h o h u u g hatte von vornherein nicht so viel Freunde gefunden, und es ist den Bemühungen der Mgeordneten, die Tabak verarbeitende Bezirke vertreten, — auch der Redner hat in diesem Sinne gewirkt — gelungen, die Ablehnung der Steuer zu erreichen. Sic solltt 28 Millionen bringen. Dagegen wurde die Zigarettensteuer wesentlich erhöbt. Im Einverständnis mit den Fabrikanten entschied man sich für eine Banderolesteuer, die in .Höhe Von 1—10 Mk. für 1000 Stück beschlossen wurde. Die Steuer beträgt" etwa 15 Proz. des Wertes, und in ähnlicher Höhe wird der Zigarettentabak besteuert. Der Ertrag der Ziga- retteusteuer beträgt nach der Regierungsvorlage und nach den Beschlüssen der Kommission 15 Millionen Mark. Ter tveiter vorgeschlagene Fracht urkunden - und Schiff- fahrtsst'empel wird statt der von der Regierung vor geschlagenen 41 Millionen nur 16 Millionen erbringen und 'zwar il Millionen aus dem Frachturkundenstempel (von Wagenladungen mit über 25 Mk. Fracht'' und Millionen aus dem Schiffährtsftempel. Der P e r s o n e n f a h r- k a r t e n st e m p e. l war von der Regierung mit 12 Mill, (in Form von Fixstempeln bei Billetten von mehr als 2 Mk. । vorgesehen, dagegen wird nach den Beschlüssen der Kommission mit 55 Millionen gerechnet. Rach dem Vorschlag der Kommission wird für den Kilometer für die 1. Klasse 1 Pfg., für die 2. Klasse 1 ? Pfg. und für die 3. Klasse ’ , Pfg Steuer vorgesehen Dcttägc unter 5 Pfg. sollen nicht erhoben werden. Der Redner glaubt, daß im Plenum beschlossen wird, Beträge unter 10 Pfg. nicht zu erheben, sodaß der Nahverkehr nickt belastet würde. Wenig umsttitten war die Automobil st c u e r. Der Redner hat sich bemüht, die Automobile, die dem Geschäftsverkehr dienen, möglichst gering zu belasten, dtts wurde auch von der in der Kommission beschlossenen Skala erreicht. s>Rit der vorgesehenen hohen Besteuerung der Automobile mit vielen Pferdekräften wird vielleicht auch erreicht, daß die Landstraßen nicht mehr fo sehr unsicher gemacht werden. Shue Diskussion wurde abgelchnl die Quittungssteuer und die anfänglich von der Kommission beschlossene Ansichts- tartenftener. Ferner mürbe die Erhöhung der billigen Porti für Postkarten und Drucksachen im Orts und Nachbarorts- Verkehr angenommen, die 12 Millionen bringen wird, sowie eine Tantiemesteuer, die mit 8 Millionen Ertrag berechnet wird. Viel umstritten loar die Erbschaftssteuer, aus der mau möglichst viel herausholen lvollte. Schließlich einigte sich die Mehrheit dahin, daß Erbschaften zwischen Ehegatten und von Kindern frei bleiben, und int übrigen je nach dem Grad der Verwandtschaft 4 25 Proz. erhoben werden. Man hofft auf 55 Millionen Ertrag. Tie Erbschaftssteuer wurde fo hoch bemessen, weil man darin einen Ersatz für die Vermögenssteuer erblickt. Außerdem wurde von der Kommission eine Maischraumsteuer mit 4 Mill. Mark Ertrag beschlossen. Die von der Kommission beschlossenen Äeuern werden 197 Millionen einbringen, wüh?
rentz die RegkervM erTEärt hak, auf den dadurch gegen chre Vorschläge entstehenden Ausfall von 33 Millonen nicht verzichten zu können. Jedoch ist es zweifelhaft, ob elbst die 197 Millionen, die die Vorschläge der Kommission bringen iverdan, erreicht werden. Es ist eine unangenehme Aufgabe für den Reichstag, diese Steuern zu bewilligen, aber es ist notwendig zur Durch führimg des Flottcngesetzes, damit wir vor unvermuteten Angriffen gesichert sind. Es ist aber auch notwendig, damit das Reich auf eigene Füße gestellt wird und nicht immer wieder Anforderungen an die Einzelstaaten gestellt werden müssen. Daun werden diese in den Stand gesetzt, in Ruhe und ohne Sorge vor kriegerischen Verwicklungen ihre kulturellen Aufgaben zu er- üllen zum Segen des deutschen Volkes und Vaterlandes. Lebhafter Beifall.)
Der Vorsitzende drückte sodann dem Redner warmen Dank für seinen eingehenden Vorttmg aus und dankte ihm auch für seine Tätigkeit im Reichstag. Schließlich sprach er noch die Bitte aus, daß Reickstagsabgeordneter .hevligenstädt seinen Reickstagsbericht auch den Wählern außerhalb Gießens erstatten möge.
In der. Diskussion fragte Herr Klein, ob es sich bei der Erbschaftssteuer bei dem angegebenen Erttag um den Nettoerttag des Reiches handle oder ob darin die an die Einzelstaaten abzuführenden Bettäge enthalten seien. Abg. H e v l i g e n st ä d t verneint letzteres, die eingesttzten Beträge seien die 2/s des gesamten Ertrages, die die Steuer überhaupt erbringe. Landtagsabg. Dr. Gut fleisch bittet unseren Raichstagsabgeordneten, wenn er es mit seinem Gewissen vereinbaren könnte, gegen die vorgeschlagene Fahrkartensteuer zu stimmen. Diese Steuer bilde, eine außerordentliche Belastung namentlich des geschäftlichen Verkehrs und es sei zu befürchten, daß ein guter Teil des Sten er- erttages wieder bei den zu erwartenden Mindereinnahmen der Eisenbahnen draufgeyen werde. Es sei nach seiner Ansicht eine kultnr- und vcrkehrSwidrige Steuer, die im direkten Widerspruck stehe mit den Besttebungen, die Ver- kehrsverhältnisse zu vereinfachen. Die slimpathisckste Steuer sei wohl die Reichserbschaftssteuer, die allerdings für Hessen einen Verlust von mehreren 100 000 Mk. jährlich bedeuten werde. Aber deshalb dürfe man sich nicht gegen die Reichs- erbsckmftssteuer aussprechen. In mancher Beziehung dürften allerdings Besserungen an dem Reichserbschaftssteuergesetz anzubringen seien, z. B. sollten gemeinnützige Stiftungen steuerfrei bleiben. Er habe das Verttauen zu unserem Reichstagsabgeordneten, daß er nach genauer Prüfung der Verhältnisse 'das, was er für richtig halte, im Reichstag Vertreten werde. Abg. H evlig e n st ä d t halt die Bedenken des Vorredners für berechtigt, aber ähnliche Argumente könne man auch gegen die anderen Steuern geltend machen. Das Ideal werde ja fein, wenn man die Eisenbahuerträge direkt versteuern könne, aber daran fei bei der Haltung der Regierungen nicht zu denken. Er schließe sich den Ausführungen Dr. Gutfleischs an und werde in diesem Sinne handeln, wenn sich andere Wege ergeben, den dadurch ent- steheuden Ausfall zu deckeu. Prof. Dr. Wimm cu au er redet der Ansichtskartensteuer das Wort und empfiehlt ferner eine Reichsweinsteuer. Reichstagsabg. Hepligen städt erwidert, daß der Hauptgegner einer Ansichtskartensteuer die Reichspostverwaltung gewesen sei, die davon einen er- heblichen Portoausfall befürchtet. Gegen die Reichswein- ftcuer habe er keine grrmdsächlichen Bedenken, aber sie sei nicht viel in Erwägung gezogen worden, als sie im Reichstag angeregt worden sei.
Stadw. Kirch hätte nichts dagegen, eine kleine Steuer auf die Ansichtspostkarten zu legen, für überflüssig könne er die Ansichtskarten nicht halten. Eine Verminderung der übermäßig rasch fahrenden Automobile erwarte er von der Steuer nicht. Auch die Besteuerung der Automobile von Ausländern könne er nur für rückständig halten. Kommerzienrat Emme lins dankt noch dem Reichstagsabg. Hehligenstädt im Namen der Tabäkindusttic. und der in ihr beschäftigten Arbeiter, daß er zu der Mehnung der Tabaksteuer 'beigetragen habe und bittet ihn, in ähnlicher Weise zur Beruhigung der Zigarettenindusttie beizuttageu. Reichstagsabg. Hehligenstädt dankt seinerseits für die Informationen aus den Kreisen der hiesigen Tabakindu- sttiellen, die ihm seine Stellungnahme in dieser Frage weseittlick erleichtert haben.
Hierauf schließt Stadtv. Kirch mit dem Ausdruck seiner Freude über die zahlreiche Anwesenheit von hervorragenden Mitgliedern beider liberalen Parteien. Er gab noch dem Wunsche Ausdruck, daß das gute, zwischen beiden liberalen Parteien hier bestehende Verhältnis, das von der Tagespresse als mustcrgiltig für ganz Hessen hin gestellt werde, auch in Zukunft und insbesondere bei der Reichstagswahl in zwei Jahren so bleiben möge. (Lebhafter Beifall.)
Aus Stadt und Lund.
Gießen, 7. Mai 1906.
* Ordensverleihung. Sc. Königs. Hoheit der Groß her zog haben dem Lehrer Martin Debus zu Bretzenheim aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjnbilämns die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* * Ministerbesuch. Am Samstag nachmittag weilte Se. Exz. Staats- und Juslizminister Ewald in unserer Stadt zwecks Besichtigung deS Justizgebäudes hier, besten Erweiterung in Aussicht genommen ist.
In den Ruhestand versetzt wurde der Schaffner in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Aug. Nies zu Pfungstadt.
• * Die Schlachtvieh- und Fleischbeschau in Hessen im Jahre 1905. Im Jahre 1905 wurden im ganzen an folgenden Tieren die Fleischbeschau vorgenommen: 1912 Pferde und andere Einhufer (in Obcrhoffen 219), 20 175 Ochsen (3343), 2165 Bullen (673), 36 427 Kühe (5159), 39 268 über 3 Monate alte junge Rinder (11 875), 76 308 bis 3 Monate alte Kälber (16887), 317 952 Schweine (73 252), 17 610 Schafe (3511) und 26775 Ziegen (6452). Interessant ist ein Vergleich der Zahl der beschauten Tiere in den letzten sechs Monaten des Jahres 1904 mit der Zahl der in den gleichen Monaten des Jahres 1905 beschauten Tiere. Von Juli bis Dezember 1904 wurden geschlachtet: 886 Pferde, 10 743 Ochsen, 1218 Bullen, 17133 Kühe, 20 295 über 3 Monate alte junge Rinder, 38 013 bis drei Monate alte Kälber, 188 945 Schweine, 8875 Schafe und 8873 Ziegen; in den letzten sechs Monaten von 1905 dagegen 1103 Pferde, 10 451 Ochsen, 1239 Bullen, 18 563 Kühe, 22 068 junge Rinder, 37 139 Kälber, 159 886 Schweine, 11 920 Schafe und 10 510 Ziegen. Das Jahr 1905 hat sonach eine Zunahme an beschauten Tieren zu verzeichnen bei den Pferden (-j- 217), Bullen (-j- 21), Kühen (Z- 1430), jungen Rindern (-j- 1873), Schafen (ch- 3045) und Ziegen
(-j- 1637), dagegen eine Abnahme bei den Ochsen (— 292), Kälbern (—874) und Schweinen (— 29 059).
*' Schülerturnen in Hessen. Rach dem Jahresbericht des mittelrheinischen Turnkreises hat die Zahl der durch die Turn^reine ins Leben gerufenen Schüler- abteilungen in den letzten Jahren bedeutend $ugenommen. In 107 Kreisvereinen turnen 3616 Knaben und 1094 Mädchen. Die an den Hebungen der Schülerabteilungen teilnehmenden schulpflichtigen Kinder seien nicht Mitglieder der Turnvereine und könnten es nicht sein, weil die Satzungen der organisierten deutschen Turnerschaft die Aufnahme von Personen unter 14 Jahren ausdrücklich verbieten.
*• Hessische Somm erfrisch-Orte. Der hessische, gerne imnitzige Verein zur Vermittlung von Land- und Sbtraufent- halten in Darmstadt hat sein Verzeichnis der Sommer« w ohn nng en i m Odenwald, Vogelsberg nnd benachbarten Gebieten zmn drittenmale in verbesserter Auflage erscheinen lassen. Das Werkcken ist 11 Bogen stark, die Orte irn Odenwald nnd Vogelsberg sind getrennt nnd innerhalb jedes Llbfchnittes in alvbabetischer Reihenfolge anfgefüfirt; in dem Inhaltsverzeichnisse sind die Badeorte mit Heilquellen, die Mineralquellen, die Lusi- knrorte mit größeren Hotels und Anlagen, die über 300 Meter bock gelegenen Sommerfrischen, die Villenkolonien und die im Wold oder dicht am Wald gelegenen Sommerwohnungen nochmals unter Angabe der Seite des Tertes benannt: außerdem ü't int Heft ein Literaturverzeichnis bezüglich der Karten und Führer :c. für das Vereinsgebiet, soivie znm crffenmalc eine Beschreibung der besuckensmerten Städte im Bereiche des VereinSgebietes enthalten, weiter erleichtert eine ausgezeichnete Eisenbahnkarte die Anfsindung der einzelnen Orte anßerordeckckich. Das Helt ist gegen Einsendung uon 30 Pfg. in Marken ?c. zur teilweisen Deckung der Herstellungskosten von dem Geschäftsführer Harth in Darmstadt, Wienersstraße 42 zu beziehen.
** P o st - V e r s o n a l n a ch r i ch 1 e u. Versetzt find: Postsekretär Fritzges von Alsfeld nach Cberbanfen (Rheinland), Postafsistent Seeger von Nieder-Gemünden nach Neviges. Bestanden hat die Postsekretärprüfiing Postassisteiit Lott in Bad- Nanhenn. Angenommen find: als Postanwärter Vizefeldivebel Gut hier in Alsfeld; als Postgehrlfen die Oberrealschüler, E o st in Heldeiibergen, Heßler in Grünberg, Wahl in Schotten, die Realschüler Markloif in Gießen, Möller in Assenheim; als Postagenten die Posthilistcllen- inhaber Philippi in Melbach, Vogel in Nordeck und Wagner V. in Leihgestern.
n. Lich, 5. Mai. An Stelle des plötzlich verstorbenen Direktors Hch. Wagner wurde als provis. Vorsteher der Präparandenschule der seither als Lehrer an der Anstalt tätig gewesene Hch. Lorentz ernannt. Gleichzeitig wurde der bisherige Seminarhilfslehrer Alb. Schmidt von Friedberg als Lehrer an die hiesige Präparanden-Anstalt versetzt. Wenn der Schülerandrang nach den Vorbildungsanstalten für Lehrer weiterhin fo stark bleibt, so wird der Lehrennang^l in Hessen bald gehoben sein.
/^Butzbach, 6. Mai. In der gestrigen Generalversammlung des Ortsgewerbevereins Butzbach wurde u. a. beschlossen, sich mit einem Fe st wagen am Trachtey f e st zu beteiligen. Es sollen die Zünfte m ihrer mittelalterlichen Blütezeit zur Darstellung gelangen. Die Beteiligung soll jedoch nur unter der ausdrücklichen Voraussetzung geschehen, daß zu den Vorbereitungen (Dekorationen 2c.) nicht, wie beabsichtigt sei, auswärtige, sondern ausschließlich einheimische Gewerbetreibende zugezogen werden, zumal es an geeigneten Kräften hier nicht fehle. — Die gestrige Wahl eines Rechners für die Kirchen- und KugelhauS- fondskasse ergab für keinen der angcmelbcten Bewerber eine absolute Majorität, weshalb im Laufe der kommenden Woche noch eine engere Wahl zwischen den Herren O. Steinhäuser und W. Grüninger stattsinden soll. — Der jüngst verstorbene Bäckermeister Wilhelm Winter vermachte, neben einer Anzahl Legate an Verwandte, dem Alice-Frauen- verein 200 und der.Kleinkinderschule 100 Mk.
— Friedberg, 5. Mai. Der Vorschuß- und Kreditverein hat dieser Tage mit dem Abbruch des jetzigen Kaffen- gebändes in der Haagstraße beginnen lassen. Der Neubau soll auf derselben Stelle erbaut werden. Bis Herbst soll er im Rohbau vollendet fein und am 1. Oktober 1907 in Benutzung genommen werden. Er ist zu ca. 75 000 Mk. veranschlagt und soll eine Stahlkammer zu ca. 10 000 Mk. erhalten.
König i. O., 5. Mai. Der Fürst von Waldeck und Pyrmont ist, nach der „Darmft. Ztg." am Donnerstag nachmittag zum Besuch des Erbprinzlich Erbach-Schonbergschen Herrschaften hier eingetroffen.
[] Marburg, 6. Mai. Schwere Gewitter mit wolkenbruchartigen Regengüssen ginnen am Freitag nachmittag über den nördlichen Teil unseres Kreises und den angrenzenden Kreis Biedenkopf nieder. Zwischen Caldern und Elmshausen schlug der Blitz in eine Gruppe Holzsucherinnen und tötete die 13jährige Schülerin Vkesfer- chmidt aus Allendorf, ein Mädchen wurde leicht und eine Fran schwer verletzt; in Botten Horn wurden zwei Frauen durch den Blitz betäubt, kamen infolge sofortiger ärztlicher Hilfe aber wieder zu sich; in Wolf grub en brannte das Schneller'sche Haus nieder und in Dautphe wurden zwei Häuser durch Kaltschläge erheblich beschädigt.
R c i ck s'b a n k. Am 14. Mai wird in F r a n ft er b t eine von her Reicksbankstellc in Glogau abhängige RcicksbauNebenstelle mit Kasscneinrichtuug und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
— Für die jungen Mütter 'st c§ nicht nur notwendig, für die Kleidung der Säuglinge zu sorgen, 'andern noch viel wichtiger, sich darüber zu informieren, womit sie. die Kinder ernähren wollen, wenn sie nicht imstande sind, dieselben selbsi zll stillen. Zur Ernährung der Säuglinge eignet sich nm besten die je nach dem Alter des Kindes mit Wasser verdünnte Kuhmilch mit Zusatz von Kuiekes Kindermehl, ivelcheS nicht nur der Nahrung einen größeren für die Entwickelung der Mnskcln nnd Knochen wichtigen Gehalt an Nährstoffen giebl, sondern mich die gröbere Gerinnung der Kuhmilch im Mgqen verhindert, und mich die starken durch Kuhmilch verursachten Gahrunqen im Darm verhütet und so das Kind vor den Erkrankungen an Magen- und DarmkatnrrHen bewahrt. Im Sommer ift das Kiückemehl demnach für Kinder geradezu unentbehrlich. Wie sehr sich das Präparat der Anerkennung der Mütter, ganz besonders aber der Aerztcivell erfreut, geh! dargus hervor, daß es nicht nur in größten Kinderhospitälern des In« und 'Auslandes ständig qcbrgucht wird, sondern dgß c5 nachgewiescner- maßen von tmifcnbeii Aerzten Deutschlands n. s. w. empfohlen wird.__bv3,',,
rliA PnVAll denn nur hierdurch werden VclLIlcL Ult) L VI <111 Hamsisiden jeder Art vermieden. Mch°n°«tb:auck?7°u Myrrhottnseife. d-, IsmWtcc MöbelsM. Deutschlands..300 Zimuicrenirichtunqea- stets liescrf. vorrätig. Man verlange Preisliste und Abbildungen, [b19/^


