angehenden Herrscher auf die ihnen spater obliegenden Pflichten gegen diejenigen, über die sie herrschen sollen, und auch darauf aufmerksam gemacht, wie sehr sie sich im eigenen Lichte stehen werden, wenn sie es an der gewissenhaftesten Erfüllung dieser Pflichten fehlen lassen. Und daß wäre doch um so nachdrücklicher zu betonen, als der zukünftige Monarch, noch bevor er aus der Wiege genommen wird, Gegenstand von Huldigungen ist, die ihm bezeugen, daß er nur Rechte hat und als geborener König ohne weiteres den Aufgaben seines späteren Amtes gewachsen sein wird. Not tut somit auch in der konstitutionellen Monarchie den Negierten vor allem als Geschichtslehrer des Thronfolgers ein aufrechter Mann, der ihm nicht nur daS sagt, was er gern hören mochte, sondern namentlich auch das, was er hören muß.
Wo ein solcher Mann zur Stelle ist, bedarf es zur gründlichen Vorbereitung des zukünftigen Herrschers auf sein Amt nicht einmal der Anweisung des regierenden Herrn. Er selber, der Thronfolger, wird schon auf sie dringen. Denn die Geschichte lehrt ihn, daß die Schmeichler lügen, die ihm einreden, die Erben einer Krone kämen bereits als fertige Regenten auf die Welt, daß seinem Regierungsantritt vielmehr harte und ernste Arbeit voraufgehen muß, wenn er selbst und die von ihm Regierten nicht Schaden erleiden sollen._____________________________________________________
Aus Seaot uns tano«
Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vo-m.. —Vs8 llfir abds.
Gießen, den 6. November 1906.
** Vortrag. Donnerstag, den 8. November, abends 8 Uhr, wird Missionar Ruh land im Matthaussaal, Kirchstraße 9, einen Vortrag über „bie Frauenfrage in Indien und deren Lösung" halten. Da Herr Ruhland durch vieljährige Arbeit in Indien ein genauer Kenner, zugleich ein guter Redner ist, so darf man eine anregende Behandlung des interessanten Themas erwarten.
§ Groß en-Linden, 5. Nov. Gießener Jäger gewahrten an der Lückenbach einen Kranich, der angeschossen war rmd nicht fliegen konnte. Sie singen das sich heftig wehrende Tier. Es war ein sehr starkes Exemplar und hatte eine Flügelspannung von 2,10 Meter. — Wackere Schützen scheinen dieser Tage bei Klein-Linden gejagt zu haben, der eine schoß ein Kind an, und der anoere hielt einen Jagdgenossen in der Dämmerung für einen Rehbock. Er gab einen Schuß auf ihn ab, der zum Glück fehl ging.
§ Reichelsheim i. d. Wetterau. Einen großen .Verlust erlitt unsere Stadt durch den Wegzug des Medizinal- rats Dr. Schäfer, welcher mehr als '36 Jahre dahier als Arzt tätig war und nunmehr seinen Ruhesitz in Gi e ß e n aufgeschlagen hat. Eine Abschiedsfeier im engeren Kreise veranstaltete die „Runde Tischgesellschaft" deren langjähriger Präsident er war, und die ihn zum Ehrenpräsi-. deuten ernannte. Aber auch die Stadt Reichelsheim ließ es sich nicht nehmen, ihrem langjährigen Arzt bei seinem Scheiden Beweise ihrer Dankbarkeit und ihrer Wertschätzung zu geben. Es fand ein glänzender Fackelzug mit nachfolgendem Kommers statt, an dem Bürgerschaft und Vereine geschlossen teilnahmen. Bürgermeister Schneid pries die Verdienste des Scheidenden und teilte mit, daß er kraft Beschluß des Stadtrates zum Ehrenbürger der Stadt Reichelsheim ernannt worden sei. Möge Medi^inalrat Dr. Schäfer noch lange Jahpe seine wohlverdiente Ruhe Bei körperlicher und geistiger Frische in seinem neuen Heim genießen.
----Laubach, 5. Nov. Es verlautet, daß nach einer Zuschrift der Oberpostbirektion Darmstabt an bie Großh.' Bürgermeisterei bie Verlegung bes Postlokals nach dem alten Amtsgerichtsgebäube geplant ist. In dem im stäbtischen Besitz befinblichen Gebäube werben zuerst noch Veränderungen, so bie Verlegung des Haupteingangs nach ber Gartenseite vorgenommen. Die Uebersiebelung geschieht am 1. April 1908. — Das Anwesen bes Bäckermeisters Friebrich Hellwig (Obere Langgasse) ging samt Inventar zum Preise von 15 000 Mk. in ben Besitz seines Gesellen Wikhelm Döll über. Die Geschäftsübergabe erfolgt am 1. April 1907.
s.. Frischborn, 5. Nov. In der Nacht auf Montag brannte hier bie bem Lanbwirt Heinr. Bing gehörige, mit betreibe gefüllte Scheuer vollstänbig nieber. Es liegt Brandstiftung vor.
a,. AngerSbach, 5. Nov. In ber Helmesmühle sinb zwei Personen an Typhus erkrankt. Nach Ansicht ber Aerzte ist bie Lauter verseucht unb bie Benutzung bes Wassers ist behördlicherseits bereits verboten.
(X) Mücke, 3. Nov. Gestern abenb kam ein Wagen mit Hochzeitsleuten von Babenhausen gefahren, bespannt mit zwei Pferden. Ein einspänniges Fuhrwerk von Groß-Eichen fuhr dem ohne Laternh kommenden entgegen. In der Dunkelheit rannten diebeidenWagen zusammen. Dem einen Pferd des Doppelgespanns stieß die Wagenschere des Einspänners mit solcher Wucht vor bie Brust, baß sie tief eindrano unb ein mächtiger Blutstrom baraus hervor- <suoll. Das Pf erb blieb tot auf bem Platze.
j Bad-Salzhausen, 5. Nov. Gegenwärtig wird eifrig an dem Aufbau des von Bad-Nauheim hierher gebrachten Badehauses Nr. 7 gearbeitet. Dank der günstigen Witterung hofft man in Bälde nrit dem Rohbau fertig zu sein, der innere Ausbau erfolgt den Winter über. Bis zum Frühjahr soll das Badehaus vollendet sein, um darin mit den Bädern zu beginnen. Das Badehaus grenzt westlich an das Kurhaus und östlich an die Oeko- nomiegebäude des Geh. Baurats Rotb, von der Solquelle steht es zirka 200 Meter entfernt. lieber die langersehnte Erbauung des neuen Badehauses herrscht hier allgemeine Befriedigung, man erhofft davon einen neuen Aufschwung des Bades. Ter im Sommer erbohrte neue Sprudel wirft täglich gegen 86 400 Liter Solwasser aus. Da auch in dem staatlichen Kurhaus beträchtliche bauliche Veränderungen vorgcnommen werden, mußte die Restauration in die während des Winters leerstehende Villa Quisisana verlegt werden.
)( Nie der-Oh men, 5. Nov. Die Bahnbehörde hat den Umbail unseres Bahnhofs beschlossen, der int nächsten Jahr in Angriff genommen werden soll. Die jetzige Station kann sich wegen ihrer Lage inmitten des Dorfes kaum ausdehnen, sodaß die Bahnbehörde beabsichtigt, den Bahnhof an das nordöstliche Ende des Dorfes zu legen. Die Erweiterung ist infolge des stets zunehmenden Personenverkehrs seit den letzten Jahren mehrfach erwogen worden. Unser Ort zählt 1300 Einwohner und der Personenverkehr ist säst so groß wie in Mücke. Daz-u kommt noch,
daß hier große Eisensteinwerke mit bedeutendem Fracht- Verkehr bestehen, der jedoch in Anbetracht der Unzulänglichkeit der hiesigen Bahnhofsverhältnisse größtenteils durch eine Drahtseilbahn nach Mücke geleitet wird. In Anbetracht des zu erwartenden starken Güterverkehrs ist bei dem Erweiterungsbau eine größere Güterverladestelle geplant. Zu dem gesamten Bahnhofsumbau sind 200 000 Mk. vorgesehen.
l. Unterschmitten, 5. Nov. Hier wurde jetzt endlich der neugewählte Bürgermeister Döll kreisamtlich bestätigt, nachdem er mehrmals über den Schneidemühlenbesitzer Nuppel, der kürzlich gestorben ist, gesiegt hatte. Die Wahl war immer mit Erfolg angefochten worden. Hoffentlich wird jetzt die für die gedeihliche Entwicklung unserer Gemeinde unbedingt erforderliche Ruhe eintreten.
h. AuS bem Scheldetal, 4. Nov. Am 1. Nov. würbe ber neu errichtete Haltepunkt ber Deutz-Gießener Strecke bei Nieberschelb bem Verkehr übergeben, unb somit hat bas Schelbetal enblich ben längst begehrten birekten Anschluß an bie Hauptbahn gefunden. — Regierungspräsident Dr. v. Meister-WieSbadeu traf in ber abgelaufenen Woche hier ein unb wohnte ber Einweih ring von neun durch ben Gemeinnützigen Bauverein für ben Dillkreis zu Oberscheld erbauten Arbeiterwohnhäuser bei. Auch bie ausgedehnte Anlage des Hessen-Nasiauischen Hüttenvereins mit seinem im vorigen Jahre erbauten Hochofen, bem ersten int Schelbetal, sowie mehrere mustergültige Grubenbetriebe wurden von bem Regierungspräsidenten einer eingehenden Besichtigung unterzogen.
r. Wetzlar-Niedergirmes, 5. Nov. Die Einweihung unserer von Kirchenbaumeister und Architekt Hofmann zu Herborn errichteten neuen Christuskirche ging gestern vormittag in feierlichster Weise vor sich. Zunächst wurde im alten Gotteshaus von Vikar Hassel eine Abschiedspredigt gehalten. Dann bewegte sich der Festzug zum neuen Hause. Nach der üblichen Schlüsselüberreichung füllte es sich in kurzer Zeit bis zum letzten Platz und mächtig packten die neuen Orgeltöne — Organist war Kantor W. Schmidt — die Zuhörer. Pfarrer Hackenberg- Hottenbach, Vorsteher der rheinischen Provinzialshnode, überbrachte deren Grüße und schloß seine eigenen Segenswünsche an. Das kgl. Konsistorium hatte in Verhinderung des erkrankten Generalsuperin.tendenten Umbek einen Vertreter entsandt, der bezugnehmend auf das heutige Reformationsfest über die rechte Freiheit des Christenmenschen ein kräftiges Weihewort sprach. Gesangsvorträge des hiesigen Gesangvereins und des Schülerchors verschönten die erhebende Feier.
h. Biedenkopf, 4. Nov. Die Obsternte von den Bäumen an ben kommunalständischen Bezirksstraßen im Kreise Biedenkopf brachte in diesem Jahre einen Erlös von 3899.90 Mk. — Der Gemeinde Bottenhorn wurden durch bie in biesen Tagen in Wiesbaben zusammengetretene Bczirks- synobe zur Verringerung ihrer Kirchbauschulb 400 Mk. aus ber Kollekte für bedürftige Gemeinben bewilligt.
Rekrntenmißhandlung durch „alte" Leute.
.(fc.) Frankfurt a. M., 5. Nov. (Ob er kri e gHgeri cht.) Weil er, es war Anfangs Juli d. I., wegen Urlaubsüberschreitung eine Strafe erhalten hatte, hatten die „alten Leute" der 4. Esk. 24. Drag.-Rdgts. in Darmstadt dem Rekruten Mar- schella einen „A bzug" geschworen. Am 9. Juli abends, als Marschella auf Stallwache war, wurde der „Abzug" vollzogen. Nachdem er eben noch den Gesielten Mönnmghoff, der als Unteroffizier vom Dienst fungierte, und Dietrich, der Stallwachthabender war, beim Revidieren des Stalles geleuchtet hatte, während er kurz vorher den Gefreitem Selb beim Nachsehen der Lampen getroffen hatte, wurde er plötzlich, als er allein aus dem Re- montenstall zurückkehrte, überfallen und mit Besenstielen und anderen Werkzeugen so fürchterlich geprügelt, daß er 18 Tage int Lazarett zubringen mußte. Einem Kameraden, der ihn kurz nach der Prügelszene weinend antraf, sagte er. er wisse nicht, wer ihn geschlagen habe. Andern Tags ober meldete er, er habe die Täter, die, nachdem sie ihm 40—50 Hiebe versetzt hatten, ent- fwhen seien, bis mir einen, den vierten, erkannt. Es seien die Gefreiten M ö n n in g ho f f, Dietrich und Seib gewesen. Weil er zuerst aus Furcht vor weiteren Schlägen nicht die Absicht gehabt habe, die Mißhandlung zu melden, habe er am Abend der Tat dem Kameraden gesagt, er wisse nicht, wer ihn geschlagen habe. Das Kriegsgericht der 25. Division verurteilte, nachdem Marschella seine Aussage beschworen hatte, die drei Gefreiten trotz ihres Leugnens zu Gefängnisstrafen und zwar den Mönnmghoff zu 3 und die beiden andern zu je 2 Monaten Gefängnis. Am Tage nach der Verhandlung meldeten sich nun die ebenso wie die Gefreiten im 3. Jahre dienenden Dragoner Georg Glotzbach, Philipp Meisel und Heinrich Mitz beim Rittmeister mit der Selbstbezichtigung, sie seien die Täter, sie wünschten nicht, daß andere unschuldig ins Gefängnis kämen. Darauf wurde gegen sie Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung erhoben und zugleich gegen den gemiß- handelten Rekruten wegen fahrlässigen Falscheides, weil dieser bekundet hatte, er habe die Täter genau erkannt. Das Kriegsgericht der 25. Division aber, vor dem GlotzbaK, Meisel und Mitz bei ihrem Geständnis beharrten, während der 9u< t Marschella bei seiner Aussage blieb, sprach alle vier frei. Gegen diese Freisprechung hatte der Gerichts'herr Berufung eingelegt, das Gleiche hatte er gegen die Verurteilung der drei Gefreiten zu deren Gunsten getan. Die Gesieiten hatten sich der Berufung an- geschlossen. Das Oberkriegsgericht, vor dem heute beide Berufungen zu>- Verhandlung standen, beschloß, die Verhandlung gegen Marschella wegen fahrlässigen Falscheids abzutrennen und bis zur rechtskräftigen Erledigung der beiden anderen Anklagen zu vertagen, im übrigen aber die beiden Sachen zu verbinden. Trotzdem die Zeugenanssagen dieselben blieben, kam das Ober- kriegsgericht zur entgegengesetzten Ansicht wie das Kriegsgericht. Es sprach die drei Gefreiten frei, und verurteilte die „Selbstbezichtiger" Glotzbach und Meisel zu ie 3 und Mitz zu 2 Monaten Gefängnis, wobei es ihnen strafmildernd anrechnete, daß sie sich selbst gemeldet hätten.
VermLsch-es.
' Portsmouth, 5. Nov. 300 Mann, meist Heizer, veranstalteten gestern abend ans Wut über den Befehl eines Offiziers, zu knien, wenn er mit ihnen spreche, in der Kantine der M acine kaser ne einen Tumult, versuchten aus der Kaserne auszubrechen und wollten die Wohnung des mißliebigen Offiziers demolieren. Die Tumultuanten gelang es erst zur Ruhe zu bringen, nachdem die ganze Kaserne alarmiert war. — Nach späterer Meldung waren die Seute, bie vor ber Kaserne angetreten waren, wegen eines starken Regengusses ohne Befehl in bie Kaserne g elau sen. Als sie bann in ber Turnhalle wieder antraten, befahl der diensttuende Offizier, der von etwas kleiner Figur ist, daß das erste Glied niederknieen sollte, damit er die Leute besser übersehen könnte. Als einige von ihnen zögerten, diesen B»fehl auszuführen, und einer sich direkt weigerte, wurde dieser der Wache übergeben. Das gab den Anlaß zu den weiteren Geschehnisien.
* Kleine Tageschronik. Am 4. d. Mts. entstand aut dem Gehisst des Gutsbesitzers Clauß in Linda (SÖnigr. Sachsen) ein Bran d, der die Scheune, das Wohnhaus und ein Neben-
qebäube einäscherte. Am 5. wurden aus den Trümmern die verkohlten L e i ch e n z w e i e r K i n d e r bervorgezogen. Man nimmt an, das; sie den Brand in der Scheune selbst verursacht haben und in' den Flammen umoefommen sind. — Am 5. Nov. brach im Verlagsgebäude der Zeitung „Seeolo" in Mailand Feuer aus. 'Äußer dem Schaden, den das Haus erlitt, beziffert sich der Verlust, der durch die Zerstörung von Büchern herbeigeführt wurde, auf 250 000 Lire. — Die Polizei in H a m b u r g setzte 5 0 0 M k. Belohnung auf die Ergreifung des Mörders der unverehelichten Zimmervermieterin Bertha Jark aus, die gewaltsam erstickt in ihrer Wohnung aufgefunden worden ist. Der Mörder ist der 35jährige Bildhauer und Geschäftsführer Heinrich Max Friedrich Nandt.
MuvverFrLLitS-Naichrichten.
— Die Zulassung ber Russen an den preußischen Universitäten ist jetzt wieder gestattet. Zu der bisherigen Bedingung politischer Unverdächtigkeit wird nunmehr auch der Nachweis von Uuterhaltungsmitteln zum Studium gefordert. Nach dem Bekanntwerden der erneuten Zulassung häuften sich sofort die Gesuche um Einschreibung.
Breslau, 3. Nov. Geheimrat Prof. Neißer trat zu Beginn des Monats den ihm vom Minister bewilligten Urlaub bis Mai nächsten Jahres zu seiner zweiten Syphilisforschungsreise nach den Sundainseln an.
— In den B'irschenschaftl. Müttern kommt Dr. W. Südel auf die Alkoholfrage zu sprechen. Seine Ausführungen gipfeln in den Vorschlägen: Der Svinnkomment ist abzuschaffen, da er als für viele in hohem Masse schädlich unb unzweckmäßig erkannt ist. Eine Verpflichtung, Bicrjungen usw. anzunehmen. Ganze mit der gleichen Quantität nachzukommen, besteht nicht mehr. Jeder trinke, soviel er vor sich verantworten zu können glaubt. Die leitenden Mitglieder einer Burschenschaft haben die- jentgen Bundesbrüder, deren übermäßiges Trinken schädliche Folgen für ihre Gesundheit befürchten läßt, durch vernünftige Vorstellungen hiervon abzubringen zu suchen.
Münster, 3. Nov. Heute mittag fand im Beisein des! Kültusministers Dr. v. Studt die feierliche Uebergabe der medizinischen Institute an die staatliche Uuterrichtsver- toaltung unb die Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek statt. Kultusminister Dr. v. Studt übernahm die Räume int Namen der Universitätsverwaltung. Zum Schluß teilte der Minister die Auszeichnungen mit, die aus Anlaß ber Eröffnung der Universitätsbibliothek verliehen worden sind. Es erhielten: den Kronenorden 3. Klasse der Direktor der Universitätsbibliothek Prof. Dr. Molitor, den Roten Adlerorden 4. Kl. der Oberbibliothekar Prof. Dr. Bahlmann. Dem Privatdozenten der theologischen Fakultät Dr. Engelkemper wurde das Prädikat als Professor, dem Buchhändler Coppenrath ber Titel als Universitätsbuchhändler verliehen. Am Abend fand die Ueberreich-- ung der Ehrenbürger-Urkunde an den M i n i ft e r statt.
Sandel nnd Verkehr, Volkrwlrtschnft.
München, 5. Nov. Kommerzienrat Georg von Krauß, der Gründer unb langjährige Chef der Lokomotivfabrik A. G. Krauß & Co. ist 77 Jahre alt g e st o r b e n. Er hat sich große Verdienste um die Verbesserung des Verkehrswesens und Verbesserungei; im Lokomotivbetrieb erworben.
Teüefomscßw Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel
nnd Industrie. Giessen.
3%
3%7o 3%
3 »7.
Frankfurter Börse, ß November, 1.15 Uhr.
Reichsanleihe . . 97.90'
86.20
98.00 86 25 96.80
do. Konsols do. Hessen .
3^% Oberhessen . . . —•— 4% Oesterr. Goldrente. . 99.40 41/,, % Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . • 103.10 3% Portugiesen Serie I . 69.10 3% Portugiesen „ III 69.90 4^% russ.Staatsanl. 1905 88.70 4}40/n Japan. Staatsanleihe 92.2a 4% Conv. Türken von 1903 93.20 Türkenlose 145.40 4% Griech. Monopol-Anl. 52.60 4% äussere Argentinier . 88.30 3% Mexikaner . . . 67.40
4%% Chinesen .... 96.10
Aktien:
Elektriz. Lahmeyer . . . 140.40 Elektriz. Schlickert . . . 124.95 Eschweiler Bergwerk . . 236.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 218.70 Hamburg - Amerik. Paketf. 155.60 Harpener Bergwerk. . . 208.25 Lanrabütte ..... 241.80 Nordd. Llovd 125.80 Oberschi es. Eisen-Industrie 125.00 Berliner Handelsges . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 137.90 Deutsche Bank . . . 237.40
Deutsch-Asiat. Bank . . 170.60 Diskonto-Kommandit. . . 181.30 Dresdner Bank . . . 155.00 Kreditaktien 212,30 Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . 120.80
Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 35.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80
Bochum Guss . . .
. 231.50 Priuce-Hcnri-Eisenbabn . 148.00
Buderus E. W .... 123.50
Tendenz: matt.
■Berliner Börse, 6. November. Anfangskurse.
Canada E. B 178.00
Darmstädter Bank . . . 137.70 Deutsche Bank .... 237.20 Dortmunder-Union C. . . 79.80 Dresdner Bank .... 154.80 Tendenz: träge.
Harpener Bergwerk. . . 208.60
Laurahütte .... 240.60
Lombarden E. B. ... 35.10
Nordd. Lloyd 125.60
Türkenlose —.—
Ball-SeitU v.Mk.i.io.b
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