Shan> ist selbst Sozialist, das macht seinen Brief noch interessanter._______________________________________________________
Heer und Flotte.
— Kriegsdrachen sind Lei den englischen großen H'erbst- übungen des Mdershvt-Armeckorps unter Generalleutnant Sir John French bei Chichester in Sussex erprobt worden und scheinen sich bewährt zu haben. Während Fesselballons für Veobachtnngs- zwecke des herrschenden starken Windes wegen kaum aufgelassen werden konnten, bereitete der Aufstieg von rekognoszierenden Offizieren in sogenannten boxkitcs — Kasten-Rahmen-Drachen — nur vereinzelt Schwierigkeiten. Freilich ist das Gefechtsfeld von «einem solchen Drachen aus im Vergleich zu den Fesselballons ziemlich beschränkt. Auch wurde bei einer Gelegenheit ein Offizier durch den orkanartigen Sturm, der die Drachengondel umkippte, Leim Aufsteigen von seinen: hohen Sih herabgeschleudert. Der Aeronaut fiel glücklicherweise in die Krone eines hohen Baumes und kam mit unbedeutenden Verletzungen davon.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 6. Okt. 1906.
•* Vom Großherzoglichen Hoflager. Während seither beabsichtigt war, daS Hoflager bald nach der Rückkehr Sr. Kgl. Hoh. des GroßherzogS von seiner Reise von Jagdschloß Wolfsgarten nach dem Neuen Palais in Darmstadt zu verlegen, werden die Großh. Herrschaften voraussichtlich noch bis zum Ende dieses Monats in WolfSgarten verweilen, wenn die Witterung nicht ungünstiger wird.
— Parlamentarisches. Der 6. Ausschuß für die Vorberatung der Verwaltungsgesetze wird an: Donnerstag dem 11. Oktober unter dein Vorsitz des Präsidenten Geh. Regierungsrat HaaS seine Beratungen beginnen. Der 4. (Petitions -) Ausschuß wird unter dem Vorsitz des Abg. Adelung am Mittwoch, 10. Oktober, tagen, um einige spruchreife Gegenstände zu erledigen. Auch der dritte i(W a hlprüfungs-)Ausschuß wird unter dem Vorsitz dcS ^Abg. Bähr in den^nächsten Tagen zusammentreten, uni bezüglich der immer noch nicht für giltig erklärten Wahl des Abg. Dr. Schmitt-Mainz für den Wahlkreis Mainz-Land Beschluß zu fassen. Bekanntlich wurde seinerzeit die von den sozialdemokratischen Wahlkomitees eingereichte Reklamation als unberechtigt verworfen. Gleichzeitig hatte aber auch der Zentrumswahlverein reklamiert. Dem Vernehmen nach wird nun diese Reklamation zurückgewiesen, da nur zwei der angefochtenen Wahlmänner .Preußen" sind, die anderen angefochtenen sich aber als hessische Staatsbürger entpuppt haben. Diese sind aber nicht ausschlaggebend, da die Majorität seinerzeit 4—5 Stimmen betrug. Daher kann diese Beanstandung nicht in Betracht kommen und die Wahl Schmitts wird für giltig erklärt werden.
*• Gelände-Enteignung. Der Kgl. Preuß. Eisenbahn- Direktion zu Frankfurt wurde von S. K. H. dem Großherzog das Recht erteilt, daS zur Erweiterung des Bahnhofs Groß-Karben in der Gemeinde Kloppenheim, sowie das zur Enteignung von Gelände zur Herstellung einer größeren Uebersichtlichkeit von Bahnübergängen in der Gemarkung Holzhausen erforderliche Gelände im Enteignungsverfahren zu erwerben.
— EineVerä n der ungvonGemarkungs grenzen erfolgte bei dem Bau der Bahn Laubach-Mücke zwischen Stockhausen (Kr. Gießen) und Stockhäuserhof und Lardenbach (Kr. Schotten). Dementsprechend wurde nunmehr auch die 'Regulierung der Kreisgrenzen vorgenommen.
’* Unser Stadttheater-Neubau. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, den letzten Rest des Dachstuhls über dem Zuschauerraum, der in Eisen hergestellt wird, aufzuschlagen. Die Glaserarbeitcn, die kürzlich zur Vergebung ausgeschrieben waren, sind an folgende vier hiesige Unternehmer übertragen worden: Hch. Fillmann, Ph. Jakobi, Beruh. Wolf und die Dampf-Schreinerei E. H. Müller, die gemeinsam mit der Firma H. Fasig Sohn-Ludwigshafen offeriert hatte. Bei der Vergebung der Weißbinderarbeitcn waren betreffs des Außenputzes folgende Angebote zu berücksichtigen: Vereinigung der Weißbinder (Freie Innung) Mk. 7701, Heinrich Launspach Mk. 4955, Karl Nikolaus Mk. 4444, so daß der Letztere als der billigste und als leistungsfähig bekannte Unternehmer die Arbeit übertragen erhielt. Für den Innenputz waren die vereinigten Meister mit Mk. 6500, die sie für die Arbeit verlangt hatten, um ca. Mk. 150 billiger als ihre Konkurrenten Launspach und Ntkokaus, weshalb ihnen der Zuschlag erteilt wurde.
•’ Vorträge. Auch in diesem Winter veranstaltender Kaufmännische Verein und der Ortsgewcrbe- verein eine Reihe von öffentlichen Vorträgen. Der erste Vortragsabend findet, wie schon mitgeteilt wurde, am 12. Oktober im Hotel Saalbau statt. P.:ofcssor Eduard Engel von Berlin wird an diesem Abend über „die bevorstehende Eisenbahnresorm" sprechen. Weiter spricht am 27. Oktober Herr Gg. Wagner von Dresden-Radebeul über „die Gesundheitspflege nach naturgemäßer Anschauung", am 12. Nov. Dr. B. Schapirc-Berlin über „Flüssige Luft und Radium" (mit Experimenten), am 3. Dez. Professor Brockmann von Offenbach über „den Simplontunnel" (mit Lichtbildern), am 3. Jan. Lens Lützen von Berlin über „den Vesuvausbruch im April 1906 und die Katastrophe in San Franzisko und Valparaiso" und am 24. Jan. Herr Franz Fürstcnberg von Berlin über „unsichtbares Leben im Wasser und in der Lust" (mit Lichtbildern). Außerdem hält Schriftsteller Hans Weber von Mainz am 21. Febr. einen „modernen deutschen Dichter - a'bend" ab.
’* Blindenkonzert. Hiermit sei nochmals auf das Konzert des erblindeten Pianisten Max Becker hingewieszn, das am 8. Oktober, abends 8 Uhr, im Neuen Saalbau stattfindet.
-Besitzwechsel. Peter Ruckstuhl Ww. veräußerte ihr Besitztum Bismarckstraße 16 an den Kaufmann Karl Volk für 85 000 Mk. — Die Firma Gebr. Homberger u. Söhne verkauften dem Maurermeister Gg. Pfaff das an der Westanlage liegende ca. 1000 Quadratmeter große Fabrikgrundstück für 31 000 Mk. Es ist dies das letzte noch unbebaute Stück der Wcstanlage und es ist zu hoffen, daß durch baldige Errichtung eines modernen Hauses auf dem Gelände endlich einmal der unserer Stadt unwürdige Zustand beseitigt wird, daß an der Anlage eine Ruine sich befindet.
p. Aus dem Kreise Wetzlar, 6. Okt. In sämtlichen Bürgermeistereien unseres Kreises bestehen Hand- werkervereine und Innungen. Damit diese fortan eine
größere Tätigkeit als bisher entfalten können, wird jetzt ein Zusammenschluß der einzelnen Korporationen zu einem Kreisverband und eine Zentralleitung gewünscht. Ausgabe des Kreisverbandes würde es zunächst sein, in jedem Jahre abwechselnd in den einzelnen Teilen des Kreises eine größere Handwerkerversammlung abzuhalten. Eine Ausstellung von Handwerkserzeugnisscn, von Lehrlingsarbciten und Gesellenstücken könnte mit der Jahresversammlung verbunden werden. Die Tätigkeit wird nach dieser Organisation besonders in den Landorten segensreich sein, weil durch Veranstaltung geeigneter Unterrichtsgelcgenhciten eine größere Konkurrenzfähigkeit des ländlichen Handwerks eintritt. Noch in diesem Monat soll eine allgemeine Versammlung in Wetzlar statt- findcn, in der die Statuten zu genehmigen sind.
X Mücke, 5. Okt. Eine dringende Verkehrsnotwendigkeit dürfte cs sein, wenn von Seiten der Oberpostdircktion der Spätpostverkehr nach Ulrichstein wieder cin- geführt würde und auch den Winter von hier hindurch bliebe und so eine Abfahrt von den Postzügen auch der Postsendungen wegen, für die die 7-Uhrpost nur sehr minimalen Wert hat, stattfände. Es ist dies in allen Gebirgsgegenden der Fall, wo kleine Bahnen lausen. Dazu kommt noch, daß die sogen. Ohmstraße nach Ulrichstein den ganzen Winter schneefrei — vom Winde geputzt — ist. Zu einem Eisenbahnbau nach Ulrichstein sind di-e Aussichten doch wieder einmal geschwächt, da frühere Ulrichsteiner Eiferer der Bahn jetzt Gegner derselben sind.
Sitzung Ser Stadtverordneten.
w. Gießen, 6. Okt.
Der Oberbürgermeister eröffnete gestern nachmittag um 5 Uhr die Versammlung. Anwesend waren außer Oberbürgermeister Mecum die Beigeordneten Heyligenstaedt und Curschmann, sowie die Mehrzahl der Stadtverordneten.
Der Oberbürgermeister setzt die Gründe auseinander, weshalb die Versammlung so spät eingeladen sei, und bat, die Dringlichkeit der Verhandlung zu beschließen, was auch geschah. (Daß es der Herr Oberbürgermeister indeß unterließ, der Presse von der Einberufung dieser „öffentlichen" (!?) Sitzung Mitteilung zu machen und nur einen privaten Journalisten davon zu benachrichtigen für gut befand, verdient an dieser Stelle besonders hervorgehoben zu werden. D. Rd.) Oberbürgermeister Meeum teilte daraus mit, es habe sich ergeben, daß die Wasserversorgung der bestehenden Kliniken auf dem Seltersberg im vergangenen Sommer nicht mehr aus gereicht hat. Im abgelaufenen Monat habe die Kliniksverwältung berichtet, daß an einigen Tagen die Wasserzufuhr so wenig ausreichend gewesen sei, daß die Zentralwaschanstult in Gefahr stand, den Betrieb einzustellen. Die Kliniken, so berichtet der Vorsitzende, brauchen zurzeit täglich 250—300 Kubikmeter Wasser aus der städt. Quellwasserleitung Queckborn, außer etwa 40—90 Kmtr. Wasser aus eigener Wasserleitung. Es sei selbstverständlich, daß man städtischerseits die Kliniken an Wasser nicht Not leiden lassen dürfe und daß die Kalamität sofort gehoben werden müsse. Tas Wasserwerk schlage eine umfassende Verstärkung der Wasser zu slußrohre nach dem Seltersberg usw. vor dergestalt, daß diese Rohre später für den weiteren Ausbau des Wasserrohrverteilungsnetzes für den sich vergrößernden Stadtteil des Seltersbergviertels Verwendung finden können. An Hand von ausliegenden Plänen erläutert der Oberbürgermeister, wie die Rohrleitung praktisch verlegt werden soll, und bemerkt, daß das hoch gelegene Stadtviertel vom Hochdruckbehälter versorgt wird.
Die Stadtverordneten erklären sich mit den Vorschlägen einverstanden und bewilligten die dafür geforderten 9000 Mk.
Für die Neuanlegung der Gasleitung auf dem Brand unöLandgraf-PchilippsPlatz reichen die von der Versammlung bewilligten Mittel nicht aus. Mit der Verlegung der Gasrohre soll gleichzeitig eine verbesserte Lage des Wasserzusührungsrohres auf beiden Plätzen vorgenommen werden. Für diese Arbeiten werden als Nachtrag zusammen 9 3 0 M k. verlangt und von den Stadtverordneten bewilligt.
Nachdem auf einer Seite des Selters Weges, vom Rathschlagschen Hause bis zum Selterstor, die Hausanschlüsse der Kanalisation ausgeführt sind, ist man mit der Anlage des Bürgersteiges vorgegangen. Das Diefbanamt macht den Vorschlag, da sich Asphalt als Trottoirbelag bisher nicht bewährt hat und der am Seltersweg vorhandene, noch gute Betonuntergrund eine Verlegung von Zementplatten nicht zuläßt, den Bürgersteig mit Dör ritplatten zu belegen. Eine damit vorgenommene Probe auf dem Trottoir vor dem Mülterschen Laden an der Mäusburg habe bewiesen, daß daS Material sich vorzüglich geeignet erweise. Außerdem soll Königstein im Taunus, wo seit sechs Jahren dieser Bürgersteigbelag eingeführt ist, gute Erfahrungen damit gemacht haben. Allerdings sei das Material anfangs schwarz, doch bald nehme es eine graue Farbe an. Tie Kosten des Törritbelags stellen sich genau so wie die bei Asphalt.
Stadtv. Löb er fragt an, ob das kleine Königstein mit Gießen und dessen Verkehr vergleichbar sei.
Ter Oberbürgermeister erklärt, daß Königstein im Sommer einen sehr starken Passantenverkehr hat.
Stadtv. Schaffstaedt wünscht zu wissen, ob bei Einfahrten die dünnen Dörritplatten für die darüber hingehenden Wagen haltbar sind und ob sich die Platten leicht aufnehmen und wieder hinlegen lassen, falls sich dies als nötig erweist: ob weiter das Material nicht die schlechte Eigenschaft wie z. B. Asphalt hat, der im Sommer bei großer Hitze weich wird.
Nachdem der Oberbürgermeister mitgeteilt hat, daß an den Einfahrten stärkere Platten gelegt werden sollen, daß die Platten leicht zu entfernen und wieder einzufügen sind, und daß nach der Auskunft von Königstein Dörritplatten bei der Hitze im Sommer nicht weich werden; nachdem endlich eine Musterplatte in der Versammlung von Hand zu Hand gegeben war, waren die Stadtverordneten mit der Verwendung des neuen Materials einverstanden.
Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung.
Vermochte».
* Erdbeben in Tirol. In der Umgebung von GlurnS wurde ein Erdstoß in der Richtung von Süden nach Norden verspürt, der 11/2 Sekunden dauerte und von donnerähnlichem Krachen begleitet war.
* Kleine TageS chronik. Bei einem Großfeuer, das die Ortschaft D ö l s a ch in der Nähe von Lienz teilweise zerstörte, wurden ein Briefträger und ein Postillon von ein
stürzenden Trümmern erschlagen. Ein Stationsdiener wurde schwer verletzt. An der Rettungsaktion beteiligten sich außer den Nachbarwehren auch eine Abteilung des 18. Infanterieregiments aus Lienz. — Bei der Einweihung der Beval-Hütte im Engadin durch Graubündencr MpenklUbisten stürzte der Bergführer Schmidt von Vontresina ab an einer gefährlichen Stelle und starb an den Kopfverletzungen. — Auf dem Pferde markt in Buttstädt (Thür.) gerieten zwei Zigeuner-Karawanen in Streit, der in einen wütenden Kampf ausartete und mit Revolvern, Dolchen und Säbeln ausgefochten wurde. Die Feuerwehr wurde alarmiert und machte dem Kampf durch kalte Wasserstrahlen ein Ende. 3 Zigeuner wurden schwer verwundet, 13 verhaftet. — In Bamberg drang nach Verbüßung einer zweijährigen Gefängnisstrafe der Dienstrnecht Mein in die Wohnungseiner früheren Geliebten, der Arbeiterfrau Schümm, und versetzte der in gesegneten Umständen befindlichen Frau sechs lebensgefährliche Messerstiche. Der Täter, der von herbeieilenden Personen durchgeprügelt wurde, wurde verhaftet. — In Berlin versuchte sich in einem Hotel der Fähnrich Wolf von der Wittelsbach zu erschießen. Er verletzte sich schwer und wurde ins Garniwn-Lazarett gebracht. Was ihn zu dem Schritt veranlaßt hat, ist noch nicht bekannt. — In Ludwigshafen wurde wegen umfangreicher Eisenbahn-Diebstähle der Rangierer Eichmann verhaftet. Eine Haussuchung bei ihm lieferte ein ganzes Lager von gestohlenen Gegenständen. — Aus unbekannter Ursache ermordete der 25jährige Barbier Göbel in H errn- stadt (Posen) seine 22jährige Frau, indem er ihr mit seinem Rasiermesser den Leib ausschlitzte. Er verübte hierauf Selbstmord durch Erhängen. — In Budapest stürzte in einem Variete ein Artist infolge eines mißglückten Luftsprunges so unglücklich, daß er das Genick brach und sofort tot war.
Gerlchtssaal.
R. B. D a r in stadt, 5. Okt. Unerlaubte Entfernung aus feinem Truppenteil und nächtliche Ruhestörung re. wurde dem Dragoner i r n a n d aus Griesheim vom 23. Trag.- Regt. vor dem Kriegsgericht zur Last gelegt. Er hatte sich eines schönen Abends zu Anfang dieses Monats aus der Kaserne entfernt, während der Nacht mit mehreren gleichgesinnten Rum« panen lüderliche Lokale besucht und daselbst ruhestörenden Lärm verübt. Er trieb sich dann drei Wochen lang in der Umgegend von Darmstadt umher, wobei er meist auf dem Felde in Strohdiemen oder dergleichen nächtigte. Als er auch in die Nähe von Griesheim kam, wurde sein Vater von dem Vaqabondenleben seines Sohnes unterrichtet, worauf der erstere Anzeige erstattete und die Festnahme bewirkte. DaS Kriegsgericht verurteilte den freiheitslustigen Burschen, der schon mehrmals vorbestraft ist, zu. drei Di o n a t c n Gefängnis und acht Tagen Hast, welch letztere auf die Unter-suchungshaft angerechnet wurde.
B e rli n, 5. Okt. Tas Kammergericht erkannte gegen den Militärschriftsteller G a e d k e, der wegen Führung des Ober st en- titels angeklagt und von dem Landgericht freigesprochen worden war, auf Z u r ü ckv e rw e i s un g der Revision, weil dem Angeklagten die Kabinettsordre, durch die ihm der Oberstentitel abgesprochen wurde, nicht nachweisbar zugestellt war. Die Ka- binettsordre vom 2. Mai 1874 über ehrengerichtliche Verfahren wurde dagegen für gültig erachtet. .....
Ausmg m den LtandesMksregjstttll der Stadt Gießen. I Aufgebote.
September: 29. Christian Pfaff, Oberpostfchaffner dahier, mit Marie Elisabeth Wagner geb. Dietzel in Franksurt a. M. Oktober: 1. Hermann Krause, Schutzmann dahier, mit Minna Fai Hierselbst. — Albert Haibach, Schneider dahier, mit Gertrude Wurm Hierselbst. 3. Anton Bender, Hüttenarbeiter dahier, mit Marie Gleiß Hierselbst. 4. Alexander Paul Wiederhold, Kaufmann in Budapest, mit Mathilde Müller dahier. 5. Georg Todt, Kaufmann dahier, mit Margarete Klein Hierselbst. i
Eheschließungen.
September: 29. Wilhelm Lepper, Techniker dahier, mit Marie Stühler Hierselbst. — Bernhard Schulze, wissenschaftlicher Hilfslehrer am neuen Gymnasium in Bremen, mit Mathilde Ott dahier. — Karl Schäfer, Installateur dahier, mit Maria Dickel Hierselbst. Oktober: 4. Friedrich Hofmann, Streckenarbeiter dahier, mit Else Frieda Zech Hierselbst.
Geborene.
September: 22. dem Milchhändler Philipp Eisenhuth eine Tochter, Emma Elise Anna Ottilie Margarete. 23. dem Knecht Konrad Schneider eine Tochter, Katharine. 24. dem Schreiner Hermann Tenster eine Tochter, Marie Hermine Auguste. 25. dem Tnglöhner Johann Friedrich Wenzel ein Sohn, Friedrich Philipp. 26. dem Bierbrauer Karl Zimmer ein Sohn, Heinrich Wilhelin. — Dem Rentner Johannes Erdmann eine Tochter, Elfriede Anna Katharine. 27. dem Hilfs-Lademeisler Karl Weber eine Tochter, Luise. — Dem Kaufmann Heinrich Joh ein Sohn, Willi Heinrich Walter. 28. dem Uhrmacher August Schwab ein Sohn. — Dein Großh. Universitätsprosessor Dr. Johannes Haller ein Sohn, Hans Jakob Pontus. 29. dem Kutscher Ludwig Schmidt ein Sohn, Ludwig Heinrich. — Dem Taglöhner Georg Reichwein ein Sohn, Hans Andreas Georg. 30. dem Buchbinder Wilhelm Braunsdors eilt Sohn, Karl Friedrich Wilhelm. — Dein Großh. Universitäts- vrosessor Dr. Albrecht Heinrich Körte eine Tochter, Frieda Auguste. Oktober: 1. dein Fuhrmann Georg Sauer eine Tochter, Christine Elisabeth. 2. dem Schuhmacher Karl Daubertshäußer ein Sohn, Arthur.
Gestorbene.
September: 30. Hans Rosenbecker, 4 Monate alt, Sohn des Dienstknechts Johann Peter Rosenbecker. Oktober: 1. Amalie Rödel geb. Stöcker, 68 Jahre alt, Ehefrau des Privatmannes Theodor Rödel. 2. Marie Johanna Linsenmann, 1 Jahr alt, Tochter des Lagerarbeiters Johann Evangelist Linsenmann. 4. Lina Kleiit geb. Siegbert, 37 Jahre alt, Ehesrau des Lehrers und Kantors Bernhard Kleiw
Sandel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 6. Okt. Marktbericht. Anf heutigein Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6-8 Pf.^Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbfen p.Pfd. 18-24Pfg.,' Stufenp.Pfd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—l,00Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse m-. Pfd. 00-00 Psg., Ochfensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweine- fleifch vr. Mund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 84—90 Psg., Hammelfleisch pr. Psund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Z.viebeln pr. Zlr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevfe! per Zentner 10 bis 18 Mk., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 30 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00—0.00, per Ztr. 9—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 2,00—2.50 Mk., Weißkraut ver Stück 10—15 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 Uhr.
fc. Frankfurt a. M., 5. Oktbr. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Hen Mk. 3.20 bis 3.40. Stroh Mk. 2.90 bis Mk. 3.00. Alles ver 50 Kilo.
~ic Entwöhnung der Kinder ist oftmals eine recht schwierige, weil dieselben die Kuhmilch nicht vertragen können. Eine große Erleichterung bietet hierbei das Nestle'sche Kindermehl entweder allein mit Wasser gekocht oder als dünnere Suppe der Mich .Uiä^etzt. [s38/t^
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