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Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 5 Februar 1906.
Deutschland recht nachteilig sein werde, da die Deutschen dann nicht mehr den französischen Bordeauxwein und die Franzosen nicht mehr da? gute deutsche Bier erhalten würden. Hierauf Iras eine eigenhändig, französisch abgefaßte Antwort des Präsidenten FalliereS ein, die wie folgt lautet:
Meine Herren! Ich bin sehr glücklich, Ihre Zuschrift beantworten zu können. Empfangen Sie den Ausdruck meiner Hoch- aebumg. Möge der Wein von den Usern derGaronne noch lange den Frieden zwischen Delttschland und Frankreich fordern. Prosit!
• Panik in einer Wiener Kirche. In der Altlerchenfelder Kirche zu Wien wurde am Freitag anläßlich Maria Lichtmeß eine vom Herz-Jesu-Verein veranstaltete Kinderpredigt abgehalten, die von 2000 Personen, meist Kindern, auch vom Waisenhause besucht war. Vor Schluß der Predigt entstand durch irrtümliche Feuer rufe und dadurch, daß ein Mädchen einen epileptischen Anfall erlitt, eine ungeheure Panik. Kinder und Erwachsene drängten bei zwei kleinen Seitenausgängen (daß Haupttor war geschloffen) ins Freie und fielen. Aus den zahlreichen Stufen, die auf die Straße führen, entstand ein unentwirrbarer Knäuel von Gestürzten, wobei viele Kinder niedergetreten wurden.
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Vermischtes.
Des Franzmanns Weine und deutsches Aus Anlaß der Wahl des neuen französischen Pcäsi- FalliereS hatte eine Gesellschaft in Danzig eine gehaltene Gratulation an diesen gesandt, in der wurde, daß eine Feindschaft zwischen Frankreich und
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tnf §>aa§ erSffn^t. Der Präfibent gedachte in folgenden normen Worten bc5 wenige Stunden vor Beginn der Sitzung verstorbenen StaatSmiirifterS Dr. Rothe:
„In dein Augenblicke, in welchem wir zusammen treten, durcheilt die Trauernachricht daS Land, daß Se. Exzellenz der Herr Staatsminister sstotbe heute früh aus dieser Zeitlichkeit abberufen worden ist. Mit ihm ist ein Mann verschieden, der stets nach jeder Richtung hin versucht hat daS beste deS Landes zu wahren und die Wohlfahrt der Bevölkerung zu fördern. Von hervorragendem Adel der Gesinnung betrachtete er alle Dinge nur mit Wohlwollen und Gerechtigkeit. Wenn auch der amtliche Lebensgang den Heimgegangenen nicht oder nur kurze Zeit in unmittelbare Berührung mit der Landwirtschaft gebracht hat, so batte er doch ein warmes Herz für die Landwirtschaft und betrachtete es in seiner Eigenschaft als Staatsminister als seine erste Pflicht, für die Landwirtschaft zu sorgen, welche er als die Grundsäule des Staates angesehen hat. Nach jeder Richtung hin sind unter seiner amtlichen Tätigkeit die Interessen der Landwirtschaft staatsseitlich gefördert worden. Tie Hessische Landwirtschaft wird diesem ausgezeichneten Manne, der ro vieler für sie getan hat, ein dankbares Andenken bewahren."
Zur letzten Ehrnny des Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen.
Ms erster Punkt der Tagesordnung wurde hierauf die Stell- imgnatyme deS Landwirtschaftsrats zum Entwurf des H a u pt- staatSvoranschlagS für 1906 verhandelt. Es wurde be- scklosscn, die Großh. Regierung zu bitten, die unter Kvp. 73, Tit. 1 und 2 des Entwurfs eingesetzten Beträge als sür das ganze Jahr 1906 geltend zu verdoppeln. Gleichzeitig soll die Regierung gebeten werden, die seitherigen Staatsmittel-Bewillig- ungen in dem ganzen Umfange auch in Zukunft zu gewähren. In weiterer Erledigung der Tagesordnung nrutbe einem Antrag auf Verlegung der alljährlichenButterprüsungen der Deutschen LandwirtschaftSgesellschoft in den Februar zugestimmt, desgleichen einem Antr.'g des Deutschen Forstvereins, Stangenhölzer von mehr als 2,5 Meter Länge und bis zu 15 Zentimeter Durchmesser am Stammende aus Spezialtaris 2 nach Spezialtarif 3 zu versetzen. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung beschäftigte sich mit der vom Deutschen Landwirtschaftsrat alljährlich veranstalteten K'artoffelernteschätzung,an welcher sich nunmehr auch sür daS Großherzogtum Hessen der Hessische LandwirtschaftSrat in Gemeinschaft mit den Prvvinzial- vereinen beteiligen wird.
Die Beschickung der Wander-AuSstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin 1906 soll vorgesehen und die Großh Regierung um Bewilligung eines Zuschusses gebeten werben. Für die Zucht des deutschen Edelschwei nS im Großherzogtum Hessen wurde ein einheitliches Zuchtziel ausgestellt und diesem zugestimmt. Ms Punkt 8 der Tagesordnung lag eine Anfrage des Großh. Ministeriums des Innern betr. Abänderung der O b st ba u st a t i st i k vor unb es wurde auf Aütrag des diesbez. Ausschusses beschlossen, zu befürworten, daß genaue Obstbaumzählungen mit Hilfe von Zählkarten in zehnjährigen Zeiträumen, dagegen die Schätzungen des ObstertrageS und bte Festsetzung der erzielten Durchschnittspreise sür Obst alljährlich vorgenommen werden. Betr. der Unfall- verhütungsvorschriften wurde u. a. beschlossen, die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zu ersuchen, dem LandwirtschaftSrat Gelegenheit zur Prüfung der erlassenen und noch zu erlassenden Vorschriften zu geben und sofern eine Außerkraftsetzung der erlassenen Vorschriften bis zum 1. Januar 1907 nicht möglich ist, eine Erklärung dahingehend zu erlassen, daß die nach § 147 deS Unfallversicherungsgesetzes bestehende Ersatzpflicht des Betriebsunternehmers gegenüber der Bcrufs- genossenschaft biS zum 1. Januar 1907 nicht geltend gemacht wird. Einem bei der Eisenb hndirektivn Hannover eingebrachten Antrag der Handelskammer Bremen aus Versetzung der amerikanischen Hölzer auS Snezialtarif 1 in Spezialtarif 2 wurde die Zu- stimmung versagt.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Von der Berliner Börse. Der Versuch, die Kurse auf der Höhe des Samstag zu erh-rlten, wollte nicht recht gelingen, da von Newyork neuerdings Rückgang gemeldet wurde und die Oesterreick-ungarische Lage immerhin recht zu denken gab. Die übrigen Marktgebiete waren still. Im weiteren Verlauf aber trat einige Erholung ein, insbesondere am Montanmarkt. Zu Schluß drückten jedoch neuerdings Londoner und Rewyorkev Meldungen, sodaß selbst die Montanwerte wieder abbröckelten. Schluß: fest.
Neue amerikanische Geschäfte d er D arm st ä dl ev Bank. Die gegenwärtige Amerikareise des Direktor, Dernburg von der Darmstädter Bank hat in erster Linie die Festigung der Beziehungen der Darmstädter Bank mit der amerikanischen Bankwelt zum Ziele. Die Darmstädter Bank stand bisher in Geschäftsverbindung mit "ben Firmen Hallgarten u. Co. u. Labenburg, Thalmann in. Co. in Newtzork. Die Reise von Dernburg schließt sich also ber Aktion an, bie vor kurzem die Dresdener Bank durch die Anbahnung einer engeren Verbindung mit der Firma Morgan u. Co. eingeleitet hat.
Märkte.
Gießen, 6.Febr. Marktbericht. Aul heutigem Wockenrnarkte osteten: Butter pr. Pid. 1.00.—1.05 Alk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pff^ 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Psg., Nass vr. Stck. 6—8 Ps., Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbten pr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr.Paar0,80-1,00 Mk., Hühner pr.SÜ 1,00—1,60 Mk^ Hähne pr. Stück 0,80-1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pid. 00—00 Psg., Ochseufleisch pr. Pid. 74—82 Psg., Kub- und Rindfleisch pr. Psnnd 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Psnnd 60—76 Psg. Welsche per Psnnd —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,50—6,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 AlL, Milch per Liter 20 Pfg., Aepkel per Pfund 18 bis 30 Psg^ in Körben 00 Pfg^ Nüsse 100 Stück 80—40 Psg., Birnen per Pid. Mk. 0.15—0.20, Weißkraut per Stück 10—30 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 11 br.
* Kleine TageSchronik. Zu dem Raubmorde in Reinickendorf-Rosental bei Berlin wird gemeldet, daß der eigene Sohn der ermordeten Frau eines Eiswerks- besitzers, der 32 fahrige Max Jordy, unter dem dringenden Verdacht ber Täterschaft in Lichtenberge fesch en ommen worden ist. Man sand in seiner Wohnung hinter dem Ofen in einem blutigen Taschentuch . 900 Mark. Trotz weiterer belastender Momente leugnet Jordy bie Tat. — In Gera ist der Kommerzienrat Eugen Weißflog, Inhaber der großen Textilfabrik E. F. Weißflog, Gründer eines Waisenhauses und verschiedener anderer gemeinnütziger Anstalten, g c st o r b e n. Gera verliert in ihm einen seiner mildtätigsten Bürger. — In Mannheim sind aus dem stadtgeschichtlichen Museum alte Münzen i m W e r t e von lOCOO Mark gestohlen worden. Die Diebe sind noch nicht ermittelt — In Nord-Italien der Gotthard-Bahn entlang wütete ein großer Waldbrand, der durch Funken aus Wirrer vorbeifahrenden Lokomotive verursacht wurde. Der Brand h tte eine Ausdehnung von 30 Kilometer. Diele Gebäude sind niedergebrannt, darunter eine Kirche. Die Bevölkerung flüchtete.
Das in der Nähe von Rennes (Frankr.) gelegene Greisen- ^'bl.m niedergebrannt Aus den. Trümmern wurden ^Leichen hervorgezogen. Drei Frauen sind vor Schreck ge- ^,c Gemahlin des engt Staatssekretärs Grey, bie kürzlich bei einem Automobil-Unfall eine Gehirn erschüttcr- bongestorben. — In Stuttgart wurde, ber Geschäftsführer des Verbandes der Metall- ° Hi e b e r wegen Unt erschlagung von Verbands-
Spur des Mörders, der am 4. De- zemb-w v. I den Kellner August Giernoth inBerlinermorbet hS? be^bÄ r^-^^lpotizei festgestellt wor-
$ ber ol jährige Lederarbeiter Hennig. Er beslnbet sich zur Zert noch unentbeckt in Berlin ober dessen Umgebung. Aus feine Ergreifung ist eine Belohnung von 500
Arrnst rrnd Wissenschaft.
— Eine hervorragende Entdeckung. Wie wir der Berl. Tierärztl. Wochenschr. entnehmen, ist es dem Obermebizinal- rat Prof. Dr. Lo r e n z-Darmstabt gelungen, ben bisher unbekannten Erreger der sogenannten VrustseuchebenPferbe zu entbecken. Dieser F-und verspricht umso bedeutungsvoller zu werben, als bie Aussicht besteht, mit Hilfe desselben ein Jmmuni- sierungsversahren ausfindig zu machen, wodurch die Tiere gegen die Krankheit geschützt werden, sodaß erhebliche Verluste oder Störungen tm Gebrauch der Pferde nickt mehr zu befürchten sein werden. Die genannte Zeitschrift enthält bereits Andeutungen über die Entwicklungsgeschichte des Erregers. Wie von Prof. Lorenz mitgeteilt wirb, soll in der nächsten Nummer derselben Zeitschrift bereits über bie bis jetzt noch unbekannten höchst inter- ejf-.nten Entwicklungsformen bes Krankheitserregers referiert werden, wodurch eine weitgehende Perspektive für die Lehre und bie Erforschung anberer bis jetzt unbekannter Erreger eröffnet wirb. Der Forscher ist zu seiner neuen Entdeckung umsomehr zu beglückwünschen, als bie Landwirtschaft demselben auf einem andern Gebiet ber Seuchenbekämpfung — gegenüber der Rotlaufseuche ber Schweine — schon unendlich viel zu danken hat.
— „Die Nachtkritik" ein neues dreiaktiaes Lustspiel von Rudolf P r e s b e r, ist vom Berliner Lustspielhaus erworben worden. Das Stück wird an dieser Bühne als erste Novität der nächsten Spielzeit in Szene neben.
Mark ausgesetzt. — Der K'v penha ge n-B erlin er S chn clb zng ist am 4. b. M. bei Güstrow infolge Unterfahrung einer Weiche entgleist. Schlaf- und Speisewagen waren au9 den Schienen hcrauSgesprimgen und hatten sich quer über das Gleise gelegt. Die übrigen Wagen waren hierdurch von der Lokomotive, losgerissen worden. Personen sind bei dem Unfall nicht zu Schaden gekommen.
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Gerichtssaal.
Berlin, 5. Febr. Lehrer Nickel, ber in bem' Tra« Penner Schulprvzesse wegen Beleibigung des Landstall- meisters v. Dettingen zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden war, wurde heute im Wiederausnrhmeversahren von ber 7. Strafkammer deS Landgerichts 1 freigesprochen.
— Unter ber ?l n k l a g e, seine Schwiegermutter mit einer Bierflasche totgeschlagen zu haben, batte sich vor dem Potsdamer Schwurgericht der Arbeiter Wittig zu verantworten. Der 33 jährige Angeklagte ist ein ordentlicher 9lr- beiter, ber mit seinen Schwiegereltern, dem Arbeiter ©roberlcben Ehepaar, in einem Hause zusammen wohnte. Seine 60 jährige Schwiegermutter war aber als zänkisch allgemein bekannt unb so Hetzte sie denn auch staubig ihre Tochter gegen den Ehemann auf, so baß dadurch ber eheliche Friede häufig gestört wurde. Wütig bekam von seiner Frau und Schwiegermutter wiederholt die Worte zu Horen : „D u K n e ch t h a st g a r n i ch t s z u sagend Er ärgerte sich umso mehr darüber, als er zum größten Teil der Ernährer der ganzen Familie war. Am 16. September vorigen Jahres machte er abends seiner Frau darüber Vor- fteUungen, daß sie von seinem Verdienst den Schwiegereltern Geld zur Miete gegeben, während bie eigene Miete noch nicht beisammen sei. Darüber kam es zum Streit, bei bem Wittig, schon tm Bett liegend, von seiner Frau und den Schwiegereltern fiber- tallen wurde, wobei man ihm daS Hemd vom Leibe riß. Am Sonntag, den 17. September, entbrannte der Streit auiL neue. Frau Wittig nahm eine teere Bierflasche, um damit z it schlagen, während deren MutterausWittig mehrere male mit einem Besenstiel einschlug. Dieser entriß nun seiner Frau die Bierflasche und schlug damit in der Notwehr nm sich.. Hierbei traf et seine Schwiegermutter gegen die rechte Schläfe, wodurch die Schadeldecke zertrümmert wurde. Die Frau verstarb im Krankenhause an den Folgen der Verletzung. Die Geschworenen verneinten sowohl bie aus vorsätzliche Körperverletzung mit tötlichem Ausgang, wie die aus sahrlassige Körperverletzung lautenden Schulbiragen. Der Angeklagte wurde demgemäß frei- gesprochen.
Görlitz, 5. Febr. Die Strafkammer benirteifte ben Schuhmacher Lchöne aus Weißw. sser wegen Majestäts-Beleibig- ung zu 4 Jahren Gefängnis. Schöne ist schon breimal wvgen Masestätsdeleidigung vorbestraft. ______
Meine Nick ist hin, m Herz ist ftim, unb ich flirchte, ich werbe ernstlich krank! Der böse Katarrh will gar nicht weichen und ich weiß nicht, was noch werben ioll. — Ich kann dir nur raten, was mit selbst neulich geraten wurde: Nimm Fay's ächte Sodener Mineral- Pastillen 1 Ich bin sonst nicht dafür, jedem ein Mittelcheu anzupreisen, aber die Sodener haben mir selbst so gut getan, daß es Menschenpflicht ist, sie weiter zu empfehlen. Vet- such's jedenfalls ^>amit und du wirst sehen, sie tun dir gut. Für 85 Psg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwafferhaublungen erhältlich. hv,!7u
DollchhTMiia unb Euterpe (dar-gestellt von Frl. EichelS- heim und Frau Elsa Laura v. Wolzogen), umgeben von drei Genien, bem großen Meister ber Töne unter Harfen- bcqlcitunq eine sinnige Huldigung bar unb bekränzen Mm Schluß den mit Mozarts Büste geschmückten Weihaltar indes ein unsichtbarer Männerchor Mozarts ,,O Isis unb Osiris" intoniert. Dann tarn ein ebenfalls von Ernst von Wolzogeu dramatisiertes unb in Szene gesetztes Festspiel:
Ei n H o f kon zert in Schönbrunn" zur Aufführung. £ier hatten neben zahlreichen Laienkünstlern unb -Künst- Icrinncn auch Frau Wo-zogen, Frl. Eichel s h e i m, <ciof chauspieler Mickler unb Hoskonzertmeister G. Have - mann in baukenS^erter Weise ihre Kunst zur Verfügung aestellt: ganz reizenb unb geschickt spielten ihre Rollen ber kleine Wolfgang unb bas Nannerl Mozart, Franz Sautier unb Christa Simon. Hoftheatermaler Kurt Kem Pin l-atte für bas Festspiel prachtvolle Dekorationen unb Kostüme gezeichnet, unb bas ganze würbe im Stil ber Zeit künstlerisch sein zur Darstellung gebracht. Sel/r hübsch burch- geführt war auch eine von Frau Hofballetmeisterm Thiele- Leonharbt einstubierte Quadrille, bie auf allgemeines Verlangen wiederholt werben mußte. Den Schluß bes Festes bildete ein Festball.
Kersammrung des oöery lachen Hlifivauv.reins.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)
= Gießen, 5. Februar.
(Sckluß.)
Im weiteren Verlauf ber Verhandlungen referierte Obst- Sautechniker Wiesner-Friedberg über „Obsterträgnisse innerhalb der Gemeinden des Kreises Gießen". Er hatte sich der Aufgabe unterzogen, die Erträgnisse der Gemeinden statistisch zusammenzustellen, das Resultat hat er bann kartographisch bargestellt. Es gelang ihm burch Anfrage bei ben Bürgermeistereien und Ge- meindebaumwarteu, bie erforderlichen Zahlen für bie Jahre 1899—1904 zu erlangen. Die Anfrage enthielt folgende Punkte: 1. Wieviel ertragfähige Obstbäume sind in ber Gemeinbe vorhanden? 2. Was ist in den Jahren 1899—1904 bei ben Obstversteigerungen erzielt worden? 3. Welches war der Durchschnittspreis? 4. Welches sind die drei einträglichsten Aepfel- und Birnsorten? Von den 79 Orten des Kreises hat nur einer — Allertshausen a. Lahn — keine Gemcinde-Obstpflanzurigen. Diese 78 Orte lösten 1899 : 27 882 Mark; 1900: 20 620 Mk.; 1901: 22 485 Mk.; 1902:36 210 Mk.: 1903: 27 230 Mk.; 190-1: 37 921 Mk.; also innerhalb dieser 6 Jahre bie beträchtliche Summe von 180 403 Mk. Ten geringsten Erlös hatten Inheiden 103 Mk. und Utphe 122 Mark; die höchsten Einnahmen erzielten: Lauter: 12655 Mark, Großen-Buseck: 8265 Mk, Bersrod: 7592 Mk., Annerod: 7002 Mk, Nonnenroth: 6172 Mk., Grüningen: 5821 Mk., Lich 5793 Mk., Harbach: 5253 Mk., Rodheim: 5250 Mk., Bettenhausen: 4750 Mk., Watzenborn-Steinberg: 4247 Mk., Treis-Horloff: 4115 Mk., Grünberg: 4071 Mk., Langgöns: 3819 Mk., Gießen: 3550 Mk., Eberstadt: 3459 Mk., Rödgen: 3451 Mk, Steinbach: 3327 Mk, Mendorf a b. Lda.: 3233 Mk, Holzheim: 3205 Mk, 5-euchell;eim: 3204 Mk, Reiskirchen: 3112 Mk, Beuern: 3003 Mk. und Queckborn: 3002 Mk. Interessant ist, daß in ben letzten Jahren kein Fehljahr eintrat, selbst in bem obstarmen Jahr 1905 nicht. D'ie Erträge sind in ben einzelnen Gemeinden sehr wechsel- voll; hatte Gießen und Umgegend kein Obst, so gab es solches in der Gegend von Hungen, bezw. in der Rabenau. Da die Gemeinden in bvn letzten Jahren sehr viel an der Hebung des Daummaterials burch Vereoelung, Neupflanzung usw. getan haben, so finb die Erträgnisse stetig in die Höhe gegangen. Ein solches Beispiel bietet Lich, dessen Obsteinnahmen sich in den sechs Jahren von 725 Mk. auf 1300 Mk gesteigert haben. In Lauter stiegen die Einnahmen noch mehr, nämlich von 800 auf fast 2100 Mk. In dem 'fluten Obstjahr 1904 erzielten bie Gemeinden die höchste Einnahme, nämlich 38 000 Mi, obwohl bie Preise niedrig waren. Tas Malter Schüttelobst kostete durchschnittlich 7 Mk, Tafelobst 12—13 Mk Ms bie drei einträglichsten Npfelsorten würben von den Gemeinden angegeben: Winter- Goldparmäne, Schasnase und 'Kasseler Reinette; als Birnsorten: Pastorenbime, gute Luise, Diehls Butterbirne und graue Minterbime. Merkwürdige Lokalnamen wurden von einigen Gemeinden angegeben, so z. B. neben der Bockel- birne und Schmalzbirne eine „Hirschledernehosenbime". — Die besten Obsterträge liefern die Apfelbäume, und zwar im Alter von 20—70 Jahren; so hat Lauter mit seinen 350 Bäumen 9307 Mk gelöst, also pro Daum 4,23 Mk. jährlichen Reinertrag abzüglich der Pflegekosten. Tie geringe Rentabilität der Kirschenanlagen drückte jedoch den Durchschnittsertrag eines Baumes auf 1,78 Mk herunter. Durch große Kirschenanlaaen zeichnen sich Annerod und Vettenhausen, durch Zwetschen Grüningen mit 750 Bäumen aus. Annerod hat 140 Kirschbäume, die 1,70 Mk pro Saunt einbrachten, Bettenhausen 90, die pro Baum 2,91 Mark, im ganzen 2820 Mk Erlös brachten. Als besonders merkwürdige und reichtragend^ Bäume bezeichnet Referent 2 Schafnafenbäume, die in Rodheim bei Hungen 1855 in eine frühere Lehmgrube gepflanzt wurden. Dank des guten Bodens haben sich die Bäume mächtig entwickelt nnd jährlich für bis zu 100, ja 125 Mk Obst geliefert. Kon beiden Bäumen hat Referent Photographien hergestellt, die er bet Versammlung zeigt: der stärkste hat einen Stammumfang von 1,60 Meter und einen Kroneudurchmesser Von 16 Schritt. — In Saasen trieb die Gemeinde vor Jahren einen Wald ab und bepflanzte ihn mit Apfelbäumen; diese haben sich ;ehr günstig entwickelt und sind die schönsten Bäume der Gemarkung. — Die Gemeinde- obstpflanzuugen müssen auf die Bevölkerung vorbildlich wirken. Haben aus einem Grundstück seit Jahrzehnten Aepfel »ber Birnen gestanden, so pflanze man Nußbäume nach Mo an der Straße früher Pappeln standen, gedeihen jetzt prächtige Obstbäume. Durch beträchtliche Neupflanzungen in letzter Zeit zeichnen sich aus Grünberg, Bersrod, Saasen, Beltershain, Klein-Linden u. a. O. Jnbezug auf Vereoe"^ nng haben Lich und Bersrod hervorragendes geleistet. — Kreisamtmann Hechler dankt dem Referenten für seine mühevolle, aber auch dankbare Arbeit, spricht seine Freude über das Aufblühen des Obstbaues im Kreise aus unb stellt die Mitwirkung und Unterstützung ber Behörde zur weiteren Hebung dieses wichtigen Zweigs ber Landwirtschaft in sichere Aussicht. — Auf Vorschlag des Landwirtschaftslehrers Dr. Hoffmann wird beschlossen, die nächste Hauptversammlung auf dem Lande, vielleicht in Grün b er g, Li ch oder Hungen abzuhalten. Auch sollen in Zukunft bie Versammlungen in den Zeitungen bekannt gegeben werden, damit weitere Kreise davon erfahren und der Besuch der sVersammlungen ein stärkerer wird. Um 5]/2 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung.
Gesamtsitzung des Hessischen Landwirtschaftsrats.
-- Darrn st a d t, 3. Febr.
Die am Montag abgehaltene Gesamtsitzung deS Hessischen L!aAdwirtschastsrats wurde von dem Präsidenten Geh. Regierungs-
Höchste Schlachtviehpreüe in F r a n k i u r t a. 9)1.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kalber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 75-77 Akk.
Kg. Schlachtgew. 86—90 Pi.
7, , „ 79-00 .
7, Kg- 72-80 Pfg.
7, . 70-80 ,
7, , 76 86 ,
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weiten 100 5vg. 19.00-19.25 '.Nk. ' Roggen 100 Kg 17 50-00.00 Mk.
Weißbrok 2 Kg. 54 Pig.
Schwarzbrot 2 Ka. 50Plg


