[<*gelkSBb
und billig
. w
niMl«liage, "
'iCBener O|H.. “• 7& an
teQunq, Oe,t »erftept
--ZSE 3ä§f
-—ÜESJttoeft g.
fNolbet per halb Juleis ö^nItL Slngeb. u. 0182 LHjnwäWr.erbeten " 7 Z7*7T--
JJtt. aus 1. Hypothek u. 10 Mt. geteilt aus Hy. keu auzulegeu. Echrijrl. M von Lelbsirefletlanlen i? an den Gietz. Anz. erbeten, SitSi
n 6tri(feit, Anstrickm Anweben v. Strümpfen chle ich mich angelcgentlichlt.
'ckgarne |Mi liilillltil
Habe stet§ vorrätig. M1*
■ greift iitligft. -WZ estiw MM tunbttfttt Lttatze U.
i veleidiguug gegen ben n Bäckermeister W. Leiu il u, Sl.-Livdeu, nehme ich Bkdauem zurück.
P. Klövvmaer.
K
Vortrag,,, id J« «"“Lu»!«
Znffilä°rn
Ä . 6"e w,rg,°
r ^u- 0785
K<<‘
. SettioiGiefM (] ü.4 Oe. A.-V-
, / TonnerStag, ^>-eu8.Februar, Jl abends
8'/. Uhr
leimige Person, die am ver- men Freitag die Tatnemchr der Frankiutter vtragc aus choben Hai, kann folge noch um Mittwoch ohne sich Un- hmlichk.Muziehetckodhetmer iier bei I. GaÜdori adged^ rtKTiTnÄbeinftutfe StOCK u. boppelt Wlono- im stehe» geblieben.
n Rückgabe bittet l0802 n y ^LchlM^,
""
UttV Belohnung abzugeb.
ztlelU-Lluoeu^i^—
MM SiG., dlton: *-•>
Zweites Blatt
Nr. 31
Erscheint «glich mtt Ausnahme deS SonnwgS.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulfk.f.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieße»-
Die „Gießener SamlHenblätter* werden dem ,Anzeiqer viermal wöchentlich beigeleqt. Der ^hesftsche Landwirt" erscheint monatlich einmal.
136. Jahrgang
Dienstag 6. Februar 1906
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'scben UnwersuätSdruckerei. 9L Lange, Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigedlatt für den Arm Gießen.
politifcfre Tagesschau.
Rechtspflege und Preffe.
In einem juristischen Fachblatte beschäftigt sich LandgerichtS- präsident Chuchul in Stendal mit der Berichter st at- |ung der Presse über Gerichtsverhandlungen. Er verkennt die in der Sache liegenden Schwierigkeiten und die Mißstände dieser Berichterstattung nicht, glaubt aber, daß sie durchaus unentbehrlich sei, und daß deshalb die Gerichtsbehörden die Arbeit der Presse nach Möglichkeit erleichtern sollten. Zu diesem Zwecke empfiehlt er die Einrichtung geeigneter Arbeitsplätze für die Berichterstatter und macht weiter folgende beachtenswerte Vorschläge:
„Leiter halte ich c5 für durchaus erlaubt und angezeigt, daß bei Beginn der mündlichen Verhandlung einer Strafsache den Zeitungs-Re- Portern auf ihren Wunsch eine Abschrift des Eröffnungsbesch l u s s c s , wenn nicht der Anklage, gegeben wird — zumal da nichts im Wege steht, daß sie beides vom Angeklagten ober Verteidiger sich verschaffen. Sie erhalten dadurch eine juristisch zuverlässige Grundlage zum leichteren Ausfaffen nnd Beurteilen der Verhandlung. In Anerkennung dieser Schwierigkeit einerseits und in dem Bewußtsein, wie bildend es ist, einen Rechtsfall nicht bloß juristisch klar in Anklage und Urteil, sondern auch gemeinverständlich, kurz, intereffant, vollständig, ja richtig in einem Zeitungsartikel darzustellen, ließ ein Präsident uns Referendare solcheBerichte anständigen Zeitungen ohne Bezahlung liefern — wir haben dabei viel gelernt, und die Zeitungen nahmen unsere Artikel gern auf. Solche Unterstützung der TageLpreffe dürfte bald Dank darin finden, daß Hetz« oder Rcklameschreibereien unterbleiben, daß alle dem Publikum wirklich lehrreichen stalle auch in der Tat besprochen werden, daß dagegrn die Namen der Beteiligten für gewöhnlich (abgesehen von besonderen Ausnahmefällen) nur Andeutung mit Anfangsbuchstaben erhalten. In diesem Umtang und in dieser Art aber wird die Tagespreffe der Rechtspflege allscilS erwünschte Dienste, leisten nnd werden Juristen wie Nichtjuristcn au5 ihr Vorteile ziehen zum Weiten ihres Blicks über ihnen zunächst oft fern liegende Verhältnisse ; ja hiernach wird allgemein die Achtung wachsen vor der jetzt nicht selten geschmähten Großmacht."
Tiefe Vorschläge sind zweifellos ganz vortrefflich. Die Gerichtsberichterstattung ist für eine gewissenhafte und ihrer Verantwortlichkeit bewußte Zeitungsleitung gewiß ein Kreuz. Namentlich ist eine Kontrolle der gewerbsmäßigen Berichterstattung in den meisten Fällen ganncht oder nur unter sehr erschwerten und namentlich erheblich verzögernden Umständen möglich. Wir in Gießen waren ja ein paar Jahre recht gut daran. Assessoren und Akzess ist en lieferten uns, allerdings nur gegen ansehnliche Honorierung (nicht, wie Präsident Chuchul erzählt, ohne Bezahlung) mit Genehmigung ihrer Herren Vorgesetzten recht gute Berichte über Strafkammer- und Schöffengerichtsoerhandlungen. Auch zurzeit ist wohl von keiner Seite über unsere Strafkammerreferate zu klagen. Immerhin könnte auch hier wohl nach den Vorschlägen oder doch im Sinne des Stendaler Landgerichtspräsidenten eine noch beffere Fühlung zwischen den Gerichtsbehörden und der Preffe hergestellt werden. Das würde nicht nur im Interesse der Preffe, sondern auch in dem der Gesamtheit und der Rechtspflege mit Freude zu begrüßen sein. Vielleicht richtet der neue hessische Staats- und Justizminister ein At'.genmerk auf diese keineswegs gering zu schätzende Angelegenheit.___________________
Zur Israge der ArauSeurer öSuug.
Die Versammlung der Brauereibesitzer, die am Montag nachmittag zu Gießen im Hotel Schutz stattfand und sehr zahlreich aus Oberhessen, dem Lahn- und Dillgebiete besucht war, beschloß, folgende Eingabe an den Reichstag nnd an den Bundesrat zu richten:
Die Brauereien der Provinz Oberheffen sowie deS anliegenden preußischen Lahn- und Dilltales, welche ausschließlich aus kleineren und mittleren Betrieben besteben, erklären vor wie nach, daß sie sich gegen jede weitere Sonderbclastung des Brauereigewerbes aussprechen muffen.
In Rücksicht aber, daß von den einzelnen Interessenvertretungen der Brauindustrie eine Erhöhung der Brausteuerabgabe durch Staffelung der einzelnen Betriebe nach dem Malzverbrauch, iit Verbindung mit einem Surrogatverbot, selbst beantragt wurde, stellen wir, die Unterzeichneten, bei der hoben Ncichsregterung und dem hoben Nelchstag den Antrag, zu beschließen: daß eine Erhöhung des bisherigen Steuersatzes er st bei einem Malzverbrauch von über 5000 Doppel- Zentner pro Iabr ein treten darf.
Nach Wolfs Jahrbuch für die deutschen Aktien-Brauereien 1905 beträgt die Produktion dieser Betriebe, welche einen Malzverbrauch bis zu 5000 Doppelzentner pro anno haben, ca. 10 Proz. des gesamten Bierguantums, welches im Jahre überhaupt von den Aktien- Brauereien hergestellt wird.
Cs würben also nach unserem Antrag, wenn man diese Verhältnisse aus die gesamte norddeutsche Brauerei-Gemeinschaft als feststehend erachtet, ca. 10 Proz. der gesamten heutigen Produktion beim jetzigen Steuersatz verbleiben, während 90 Proz. höher belastet werden tonnen.
Wie gerechtfertigt unser Antrag ist, die Betriebe bis zu 5000 Doppelzentner Malzverbranch pro anno von jeder Steuererhöbung auszuschließen, geht am besten aus der Statistik des oben angezogenen Wolfs Jahrbuch hervor. Hiernach beträgt die Rente des in diesen Betrieben angelegten Kapitals nur durchschnittlich 4 Proz., während eine höhere Verzinstma des Anlage-Kapitals erst eintritt bei Betrieben, die über 5000 Doppelzentner Malz pro anno verbrauchen.
G^nz entschieden aber ist zu verwerfen, und unter allen Umständen abzulehnen der Vorschlag des Abg. Speck, welcher eine Kontingentierung der einzelnen Betriebe nach ihrem Malzvcrbrauch herbeiführt. C'.inz abgesel?en davon, daß derselbe an den niederen -Sätzen die höher veranlagten Brauereibetriebe nicht teilnehmen lassen will und bei einem Malzverbrauch über 10 000 D.-Ztr. die Staffelung ganz aufhören läßt, so trifft dieser Vorschlag des Wbg. Speck mit seiner ganzen Schwere die sog. mittleren Brauereien, welche den Betrieben mit einem jährlichen Malzvcrbrauch n>on über 10 000 D.-Ztr. gegenüber überhaupt nicht mehr kon- Zurrenzfähig sind.
Gerade diese größeren Brauereibetriebe (mit einem Versud amt über 10 000 D.-Ztr. Malz) sind es, welche nach Wolfs Zusammenstellung sich in der Lage befinden,. eine durchschnittliche Dividende von ca. 11 Prozent des Nominal-Mtienlapitals »erteilen zu können, und welche das platte Land im weiten Kreise ihres Domizils mit Vier überchwemmen.
Das platte Land in der Nähe ihrer Vetriebsftätte ist aber naturgemäß das Abrapgebiet der kleineren und mittleren Braue- rap-n, ftmir Lier der Witte des Gesetzgebers diesen Betrieben btc
Eristenzmöglichkeit erhalten will, so mnft unser Antrag, die Vraufteuerabgabe für Betriebe, welche bis 5000 D.-Ztr. Malz pro Jahr verarbeiten, nicht zu erhöhen, Annahme finden.
.Eegenübcr^der Behmpttmg des Herrn Rcichstagsabgeordnetcn Büsing, „der Schanknutzen betrage pro Hckto 22 Mark" müssen ivir entschieden protestieren, da oies für die Provinz Oberhessen und die angrenzenden prenßifchen Gebiete des Lahn- nnd Dilltales nicht zutr'fst. In diesem Bezirk wird der'geringste Teil des verzapften Biere? zu 8L> Liter mit 10 Pfg., gleich 33 Pfg., pro Liter abgegeben, vielmehr kommt mclwwie % des Bierkonsums m V3 Liter-Gläsern mit 12 Pfg., gleich 24 Pfg., pro Liter zum Verkauf. Der Schanknutzen beträgt bei uns also wie auch in Bayern 7—8 Mark pro Hekto, wogegen aber die Wirte in Bavern den Vorteil haben, daß die einzelne Wirtschaft dort den 3—4 fachen Umsatz hat, infolge des stärkeren Bierkonsums der einzelnen Gäste.
Da wo für Bier in unserem Bezirk im Ausschank 33 Pfg. pro Liter erzielt wird, ist dieser scheinbare höhere Bntttomtt.cn auch voll und ganz gerechtfertigt, da die Wirte mit fetyr hoher Lolalmiete, teurer Bedienung und dem von ihren Gästen verlangten sehr loßspieligen Komfort usw. zu rechnen haben nnd ihnen nach Abzug ibrer Spesen auch nur ein verhältnismäßig gerinaer Reingewinn verbleibt.
.Wir müssen aber auch gegen die Erklärung des.Herrn Staatsministers v. Rheinbaben Protest erheben, wonach die am 1. März ds. Js. einttetenden Z-ollerhohungen die Brauereien nicht bc- lastern sondern vom Auslande gcttagen werden. Wäre dem so, so ist damit das lv-icbtige Motiv der treuen Zollgesetzgebung, nämlich die Landwirtschaft gegenüber der Konkurrenz des Auslandes zu schützen, total verfehlt, denn es würde dann der Zweck der Zollerhöhungen, die Preise ber landwirtschaftlichen Produkte im Jn^nd zu steigern, nicht erreicht sein.
Aus Stadt und Cand.
Gießen, den 6. Februar 1906.
•* Pfarrpersonalien. Ernannt wurden Pfarrassistent Meisinger zu Fränkisch-Crumbach zum Pfarrverwalter in Rieder-Modau; Pfarrassistent Jäq er, zuletzt in Langen, zum Pfarrassistenten in Fränkisch-Crumbach; Pfarrverwalter Keller zu Dexheim zum Pfarrverwalter in Neunkirchen; Pfarramtskandidat Göttelmann zu Alzey zum Pfarr- assistcnten in Neckarsteinach; Pfarrassistent Fresenius zu Bad-Nauheim zum Pfarrvenvalter in Burg-Gemünden; Pfarrverwalter Knott, zuletzt in Neunkirchen, zum Pfarrassistenten in Bad-Nauheim; Pfarrvikar Hofmann tritt nach Erledigung seiner komwiffarischen Vertretung deS Pfarrver- walters zu Neunkirchen in seine Stelle zu Büdingen zurück. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelischen Pfarrstellen zu Gu ub e rn h a u s e n, Wallertheim, Wendelsheim, Dexheim und Beuern.
** In der Gesellschaft für Erd- 11 nb Völkerkunde sprach am Donnerstag abend Dr. Koch aus Berlin (ein geborener Grünberger) über seine Reisen unter ben Indianern nm Rio Negr0 und Amazonas. Der Vortragende unternahm die zwei Jahre dauernde Foischnngtz. reise, die ihn in das von Weißen mir wenig und teilweise noch gor nicht betretene Gebiet zwischen dem nordwestlichen Brasilien, Columbien und Venezuela führte, im Auftrag des Berliner Museums für Völkerkunde. Die Reise begann aus einem kleinen brasilianischen Flußdcnnpfer am 1. April 1903 in Manaos und ging zunächst den Rio Negro, ben größten Rebenstrom des Amazonenstromes, aufwärts bis nach San Filippe, einer einem brasilianischen Großgrundbesitzer gehörenden Niederlassung am Rio Negro, wo der Reisende gastliche Aufnahme fand und das er gewiffennaßen als Hauptquartier benutzte. Der Rio Negro ist ein gewaltiger Fluß mit zahlreichen langgestreckten Inseln, sodaß der Anblick beider Ufer nur sehr selten ist, und besitzt zahlreiche Stromschnellen, so daß er nur mit Booten und auch mit diesen nur unter großen Mühseligkeiten und Gefahren zu befahren ist. Auch die Neben- flüffe des Rio Negro tragen gleichen Charakter, wie der Redner an zahlreichen Lichtbildern zeigte. Fast die ganze von Dr. Koch besuchte Gegend trägt einen wildromantischen, tropischen Urwaldcharakter, der große Naturschönheiten aufweist und fast noch nie von weißen Forschern betreten wurde. Der treue Begleiter des Forschers war während der ganzen Fahrt ein Deutsch-Brasilianer namens Schmidt und an diesem, wie auch den verschienen zum Rudern ufw. benutzten Indianern :anb Dr. Koch eine wertvolle Unterstützung. Auch in den zahlreichen besuchten Jndianerdörfern fand unser Reisender überall freundliche Aufnahme und bereitwillige Hilfe, was namentlich beim Passieren der zahlreichen Stromschnellen sehr wertvoll war. Dadurch, daß Dr. Koch nicht nur bei, sondern auch mitten unter den Indianern lebte, konnte er höchst wertvolle Beobachtungen machen und ihre Sitten und Gebräuche genau kennen lernen, sowie wertvolles Material für die Sprachforschung sammeln. Besonders hob Dr. Koch die unbedingte Ehrlichkeit der Indianer hervor; das erste, was ihm abhanden kam, wurde ihm auf der Heimreise auf einem Flußdampfer von Weißen gestohlen. Kindliche Freude hatten die Indianer an wertlosem bunten Schmuck und Tand, Glasperlen u. berqt., unb es gelang Dr.-Koch, namentlich bnrch bie Virtuosität seines Genossen Schmidt, zahlreiche wertvolle ethnographische Gegenstände einzutauschen, bie jetzt bie Berliner wissenschaftlichen Museen besitzen. Der Rebner schilberte sobann seine ver- chiebenen Fahrten auf bem Rio Negro unb feinen Neben- luffen, die teils weißes, teils schwarzes Waffer führen, ben Besuch bes sagenhaften Curieuciarygebirges unb ber mächtigen Sowannen, wo er namentlich bie sogenannten Steinhäuser untersuchte, die untcrirbische mächtige Höhlen barstellen, bie bie Natur in Tausenben von Jahren in ben niebrigen Fellen- qebicten geschaffen hat. Alles bieses würbe burch Lichtbilder trefflich veranschaulicht, unb auch bie Jnbicmer, bie es aus einigen Gebieten zu üderraschenben Fertigkeiten gebracht haben, tauben eingehcnbe Schilberung. Bei einigen ber besuchten Stämme fanb Dr. Koch ein ausgesprochenes Zeichentalent, bas sich namentlich burch figürliche Darstellungen boku- mentiert, bie in Felsen, in bie Wände ber Jnbianerhäuser u. s. w. geritzt werben. Wieber anbere besitzen mancherlei keramische Fertigkeiten, allen aber ist eine große Freube an
Schmuck, Spiel unb Tanz eigen. Tie Tänze, namentlich biö eigentümlichen Maskentänze, finb zum großen Teil religiösen Ursprungs unb bauern oft mehrere Tage lang. Die einzelnen Stämme leben vielfach in ständiger Fehde miteinander, aber alle sind sehr gastfreundlich, was ihnen allerdings vielfach von den kolumbischen Kautschuksamnilern schlecht gelohnt wirb, Am Anfang bes Jahres 1905 verließ Dr. Koch baS gastfreundliche San Filippe zum letzten Male, um nach einem kurzen Landwege auf dem Rio Papura die Heimreise anzu- treten, die ihn am 4. Mai nach Manaos brachte, von wo aus wieder ein Dampfer benutzt würbe. Reiches Material konnte ber Forscher als Ergebnis seiner zweijährigen Reisen nach Deutschlanb mitnehmen, so über 1000 Photographien unb eine wertvolle ethnographische unb Gesteinssammlung, deren wertvollstes Stück eine große Signaltronimel ist, mit der selbst auf sehr weite Entfernungen Mitteilungen verbreite! werben können. — Da? sehr zahlreiche Publikum — bie große Unioersitatsaula war so besetzt, baß viele sich mit Stehplätzen begnügen mußten — nahm ben Vortrag mit lebhaftestem Beifall auf.
** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 8. d. M., nadimJ 4 Uhr ist folgende Tagesordnung aufgestellt: 1. Bau-« gesuch des W. Gerhardt für den Schiffenbergerweg; hier: Befreiung. 2. Vaugesuch der Firma Abermann it. Kling frly ein Lagerhaus am Schiffenbergerweg. 3. Gesuch des Zwang um Belassung eines Firmenschildes am Hause Neustadt 53. 4. Die Lastwage am Neustädtertor. 5. Beschaffung von künstlichem Dünger. 6. Beschaffung eines Schrankes fürs Hochbauamt. 7. Reparatur des großen Kvchkejjels in der neuen Kaserne. 8. Blihableiteranlage für die israeh, Leichenhalle. 9. Genehmigung von Rechnungen. 10. Beschaffung von Kehrichtwagcn und eines Sprengwagens. 11. Ausführung der Hausanschlüsse für die Kanalisation. IL Errichtung einer Stange zur Befestigung einer Draht- leituug auf der Choleraharacke. 13. Tauschvertrag mit dem Großherzoglichen Lcrndescigentum über Gelände an der Universitätsbibliothek. 14. Kaufvertrag mit dem GroM Landeseigentum über den Bauplatz der Irrenanstalt. 15. Verkauf von Stadtbachgclande am Kanzleiberg. 16. Desgll an der Schanzenstraße. 17. Eigentumsanspruch des Architekten Huhn an städt. Gelände. 18. Gesuch des Hermann! Busch um Verkauf von Gelände am Schiffenbergerweg. 19. Gesuch der Firma Birkeustock u. Schneider um Verpachtung von Gelände in der Schwarzlach. 20. Gesuch des geschäftS- führenden Ausschusses des Lahntalsäuger festes um Ueber-l lasftmg von Oswaidsgarten. 21. Umgestaltung des Land^ graf Philipp-Platzes. 22. Wiederherstellung der St'raßen- befestigung in verschiedenen Straßen. 23. Gebühren für Benutzung deS Sektionszimmers. 24. Gesuch des Philipp Schneider hier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb rm Hause Malltorstraße 24. 25. Desgl. des Peter Geisel hier für Bleichftraße 31. 26. Desgl. des Gustav Laichinger hiep für Wilhcimstraße 45.
** Vom guten und schlechten Bauen" wird der Schriftführer des Türerbundes, .'^nstschriftsteller KarL Meißner aus Dresden am 12. Februar d. I. im Neuen', Saalbau (Steins Garten) sprechen. Ter allgemein verstand^ liche Vortrag wird in der Hauptsache von unserem Wohnbau-' Wesen handeln. Der Vortragende wird nachzuweisen versuchen, wie schwere Mißgriffe auf diesem wichtigen Kulturgebiete uns die letzten Jahrzehnte gebracht babtn, imb1 welche arge Einbuße an Schönheit unsere deutschen ©täbte' und Landschaften dadurch erlitten haben. Das Thema ist nichts weniger als trocken und wird durch reiches Anschauungsmaterial erläutert. Um die aHerunmittcIbarfte Anschaulichkeit zu erreichen, wird der Vortragende als Belege zu seinen Ausführungen 2 Lichtbildcr-Deispiele des guten! unb schlechten Bauens mittelst Zweier Skioptika einander gleichzeitig gegenüberstellen.
-ft Großen-Buseck, 5. Febr. Die Gesangvereine Eintracht unb Sängerkranz, welche gemeinschaftlich am 1. unb 2. Juli bas Fest ber Fahnenweihe begehen, Unb zur Zeit recht tätig, um in ber Wahl ber Fahnen ben Wünschen Aller möglichst zu entsprechen. Der Verein Eintracht hat sich bereits mit ber Firma Hisgen, jetziger Inhaber Hermann Hisgen jr. in Lich, in Verbinbung gesetzt unb eine in feinster Hanbstickerei auszuführenbe Fahne bc^ stellt. Die genannte Firma hat bem hiesigen Gesangverein Germania schon vor mehr als 40 Jahren eine feine, haltbare Fahne geliefert.
n. Kinzenbach, 4. Febr. Auf ein 3 OjährigeS Bestehen blickt in bieten Tagen ber Gesangverein .Fortuna^ zurück. In Anbetracht ber bevorstehenden vielen Festlichkeiten wirb ber Verein im Laufe bes SommerS nur im engsten Rahmen biesen Stiftungstag begehen. Mehrers Mitbegrünber bes Vereins gehören ihm noch heute an.
L. Frieb b erg, 4. Febr. Die Vorbereitungen tfir baS am 30, Juni unb 1. unb 2. Juli bs. Js. hier slattfinbenbe 17. Maintal-Sangerfest finb in vollem Gange. Die Einzelausschüffe sinb gebilbet unb bereits an ber Arbeit. Als Festplatz ist bie stäbtnche Seewiese, welche als Sport- unb Vergnügungsplatz bient, überlassen worben. Das Pobium zur Aufnahme ber Sanger unb bes Orchesters wirb in Muschclsorm gebaut. Daran schließen sich bie Hallen unb Wirtschaftszelte. Zur Deckung eines etwaigen Fehlbetrages ist ein entsvrechenber Garantiefonbs gezeichnet. Tie bekannte Gastsreunbschaft ber Fricbberger wirb sich auch bicsrnal wieber bewähren unb es darf mit Sicherheit angenommen werben, baß es allen Gästen in ben Mauern ber alten Reichsstabt gefallen wirb.
R. B. Darmstadt, 4. Febr. Zur Feier des 150. Ge - burlstags Mozarts hatte der M0zart-Verein am Samstag abend eine festliche Veranstaltung arrangiert, die im Saalbau ein zahlreiches Publikum herbeigeführt hatte. Ter Abend wurde nach feierUcheu Trompetenriängei: mit einer Festdichtung von Ernst F-rhru. v. Wolzogen cin- gelcitct, der auch das ganze künstlerische Arrangement deS Festes übernommen hatte. In dem szenischen Prolog bringe«


