Potttische Tagesschau.
Roeren-Dernburg und die Preffe.
Die „Scrmnnia* bespricht eingehend den Zusammenstoß Nocren-Dernburq, dein sie eine große politische Bc- deutunq bcimißt, wenngleich er in der Hauptsache einen vorwiegend vcrsönlichcn Charakter frage. Schon vor drei bis vier Wochen soll Dcrnburg einen solchen „Streich" gegen das Zentrum an gekündigt haben, freilich nicht öffentlich. Daß das Zentrum seine Kolonialpolitik niemals von der Wistnbaaffäre abhängig gemacht haben würde, liege klar auf der Hand. Die „politische Verantwortung für seine ungerechtfertigten Angriffe gegen das Zentrum müsse Dcrnburg selbst tragen". Durch die Erklärung des Neichs- kanzlers werde die politische Situation zwar in gewisser Beziehung geklärt, aber nicht gebessert.
Die Krcuzzeitung sagt, man gewinne die ziemliche Gewißheit, aus den Neichstagsverhandlungcn, daß es sich hier um einen krassen Fall von an ballernden Einmischungen einer Partei in Verwaltlingsange- legenheiten handle.
Auch die „Deutsche „Dagesztg." gibt Dcrnburg in der Hauptsache unbedingt Recht. Er habe in namhafter Weise einen gefährlichen Kampf ausgenommen, bei dem er auf Sympathien und Unterstützung zählen könne. Die Arbeit hinter den Kolllissen habe unter allen Umständen etwas bedenkliches, zumal dann, wenn mit ihr der Versuch einer gewißen Beeinflussung verbunden ist. Der neue Kolonialdirektor habe jedenfalls bewiesen, daß er entschlossen ist, energisch ein- zugreiien und daß er Mut und Nerven hat. Das fei erfreulich und wirke befreiend in unserer Zeit.
Ganz besonders lobend spricht sich die „Post" über Dcrnburg aus, der den bündigen Beweis geliefert habe, daß sr ein ganzer Mann ist und nicht bloß die Fähigkeit, sondern allch den festen und unbeugsamen Willen und den entschloßenen Mut besitzt, die schwierige Ausgabe, die er übernommen hat, nach allen Seiten hin zu losen.
DaS ,B. T." sagt in einem Leitartikel, der die lieber« schrist „Ein Mann" trägt, zlim ersten male sei eine leise Möglichkeit gegeben, den Bund zwischen der Negierung und dem Zentrum zu zersprengen und zll einer neuen, gesünderen Gestaltung unterer politisch en Verhältnisse zu gelangen. Dernburg täte Unrecht, wenn er durch eine hoheitsvolle Zurückweisung der ernsthaften, gegen die Kolonialverwaltung erhobenen Beschuldigungen eS der Linken unmöglich machen wollte, ihm zu folgen. Aber auch die Linke täte Unrecht, wenn sie nicht sehen und begreifen wollte, wie viel ihr Dern- burq in diesem Augenblicke darbringt.
Aus Stadt und Tand.
Gießen, den 5. Dezember 1906.
** Der Finanzausschuß der 2. Kammer hielt am Dienstag eine Sitzung ab. Eine eingehende Beratung fand zunächst die Vorstellung der Geometer I. Klasse bezüglich der Vornahme von Privatarbeiten. Die Regierung hat in dieser Frage sich im allgemeinen den Wünschen der Petenten Rechnung zu tragen bereit erklärt. Der Ausschuß ist damit einverstanden und gedenkt sich den Negierungsvorschlägen anzuschließen. Die Vorstellung der Polizeidiener desKreises Offenbach wurde nach kurzer Debatte dem Verwaltungsrevisionsausschuß zur Beratung überwiesen, weil in diesem alle die Gemeindebeamten betreffenden Verhältnisse zur Erörterung gebracht werden sollen. Der Antrag Dr. Frenay betr. der Offizier- und Unteroffizier-Witwenkasse und die beiden Vorstellungen des Katholischen Lehrervereins und des hessischenLandeslehrer Vereins, ihre Gehaltsverhältnisse betreffend, wurden bis zur Beratung des neuen Staatshaushaltsetats zurückgestellt, da man vorerst die Vorschläge abwarten will, welche die Regierung in dieser Hinsicht der Kammer machen wird. Der Antrag des Frhrn. Heyl zu Herrnsheim auf Einstellung von 10000 Mk. zur Ausbildung von Volksschullehrern durch Reisen re. wurde vom Ausschuß gutgeheißen, ohne daß sich der Ausschuß in allen Teilen der Begründung dieses Antrags anschließt. Der Antrag Molthan, die Automobil st euer betreffend, wurde vom Ausschuß im Hinblick auf das Reichsgesetz über die Automobilsteuer für erledigt erklärt. Den Anträgen Dr. Schmitt und Ulrich, betr. Aufhebung der Brückengelder, zuzustimmen, konnte sich der Ausschuß z. Z. niä)t entschließen.
*6 Auszeichnunge n. S. K. 5z. Der Gro ßherzog haben verliehen: das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Großh. Oberstallmeister Riedesel Freiherrn zu Eisenbach-, das Kommandeurkreuz 2. Klasse des Ludwigsordens dem Giroßh. Oberkammerherrn Riedesek Freiherrn zu Eisenbach' das Komturkreuz 2. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Großh. Obersten z. D., Flügeladjutcmten ä la suite und Ordenskanzler Freiherr Roder v. Diersburg; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens dem Großh. Major irrt Leibgarde-Fnfanterie- Regiment (1. Großh. Hess.) Nr. 115, kommandiert zur Dienstleistung beim Großh. Hofmarschallamt, Freiherrn v. Ungern-Sternberg.
** Personalien. Durch Verfüaunq Großh. Ministeriums des Innern wurde der Großh. Negierungsbaumeister Heyl in Friedberg aushilfsweise bis auf weiteres mit Versetzung der Stelle des Amtsvorstandes der Kulturinspektion Friedberg beauftragt.
*• Gießener Volksbad. Im November 1906 wurden 9628 Bäder verabreicht gegen 9112 im Oktober 1906 und 9118 im November 1905 oder im Durchschnitt vro Tag 321 Bäder gegen 294 im Oktober 1906 und 304 im November 1905. Der Besuch tzot sich im einzelnen wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 4936 Männer, darunter 866 zu 10 Psg^ „ 980 Frauen, „ 4^2 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 317 Männer, 82 Frauen, , 2. „ 655 „ 462
Brausebäder 1. Klasse 762 Männer, 110 Frauen, „ 2. „ 980 „ 147 „
Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zus. 167 Männer, 26Fräueu. Tie Personenwage wurde von 200 Personen benutzt und das Bad von 4 Personen besichtigt.
** A n Volksbibliatheken im Großherzogin in Hessen hat die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung in den letzten 6 Jahren 12 944 Bände unentgeltlich abgegeben, int
lausenden Iabre bis zum I. November außetdem 2112 Bände. Die Gesellschaft ist in der Lage, weitere Bibliotbeksunterstützungen noch in diesem Iabre zu bewilligen. Eingehende Informationell über die Begründung von Volksbibliotbeken werden unentgeltlich erteilt von der Geschäftsstelle. Berlin N W 21, Lübecker Straße 6, an die auch Gesuche zu richten sind.
’• Freiwillige für das 18. Armeekorps. Vom 2. Januar 1907 ab können sich junge Leute, die int Jahre 1907 bei einem Truppenteil des 18. ArmcekorvS als einjährig oder mehrjährige Freiwillige eintreten wollen, cm jedem Dienstag bis 10 Uhr vormittags unter Vorlage der vorgeschriebenen Papiere in den Kasernen der betreffenden Truppenteile ztir ärztlichen Untersuchung melden.
Hochelheim, 4. Dez. Der Handwerkerverein der Bürgermeisterei Groß-Rechtenbach hielt hier seine Generalversammlung ab. Der Verein zählt jetzt 31 Mitglieder. Während diesmal nur Handwerkerfragen erledigt wurden, soll für die nächste Versammlung ein Vortrag über das Gesetz vom 26. August 1897 und seine Bedeutung und Wirkung für das Handwerk gehalten werden.
O Vom Vogelsberg, 2. Dez. Die.Ohmtal.Pgsali- roerfc", die erst im Frühjahr bei Ortenbcrg (Nidder) ein großes Basaltwerk eröffneten, haben vor kurzem von der Gemeinde Hartmannshain für 10 000 Mk. einen großenBasaltbruch gekauft. Im nächsten Jahr soll hier ein Basaltwerk errichtet werden. — In den großen Waldungen beginnt man jetzt mit dem Fällen der Weihnachtsbäumchen, die dann von den Händlern weithin versandt werden.
s Lauterbach, 3. Dez. Die Neuovirrungs- arbeiten in der hiesigen Kirche sind soweit fertig gestellt, daß die Einweihung nächsten Sonntag erfolgen kann. Aus diesem Anlaß veran^altet der evang. Kirchen- gesangvercin ein Konzert in der Kircbe. — Den hier sehr stark austretenden Masern sind bereits fünf Kinder zum Opfer gefallen.
Verinrschtes.
’ Berlin, 4. Dez. Heute hat sich im Osten Berlins eine Lie b e§tra g 5 d ie abgespielt. Ein ganz junges Dienstmädchen trug heute Milch in die Häuser und in einem Hause lief dem Mädchen ein junger Mann bis aus den Korridor deS Erdgeschoßes nach. Dort gab es einen lebhaften Wortwechsel, bis er einen Revolver zog und dem Mädchen einen Schuß in die Brust jagte. Der Täter hatte mit seinem Opfer ein Liebesverhältnis, das von der anderen Seite gelöst werden sollte. Durch zwei Schüffe brachte er sich schwere Wunden am Kopf und an der Brust bei. Der Zustand des Mädchens ist besorgniserregend, und die Verletzungen des Mannes sind derart, daß er kaum mit dem Leben davon kommen dürfte.
* Morde und Selbstmorde. In Berlin erschoß der Steinträger Streve seine 29jährige Frau, mit der er in Scheidung lebte, und dann sich selbst. — In Hamburg wurde der Inhaber der Gasglühlichtindustrie Hermann Oetger von seiner früheren Buchhalterin, mit der er ein Liebesverhältnis abgebrochen hatte, erschossen. Das Mädchen tötete sich dann selbst.
* Dcr Fall, daß ein Mörder seine eigene Untat dramatisch verh errli cht, dürfte in der Literaturgeschichte noch nicht m verzeichnen fein. Der Buchhalter Albert Olivo in Mailand hatte seine Frau vor einigen Jahren in einem Anfall von Jähzorn erstochen. Um sein Verbrechen zu verbergen, zerstückelte er den Leichnam und bracht ihn unanffällig nach Genua, wo er eine Barke mietete, um ihn außerhalb des Hafens ins Meer zu versenken. Fischer zogen aber einige Tage später das Bündel mit den Leichenteilen an die Oberfläche und die Nachforschungen der Polizei führten zur Dertzaftung des Mörders. In dem Prozeß, der vor dem Mailänder Schwurgericht stattfand, rechtfertigte sich Olivo mit dem Hinweise auf seine epileptischen Anfälle. Die Geschworenen glaubten seiner Rechtfertigung, die von Lombroso als richtig bestätigt wurde, und sprachen ihn frei. Der Justizminister hob das Urteil auf und ordnete eine nochmalige Verhandlung vor dem Schwurgerichte von Bergamo an. Die Geschworenen dieser Stadt wiederholten aber in demonstrativer Weise den Freispruch. Jetzt hat Alberto Olivo die Erinnerung an seine Schreckenstat aufgefrischt, indem er ein von ihm verfaßtes Drama veröffentlicht, das den Titel „Vom Gipfel in den Abgrund" trägt, und worin er leine Tat psychologisch zu rechtfertigen sucht. In drei Akten und einem Nachspiele schildert er die Geschichte feiner Liebe und Ehe und seines Verbrechens.
* Kleine Tages chronih Bei P i st e r i tz (Sgchseiü drückte ein entgleister Güterwagen die Seitemvände zweier Personenwagen vierter Klasse ein. Acht Personen wurden verletzt, zum Teil schwer. — Die Prämie von 600000 Mk. der preu- bischen Klassenlotterie siel auf die Nummer 14169, die mit einem Gewinn von 3000 Mk. gezogen wurde. — InLeut» mannsd 0 rf, Kreis Reichenbach (Schlesiens wurde Gemeindevorsteher Kunsch ermordet aufgesnnden. Der Täter ist noch nicht ergriffen. — In Hamburg suebte ein Deserteur, der in die In- santeriekaserne zurückgebracht wurde, zu fliehen. Der begleitende Unteroffizier gab erst drei Schreckschüsse ab. Als der Deserteur weiter floh, schoß der verfolgende Unteroffizier dreimal scharr. Eine Kugel durchbohrte den Flüchtigen aus der rechten Seite vollständig. Die Wnnde scheint tödlich zu sein.
Gerichtssaal.
Darmstadt, 4. Dez. In der hentigen Schwurgerichtssitzung wurde eine gegen drei Einwohner von Reißenbach i. B. cinge- strengte Anklage verhandelt. Der 62sährige Landwirt Jakob Rechner, bet 44sährige Straßenwart Jose? Bohle und der 31jährige Landwirt Markus Meixner waren der Körperverletzung mit tötlichem Ausgang angeklagt. Sie hatten am Sonntag dem 29. Juli Kailbach i. Odenw. besucht und dort stark gezecht. 9luf dem Rückweg wurden fie von einem alten Landstreicher namens Schönherr angebeltelt und fie beschlossen, ihr: der Ortsvolizei zu überliefern. Sie schlevvten den schwer kranken und erschöpften Mann au? der steilen Landstraße mit sich und wenn er nicht mehr weiterkonnte, wurde er mit Km'ippelschlägen traktiert. Der Aermsie blieb schließlich nahe der badischen Grenze lieaen und starb bald darauf, wie der ärztliche Besimd ergab, an Herzschwäche. Da die Reißenbacher Ortsbehörde die Leiche nicht von der Straße wegholeu lieb, weil dies Kosten verursacht hätte, wnrde sie von der hessischen Behörde weggeschafst und die Untersuchung eingeleitet, wobei sich herausstellte, daß der Gemißhaudelte schwer hingen- tuberkulös war und an Herzverfettung und Leberkrebs litt. Al? der Hauptschuldige erwies sich bei der Zeugenvernehmung Rechner. Nach dem Urteil der Geschworenen gilt als erwiesen trotz des anders lautenden Urteils der ärztlichen Sachverständigen, daß die Todesursache in feinem direkten Zusammenhänge mit den Miß
handlungen stehe, die Angeklagten allo nur wegen Körperverletzung zu bestrafen seien, wobei den Angeklagten Böble und Meirncr mildernde Umstände zuznbilliaen seien. Das Gericht ver- nrteilre Neuner zu 6 Monaten und Meixner zu 6 Wochen Gefängnis und Böhle zn 15 Mk. Golbstra'e.
le. Franks n r t a. M., 3. Dez. Der anZ Harheim bei Friedberg gebürtige Draaoner Vb. Sch. IV. von der 2. Esk. 24. Draaonerregiments in Darmstadt bat einem Rekruten ein Paar eiaene Stiesel ans dem Spind genommen. Als es heraus kam, suchte er sich zu erdrosseln. Da? cimn aber nicht so leicht, er ließ d-sbalb davon ab, und lief Hals über Kopf int Drillicbanmae mit blauer Schürze fort, um über Frankfurt nach Hanse zn gelangen. Hier am Obersorstbause wurde er von einem Schutzmann scstge- nomnten. Da? Kriegsgericht der 25. Division hat ihn wegen Kameradendiebstahls und unerlaubter Entfernung zn 2? Tagen strengen Arreste? verurteilt. Tic Berufung de? Gerichtherrn, dem bo? Urteil zn milde war, wurde vom O b e r k r i e g? g e r i ch t verworfen. Namentlich auch wurde die verlangte Versetzung in die 2. Klasse de? Soldatenstandcs abaelehnt, um dem bisher unbescholtenen Anacklagtcn nicht den Weg zu versperre", wieder ein ehrlicher Meuscb zu werden, wie er es vorher war.
Leipzig, 3. Dez. Das Reichsgericht bat die Revision des A n t i g u a r s W 0 l s g a n g B a cb in Weimar, welcher vom dortwen Landgerichte am 4. Oktober 1906 wegen gewerbs- mäbiacr Hehlerei, beganceu durch den Ankauf von gestohlenen G 0 e t b e h a n d s ch r i s t e n . zu zwei Jahren 3 u cb t ft ci 11 ? verurteilt wurde, verworfen.
Erfurt, 4. Dez. Die Streukammer verurteilte nach zehnstündiger Verhandlung die Redakteure Stange und Dernbeim von der sozialdem. „Erfurter Tribüne" wegen B e l e i d i a u ng d es v r e u b. A b a e 0 r d n e t e n h a u s e s in je zwei Fällen zu j c sechs Monaten Gefängnis.
Sport.
w. RIIdersv o'r t. Der Verband der Rttdervereine ist am Sonntag in Weilburg zustande oekommen. Angeschlossen haben sich vorerst Gießen, Limbura, Weilburg, Wetzlar. Ems, welche? nur einen Vertreter nach Weilburg entsendet hatte, wird sich demnächst erklären. Die erste Verbands-Regatta an der Lahn ist im Jahre 1907 in Limbura aevlaut.
ISetivetfitäfSi’Zladtt’icbtett.
Konstantinopel, 4. Dez. Der Sultan ernannte Pro'eüor Dr. Bier-Bomr zn seinem Leibarzt. Vier siedest nach Kon- Dienst? bc? Sultans.
rind Wöffenfcbaft.
—.Man schreibt uns ans Frankfurt a. M . 4. Dez. Der frcnp6Einakter"dm d"s Fr"nkf'"-t"r Schauspiel- bans' verems'astete, war rn rechter ReinfaU. Die h"'d?n y-tP-ta?--* i't'”'« erm''d""d das „Dm dankbar-:
T'stien" W einen ku"bsch-n G-dmk"n zu Tod: b~3 andere Der amintOche ist ein Schmarren, e-Ilen'a^iZ für
"ine anfvri'ck's'fose Stz^vesteracsestsch"ft pee’^ret. aber nicht für eine cnste B'st-nr. ..Erzicbnng" ist e'"c der S-Hlnbakt ">neZ Trauerspiels, dem aber der Anfang fehlt, der die Ent-- m-'^s"ng v°"^äudl'.ch machen würde. Auch >"ird i", Anftug Af( d^s crzäbst, was wir mit eigenen Annen fetrn mnuten. Dia Schlußstenc ist aber sehr wirksam und sie riß das Rublikum 'n arastem Mftall hin. Geiftielt w"rde glänzend, besonders! hon Fräulein K'lm'shammer. d-n Damen Hartmann nr^ Ein-ig, in dem anderen St'"'cke von Fräulein Sangora, Herrn Diegelmann und Herrn Baner.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für liessen am Donnerstag, den 6. Dezember: Meist trüb. Regenfälle. Temperatur nicht verändert. Starke westlicbe Winde. Keine Aenderung.
Briefkasten fccr Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt'.
Ein Musikfreund. Die Veröffentlichung des Eingesandts kann mir prfoToen, wenn Sie uns Ihren Namen mitteilen.
Te!efoms(Dlh®%
des Giessener Anzeigers, mit geteilt von der Bank für Handel und Industrie CHosson.
Frankfurter Biir«( 3%°/o Betchsnnleihe . 98.15
3% do. . . 86.80 3j^°/0 Konsols .... 98.20 3% do. . . . . 86 85 3^°/0 Hessen .... 97.35 ^x/?k Oberh essen . . . — 4% Oestcrr. Goldrente. . 100.00 4‘/5 Oestcrr. Silborrentc 100.20 4 % ITn<rar. Goldrente . . 96.30 4% Italien. Bente . . . 102.85 3% Portugiesen Serie I . 69.60 3% Portugiesen III 79 70 niss.Staatsanl. 1905 90.50 4y°„ Japan. Staatsanleihe 94-30 4 % Conv. Türken von 1903 94-10 Türkenlose ..... —.— 4% Griech. Monopol-Anl. 52 50 4% iiussere Argentinier . 89 25 3°/0 Mexikaner . . 67.20 4y20/0 Chinesen .... 96-90
Aktien:
Bochum Guss 241.30 Buderus E. W . - . . 128.60
Tendenz: schwächer.
' 0. Dezember, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 142.30 Elektrlz. Schlickert . . . 121.30 Ese.hweiler Bergwerk . . 250 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 225 50 Hamburg - Amerik. Paketf. 158.60 Harpener Bergwerk. . . 213 00 Lnnrahütte ..... 244.30 Nordd. Lloyd 130.20 Obeischles. Eisen-Industrie 126 75 Berliner Handelsges . . 173.50 Darmstädter Bank . . .140 25 Deutsche Bank . . . 241.00
Deutsch-Asiat Bank . . 171.50 Diskonto-Kommandit. . . 185.00 Dresdner Bank . . . 157.80 Kreditaktien 215.10 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 121.00
Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 35 70 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 149.50
Berliner Börse, 5. Dezember. Anfancrsknrse.
Can ad a E. B 188.10
Larmstädter Bank . . . 140.30
Deutsche Bank .... 241.00
Dortmunder-Union C. . . 83 60 Dresdner Bank .... 157.60
Ten den ? : schwach.
Harpener Bergwerk. . . —.— Lnnrahütte .... •—.— s ombarden E. B. ... 35.60 Nordd. Lloyd 130.30 Türkenlose —.—
Handel rind Verkehr, VolksrvlrtschLrft.
Die deutschen und vreußischen Staatsvaviere sichen in der neuesten Zeit in Wirklichkeit wieder mehr im Vovder- grnmd de? Interesse? und die „F. Z.", die in diesen Sachen besonder? gut informiert ist, schreibt u. a., daß das Konsortinm 23 Mill. Mk. 31/. vroz. Reichsnnleihe und Konsols au? seinen Beständen am Sam?tag verkauft hat, wirkte sehr anregend aus den Gesamtmarkt unserer inneren Anleihen. Giestern wurden weitere 15 Mill. Mk. abgestoßen, sodaß sich der bisherige Bestand innerhalb zweier Tage um 38 Mill. Mk., also aus etwa 140 Mill. Mk. reduziert hat. Käufer dieser Anleihen sind außer der schon genannten See- Handlung die Deutsche Bank, die Berliner Handelsgesellschaft, sowie die Bankhäuser Mendetsobn & Eo. und S. Bleichrö'er. Ein sehr großer Teil dieser übernommenen Anleihen, und das ist nach unserer Meinung die Hauptsache, geht in festen Besitz über und wird den offenen Alarkt auf keinen Fall belasten. Am meisten profitierten von der günstigen Tendenz die 3 proz. Anleihen, die sowohl per Kasse als auch auf Zeit und zwar besonders viel per Ende Januar gehandelt würden. Tas noch vorhandene Material au 3 proz. Werten ist auf geringere Betrage zusammengeschmolzeu. und da nun mit ziemlicher Sicherheit angenommen wird, daß ans lange Zeit au eine Ausgabe 3 proz. 9(n(eiben nicht gedacht wird, so kann man damit rechnen, daß wirklich flottante Summen den Markt nicht mehr drücken werden. Auch das Ausland interessiert sich wieder mehr für die deutschen Anleihen; besonders Paris, und e? sollen ziemlich ansehnliche Summen für spekulative stwecke gekauft worden sein, die aber vermutlich bald wieder zurückkommen werden. Die preußischen Konsols wurden dabei den deutschen ReichSaulcihen vorgezogen.
V 0 n d e r B c r l i n e r B ö r s e. Die Geldfrage steht neuer-


