Ausgabe 
5.10.1906 Zweites Blatt
 
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Der Minister interessiere

sich zwar für die Bahn und habe

auch seine Ansicht über die beabsichtigte Linienführung ge>

äußert; doch solle die G emeinden gebaut aus Kreismitteln gedacht.

findet, sodann nach manische Haus und mit Automobil nach Wiesbad en,

Bahn von den interessierten werden. Eventuell sei an Zuschüsse (Frkf. Ztg.)

freundliche Speisesaal und ein Damenzimmer.

Die Gepäckabfertigung und Fahrkartenausgabe werden in den nächsten Tagen eröffnet. Der neue Wartesaal dritter und vierter Klasse an der oberhessischen Seite, der seither provisorisch für die erste und zweite Klasse diente, ist von heute ab geschlossen; er wird renoviert, mit Vild- hauerarbeiten versehen und btfnn in zwei bis drei Wochen dem Verkehr übergeben. Bis dahin werden weiter eröffnet werden können das Sperrhaus an der oberhessischen Seite mit dem Polizciwachraum, die Verbindungshalle nach der Haupthalle und der Turm. Das Sperrhaus ist jetzt im Roh­bau fertig. Der Raum zwischen Sperrharis, Verbindungshalle, Wartesaal dritter und vierter Klaffe und dem oberhessischen Bahnsteig wird überdacht werden.

Die Küchen- und Restaurationsräume des Bahnhofs befinden sich in einem Mittelbau zwischen den beiden Wartesälen und zwei Lichthöfen. Von der im Keller­geschoß untergebrachten Küche führen Aufzüge nach den oberen Anrichteräumen. An diese schließen sich die Buffeträume nach beiden Wartesälen.

Für den Restaurateur und deffen Wohnung ist, wie früher, ein Privateingang geschaffen. Die Kellerwirtschaft ist ebenfalls von außen zugänglich, der Eingang befindet sich rechts vom Haupteingang. Die Eröffnung findet in den nächsten Tagen siatt.

In etwa drei Wochen wird mit dem Abbruch des jetzigen Wartesaals III. und IV. Klasse begonnen, der Raum wird um geb aut, in seinem Stil dem neuen Teil angepaßt und für die Stationskasse, Prüflings- und andere Räume eingerichtet. Bis Weihnachten soll schon der Rohbau vollendet sein Zwischen der Empfangshalle und diesem Teil wird ein kleiner Uebergangsturm errichtet. Alrch der nordöstliche Flügel des alten Bahnhofs bleibt, wie wir vernehmen, nicht in seiner jetzigen äußeren Form be­stehen, vielmehr soll seine Fassade abgebrochen und dem neuen Stil entsprechend um gestaltet werden. Die Pläne hierzu wird der Erbauer des Neubaues, Architekt Hosniann-Herborn, Herstellen. Dieser Flügel wird im unteren Teil zu Fürsten-Empfangsräumen eingerichtet, während dea obere Stock die Wohnung des Vorstehers enthält.

Für die Post, die ursprünglich im alten Mittelbau unter­gebracht werden sollte, ist nun die Errichtung eines eigenen Gebäudes projektiert, östlich vom Bahnhof in dem Vor­garten nach der Stadt zu. Es wird jedenfalls erst im nächsten Jahre erbaut werden.

So ist denn jetzt der Hauptteil unseres Bahnhofs­gebäudes vollendet, und das reisende Publikum wird die lang entbehrte Eröffnung als eine endlich erfüllte Erlösung empfinden. Bis zur endgiltigen Vollendung des Bahnhofs

* Kleine Tc aeschronil Tas Schicksal des Massen­mörders T i t t r : b ist nunmehr endgültig entschieden ; er ist nach erfolgtem Eck oechsel mit der Berliner Staatsanwaltschaft am Landgericht ]l ns Grund des ärztlichen Gutachtens de§ Waldheiiner Zuchun-ges, das ihn für geisteskrank erklärt nunmeh» auch von dieser wegen der beiden Frauenmorde bei Berlin auße»

Die Diebstähle im Grosth. Residenzschloß zu Weimar vor Gericht.

Ende vorigen Jahres wurden dem Buchhändler Harrwitz in Berlin von dem Antiquar Wolfgang Bach in Weimar sechs Goethe-Handschriften zum Kauf angeboten. Harrwitz wandte sich an das Großh. Staatsministerium und erfuhr, daß die Handschriften aus den Akten des Großh. Staatsministeriums gestohlen waren. Bach erklärte, er habe die Handschriften von dem im August 1905 verstorbenen Hofküchenmeister König erworben; weitere Nachforschungen ergaben, daß Bach zahlreiche Goethehandschriften zu hohen Preisen nach Wiesbaden, Leipzig, Halle und verschiedenen anderen Orten verkauft hatte. Auch ein Chodow iecki- Album stammte aus den Kunstschätzen deS Großh. Schlosses. Vom Großh. Hofmarschallamt wurde festgestellt, daß ein um­fassender Diebstahl begangen war. Den Sohn des Geh. Hofrats Professor Dr. Suphan, Schüler des Gymnasiums, soll Bach veranlaßt haben, ihm sehr wertvolle Bücher aus der Bibliothek seines Vaters zu verkaufen. Bach, der sich seit dem 14. Dezember 1905 in Untersuchungshaft befindet, hatte sich vor der Strafkammer zu Weimar wegen gewerbS- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu verantworten. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus .rurteilt. Sechs Monate wurden auf die Untersuchungshaf! angerechnet.

wird allerdings noch nahezu ein Jahr verstreichen.

Die Hessische Landes - Hypothekenbank in Darmstadt, hat auf Grund der Ausgabe von 4Proz. Obligationen die Be­ding u n g c n für T a r l e h e n s z u s a a e n bis auf weiteres wie folgt festgesetzt 7 , ,

DerZinsfuß betragt für die Hypothekendarlehen 4-/i Proz., für Kommunaldarlehen 4,20 Proz. Ä)bald die Bank den Zins­fuß ihrer Obligationen allgemein auf 3Vs Wv-. herabsetzt und

Geschieden sein.

-Von der Schule. In unserem Großherzogtum herrscht zurzeit ein solcher Lehrermangel, daß, wie die ,Frkf. ßig? erfährt, nach einer Verfügung der zuständigen Schulbehörde die Abiturienten der Lehrerseminare zu Fried­berg, Bensheim und Alzey schon zu Ende Januar 1907, statt zu Ostern, entlassen werden, damit sie sofort als Lehrer verwendet werden können. Im abgelaufenen Schuljahre wurden an Volksschüler im ganzen 79 068 Schulbäder verabfolgt, ausschließlich in den betreffenden Schulgebäuden selbst.

O Leihgestern, 5. Okt. Heute nacht brach in der Hofreite des Landwirts Heinrich Wagner Feuer aus, das in kurzer Zeit die Scheuer und angrenzende Stallung vernichtete. Man vermutet Brandstiftung.

)( Friedberg, 4. Okt. Im Alter von 85 Jähren starb hier der Lehrer i. P. Wilhelm Loos. Mit ihm ist der Lehrer. Hessens mit der ältesten Dienstzeit aus dem Leben geschieden. Loos war über 60 Iahre als Lehrer tätig und zwar ver­brachte er seine ganze Dienstzeit in Södel i. d. W., wo er seit 1841 wirkte. 1891 konnte er sein 50 jähriges, 1901 sein 60 jähriges Dienstjubiläum begehen. Nach seiner Pensionierung zog er hierher. Seine Verdienste wurden von S. K. H. Großherzog. und den Schulbehörden wiederholt anerkannt.Vater Loos" war in Lehrer­kreisen allgemein geehrt und geachtet, und nahm an beit' Be­strebungen des Lehrerstandes regen Anteil. Er wird nächsten Samstag in Södel, dem Ort seiner Wirksamkeit, beerdigt. In Södel hat saft die gesamte Bevölkerung den Unterricht bei Herrn Loos genossen. Er war 1822 geboren und batte von 183941 das hiesige Lehrerseminar besucht.

d. Gelnhausen, 4. Okt. Der Kaiser kommt am 14. Oktober, morgens 9.15 Uhr von Berlin hier an, fährt durch die Stadt bis zum Ziegeltor, wo der Empfang statt-

der Kirche, besichtigt hierauf das ro- die Burg. Mittags fährt der Kaiser Meerholz zur Hochzeit.

3. Okt. Zur Errichtung eines neuen

Kinderheims schenkte der Kaiser der hiesigen Paulinen- stiftung 3 0000 Mk.; durch freiwillige Beiträge wurden zu gleichem Zweck bereits 36 317 Mk. aufgebracht. Die kürz­liche Anwesenheit des Ministers Breitenbach in Homburg mnd Wiesbaden ist mit dem Bau der elektrischen Taunus­bahn Wiesbaden-Epp st ein-Homburg in Zusammen­hang gebracht worden. Dabei war gemutmaßt worden, daß die preußische Eisenbahnverwaltung die Absicht habe, die elektrische Taunusbahn selbst zu bauen. Das ist, wie dem ,Wiesb. Gen.-Anz." mitgeteilt wird, keineswegs der Fall.

anzuziehen. v

Die Darlehen find seitens der Bank nach ihren Bestimmungen für die ganze Darlehensbauer, seitens der Anleiher jedoch nur für die ersten 10 Jahre, unkündbar. Es bleibt aber den Schuld­nern, die eine vorzeitige Rückzahlung wünschen, jederzeit un­benommen, mit der Bank dieserhalb ins Benehmen zu treten.

Weitere Aufschlüsse werden jederzeit kostenlos von der Ban! ebenso wie von dev Großh. Bürgermeistereien und Ortsgerichten erteilt. . .

Der Deutsche Wund für Keimatschuh hielt in diesen Tagen in München seine Hauptversamm­lung ab.

lieber Heimatschutz in der Kleinstadt sprach Landesbaurat und Provinzialkonservator Rehorst-Merseburg. Wirtschaftliche und Verkehrsetwägungen zerstörten in erster Linie die Poesie der Kleinstadt. Wieder und immer wieder begegne man den gleichen prosa ischenBahnhöfen, den­selben kahlen Hotels, gußeisernen Bänken, die wie aus eichenen Knüppeln gefertigt aussehen und die poetische Auf­schrift tragenNur für Erwachsene". Der Stadtgärtner verschönt die alte Stadtmauer mitmodernen" Anpflanzungen und junge Architekten stellen, da sieSelbstschaffende" sind, neben streng gothische BautenHäuser imJugend­ti l. An der Hand von Lichtbildern legte der Vortragende dann im Gegensatz hierzu die reizvolle Wirkung von der Kultur unberührtes Städte dar, wie Rothenburg o. d. Tauber, oder pietätvoll erhaltener Einzel-Denkmäler vergangener Zeiten, wie de§ alten Stadttors in Mülhausen i. Els., alter Häuser in WormS, Weißenfels i. Sachsen re. Bedeutend je- doch überwogen die durch moderne Kultur verunstalteten Bilder kleiner Städte und Ortschaften. Die Ausführungen des Referenten schloffen mit Konstatierung der Tatsache, dag die Anforderungen modernen Verkehr? und moderner Ent­wickelung zu plötzlich an die Kleinstädte herangetreten seien. Doch diesen Anforderungen der Jetztzeit könne man sehr oft gerecht werden, ohne ästhetische Werte zu verletzen. Allerdings müßte man dann hierzu auf die entsprechende tatkräftige Mitwirkung der Kommunalbehörden rechnen können.

Das nächste Referat über die Erhaltung des Dorfes erstattete Schriftsteller Robert Mielke. Wie der Vortragende ausführte, waren ursprünglich für die Bauweise der Dörfer die in nächster Nähe befindlichen Materialien und die besondere handwerkliche Fertigkeit seiner Bewohner be­stimmend. All diese Einflüsse fielen fort mit der wachsenden modernen kulturellen und wirtschaftlichen Entwickelung. 9(n Stelle des romantischen Alten trat da? praktischere prosaische Neue, aus Holzbauten wurden Steinbauten, und leider des Oefteren auS Gründen der Billigkeit Bauten, die nicht einmal mit heimischem Steinmaterial hergestellt wurden. Dem habe bereits die württembergische und die sächsische Regierung in einzelnen Fällen entgegenzuwirken versucht. Die Behörden müßten auch durch entsprechende Bauverordnungen dem Ver­legen von Flüssen, Urbarmachen von Seen, Rasieren von Gartenanlagen entgegenroirfen, wenn solche Maßnahmen den Gesamteindruck des Dorfes schädigen. Das alte Straßensystem wäre nach Möglichkeit beizubehalten, auffallende Bau- Materialien müßten vermieden, Reklametafeln verboten sein, Zäune dürften nur aus Holz hergestellt, neue Gebäude nur im Stile des Dorfes gehalten fein. Das feien einige der Punkte, die zu Verordnungen verdichtet, eine Erhaltung des Dorfes ermöglichen werden.

Ier neue Kaynvos.

Gießen, 5. Oktober.

Heute vormittag wurde der Hauptteil des neuen Bahn­hofsgebäudes dem Verkehr übergeben und zwar die große Empfanghalle, der Haupteingang, der Warte­saal erster und zweiter Klasse und der an diesen an­stoßende Speis esa al. Ter Haupteingang an sich präsentiert sich mit seinem kuppelförmigen Dach, den schönen Bildhauer­arbeiten, die namentlich in feinen Blätterkapitälen bestehen, und den als Wasserspeier dienenden Tierfiguren ganz vorteil­haft. Die Bildhauerarbeiten sind von der Firma Gievers- Darmstadt, die Malereien von einer Kölner Firma ausgeführt. Bildhauer- und Malerarbeiten sind in romanischem Stil gehalten. Die Einfaffungsornamente der Sandstembogen und Sockel sind in geschmackvollen bunten Farben auSgeführt. Gleich rechts nach der Halle zu befinden sich die Fahrkartenausgabe mit acht Schaltern und ein Zimmer für die Bahnsteigschaffner, links das Portier-Zimmer und der Raum für Han d g ep äck. Die große Empfangshalle ist, ebenso wie der Haupt- emgang, in romanischem Stil erbaut und mit hübschen Malereien und Bildhauereien versehen. Die Halle ist 36 Meter lang und 17 Meter breit Sie enthält die Bahnsteigsperre und auf der Main-Weser-Seite die Gepäckabfertigung. Nach der oberhessischen Bahn zu schließt die Halle mit einem etwas plumpen Turm ob, der ea. 30 Meter hoch ist und als Uhr- turm dient. Auch ist darin ein Wasserreservoir untergebracht, das bei etwaiger Feuersgefahr in Tätigkeit tritt. Ein be- türmtes Bahnhofsgebäude ist jedenfalls etwas Eigenartiges; ästhetisch schön aber kann man diesen Turm, der für seine Dicke gar niedrig ist, nicht nennen. Besonders schön ist der Wartesaal erster und zweiter Klasse eingerichtet, der nach der Main-Weser-Seite zu liegt. Er ist mit altdeutschen Möbeln ausgestattet. Anschließend daran befinden sich der

anderthalb Millionen Mark. Da nach den Bestimm- ungen des Testators die Zinsen fünf Jahre,lang zum Kapital geschlagen werden müssen, so wird svch da§ Kapital bis zu dem Tag, an dem die Stiftung m Kraft tritt, auf 1800000 Mark er­höben. Es können also etwa neunzig Stellen zu 800 Mart er­richtet werden. .. , .

** Kleine Mitteilungen aus Heisern und den Nachbarstaaten. Dem Poli'eidiener Karl Schmidt ut Lollar, dcm Vater des dortigen Bürgermeisters, wurde durch Reqierungsrat Dr. Wagner aus Gießen osts allg. Ehrenzeiaien mit der Inschriftfür längs übrige treue Dienste überreicht, das ihm von S. K. Ä- dem Großherzog anläßlich ferner Verlegung in den Ruhestand verliehen worden war. ^»n B c n s h e rm a. V. ist der Zögling des Lehrerseminars Wilhelm Angelber­ber, der vor vier Wochen beim Turnen am Reck stürzte, ge­lt o r b e n. Er hatte sich beim Fallen eine Knickung des Rücken­marks zugezogen und war seitdem am ganzen Körper gelahmt.

In Stockhausen wurde der seitherige Beigeordnete ^ohs. Döll 3. einstimmig wiedergewählt. Bei Soden stieß man beim Bohren nach Braunrotsten an zwei Stellen auf Sprudel, die mehrere Meter hoch sprangen. Die Eröffnung des neuen Homburger Bahnhofes soll wenn irgend möglich am 19 September 1907 erfolgen. Der in Fraufturt arbeitende Stukkateur Franz Schmidt von Vilbel geriet h-ute vormittag vermutlich 'durch zu frühes Mspringen unter die Rader em es Zuges, die ihm den Kopf a b iu hr en. Bei S chw anh e im wurde aus dem Main die Leiche der seit dem 6. September vermißten Frau Berz Witwe gelandet. Im Bahnhos Hoch st am Main karambolierte auf dem Sodener Gleise eine Ma­schine mit einem Gas wagen, wobei der Wagen entgleiste und das Hauvtgleis sperrte. Von dem Personal kam niemand - >i Schaden.

poUttsche Cagesscharr.

°in der Strafsache gegen den Kolouialbeamten Götz Und Genossen soll der Abg. Erzberger über den Unter­suchungsrichter, LandgerichtSrat Scynndt, B ei erd e ge­führt haben, weil dieser entgegen wiederholt geg.oenen Versprechen die Erzberg erseh en Aufzeichnungen den Be­amten der Kolonialabteilung zugänglich gemacht habe^ Die angeklagten Kolonialbeumten sollen sich dieser ^chchw.rde des Abg. Erzberger angeschlossen und den Untersuch­ungsrichter als befangen ab gelehnt haben. Vor -läufig erscheint derFreis. Ztg." diese Nachricht, obwohl sie ihr aus guter Quelle zugeht, als unglaublich. ~,eiu.i erhält dieFreis. Ztg." die Nachricht, daß einer der an» geklagten Kolonialbeamten eine Bei chwer d e über ine an­gebliche Kundgabe von noch anderen perlen der Unter- suchungsakten an die Kolonialabteilung em gereicht habe. Die Bekanntgabe des betr. Materials soll u. <l schwere Anklagen gegen den Bezirksamtmanu in ^.ogo, ^>r. Kersting, enthalten. Dr. Kersting soll hiervon Kennt­nis bekommen, trotzdem aber fernen Heimatsurlaub in Deutschland vorzeitig abgebrochen haben, um nach ^ogo zrrrückzukechren. .

Aus Stabt und Land.

Gieß en, 5. Okt. 1906.

Die Taschenfahrpläne für den Winter 1906/07 werden heute unseren Lesern in der Stadt Gießen ausgehändigt. Unseren Zweigstellen auf dem Lande und den Postabonnenten werden die Fahrpläne anfangs nächster Woche zugestellt werden. .

- Die Einstellung Einjährig-Freiwilliger am 1. April 1907 findet in Gießen beim Jnsantene- Regiment Nr. 116, in Darmstadt beim Jnsanterie-Negiment Nr. 115 und Frankfurt a. M. beim Infanterie-Regiment Nr. 81 statt.

** Die hessischen Landwirt schaftskamm'er- wahlen bedeuten, wie man uns schreibt, einen großen Erfolg des früheren hessischen Bauernbun­des, der fast sämtliche oberhessischen Mandate ge­winnen wird. Dabei ist es nicht von Belang, ob ine Ab­geordneten sich demBund der Landwirte", denBauern- bündlern", denVereinigten Landwirten von Frankfurt und Umgebung" oder, wie Kalbhenn von Vilbel, dem Freisinn" zuzählen: es kann ausdrücklich festgestellt werden, daß sämtliche ob er hessische Mandate der Schat­tierung Bär-Hirsch el-Köhler angehören und ihre Wahl als eine Reaktion gegen das selbständige Vor- 'gehen desPreußisch-Hessischen Bundes der Landwirte" (Führer Lucke und Graf Oriola) zu betrachten ist. Dem Bauernbund wird auch der Ge- heimerat Haas wahrscheinlich seine demnächstige Prä­sentation zum Präsidium der Landwirtschafts­kammer verdanken können. Ob aber der Bauernbund auch Dank von Haas zu erwarten haben wird, das bleibt abzuwarten. In Starkenburg siegte in der Haupt­sache die Liste des Landwirtschaftlichen Vereins, Hand in Hand mit dem Hessischen Bauernbund, der allerdings auch zirka 5 selbständige Mandate haben wird, und in Rhein­hessen faird kaum eine Wahltätigkeit statt, ganz im Gegen­satz zu Oberhessen, wo in manchen Orten über 90 Proz. der Wählerschaft zur Wahlurne eilte. So wird denn wahr­scheinlich den O b e r h e s s e n das P r ä v e n i r e zu spielen

diese Heräbsetzüng für die Jabresrechnung bet Bank voll wrn- sam wird, ermäßigt sich der Zinsfuß der Hypotb-rdarlehm auf 38/4 Mroz, der für Kommmialdorlehrn auf 3,70 Proz. Für ute Dauer von 8 Jabren ist iedoch eine solche Ermäßigung aus­geschlossen Bei Kvmmunaldarlehcn ftelft cs der Anleihcrin frei, sich für einen Zinsfuß von 4,25 Proz. für die ersten zehn Jahre und von IVs Proz. vom 11. Jahre ab zu entscheiden. Selbft- verständfich 'erstreckt sich die Vergünstigung einer Vs Proz. Zins- sustheral'sevung int Falle einer Konversion der Obligationen,auch auf diejenigen Kommunen, welche diese Regelung des Zinsfußes gewählt haben. ,, . .

Die vorerwähnte Ermäßigung des DarlchenszinsfußeZ um 1/2 Prozent verringert sich 'entsprechend, wenn die Bank den Zins­fuß ihrer Obligationen, durch welche sie sich das Darlchenskapital beschafft hat, um weniger als 1/2 Prozent herabsetzr.

'Ist eine Ermäßigung des Darlehenszinsfußes einmal b c r b c i g c f ü b r t, so bleibt sie für die ganzeDar- lehensd'auer unveränderlich in Kraft. Die Bank kann also den ermäßigten Zinsfuß niemals wieder in die Höhe setzen.

Es werden n u r T i l g u n g S d a r l e h e n gewährt. Der Til­gungsbeitrag, welcher der Regel nach Vs Prozent zu betragen hat, kann für die Dauer des 4Vs Proz. Zinsfußes bis auf V» Prozent ermäßigt werden. .. .

Geldbeschaffungskosten werden auf Auszahlungen, die in Ge­mäßheit dieser Bekanntmachung zugesagt sind, nicht berechnet. Für den Fall jedoch, daß der Bank bei späteren Auszahlungen infolge der Kapitalbeschaffung ein chöherer Aufwand, als er bei der gegenwärtigen Lage des Geldmarktes beträgt, erwachsen wllte, behält sie sich 'das Recht vor, einen entsprechenden Betrag der Tilgungsarten zu deren Deckung als einmaligen Kostenbeitrag Her-

Fr ankfurt a. M., 4. Okt. DerFrkf. Ztg." wird mit­geteilt, daß Fürst Bülow gestern abend die Vorstellung im -Albert Schumann-Theater besuchte und dann in Be­gleitung des japanischen Botschafters in Berlin, Grafen I n 0 n y e, der seit einigen Tagen hier weilt, dem Konzert italienischer Mu­siker im Cafe Ruhland auf der Kaiserstraße beiwohnte. Der Reichskanzler fuhr mit dem letzten Zug nach Homburg zurück. Der Vermögensbeftand dcs verstorbenen Privatiers I. E. A. Cor­dier ist nunmehr gerichtlich fcstgeftellt worden. Darnach be­trägt das dem evang.-luth. Almosenkasten zugefallene Vermächt­nis Mch Wzug der Legate im Betrag von 130 000 Mark rund