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6.3.1906 Erstes Blatt
 
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erpressungen ausführten. Alle drei sind jetzt dem Gericht überliefert worden.

Auch der ehemalige Kommandant der Festung Wladiwostok, General K'asbeck, der in Petersburg eingetroffen ist, wird zur gerichtl. Verantwortung gezogen wegen verschiedener Ungesetzlichkeiten, die er sich »vahrend der letzten Unruhen hat zu schulden kommen lassen.

In Odessa wurde auf dem Alexanderprospekt gegen einen Laden, in dem sich die Polizei unlängst auf die Lauer gelegt hatte, um Anarchisten zu verhaften, eine Bombe geschleudert. Das Geschoß richtete große Verheer-- angen an mid verletzte den Besitzer des Ladens und einen Schutzmann schwer. Die Täter entkamen.

In Odessa sind ferner drei höhere Polizei­beamte wegen Amtsvergehen während der Judenhetzen im Oktober v. I. angeklagt und vom Dienste vorläufig enthoben worden.

In Riga verurteilte das Kriegsgericht den Letten Behrsing wegen Ermordung zweier Kosaken zum Tode durch den Strang.

In Trflis wurde ein Rendant der Kontrollkammer, der in einem Wagen 7000 Rubel fortbrachte, von drei Männern üb er fall en und durch Revolverschüsse ge­tötet. Die Verbrecher sind mit dem Gelde ent io nun en.

Derrtschasrikanrsches.

Oberst Dame bestätigt durch ein Telegramm aus Raniansdrist unterm 3. März sdie Unterwerfung Cor­nelius'. Dieser Führer der Bethanier hat sich am 2. März in Neikoms, 60 Km. südwestlich von Bethanien mit 7 5 Männern und 36 Frailcn und Kindern gestellt und 54 Gewehre, darunter 47 moderne Hinterlader, abge­geben. Wie Dame heroorhcbt, ist der Erfolg der ener­gischen Verfolgung durch die Abteilung des Haupt­manns Volkmann, sowie der unausgesetzten Hetz- ja g d zu verdanken, die alle beteiligten Truppen in den letzten Monaten unter den schwersten Anstrengungen in dem schluchtenreichen Felsgeländc veranstaltet hatten.

In Beantwortung eines Briefes, in welchem dec britische Kolonial,ninister Lord Elgin auf eine Mitteilung aufmerksam gemacht wurde, daß die deutschen Truppen in Süd­westafrika hinsichtlich ihrer Verpflegung hauptsächlich von der Kap-Kolonie abhingen, schrieb der Minister, die britische Negierung erkenne die aufständischen Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika nicht als eine kriegführende Macht an. Daher entstehe keine Neutralitätsfrage im Zusammen­hang mit dem Transport von Vorräten über die Grenze. Doch ergreife die Regierung alle solche Schritte, welche unter den besonderen Umständen angeiuessen seien.

Die Budget-Kommission des Reichstages setzte heute die Besprechung über die Beschwerde der Äqualeute fort. Nach längerer Diskussion wurde ein Zentrumsantrag angenommen, den Reichskanzler zu ersuchen, den Eingeborenen im Schutzgebiet erhöhte Rechts- garantie zu gewähren, über die Untersuchungsgefangenen keine körperliche Züchtigung oder Zwangshaft zu verhängen sowie die Beschwerdepunkte der Aqua-Leute durch eine richterliche Person eingehend untersuchen zu lassen und über das Ergebnis dem Reichstage Mitteilung z,i machen. Ein Antrag Bebel auf Haftentlassung der Häupt- inge wurde abgelehnl.

AuslnnH.

London, 5. März. Unter den Nachtragsforderungen für die Marine befindet sich and) ein Posten von 296000 Pfund Sterling für Verstärkung der Panzerungen.

Rotterdaln, 5. März. Der Anarchist Nieuwen- huis veröffentlicht die Antwort der holländischen Re­gierung auf seine gegen das Kölner Polizeipräsidium ein­gebrachte Beschwerde. Bei seiner Festnahme, so heißt es in dieser Erwiderung, seien die in Deutschland geltenden Vor­schriften beobachtet worden und die Verhaftung sei erfolgt, weil die deutschen Behörden Nleuwenhuis als Anarchisten für gemeingefährlich hielten. Die für seine Ausweisung z,i treffenden Maßregeln erlitten Verzögerungen durd) das Verfahren wegen seiner als Ausgewiesener unerlaubten Rückkehr. Die Regie­rung meine, sie sei nicht berechtigt, gegen Nieuwenhuis' Fest­nahme und Ausweisung zu protestieren. Sie könne somit seine Schadenersatzklage nicht unterstützen. Die Regierung bedauere jedoch, das; die Ausweisung nicht beschleu­nigt wurde und habe darüber kräftige Vorstellungen in Berlin halten lassen, denen die preußische Regierung mit der Behauptung des von ihr vertretenen Standpunktes ent­gegenkam. Die Regierung sagt schließlich, sie habe Nieuwen­huis jede unter den obwaltenden Umständen zu erhaltende Genugtuung verschafft, und die Sache sei damit als abge- schlosien zu betrachten.

Brüssel, 5. März. Gestern abend fand hier ein großes Meeting statt, welches von dem internationalen so­zialistischen Bureau einberufen war. Jaurös, sowie der Engländer Hpdmcm und der Holländer Troelstra ergriffen das Wort und sprachen über das Thema: Krieg dem Kriege. Jaucßs widerlegte die Behauptung, daß die fran­zösischen Sozialisten zu Gunsten des Auslandes wirkten. Er erttäric, die Taktik der Sozialisten gehe dahin, daß kein Land, welches cs auch sein möge, gedemütigt werde. Der Russe Kutschniakow zeichnete ein Bild der russischen Re­volution und ihrer Folgen. Es wurde eine Resolution angenommen, die besagt, daß in Zukunft die Sozialisten aller Länder bei jedem Anlaß, wo dem Frieden Europas Gefahr drohe, sich unter einander verständigen müßten, um eine Störung deS Friedens zu verhindern.

Paris, 5. Mürz. Bei dem heutigen Frühstück in der englischen Botschaft waren Loubet mit Gemahlin und Del- cassä die einzigen französisd)en Gäste des Königs Eduard. Heute vormittag verließ der König rvegen einer leichten Ermüdung die Botschaft nicht.

Wien, 5. März. Nach einer der dalmatinischen Statt­halterei zugegangenen Mitteilung wird König Eduard von England vom 27. März bis 1. April in Ragusa verweilen.

Saloniki, 5. März. In Ueskueb wurde der fran­zösische Schutzgenosse Martinoff, welcher Chef einer bulgarischen Bande fein soll, verhaftet. Bei seiner Ver­haftung warf er eine Bombe, wodurch er fid) selber yerlc tzte.

Konstantinopel, 5. März. Der Albane sen-Auf- stand hat gefährliche Dimensionen angenommen. Die

Regierung führt einen regelrechten Feldzug, um Rilhe und Ordnung wieder herzustellen. Die Truppen eroberten die Stadt Ipek, welche im Besitz der Albanesen war, nach hef­tigem Kampf. Eine blutige Schlacht fand auch in dec Nähe von Mitrowitza statt. Nach hartnäckigem Kampf wurden 3000 Albanesen in die Flucht geschlagen. Die Verluste auf beiden Seiten waren sehr groß.

Ans S.aSt uno tiano»

Gießen, den 6. März.

* Zum Ministerialrat im Ministerium des Innern wurde von Sr. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog am 3. März ds. Js. der vortragende Rat im Ministerium der Justiz, Geh. Oberjustizrat Daniel Lorbacher, unter Be­lastung in seiner jetzigen Stellung im Ministerium der Justiz und mit Wirkung vorn 13. Februar ernannt.

** Uebertragen wurde dem Lehrer Joh. Troll zu Zellhausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Erlenbach.

"'In den Ruhestand versetzt wurde der Bureau­diener in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinsd)aft Jos Happel zu Darmstadt.

* Zu ständigen Kommissaren des Großh. Ministe­riums der Finanzen bei den Diplomprüfungen der Großh. Technischen Hochsck)ule wurden der Großh. Ministerialrat t. P. Geheimrat Dr. Schäffer, insbes. für das Hochbau- und das Maschinenbaufach, und der Großh. Geh. Oberbaurat Im rot h, insbes. für das Ingenieur- baufach, bestellt. Gleichzeitig mürbe den Kommistaren die Ermächtigung zur gegenseitigen Vertretung erteilt.

** Aron Heichelheim MitteldeutscheKredit- bank. Das seit dem Jahre 1832 an unserem Platz be­stehende angesehene Bankhaus Aron Heichelheim geht, wie mir soeben hören, auf die Mittelbeutsche Kreditbank in Frank­furt a. M. über. Die genannte Bank errichtet hier eine Filiale. Der Scmorchef der Firma, der in hiesigen Bürger­kreisen hochgeschätzte K o mm erzi e n ra t S ie g m u n dH e ich e l- heim, zieht sich nad) fünfzigjähriger Tätigkeit in das Privatleben zurück, der andere Inhaber, Herr Alberi Heichelheim, tritt in die Dienste der Bank und über­nimmt die Leitung von deren Gießener Filiale. Die Mitteldeutsche Kreditbank unterhält seit jeher rege geschäft­liche Beziehungen zum Großherzogturn Hessen, auch hat sie sick) mehrfach an der Uebernahnie von Anleihen der Stadt Gießen beteiligt; die Errichtung einer Filiale eines so kräftigen und bcbentcnben Bankinstituts kann für den hiesigen Platz nur von Vorteil fein.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen Ziehungstage der 4. Klasse der 7. Lotterie fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 31269, das zuletzt mit einem Gewinn von 1000 Mk gezogen wurde (nach Darm­stadt), ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 8855 (nach Bad Nauheim und Rudolstadt), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 26212 (nach Offenbach), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 34376, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 3662, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 21300 31269 44819 82387 89259. (Ohne Gewähr.)

** Für dieSitzungder Stadtverordneten-Vev- 1 a nt m I u n g am Donnerstag, 8. März, nachm. 4 Uh-r, ist folg ende Tagesordnung ausgestellt: 1. Gesuche um Be­st eiung von baupolizeilichen Vorschrrsten von a) Wilhelm Ger­hardt für den Schissenbergerw-eg, b) Abermann und .Ning für den Schifsenbergerweg, c) C. Hemzerling für den Schisfenberger­weg, ö1 P. Leinweber Witwe für den Lindenplatz, e) Jean Weisel für die Sonnenstraße, s) Karl Stückrath für die Steinstrcrße, g) Johannes Fink II. für die Slephanstraße, h) Peter Gerber für die Krofdorscrstraße, i- Heinrich Carlo für den Neuenweg, k) Joh. Georg Pfaff für Die Ebelstrake, l) Ludwig Leib für die Kirchstraße, nt) Karl Göbel für die Marburgerstraße, n) Franz Neumcyer für die Donnenstraße. 2. Verkauf eines GÄundestreifens an der Noonßraßc an Karl Stohr. 3. Erwerb von Straßenland am Schiffenbergerweg. 4. Kaufvertrag mit G. Trinkaus. 5. Desgl. mit der Artienbrauerei. 6. Umgestaltung des Landgraf Philipp-Platzes. ~7. Wiederherstellung der Straßenbefestig­ung in verschiedenen Straßen. 8. Befestigung der Bürgersteige in der Goethesiraße zwischen Ludwig- und Slephanftraße. 9. Pflasterung des Straßenkreuzes der Frankfurter- und südl. Klinikstraße. 10. Ausbau der Stephanstraße zwischen Bismarck- und Goethesttaße. 11. Anlage einer VerbindungSstraße von der I o h a n n e § st r a ß e n a ch d c m K r e u z p l a tz. 12. Ver- befferung des Promenadenwegs neben der Ostanlage. 13. Anlage eines erhöhten Fußweges an der Kreis st raße Gie­ße n - Gl e i b c r g. 14. Planierung des' vormals Pascoe'schen Grundstücks an der Bahn. 15. Gesuch des Gießener Fußball­klubs 1900 um Uebeilassung eines Spielplatzes auf dem Trieb. 16. Abhaltung von Lustbarieitcn aus Oswalds garten; hier: Ver­legung des Juxplatzes auf den Schweinemarktplatz. 17. Be­schaffung von Modellen für die Bildhauerarbeiten beim Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule. 18. Beschaffung von Räumen surS Ortsgericht. 19. Gebühren für Benutzung des Sektionszimmers. 20. Ausbesserung des großen Kochkeffcls in der städtiseinen Kaserne. 21. lieber!afsung dec Faßhal le der Aktie nbraucrei für das Universitätsfest 1907. 22. Vergrößerung der Maschinistenlvvhnung bei der Kläranlage. 23. Unterhaltung der Bücking'scheu. Grabstätte auf dem alten Fried­hof. 24. Tie Entwässerung der städt. Gebäude. 25. Kabellegung in dec Grabenstraße. 26. Vorlage der Rechnung und des Ver- waltungsöerichts für 1904. 27. Voranschlag deS GaS- und Waffer- werts für 1906. 28. Desgleichen des Elektrizitätswerks. 29. Ge­such des Ehr. Schuler dahier um Erlaubnis zum Wirtschafts- betricb im Hause Lichecstraße Nr. 39. 30. Desgl. des Friedrich Harnickel dahier für Eich gärten 50.

** Von der richterlichen Amtstracht. In Nr. 23 derHessischen Rechtsprechung" findet sich nachstehende Be­trachtung :

Die Groß. OB. über die Amtstracht der Juristen vom 15. August 1879 schreibt in Paragraph 3 d für das Barett der Direktoren und Ersten (jetzt Ober-) Staatsan­wälte eine silberne Schnur-Einfassung vor. Wie fommt es wohl, daß man dieses äußere Abzeichen den im gleichen Rang stehenden OberlandeSgerichtsräten seinerzeit vorenthalten hat? Die mehr oder weniger diri­gierende Tätigkeit der Beamten kann dabei nicht ausschlag­gebend sein, sondern die Rangstelluug soll nach außen hin zum Ausdruck foninten. Bei dem jetzigen Zustand hat der jüngste Amtsrichter genau die gleidje Amtstracht wie der älteste OberliMdesgerichtsrat! Das widerspricht deck) einigermaßen den nun einmal hierzulande geftenbeit Anschauungen und wäre mit einem Federstrich zu ändern. Judex.

Vortrag. Am Sonntag, dem 4. ds. Mts., ver- santmelten fick) die aktiven Mitglieder des Lieberkranzes unb ber Reisegesellschaft Wartburgia mit ihren Familien abenbs 8 Uhr im kleinen Saale des Neuen Saal­baus, einer Einladung beider Verelne folgend, um einen zweistündigen Vortrag mit Lichtbildern, gehalten von Herrn Photograph Chr. Zimmer, über seine vorjährige Mittel­

meerreife anzuhören. Der interessante Vortrag erntete reichen Beifall unb großen Dank.

** Hessisck)e Vereinigung für Volkskunbe. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltet morgen, Mittwoch abend 8»/. Uhr im Safe Ebel ihren 5. Mitgiiederabend. Pfarrer Kock)-Berstabt wirb über die Frage reben: »Warum man auf bem Lande religiös ist?" Man darf wohl bei ber reichen Erfahrung bes Redners auf eine ebenso gründ­liche als interessante Beantwortung der wichtigen Frage rechnen, welche auch volkskundliches Material in größerem Umfange bieten wirb.

** Vortragsabend des evangelischenArbeiter- Vereins. Am letzten Sonntag sprach Prof. Dr. Weimar über Fortschritte auf naturwissenschaftlichem unb technischem Gebiet in neuerer Zeit. Der Vortragende gab in großen Zügen eine lebendige Darstellung des ge­werblichen Lebens und unserer gesamten Kultur durch die von ihm ber Reihe nach besprochenen Entbeckungen bei Naturwissenschaft unb Erfinbungen der Technik. Es hat sich damit eine Umgestaltung aller Verhältnisse mit wirtschaftlichem Aufschwung vollzogen. Dabei haben sich nur ethische und soziale Fragen eingestellt, die ber Rebner kurz besprach. Ec schloß bann mit bem Ausspruch von Werner von Siemens: jeder Fortschritt in der Naturerkenntnis lehre uns Bescheiden­heit, er zeige uns immer wieder, baß eine orbnenbe Hand, eine weise Gesetzgebung bas Ganze lenkt.

* Konkurs - Ausverkäufe und Versteige­rungen. Die©übroeftb. Korr." schreibt: Es ist wirklich zii verwundern, baß bie Detailkaufleute sowohl als auch die Kleingewerbetreibenden sich noch nicht zusammengeschloffen haben, um bem Konkursausverkaufs- und Ber­ste i g e r u n g S s ch w i n b e l überall ba, wo er sich breit macht, geschlossen auf ben Leib zu rücken. Sie können u. E. leicht etwas erreichen, wenn sie bie Warenbestände einer Konkurs­masse durd) vereidigte Taxatoren des Konkursgerichtes be­werten lassen und alsdann auf gemeinsame Rechnung er­werben würden. Einen Antrag in dieser Richtung roürbt das Konkursgericht gewiß nicht zurückwelsen, ba ja auch nach der Konkursordnung Bedenken dagegen nicht besteben können. Durd) ein solches abgekürztes Verkaufsoerfahren würde sowohl bem Konkursgenchte als auch bem Massenverwalier sehr viel Arbeit erspart werden durch den Wegfall wochen- unb tage­langer Auktionen und Ausverkäufe; die Konkursschluß- Abrechnung und die Massenverteilung könnte rascher erfolgen und bie Konkursgläubiger rascher befriebigt werben. Für bie Detailkaufleute unb Kleingewerbetreibenden aber hätte dieses vereinfachte Verfahren den großen Vorteil, daß sie in ber Lage wären, solche Konkurrenzen unmöglich zu machen unb bie Verkaufspreise zu bestimmen. Heute bedeuten doch solche Konkursauktionen und Ausverkäufe, wenn sie in bie Saisonen der verschiedenen Branchen fallen, unter Umständen recht empfindliche Ausfälle in dem Absatz ber betreffenden Branchen. Also warum nicht den! einfachsten nnb kürzesten Weg wählen, um zu einer Beseitigung bestehender Mißstände zu gelangen I?

Spinnstubenscherze. Als einige Burschen m einem benachbarten Orte am Fastnachts-Dienstag vergebens auf den langersehnten frischgebrauten Mokka bis in die späte Abendstunde gewartet hatten, fertigten sie zur Belohnung für eine so schlechte Bewirtung ein Plakat an mit der Aufschrift Zum Wiener Kaffee" und einem dazu paffenden Gedicht mit ber ÜberschriftGebts häi Kaffie", und hefteten es in die Nähe der betreffenden Spinnstube an einen Pfosten. Dieses Radikalmittel hatte seinen Zweck nicht verfehlt, und zur großen Freuden aller Vorübergehenden flatterte dasselbe bis gegen Mittag im Winde lustig umher. Sie erhielten noch am selben Abend in ihrer Stammkneipe von dem edleren Ge­schlecht eine Einladungskarte mit der Abbildung ,Blätter und Blüten des Kaffeesttauches" unb »Gruß aus dem Wiener Kaffee" nebst Einladung für den am morgigen Abend präzis 9 Uhr adzuhaltenden Kaffeeschmaus. Um dem Tags vorher vorgefallenen Unglück nicht wieder in die Hände zu fallen, traten die Burschen, ausgerüstet mit einem großen Korb voll Kaffeeservices und dem dazu gehörenden Gebäck und dem selbstgebrauten Mokka den Weg dorthin zu ihren künftigen Ehehälften an. Dortselbst angelangt, nahmen bie Schönen teilweise eine beschämenbe, teils eine erfreute Miene an. Die Burschen ließen aber dies alles ganz unbeachtet. Auch alles Zureden, den mitgebrachten Kaffee wegzustellen, denn sie hätten selber Kaffee gebraut, war vergebens. Die Burschen schütteten flott ben schwarzen Gesellen in die bereits in der Stammkneipe angefeuchteten Kehlen, bis der enorme In ball von ca. 8 Liter zur Neige war.

Drum als Lehr' von der Gefchichf: Verlaßt Euch auf die Damen nicht, Bis die Euch sollen Mokka brauen, Ihr könnt vergeblich darnach fdjauen.*

r. Beuern, 5. März. Unser Pfarrer Schulte, bet acht Jahre segensreich in unserer Gemeinde gewirkt hat, zieht heute von hier weg nach Großenlinden. Am Samstag dankten ihm die beiden Gesang-Vereine sowie der Krieger- Verein durch Gesang und Ansprachen für seine Wirksamkeit, während ber Kirchen- unb der Schülerchor ihm gestern in dec Kirche gelegentlich seiner Abschiedspredigt Lebewohl sagten« Daß Pfarrer Schulte seiner Gemeinde sehr zugetan war, konnte man aus seinen Reden am Samstag abend und gestern wiederum ersehen. Er wird uns noch lange im Ge­dächtnis bleiben, ebenso wie er seiner seitherigen Gemeinde nicht so bald vergessen wird.

() Bad-Nauheim, 5. Marz. Au der HerfteUung; des Fernheizkauals, der Kabellegung und der Vollendung des Elektrizitäts- und Fernheiz­werks, der Waschanstalt, der Verwaltungsge^ baude und der beiden neuen Badehäuser Nr. 8 und 9 lwird gegenwärtig eifrig gearbeitet. Tie Verwaltungs'-i gebänbe, das Elektrizitäts- und Fernheizwerk und der Fernheizkanal sollen bis zum Beginn der Saison, die Wascht anstatt bis 1. Juni vollendet fein. Das ElektrizttätstverL und die Waschaiistalt werden gegenüber dem Bahnhofs-' gebäube im Darmstädter Baustil errichtet. Im gleichen Sttt präsentieren sich auch die beiden Verwaltungsgebäude und die bewen Badehäuser. Die elfteren werden in Kürze bezogen, die Badehäuser dagegen werden zu dreser Saison kaum vollendet sein. Tas 1866 erbaute Badehuus 3 soll tm Herbst abgeri)]en und in Salzhausen wieder aufgebaut werden. Nach diesem Abbruch werden die Sprudel vom Bahnhof ans direkt sichtbar sein. Bon der Bahrchofsakletzi

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